Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen

Aus Yogawiki

Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen (Sanskrit: अग्नि-स्थापन agni-sthāpana) ist das Einsetzen und rituelle Etablieren des Feuers an der vorbereiteten Feuerstätte. Agni wird als göttlicher Träger der Darbringungen verehrt. Das physische Entzünden, die rituelle Anrufung und eine eigentliche Feuerweihe sind dabei unterscheidbare Handlungen.

Platz und Material

Die Handlung folgt auf die Vorbereitung und Besprengung des Feuergrundes. Trockene geeignete Hölzer, eine sichere Zündmöglichkeit, ein hitzefestes Gefäß und Löschmittel für den Notfall stehen bereit. Die Feuerstätte ist für den Ort geeignet; in geschlossenen Räumen sind Luftzufuhr und Rauchabzug Voraussetzung.

Beispiel einer Rezitation

Im beschriebenen Agnimukha wird das Feuer unter dem Purusha-Sukta-Vers eingesetzt:

Beispiel einer Rezitation
candramā manaso jātaḥ | cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca | prāṇād vāyur ajāyata ||

चन्द्रमा मनसो जातः । चक्षोः सूर्यो अजायत ।
मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च । प्राणाद् वायुर् अजायत ॥

Bedeutung: Aus seinem Geist entstand der Mond, aus seinem Auge die Sonne. Aus seinem Mund entstanden Indra und Agni, aus seinem Atem Vayu.

Die Feuerquelle wird in die vorbereiteten Hölzer gebracht und kontrolliert zum Brennen gebracht. Danach folgen die in der Paddhati vorgesehenen Namen und Ehrungen. Manche Rituale benennen das Feuer mit einem besonderen Ritualnamen. Dieser wird aus dem betreffenden Anlass übernommen, nicht allein nach persönlicher Vorliebe gewählt.

Bedeutung und Abgrenzung

Das Feuer wird als Mittler und Gegenwart verehrt. Sein Licht und seine aufsteigende Bewegung können Sammlung und Hingabe unterstützen. Eine freie Betrachtung lautet: „Möge dieses Feuer mein Handeln erhellen.“ Agnyadhana im strengen Shrauta-Sinn ist die besondere Einrichtung der heiligen Feuer eines Opferherrn und nicht einfach jeder häusliche Zündvorgang. Auch die drei Shrauta-Feuer werden nicht durch drei beliebig aufgestellte Teelichter ersetzt. Nach dem Einsetzen wird das Feuer behutsam mit kleinen geeigneten Hölzern genährt. Spiritus, Benzin oder andere unkontrolliert aufflammende Brandbeschleuniger gehören nicht zu diesem Beispiel. Die Leitung wartet auf ein ruhiges, tragfähiges Feuer, bevor die Opfergaben beginnen.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan