Bhagavan Nityananda

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Bhagavan Nityananda, (*November/Dezember 1897 in Koyilandy, Kerala, † 8. August 1961 in Vajreshwari, Maharashtra), auch Bade Baba (der ältere Baba) genannt, war ein indischer Guru und selbstverwirklichter Meister. In West- und Südindien gilt er als einer der bedeutendsten Heiligen unserer Zeit.

Die Kindheit von Bhagavan Nityananda

Swami Nityananda als junger Yogi

Details über die Geburt von Bhagavan Nityananda sind relativ unbekannt und sehr vage. Er selbst tat Nachfragen nach seiner frühen Geschichte mit den Worten ab, dass dies nur wichtig sei für die Neugierbefriedigung der Fragesteller. Ein einziges Mal hörte man ihn auf die Frage nach seiner Geburt antworten: "2 Krähen kamen und flogen davon."

Laut Aussagen einiger seiner Schüler wurde er als Waisenkind in Tuneri, Kozhikode, Kerala vom Ehepaar Chatu und Uniamma Nair gefunden. Die beiden waren Bauern, die sich auch um die Farm des Rechtsanwaltes Ishwara Iyer kümmerten.

Einem Bericht zufolge hatte Uniamma, seine Stiefmutter, nachts, während eines großen Unwetters, eine Vision von Vishnu und Shiva. Beide forderten sie auf am nächsten Morgen zum nahegelegenen und von ihr oft besuchten Ayyappa Tempel zu gehen. Als sie das tat, fand sie einen wunderschönen Säugling im Tempel, der von einer riesigen Schlange bewacht wurde. Chatu ihr Mann, der sich bereits Sorgen machte, ging ihr zum Tempel nach, sah das Szenario und holte Ishwara Iyer zu Hilfe. Alle 3 beobachteten wie die Schlange den Neugeborenen 3 Mal umkreiste und dann verschwand. Uniamma war somit die Verantwortung für die Aufzucht des Kindes übertragen worden.

Ein anderer Bericht erzählt die Geschichte von einer älteren Frau, die Ende November/Anfang Dezember um die Jahre 1897-1900 herum im Dschungel in der Nähe von Koyilandy Holz sammelte. Als sie das laute Krächzen zweier Krähen vernahm ging sie diesem nach. Es hatte den Anschein, als ob die Krähen extra laut krächzten um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Schließlich stand sie vor einem Busch unter dem ein Neugeborenes lag. Die Krähen flogen davon und die Frau trug das Baby zu sich nach Hause. Da sie selbst eine große Familie zu versorgen hatte, gab sie das Kleinkind in die Obhut von Uniamma Nair, die selbst keine Kinder bekommen konnte. Uniamma und Chatu nahmen das Kind an und nach einem Jahr gaben Sie ihm, unter Anleitung von Ishwara Iyer den Namen Rama, der (auch) für das Erkennen der Glückseligkeit steht.

Als Baby litt Rama an einer sehr ernsten Krankheit und wurde auf wundersame Weise geheilt. Als Uniamma mit dem Kind spazieren ging, sah sie einen Fremden, den sie um Hilfe bat. Dieser gab ihr eine Mixtur und ordnete an, diese mit dem Fleisch einer frisch getöteten und in Butter gerösteten Krähe zu vermischen und Rama auf den Körper zu streichen. Genau in dem Moment kam ein weiterer Fremder vorbei, der Uniamma eine tote Krähe übergab. Die beiden Fremden verschwanden so schnell wie sie aufgetaucht waren. Uniamma schmierte die Tinktur auf Ramas Körper und in kurzer Zeit wurde dieser wieder vollkommen gesund. Sein vormals heller Teint allerdings blieb ab diesem Zeitpunkt ein sehr dunkles, bläuliches Braun, vergleichbar der Hautfarbe Krischnas.

Chatu starb, als er 3 Jahre alt war und Uniamma, als er 6 war. Sie übergab die Verantwortung für Ihren Stiefsohn an Iyer weiter. Letzerer war ein sehr religiöser Mensch, der täglich und ausgiebig den Sonnengott Surya Narayana anbetete und den kleinen Rama früh mit heiligen Schriften in Kontakt brachte.

Später unternahm Iyer regelmäßig Pilgerfahrten. Er nahm Rama mit, der offensichtlich bereits in der Kindheit spirituell sehr weit fortgeschritten war und so nahm man an, daser bereits erleuchtet und als Avatar geboren war. Rama war 10 Jahre alt, als sie sich in der Stadt Benares (jetzt Vārānasi) befanden und Iyer zurück nach Hause aufbrechen wollte. Rama weigerte sich und brach stattdessen in den Himalaya auf um zu meditieren und Yoga zu studieren und zu praktizieren. Im Alter von 16 Jahren kam Rama zurück nach Koyilandy und fand Iyer auf dem Sterbebett. Dessen letzter Wunsch war, den Sonnengott Surya Narayana zu sehen und er bat Rama um diesen Segen. Iyer hatte daraufhin eine Vision von Surya und rief zu Rama: Du hast mir die Glückseligkeit gebracht, du bist Nityananda, sei Nityananda für jedermann. So bekam Nityananda seinen Namen, den er später als Zustand bezeichnete (ewige Glückseligkeit des Absoluten).

Spirituelles Leben von Bhagavan Nityananda

Eine Zeit der Wanderschaft folgte. Diese führte ihn neben Stationen in Südindien u.a. auch nach Sri Lanka und Burma. Mittlerweile war er als großer Kundalini Yogi und [Avatar] angesehen und begann immer mehr Menschen anzuziehen.

In der Stadt Udipi im Bundesstaat Karnataka sah man ihn eine Zeit lang in der Gegend des Krishna Tempel, was den dortigen Mönchen gar nicht gefiel. Die von ihnen angeheuerte Unterstützung versuchte Bhagavan Nityananda mit Steinen zu vertreiben, aber sie konnten ihn nicht treffen. Entweder, so die Überlieferung, verschwanden die Steine oder sie verwandelten sich in Süßigkeiten. Die Steine wurden später vor den Füßen der Krishna Statue gefunden. Der Klostervorsteher ordnete daraufhin an, Bhagavan Nityananda mit Respekt zu begegnen, da dieser offensichtlich kein gewöhnlicher Sadhu sei. Nach Udipi kamen nach und nach Menschen aus allen Teilen Indiens um von Nityananda gesegnet oder geheilt zu werden.

Er baute einen Ashram in Kanhangad, südlich von Udipi an der indischen Südwest-küste. Nach Fertigstellung überließ er dessen Verwaltung und weitere Entwicklung Swami Janananda, einem seiner Schüler und ließ sich nach einer weiteren Zeit der Wanderschaft Mitte der 1930er Jahre schließlich in Ganeshpuri, ca. 70 km nord-östlich von Mumbai, nieder. Dort ging er zum Shiva Tempel und fragte, ob er an dem Ort bleiben dürfe. Die Familie, die sich um den Temple kümmerte, stimmte zu und baute eine Hütte für ihn, die sich im Laufe der Zeit und mit dem Eintreffen von immer mehr Anhängern zu seinem großen Gavdevi Ashram entwickelte. In Ganeshpuri verbrachte er den Rest seines Lebens und nahm hier am 8. August 1961 Mahasamadhi, das bewusste und beabsichtigte Verlassen des eigenen Körpers.

Nityanandas Art als Guru zu lehren bestand hauptsächlich darin, mit seinen Schülern zusammen zu sitzen und nur gelegentlich zu sprechen und Fragen zu beantworten. Dies war ihm allerdings in einem guten halben Dutzend Sprachen möglich. Viele seiner Anhänger fanden außerdem ihre Fragen in ihrem Innern beantwortet, bevor sie sie an ihn richteten. In seiner Zeit in Mangalore, zeichnete seine Anhängerin Tulsiamma, die er als Erleuchtete erkannte, in einem Zeitraum von 5–7 Jahren einige seiner Lehren, Antworten auf ihre Fragen und Äußerungen in tiefem Trancezustand auf. Dies resultierte in der "Chidakasha Gita" von Bhagavan Nityananda.

Bhagavan Nityananda lebte ein außerordentlich einfaches Leben ohne zu schlafen. Die meiste Zeit befand er sich in einem überbewussten Zustand und war versunken in seinem eigenen Selbst. Er lebte kindlich und sorglos mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen und musste oft auch umsorgt werden wie ein kleines Kind. Dies drückte sich auch in seiner Liebe zu den Kindern aus, die jeden Morgen ein kostenloses Frühstück in seinem Ashram bekamen und mit denen er spielte als wäre er selbst eins. Er badete täglich, aß wenig und Schüler banden ihm den Lendenschurz, wenn er abgefallen war und fütterten ihn. Demgegenüber hatte Bade Baba die Fähigkeit Shaktipat zu geben, die Erweckung der göttlichen Energie im Schüler durch den Meister. Weiterhin wird Bhagavan Nityananda als aufbrausend und einschüchternd beschrieben, als jemand, der bei Gelegenheit auch schon mal Steine nach denjenigen Schülern warf, die es an Ernsthaftigkeit mangeln ließen.

Mahasamadhi von Bhagavan Nityananda

Bhagavans bewusstes Scheiden aus dieser Welt, das Verlassen seines physischen Körpers, war für ihn eine traurige und schmerzhafte Entscheidung. Die meisten Menschen, die zu ihm kamen, waren eher auf Sensationen aus, auf die Befriedigung ihrer Gier und materiellen Wünsche und nicht auf die spirituellen Geschenke und Weiterentwicklungen die Bade Baba anzubieten hatte und nur bereit war einem ernsthaft Suchenden zu geben.

Am frühen Morgen seines Todes wurde Bhagavan Nityananda von Madhav (Engineer) Hedge aufgesucht, der schon sehr lange ein Anhänger von ihm war. Beim Anblick seines Gurus wusste Hedge sofort, dass Bhagavan Nityananda dabei war Mahasamadhi zu nehmen und er flehte ihn fragend an, ob er den Zeitpunkt nicht noch verschieben könne. Bhagavan Nityananda antwortete, dass dies möglich sei, wenn Hedge ihm mindestens einen Schüler wie Pundalik bringen würde (Pundalik gilt als der hingebungsvollste, wahrheitssuchende Anhänger Lord Vitthals - Krishna)). Für einen Schüler, der ihm aus reiner Liebe dienen und sein Leben der Liebe zu Gott widmen würde, wäre er bereit, sein Mahasamadhi zu verschieben. Hedge, in tiefer Traurigkeit, konnte einen solchen Schüler nicht herbeibringen und bezeichnete sich auch selbst nicht als Pundalik, sondern als weltlichen Mann.

Wunder von Bhagavan Nityananda

Bhagavan Nityananda heilte Kranke und linderte das Leiden vieler Menschen. Er stoppte Eisenbahnzüge, schlief auf einem Seil, das zwischen 2 Fenstern gespannt war und wurde schwebend in einer Scheune gesehen. Die Anhänger, die ihn trafen versicherten, dass er Menschen half, ihre Kundalini Energie zu erwecken und die Fähigkeit besaß, die unausgesprochenen Worte der Menschen zu hören. So wusste er genau, welche Gebete diese sprachen und nannte ihnen Lösungen auf ihre noch nicht kommunizierten Probleme. Er war ein großer Unterstützer der Adivasis, der indigenen Urbevölkerung, die von großen Teilen der Restbevölkerung abgelehnt und verachtet wird. Er baute eine Schule und sorgte für Essen und Kleidung für diese.

In einem Ort namens Palani, Tamil Nadhu, Südindien, wollte Bhagavan Nityananda für eine Arathi-Zeremonie nach der Morgenandacht in den heiligen Schrein, den der Priester soeben verschloss. Letzterer verweigerte den Zutritt, doch Bhagavan Nityananda ließ sich nicht abbringen, öffnete auf unerklärliche Weise den Schrein und ließ die Tempelglocken läuten. Der Priester sah ihn im Schrein am Platz der Gottheit das Arathi mit unsichtbaren Händen vollziehen und nachdem er anschließend eine Weile einbeinig in einer Yogaasana verbracht hatte, regnete es Geld zu seinen Füßen. Dieses gab er dem Führer der örtlichen Sannyasins für den Bau einer Küche für vorbeiziehende Pilger. Später stellte sich heraus, dass die Sannyasins genau dafür gebetet hatten.

Bei einer anderen Gelegenheit wurde Bhagavan Nityananda nach Heilkräutern gefragt um die ernsthaft kranke Mutter eines Mannes zu behandeln. Bhagavan Nityananda bot keine Kräuter an und der Mann ging und holte seine Mutter. Bhagavan Nityananda war mittlerweile verschwunden und als der Mann mit seiner Mutter wieder zuhause ankam, stieg er die Treppe seinen Hauses herunter. Er rieb die betroffene Stelle der Frau ein paar Minuten lang und die Mutter erholte sich in kürzester Zeit.

Für den Bau des Kanhangad Ashrams gab es kein Geld um den Lohn der Arbeiter zu bezahlen und so zog Bhagavan Nityananda das Geld entweder einfach aus seinem Lendenschurz oder schickte die Arbeiter an Stellen wie Bäume oder Felsen, wo sie dann ihren exakten Lohn fanden. Den Offiziellen kam das natürlich seltsam vor und die britische Regierung schickte Captain Gawne aus, um den Verdacht des Falschgeldes zu überprüfen. Auf seine Nachfrage woher das Geld für die Löhne stamme, brachte Bhagavan Nityananda die Offiziellen zu einem sumpfigen Tümpel, in dem Krokodile schwammen und antwortete, zur Überraschung aller in fließendem Englisch. Auf dem Grund befände sich ein Beutel voller Geldscheine und der Captain und sein Gefolge seien eingeladen danach zu tauchen. Da sich niemand der Krokodilgefahr aussetzen wollte, sprang Bhagavan Nityananda selbst hinein und holte genug Geld hervor um alle Ashram-Arbeiter zu bezahlen. Daraufhin orderte Gawne an, die Errichtung des Ashrams nicht weiter zu stören. Auf seinem Nachhauseweg entdeckte er an der Stelle, an der die Straße zum Ashram auf die Hauptstraße trifft, überraschender Weise das Straßenschild „Gawne Road“, welches noch heute die Ashramstraße bezeichnet.

In Guruvan, einem Dorf im tiefsten Dschungel in der Nähe von Kanhangad, hatte man kein Wasser. Bhagavan Nityananda schlug auf einen Fels und seitdem fließt der von ihm benannte Fluss Papanashini Ganga aus dem felsigen Untergrund. Heute ist dieser Fluss sehr beliebt und wird ähnlich heilig angesehen wie der Ganges

Gurudev Siddha Peeth, ein Ashram zu Ehren des Meisters

Bevor Bhagavan Nityananda starb, gab er laut Überlieferung seinem Anhänger und Nachfolger Swami Muktananda den Auftrag nahe Ganeshpuri auf einem Stück Land, das er ihm gab, einen Ashram zu bauen. Seine Prophezeiung, dass das Gebäude groß und schön werden und Menschen aus allen Teilen der Welt anziehen würde, erfüllte sich.

Swami Muktananda nannte den Ashram zunächst zu Ehren seines Meisters Sri Gurudev Ashram und änderte den Namen 1978. Heute wird er vom Gurudev Siddha Peeth Trust geführt, dem Gurumayi Chidvilasananda vorsitzt. Diese Organisation steht hinter dem offiziell registrierten Begriff Siddha Yoga, dessen Ursprung die Lehren von Bade Baba Bhagavan Nityananda bilden. Der Ashram dient als Vollzeit Retreatzentrum für Menschen, die den Siddha Yogaweg intensiv studieren wollen.

Zusätzlich werden vom Ashram bedeutende Wohltätigkeitsdienste, vor allem für die Adivasis und andere notleidenden Menschen, initiiert. Das sogenannte Prasad Projekt sorgte für ausreichend medizinische Versorgung und Unterkünfte für diese und organisierte Unterstützung und Operationen für Menschen, die am grauem Star erkrankten. Aktuelle Projekte befassen sich u.a. mit der Förderung von Biolandwirtschaft, Bewässerung und Wassereinsparung, Selbsthilfegruppen für Frauen und AIDS-Vorsorge.

Der Samadhi-Schrein von Bhagavan Nityananda befindet sich etwa eine Meile entfernt vom Hauptashram.

Jünger von Bhagavan Nityananda

Swami Muktananda

Swami Muktananda (* 16 Mai 1908 in Mangalore – † 2. Oktober 1982) Swami Muktananda, auch Baba genannt, ist der Nachfolger von Bhagavan Nityananda (Bade Baba-der ältere Baba). Er traf seinen Guru zum ersten Mal mit 15 und nach einer langen Zeit des Wanderns und Studierens kam er 1947 nach Ganeshpuri zu Bhagavan Nityananda zurück. Hier erhielt er Shaktipat von ihm und wurde einer seiner treuesten Schüler. Nach weiteren 9 Jahren der Meditation in einer kleinen Hütte in Yeola, ca. 150 km östlich von Ganeshpuri, wurde seine spirituelle Entwicklung 1956 von Bhagavan Nityananda in der Form gewürdigt, dass er ihm ein Stück Land in der Nähe von Ganeshpuri gab. Hier sollte er, so der Auftrag, einen Ashram bauen, der sich später zum Gurudev Siddha Peeth entwickelte. Im selben Jahr begann Muktananda Siddha Yoga zu lehren, dessen Essenz Shaktipat ist. Er unternahm ab 1970 drei Weltreisen und errichtete weitere Ashrams vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika und gründete den Gurudev Siddha Peeth Trust. Im Jahr 1982, in dem Swami Muktananda Mahasamadhi nahm, ernannte er Swami Chidvilasananda und ihren jüngeren Bruder Swami Nityananda als Nachfolger. Letzterer gründete später seine eigene Bewegung. Swami Muktananda ist beerdigt in Ganeshpuri und sein Samadhi-Schrein steht im Gurudev Siddha Peeth Ashram.

Nach seinem Tod erschienen Anschuldigungen von Schülerinnen bzgl. physischem und sexuellem Missbrauchs. Dies wurde von Journalisten bestätigt mit den Worten, dass Swami Muktananda das Leben im Zölibat überaus betonte, sich selbst aber nicht immer daran hielt. Er war, laut diesen Reportagen, auf der einen Seite ein erleuchteter spiritueller Lehrer, auf der anderen Seite in Handlungen mit Schülern verwickelt die weder ethisch vertretbar noch legal waren.

Die außergewöhnliche Tulsi Amma

Von allen Schülern Nityanandas war Tulsi Amma die außergewöhnlichste. Bereits sehr früh in Ihrem Leben wurde sie Witwe und befand sich somit in einem Status, der in Indien mit vielen Erschwernissen verbunden ist. Schließlich wurde sie Nonne der Gowda Saraswati Brahmin Gemeinschaft und errichtete den Anand Ashram in Managoda, Mangalore, der heute noch existiert. 1920 traf sie Bhagavan Nityananda in Mangalore und brachte ihm in ihrer gemeinsamen Zeit hingebungsvolle und bedingungslose Liebe entgegen. Sie ist die Verfasserin der „Chidakash Gita“, der einzigen Aufzeichnungen von Bhagavan Nityananda, Bade Babas Lehren, deren Veröffentlichung von ihm gebilligt und gutgeheißen wurden. Tulsi Amma ist es also zu verdanken, daß die Lehren Bhagavan Nityanandas der Nachwelt erhalten sind. Baba im Gegenzug erkannte in ihr jemanden, „die die Sonne gesehen hat“, womit offensichtlich die Selbstverwirklichung gemeint ist.

Swami Janananda

Swami Janananda (* 1893 Hejmadi - † 27.12.1982 Kanhangad) Sinha Bogi Shetty, Jananandas Geburtsname, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Hejmadi, nördlich von Mangalore auf. Er war sportlich und ein sehr guter Fischer, der es verstand, das karge Essen, daß seine Mutter auf den Tisch brachte, regelmäßig mit frischem Fisch zu ergänzen. Bei einem Straßenfußballspiel wagte er es den weggeschossenen Ball von der für die Kinder verbotenen Straße zu holen. Beim aufheben des Balles stand ein großer unbekannter Mann vor ihm (Bhagavan Nityananda), lächelte, nahm ihn in den Arm und strich, während er die Furchtlosigkeit des kleinen Jungen erkannte, mit seiner Handfläche von Sinhas Schläfe zum Rückenmark. Dieser war von der Erfahrung der Berührung verwundert und erschüttert, gab ab dem Zeitpunkt alles Spielerische auf und wurde reif und ernst.

Einige Zeit später fiel er von einer Kokospalme, von der er für seinen jüngeren Bruder eine Frucht pflücken wollte. Er blieb, zur größten Sorge seiner Mutter, ein paar Tage bewußtlos und als er dann aufwachte, hatte er seine Ernsthaftigkeit wieder verloren und stattdessen eine Autorität gewonnen. Er erzählte von der Erscheinung einer göttlichen Mutter, die ihn auf die Suche nach der Wahrheit schickte. Von da an suchte er noch stärker die Abgeschiedenheit und befand sich in einem Zustand von Trance und Glückseligkeit.

Er arbeitete als Hotelkoch in Mumbai, frittierte Kartoffeln auf der Straße vor seinem Hotel mit der bloßen Hand und löschte bei einer Gelegenheit das in Brand geratene Frittierfett, ebenfalls mit der bloßen Hand, ohne sich zu verletzen. Seinem Chef kam dies mittlerweile unheimlich vor und er brachte Sinha zu seinem Lehrer Shri Balkrishna Maharaj um ihn von bösen Geistern zu erlösen. Dieser erkannte Sinhas Göttlichkeit und ermunterte ihn nach Nasik und Gangapur zu gehen.

Sinha entsagte allem Materiellen, brach auf und verbrachte einige Jahre im Kalaram Tempel in Nasik. Hier war er alsbald als Swami anerkannt, weil er, in tiefer Meditation, einen Blitzeinschlag in den Tempel überlebte und immer mehr Menschen kamen um seinen Segen zu empfangen. Danach ging er nach Gangapur, einer Stadt, die berühmt ist für das Austreiben böser Geister. Viele Menschen kamen zu Swami Sinha, dessen reine Anwesenheit ihnen sofortige Erleichterung brachte.

Sinha war innerlich mit Bhagavan Nityananda verbunden, dem Mann, den er in seiner Kindheit getroffen hatte, als er den Fußball von der Straße holen wollte.

Shaligram Swami (Swami Dayananda)

Shaligram Swami (Swami Dayananda) († 1961) Initiiert als Swami Dayananda Saraswati im Narayana Ashram in Südindien wurde ihm später von Bhagavan Nityananda der Name Shaligram Swami verliehen. Shaligrams sind Steine, die bei Pujas den Göttern geopfert werden und die Shaktis von Shiva und Vishnu anziehen sollen. Shaligram Swami errichtete den Mahul Ashram in Mumbai, wo jedes Jahr am 30. November, Nityanandas Geburtstag, ein Fest zu seinen Ehren gefeiert wird: Hierbei steigt Lord Rama (Nityananda), in Form eines Murtis, zum Hanuman-Tempel hinab. Ein seltenes Beispiel von Gott, der seinen ihm ergebenen Diener besucht. Abends bringt Lord Hanuman seinen Guru Nityananda (Rama) zurück zum Ashram. Das Fest wird von einer großen, Bhajan singenden Prozession begleitet. Viele Anhänger bringen Opfergaben in Form von Reis, Getreide und Süßigkeiten dar. Shaligram Swami legte unter Bhagavan Nityananda ein Schweigegelöbnis für 3 Jahre ab und beendete es wie von Bhagavan Nityananda vorgegeben in dem er zu seinen Füßen den Namen Baba murmelte

"Padiyar" Swami Sadananda

Mr. Padiyar besuchte Bhagavan Nityananda regelmäßig in Mumbai in den 1930er Jahren. Diese Besuche machten einen nachhaltigen Eindruck auf ihn und er entwickelte sich zu einem hingebungsvollen Schüler. Eines Tages war Padiyar frustiert vom mangelnden spirituellen Fortschritt und erklärte Baba, daß er ihn verlassen und aufbrechen werde. Daraufhin fragte Bhagavan Nityananda, wohin und für was? Diese Antwort beschäftigte Padiyar sehr und er fand schließheraus, daß es keinen anderen Ort für ihn gab, als direkt am Platz der göttlichen Gnade. Also gab er die Suche nach einer weltlichen Karriere auf und verbrachte seine Zeit in Ganeshpuri mit Bhagavan Nityananda. Bei einer Gelegenheit schlug Swami Muktananda, Bhagavan Nityananda vor Mr. Padiyar als Sanya zu initiieren. Darauf antwortete dieser, dass Padiyar es nicht nötig hätte, da er ein natürlicher Sannyasin sei. Später wurde sein Name von Swami Janananda in Swami Sadananda umbenannt.

Kurz vor Bhagavan Nityanandas Mahasamadhi erhielt Padiyar den Auftrag in einem Haus in Kushal Nagar in Kahangad namens Gopal Sedan zu bleiben. Laut Bhagavan Nityanandas Voraussagen war es für Padiyar nicht nötig Pranayama, Asanas, Meditation oder ähnliches zu praktizieren. Gute Gedanken und kleine Dienste an den Menschen würden ihn zum Ziel führen. So traf es ein.

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