Schule

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Unter Schule versteht man in der Regel eine Lehranstalt für Kinder und Minderjährige, die nach einem festgelegten Lehrplan unterrichtet werden. Hier können die Kinder unterschiedliche Fähigkeiten trainieren oder sich neue aneignen. Genau so können wir auch das Leben als Schule sehen, in der es einen Lehrplan gibt, den wir gerade nicht kennen, weil er einer höheren Ordnung unterliegt. Auf der Erde können wir als Menschen unterschiedliche Dinge erleben und daraus lernen.

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Die Lehre der Reinkarnation besagt sogar, dass wir mehrere, zahlreiche Leben haben und schon mehrere Anläufe genommen haben und vielleicht noch nehmen werden. Wir können das Leben aber auch einfach als Chance sehen, um uns mental, emotional und seelisch weiter zu entwickeln. Vielleicht hilft dieses Wissen manchmal auch, in schwierigen Situationen nicht ganz so verzweifelt zu sein.

Leben als Schule – Wachsen durch Lernen

Niederschrift eines Podcasts (2014) von Sukadev

Gelassenheit gegenüber dem Schicksal ist die dritte Säule der Gelassenheit. Gelassenheit gegenüber dir selbst, ist die erste. Gelassenheit gegenüber anderen, die zweite. Gelassenheit gegenüber dem, was dir passiert, ist die dritte Säule der Gelassenheit. Wie kannst du diese Gelassenheit erlangen? Heute geht es insbesondere um die Arbeitshypothese: Leben ist eine Schule. Schicksal ist eine Chance. Werde dir bewusst, was auch immer geschieht, du kannst daraus lernen. Du weißt zwar in der Situation oft nicht, was deine Lernaufgabe ist, aber du kannst fest davon ausgehen, dass du eine hast. Wenn du von dieser Hypothese ausgehst, wirst du merken, was auch immer geschieht, du lernst davon.

Man kann sagen, Karma heißt, Leben als Schule. Wir sind hier, um zu lernen und um zu wachsen. Und das kann man zunächst mal als Grundhypothese nehmen. Ich werde euch noch sagen, man kann es auch noch komplizierter haben. Aber das einfachste wäre, einfach davon auszugehen, dass das Leben eine Schule ist. Dinge passieren, damit wir wachsen. An anderer Stelle hatte ich schon mal ein paar Beispiele gebraucht. Man könnte beispielsweise sagen, angenommen, du gerätst in einen Stau auf dem Weg nach Hause, dann wäre eine Möglichkeit, dass du es als geschenkte Zeit ansiehst. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass du zunächst einmal davon ausgehst: „Das ist geschickt worden, damit ich davon lerne. Ich komme deshalb in den Stau, damit ich davon lerne. Was ich davon lerne, kriege ich später raus, aber ich lerne erst mal davon.“

Oder du kommst von einem Seminar hier in Bad Meinberg zum Thema Gelassenheit nach Hause und freust dich auf ein Wiedersehen mit deiner Familie. Was ist? Die Bude ist leer. Die Kinder sind ausgeflogen, der Mann ist im Büro, das Geschirr stapelt sich und das Katzenklo ist für Katzen unzumutbar. Da könnt ihr natürlich sofort sagen: „Toll, ich habe gerade ein Gelassenheits-Seminar mitgemacht, jetzt habe ich die wunderbare Gelegenheit, das gleich auszuprobieren.“ Vielleicht hat er es ja sogar gewusst und gedacht, wir geben ihr jetzt mal eine Gelegenheit, um zu schauen, ob sie etwas gelernt hat… Vielleicht haben sie sich sogar zusammengetan und fünfzehn Minuten später kommt die Familie hereingestürmt. Ist auch schon mal irgendjemandem passiert, dass sie sich abgesprochen haben, um zu schauen, wie jemand nach einem Yogaseminar reagiert auf solche Situationen. Das kann auch passieren.

Oder du denkst: „Oh, wenn ich nach Hause komme, muss ich mich wieder um alles kümmern.“ Und dann kommst du an und alles ist blitzblank, große Tafel am Eingang „Herzlich willkommen“ und Kerzen und Blumen und Duftlampe usw., und du kannst es gar nicht fassen. Und vielleicht bist du sogar so ein Temperament, wie es manchmal Pitta-Temperamente sind, die wollen immer nur geben, und es fällt schwer, etwas anzunehmen. Und dann müsste man sagen, auch wenn ich sage, man soll sein Temperament leben, in dem Fall ist auch eine Lernlektion drin, nämlich? Sich freuen, einen Gang runterschalten, dankbar sein, sich verwöhnen lassen. Ist manchmal auch nicht so einfach, auch das mal anzunehmen.

Ich hatte irgendwann mal vor einigen Jahren so eine Erkrankung gehabt, eine Borreliose, die irgendwie fehldiagnostiziert und mehrmals fehlbehandelt wurde. Schließlich bin ich im Krankenhaus gelandet. Und eine Lernlektion, die ich dort hatte war, dass ich mir helfen lassen musste, noch dazu beim Arzt, noch dazu im Krankenhaus, noch dazu von einem Schulmediziner, noch dazu intravenöse Antibiotika. Und die Krankenschwestern waren so nett. Und die Ärzte waren so nett. Und die Mitarbeiter hier waren so nett. Sie waren alle so nett. Aber ich dachte eigentlich immer nur, ich muss doch was machen, ich muss doch selber aktiv sein. Das war eine wichtige Lektion.

Also, Leben ist Schule, und man kann erst mal davon ausgehen, was auch immer passiert, davon können wir lernen. Wir können von Verlusten lernen, wir können von Gewinnen lernen, wir können von Herausforderungen lernen, wir können auch von schwierigen emotionalen Situationen lernen. Also, wenn du es einfach machen willst, betrachte das Leben einfach nur als Schule, und das hilft schon ungemein. Und eben der Sinn des Lebens ist in diesem Sinne nicht, mehr Geld zu bekommen, auch nicht, ein größeres Haus zu haben, sondern der Sinn ist, lernen und wachsen.

Du kannst an allem lernen, du kannst an allem wachsen. In der nächsten Zeit gehe wirklich von dieser Arbeitshypothese aus. Nimm jede Herausforderung an. Nimm jede Kritik an als Lernaufgabe. Nimm jeden Verlust als Lernaufgabe. Nimm jedes Geschenk an als Lernaufgabe. Was auch immer kommt, es ist dazu da, dass du daran wachsen kannst, dass du daran lernen kannst. Eine schöne Aufgabe kann auch sein, dass du einfach mal überlegst: Wie war dein Leben bis jetzt? Was hast du bis jetzt in deinem Leben an Herausforderungen gehabt? Schaue dir insbesondere schwierige Situationen an, in denen du vielleicht verzweifelst warst.

Und im Nachhinein überlege: „Was habe ich daraus gelernt? Was ist in mir heute wirklich Wertvolles entstanden, was es vielleicht nicht gäbe, wenn ich diese Erfahrungen nicht gemacht hätte?“ Es kann auch eine gute Hilfe sein, einfach mal dein Leben aufzuschreiben, die wichtigsten Phasen deines Lebens, und dann zu überlegen: „Was habe ich gelernt? Wie bin ich gewachsen durch die Situationen?“

Das Interessante ist, du wächst und lernst, auch ohne dass du es mitbekommst. Du kannst gar nicht leben, ohne zu wachsen. Das Leben wird aber besonders erfüllend, und du kannst vor allem auch gelassener in herausfordernden Situationen bleiben, wenn du dir bewusst bist, Leben ist eine Schule, Schicksal eine Chance, was auch immer kommt, ist eine Lernaufgabe, du kannst daraus lernen und darin wachsen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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