Losgelöstheit

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Losgelöstheit : Was versteht man unter Losgelöstheit? Woher stammt das Wort? Wozu ist Losgelöstheit eine gute Bezeichnung? Was sind Synonyme und Antonyme von Losgelöstheit? Über all das erfährst du hier in diesem Artikel. Hier eine Kurzdefinition: Losgelöstheit ist ein innerer Zustand der Unberührtheit. Wer tiefe Erfahrungen der Meditation gemacht hat, erfährt oft eine tiefe Losgelöstheit von den Aufregungen und Aufgeregtheiten des Alltags. Losgelöstheit gilt als Mittel wie auch als Folge des Strebens nach Erlösung.

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Losgelöstheit als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Losgelöstheit ist eine der vielen Übersetzungen von Vairagya. Vairagya wird übersetzt als Nichtanhaften, Verhaftungslosigkeit, Bindungslosigkeit und eben auch Losgelöstheit. Eine gewisse Losgelöstheit ist notwendig auf dem spirituellen Weg und ist auch ein wichtiges Mittel auf dem spirituellen Weg. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man sich verhaftet.

Auf der einen Seite ist es gut, engagiert zu sein. So wie Krishna auch sagt: "Yoga Karmasu Kaushalam. Yoga ist Geschicktheit im Handeln." Aber Kaushala ist nicht nur Geschicktheit, es ist Intensität, es ist Engagement. Also, mit Intensität etwas zu tun, das ist Yoga. Aber er sagt auch: "Yoga ist Entsagung." Das heißt, Yoga ist auch Losgelöstheit.

Mit Intensität etwas zu machen, mit allem, was du kannst und dann jederzeit auch bereit sein, loszulassen, das ist das Geheimnis echten Karma Yogas. Losgelöstheit gilt es, zu haben, gegenüber dem Ergebnis der Handlung, gegenüber den Früchten der Handlung und gegenüber der Handlung selbst, sogar gegenüber dem, was du zu tun hast.

Wenn du etwas tust, tue es von ganzem Herzen, tue es intensiv, aber ob du nachher eine Belohnung dafür bekommst oder nicht, dort seist du gleichmütig. Mal werden Menschen sagen, "toll", mal werden Menschen sagen, "das war ganz schlimm". Mal werden Menschen dir ein Geschenk dafür geben und mal werden sie dich nachher betrügen für das, was du für sie gemacht hast.

Losgelöstheit gegenüber den Früchten der Handlung, das ist etwas, was du üben kannst. Und manchmal kannst du dir eben bewusst werden: "Ah, da war ich nicht so losgelöst, da hat mich doch ein Wort sehr gekränkt." Wenn du alles mit ganzem Herzen tust und Gott darbringst, dann kannst du nachher loslassen. Losgelöstheit auch gegenüber dem Ergebnis der Handlung.

Du tust so, als ob es dir ums Ziel geht, Zielorientiertheit ist ja durchaus etwas, was auch positiv ist. Und ich sage ja gerne, überlege, was sind deine Anliegen, was sind deine Ziele, und dann überlege: "Wo führt es hin?" Noch besser ist, du kannst sagen: "Was ist die Aufgabe, die mir Gott gestellt hat? Was denke ich, was Gott mir gestellt hat an Aufgabe? Wie kann ich sie erledigen?" Und dann tue sie so gut, wie du kannst.

Und dann, wenn es nicht klappt, ok, dann lasse los. Vielleicht machst du einen zweiten Versuch, einen dritten Versuch, einen vierten Versuch, jedes Mal lernst du, und dann lasse los. Habe auch Losgelöstheit gegenüber der Handlung selbst. Du hast dir vorgenommen, etwas zu tun, und dann gibt es jemand anderes, der sich anbietet, es zu tun. Instinktiv würdest du sagen: "Das mache ich gerne selbst." Aber wenn der andere es gerne macht, überlasse es doch ihm oder ihr, dann kannst du etwas anderes machen.

Es geht ja nicht darum, dass du es machst und du nachher Anerkennung bekommst, sondern es geht darum, dass es getan wird. Überlasse es also jemand anderem. Habe Losgelöstheit gegenüber der Handlung und auch Losgelöstheit gegenüber dir selbst. Dir geht es mal gut und mal weniger gut, jetzt im Sinne von deiner Körperlichkeit und deiner Psyche. Mache dir nicht zu viel Sorgen, wie es deinem Körper geht. Kümmere dich um den Körper, er ist ein wertvolles Geschenk Gottes. Mache dir nicht so viel Sorgen, wie es deinen Emotionen geht. Emotionen kommen und gehen, es geht dir mal besser und mal weniger gut, was soll’s? Habe dort eine gewisse Losgelöstheit.

Identifiziere dich nicht, wisse, du hast einen Körper, der wie ein Raumanzug ist, um auf dieser Erdwelt zu funktionieren, du hast eine gewisse Psyche, was irgendwo eine Rolle ist, die du angenommen hast, du hast Aufgaben und du hast Lektionen zu lernen. Und alles ist letztlich Lila, göttliches Spiel, du bist das unsterbliche Selbst und alles andere läuft ab. Deshalb, habe eine gewisse Losgelöstheit, das ist hilfreich.

Losgelöstheit - Antonyme und Synonyme

Persönlichkeitsmerkmale und Tugenden versteht man am besten in ihrer Beziehung zueinander. Hier einige Hinweise, wie man Losgelöstheit in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Losgelöstheit - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Losgelöstheit, also Synonyme zu Losgelöstheit sind z.B. Gelöstheit, Abgetrenntheit, Lockerheit, Ungebundenheit, Souveränität.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Losgelöstheit übertrieben kann ausarten z.B. in entfesselt, ungezügelt, dreist, ungereimt, zusammenhanglos. Daher braucht Losgelöstheit als Gegenpol die Kultivierung von halten, positiv beeinflussen, steuern.

Gegenteil von Losgelöstheit - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Losgelöstheit, Antonyme zu Losgelöstheit :

Losgelöstheit Antonyme auf einen Blick

Antonyme Losgelöstheit, also Gegenteile, sind halten, positiv beeinflussen, steuern, Enge, Starre, Unflexibilität, starre Bindung.

Losgelöstheit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Kultivierung von Losgelöstheit

Losgelöstheit gehört zu den Fähigkeiten und Eigenschaften, die man kultivieren, entwickeln kann. Vielleicht willst du ja Losgelöstheit als Fähigkeit in dir zu stärken. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Losgelöstheit zu kultivieren.
  • Nimm dir vor: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Losgelöstheit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein loslösend, losgelösterer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Losgelöstheit ausdrückt. Bringe mit deinen Handlungen zum Ausdruck, dass du diese Eigenschaft besitzt und lebst. Tue einfach so, als ob du diese Eigenschaft stark in dir hast.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Losgelöstheit."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin loslösend, losgelöst."

Affirmationen zum Thema Losgelöstheit

Hier einige Affirmationen für mehr Losgelöstheit. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen.

Klassische Autosuggestion für Losgelöstheit Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin loslösend, losgelöst.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin loslösend, losgelöst. Om Om Om.
  • Ich bin ein Losgelöster, eine Losgelöste OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Losgelöstheit Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin loslösend, losgelöst " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Losgelöstheit.
  • Ich werde loslösend, losgelöst.
  • Jeden Tag werde ich loslösend, losgelöster.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Losgelöstheit.

Dankesaffirmation für Losgelöstheit:

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag loslösend, losgelöster werde.

Wunderaffirmationen Losgelöstheit Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr loslösend, losgelöst. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Losgelöstheit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr loslösend, losgelöst zu sein.
  • Ich bin jemand, der loslösend, losgelöst ist.

Gebet für Losgelöstheit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Losgelöstheit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Losgelöstheit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein loslösend, losgelöster Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Losgelöstheit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Losgelöstheit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Losgelöstheit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich loslösend, losgelöst werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Losgelöstheit.
  • Angenommen, ich will loslösend, losgelöst sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre loslösend, losgelöst, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Losgelöstheit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als loslösend, losgelöster Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Losgelöstheit

Eigenschaften im Alphabet nach Losgelöstheit

Literatur

Weblinks

Seminare

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