Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung

Aus Yogawiki

Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung (Sanskrit: प्रायश्चित्त prāyaścitta) bezeichnet Handlungen zur Berichtigung, Sühne und Wiederherstellung. Im Homa können dafür bestimmte Gebete und Feuergaben vorgesehen sein. Der Begriff reicht über den Ritualabschluss hinaus und umfasst in anderen Zusammenhängen auch konkrete Wiedergutmachung und Disziplinen.

Stellung und Zweck

Die gewählte Paddhati kann bereits im vorbereitenden Rahmen eine kurze Berichtigung vorsehen und im Schluss einen ausführlicheren Abschnitt. Die Worte beziehen sich dann auf mögliche Fehler in der betreffenden Handlung. Kshamapana ist die allgemeine Bitte um Vergebung; Prayashchitta kann genauer geregelte Maßnahmen einschließen.

Beispiel aus dem Schlussrahmen

Die zusammenfassende Gabe an Prajapati lautet:

Eine der im Berichtigungsabschnitt verwendeten Gaben
oṃ bhūr bhuvaḥ suvaḥ svāhā |
prajāpataye idaṃ na mama |

ॐ भूर् भुवः सुवः स्वाहा ।
प्रजापतये इदं न मम ।

Bedeutung: Om, Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Svaha. Dies ist für Prajapati, nicht für mich.

Im Homa Sangraha gehen ihr besondere Gebete zur Berichtigung voraus und weitere Gaben folgen. Das Beispiel ist deshalb keine vollständige Anleitung für jede Art rituellen Fehlers. Für einen konkret bemerkten Fehler richtet man sich nach der maßgeblichen Paddhati und der Ritualleitung.

Geistige Haltung

Prayashchitta kann helfen, ehrlich auf die eigene Handlung zu schauen und einen guten Neuanfang zu vollziehen. Eine freie Betrachtung lautet: „Ich nehme Verantwortung an und bringe wieder Ordnung in mein Tun.“ Der Gedanke wird nicht zu einer pauschalen Drohung, ein falsch gesprochenes Wort müsse zwangsläufig Unheil erzeugen. Sorgfältiges Lernen, ruhiges Korrigieren und Vertrauen können zusammengehen. Wenn außerhalb des Rituals ein Mensch geschädigt wurde, ersetzt eine Feuergabe nicht die sachlich mögliche Entschuldigung oder Wiedergutmachung. Nach den vorgesehenen Berichtigungen wird der normale Abschluss fortgeführt. Man beginnt nicht aus Unsicherheit immer neue Sühnefolgen, die im gewählten Ritual gar nicht vorgesehen sind.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan