Siddha Yoga

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Siddha Yoga wurde von Guru Swami, oder auch Baba Muktananda begründet. Mittlerweile handelt es sich bei Siddha Yoga um eine Marke und Stiftung namens SYDA. Die spirituelle Leiterin von der SYDA-Yoga Foundation ist heute Gurumayi Chidvilasananda, eine langjährige Schülerin von Baba Muktananda.

Swami Muktananda ist der Begründer der Siddha Yoga Tradition

In der Siddha Yoga Philosophie spielen die traditionellen Schriften Indiens eine große Rolle. Viele Gedanken sind dem Vedanta, dem Shivaismus von Kashmir, der Bhagavad Gita, sowie zahlreichen Gedichten von Heiligen entnommen. Der zentrale Gedanke und prägende Merkmal des Siddha Yoga ist jedoch der des Shaktipat, der Energieübertragung des Meisters auf seine Schüler, als Initialzündung für den weiteren spirituellen Weg. Dies findet immer durch den Guru persönlich statt und bestenfalls wird dabei auch die Kundalini erweckt, welche die Entwicklung der Schüler noch verstärkt. Das Übungssystem des Siddha Yoga beinhaltet wieterhin noch Asanapraxis, Meditation, Mantra Wiederholung und selbstloses Dienen, Seva. Die Wirkungen der Praxis verstärken sich, so wie bei allen Yoga-Richtungen noch, wenn sie in einem Ashram praktiziert werden.

Der starke Fokus auf den Guru wird bis heute in der Öffentlichkeit und in den Medien im Fall von Siddha Yoga ausführlich und kritisch beleuchtet. Meist äußern Ex-Mitarbeiter der SYDA-Foundation starke Kritik an dem System und er den leitenden Personen. Es gibt Vorwürfe über ausbeuterische und stark kommerzielle Absichten und immer wieder auch über sexuelle Ausbeutung von Frauen und Diskriminierung von Homosexuellen.

Lehren des Siddha Yoga

Swami Muktananda (rechts) mit zwei Schülern

Der zentralste Aspekt des Siddha Yoga ist das Shaktipat. Diese alte Technik kommt aus dem Tantra. Es ist das Übertragen göttlicher Energie vom Meister auf den Schüler und macht einen wesentlichen Aspekt des Siddha Yoga aus. Die SYDA-Foundation veranstaltet hierzu finden jährlich Events, da der Shaktipat nur vom Guru persönlich ausgeführt werden kann. Dieser Tag der Einweihung ist für die Aspiranten der wichtigste Tag auf ihrem spirituellen Weg. Dem Guru wird in den Siddha Ashrams täglich das hingebungsvolle Chanten der Guru Gita, ein Loblied auf den Guru, gewidmet.

Ein weiterer Gedanke des Siddha Yoga ist die Verwirklichung des Selbst und die Entdeckung, dass Gott in allem und jedem wohnt. Die Mantras Om Namah Shivaya und das Soham sind die zentralen Mantras in der Siddha Yoga Lehre. Das Üben von Asanas gehört zum klassischen Hatha Yoga und dies wird im Siddha Yoga ebenso praktiziert. Auch Meditation spielt eine große Rolle. Auch Rituale wie Pujas und Arati finden in den Siddha Ashrams regelmäßig statt. Ein intensiver Bestandteil der Siddha-Lehre ist auch Karma Yoga, das uneigennützige Dienen im Ashram und einer spirituellen Gemeinschaft und das Geben von Dakshina ist bei der SYDA Foundation eine gängige Praxis, wobei sich diese dort hauptsächlich auf Geld bezieht.

Guru Swami Muktananada

Der erste Guru von Siddha Yoga war Swami Muktananda, der am 16.05.1908 in Mangalore in Indien unter dem Namen Krishna geboren. Er lernte viel von Bhagavan Nityananda, praktizierte jahrelang intensives Sadhana, schrieb viele Bücher und eröffnete einen Ashram bei Ganeshpur in Bombay und gründete 1966 Siddha Yoga In den 70er wurde daraus die SYDA Stiftung mit einem großen Ashram bei Maharashtra in Indien. Der Swami wurde häufig Baba Muktananda genannt und war in den 70er und 80er sehr populär in Amerika. Er traf etliche Prominente und wurde auch "Guru der Gurus" genannt. Im Jahr kurz vor seinem Tod 1982 ernannte er Gurumayi Chidvilasananda und ihren Bruder Swami Chidvilasananda zu seinen Nachfolgern.

Guruymayi Chidvilasananda wird Nachfolgerin

Heute ist Guruymayi Chidvilasananda die spirituelle Leiterin der SYDA Foundation. Sie wurde am 24. Juni 1955 in Mumbai, in Indien geboren und besuchte den Gurudev Siddha Peth Ashram das erste Mal im Alter von 5 Jahren. Im Alter von 14 Jahren erhielt sie den Shaktiprat von Muktananada und wurde zur disziplinierten Siddha Yogini. Sie hat verschiedene Bücher geschrieben und wurde, nachdem ihr Bruder Swami Nityananda die SYDA Foundation 1985 verlassen hatte, zur alleinigen Leiterin von Siddha Yoga. Weiterhin ist sie als talentierte Sängerin bekannt und hat viele CDs aufgenommen. Es wird auch spekuliert, dass Gurumayi die Guruji ist, die in dem bekannten Buch "Eat Pray Love" von Elizabeth Gilbert in ihrer Ashramzeit beschrieben wird. Dies wurde von der Autorin allerdings nie bestätigt.

Ashrams

Der erste Siddha Yoga Ashram war der Siddhy Peeth Ashram im Tansa Valley, in Maharashtra in Indien. Der bekannteste Ashram von Siddha Yoga ist bis heute der Shree Maktananda Ashram in New York City. Insgesamt gibt es in 21 Ländern über Ashrams oder Center der SYDA Foundation. Auch Prominente wie Melanie Griffith besuchen regelmäßig die Siddha Ashrams.

Kritik

Die Verehrung des Gurus der SYDA Foundation ist immer wieder in die Kritik geraten, da sich viele seiner ehemaligen Aspiranten in Interviews und im Netz kritisch über die Interna der SYDA-Foundation äußern. So soll Baba Muktananda vielen minderjährigen Aspirantinnen nicht nur den Shaktipat gegeben haben, sondern sie auch als Geliebte gehalten, mit teurem Schmuck ausgestattet und auf sexuelle Art ausgebeutet haben. Bei intensiver Recherche stößt man im Internet recht schnell auf lange Erfahrungsberichte von Ex-Mitarbeitern und Mitgliedern, sowie Presseartikel, die sich damit befassen. Es gibt sogar eine internationale Website, die nur Briefe von Aussteigern von der SYDA Foundation veröffentlicht. Zu seiner Blütezeit wurde Baba Muktananda zwar als einer der großen Gurus bezeichnet, jedoch veränderte sich dieses Bild etwas und so wurde später das Zitat geprägt "he was the best of the gurus and the worst of the gurus".

Auch Gurumayi steht bis heute der Kritik wegen ihres harten Umgangs mit ihren Mitarbeitern, insbesondere mit homosexuellen Mitgliedern der Siddha Gemeinschaft. Weiter wird ihr vorgeworfen, dass sie selber diverse Schönheitsoperationen gemacht hat, die im Widerspruch stehen mit den Lehren von Siddha Yoga. Es findet sich die Beschreibung einer internen Angstkultur und es wird angeprangert, dass die Gelder bei Siddha Yoga hauptsächlich für die teuren Hobbies und Bedürfnisse der Gurus verwendet werden. Teilweise soll Ex-Mitgliedern der SYDA-Foundation nachdem sie solche Erfahrungen verbreitet haben mit Säureangriffen auf ihr Gesicht gedroht worden sein. Auch Morddrohungen soll es gegeben haben. Tatsächlich sind viele der Erfahrungsberichte nur anonymisiert im Internet zu finden, was die Verfasser damit begründen, Angst vor diesen Angriffen zu haben.

Grundsätzlich ist zu bemerken, dass ein Yogaweg, dessen zentrale Lehre das Shaktipat ist, immer auch im Widerspruch mit den Lehren des Vedanta steht. Die Aspiranten sind in starker Verbindung mit dem Guru und sind somit auch abhängig von seinem Wohlwollen. Die eigene Sadhana Praxis kann sich nicht so stark entwickeln, wenn der Schüler immer wieder Inspiration und Zuwendung durch den Guru braucht. So sagte einst Nisargadatta Maharaj: "Das eigene Selbst ist dein Höchster Lehrer (Sadguru). Der äußere Lehrer (Guru) ist lediglich ein Meilenstein. Nur dein innerer Lehrer wird dich zum Ziel führen, denn Er ist das Ziel."

Zusammenfassung

Siddha Yoga ist ein Yogaweg der zu einer etwas umstrittenen Stiftung gehört, der sich hauptsächlich auf den Shaktiprat und den Gurukult bezieht. Er betreibt eine große Stiftung und eine große Marke, die in vielen Ländern vertreten ist.

Siehe auch

Weblinks

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