Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person
Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person (Sanskrit: आचमन ācamana) ist eine rituelle Selbstreinigung mit kleinen Mengen Wasser. Sie bereitet die Person auf Gebet, Puja oder Homa vor und kann während eines längeren Rituals wiederholt werden. Die genaue Zahl der Schlucke, Namen und Berührungen richtet sich nach der jeweiligen Tradition.
Unterscheidung und Stellung
Die Handlung ist vom Wasserangebot an die Gottheit zu unterscheiden. Dieses heißt präziser Achamaniya und steht in Puja - 32 Schritte als sechste Gabe. Das eigene Achamana gehört meist bereits zur Vorbereitung, vor Sankalpa und Hauptverehrung. Smarta-, Vaishnava- und andere Paddhatis kennen verschiedene Namensfolgen. Man übernimmt eine zusammenhängende Form und fügt nicht Namen aus mehreren Reihen zu einer vermeintlich allgemein gültigen Liste zusammen.
Ein kurzes überliefertes Beispiel
Das Puja Sangraha nennt zu Beginn folgende drei Namen:
Beispiel einer Rezitation
oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ anantāya namaḥ |
oṃ govindāya namaḥ |
ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ गोविन्दाय नमः ।
Bedeutung: Om, Verehrung dem Unfehlbaren; Verehrung dem Unendlichen; Verehrung Govinda.
In dieser Form wird zu jedem Namen eine kleine Menge reines Trinkwasser aus der rechten Hand geschluckt. Wasser wird mit einem sauberen Löffel in die dafür gehaltene Hand gegeben. Man verwendet nur so viel, dass die Handlung ruhig und hygienisch möglich bleibt. Anschließende Berührungen oder Reinigungsschritte werden nach der benutzten Schule ausgeführt; der Dreierblock allein beschreibt keine vollständige lange Achamana-Folge.
Bhava und praktische Anpassung
Wasser und Namensanrufung verbinden äußere Frische mit innerer Bereitschaft. Eine freie Betrachtung lautet: „Ich werde aufmerksam für das, was ich jetzt tue.“ Die Handlung ist nicht bloß eine hygienische Mundspülung. Wenn Wasser aus gesundheitlichen Gründen nicht geschluckt werden kann, wird mit der Leitung eine symbolische Form vereinbart. Trinkwasser und Wasser für Blüten, Badgaben oder bereits benutzte Auffangschalen bleiben getrennt. Eine Person trinkt nicht aus dem gemeinschaftlichen Löffel, der anschließend wieder in den Vorrat gelangt.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Ganesha Chaturthi mit Festpuja und Visarjana · Große Vishnu Puja · Ausführlicher Gayatri Homa · Achamana – rituelle Reinigung bei Yoga Vidya
- Pandit Sri Ram Sivan: Puja Sangraha, Ausgabe 18. Januar 2025: Puja Sangraha, Sarva Karyeshu Purvanga, Achamanam; S. 4.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan