Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom

Aus Yogawiki

Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom (Sanskrit: वसोर् धारा vasor dhārā) ist eine zusammenhängende Darbringung von Ghee in das Opferfeuer. Der Name wird häufig Vasordhara geschrieben. Sie erscheint in bestimmten Yajna- und Homa-Abschlüssen als eigener Ritus und ist von der vollen Schlussgabe Purnahuti zu unterscheiden.

Stellung und verschiedene Fassungen

Im Homa Sangraha folgt Vasordhara unmittelbar auf Purnahuti. In anderen großen Ritualordnungen gehört sie zu einer eigenen, teils umfangreichen Folge. Eine zusammenhängende Flüssigkeitsgabe ist nicht allein durch ihren äußeren Anblick mit jeder anderen Ghee-Spende identisch. Ghee (bzw. Pflanzenöl bei einer ausdrücklich heutigen Anpassung) wird in kleiner, kontrollierbarer Menge bereitgehalten. Die traditionelle Fassung nennt Ghee. Das Opfergefäß ermöglicht einen ruhigen Strom, der zur Größe der Feuerstätte passt.

Beispiel einer vollständigen Rezitationseinheit

Taittiriya Samhita 1.5.3.2 in der Verwendung des Homa Sangraha
oṃ sapta te agne samidhaḥ sapta jihvāḥ
sapta ṛṣayaḥ sapta dhāma priyāṇi |
sapta hotrā sapta-dhā tvā yajanti
sapta yonīr āpṛṇasva ghṛtena svāhā |
agnaye saptavate idaṃ na mama |

ॐ सप्त ते अग्ने समिधः सप्त जिह्वाः
सप्त ऋषयः सप्त धाम प्रियाणि ।
सप्त होत्रा सप्त-धा त्वा यजन्ति
सप्त योनीर् आपृणस्व घृतेन स्वाहा ।
अग्नये सप्तवते इदं न मम ।

Bedeutung: Om. Sieben sind deine Brennhölzer, Agni, sieben deine Zungen, sieben die Seher und sieben die geliebten Stätten. Sieben Opferdienste verehren dich auf siebenfache Weise; erfülle die sieben Ursprungsstätten mit Ghee. Svaha. Dies ist für den siebenfachen Agni, nicht für mich.

Die kontinuierliche Gabe wird gemäß der erlernten Fassung zur Rezitation geführt und beim Schluss beendet. Man gießt nicht aus einem großen Vorratsgefäß unkontrolliert nach. Die rituelle Kontinuität verlangt keinen möglichst langen oder starken Flammenstoß.

Bedeutung und Abschluss

Der Strom kann die ungeteilte Hingabe veranschaulichen. Die siebenfache Sprache des Mantras entfaltet Agnis vielfältige rituelle Wirksamkeit. Als freie Betrachtung eignet sich: „Meine Aufmerksamkeit darf gesammelt und beständig sein.“ Nach Vasordhara folgen in der beschriebenen Form abschließendes Wasserumgießen, Verabschiedung und Gebete. Der Ritus wird daher nicht als bloßes Verbrauchen des übrig gebliebenen Ghee erklärt. Reste werden verantwortungsvoll behandelt; sie müssen nicht sämtlich am Schluss ins Feuer gelangen.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan