Konstitutionslehre

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Konstitutionslehre ist die Lehre von den Konstitutionen. Es gibt verschiedene Methoden und Typologien der Konstitutionen. Es gibt zum Beispiel die Iris-Konstitutionen, es gibt Konstitutionen anhand von Schädelformen und Konstitutionen in der Humoraltherapie. Die Konstitutionslehre gibt es auch in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda.

Konstitutionslehre aus Yoga Sicht

Die Konstitutionslehre in der Astrologie

Des Weiteren hat auch die Astrologie eine Konstitutionslehre. Zunächst einmal teilt die Astrologie die Tierkreiszeichen in vier verschiedene Elemente ein und daraus ergeben sich dann zwölf Tierkreiszeichen.

Die Konstitutionslehre in der Astrologie aus Yoga Sicht

In der Astrologie wie auch in der Alchemie, der westlichen Esoterik und auch in Indien wird unterschieden nach Erde, Wasser, Feuer und Luft. Erdige Menschen sind Menschen, die eher gemütlich und beständig sind und bei denen der gesunde Menschenverstand überwiegt. Dann gibt es die wässrigen Typen, wo die Emotionen und das Gefühl eine stärkere Rolle spielen, dass sich zuhause fühlen und vielleicht auch das liebevolle Miteinander. Dann gibt es das Feuer, was für Durchsetzungsvermögen, Enthusiasmus und Begeisterung steht. Und dann gibt es die Luft, die für Leichtigkeit, Kommunikation, einen offenen Geist, Flexibilität und Anpassungsvermögen steht.

Erdzeichen sind zum Beispiel der Stier, den man auch als Konstitution bezeichnen könnte. Stier heißt auch eine gewisse Erdgebundenheit und Genussfähigkeit, eine große Beständigkeit, Ruhe und Ausdauer. Als nächstes Erdzeichen gibt es die Jungfrau, die auch charakterisiert ist durch Sparsamkeit, sich an Regeln zu halten und zu orientieren und dass alles korrekt sein muss. Und dann gibt es noch den Steinbock, der sehr regelorientiert ist, hohe ethische Ideale hat und dem es darum geht, die Grundsätze umzusetzen.

Bei den Wasserzeichen gibt es zum Beispiel den Krebs, dem es um Heimat, Familie und Verbundenheit geht. Als zweites gibt es den Skorpion, der mit einer gewissen Intensität und gefühlsmäßig stark verhaftet ist an bestimmten Prinzipien. Er geht dort mehr vom Gefühl aus und der Skorpion hat auch viel mit Sexualität zu tun. Skorpion und Steinbock haben auch Gemeinsamkeiten, nur beim Skorpion ist das Ganze etwas intensiver. Und schließlich gibt es den Fisch für die Mystik und das Verbindende. Dem Fisch als Wasserelement geht es darum, zu schwimmen im kosmischen Ozean, dass sich verbunden fühlen und letztlich das Aufheben von Grenzen.

Ein Feuerzeichen ist zunächst einmal der Widder, Enthusiasmus steht und schnell Neues angeht, auch sich die Hörner abzustoßen und voller Begeisterung etwas zu tun. Die Konstitution des Widders ist also eine starke und durchsetzungsfähige, aber eben auch eine, die nicht so ausdauernd ist. Dann gibt es noch den Löwen. Der Löwe ist voller Feuer, Begeisterung und Enthusiasmus. Der Löwe will im Mittelpunkt stehen und will brüllen. Löwen sind fast immer stolz darauf, dass sie Löwen sind. Das dritte Feuerzeichen ist der Schütze. Der Schütze hat auch diesen Enthusiasmus und diese Wärme, aber die beziehen sich hier mehr auf Philosophie, Spiritualität und Übergeordnetes.

Bei den Luftzeichen gibt es zunächst einmal das Sternzeichen Zwillinge, der eine gewisse Unverbindlichkeit, Leichtigkeit, eine intellektuelle Neugier und Flexibilität hat. Die Waage will mehr vermitteln, sie will abwägen, hält das eine und das andere für gut und hat Schwierigkeiten, sich zu entscheiden. Das dritte Luftzeichen ist der Wassermann, der für Revolution steht, und schnell Neues angeht. Aber keine physische Revolution, wie es ein Feuerelement wäre und wo es dann auch brutal werden könnte, sondern der Wassermann ist mehr diese innere Rebellion und die innere Unabhängigkeit. Er will irgendwie anders sein als andere.

So gibt es diese Konstitutionslehre in der Astrologie, in vier Elemente oder zwölf Tierkreiszeichen unterteilt.

Die Konstitutionslehre im Ayurveda

Im Ayurveda unterscheidet man die drei Doshas, Vata, Pitta und Kapha. Und dann gibt es natürlich Mischtypen wie Vata-Pitta, Vata-Kapha und Pitta-Kapha. Und natürlich gibt es auch Vata-Pitta-Kapha als Tridosha. Es gibt also verschiedenste Konstitutionen und Mischformen. Ich will hier kurz auf die wichtigsten Konstitutionen in der Ayurveda Konstitutionslehre eingehen.

Die Konstitutionslehre im Ayurveda aus Yoga Sicht

Vata ist der luftige Typ und steht für Leichtigkeit und Offenheit. Vata gibt es in zwei Ausführungen als introvertiert und extravertiert. Der introvertierte Vata-Typ ist ein feinfühliger, sensibler, vielleicht auch hypersensibler Mensch. Der extravertierte Vata-Typ ist ein Mensch, der gerne kommuniziert, ständig mit anderen spricht und überall hingeht. Und er hat einen großen, leichten Enthusiasmus, aber es fällt ihm schwer, bei Dingen zu bleiben.

Beide Vata-Typen, intro- und extravertiert, neigen in der Übersteuerung zu Ängstlichkeit, Nervosität und Schlafstörungen. Wenn ein Vata-Typ im Gleichgewicht ist kann er sein Vata-Element leben. Ein Vata-Typ, der übersteuert ist, muss etwas tun, um sein Vata zu reduzieren, zum Beispiel durch Regelmäßigkeit, wärmende Speisen und regelmäßige Yogaübungen.

In der Ayurveda-Konstitutionslehre spielt der Pitta-Typ natürlich auch eine große Rolle. Pitta heißt Feuer, steht für Begeisterung, Durchsetzungsvermögen und auch dafür, dass man sich Ziele setzt oder diese ausmacht und dann alles daran setzt, um diese Ziele zu erreichen. Ein Pitta-Typ wird voller Feuer seine Ziele umsetzen und ist sehr stark erfolgsmotiviert.

Auch beim Pitta-Typ gibt es den intro- und extravertierten Typ. Der extravertierte Typ begeistert auch andere. Der introvertierte Typ arbeitet gerne alleine und schafft viele Stunden, um das, was zu tun ist, auch zu erreichen.

Dann gibt es die Kapha-Konstitution, die Erde-Wasser im Ayurveda entspricht, wiederum in der extravertierten und introvertierten Ausprägung. Der extravertierte Kapha-Typ ist der eher Gemütliche, wo vielleicht das Wasserelement überwiegt. Er ist derjenige, der versucht, immer mit Menschen zusammen zu sein.

Aber nicht wie der Vata-Typ voller Leichtigkeit, sondern dem Kapha-Typ geht es darum, mit weniger Menschen aber dafür tiefere Beziehungen zu pflegen. Mit ihnen etwas Gemütliches zu machen und eine Beständigkeit zu haben. Dieses Menschliche und Dauerhafte ist für den Kapha-Typ wichtig. Einen solchen extravertierten Kapha-Typen im Büro zu haben kann ein Segen sein, denn er sorgt dafür, dass keiner sich überarbeitet, dass alle genügend zu essen haben, dass die Geburtstage nicht vergessen werden und dass jeder gesehen wird.

Der introvertierte Kapha-Typ ist der regelorientierte Mensch. Das ist derjenige, der will, dass man sich an Regeln hält und dass die Regeln auch umgesetzt werden. Er kennt typischerweise alle Bestimmungen, Betriebsvereinbarungen, Gesetze oder was man vor ein paar Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren vereinbart hatte. Diese regelorientierten Menschen haben auch ihre Wichtigkeit. Es braucht solche, damit letztlich Prozeduren eingehalten werden.

Das war jetzt nur eine kurze Einführung in die ayurvedische Konstitutionslehre. Eigentlich muss man noch unterscheiden zwischen Prakriti und Vikriti. Und es gilt auch zu schauen, ist man jetzt in seiner harmonischen Konstitution und kann deshalb seine Stärken nutzen. Das wäre also Prakriti. Oder ist irgend ein Teil der Konstitution übersteuert und müsste man dies harmonisieren. Das wäre die Vikriti.

Grenzen der Konstitutionslehre

Man sollte aufpassen, dass man weder sich noch andere durch eine Konstitutionslehre zu sehr in eine Schublade bringt. Eine Konstitutionslehre kann Vorteile haben. Sie kann einem helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen und zu erkennen, zu welchen Erkrankungen man neigt. Und sie kann auch helfen wenn man weiß, dass man manche körperliche Krankheiten anhand psychischer Faktoren behandeln kann.

Aber Menschen sind komplex. Letztlich sagt ja die Astrologie, dass in jedem Menschen alle zwölf Tierkreiszeichen sind und dass jeder auch alle zwölf Tierkreiszeichen hat. Auch die Ayurvedalehre geht davon aus, dass es alle fünf Elemente in jedem Menschen gibt. Es mag zwar ein Element und damit ein Dosha überwiegen, aber das heißt nicht, dass der Mensch nicht auch die anderen Elemente in sich hat.

Ich kannte zum Beispiel einen Menschen, der schien einer der introvertierten Kapha-Typen zu sein. Er war regelorientiert, musste genau wissen, was zu tun war und wollte alles sehr gut und perfekt machen. Aber wenn man ihn Mantras singen gehört hat zusammen mit seiner Gitarre, konnte man sehen, dass er dort auch etwas Verträumtes, Sensibles und sehr Feinfühliges hatte. Er war ein introvertierter Vata-Typ, konnte aber auch in einem anderen Kontext sehr liebevoll und schön mit Menschen sprechen, hatte also auch den extravertierten Vata-Typ in sich.

Und so ist es wichtig, zu verstehen, Menschen haben die verschiedenen Konstitutionen in sich und je nach Kontext und je nach äußerer Situation kann die eine oder andere Konstitution stärker werden. So gilt es, zu schauen, was motiviert Menschen und wie funktioniert ihr Geist momentan in diesem Kontext. Man sollte sich aber auch bewusst machen, dass die Konstitution, die man einem Menschen zuschreibt, ihn nicht vollständig beschreibt.

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Konstitutionslehre Video

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Siehe auch

Themen im Sinnkontext von Konstitutionslehre

Begriffe aus den Gebieten Naturheilkunde, Anatomie, Medizin und Psychologie, die im weitesten Sinn etwas zu tun haben mit Konstitutionslehre, sind zum Beispiel

Konstitutionslehre gehört zu Themen wie Gesundheit, Prävention, Heilung, Naturheilkunde, Yogatherapie.

Verwandte Begriffe und Stichwörter

Hier einige Begriffe aus verschiedenen Themengebieten, die mit Konstitutionslehre in Verbindung stehen:

Hinweis Gesundheitsthemen

Dieser Artikel über Konstitutionslehre enthält eventuell z.T. auch gesundheitsbezogene Themen. Die Infos hier sind nicht zur Selbstdiagnose oder Selbsttherapie, sondern als allgemeine Infos gedacht und können evtl. ein Gespräch mit Arzt oder Heilpraktiker bereichern. Bitte beachte auch den Gesundheitsthemen Hinweis.

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