Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe

Aus Yogawiki

Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe (Sanskrit: गन्ध gandha) ist die wohlriechende Gabe, besonders in Form von Sandelholzpaste, die einer Gottheit dargebracht wird. Sie kann auf eine geeignete Murti aufgetragen oder stellvertretend vor ihr angeboten werden. Dhupa ist dagegen die Räuchergabe; nicht jeder angenehme Duft ist derselbe Upachara.

Platz und Material

In Puja - 32 Schritte folgt Gandha auf die Ausstattung mit Gewändern und Schmuck. Andere Pujas tragen die Paste früher auf, damit Stoffe sauber bleiben. Man benötigt eine kleine Menge für die betreffende Praxis geeignete Sandelholzpaste und gegebenenfalls ein Schälchen oder einen Auftragstift. Rot- und Weißsandel werden nicht ohne Rücksicht auf die Tradition vertauscht. Eine Tilaka-Markierung auf der eigenen Stirn ist eine andere Handlung als die Duftgabe an die Gottheit. Die Paste wird nur auf materialverträglichen Flächen verwendet. Ein Papierbild erhält die Gabe in einer Schale davor.

Beispiel

Die Varalakshmi-Puja verwendet einen Duftvers, der roten Duftstoff und eine Mischung von acht Düften nennt:

Beispiel einer Rezitation
rakta-gandhaṃ sugandhāḍhyam aṣṭa-gandha-samanvitam |
dāsyāmi devi varade lakṣmi devi prasīda me ||

रक्त-गन्धं सुगन्धाढ्यम् अष्ट-गन्ध-समन्वितम् ।
दास्यामि देवि वरदे लक्ष्मि देवि प्रसीद मे ॥

Bedeutung: Ich werde roten, reich duftenden Gandha darbringen, verbunden mit acht Düften. O Göttin, Segensspenderin, Göttin Lakshmi, sei mir gnädig.

Eine einfache Sandelholzgabe kann mit der in vielen Pujas üblichen kurzen Darbringungsformel der jeweiligen Gottheit erfolgen. Die ausführende Person trägt die Paste behutsam auf oder stellt sie vor das Bild. Welche Stelle markiert wird, richtet sich nach der Ikonografie und der verwendeten Anleitung.

Bhava und praktischer Abschluss

Der Duft ist eine sinnlich erfahrbare Hilfe, die Aufmerksamkeit zu sammeln. In einer spirituellen Betrachtung kann er für die Güte stehen, die sich ohne großes Aufheben ausbreitet. „Möge mein Verhalten wohltuend sein“ ist eine passende freie Anregung. Duftstoffe werden sparsam verwendet, besonders bei gemeinsamer Feier. Unbekannte Pulver, Farben oder stark reizende Duftöle sind kein notwendiger Ersatz für Sandelholz. Reste der Paste werden verschlossen aufbewahrt, soweit sie frisch und sauber sind. Bereits von der Murti abgenommene Paste wird nicht zurück in den Vorrat gerührt.

Ritualbeispiele und Quellen

Weitere Ritualbestandteile

Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale

Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben

Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan