Kalpa

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Brahma, der Schöpfergott, entsteigt dem Nabel Vishnus

Kalpa, ( Sanskrit कल्प kalpa m. ) Bilden, Regel, Methode, Vorschlag, Entschluss, ein Tag Brahmās (1000 yuga-s); Weltschöpfungszyklus, Weltenzyklus von mehreren Milliarden Jahren, welche einem Tag und einer Nacht Brahmas (des Schöpfergotts) gleichzusetzen ist. Nach den Veden sind dies 1200 Mahayugas, beziehungsweise 432 Millionen Menschenjahre.

Außerdem steht Kalpa auch als Bezeichnung für eine von den insgesamt sechs Wissenschaften der Vedanga. In sogenannten Kalpasutren befasst sich diese mit den Vorschriften und Regeln für vedische Opferrituale. Kalpa heißt demnach auch Ritual/Opferritual. In diesem Sinne bedeutet Kalpa auch rituelle Vorschrift, Alternative, Methode, Vorschlag, Entschluss.

Das Sanskritwort Kalpa

Kalpa (Sanskrit: कल्प kalpa adj., m. u. n.) möglich; geeignet, befähigt, im Stande, einer Sache gewachsen, vermögend; (am Ende eines adjektiv. Kompositums) die Art und Weise von dem und dem habend, ihm nahe kommend, ähnlich; (nach einem Adjektiv:) beinahe, fast; (nach einem finiten Verb:) ziemlich, recht gut; Satzung, Regel, Ordnung, Brauch; Verfahren, Art und Weise; Prozedur, Verfahren (im medizinischen Sinne); ein Muster von; die Gesamtheit der Vorschriften über Ritual; Untersuchung, Nachforschung; eine bestimmte große Zeitperiode, ein Tag Brahmans oder 1000 Yugas; Weltende; (Ayurveda:) die Lehre von der Bereitung der Arzeneien; die Lehre von den Giften und Gegengiften; Bezeichnung von Sprüchen, die das Verb kḷp enthalten; ein bestimmter Tanz; das erste astrologische Haus (Nakshatra); (bei den Jaina:) ein bestimmter Göttersitz; Kleidungsstück; ein berauschendes Getränk.

Sukadev über Kalpa im Sinne von Schöpfungszyklus

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kalpa, Schöpfungszyklus

Kalpa ist auch der Tag und die Nacht von Brahma. Kalpa bedeutet auch Schöpfungszyklus oder großes Zeitalter. Die Inder haben schon vor langer Zeit in großen Zeiträumen gedacht. Die Europäer haben noch vor ein paar hundert Jahren angenommen, dass die Welt nur ein paar tausend Jahre alt ist. Wenn man die ganzen Patriarchen des Alten Testaments zusammenzählt, dann kommt man irgendwie darauf, dass die Welt um 4000 v.Chr. erschaffen wurde.

Andere berechnen 3500 v.Chr., wieder andere 4000 v.Chr., interessanterweise alles ähnlich; die Inder sagen, das Kali Yuga habe eben um 3227 v.Chr begonnen. Die Inder haben aber in sehr viel größeren Dimensionen gerechnet. Sie haben gesagt, es gibt Zeitalter: Es gibt Kali Yuga, das dauert 432.000 Jahre. Dann gibt es als nächstes das Bronzene Zeitalter, das dauert 864.000 Jahre. Dann kommt das Silberne Zeitalter, das dauert dann 1.196.000 Jahre.

Ein Tag und eine Nacht Brahmas

Allein ein einziger "Tag" Brahmas (1 Kalpa) entspricht 432 Millionen (nach anderen Angaben 4,32 Milliarden) Jahren menschlicher Zeitrechnung. Eine einzige "Nacht" Brahmas dauert ebenso lange. Ein Tag und eine Nacht Brahmas entsprechen in der hinduistischen Kosmologie einem vollständigen Schöpfungszyklus des gesamten Universums und einer anschließenden Ruhephase im nichtmanifesten Zustand. Ein ganzes "Jahr" Brahmas dauert somit eine unvorstellbar lange Zeit, in der das Universum sich 365 mal in ständigem Wechsel entfaltet und wieder auflöst.


Sukadev über Kalpa im Sinne von Zeitalter

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Kalpa im Sinne von Zeitalter

Kalpa – ein Schöpfungszyklus, Kalpa – auch Zeitalter genannt, Kalpa – ein Tag im Leben von Brahma, bzw. ein Tag und eine Nacht im Leben von Brahma. Kalpa drückt aus, ein großer Schöpfungszyklus. Die Inder haben die Zeit in sehr großen Dimensionen angesehen und gerechnet. Die Inder sind ja auch diejenigen, die das Dezimalsystem erfunden haben und damit konnten sie schon in sehr großen Zahlen rechnen. Die alten Griechen und Römer haben gedacht, die Welt ist vielleicht etwa 10.000 bis 20.0000 Jahre alt. Sie hatten ja auch kein Schriftzeichen für eine Zahl größer als Tausend.

Dann später, im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein, wurde das Alter des Universums anhand der Angaben im Alten Testament berechnet. Danach wurde die Welt etwa um 4000 v.Chr. geschaffen. Die Inder haben schon vor ein paar tausend Jahren das Alter der Welt in Trillionen Jahren angegeben. Da gab es z.B. die Zählweise, die man im Surya Siddhanta findet, einer Schrift, die etwa 2000 Jahre alt ist, und dort wird gesagt, es gibt zunächst mal das Kali Yuga, das dauert 432.000 Jahre. Als zweites gibt es dann das Bronzene Zeitalter, das dauert 864.000 Jahre. Dann gibt es das Silberne Zeitalter, das dauert 1.196.000 Jahre. Dann gibt es als nächstes noch das Goldene Zeitalter, das dauert 1.728.000 Jahre. Wenn man alle vier zusammenrechnet, dann kommt man auf 4.320.000 Jahre.

Eine bestimmte Anzahl von Yugas, typischerweise sagt man tausend dieser Mahayugas, das ist dann wieder eine Zahl, das gibt dann vier Milliarden Jahre. Und es heißt, dass die Erde in etwa schon ein Maha Yuga alt ist und jetzt im zweiten Maha Yuga ist, also in diesem Groß-Groß-Yuga. 4.320.000 Jahre ist eine Zählweise für ein Maha Yuga und tausend Mal davon ist wieder eine Zählweise. Und das Ganze in einer bestimmten Anzahl ist dann ein Manvantara. Manvantara, ein Zeitalter, wo ein Manu geherrscht hat.

Schließlich gibt es dann einen Tag und eine Nacht im Leben von Brahma. Und ein Tag im Leben von Brahma ist eben ein Kalpa. Brahma lebt insgesamt hundert Jahre und das sind dann nach einer Zählweise eben im Surya Siddhanta 311 Trillionen Jahre. Trillion ist noch tausend Mal mehr als eine Billiarde. Eine Billiarde ist tausend Billionen, eine Billion ist tausend Milliarden, eine Milliarde ist tausend Millionen. Also, eine ziemlich große Zahl. Immerhin, die westlichen Astronomen rechnen jetzt schon in Milliarden; zumindest wurde vor kurzem gesagt, das Universum sei zwanzig Milliarden Jahre alt und die Erde um die vier bis fünf Milliarden Jahre. In ein paar Jahren werden sich diese Zählweisen wieder ändern, da bin ich sicher.

Und die Inder sprechen ja nicht nur über das Alter des physischen Universums, sondern auch des Feinstoffuniversums. Physisches Universum, Astral-Universum, Kausal-Universum, insgesamt also sehr alt. Man darf es nicht unbedingt wörtlich nehmen, denn wie soll man Zeit berechnen, bevor es die Erde und die Sonne gab? Wie soll man Zeit berechnen, bevor es ein physisches Universum gab? Es reicht aus, dass man sieht, die Welt ist alt und die Zeit ist lange. Und vor diesem Hintergrund betrachtet, was ist ein Menschenleben, das ein paar Jahre, ein paar Jahrzehnte dauert? Der Mensch macht sich übermäßig wichtig. Wenn du mal überlegst, vom Zeitalter, selbst von der geologischen Zeit auf der Erde her, den Menschen gibt es seit eins bis vier Millionen Jahren auf der Erde und vielleicht hundert- bis zweihunderttausend Jahre lang den Homo Sapiens Sapiens – das ist im Vergleich zur geologischen Zeit sehr kurz. Wer weiß, ob es den Menschen in ein paar zehn- oder hunderttausend Jahren noch geben wird oder in ein paar Millionen Jahren.

Der Mensch macht sich sehr wichtig, aber er ist nur wie eine kleine Bakterie, die kurz kommt, kurz wieder geht. Vor diesem Hintergrund, vor dieser Vergänglichkeit in diesen langen Zeiträumen, höre auf, dich mit dem Kleinen zu identifizieren, höre vielleicht auch auf, dich über kleine Nichtigkeiten aufzuregen. Ab und zu mal kannst du ja überlegen: „Vom Standpunkt der Ewigkeit, wie wichtig ist das, was ich gerade erlebe?“ Dann kannst du lachen. Und dann kannst du spielerisch das angehen, was anzugehen ist.

Du musst deshalb nicht verzweifeln, weil das in dieser relativen Zeit nicht funktioniert, denn du bist in Wahrheit Kalatita, jemand der jenseits aller Zeit ist. In Wahrheit bist du unsterbliches Selbst. Du warst vor Beginn des Kalpas da, vor Beginn des Schöpfungszyklus, du wirst auch noch da sein, wenn der Schöpfungszyklus zu Ende ist, denn du bist das unsterbliche Selbst. Identifiziere dich mit dem, was jenseits des Vergänglichen ist, was jenseits des Kalpas ist, des Schöpfungszyklus und der vielen Veränderungen des Kalpas, des Schöpfungszyklus.

Kalpa

Kalpa ist ein Zeitraum, der als "Tag von Brahma" bezeichnet wird. Die einfachste Berechnung für Kalpa ergibt eintausend Urzeiten oder Lebensalter der Götter. Folglich ergibt 4.320.000 Jahre oder ein göttliches Lebensalter, multipliziert mit 1000 gleich 4.320.000.000 Jahre. Dies entspricht einem Tag bzw. einer Nacht von Brahma.

In der hinuistschen Mythologie glaubt amn, dass ein Jahr eines Sterblichen einem Tag der Götter entspricht. Zwölftausend göttliche Jahre entsprechen einer Periode von vier Yugas. Das Krita Yuga hat Tage und Nächte von 4.800 Jahren. Eine anderes Yuga ist Treta Yuga, mit einer Tag- und Nachtlänge von ungefähr 3.600 himmlischen Jahren. Dvapara Yuga ist das Zeitalter mit 2.400 göttlichen Jahren. Das letzte Zeitalter ist Kali Yuga, das 1.200 göttliche Jahre andauert.

Ein Tag der Götter entspricht einem Jahr der Sterblichen. Folglich müssen die 12.000 göttlichen Jahre mit 360 multipliziert werden (angenommene Zahl der Tage eines Jahres), und ergibt dann die Anzahl der Jahre der Sterblichen in dieser langen Zeit von vier Yugas. Daher entsprechen 4.320.000.000 Menschenjahre einem Tag von Brahma, und seine Nacht dauert genauso lange. In diesem Zeitraum eines Brahma-Tages, herrschten 14 Manus und bildeten damit Manwantara. Die 14 Manus sind jeweils gleich einem Vierzehntel des Brahma-Tages.

Im gegenwärtigen Kalpa oder Brahma-Tag bilden sich sechs Manus. Swayambhuva war der erste Manu des Manwantara, die bereits entschlafen sind. Der gegenwärtige Manu ist Vaivaswata. In jedem Manwantara werden sieben Rishis, bestimmte Gottheiten, ein Indra, ein Manu, Könige und deren Söhne geschaffen und vergehen auch wieder. Eintausend Systeme von vier Yugas erscheinen gleichzeitig mit diesen 14 Manwantaras. Im Ergebnis verstreichen etwa 71 Systeme der 4 Yugas während jedes Manwantaras, und messen die Leben des Manu und der Gottheiten dieses Zeitalters.

Am Ende dieses Brahma-Tages wird das Universum zerstört werden. Das wird eine Brahma-Nacht lang dauern, genauso lange wie sein Tag. Während der Vernichtung des Universums werden die drei Welten Sarga, Martha und Patal in einen großen Ozean verwandelt. Sobald das Universum zerstört ist, wird der lotusgeborene Gott, Brahma, aus seinem Schlaf erwachen und ein neues Weltall erschaffen.

Siehe auch

Literatur

Seminare

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Mohini Wiume,Amrita Kabisch,