Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe

Aus Yogawiki

Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe (Sanskrit: पुष्पाञ्जलि puṣpāñjali) ist eine Gabe von Blüten aus den zusammengehaltenen Händen. Sie kann eine Gottheit begrüßen, ein Gebet begleiten oder den Abschluss der Verehrung bilden. Das Wort verbindet puṣpa, Blüte, und añjali, die ehrerbietige Handschale beziehungsweise Grußhaltung.

Platz und Unterscheidung

In vielen Pujas steht Pushpanjali im Schlussbereich. Puja - 32 Schritte erläutert die verwandte Schlussgabe unter Mantrapushpa. Eine allgemeine Blütengabe, eine Namensverehrung mit einzelnen Blüten und eine gemeinsame Pushpanjali sind dennoch verschiedene Ausführungsformen.

Beispiel aus der Göttinnenverehrung

Die Teilnehmenden nehmen wenige saubere Blüten oder Blütenblätter in beide Hände. Die Leitung spricht das Gebet und gibt am Ende ein Zeichen zum Ablegen. Ein bekannter Verehrungsvers lautet:

Devi Mahatmya 5.9; in Göttinnen-Puja-Traditionen verwendet
namo devyai mahādevyai śivāyai satataṃ namaḥ |
namaḥ prakṛtyai bhadrāyai niyatāḥ praṇatāḥ sma tām ||

नमो देव्यै महादेव्यै शिवायै सततं नमः ।
नमः प्रकृत्यै भद्रायै नियताः प्रणताः स्म ताम् ॥

Bedeutung: Verehrung der Göttin, der großen Göttin; immerdar Verehrung der Gütigen. Verehrung der ursprünglichen Natur, der Segensreichen; gesammelt verneigen wir uns vor ihr.

Die Blumen werden vor der Gottheit abgelegt. Das Beispiel erläutert eine passende begleitende Verehrung; es erklärt diesen Vers nicht zum einzig zulässigen Pushpanjali-Mantra. Bei einer festgelegten Durga-Puja wird die dortige vollständige Textfolge verwendet.

Bhava und gemeinsames Mitfeiern

Die Handschale kann die Sammlung des eigenen Herzens veranschaulichen. Was innerlich bewegt, wird in einer schlichten Gabe zusammengeführt. Eine freie Betrachtung lautet: „Mit diesen Blüten bringe ich auch meine Dankbarkeit dar.“ Bei einer großen Gruppe ist eine geordnete Ablage besser als gleichzeitiges Drängen zum Altar. Eine Assistenz kann die Blüten entgegennehmen. Niemand muss über eine Feuerstelle greifen; im Homa-Kontext ist zu klären, ob die Blumen zum Altar oder als ausdrücklich vorgesehene Gabe ins Feuer gehören. Die Bezeichnung Pushpanjali allein entscheidet dies nicht.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan