Swami Chidvilasananda

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Swami Chidvilasananda, auch Gurumayi Chidvilasananda genannt, ist seit 1982 das spirituelle Oberhaupt der Siddha-Yoga-Tradition. Als Siddha-Guru gilt sie als Meisterin, die immer eins mit ihrem höchsten Selbst ist. Bezeichnend für Siddha-Yoga ist Shaktipat, eine Form der Kundalini-Erweckung durch Energieübertragung vom Meister auf den Schüler. Die Siddha-Yoga-Tradition beruft sich als ersten Meister auf Bhagavan Nityananda, dessen Schüler und Nachfolger Swami Muktananda war der Guru von Swami Chidvilasananda.

Swami Chidvilasananda

Biografie von Swami Chidvilasananda

Swami Chidvilasananda wurde am 24. Juni 1955 in Bangalore, Indien unter dem bürgerlichen Namen Malti Shetty geboren. Sie ist das älteste von drei Kindern. Ihre Eltern waren Anhänger von Swami Muktananda und nahmen ihre Tochter bereits im Alter von 5 Jahren zum Gurudev Siddha Peeth Ashram mit, dem Hauptashram der Siddha-Yoga-Tradition in Indien. In ihrer Kindheit besuchte sie diesen Ashram regelmäßig an den Wochenenden gemeinsam mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihren zwei Brüdern.

Mit 14 Jahren erhielt sie von Swami Muktananda ihre Initiation durch Shaktipat (wörtlich: Herabkunft der Gnade), eine geistige Einweihung, bei der spirituelle Energie vom Guru auf den Schüler übertragen wird, um so die Kundalini zu erwecken. Sie zog in den Ashram, um dort zu leben und zu lernen. Mit 20 wurde sie Muktanandas offizielle Englisch-Übersetzerin und sie begleitete ihn auf seiner zweiten und dritten Weltreise.

Am 3. Mai 1982 erhielt sie die Initiation als Sannyasin im Saraswati-Orden und erhielt den Namen Swami Chidvilasananda. Im selben Jahr ernannte Muktananda sie und ihren jüngeren Bruder Subhash Shetty, dessen Mönchsnamen Swami Nityananda lautet, kurz vor seinem Tod als seine offiziellen Nachfolger. Nach dessen Tod im Oktober 1982 wurden Swami Chidvilasananda und ihr Bruder gemeinsam die spirituellen Leiter des Siddha Yoga.

1985 trat Swami Nityananda als Guru zurück aufgrund des Vorwurfs, das Zölibat gebrochen zu haben. Seitdem ist Swami Chidvilasananda das alleinige Oberhaupt und Guru der Siddha-Yoga-Tradition. 1987 gründete Swami Nityananda seine eigene Organisation, Shanti Mandir. In den 80er und 90er Jahren gab Swami Chidvilasananda weltweit Vorträge und führte Siddha-Yoga-Shaktipat-Einweihungen durch, darunter in Indien, den USA, Europa, Australien, Hong Kong, Japan und Mexiko.

Swami Chidvilasananda hat seit 1989 mehrere Bücher geschrieben, darunter auch Gedichte und spirituelle Kinderbücher, die von der SYDA Foundation verlegt und auch in mehrere Sprachen übersetzt werden. Zusätzlich hat sie verschiedene CDs mit Mantras veröffentlicht.

Jedes Jahr verbreitet Swami Chidvilasananda am 1. Januar eine spirituelle Botschaft, die Siddha-Yoga-Schüler lesen und anhand derer sie praktizieren. Seit 2012 lehrt Swami Chidvilasananda über ihre Siddha-Yoga-Webseite. Als Siddha-Guru gewährt sie den spirituellen Suchern Shaktipat, um so das innewohnende Potenzial der Schüler zur Erleuchtung zu erwecken. Sie leitet ihre Schüler über Lernveranstaltungen und -materialien, um ihren Schülern zu helfen, ihre eigenen Begrenzungen zu überschreiten und Erleuchtung zu erlangen. Ein Schwerpunkt ist dabei auch die Arbeit mit Kindern als zukünftige Generation, für die sie eigens Bücher und Lieder geschrieben hat. Ihre Lehren werden über die SYDA Foundation verbreitet.

Siddha Yoga

Grundlage der Siddha-Yoga-Lehren sind die Schriften des Shivaismus von Kaschmir, die indischen Yoga-Texte des Vedanta, die Bhagavad Gita, Gedichte Heiliger sowie die Erfahrungen der Siddha-Yoga-Gurus.

Siddha Yoga heißt wörtlich „der vollkommene Yoga“. Das Ziel der Siddha-Yoga-Lehren ist die Erreichung der Selbstverwirklichung – das ununterbrochene Gewahrsein des Yoga, oder der Einheit mit Gott. Siddha Yoga besagt, dass die Erfahrung des göttlichen Bewusstseins in diesem menschlichen Körper erreicht werden kann. Dieser Zustand ist erfahrbar in unserem inneren Selbst.

Der Siddha-Yoga-Schüler praktiziert Yoga, um sich des Göttlichen, das in allem existiert, bewusst zu werden und die eigenen Handlungen, Gedanken und Worte in Harmonie mit dem göttlichen Bewusstsein zu bringen. Schlüssel der göttlichen Vision des eigenen Selbst und der Welt ist im Siddha Yoga Shaktipat, die spirituelle Einweihung des Schülers durch den Guru.

Über Shaktipat erlangt der Schüler Zugang zu seinem spirituellen inneren Potenzial, und die Kundalini-Energie im Schüler wird geweckt. Die Shaktipat-Initiation stößt einen selbstregulierenden Prozess an, und es heißt im Suchenden werden entsprechend seiner Bedürfnisse und Charaktereigenschaften alle Formen von Yoga zur angemessenen Zeit auftreten. Mithilfe weiterer spiritueller Praktiken wie Meditation, Mantrawiederholung, Gesang, Kontemplation, Studium und selbstlosem Dienen nutzt der Schüler das erweckte innere Potenzial, um auf seinem spirituellen Weg voranzuschreiten.

Mit der Zeit soll durch Gnade und die Bemühungen in der spirituellen Praxis das Gefühl des Getrenntseins vom Göttlichen verschwinden. Der Schüler erkennt, dass Gott in allen und allem ist. Die Welt wird als ein Spiel, Lila, der göttlichen Energien erfahren. Für einen Siddha-Yoga-Schüler ist der Tag der Initiation das größte Geschenk. Die Initiation erfolgt in weltweit stattfindenden Siddha-Yoga-Intensivseminaren.

Siddha-Yoga-Meister

Swami Muktananda

Swami Muktananda zu sehen sitzend auf dem Stuhl, lebte 1908-1982

Swami Muktananda, auch Baba Muktananda genannt, wurde am 16. Mai 1908 in Indien als Krishna Rau geboren. Seinen Meister Bhagavan Nityananda traf er erstmals im Alter von 15 Jahren. 1947 traf er wieder auf Bhagavan Nityananda und erhielt von ihm Shaktipat, die geistige Einweihung. Es heißt, 9 Jahre nach der Shaktipat-Einweihung erlangte Muktananda den Zustand der Gottverwirklichung.

Im Auftrag seines Meisters gründete er in Indien den Ashram Gurudev Siddha Peeth. Ab 1970 reiste er auf Anweisung seines Meisters in den Westen, um dort die Siddha-Yoga-Meditation zu verbreiten. Er hat über 600 Meditationszentren und mehrere Ashrams weltweit gegründet und zudem verschiedene Bücher verfasst.

Zudem gründete er in den USA die SYDA Foundation, die weltweit die Arbeit der Siddha-Yoga-Meditation koordiniert. Im Mai 1982 ernannte er wenige Monate vor seinem Tod zwei Nachfolger, Swami Chidvilasananda und ihren Bruder Swami Nityananda. Am 2. Oktober 1982 verließ Swami Muktananda seinen Körper.

Bhagavan Nityananda

Bhagavan Nityananda in jungen Jahren, lebte von 1897 - 1961

Bhagavan Nityananda, auch Bade Baba (der ältere Baba) genannt, wurde November/Dezember 1897 in Koyilandy, Kerala, in Südindien geboren. Er war ein indischer Guru. In West- und Südindien gilt er als einer der bedeutenden Heiligen unserer Zeit. Wer Nityanandas Guru war, ist unbekannt.

Bereits als Kind wurde ihm nachgesagt, spirituell ungewöhnlich weit entwickelt zu sein. Man sagte ihm nach, bereits als Erleuchteter geboren worden zu sein. Noch bevor er 20 Jahre alt war wurde er Bettelmönch. Er verbrachte seine Zeit damit, im Himalaya und an anderen Orten Yoga zu studieren und zu praktizieren. Um 1920 begab er sich wieder nach Südindien, wo er sich niederließ und bald bekannt wurde für Wunderheilungen, die er vollbrachte.

Nityananda gründete einen Ashram in der Nähe von Kanhangad, Kerala, der bis heute von Pilgern besucht wird. Um 1923 begab er sich ins Tansa Valley im indischen Bundesstaat Maharashtra. Er half der ansässigen Bevölkerung, indem er eine Schule errichtete und Nahrung und Kleidung zur Verfügung stellte. 1936 ließ er sich in Ganeshpuri im indischen Bundesstaat Maharashtra nieder. Dort gewährte er Swami Muktananda Shaktipat, die geistige Einweihung.

Als Guru lehrte er seine Schüler weniger über Gespräche oder Vorträge; die meiste Zeit saßen seine Schüler bei ihm und er schwieg. Nur hin und wieder sprach er zu seinen Schülern und beantwortete Fragen. Eine seiner Schülerinnen machte sich davon Notizen und veröffentlichte diese später in der Chidakasha Gita.

Bhagavan Nityananda verließ seinen Körper am 8. August 1961. Er wird bis heute von Swami Chidvilasananda als der zeitgenössische Ursprung des Siddha Yoga verehrt. Sein Samadhi-Schrein (die Ruhestätte eines großen Yogis) befindet sich in Ganeshpuri, etwa eine Meile entfernt vom Hauptashram des Siddha Yoga, Gurudev Siddha Peeth.

Die Organisation von Siddha Yoga

SYDA Foundation

Baba Muktananda

Die SYDA Foundation (SYDA = Siddha Yoga Dham of America) ist die zentrale Organisation des Siddha Yoga. Sie wurde 1973 von Swami Muktananda als gemeinnützige Organisation gegründet. Hauptsitz der SYDA Foundation ist der Shree Muktananda Ashram in South Fallsburg im Staat New York, USA. Ihre Aufgabe ist, die Siddha-Yoga-Philosophie und -Lehren von Swami Chidvilasananda, Swami Muktananda und Bhagavan Nityananda zu schützen, zu bewahren und zu verbreiten und auch künftigen Generationen die Möglichkeit zu bieten, Siddha-Yoga als gelebten Yoga zu erfahren.

Über den Siddha Yoga Bookstore der SYDA Foundation werden Audio- und Videoaufnahmen sowie Bücher und Lernmaterialien verbreitet, die auch in mehrere Sprachen übersetzt werden. Um die Genauigkeit der Siddha-Yoga-Lehren zu garantieren und weltweit eine einheitliche Darstellung sicherzustellen, gibt die SYDA Foundation zudem Richtlinien und Standards für die Siddha-Yoga-Ashrams, Meditationszentren und -gruppen weltweit heraus. Die Siddha-Yoga-Archive, Shakti Punja genannt, bewahren Materialien zur Geschichte des Siddha-Yoga und der Siddha-Yoga-Guru-Abstammungslinie auf.

Zudem pflegt die SYDA Foundation die Siddha-Yoga-Webseite, auf denen sowohl Interessierte als auch Anhänger über Siddha Yoga allgemein sowie über Veranstaltungen und offene Stellen in der Foundation informiert werden.

Die SYDA Foundation betreut auch die Arbeit folgender Institutionen:

  • Das PRASAD Project unterstützt seit 1992 bedürftige Kinder, Familien und Gemeinden in Indien, den USA und Mexiko durch Programme zu Gesundheit, Bildung und nachhaltiger Entwicklung.
  • Das Muktabodha Indological Research Institute wurde 1997 gegründet; seine Aufgabe ist es, alte indische Schriften und vedische Traditionen zu bewahren und zugänglich zumachen.
  • Das 1979 von Swami Muktananda gegründete Prison Project lehrt die Praktiken der Siddha-Yoga-Meditation in Gefängnissen mehrerer Länder.

Shree Muktananda Ashram

Der See Nityananda in der nähe des Shri Muktananda Ashrams Copyright

Der Shree (Shri) Muktananda Ashram wurde 1979 von Swami Muktananda gegründet. Er befindet sich in South Fallsburg im Staat New York, USA. Im Ashram befindet sich der Hauptsitz der SYDA Foundation, der zentralen Organisation des Siddha-Yoga. Im Ashram befinden sich das ganze Jahr über Schüler aus aller Welt, um dort mit Seva, selbstlosem Dienen, die Aufgaben der SYDA Foundation zu unterstützen. Zusätzlich gestalten die Schüler den Ashram-Tagesablauf durch Singen, Meditieren und dem Studium der Schriften.

Meditationscenter und Ashrams

Es gibt weltweit verschiedene Meditationscenter und Ashrams, in denen Gruppenmeditationen, Satsang und Shaktipat-Intensiv-Seminare stattfinden.

Gesangsgruppen

Es gibt weltweit Gesangsgruppen, auch Chanting Gruppen genannt, die sich zum gemeinsamen Singen von Mantras treffen.

Zusätzliches

Zudem gibt es noch den Gurudev Siddha Peeth Ashram in Indien, der allerdings nicht von der SYDA Foundation, sondern vom Gurudev Siddha Peeth Trust verwaltet wird. Gurudev Siddha Peeth (wörtl.: Wohnort der Siddhas) ist der erste Siddha Yoga Ashram und wurde 1956 von Swami Muktananda gegründet. Er befindet sich in der Nähe von Ganeshpuri, Maharashtra, Indien. Bhagavan Nityananda wies seinen Schüler Swami Muktananda an, sich an diesem Ort niederzulassen und einen Ashram zu errichten. In diesem Ashram befindet sich auch der Samadhi-Schrein (die letzte Ruhestätte für den Körper eines großen Yogis) von Swami Muktananda.

Bedeutung von Swami Chidvilasananda

Als alleiniges spirituelles Oberhaupt der Siddha-Yoga-Organisation mit mehreren Ashrams und rund 100 Meditationszentren weltweit ist Swami Chidvilasanandas Einfluss sicher nicht zu leugnen. Auch haben einige Prominente die Siddha-Yoga-Ashrams besucht, darunter Meg Ryan, Melanie Griffith, Don Johnson und Isabella Rossellini. Es gibt zudem das Gerücht, dass es sich bei dem namenlosen Guru aus dem Buch „Eat Pray Love“ von Elizabeth Gilbert um Swami Chidvilasananda handelt, was die Autorin bisher allerdings weder bestätigt noch verneint hat.

Siehe auch

Weblinks

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