Aufregung

Aus Yogawiki
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Aufregung ist der Zustand von Erregung, von Energie. Aufregung kann als sehr positiv erlebt werden - es gibt den Zustand der freudigen Erregung. Und man kann das durchaus freundlich meinen, wenn man sagt: Es ist alles so aufregend. Aufregung kann jedoch auch ein Zustand der Unruhe und der Nervosität sein.

Man kann dann versuchen, seine Aufregung niederzukämpfen, zu verbergen. Manchmal vergisst man vor Aufregung alles - oder macht vor lauter Aufregung alles verkehrt - beziehungsweise glaubt, dass man alles verkehrt macht. Man kann vor Aufregung zittern, stottern, nicht schlafen. Manchmal ist es aber auch schön, wenn etwas Aufregung ins Leben kommt.

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Manchmal kann man sich auch sagen: Nur keine Aufregung! Was soll die Aufregung? Und manchmal kann man sich freuen, dass etwas Aufregendes ins Leben tritt. Wie viel Aufregung man im Leben gerne hat bzw. verträgt, ist Temperamentssache und Geschmackssache. Man kann sich darin üben, sich nicht so schnell aufzuregen. Man kann aber auch lernen, Aufregung zu genießen und positiv zu kanalisieren.

Aufregung ist ein Zustand der Erregtheit, der Energie, der Aktivierung. Aufregung kann als positiv und negativ erlebt werden. Man kann sich darin schulen, Aufregung als etwas Willkommenes zu deuten – und außerdem Entspannungstechniken üben. Wer ein Urvertrauen hat, die innere Überzeugung, dass letztlich alles seinen Sinn hat, kann die aktivierende Kraft von Aufregungen genießen.

Wer aber viele Ängste hat, den kann jede Aufregung in Furcht versetzen. Kultivierung von Vertrauen, insbesondere von spiritueller Lebenseinstellung, macht Aufregungen zu etwas Schönen – auch wenn eine spirituelle Lebenseinstellung doch insgesamt eher der Gelassenheit, der Heiterkeit als der Erregtheit förderlich ist.

Aufregung als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Massage sollte eine Zeit der Entspannung sein, der Muße sein, des Wohlbehagens, des Wohlgefühls. Aber manchmal kommt dein Klient voller Aufregung zur Massage und vielleicht hast auch du manchmal eine gewisse Aufregung. Da ist es gut, zu wissen, dass das etwas Menschliches ist und dass du dort lernen kannst, wie du damit umgehen kannst.

Aufregung in der Massage ist also ein Thema, das immer wieder eine gewisse Rolle spielt. Menschen haben schwierige Zeiten, Menschen kommen ja zur Massage, weil es ihnen nicht so gut geht, manche sind erschöpft, die sind manchmal angenehmer zu massieren. Manche sind aufgeregt, sie hatten eine schwierige Zeit gehabt, ihr Chef war nicht freundlich gewesen, sie hatten irgendwelche Schwierigkeiten gehabt bei der Arbeit, ihr Klient war nicht freundlich oder sie haben irgendwas erfahren, was sie durcheinander bringt.

Dort gilt es, dass der Klient zur Ruhe kommen kann. Du kannst ihn zur Ruhe bringen, indem du auch eine ruhige Atmosphäre schaffst. Du kannst dort eine sanfte Musik haben, du kannst fragen: "Ist die Musik gut? Wollen Sie ein Glas Wasser oder ein Glas Kräutertee?" Und irgendwo so ein bisschen fragen: "Was braucht er oder sie, um sich wohl zu fühlen?"

Und dann solltest du dich auch von der Aufregung nicht anstecken lassen, wenn der andere immer noch so ein bisschen unruhig ist und du merkst, er pulsiert oder er ist irgendwie reingekommen, polternd und schimpfend, lasse dich nicht anstecken, strahle eine Ruhe aus und eine Gelassenheit und dein Klient wird sich darauf einstimmen.

Es kann auch mal sein, dass du selbst irgendwie aufgeregt bist. Vielleicht gab es irgendeine tolle Nachricht, vielleicht gab es irgendeine schwierige Nachricht, irgendwas, was dich geärgert hat, irgendwas, was eigentlich jetzt schnell dein Eingreifen erfordert. Oder du hast eine tolle Idee und du bist ganz aufgeregt, die unbedingt schnell durchsetzen zu wollen, auch dabei ist es hilfreich, folge nicht gleich dieser Aufregung, sondern warte.

Warte nicht nur einen Moment, sondern jetzt ist dein Klient da und jetzt konzentriere dich auf deinen Klienten, deine Klientin. Stehe kurz da, atme ein paar Mal tief ein und aus, einatmen, spüre Licht, ausatmen, loslassen. Du kannst auch beim Einatmen sagen, "ich bin angekommen", ausatmen, "ich lasse ganz los", "ich bin angekommen", "ich lasse ganz los", "ich öffne mich, ich stimme mich auf den Klienten ein", "ich öffne mich, ich stimme mich auf den Klienten ein".

Und danach mache die anderen Dinge, die ich in anderen Vorträgen empfohlen habe. Sorge dafür, dass du selbst ruhig bist und gelassen, dann kannst du auch mit Aufregung deines Klienten besser umgehen. Und lerne, dich selbst zu zentrieren und nicht aus der Aufregung heraus, deinen Teilnehmer oder deinen Klienten nervös zu machen.

Denke daran, wer in die Massage geht, will sich entspannen, will eine Atmosphäre des Wohlbefindens und der Ruhe haben, das bist du deinem Klienten schuldig und so wirkt es auch am besten. Und das hilft auch dir, letztlich ist es eine Win-Win-Situation. Wenn du zur Ruhe kommst und wenn du in Ruhe mit deinem Klienten umgehst, dann wirst du auch ein angenehmes Gefühl haben, während der Massage und nach der Massage.

Umgang mit Aufregung eines Anderen

Vielleicht ist jemand aufgeregt wegen irgendetwas. Vielleicht ist er positiv aufgeregt, vielleicht ist er ängstlich aufgeregt. Wie gehst du damit um? Grundsätzlich, wenn Menschen aufgeregt, ängstlich aufgeregt sind, dann brauchen sie jemanden, der ihnen zur Seite steht und ihnen hilft. Eventuell jemand, der sie ermutigt, der ihnen einen Kräutertee bringt, jemand, der ihnen sagt, dass sie es schon schaffen werden und alles gut geht.

Eventuell jemand, der ihnen bei ihren nächsten Schritten hilft. Falls jemand positiv aufgeregt ist, dann braucht er jemanden, mit dem er seine Freude teilen kann. Da ist es auch gut, dem Anderen zuzuhören und sich mit ihm zu freuen und loszulassen. Manchmal ist es auch gut der ruhige Pol zu sein. Aber sei vorsichtig. Wenn du zu ruhig bleibst, dann wirst du schnell als herzlos gelten. Also selbst wenn du ein ruhiger Mensch bist, wenn du mit jemandem zusammen bist, der aufgeregt ist, dann lass dich manchmal von der Freude mit beflügeln und manchmal gibt dem Anderen Ruhe und Gelassenheit.

Aufregung in Beziehung zu anderen Eigenschaften

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Aufregung in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Aufregung

Ähnliche Eigenschaften wie Aufregung, also Synonyme zu Aufregung sind z.B. Aufgeregtheit, Erregung, Gemütsbewegung, Rührung.

Vertrauen ist wichtig, insbesondere bei Aufregung

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Aufregung übertrieben kann ausarten z.B. in Hysterie, Überspanntheit, Lärm, Unrast, Exzess, Aufruhr, Aufstand. Daher braucht Aufregung als Gegenpol die Kultivierung von Ruhe, Gelassenheit, Bedachtsamkeit.

Gegenteil von Aufregung

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Aufregung, Antonyme zu Aufregung :

Aufregung im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Aufregung

Aufregung kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Aufregung in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Aufregung zu kultivieren. Vielleicht kannst du nicht alle guten Eigenschaften auf einmal kultivieren. Aber es ist möglich, innerhalb einer Woche oder innerhalb eines Monats eine Tugend, eine Eigenschaft, stark werden zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Aufregung kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein aufgeregt, aufregenderer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Aufregung ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Aufregung."
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin aufgeregt, aufregend."

Affirmationen zum Thema Aufregung

Hier einige Affirmationen für mehr Aufregung. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen.

Klassische Autosuggestion für Aufregung

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin aufgeregt, aufregend.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin aufgeregt, aufregend. Om Om Om.
  • Ich bin ein Aufgeregter, eine Aufgeregte OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Aufregung

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin aufgeregt, aufregend " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Aufregung.
  • Ich werde aufgeregt, aufregend.
  • Jeden Tag werde ich aufgeregt, aufregender.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Aufregung.

Dankesaffirmation für Aufregung

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag aufgeregt, aufregender werde.

Wunderaffirmationen Aufregung

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr aufgeregt, aufregend. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Aufregung entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr aufgeregt, aufregend zu sein.
  • Ich bin jemand, der aufgeregt, aufregend ist.

Gebet für Aufregung

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Aufregung :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Aufregung.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein aufgeregt, aufregender Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Aufregung mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Aufregung zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Aufregung zu entwickeln?
  • Wie könnte ich aufgeregt, aufregend werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Aufregung.
  • Angenommen, ich will aufgeregt, aufregend sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre aufgeregt, aufregend, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Aufregung kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als aufgeregt, aufregender Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Aufregung

Eigenschaften im Alphabet nach Aufregung

Literatur

Weblinks

Seminare

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