Evangelisch

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Martin Luther - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Evangelisch

Als evangelisch wird ursprünglich jemand bezeichnet, der sein Leben auf die Evangelien ausrichtet

Im frühen elften Jahrhundert gab es eine Trennung der Katholiken von den Orthodoxen. Die Orthodoxen sind die Rechtgläubigen, die Katholiken sind etwas allumfassender(katholisch heißt weit und umfassend). Und dann gab es im 16. Jahrhundert die Trennung zwischen katholischen und evangelischen Menschen. Die Katholischen, die das Universelle annahmen und meinten, sie seien immer schon die guten Christen gewesen, und die Evangelischen, die genau nach den vier Evangelien und den anderen Teilen des neuen Testaments leben wollen. Im Evangelischen wird weniger die Autorität der Kirche angenommen, es wird weniger von Heiligen undMarienverehrung gesprochen, weniger Rosenkranz gebetet, weniger gefastet und so weiter. Es wird sich im Wesentlichen auf das beschränkt, was im neuen Testament steht, und damit in den Evangelien.

Es gibt heute verschiedene evangelische Kirchen. Manche sind in dem großen Rat der evangelischen Kirche, in Deutschland gibt es zum Beispiel die EKD, Evangelische Kirche in Deutschland. Es gibt auch einige Freikirchen, die sich als evangelisch ansehen, die aber nicht im EKD vertreten sind. Heutzutage gibt es in Deutschland verschiedene evangelische Unterkirchen, zum einen die Lutheraner, die Reformierten und die Unierten.

Reformierte, Lutheraner und Unierte

Ein wichtiger Zweig der Evangelischen sind die Lutheraner, die sich besonders auf Martin Luther, einen Reformator aus dem 16. Jahrhundert, beziehen. Die Reformatoren Calvin und Zwingli gründeten die Reformierte Kirche, die eine Weile in der Schweiz recht erfolgreich war, auch in Frankreich, zum Beispiel bei den Hugenotten. Aber auch Teile in Deutschland sind hauptsächlich reformiert, zum Beispiel im Kreis Lippe. Das Lippe-Land ist seit sechzehnhundert reformiert, also evangelisch, aber eben evangelisch reformiert. Dann gab es einen preußischen König, dem die kleinen Differenzen zwischen Lutheranern und Reformierten zu viel waren, so gab es in seinem Gebiet nur noch die Unierte Kirche. Aber anstatt beide Richtungen zu unieren, gab es dann seitdem drei: Reformierte, Lutheraner und Unierte.

Manche Freikirchen sind Teil in der Evangelischen Kirche Deutschlands, andere sind es nicht. In Amerika sind die Evangelischen viel weiter aufgesplittet: es gibt die Methodisten, die Baptisten, die Unitarier, die Evangelikalen (die etwas radikaler sind) und einige mehr. Zum Teil gehören sie größeren evangelischen Kirchenbünden an. Sie werden in Amerika auch als „protestants“ bezeichnet. In Deutschland sprechen wir weniger von Protestanten, zumindest die Evangelischen selbst nennen sich lieber Evangelisch als Protestanten. Die Katholiken nennen manchmal die Evangelischen lieber Protestanten, da sie eben gegen die Kirche protestiert haben.

Was heiß jetzt aber evangelisch vom Glauben her

Evangelisch heißt zunächst einmal, anzunehmen, dass Jesus die Zentralgestalt ist. Dass Jesus für die Vergebung der Sünden gestorben ist, und dass der Mensch durch den Glauben an die Vergebung der Sünden von seinen Sünden befreit werden kann.

Evangelisch bedeutet eine gewisse Demut, es bedeutet, dass der Mensch selbst seine Grenzen und seine Schwächen hat. Der Mensch kann sich nicht aus sich selbst heraus erlösen. Er kann weder aus seiner eigenen Kraft selbst zum Heiligen, noch kann er sich selbst optimieren. Gott liebt uns so, wie wir sind. Wir brauchen uns nicht die Gnade Gottes zu erarbeiten. Alles was Gott braucht, um uns unsere Sünden zu vergeben, ist, dass wir uns für ihn öffnen und seine Gegenwart wollen. Evangelisch heißt also eigentlich, demütig zu sein, festes Vertrauen in Gott zu haben, keinen Mittler zu brauchen zwischen uns und Gott. Wir sind evangelisch, wir können uns direkt an Gott wenden. Wir brauchen keinen Priester, wir brauchen keine Kirche, keinen Meister. Wir wenden uns direkt an Gott. Wir brauchen auch niemanden, der uns die Heiligen Schriften auslegt. Wir können die Heilige Schrift selbst lesen und uns von ihr inspirieren lassen.

Evangelisch bedeutet aber auch gebildet zu sein. Denn der Mensch hat mehr Verantwortung, da er sich selbst an Gott richten will und selbst die Schriften verstehen will. Dazu braucht es eine gewisse Bildung. Und so heißt evangelisch auch, gebildet zu sein. Evangelisch heißt auch, Verantwortung zu übernehmen. Der Mensch wird in der Welt herausgefordert und soll Verantwortung annehmen. Evangelisch heißt nicht, sich das Heil zu erarbeiten. Es bedeutet, dass wenn wir uns geborgen und angenommen fühlen von Gott, dass wir Gott dienen wollen in allen Geschöpfen. Wir wollen Gott dienen in jedem Leidenden, in jedem Hilfesuchenden, in den Aufgaben, die uns gegeben werden. Evangelisch kann heißen, in die Kirche zu gehen, kann heißen, Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen. Bei den Evangelischen spielt die Gemeinschaft eine wichtige Rolle, in der man sich auch engagiert. Das sind jetzt so einige Ansichten von Sukadev Bretz, Leiter und Gründer von Yoga Vidya, er ist ja hauptsächlich Yogalehrer, vielleicht auch hinduistisch geprägt, aber er ist auch evangelisch. Und er sagt: "... wenn mein anderer Teil meiner Seele manches anders sieht als evangelisch, habe ich jetzt mal von „wir“ Evangelischen gesprochen, ohne dass ich vielleicht die Berechtigung hätte, da ich nicht in der evangelischen Kirchengemeine so aktiv bin, aber ich war es auch mal."

Video Evangelisch

Hier findest du einen Videovortrag zum Thema Evangelisch :

Sprecher/Autor: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Evangelisch Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Evangelisch :

Siehe auch

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