MS

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MS oder Multiple Sklerose (auch ED, Encephalomyelitis disseminata, Polysklerose, disseminierte Enzephalomyelitis, demyelinisierende Enzephalomyelitis, Sclerosis multiplex) zählt zu den Autoimmunerkrankungen und ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei MS greifen körpereigene Zellen der Immunabwehr die Myelinscheiden (Markscheiden, Ummantelung) von Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark an, wodurch es zu Entzündungen und Schwellungen kommt.

Yoga bei MS

Ist das Myelin, die Schutzhülle der Nervenzellen, zerstört, dann werden Informationen und Steuerungssignale von den Nervenzellen nur noch unzureichend übertragen; es kann zu neurologischen Ausfällen wie Sehstörungen, Kribbeln, Stolpern und Lähmungserscheinungen kommen. MS verläuft meist (in etwa 85 - 90%) in Schüben, zwischen denen die Patienten symptomfrei sein können.

Die DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.) weist auf ihrer Homepage ausdrücklich darauf hin, dass MS keineswegs automatisch zu einem Leben im Rollstuhl führt, wie oft fälschlich behauptet. Sogar ohne Behandlung kann 15 Jahre nach dem Ausbruch von MS die Hälfte aller Patienten noch gehen. Aufgrund zahlreicher Vorurteile stellt die DMSG auf ihrer Homepage (Link siehe unten) auch fest, dass "MS (...) nicht ansteckend, nicht tödlich, nicht erblich, kein Muskelschwund und keine psychische Erkrankung" ist. Die Gene spielen bei MS allerdings schon eine Rolle.

MS tritt meist bei jüngeren Menschen zwischen 20 und 40 Jahren auf und trifft Frauen doppelt so häufig wie Männer; in Deutschland liegen nach Angaben der DMSG derzeit etwa 130.000 Fälle von MS vor. Die wenigsten Erkrankungen gibt es am Äquator; die Häufigkeit von MS steigt mit der Entfernung vom Äquator, so dass hier ein Zusammenhang mit einem Mangel an Sonnenlicht im Kindheitsalter vermutet wird.

Eine Studie von Oken aus dem Jahr 2004 zeigte bereits, dass Yoga bei MS die ständige Erschöpfung, die sogenannte Fatigue, mindern kann. Doch Yoga, Atem- und Entspannungsübungen haben noch viele weitere positive Wirkungen (siehe Therapie unten) und können auch bei Begleiterscheinungen wie Depressionen einen Rückgang bewirken. Ebenso kennt der Ayurveda Therapien (siehe Therapie) für MS. Auch eine Ernährungsumstellung ist sinnvoll.

Krankheitsursachen

Wie bei vielen Autoimmunerkrankungen ist auch bei MS noch nicht geklärt, warum das Immunsystem die eigenen Nervenzellen angreift; es werden mehrere Faktoren diskutiert, wie Zusammenhänge mit

  • genetischer Disposition (keine direkte Vererbung, eher die genetische Weitergabe einer Neigung),
  • frühkindlicher Infektion durch Viren oder Bakterien, bei denen eine Kreuzaktivität mit Proteinbestandteilen des Myelins (der Ummantelung oder Markscheide der Nervenzellen) vorliegt,
  • Impfungen,
  • übertriebener Hygiene (durch die das Immunsystem nicht gefordert wurde - bei Geschwistern, die sich in den ersten 6 Lebensjahren durch das Zusammenleben gegenseitig mit Kinderkrankheiten ansteckten, bei denen das Immunsystem also "Feinde" zu bekämpfen lernte, ergab sich eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit, MS zu bekommen),
  • Vitamin-D-Mangel (da MS am Äquator sehr viel seltener auftritt und auch bei Personen, die im Kindesalter stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren),
  • Stress u.a.

Risikofaktoren:

Analysen deuten darauf hin, dass

  • Übergewicht im Kindesalter und
  • Rauchen, insbesondere, wenn schon vor Ausbruch der MS damit begonnen und über einen langen Zeitraum geraucht wird, das Risiko, an MS zu erkranken, erhöht.

Symptome und Verlauf

Durch die entzündlichen Prozesse an der schützenden Hülle (Markscheide) der Nervenzellen von Gehirn und Rückenmark können Signale nicht mehr korrekt übertragen werden; es kann bei MS zu unterschiedlichen Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen (Augenschmerzen, Unschärfe, Doppeltsehen..), Bewegungs- und Haltungsstörungen, Trigeminusschmerzen, Krämpfen und spastischer Erhöhung des Muskeltonus, Lähmungserscheinungen, Kribbeln/Taubheit, Schwindel, Blasen- und Darmstörungen, Schlafstörungen und auch Schluck- und Sprachstörungen (abgehacktes Sprechen) kommen. Viele Patienten mit MS leiden unter leichter Ermüdbarkeit bei psychischer oder körperlicher Belastung (Fatigue) und unter kognitiven oder psychischen Störungen, insbesondere beim Ausdruck von Gemütsbewegungen. Vor allem an MS erkrankte Männer sind häufig auch von sexuellen Störungen betroffen.

MS verläuft bei jedem Patienten anders; die Schübe sind klinisch so definiert, dass die entzündlichen Symptome eines Schubes über 24 Stunden anhalten und dass zwischen den Schüben mindestens dreißig Tage liegen müssen. Die Symptome bei MS können sich zwischen den Schüben vollständig - was zum Glück meist der Fall ist - oder nur teilweise zurückbilden. Klingt die Entzündung ab, dann vernarbt das Gewebe (es "sklerosiert", verhärtet sich). Die DMSG betont auf ihrer Homepage, dass auch mögliche zurückbleibende Störungen bei MS meist keine große Behinderung darstellen.

Der schubförmige Verlauf von MS tritt anfangs bei den meisten Patienten auf (85 - 90%); nur beim Rest der Patienten entwickelt sich MS chronisch fortschreitend ohne Schübe. Schwere Verlaufsformen von MS wie die Marburg-Form treten nur sehr selten auf. Erst nach 10 - 15 Jahren kann beim schubförmigen Verlauf die Krankheit ebenfalls in einen chronisch fortschreitenden Verlauf übergehen. Da die Unvorhersagbarkeit des Verlaufs von MS für Erkrankte und ihre Familien belastend ist, nennt die DMSG auf ihrer Homepage die folgende Faustregel: "Der Behinderungsgrad 5 Jahre nach Krankheitsbeginn entspricht etwa drei Vierteln desjenigen nach 10 bis 15 Jahren."

Diagnostik

Da viele Symptome der MS auch bei anderen Erkrankungen auftreten, wird die Diagnose MS oft erst Monate oder sogar Jahre nach dem Ausbruch gestellt. Ein wichtiges Kriterium für die Diagnose von MS sind an unterschiedlichen Stellen des zentralen Nervensystems auftretende und mit der Zeit sich mehrende Entzündungsherde (sogenannte zeitliche und räumliche Streuung oder Dissemination). Die Art der Beschwerden und der Schübe des Patienten, die neurologische Untersuchung, die Untersuchung des Sehnervs, bildgebende Verfahren wie CT und MRT und Liquor- (Nervenwasser) und Blutuntersuchungen geben weitere Hinweise auf die mögliche Diagnose MS. Ein speziellen Biomarker für MS gibt es nicht.

Therapie

Yoga

Yogatherapie

Frau in Meditation.jpg

Im folgenden Video erläutert der südindische Yogatherapeut Harilalji, dass MS in der indischen Yogatherapie als in erster Linie psychosomatische Erkrankung betrachtet wird, deren Hauptursache Stress ist, der mögliche Veranlagungen in den Genen aktivieren kann, und der sich noch vergrößert, wenn der Patient die Diagnose "unheilbar" bekommt. Die Yogatherapie betrachtet MS nicht als unheilbare Krankheit.

Harilalji: Yogatherapie bei MS

Harilalji berichtet, mit regelmäßiger Yogapraxis könne man MS zumindest aufhalten oder verlangsamen. Dabei ist wichtig, dass die Übungen täglich gemacht werden und nicht zu anstrengend sind, da bei Überhitzung des Körpers eine Verschlimmerung der Symptome auftreten kann (sogenanntes Uhthoff-Phänomen). Er erzählt von einer Prager Patientin mit MS, deren Zustand sich durch Yogatherapie soweit verbesserte, dass sie ihre Medikamente absetzen konnte.

Sind die Patienten zu schwach, um die Übungen auszuführen, dann werden Prana steigernde Kriyas geübt. Harilalji rät bei MS auch zu einer ausschließlich vegetarischen Ernährung mit vielen Ballaststoffen, Salaten und süßen (nicht sauren) Früchten. Fleisch ist tamasig und kann MS verschlimmern. Die Yogatherapie geht davon aus, dass viele Erkrankungen durch den Genuss von zuviel Fleisch erst entstehen.

Auch eine positive Grundeinstellung, der mentale Aspekt des Raja Yoga, sind bei MS wichtig; hierfür kann der Patient Tiefenentspannung und leichte Wechselatmung (Nadi Shodana)üben, ohne dabei zu übertreiben. Anstrengende Pranayama-Übungen sind kontraindiziert. Ein einfaches Leben, einfaches leichtes Essen und die Vermeidung von negativem Stress sollten das Ziel sein. Der Patient kann seine Übungen auch mit dem Arzt besprechen.

Harilalji gibt regelmäßig Seminare bei Yoga Vidya Bad Meinberg und im Arsha Vidya Ashram Kerala.

Prana Vidya

Dr. Nalini (siehe Video unten) unterrichtet Prana-Selbstheilungstechniken aus dem tantrischen Prana Vidya bei schweren Erkrankungen wie MS, Krebs, psychischen Problemen, Drogenabhängigkeit usw. Diese Übungen erhöhen die Lebensenergie, Prana, der Patienten. Störungen entstehen, wenn Prana im Ungleichgewicht oder nicht ausreichend vorhanden ist. Durch Steigerung des Prana werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. Prana wird mit der Atmung aufgenommen, die über beide Nasenlöcher erfolgen sollte. Oft ist jedoch ein Nasenloch blockiert. Mentale Visualisierung zielt darauf ab, diese Blockade aufzuheben. Kann durch beide Nasenlöcher mit der Atmung Prana aufgenommen werden, dann beginnt das Prana durch Ida und Pingala zu strömen und dann kann auch die Sushumna aktiv werden. So können Selbstheilungskräfte aktiv werden.

Die Energie wieder zum Fließen bringen


Dr. Nalini gibt Seminare bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

Kurzvortrag von Dr. Nalini: Prana Healing

Studien

Wie in der Einleitung schon erwähnt, zeigte eine Studie von Oken (2004), dass Yoga bei MS die ständige Erschöpfung, die sogenannte Fatigue, mindern kann. Zahlreiche wissenschaftliche Studien (siehe Wissenschaftliche Studien) haben ferner gezeigt, dass Yoga sich ideal zum Abbau von Stress und damit zur Stärkung des Immunsystems eignet und dass auch Schlafstörungen, Ängste und Depressionen, die Begleiterscheinungen von MS sein können, erfolgreich mit Yoga behandelt werden können.

Wichtig bei MS ist, dass nur sanfter Yoga geübt wird und der Patient sich nicht überanstrengt, damit es nicht zu einer Überhitzung des Körpers und damit zu einer Verstärkung der Symptome kommt (siehe oben, Uhthoff-Phänomen). Der Patient mit MS sollte zwischen den Übungen entspannen und die Übungen mit einer längeren Tiefenentspannung beenden, damit die immunstärkende und Stress abbauende Wirkung des Yoga sich entfalten kann.

Meditation und insbesondere Heilmeditationen (siehe Seite Rücken, Punkt 5.1.1) unterstützen die Entspannung und stärken den Genesungswillen und Lebensmut. Auch hier gilt für den Patienten, sich nicht zu überanstrengen, eventuell im Liegen zu meditieren. Die Übungen können selbstverständlich auch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch das Singen von Kirtans, Mantras, Bhajans und Shlokas und Chorsingen allgemein fördert die Gesundheit, siehe Wissenschaftliche Studien Kirtan- und Mantrasingen. Der Patient mit MS sollte alles tun, was seine Lebensfreude stärkt.

Ayurveda

Aufgrund der geographischen Lage ist MS in Südostasien nicht sehr häufig, aber die Krankheit ist bekannt und kann Ansicht von Shive Narain Gupta und Elmar Stapelfeldt (siehe unten, Praxis Ayurveda-Medizin, S.371-373) mit 10-40%igem, gelegentlich auch größerem, Erfolg behandelt werden. Bei der Erkrankung sind alle Doshas beteiligt, doch Vata überwiegt.

Ruhen nach der Ölmassage in der Ayurveda-Oase Bad Meinberg

Bei der Behandlung von MS werden zunächst krankheitsverursachende Schlacken, Ama, durch Pippali ausgeleitet. Der Ayurveda verzeichnet recht große Erfolge bei der Behandlung des psychischen Zustands des Patienten, der ja entscheidend für die Weiterentwicklung von MS ist. Die Behandlung kann besser anschlagen, wenn der Patient zuversichtlich ist.

Nach der Reduktion der Schlacken wird ausgeleitet durch Purgieren, Ölklistiere und Nasya. Als äußerliche Anwendungen bei MS empfehlen sich Dauerölanwendungen am Kopf und Ölmassagen mit einem medizinierten Öl (Narayana Thaila) und Massagen mit speziellen Kräuterbeuteln (Pinda Sweda), insbesondere bei Lähmungen, Muskelschwäche und Ataxie. Sprach- und Schluckstörungen werden durch Ölziehen mit Narayana Thaila behandelt. Der Patient soll parallel Physiotherapie bekommen und ggf. seine medikamentöse Behandlung zunächst beibehalten. Ergänzend können bei MS ayurvedische Präparate verabreicht werden.

Auch Gupta und Stapelfeldt (S.373) empfehlen bei MS entspannende Yoga-Übungen wie Shavasana, die Wechselatmung (Nadi Shodana), Meditation und spirituelle Praxis.

Es sollte bei MS ein gewisser Lebensrhythmus eingehalten werden; Kälte, Stress, kaltes oder feuchtes Klima und ständiges Reisen (also alles, was Vata erhöht) sollte vermieden werden. Ebenfalls zu vermeiden sind saure und schwer verdauliche Nahrungsmittel, die die Shrotas blockieren, sowie Käse und Joghurt. In der kalten Jahreszeit sollte auch für warmes Essen gesorgt werden.

In der Ayurveda-Oase in Bad Meinberg kannst du dich von einer indischen Ärztin beraten lassen.

Allopathische Behandlung

In der Schulmedizin wird bei MS zwischen der Behandlung eines Schubs, der langfristigen Therapie, der Symptom- und Reha-Therapie unterschieden.

  • Bei akuten Schüben von MS wird häufig Kortison verabreicht; spricht der Patient darauf nicht an und besteht die Gefahr bleibender Sehstörungen oder Lähmungen, dann besteht die Möglichkeit der Blutwäsche (Plasmapherese). Mit diesem Vorgang werden aus dem Blut alle Bestandteile entfernt, die das Myelin der Markscheide der Nervenzelle schädigen können.
  • Bei der langfristigen Therapie von MS soll der Verlauf der Erkrankung beeinfusst werden. Hier gibt es entsprechende Pharmaka entweder für die Immunmodulation (mit der das Immunsystem nicht geschwächt wird, die Kommunikation der Abwehrzellen aber beeinflusst wird, z.B. durch den Einsatz von Botenstoffen) oder die Immunsuppression (eine Form der Chemotherapie, die die Immunreaktion des Körpers unterdrückt, mit entsprechenden Nebenwirkungen). Über den Einsatz entscheidet der Grad der Erkrankung.
  • Mit der Symptomtherapie werden bei MS nicht nur die einzelnen Beschwerden und die medikamentösen Nebenwirkungen des Patienten behandelt, ihr Ziel ist auch die Verringerung der Schübe und die Verlangsamung des Fortschreitens von MS. Zu dieser Therapie zählen sowohl medikamentöse wie auch nicht nicht-medikamentöse Maßnahmen.
  • Die Rehatherapie zielt darauf ab, dass Patienten mit MS einem Berufsleben nachgehen und Familie haben können und umfasst neben der klassischen Physiotherapie ggf. auch Ergotherapie, Logotherapie, Psychotherapie usw.

Allgemeine Empfehlungen

Therapeutisches Klettern aber besser in Toprope

Auch die DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) empfiehlt auf ihrer Homepage bei MS ausdrücklich Entspannungstherapien wie Yoga, Tai Chi, Autogenes Training, Progessive Muskelentspannung, Atemübungen, Qi Gong, Visualisierungen, Klangschalen usw. als komplementäre Verfahren. Ayurvedische Ölmassagen, Homöopathie, Akupunktur und Cranio-Sacral-Therapie oder Osteopathie werden ebenfalls aufgeführt.

In puncto Ernährung empfiehlt die DMSG bei MS eine normale, ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Salat, Obst und ungesättigten Fettsäuren. Wichtig bei MS ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2 Liter täglich).

Nikotin und Alkohol erhöhen, wie schon erwähnt, das Risiko, an MS zu erkranken.

Als Sportarten bei MS neben den oben genannten Bewegungs- und Entspannungstherapien eignen sich besonders gezieltes Gerätetraining, Wassersportarten und Klettern. Therapeutisches Klettern hat sich für Patienten mit MS bewährt. Yoga und Klettern ergänzen sich übrigens wunderbar. Mehr über die Klettertherapie unter http://www.ms-ontherocks.de/

Ergänzende biologische Therapien

Eine Studie vom Januar 2014 (2014; doi: 10.1001/.jamaneurol.2013.5993) scheint darauf hinzudeuten, dass Vitamin D MS deutlich verlangsamen könnte. Eine Überdosis einzunehmen, ist jedoch nicht sinnvoll, die normale Menge reicht aus.

Die Wirkungen von grünem Tee auf MS werden überprüft; auch Weihrauch ist im Gespräch.

Erste Studien scheinen weiter zu belegen, dass Cannabis und Marihuana sich günstig auf die spastischen Störungen bei MS auswirken (nur auf ärztliche Verordnung , keine Selbstmedikation). Siehe hierzu auch Spiegel Online: Hanf-Therapie: Cannabis hilft Menschen mit multipler Sklerose.

Maria Treben nennt in ihrem Buch "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" mehrere Kräuter, die bei MS helfen sollen (S. 109-111), wie Hirtentäschel (angesetzt zum Einreiben der Muskelpartien), Frauenmantel (4 Tassen über den Tag verteilt) und Salbeitee (2 Tassen über den Tag verteilt). Hilfreich sind nach Treben auch mit Olivenöl angesetzte Johannis-, Kamillen- und Thymianblüten, nach Art der Beschwerden auch Beinwurzumschläge; bei Lähmungen Bäder aus Fichtenspitzen, Schafgarbe, Zinnkraut, Brennnessel u.a. Die genauen Rezepte und viele andere findest du auf den oben genannten Seiten über MS (Literaturangabe siehe unten).

Deutung des Krankheitsbildes

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Rüdiger Dahlke deutet in seinem Buch "Krankheit als Sprache der Seele" (S.221 - 233) MS als den Versuch des Körpers, dem Patienten Hingabe an die weg geschobenen eigenen Träume und Phantasien, ein Geschehenlassen aufzuwingen. Die Aufgabe des Patienten besteht nach Dahlke darin, die dauernde Kontrolle aufzugeben, Hilfe anzunehmen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und für sie einzutreten. Er sieht die gestörten Nervenverbindungen als Störungen zwischen den Anforderungen der Außenwelt und den eigenen Wünschen. Die Verhärtungen des Gewebes deutet er insofern als Härte gegen sich selbst, als der an MS Erkrankte letztlich nur die Anforderungen der Außenwelt (und nicht seine eigenen) erfüllt. Menschen mit MS wollen nach Dahlke alles richtig machen, 100%ig funktionieren. Doch dann fehlt ihnen plötzlich die Kraft, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Die oft überfließende Blase deutet Dahlke als verschobenes Weinen, das sich wieder in echtes Weinen verwandeln muss. Nach Dahlke sind typische Äußerungen aus der Therapie Sätze wie "Ich wurde gelebt, habe mich aufgeopfert, habe mir nie eine Schwäche erlaubt, habe mich von mir entfernt" usw. (ebenda, S. 229). Zu diesen Sätzen passen Schwindel, Schwanken und gesehene Doppelbilder, die die zwei für den Patienten existierenden Wirklichkeiten abbilden. Der Patient mit MS muss zumindest vorübergehend einen "heilsamen Egoismus" (S. 230) entwickeln, den er später wieder dem höheren Willen im Sinne eines "Dein Wille geschehe" unterordnen kann.

Video: Yoga bei Multipler Sklerose (MS)

Multiple Sklerose und Yoga

Was ist Multiple Sklerose? Was kann dagegen helfen, wie kann Yoga als ergänzende begleitende Übung hilfreich sein bei der sonstigen medizinischen Behandlung?

Was ist Multiple Sklerose

Multiple Sklerose auch MS genannt ist eine der Erkrankungen, die in den letzten 20 Jahren vermehrt auftreten. Sie gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Dabei greift ein entzündlicher Prozess das Nervensystem an, und der Körper zerstört das Nervensystem schrittweise. MS kann schon in den 20ger Jahren beginnen, aber oft beginnt sie in den 30ger Jahren. Sie gehört zu den fortschreitenden, den progredienten Erkrankungen und kommt oft in Schüben, dabei verliert der Erkrankte schrittweise die Kontrolle über seine körperlichen Fertigkeiten. Oft beginnt sie mit leichten Sehstörungen, wenn jemand vorübergehende Sehstörungen hat, sollte er das nicht einfach abtun, sondern es von seinem Arzt untersuchen lassen. Dann fängt der Mensch an, seine peripheren Nerven zu verlieren, was Gehstörungen verursachen kann, in den Zehen, Fußsohlen, Waden. Schließlich kann es sein, dass er einen Stock braucht, dann einen Rollator, und dann einen Rollstuhl. Wenn er auch die Kontrolle über die Finger verliert, wird es immer schwieriger, bis schließlich die Kontrolle über das Atmungssystem verloren geht. Bis vor 10 – 20 Jahren war dies eine entmutigende Prognose, heutzutage weiß man, dass die Krankheit in der Mehrheit der Fälle behandelbar ist, und dass die meisten Menschen mit einer Neigung zu MS langfristig ein gutes Leben führen können.

Behandlung der MS

Es gibt heutzutage in der Behandlung vom medizinischen Standpunkt her 2 Hauptelemente. Das erste sind Medikamente und das zweite ist Physiotherapie, also, körperliche Aktivität. Zur medikamentösen Behandlung kann ich sagen, dass es Ende der 1990ger Jahre eine Menge Durchbrüche gegeben hat, und die multiple Sklerose heute durch die geeigneten Medikamente zum Stillstand gebracht wird. Bei 5-10% der an MS erkrankten Patienten wirken die Medikamente leider nicht, aber auch hier kann man mit körperlicher Aktivität etwas tun. Das Problem mit den Medikamenten sind die Nebenwirkungen, was dazu führt, dass die betroffenen Patienten die Medikamente nicht einnehmen, und dann gibt es trotzdem Schübe. So ist es wichtig, dass man in guter ärztlicher Behandlung ist, dass dort ein Neurologe alles steuert, der sich auch mit den modernen Entwicklungen gut auskennt, und danach kann dann der Hausarzt die Medikamente weiter verschreiben. Gute Nachrichten sind, dass Yoga die Nebenwirkungen der Medikamente bei multipler Sklerose reduziert, weiter ist die Übung von Yoga hilfreich, um mit der Krankheit an sich zu leben, beziehungsweise die Einschränkungen und die Wahrscheinlichkeit für weitere Schübe zu reduzieren. Ein/e YogalehrerIn sollte nicht in die schulmedizinische Behandlung eingreifen. Im Gegenteil, die Teilnehmenden sollten motiviert werden die schulmedizinische Behandlung wie verordnet auszuführen. Im Falle der nicht Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten oder nicht zufriedenstellende Behandlung kann er unterstützt werden einen geeigneteren Arzt zu finden.

Reduzieren der Nebenwirkungen der Medikamente

Als ich in den 1980ger Jahren mit Yoga begann wurde oft gesagt, dass man keine Medikamente nehmen sollte wenn man Yoga macht, denn Yoga sensibilisiert den Körper und die Nebenwirkungen können stärker sein. Heute weiß man, dass das nicht stimmt. In allen mir bekannten Studien hat sich gezeigt, dass Yoga Nebenwirkungen von schulmedizinischen Behandlungen reduziert. Das gilt zum Beispiel nach Chemotherapie bei der Krebsbehandlung – wer bei der Chemotherapie Yoga übt, wird weniger Nebenwirkungen haben. Selbst die Haare verlieren, ausgetrocknete Schleimhäute, psychische Probleme, mit Yoga passiert nach meiner Erfahrung all dies oft nicht. Yoga hilft, dass der Körper seine Selbststeuerungsmechanismen beibehalten kann, und dass die schulmedizinische Behandlung sogar besser anschlägt, denn jede Krankheit heißt, der Körper steuert sich selbst nicht mehr richtig. Eine schulmedizinische Behandlung will dem Körper helfen, sich selbst besser zu steuern, doch dabei können andere Prozesse aus dem Gleichgewicht geraten. Alle Untersuchungen zeigen, dass Yoga die sogenannte Homeostasefähigkeit des Körpers verbessert, die Immunabwehr und die Krankheitsbekämpfung harmonisiert, und die Selbstheilprozesse des Körpers verbessert. Yoga wirkt unspezifisch und reguliert den Körper. Im Yoga sprechen wir von Prana, der Lebensenergie. Jenseits der esoterischen Interpretation von Lebensenergie, also von etwas Feinstofflichem, kann man Lebensenergie auch biologisch-medizinisch als Selbststeuerungsfähigkeit des Organismus deuten. Die Studien zeigen, dass Yoga hilft, dass sich der Körper selbst besser steuern kann. Das führt dazu, dass Medikamente besser vertragen werden können und besser wirken. Yoga kann Medikamente nicht ersetzen – es gibt Beschwerden wie die meisten Kopfschmerzarten und einfachen Allergien wie Heuschnupfen wo es möglich ist, aber bei Krebs und noch weniger bei Multipler Sklerose gilt dies nicht. Also übe Asanas, Pranayama, Tiefenentspannung und Meditation, wenn du Multiple Sklerose hast, dann wirken die schulmedizinischen Medikamente besser und haben weniger Nebenwirkungen.

Hatha Yoga bei MS

Yoga hat auch eine positive Auswirkung auf das Nervensystem, insbesondere Hatha Yoga hilft. Schulmedizinisch wird ein Multiple Sklerose Erkrankter zu moderater sportlicher Aktivität angeregt, es wird geraten mit einem Physiotherapeuten Übungen zu machen, welche die verlorengegangenen Fähigkeiten wieder entwickelt und Fähigkeiten, die schwach entwickelt sind, stärker zu entwickeln. Grundsätzlich ist der Mensch ein Organismus, der sich an die Herausforderungen der Umwelt anpasst, und die Gewebe regeneriert, die er besonders braucht. Wenn jemand MS hat und seine körperlichen Aktivitäten einschränkt, dann wird der Abbau der Nervenzellen vermehrt stattfinden. Wenn der Mensch hingegen Aktivitäten macht, die körperlich fordernd sind, dann wird der Körper dazu veranlasst, die Nervenzellen, die durch die Entzündungen beschädigt sind wieder zu regenerieren. Der Körper wird auch dazu gebracht, verlorengegangene Fähigkeiten wieder zu entwickeln. Was heißt das für MS und Yoga? Alle Teile des Körpers sollten geübt werden, insbesondere in Koordination miteinander. Koordinationsübungen fordern insbesondere das Nervensystem und helfen, dass es erhalten wird und sich regenerieren kann. Es gibt verschiedene Arten von Koordinationsübungen. Man sollte alle üben: Komplexe Bewegungsmuster, Gleichgewichtsübungen, Bewusstsein des Körpers, Isoliertes anspannen und loslassen der Körperteile und der Muskeln.

4 Arten von Koordinationsübungen, die bei allen Nervenerkrankungen wichtig sind, ganz besonders bei Multipler Sklerose

1. Zu den komplexen Bewegungsmustern gehört zum Beispiel der Sonnengruß. Wenn man den Sonnengruß lernen will, ist es zunächst relativ komplex und es dauert eine Weile bis man ihn gelernt hat. Es gibt im Yoga noch weitere komplexe Bewegungsabläufe, die man im Alltag nicht hat, wie verschiedene Stehübungen mit Anweisungen wie – das Gesäß anspannen, Oberschenkel entspannen, Wade dehnen, die linke Gesäßhälfte anspannen und die rechte nicht. Diese komplexen Bewegungen brauchen eine vermehrte nervliche Koordination und das ist ein Stimulus für den Körper die Nerven zu regenerieren.

2. Zu den Gleichgewichtsübungen gehört der Einbeinstand wie zum Beispiel der Baum, der Kopfstand, die sitzende gleichgewichtige Vorwärtsbeuge oder die Krähe bei der du auf zwei Händen stehst. Diese Übungen erfordern eine komplexe nervliche Steuerung und es sind gute Übungen um das Gleichgewicht zu kultivieren. Ab einem gewissen Grad der MS sind diese Übungen allerdings vielleicht nicht mehr möglich.

3. Die Bewusstheit des Körpers verbessert die Koordination ebenfalls. Wenn der Yogalehrer anweist „spüre deinen linken unteren Rücken“, dann wird der Übende sagen – ja, das kann ich. Oder „spüre die rechte Gesäßhälfte“, oder „spüre den Quadrizeps“ oder „spüre deinen Psoasmuskel“. Menschen die Yoga üben, trainieren all das zu spüren, denn eine gute Innervation in den Körperteilen ist dafür notwendig. So ist das Spüren des Körpers eine Technik, die die Nervenaktivität sowohl harmonisiert als auch verbessert. Auch der Bodyscan – von oben nach unten durch den Körper durchgehen- gehört dazu die Repräsentation des Körpers im Gehirn zu verbessern, und es verbessert auch die Aktivität der Skelettmuskeln, also der peripheren Muskeln.

4. Separates anspannen und entspannen von Körperteilen: Ein Yogaübender kann die rechte Gesäßhälfte anspannen, die linke entspannen und dabei aber auch den rechten Oberschenkelmuskel entspannt halten. Im Yoga lernen wir oft einzelne Muskeln anzuspannen, andere zu entspannen; den einzelnen zu dehnen ohne deshalb den anderen zu dehnen. Yoga entwickelt eine sehr komplexe Steuerung und all das wirkt positiv auf die Nerven, und somit auf die Krankheit an sich.

Kraft- und Herz-Kreislauftraining

Im Yoga gibt es auch Krafttraining. Es aktiviert nervliche Aktivität, weil durch eine schlechtere Vernervung Muskeln weniger genutzt werden, und dann erschlaffen. Durch Yoga kann man die Muskeln wieder stärken. Ausserdem gibt es Herz-Kreislauftraining, was eine bessere Durchblutung des ganzen Körpers gewährleistet und die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Dies hilft wiederum der Regeneration. Zusätzlich ist Yoga für Menschen die Multiple Sklerose haben eine Gelegenheit zusammen mit anderen Menschen zu üben, was motivierend wirkt. Es macht Spaß, man kann sich mit anderen Menschen zusammentun, auch mit Menschen die MS nicht haben. Es ist etwas, was Freude bereitet. Yoga hilft auch den eigenen Körper von Quelle der Freude wahrzunehmen und nicht als Quelle von immer mehr Problemen. Yoga kann Menschen mit MS das Leben sehr viel lebenswerter machen. Ich bin der Überzeugung, jeder der MS hat sollte Yoga üben, denn er bekommt so ein besseres Lebensgefühl, mehr Energie, er lernt mit seiner Erkrankung besser umzugehen und kann zusätzlich auch die Erkrankung mit schulmedizinischen Maßnahmen besser bekämpfen. Ich kenne Menschen, die multiple Sklerose hatten und zu den 5-10% der Patienten gehören, bei denen die Medikation nicht angeschlagen hatte und seit dem sie Yoga üben schon über 10 Jahre keinen neuen Schub mehr hatten und sogar körperlich sich mehr bewegen können als vorher – also keinen Rollator mehr brauchen sondern vielleicht einen Stock – und auch ansonsten am Alltag wieder besser Teil haben können. Es gibt natürlich verschiedene Stadien der multiplen Sklerose. Es gibt Betroffene die äußerlich betrachtet normal gehen können, aber MS diagnostiziert bekommen haben. Für diese ist es besonders gut Yoga zu üben, damit es langfristig so bleiben kann. Es gibt Menschen mit leichten Einschränkungen und die mit dem Stock gut zurecht kommen und kleinere Distanzen auch ohne Stock gehen können, auch hier gilt die Praxis des Yoga mit normalen Anfängerstunden. Dann gibt es solche, die mit Rollator oder mit dem Rollstuhl in die Yogastunde kommen und hier muss die Yogapraxis angepasst werden. Für MS Patienten die Schwierigkeiten haben zu stehen und solche, die bettlägerig sind, kann Yoga auf die konkrete Situation angepasst werden.

Zusätzlich zu den Asanas – also den Körperübungen, gibt es im Yoga noch 4 weitere Methoden um dem MS Patienten die Körperverfassung zu verbessern:

1. Die Tiefenentspannung hilft dem Menschen mit seinem ganzen Körpersystem sich zu regenerieren. Man weiß, dass tägliche Tiefenentspannung auch entzündliche Prozesse reduzieren kann und bei Autoimmunerkrankungen hilfreich ist. Im Yoga gibt es eine große Bandbreite an Tiefenentspannung: Autogenes Training, fortschreitende Muskelentspannung, PMR, Bodyscan, Fantasiereisen. Sie sind mit einer Verbesserung der Körperbewusstheit verbunden, was auch direkt auf das Nervensystem geht.

2. Atemübungen wirken direkt auf das Prana. Prana wirkt positiv auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und auch auf die 6 Steuerungsfähigkeiten des Körpers. Ich kenne Menschen, die vor der Entdeckung der Medikamente für MS schon mit Yoga begonnen hatten, und jeden Tag seit Jahrzehnten 1-2 Stunden Pranayama praktizierten, sogar einige die schon an den Rollstuhl gebunden waren, und keinen weiteren MS Schub bekommen hatten. Also Atemübungen sind sehr hilfreich, ohne natürlich auf die medizinische Behandlung zu verzichten. 20-30 Minuten Atemübungen geben auch mehr Energie und Klarheit des Geistes.

3. Eine Ernährung mit zu viel tierischen Eiweißen stützt die Theorie über vermehrte Autoimmunerkrankungen in den letzten Jahren. Im Fleisch- und Milchprodukten ist viel Leiden der Tiere dabei, Hormonausschüttungen vor und bei dem Schlachten, und in der Milch nochmal in besonderem Maße, da die Kuh von ihrem Kalb getrennt wird, was große Ängste, Trauer und Wut auslöst. All das nimmt jemand der Milchprodukte konsumiert mit auf. Es gibt einige Studien die zeigen, dass Autoimmunkrankheiten mit dem Konsum von Milchprodukten einhergehen. Bei multipler Sklerose ist es wichtig, auf tierische Produkte zu verzichten und sie durch eine vegane Ernährung umzustellen. Dabei sollte man B-Vitamine und Eisen mit der Nahrung ergänzen, besonders B12, damit die Nerven haben, was sie im besonderen Masse brauchen.

4. Die Meditation ist eine Quelle, um Freude zu erfahren und sich mit einer höheren Wirklichkeit, mit der Tiefe deines Wesens zu verbinden. Sie hilft, einen Sinn im Leben zu erkennen, auch wenn die Erkrankung ein gewisses Stadium erreicht hat.

Tipps für Yogalehrer mit Teilnehmern, die multiple Sklerose haben

Ermutige deine Teilnehmer mit MS, ohne sie zu überfordern. Yoga ist zwar kein Leistungssport, aber sie dürfen sich durchaus etwas anstrengen. Animiere sie, Gleichgewichtsübungen zu machen, die etwas schwieriger sind, so dass die Fähigkeiten, die vielleicht nicht mehr so ganz vorhanden sind, mehr gefordert werden. Wenn der Kopfstand nicht geht, dann vielleicht der Einbeinstand als Gleichgewichtsübung. Wenn der nicht geht, dann vielleicht mit geschlossenen Beinen die Augen zu schließen, und so das Gleichgewicht zu üben. Leite für sie eventuell die Krähe an, wenn die Arme noch gut funktionieren. Also motivieren ist gut, loben, Anerkennung zeigen, auf Erfolgserlebnisse aufmerksam zu machen, ermutigen, vielleicht auch manchmal die Fertigkeiten zu trainieren, die noch da sind, damit der Teilnehmer merkt, dass doch noch eine ganze Menge geht. Es gilt die Übungen so anzuleiten, dass er sie machen kann, und dass er Erfolgserlebnisse hat. Es gibt noch einzelne Videos auf unseren Internetseiten zum Beispiel „Yoga im Rollstuhl“, oder auch „Yoga bei Bettlägerigkeit“, die für MS Patienten in fortgeschrittenen Stadien interessant sein können. Es gibt auch multiple Sklerose Kinder, die schon im Rollstuhl sind, und die nachts den aufgebauten Schleim aus Kraftmangel nicht abhusten können. Hier ist es besonders wichtig Pranayama zu üben, tiefe Bauchatmung, Ujjayi, Gorilla, Agni Sara, Brahmari, Kapalabhati, Wechselatmung. All diese Atemübungen werden besonders wichtig, wenn schon die Kraft nachlässt um den Schleim abzutransportieren.

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Yoga bei Multiple Sklerose (MS)


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Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Weihe, Multiple Sklerose, Eine Einführung,5., aktualis. Aufl., 23. März 2010, Carus (C. G.); Bad Zwesten
  • Melanie Fischer, Wir haben Multiple Sklerose - na und? Ein "MS-Mutmach-Buch" für Betroffene und Angehörige
  • Doris Friedrich, Multiple Sklerose und Sport, Immer in Bewegung, Mehr Lebensqualität durch ein aktiveres Leben, Januar 2011, Trias
  • Shive Narain Gupta, Elmar Stapelfeldt, Praxis Ayurveda-Medizin, Haug, 2. Aufl. 2013
  • Brigitte J. Lamg. Multiple Sklerose ist heilbar
  • Ruediger Dahlke, Krankheit als Sprache der Seele, Mosaik Goldmann, 14. Aufl. 1999
  • Maria Treben, Gesundheit aus Gottes Apotheke, Ennsthaler Verlag Steyr, 92. Auflage 2013

Weblinks

Seminare

*Yoga bei MS, Seminare mit Brigitte Heitz

*Yoga bei Beschwerden (u.a. auch MS)

02.07.2021 - 04.07.2021 - Yoga für den Rücken - Yogalehrer Weiterbildung
Yoga für den Rücken unterrichten zu können verlangt vom Yogalehrer einerseits ein theoretisches Grundverständnis für das Problem und andererseits Einfühlungsvermögen bei Rückenbeschwerden.…
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