Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung

Aus Yogawiki

Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung (Sanskrit: नमस्कार namaskāra) ist die Handlung ehrerbietiger Begrüßung und Verneigung. In einer Puja drückt sie Dankbarkeit, Hingabe und die Bereitschaft aus, sich vor dem Heiligen zurückzunehmen. Sie kann durch gefaltete Hände, eine Verbeugung oder eine ausführlichere Niederwerfung geschehen.

Stellung und Formen

In Puja - 32 Schritte folgt Namaskara auf Pradakshina. Das Wort bedeutet nicht ausschließlich eine volle Niederwerfung auf dem Boden. Pranama ist ein eng verwandter Begriff; Sashtanga Pranama bezeichnet eine besondere Form mit acht Berührungspunkten beziehungsweise Gliedern. Einzeltraditionen erklären die körperliche Form unterschiedlich. Die Ausführung richtet sich nach Raum, Kleidung, körperlicher Möglichkeit und örtlicher Praxis. Eine ruhige Verneigung im Sitzen ist eine sinnvolle Teilnahmeform, wenn Aufstehen oder Knien schwierig ist.

Beispiel aus der Göttinnenverehrung

Mit gefalteten Händen kann die folgende bekannte Strophe gesprochen werden:

Devi Mahatmya 11.10; auch im Puja Sangraha
sarva-maṅgala-māṅgalye śive sarvārtha-sādhike |
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo’stu te ||

सर्व-मङ्गल-माङ्गल्ये शिवे सर्वार्थ-साधिके ।
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमोऽस्तु ते ॥

Bedeutung: Du Glückverheißende unter allem Glückverheißenden, du Gütige, die alle Anliegen zur Erfüllung führt, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Verehrung dir.

Während der Strophe bleibt die Haltung ruhig. Die Verneigung kann am Schluss erfolgen. Wer sich niederwirft, hält genügend Abstand zu Lampen, heißen Schalen und anderen Teilnehmenden.

Innere Bedeutung und Abschluss

Namaskara ist kein Ausdruck menschlicher Wertlosigkeit. Die Verneigung kann die Einsicht verkörpern, dass man das Leben nicht allein aus eigener Macht trägt. In der Bhakti-Praxis eröffnet diese Haltung Dankbarkeit und Vertrauen. Eine persönliche Betrachtung lautet: „Ich gebe mein ständiges Rechtbehalten für einen Augenblick frei.“ Der Gruß wird nicht dazu benutzt, andere zu einer bestimmten Körperhaltung zu zwingen. Er darf aufrichtig und schlicht bleiben. Nach der Verneigung folgen in der 32er-Lernfolge Lob, Gebet und die Bitte um Vergebung. In anderen Pujas stehen Namaskara und Gebete unmittelbar zusammen oder werden zum Abschluss nochmals wiederholt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan