Die Yoga Diät

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Die Yoga Diät - was ist das? Welche Empfehlungen gibt Yoga bezüglich der Ernährung? Gibt es vielleicht sogar eine Yoga abnehmen Diät?

Im Yoga wird eine vegetarische Ernährung empfohlen.

Sukadev abtwortet: Welche Ernährung wird im Yoga empfohlen?

Gibt es eine spezielle Yoga Diät? Wie ist die Yoga Ernährung? Kann man mit Yoga auch abnehmen? Mein Name ist Sukadev von Yoga Vidya und mir wurden diese Fragen gestellt.

Man kann die Frage nach der Yoga Diät auf zwei Weisen interpretieren. Zum einen die Diät im Ursprünglichen Sinne, ist eine Ernährungsform so würde man sagen die Yoga Diät ist die Yoga Ernährung. Das zweite wäre eine besondere Abnehmtechnik, eine besondere Yoga-Diät zum Abnehmen.

Was empfehlen Yoga-Meister und Meisterinnen für eine Ernährung?

Gewaltfreie Ernährung

Die Yoga Ernährung ist in erster Linie geprägt von Ahimsa (Nicht verletzten), du willst weder dich selbst, noch andere Geschöpfe verletzen. Somit muss die Yoga Ernährung gesund und notwendiger Weise vegetarisch sein. Du willst auch deiner Umwelt nicht schaden, somit gilt es darauf zu achten, dass man sich umweltfreundlich ernährt. In der heutigen Zeit des Klimawandels, und der Massentierhaltung, sollte jemand der die Yoga Ernährung ernst nimmt sich vegan ernähren.

In vielen alten Yoga Schriften werden Milchprodukte gelobt, dies geschah aber zu einer Zeit als die Kuh heilig war, und somit auch nie getötet werden durfte. Deshalb war es in Ordnung, dass man die Kuh als Haustier und hielt und ein Teil der abgegebenen Milch als Nahrung zu sich nahm, weil die Kuh im Normallfall nur ein Kalb auf die Welt bringt, und genügend Milch für zwei Kälber abgibt.

Dies war im alten Indien aber nur selten der Fall, und es waren nur sehr geringe Mengen an Milch, vielleicht ein viertel Glas pro Haushaltsmitglied, welche dann zu Joghurt verarbeitet wurde.

Unter natürlichen Umständen gibt die Kuh 2-3 Liter Milch am Tag, wovon das Kalb etwa die Hälfte braucht. Die andere Hälfte konnte deshalb in einer großen Indischen Familie von 10 Menschen verbraucht werden.

Heutzutage gibt es für Kühe keine andere Verwendung außer für Fleisch und Milch. Deshalb ist die Milchindustrie notwendigerweise mit der Fleischindustrie, und somit auch mit dem töten der Kühe verbunden. Des Weiteren müssen die Kälber direkt nach der Geburt, in der Bio-Milch Herstellung einige Tage später, aus hygienischen Gründen von der Mutter getrennt werden. Dies ist eine sehr große Grausamkeit, da die Mutter-Kind Beziehung bei Kühen genauso stark ist wie bei Menschen.

Wenn man also Milchprodukte konsumiert ist man notwendigerweise beteiligt an Grausamkeit.

Daher sollte die Yoga-Ernährung eine vegetarische, und im besten Fall eine vegane sein.

Energetische Aspekte der Ernährung

Die Yoga-Ernährung ist aber auch geprägt von Energie. Ziele im Yoga ist es mehr Energie und einen klaren Geist zu haben. Somit besteht die Yoga Ernährung aus 4 Hauptkategorien und weiteren zusätzlichen Nahrungsprodukten. Man sollte jeden Tag aus jeder der vier Nahrungskategorien etwas zu sich nehmen.

Dazu gehören:

  • Gemüse
  • Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte

Zusätzlich können noch kalt gepresste Öle, Saaten, Nüsse und Gewürze dazu kommen.

Wenn man also jeden Tag etwas von den vier Hauptkategorien etwas zu sich nimmt, hat man alles was man braucht. Außerdem sagen die Yogis man sollte die Nahrung so natürlich wie möglich zu sich nehmen. Also keine Fertiggerichte, keine Dosen- oder Tiefkühlkost, nach Möglichkeit sollte es frisch zubereitete Kost sein. Dies geht relativ zügig, Obst zum Beispiel kann man immer sofort essen ohne es zubereiten zu müssen. Man kann Keimlinge ziehen und diese mitnehmen, oder frisches Gemüse wie Karotten direkt essen. Manche Gemüsearten sind sehr schnell gekocht, das gleiche gilt für viele Getreide Sorten, so kannst du ohne großen Zeitaufwand gesund Nahrung zubereiten.

Frische Nahrung hat am meisten Prana, Lebensenergie, und deshalb kann man sagen dass eine Yoga Diät vor allem aus frischer Nahrung besteht. Darüber hinaus sagt Yoga das man die ungesündesten Dinge wie Fleisch, Fisch, Alkohol, Tabak und Drogen weg lassen sollte, und auch darauf zu achten ist nicht zu viel Zucker einzunehmen. Du solltest einfach drauf achten was dir gut tut. Also nach dem Essen in sich reinspüren und dann wirst du merken ob das was du ist sich für dich gut anfühlt, so kannst du am besten deine eigene persönliche Diät zusammenstellen.

Zusammenfassend könnte man sagen, als erstes sollte man alles weglassen was andere Wesen in irgendeiner Art schädigt. Zweitens gilt es die ungesunden Dinge wegzulassen. Drittens auf sich selbst hören und dich deinen Bedürfnissen anpassen.

Im Yoga spricht man auch über Sattvige, Rajasige und Tamasige Ernährung. Im Ayurveda wird über Dosha-Gerechte Ernährung gesprochen. Es gibt also noch deutlich mehr zu beachten.

Auf der Internetseite von Yoga Vidya findest du viele Informationen zum Thema yogische Ernährung.

Yoga Diät zum Abnehmen

Gibt es im Yoga eine spezielle Abnehmdiät?

Zunächst einmal gilt, wenn du Yoga übst kannst du grundsätzlich gut abnehmen.

Es gibt einige gute Studien die zeigen, dass Menschen die medizinisch adipös waren, das heißt ein Body-Mass-Index über 30 hatten, die anfingen regelmäßig Yoga zu üben innerhalb von wenigen Monaten 5-6 Kilogramm verlieren und das neue Gewicht halten konnten.

Yoga hilft dabei mehr bei sich selbst anzukommen. Oftmals liegt das Übergewicht eines Menschen an dem sogenannten Stress-Essen, und wenn man durch Yoga generell entspannter wird, dann braucht man nicht den Ausgleich durch zusätzliches Essen. Des Weiteren essen viele Menschen übermäßige Mengen auch aus Frust, und wenn man durch Yoga mehr Lebensfreude empfindet, dann gibt es immer weniger Gründe für Frust-Essen.

Letztendlich ist die zuvor beschriebene Yoga-Diät an sich auch sehr gesund. Lässt man Fleisch und Milchprodukte weg, welche viel ungesundes Fett enthalten, ist das schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dann gilt es nur noch darum auf Zucker zu verzichten. Wenn man seinen Zuckerkonsum stark einschränkt oder gänzlich darauf verzichtet, dann befolgt man eine sehr gesunde Ernährung.

Mit Hilfe des Ayurvedas kann man noch in tiefer in das Thema gesunde Ernährung einsteigen. Dort findet man viele verschiedene Diäten, die unter anderem zum Entgiften gedacht sind. Zum Beispiel gibt es die Kitchery-Ernährung, in welcher du vor allem Reis und Mungbohnen isst.

Im Yoga gibt es Fastenkuren, und manchmal werden für beschränkte Zeiten auch Rohkostdiäten empfohlen. In alten indischen Schriften kann man lesen, dass kranke Menschen früher eine Zeit lang auf Feuer verzichtet, das heißt nur Rohkost gegessen haben, Yoga geübt haben und dadurch wieder gesund geworden sind.

So könntest du aus den Yoga Ernährungsprinzipen eine Diät entwickeln die auch zum Abnehmen geeignet ist. Normalerweise geht es Yogis nicht in erstes Linie darum abzunehmen. Sondern sich gesund zu ernähren und ein gesundes Gewicht zu finden, das einem selbst gegenüber angemessen ist. Am besten geht das, wenn man regelmäßig Yoga übt und sich gesund ernährt.

Mehr information über Yoga Ernährung findest du auf unseren Internetseiten von Yoga Vidya. Du kannst suchen nach Yoga Ernährung, Yoga Kochbuch oder nach Rezepten und Videos zu dem Thema.

Video: Die Yoga Diät

Hier findest du ein Vortragsvideo über "Die Yoga Diät":

Ein Vortragsvideo vom Yogalehrer Sukadev über Yoga Ernährung, aus der Gruppe von Vorträgen rund um Gesundheit.

Swami Sivananda zum Thema: Yoga-Diät

Frisches Gemüse ist voller Prana

- Auszug aus dem Buch "Der dreifache Yoga" von Swami Sivananda -

Eine Diät, welche die Yogaübungen und die geistige Entfaltung fördert, heißt Yoga-Diät. Diät und Geist stehen in unmittelbarer Beziehung zueinander. Der Geist wird aus dem feinsten Gehalt oder der Essenz der Nahrung geformt.

Vom Einfluss der Nahrung

Durch reine Nahrung wird man im innersten Wesen rein. Die Reinigung des innersten Wesens eines Sadhaka führt zur Aufmerksamkeit auf das Selbst und die Selbstverwirklichung. Die Nahrung spielt bei der Meditation eine bedeutende Rolle. Verschiedene Speisen haben in den einzelnen Bereichen des Hirns verschiedene Wirkungen. Die Nahrung sollte leicht nahrhaft und Sattwig sein, um die Meditation zu fördern. Es gibt dreierlei Diät: Sattwig-Diät, Rajasig-Diät und Tamasig-Diät.

  • Die Eigenschaften der Nahrung. Milch, Hafer, Datteln, Früchte, Gemüse, Weizen, Butter, Honig, Mandeln sind sattwige Nahrung. Sie machen den Geist rein und ruhig.
  • Fisch, Eier, Fleisch, Cayennepfeffer, Asafötida sind rajasige Nahrung, sie erregen Leidenschaften.
  • Rindfleisch, Wein, Knoblauch, Zwiebeln und so weiter sind tamasige Nahrung. Sie erfüllen den Geist mit Zorn, Finsternis und Trägheit.

Ein Yogaschüler sollte auf alle Nährmittel verzichten, welche den Yogaübungen abträglich sind.

Die rechte Diätwahl

Man sollte Senf, Saures, Heißes und Scharfes, Asafötida, Abmagerung des Körpers durch Fasten und so weiter meiden. Havis Annam, eine Mischung aus gekochtem Reis und ausgekochter Butter ist bei Yogaübungen sehr förderlich. Cheru ist bei Yogaübungen sehr zu empfehlen. Reis mit ausgelassener Butter, weißem Zucker und Milch gekocht, das ist Cheru. Dein Instinkt oder die innere Stimme wird dich bei der Auswahl der Speisen richtig leiten. Du bist selbst der beste Richter, um eine Sattwige-Yoga-Mahlzeit zusammenzustellen, das deinem Temperament und deiner Körperverfassung gemäß ist. Die Diät muss die körperliche Leistungsfähigkeit, gute Gesundheit und Geistesstärke sichern. Das Wohlbefinden des Menschen hängt von vollkommener Ernährung ab.

Diäthinweise

Mancherlei Darmkrankheiten, gesteigerte Empfindlichkeit für ansteckende Krankheiten, Mangel an Lebensfrische und Widerstands-kraft, englische Krankheit, Skorbut, Anämie oder Blutarmut, Beriberi kommen alle von falscher Ernährung. Kenntnisse der Ernährungswissenschaft sind für jedermann wichtig, wenn er sich körperliche Leistungsfähigkeit, gute Gesundheit und ein hohes Maß von Frische und Lebenskraft erhalten will. Milch ist schon für sich allein ein vollkommenes, in sich ausgeglichenes Nahrungsmittel, eine ideale Ernährung für Yogis während der Pranayamaübung. Auch Zucker und Butter-Candy sind für Pranayama Ausübende sehr segensreich, sie kühlen den Organismus. Man sollte die Milch nicht kochen. Sobald der Siedepunkt erreicht oder nahe ist, soll man sie vom Feuer nehmen. Zu langes Kochen zerstört die Vitamine und macht Milch als Diät völlig wertlos. Kaue Myrobalan von der gelben Art, es ist ein gesundheitsförderndes Mittel.

Sei klug! Ändere deine Diät nicht plötzlich. Wenn du etwas ändern willst, dann allmählich und langsam. Kaue die Nahrung gründlich, nur dann wird sie leicht verdaut, leicht verarbeitet und assimiliert. Man brauche eine wohl ausgeglichene, nicht aber reichliche Diät. Verzichte auf üppige Nahrung, sie verursacht Erkrankungen der Leber, der Nieren und der Milz. Du bist, was du isst. Vielfrass und Epikuräer sollen sich nicht einbilden, dass sie mit Yoga Erfolg haben werden. Nur wer mäßig isst und seine Diät gut durchdacht hat, kann ein Yogi werden. Iss nur solange, bis der Magen halb voll ist. Fülle ein Viertel des Magens mit Wasser und lass das übrige Viertel leer, damit die Magengase Platz haben. Das ist mäßige Diät. Bringe deine Speise dem Herrn dar, ehe du sie verspeist. Mache keine Yogaübungen unmittelbar nach dem Essen oder wenn du hungrig bist. Bevor du mit den Übungen beginnst, nimm ein wenig Milch und Butter.

Eigenschaften der Nahrungsmittel

Alle Nahrungsmittel, welche Lebenskraft, Energie, Stärke, Gesundheit und Freude steigern, die wohlschmeckend, milde, bekömmlich, nahrhaft und angenehm sind, sind Sattwig. Bittere, saure, salzige, übermäßig heiße, scharf gewürzte, trockene und brennende Nahrungsmittel, die Schmerzen, Beschwerden und Krankheiten erzeugen, sind Rajasig. Tamasig sind Nahrungsmittel, die fest, geschmacklos, faulig, verdorben oder unsauber sind. Man sollte auf alles verzichten, was faulig, altbacken, in Fäulnis übergegangen, unsauber, aufgewärmt, über Nacht gestanden ist, wie auch unreife oder überreife Früchte. Eine wohl ausgewogene Diät muss entsprechende Mengen Protein, Kohlehydrate, Fett, Minerale und so weiter enthalten.

1/3, um zu leben!

Wer lebt, um zu essen, ist ein Sünder, aber wer isst um zu leben, ist wahrlich ein Heiliger oder ein Yogi. Wir brauchen Nahrung, um die Körperwärme zu erhalten (und neue Zellen aufzubauen und den Kraftverbrauch des Körpers zu ersetzen). Deine Speise sei natürlich und einfach. Wer meditiert, braucht sehr wenig Nahrung.

Nimm Zitronensaft und Honig am Morgen. Das macht gesund, kräftig und reinigt das Blut. Abends soll man nur leichte Speisen essen. Eine Tasse Milch und einige Früchte genügen. Nur dann wird man morgens früh zum Meditieren aufstehen können. Abends keinen Reis essen! Einfache, natürliche, reizlose, Gewebe bildende, Energie erzeugende, alkoholfreie Nahrung und Getränke machen den Geist ruhig und rein und helfen dem Yogaschüler, das Ziel des Lebens zu erreichen. Fruchtdiät ist für den Yogi sehr empfehlenswert. Sie übt einen wohltätigen, beruhigenden Einfluss auf den Organismus und reinigt ihn. Sie ist eine positive Diät. Spinat, Parwal, bitterer Kürbis, Flaschenkürbis, Seendil, Ponnangani und Chiru Keerai sind alle sehr empfehlenswert.

Fleisch essen ist schädlich!

Fleisch ist keineswegs notwendig, um sich bei guter Gesundheit zu erhalten. Fleisch ist der Gesundheit äußerst abträglich. Es lässt Bandwürmer aufkommen und macht die Nieren krank. Tiere um des Fleisches willen zu töten, ist eine große Sünde. Wer Fleisch und so weiter isst, hat große Schwierigkeiten, seinen Geist zu beherrschen. Beachte, wie wild der fleischfressende Tiger ist und wie freundlich und liebenswürdig die Kuh und der Elefant, die sich nur von Pflanzen ernähren.

Allgemeine Hinweise

Nimm Nahrung zu dir, wenn Pingala oder Surya Nadi im rechten Nasenloch fließt. Surya Nadi heizt. Es verarbeitet die Nahrung gründlich. Schlafe nachts auf der linken Seite. Die Nahrung wird dann gut verdaut. Nach einer Mahlzeit sitze zehn Minuten in Vajrasana Stellung. Das fördert die Verdauung.

Verzichte auf Öl, saure Milch, Geröstetes, Kürbis, Cayennepfeffer und Tamarinden. Überlade den Magen nicht am Abend. Wenn man zuviel gegessen hat, schläft man zu lange und versäumt die Meditation am frühen Morgen. Verzichte auf Tee und Kaffee. Iss und trink als Herr deiner selbst. Giere nicht nach besonderen Speisen. Werde kein Sklave von Essen und Trinken. Mache nicht viel Wesen aus der Essensfrage. Sei mit einfacher, natürlicher Nahrung zufrieden.

Fragen

Auf welche Weise beeinflußt die Nahrung die menschliche Gesundheit?
Was für Diät soll der Yogaschüler beachten? Was für Speisen muß er meiden?
Nenne einige Sattwige-, Rajasige- und Tamasige-Nahrungsmittel.
Welche wichtigen Nahrungsmittel fördern Yogaübungen?
Was ist Mitahara?
Wie verdaut man gut?
Woran erkennt man Sattwige-, Rajasige- und Tamasige-Nahrungsmittel?
Warum sollen wir überhaupt essen?
Welche nachteiligen Wirkungen hat der Fleischgenuss?
Warum soll man seinen Magen nicht überladen?

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