Pranama – sich in Hingabe verneigen

Aus Yogawiki

Pranama – sich in Hingabe verneigen (Sanskrit: प्रणाम praṇāma) ist die Verneigung aus Ehrfurcht. Sie kann dem Göttlichen, einem Guru, einem heiligen Ort oder anderen verehrten Personen gelten. Der gebräuchliche Ausdruck Pranam gibt dasselbe Wort in vereinfachter Umschrift wieder.

Verhältnis zu Namaskara

Namaskara und Pranama überschneiden sich. Namaskara betont das Erweisen von Verehrung, Pranama das Sich-Neigen. Beide Wörter legen noch nicht fest, ob nur der Kopf geneigt oder eine vollständige Niederwerfung ausgeführt wird. In Puja - 32 Schritte gehört Pranama zum 29. Schritt.

Praktisches Beispiel

Vor einem Guru-Bild oder den Paduka kann die Person die Hände zusammenlegen und sich nach der folgenden Strophe verneigen:

Guru-Vandana
akhaṇḍa-maṇḍalākāraṃ vyāptaṃ yena carācaram |
tat-padaṃ darśitaṃ yena tasmai śrī-gurave namaḥ ||

अखण्ड-मण्डलाकारं व्याप्तं येन चराचरम् ।
तत्-पदं दर्शितं येन तस्मै श्री-गुरवे नमः ॥

Bedeutung: Verehrung diesem ehrwürdigen Guru, der jene Wirklichkeit gezeigt hat, von der das ganze ungeteilte Weltganze, das Bewegliche und Unbewegliche, durchdrungen ist.

Die Körperhaltung bleibt der eigenen Möglichkeit angemessen. Bei einer Niederwerfung wird vorher auf genügend Platz und Abstand zu Feuer, Gefäßen und anderen Menschen geachtet. Die Verehrung eines lebenden Lehrers geschieht nicht ohne dessen Einverständnis und die passende örtliche Form.

Bedeutung und Integration

Die Verneigung kann Selbstbezogenheit lockern und Dankbarkeit ausdrücken. Sie bedeutet nicht, die eigene Urteilskraft oder persönliche Würde aufzugeben. Ehrfurcht und verantwortliches Unterscheiden können zusammengehören. Eine freie innere Anregung lautet: „Ich ehre das, was mir Erkenntnis und Liebe eröffnet.“ Nach der Geste richtet man sich ruhig auf. Eine kurze Stille lässt den Gruß nachwirken; danach wird die Feier fortgesetzt oder abgeschlossen.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan