Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin
Saubhagya Dravya – glückverheißende Gaben für die Göttin (Sanskrit: सौभाग्य-द्रव्य saubhāgya-dravya) sind Gegenstände und Stoffe, die in bestimmten Göttinnen-Pujas glückverheißendes Gedeihen und eheliches Wohlergehen ausdrücken. Dazu können Kurkuma, Kumkum, Sindur und Kajal gehören. Die Zusammenstellung ist traditionsabhängig; nicht jede Göttin wird mit sämtlichen Stoffen verehrt.
Stellung und kultureller Sinn
In Puja - 32 Schritte folgt die Gabe auf Gandha. In der Varalakshmi Vrata-Praxis tritt besonders die Vorstellung von Saubhagya, glücklichem und gesegnetem Lebensstand, hervor. Die Symbolik ist mit bestimmten Formen weiblicher und ehelicher Verehrung verbunden. Eine allgemeine Erklärung soll diesen Zusammenhang erhalten und zugleich nicht behaupten, der Wert eines Menschen hänge von seinem Familienstand ab.
Beispiel und Handlung
Die Gaben liegen getrennt in kleinen Schälchen. Vor der Göttin werden sie ehrerbietig gezeigt und angeboten; ein Auftragen auf Stirn oder Körper des Bildes erfolgt nur, soweit dies zur verwendeten Form gehört.
Varalakshmi-Puja
haridrāṃ kuṅkumaṃ caiva sindūraṃ kajjalānvitam |
saubhāgya-dravya-saṃyuktaṃ gṛhāṇa parameśvari ||
हरिद्रां कुङ्कुमं चैव सिन्दूरं कज्जलान्वितम् ।
सौभाग्य-द्रव्य-संयुक्तं गृहाण परमेश्वरि ॥
Bedeutung: Nimm Kurkuma, Kumkum und Sindur samt Kajal an, verbunden mit den glückverheißenden Gaben, o höchste Herrin.
Kumkum ist nicht sachgerecht pauschal als „Zinnober“ zu übersetzen. Zinnober bezeichnet ein bestimmtes Quecksilbermineral; rituelle rote Pulver haben unterschiedliche Zusammensetzungen. Für die praktische Verwendung wählt man geeignete, als unbedenklich ausgewiesene Ritualprodukte. Die traditionelle Bezeichnung legitimiert keinen unbekannten mineralischen Inhaltsstoff.
Innere Haltung und Varianten
Die Gabe kann Dankbarkeit für Gemeinschaft, Fürsorge und das Gedeihen des Lebens ausdrücken. Eine freie Meditation lautet: „Möge Glück sich als Wohlwollen und gegenseitige Unterstützung zeigen.“ Gandha ist die Duftgabe, Abharana die Schmuckgabe. Saubhagya Dravya überschneidet sich äußerlich mit dem Schmücken, hat aber seine eigene kulturelle Bedeutung. Die Weitergabe von Kumkum als Segen am Ende ist ebenfalls von der ursprünglichen Darbringung zu unterscheiden. Wer eine bestimmte Göttinnen-Puja mitfeiert, folgt bei der Annahme den Hinweisen der Leitung.
Ritualbeispiele und Quellen
- Weiterführende Ritualartikel und verwandte Fassungen: Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja · Mahalakshmi Vishesha Puja – Fülle und Großzügigkeit in der Diwali-Nacht · Gauri Hauspuja – Wohlergehen und friedliche Verbundenheit erbitten
- Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi; dort eine besondere, anders gezählte 32-teilige Varalakshmi-Puja: Varalakshmi Puja Vidhi, Schritt 13, Saubhagya-Dravyam.
- Drik Panchang: Lakshmi Puja Vidhi: Lakshmi Puja Vidhi, Sinduram und Kumkumam.
Weitere Ritualbestandteile
Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan · Bestandteile der Yoga Vidya Rituale
Die 32 Puja-Schritte
Dhyana – die Gottheit im Ritual vergegenwärtigen · Avahana – Einladung der göttlichen Gegenwart · Asana – der Gottheit einen Sitz anbieten · Padya – Wasser für die Füße der Gottheit · Arghya – ehrerbietige Wassergabe · Achamaniya – Schluckwasser für die Gottheit · Madhuparka – süße Ehrenspeise für den göttlichen Gast · Panchamrita Snana – Bad mit fünf Nektaren · Snana – das rituelle Bad der Gottheit · Plota – das Bildnis nach dem Bad trocknen · Vastra – Gewänder als Darbringung · Yajnopavita – heilige Schnur als Puja-Gabe · Abharana – Schmuck der Gottheit darbringen · Gandha – Duft und Sandelholz als Verehrungsgabe · Akshata – ungebrochener Reis als Ritualgabe · Pushpa – Blüten als Verehrungsgabe · Anga Puja – die Glieder der Gottheit verehren · Ashtottarashata Namavali – Verehrung mit 108 Namen · Dhupa – Räucherwerk als Darbringung · Dipa – die Lichtgabe der Puja · Naivedya – Speisen der Gottheit darbringen · Paniya – Trinkwasser zur Speisedarbringung · Tambula – Betelgabe als Abschluss der Bewirtung · Dakshina – Ehrengabe und Dank an die Ritualtragenden · Karpura Nirajana – feierliche Kampferlichtgabe · Mantrapushpa – Blütengabe und vedischer Schlussgesang · Pradakshina – ehrerbietige Umrundung · Namaskara – ehrerbietiger Gruß und Verneigung · Stotra – Lobgesang innerhalb des Rituals · Kshamapana – um Vergebung und Vollendung bitten · Samarpana – die Früchte des Rituals hingeben
Weitere Begriffe und Feuerbestandteile
Abhisheka – rituelles Übergießen und Weihen · Angavastra – Ober- und Schultertuch als Gabe · Kanthasutra – Halsschmuck der Göttin · Pranama – sich in Hingabe verneigen · Prarthana – Gebet und persönliche Bitte im Ritual · Visarjana – Verabschiedung der angerufenen Gegenwart · Arati – gemeinschaftliche Lichtverehrung · Achamana – rituelles Wasserschlucken der ausführenden Person · Alankara – das göttliche Bild schmücken · Pushpanjali – die gemeinsame Blütengabe · Upachara – Formen liebevoller Darbringung · Sankalpa – traditioneller Ritualvorsatz mit Zeit, Ort und Anliegen · Purnahuti – die volle Schlussgabe einer Yajna · Agnimukha – Vorbereitung und Eröffnung des Feueropfers · Sthandila und Rekha – Feuerplatz und rituelle Linien · Agni Sthapana – das Ritualfeuer einsetzen · Paristarana – Darbha um das Feuer auslegen · Patra Sadana – die Opfergeräte bereitstellen · Pranita und Prokshani – die Wassergefäße des Homa · Ajya Samskara – Ghee für das Feueropfer bereiten · Paridhi – Begrenzungshölzer des Feueropfers · Parishechana – Wasser um das Opferfeuer geben · Samidhadhana – geeignete Hölzer ins Feuer geben · Aghara – die eröffnenden Ghee-Ströme · Ajyabhaga – Ghee-Anteile für Agni und Soma · Ahuti – Mantra und Feuerdarbringung verbinden · Vyahriti Ahuti – Gaben mit den heiligen Weltenrufen · Svishtakrit – Agni um die Vollendung des Opfers bitten · Jayadi – ergänzende Gaben für das Gelingen des Rituals · Prayashchitta – rituelle Berichtigung und Wiedergutmachung · Vasordhara – der zusammenhängende Ghee-Strom · Agnyupasthana – das Feuer abschließend verehren · Anujna und Brahma Varana – Zustimmung und Ritualverantwortung · Kalasha Sthapana – das heilige Wassergefäß aufstellen · Punyahavachana – Reinheit und Wohlergehen feierlich zusprechen · Nyasa – Mantra und göttliche Gegenwart im Körper verorten · Ghanta – die Ritualglocke erklingen lassen · Rajopachara – königliche Ehrengaben in der Puja · Puja - 32 Schritte · Bestandteile von Homa, Yajna und Havan