Yoga für Senioren unterrichten

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Yoga für Senioren unterrichten: Willst du wissen, was es als Yogalehrer/-in beim unterrichten von Hatha Yoga ab einem gewissen Alter zu beachten gibt? Oder welche verschiedenen Grade von Seniorität es gibt und wer ist überhaupt Senior? Und wie kann man solche Yogastunden für Senioren benennen? Bei der Yogalehrer Ausbildung spricht man meist von Seniorenyoga. Aber welche anderen Bezeichnungen sind vielleicht populärer?

Seniorenyoga unterrichten

Yoga üben für Energie und gute Gesundheit

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2020 -

Tipps für Yogalehrende

Willst du wissen, was es beim Unterrichten für Menschen ab einem gewissen Alter zu beachten gilt? Welche verschiedenen Grade von Seniorität es letztlich gibt? Und wie man vielleicht die Yogakurse gut benennen kann? Ja, darüber möchte ich heute sprechen. Gleich der Hinweis, dies ist kein Yoga Übungsvideo, Yoga Übungsvideos gibt es in Hülle und Fülle auf den Yoga Vidya Internetseiten. Dies ist ein kurzes Video oder Audio mit Tipps zum Unterrichten.

Zunächst einmal wer ist überhaupt Senior, wer gehört zu den Senioren? Das ist heute gar nicht so einfach. Und wie benennt man sie eigentlich? Ich kann mich noch erinnern, als ich mit 18 Jahren begonnen habe Yoga zu unterrichten, da galt man ab 50 als Senior. Ich würde mich heute nicht als Senior bezeichnen, obgleich ich über 50 hinaus bin und der Kameramann runzelt auch gerade die Stirn…, der ist auch inzwischen bei den 50 angekommen und würde sich auch nicht als Senior bezeichnen.

Vielleicht ab 60, vielleicht ab 70, vielleicht ab 80, vermutlich 60/ 70 ist irgendwo das Alter, wo mindestens manche sich als Senioren bezeichnen. Oder zumindest diese Bezeichnung nicht vehement ablehnen würden. Gut dann gibt es ja auch verschieden andere Aussagen, Yoga für Junggebliebene oder Yoga ab 50 oder ab 60. Wobei es meine Erfahrung ist, wenn es heißt Yoga ab 50, dann kommen hauptsächlich die über 60-jährigen. Wenn es heißt Yoga ab 60, dann kommen die über 70-jährigen. So haben wir tatsächlich eine Weile Yoga ab 50 genannt und ich weiß nicht, vielleicht haben wir das jetzt noch in der Broschüre. Oder es gibt die Silver Ager, das ist, das die Haare ab einem gewissen Alter sich Silber färben. Aber viele, gerade die Frauen und manche Männer färben sich die Haare. Da sieht man gar nicht, dass sie Silver Ager sind. Und dann gibt es noch die Best Ager und es gibt auch noch Golden Yoga, so wurde es mal in Amerika bezeichnet, das Golden Yoga, Yoga für Senioren.

Ja, wie nennt man das jetzt gut. Ich habe da jetzt auch keine wirkliche Lösung. Im Französischen gibt es eigentlich einen guten Ausdruck troisième âge, drittes Lebensalter und dann gibt es noch den quatrième âge, das ist dann das letzte Alter. Und tatsächlich betrifft es sowas wie troisième âge, Yoga für Senioren. Wichtig ist, erstes Lebensalter ist das Aufwachsen, zweites Alter ist letztlich von 20 bis eben um die 60-70, drittes Lebensalter irgendwo 60 bis 75 und dann kommt schließlich 80, 85 bis zum Schluss.

Ich will es nochmal auf eine andere Weise definieren, weniger mit Terminologie und weniger mit festem Alter. Yoga für Senioren sind letztlich Menschen die in einem Alter sind, wo sie bemerkt haben, dass körperliche und physische Leistungsfähigkeit anfängt abzunehmen und wo es immer mehr Einschränkungen geben kann. Oder sie mindestens bei ihrem Altersgefährten erleben, dass die körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeiten abnehmen können. Unabhängig davon, ob man jetzt Senioreneintrittsalter 55 oder 65 oder 70 sehen will, man kann die Senioren in drei Gruppen einteilen:

  • Es gibt die sogenannten fitten Senioren,
  • es gibt die Senioren mit leichten Einschränkungen und verschiedenen Erkrankungen
  • und es gibt die Senioren, die nicht mehr in der Lage sind selbstständig sich hinzulegen und wieder aufzustehen.

Yoga für die fitten Senioren

Fangen wir mit dem Ersten an, die fitten Senioren. Fitte Senioren sind solche die vielleicht Zeit ihres Lebens Sport gemacht haben, Yoga gemacht haben, Gymnastik gemacht haben. Diese sind fit, selbst wenn sie 65, 70 sind oder sogar 75. Die hätten auch keine Probleme einen Dauerlauf zu machen. Sie fahren Fahrrad, sie gehen auf Wanderungen, sie machen Bergsteigen und so weiter. Diese Gruppe der fitten Senioren, die können in ganz normalen Yogakursen dabei sein. Und sind auch gerne in Yogakursen wo auch jüngere Menschen da sind und besonders freuen sie sich, wenn sie mit 20-jährigen zusammen sind und dann vielleicht in besserer körperlicher Verfassung sind als die 20, 25-jährigen.

Es gibt etwas zu beachten trotzdem, bei diesen fitten Senioren auch wenn sie durch körperliches Training und auch geistige Wachheit fit sind, Gehör lässt oft etwas nach. Und so ist es wichtig, wenn du Menschen über 55, 60 unterrichtest, dass du laut genug sprichst. Ja, es gibt auch jüngere die schlechter hören. Aber wenn du 20-30-jährige hast, da schadet es auch nichts, wenn du in der Tiefenentspannung relativ leise bist. Aber wenn du Menschen über 50 in einem Kurs hast, pass auf, dass du laut genug sprichst.

Wenn du Menschen über 50 hast und sie tun nicht was du ansagst sind die nicht renitent und auch nicht respektlos gegenüber dir, wo du jünger bist und es ist nicht so, dass sie sich von Jüngeren nichts sagen lassen wollen, sie hören dich nicht. Du bist zu leise. Oder wenn du jemand über 50 oder über 60 siehst der ständig die Augen aufmacht und andere anguckt, dann ist der nicht jemand der deinen Worten nicht folgt und obgleich du immer wieder sagst, sie sollen die Augen geschlossen halten die Augen öffnen, sondern du bist zu leise. Du kannst ja mal ausprobieren, du kannst einfach mal in deiner leisen meditativen Stimme sagen „Hebe das rechte Bein hoch.“ und dann schau mal wer das Bein unten lässt. Und das sind manchmal Menschen die diesen Test machen, die in ihrer langsamen Entspannungsstimmung sagen „Jetzt hebe das rechte Bein hoch.“ Sie sind zum Teil ganz entsetzt das die Hälfte das Bein nicht hochhebt. Wenn du in deiner meditativen Entspannungsstimme sprichst und Menschen tun nicht, was du sagst, hast du die anderen entweder eingeschläfert mit deiner langweiligen Singsang-Stimme oder du sprichst einfach zu leise.

Also, Prinzip für fitte Senioren sprich laut genug, sprich deutlich und frage den Menschen nach der Stunde einfach so, habe ich heute laut genug gesprochen. Beginne nicht, du bist ja der einzige über 70 und so möchte ich dich fragen, ob du als Senior mich verstehst. Mache das nicht. Dann frag nur einfach nachher „War ich heute laut genug?“. Das ist alles. Keine Vorrede. Oder du könntest auch irgendwo in der Mitte der Stunde auch fragen „Versteht ihr mich?“ oder „Wer meint, ich sollte etwas lauter sprechen?“. Das ist manchmal auch besser, als zu sagen „Bin ich laut genug?“, denn Menschen wollen nicht auffallen. Wenn sie sagen bin ich laut genug – o.k. im Verhältnis zu was? Aber du könntest fragen „Wäre es besser, wenn ich etwas lauter spreche?“. Und dann werden die ein oder anderen etwas sagen. O.k. und dann können die fitten Senioren alles mitmachen wie die anderen auch.

Vielleicht noch etwas zu den fitten Senioren. Meistens wenn ich jetzt schon im engeren Sinne sage, Senioren sind die über 65 und selbst die über 60-jährigen, meistens haben die meisten mehr Zeit als Andere. Die fitten Senioren sind ja auch solche die sonst sich Zeit nehmen konnten überhaupt fit zu sein, Sport zu treiben und so weiter. Die haben typischerweise keine unter 14-jährigen Kinder mehr, das mag so bei Männern mal anders sein, aber normalerweise haben die keine unter 14-jährigen Kinder mehr und sie haben also etwas mehr Zeit und sie sind oft auch etwas geselliger.

Eine Erfahrung war, dass Menschen über 60/65 gerne früher zum Yogaunterricht kommen und länger im Yogazentrum bleiben. Und so ist ein Tipp für Seniorenyoga, schaffe die Möglichkeit, dass die Menschen etwas früher kommen und länger bleiben können. Sie unterhalten sich gerne, sie sehen gerne Gleichgesinnte und sie fühlen sich irgendwo unter Yogamenschen gut. Deshalb gehen sie ja in das Yogazentrum.

Ein weiteres ist, Menschen in diesem Alter, die suchen sich gerne eine Yogaschule, wo sie die nächsten Jahre bleiben. Meine Erfahrung war immer, dass in Yogazentren, wo ich Menschen, jetzt muss ich sogar sagen ab 50, wenn ich diesen einen guten Yogaunterricht gegeben habe, dann blieben die auf Jahre treu. Sie waren auch solche die gerne mitgeholfen haben im Zentrum, bei der Rezeption mitgeholfen haben. Die vielleicht bei der Buchführung mithelfen. Bei anderem mithelfen und für die praktisch das Zentrum ihr Zuhause wird, ihre neue Wirkungsstätte.

Fitte Senioren zwischen 55 und 70 sind schon solche die gerne ihre Kraft und ihre Energie und ihren Elan und ihr Wissen gerne wieder in den Dienst der Allgemeinheit bringen. Bei Frauen kommt dazu, es ist immer noch so, dass die jetzt 55-70-jährigen oft ihre Kinder als Vollhausfrau oder höchstens einen Teilzeitarbeitsplatz habend, groß gezogen haben. Die Kinder sind langsam aus dem Haus und die über 14-jährigen haben anderes zu tun, als sich mit Mama und Papa rumzuschlagen. Eigentlich ist die Erziehung mit vierzehn zu Ende und zu probieren dort allzu viel einzuwirken führt eher zu überflüssiger Energieverschwendung und so könnte jetzt die Mutter sich mehr um Anderes kümmern, versuchen berufstätig zu werden.

Oft gelingt das zum einen zum Beispiel mit Yogaunterricht, manchmal Teilzeitbeschäftigung und manchmal eben auch sind es Menschen die gerne im Yogazentrum mitwirken und mithelfen und deren Fähigkeiten eben auch ganz besonders sind. Jemand der Kinder groß gezogen hat, hat Einfühlungsvermögen gelernt, hatte gelernt mit anderen Menschen gut umzugehen, Kindergeburtstage zu organisieren, so viele andere tolle Eigenschaften. Das sind tolle Menschen, die im Yogazentrum sich engagieren und meistens haben sie auch eine gute Bildung gehabt, wenn sie in das Yogazentrum gehen und sich einbringen wollen und hatten auch schon einen guten, mindestens Beginn des beruflichen Lebens.

Was ich sage ändert sich vielleicht oder hoffentlich in 20 oder 30 Jahren. Es ist jetzt das Jahr 2018. Und vielleicht wird sich das etwas auspegeln mit Männern und Frauen, wer sich um die Kinder kümmert und wer seiner Karriere nachgehen wird. Aber wie in 20-30 Jahren das Arbeitsleben aussehen wird, weiß man sowieso nicht. Und wie dann vielleicht in 60-80 Jahren die bis dahin fitten Senioren aussehen werden, wissen wir auch nicht. Und ob ich in der Lage bin, dann nochmal ein neues Video darüber zu machen, gilt auch noch abzuwarten.

O.k., also nächster Punkt. Senioren, auch die fitten Senioren haben schon etwas Zeit und sie sind treuer, sie bleiben bei dem. Sie reisen ein bisschen mehr als andere, weshalb sie manchmal ein paar Wochen nicht da sind, wo du dir vielleicht Sorgen machst und dann sind sie plötzlich wieder da. Aber sie bleiben typischerweise in der Yogaschule die sie irgendwo für gut finden und wenn du guten Yogaunterricht gibst und die Menschen mit Respekt behandelst, dann werden diese sehr dauerhaft bei dir bleiben.

Währenddessen die 18-19-jährigen die wollen sich oft ausprobieren, die probieren diese Yogaschule aus, jene Yogaschule aus, ziehen für ein Studium um oder für ein Auslandspraktikum oder nach dem Bachelor machen sie den Master oder wenn sie ihre Klempnerausbildung zu Ende haben ziehen sie woanders hin und sie verlieben sich, bekommen Kinder, ziehen aufs Land oder wie auch immer. Also so schön es ist junge Menschen zu unterrichten, die vielleicht einen offenen Geist haben, ihr Leben vor sich haben, denen du vielleicht auch Inspiration geben willst und die vielleicht auch schnellere Fortschritte machen, so schön ist es Menschen zu unterrichten die langfristig dabei bleiben. Es kommt noch eines dazu. Wenn die Senioren tatsächlich Zeit haben, es trifft nicht für alle zu, heißt das auch, dass Senioren oft auch häufiger als einmal in den Yogaunterricht kommen können.

Wenn du meinst das stimmt nicht, das Senioren tatsächlich Zeit haben, dann schreib doch bitte einen Kommentar, es ist immer schön, wenn sich ein bisschen was tut bei den Kommentaren. Immerhin gibt es jetzt einige die diese Vorträge mit gefällt mir anklicken. Die Kommentare sind immer noch erheblich ausbaubar. Vielleicht sollte ich mal etwas ganz unsinniges sagen, vielleicht kriege ich dann mehr Kommentare dazu. Also großer Tipp schreibt mal Kommentare ich freue mich darüber.

Es heißt auch, dass sie zu anderen Zeiten kommen können als andere wenn sie über 65 sind oder eben nicht mehr Hausfrau und Mutter, beziehungsweise sich aber nicht mehr den ganzen Tag um die Kinder kümmern müsste und vielleicht auch den Mut hat nicht ständig Taxifahrerin zu sein. Kinder können mit dem Fahrrad fahren, sie können mit der U Bahn fahren, sie können mit dem Bus fahren, sie können Mitfahrgelegenheiten mit anderen Jugendlichen organisieren. Mütter müssen nicht als Haupttätigkeit Taxifahrerin spielen.

O.k. jetzt muss ich aufpassen, dass ich zu weit abgehe. Also wieder zurück, oft haben sie mehr Zeit und sie machen auch gerne zusätzliche Übungen und dann machen sie vielleicht auch bessere Fortschritte als die Jüngeren. Soweit also fitte Senioren. Es gibt noch einen Grund weshalb, wenn man Seniorenyoga auch anbieten kann für fitte Senioren, weil sie manchmal zu Zeiten Zeit haben, wo die Jüngeren keine Zeit haben. Und so kannst du um 16:00 Uhr einen Seniorenyogakurs haben und so ist dein Yogastudio vielleicht zu Zeiten gefüllt, wo berufstätige nicht regelmäßig Zeit haben. Und so habe ich auch in vielen Yogazentren um 16:00 Uhr Seniorenyoga unterrichtet. Habe ich auch immer gerne unterrichtet. Es gab auch 10:30 Uhr Unterricht und das es so zu Ende ist, dass die Senioren noch nach Hause fahren können, sich etwas zu essen machen können oder für den Partner und sich selbst essen machen können. Das darf also auch nicht zu spät sein, so 10:00 Uhr oder spätestens 10:30 Uhr ist gut, dann kann auch um 12:00 Uhr gekocht werden oder 12:15 Uhr, das 13:15 Uhr, 13:30 Uhr das Essen auf dem Tisch ist. Alles kleine Dinge, die es zu beachten gilt.

Yoga für Senioren mit kleineren Einschränkungen

Der Drehsitz massiert die Bauchorgane und fördert die Flexibilität der Wirbelsäule

Zweite Gruppe der Senioren sind Senioren mit der ein oder anderen Einschränkung. Die meisten Menschen über 50, die nicht vorher Yoga geübt haben, fangen an mit den ein oder anderen Weh-Wehchen, Bluthochdruck, Arthrose, chronische Rückenprobleme, Herz-Kranzgefäß Probleme, Autoimmunerkrankungen kumulieren sich und natürlich Frauen sind in den Wechseljahren. All das kann zu bestimmten Einschränkungen führen.

Und gerade, wenn es dann über 60, 65 wird, kann das heißen, dass die Teilnahme am normalen Anfängerkurs nicht mehr so einfach ist, wenn diese Altersgruppe nicht zu den fitten Senioren gehört. Wir haben auf unseren Internetseiten eine Reihe, die nennt sich Yoga für den Rücken und dort gibt es eben auch einen fünfwöchigen Rückenyogakurs und der eignet sich auch sehr gut für Seniorenyoga, wobei du dort natürlich dann die Atemübungen mit integrieren solltest. Die werden bei dem Rückenyogakurs weggelassen. Aber du könntest anhand dieses Rückenyogakurses den Seniorenyogakurs nutzen.

Letztlich gilt aber auch, wir haben ja auch den zehnwöchigen Yoga Anfängerkurs als Stundenbild für Präventionskurse für die Krankenkasse angepasst. Dort wird eben auch gesagt von der ZPP der Zentralen Prüfstelle für Prävention, das Kopfstand und Schulterstand nicht gemacht werden sollen und dort haben wir eben auch ein Stundenbild ohne Kopfstand, Schulterstand und dann ist der Rest recht gut machbar.

Also für diese zweite Gruppe kannst du dich an dem Rückenyogakurs orientieren, den es auf unseren Internetseiten gibt oder eben diesen ZPP Kurs. Vielleicht noch etwas sanfter, als einfach diesen zehnwöchigen Kurs auf zwanzig Wochen auszubauen und dann können die nicht mehr ganz fitten Senioren dort gut mit umgehen.

Zu dieser zweiten Gruppe gehören natürlich auch viele Senioren die verschiedenste Beschwerden haben. Auch junge Menschen haben Beschwerden, aber mit steigendem Alter, gerade bei Menschen die nicht so viel Yoga geübt haben, steigt auch die Anzahl von Beschwerden, beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit irgendwo Arthrose zu haben oder irgendwelche sogenannte Abnutzungserscheinungen zu haben oder eben Bluthochdruck oder nach einer Krebs-Behandlung wieder in den Alltag zu kommen und so weiter.

Und so gibt es ja auch bei Yoga Vidya die Weiterbildung „Yoga bei Beschwerden“. Es gibt auch die Seniorenyoga Übungsleiterausbildung. Aber gerade die Weiterbildung „Yoga bei Beschwerden“ ist ausgesprochen gut, wenn du Seniorenyoga unterrichten willst und die Zielgruppe schon die Menschen umfasst, die leichtere Einschränkungen haben, so dass manche der Übungen abgewandelt werden müssen und andere Übungen eingefügt werden, die den Menschen helfen diese Einschränkung wieder zu überwinden. Ich muss zugeben, ich selbst habe immer diese zweite Gruppe ganz besonders gerne unterrichtet, also Senioren die schon gemerkt haben, dass die letzten fünf bis zehn Jahre immer mehr nicht geht, dass dort immer weitere Einschränkungen kommen. Wenn die nämlich mit Yoga anfangen, dann ändert sich plötzlich wieder ihre Lebenserfahrung. Es ist nicht so, dass immer mehr das ein oder andere weggeht, sondern es gehen plötzlich Dinge, die noch nicht mal in der Jugend gegangen sind.

Man kann auch Menschen mit leichten Einschränkungen ermutigen und kann ihnen helfen wieder flexibel zu werden. Vielleicht flexibler als sie jemals waren. Man kann ihnen helfen Gleichgewichtsübungen zu machen. Ich hatte schon Senioren gehabt, die als sie mit Yoga begonnen hatten schwere Formen von Arthrose hatten, nicht mehr gut gehen konnten, die nach fünf bis zehn Jahren Yoga den Skorpion alleine üben konnten. Da waren sie dann über 80 gewesen. Also das geht durchaus. Hier also für Menschen mit leichten bis mittelschweren Einschränkungen gilt also, fange langsamer an, lasse Menschen lernen sich zu entspannen, sich wohl zu fühlen.

Auch achte natürlich auf alle Prinzipien, die wir bei Yoga Vidya beachten, Atmung, Entspannung, Konzentration, Bewusstheit. Äußere vielleicht häufiger deine Anerkennung, wenn Senioren etwas weiter kommen. Hilf durchaus, sprich natürlich ausreichend laut, alles andere was ich vorher gesagt hatte gilt weiter. Und wenn die Senioren dann länger kommen, dann würde ich durchaus stärkere Ermutigung machen und den Senioren durchaus helfen weiter voranzuschreiten. Das ist wie eine neue Perspektive auf das Leben, dass es eben nicht so geht, dass jetzt Fähigkeiten verloren gehen, sondern dass es jetzt plötzlich wieder bergauf geht.

Eine Besonderheit sind sicherlich Senioren die länger als 10-20 Jahre Yoga üben. Das gibt es ja jetzt auch. Es ist ja das Jahr 2018. Die ersten Yogawellen gab es ja schon in den 60er, 70er Jahren und immer wieder hat sich die Anzahl der Yogateilnehmer erhöht. Inzwischen haben wir hier bei Yoga Vidya immer wieder Ausbildungsteilnehmer, die sagen, wie sie zum Yoga gekommen sind, meine Mutter oder mein Vater haben Yoga geübt und ich habe einfach mit geübt und jetzt will ich mal selbst eine Ausbildung machen.

Und so gibt es auch Menschen, die in Seniorenyogakurse kommen, die vielleicht schon seit 20, 30, 40 Jahren Yoga üben. Aber vielleicht sich nicht mehr ganz so lange so intensiv anstrengen wollen. Hier hast du dann zwei verschiedene Menschen im Seniorenkurs. Die einen sind relativ neu und die könnten, weil sie eben bisher wenig geübt haben relativ zügig mit Üben weitere Fortschritte machen und die anderen üben ja schon regelmäßig und lange und die haben sicherlich erheblich weniger Probleme als die sonstigen Gleichaltrigen. Aber sie werden damit konfrontiert, dass sie eben auch wenn sie den Yogakurs besuchen eben nicht weitere Fortschritte machen in der körperlichen Flexibilität, Kraft und Leistungsfähigkeit, aber sie spüren Prana und neue Freude.

Dann gilt bei dieser zweiten Gruppe der Senioren, dass es gut ist, wenn du einen gründliches Wissen hast wie du Yogastellungen variieren kannst, um auch bei verschiedenen Einschränkungen besser eingehen zu können. In dem großen Yoga Vidya Asanabuch findest du ja für jede Stellung eine Fülle von Variationen unter anderem auch einfachere Variationen und fortgeschrittenere Variationen. Vielleicht auch noch etwas, was für beide Seniorengruppen häufiger der Fall ist, als manche das denken, die Senioren auch die mit Einschränkungen, die vielleicht jetzt über 65, 70, 75 sind, sind heute solche die für Spiritualität offener sind als frühere Senioren und zum Teil offener als später Geborene.

Es ist das Jahr 2018, die 68er Generation feiert jetzt ihr 50-jähriges Bestehen und wie alt sind die heute? Die sind jetzt 70 Jahre alt plus- minus 2-10 Jahre. Das heißt also die heutigen Senioren sind solche, die die Jugend verbracht haben mit Protesten gegen die Spießbürger Gesellschaft, gegen Vietnam, dagegen dass die Nazis weiter an den Schaltstellen der Macht sitzen und Scheinbar-Demokraten oder auch Echt-Demokraten geworden sind, Leugnung des Unrechts der Nazis oder nicht beachtet. Es sind auch solche die kommunistisch waren oder in einer Wohngemeinschaft gewohnt haben, oder Räucherstäbchen angezündet haben, die sexuelle Revolution mindestens gedacht haben. Die zum Teil gereist sind oder damit geliebäugelt haben, die meditiert haben, zum Teil in fernöstlichen Gemeinschaften sich mal ausprobiert haben oder sich mit all dem mal auseinander gesetzt haben. Im Laufe der Jahre haben sie den Marsch durch die Institutionen gemacht, sie sind zum Teil dann zu den Spießbürgern geworden von denen sie sich absetzen wollten. Aber jetzt wo sie im Rentenalter sind wollen sie tiefer in die Spiritualität gehen.

Also keine Hemmungen 70-jährige mit Mantrasingen irgendwo zu inspirieren. Keine Hemmungen Räucherstäbchen anzuzünden, Duftöle in die Atmosphäre zu bringen, hinduistische Bilder aufzustellen und über Spiritualität zu sprechen. Über 70-jährige sind dort offener als die später geborenen, ist mindestens meine Erfahrung heute.

Yoga für Senioren mit Behinderungen

Yoga auf dem Stuhl - Schulterübungen

Als drittes gibt es noch eine Gruppe, nämlich Yoga für Senioren, die nicht mehr selbstständig sich hinlegen und wieder aufstehen können, oder denen das mindestens sehr schwer fällt. Ich spreche jetzt nicht von Bettlägerigen und Pflegefällen, sondern schon von solchen die selbstständig in einen Volkshochschulkurs gehen können, in eine Yogaschule gehen können.

Hier gibt es natürlich mehr zu wissen. Wenn du unsere Senioren Übungsleiter Ausbildung mitmachst lernst du dort mehr darüber oder auch bei der Weiterbildung „Yoga bei Beschwerden“ lernst du auch etwas mehr wie du mit dieser Gruppe von Senioren umgehen kannst.

Ein paar kleine Tipps dort. Wenn es Menschen schwerfällt sich hinzulegen und wieder aufzusetzen, aufzustehen, dann gilt es natürlich die Menge des Hinlegens und Aufsetzens zu vermeiden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel Anfangsentspannung im Sitzen auf einem Stuhl. Dann einige Übungen, wie zum Beispiel die Schulterübungen, stehende Übungen im Stehen zu machen.

Eventuell eine sanfte Variation des Sonnengrußes, jetzt gibt es tatsächlich, dass auch diese Zielgruppe Sonnengruß machen kann, danach gäbe es die Stellungen im Liegen und zwar nicht immer wieder aufsetzen und eventuell auch nicht zwischen Stellungen hinlegen lassen, sondern von einer Stellung zur anderen gehen und zum Schluss die Tiefenentspannung und nach der Tiefentspannung vielleicht die Atemübungen.

Oder sitzende Anfangsentspannung auf einem Stuhl, dann auf einem Stuhl Kapalabhati, Wechselatmung, Atemübungen, dann Aufwärmübungen im Stehen, dann anschließend auf dem Boden sitzende Übungen wie sitzende Vorwärtsbeuge und vielleicht auch Drehsitz, dann vielleicht auf dem Bauch liegende Übungen, dann auf den Rücken drehen lassen und zum Schluss wieder aufsetzen auf den Stuhl.

Also hier würdest du zum Beispiel auch manche Übungen, die normalerweise am Schluss kommen im Stehen vorziehen vor den Sonnengruß oder nach dem Sonnengruß. Ja, das also ein paar Tipps für die dritte Gruppe der Senioren und wie gesagt in den Senioren Yoga Weiterbildungen, Senioren Yoga Übungsleiterausbildung bei Yoga Vidya erfährst du noch sehr viel mehr darüber. Und es gibt natürlich noch eine vierte Gruppe der Senioren und das würde jetzt den Rahmen hier etwas sprengen. Das sind Senioren die Pflegefälle sind, die nicht mehr selbstständig gehen können, eventuell noch mit dem Rollator, wenn ihnen ein bisschen reingeholfen wird. Zur dritten Gruppe der Senioren können auch flotte Rollator-Fahrer gehören, die eher den Rollator nehmen um nicht zu stürzen, aber eigentlich ginge es auch ohne. Aber die vierte Gruppe hat größere Probleme und hier gilt, dass es trotzdem möglich ist Yoga zu machen, aber das würde jetzt den Rahmen dieses Vortrages etwas sprengen.

Auch das ist Thema von manchen der Senioren Yoga Übungsleiterausbildungen oder eben auch „Yoga auf dem Rollstuhl“. Wobei bei den Rollstuhlfahrern es natürlich auch wieder viele gibt. Es gibt die jungen, fitten Rollstuhlfahrer, die durch einen Unfall oder vielleicht etwas was von Geburt an da ist nicht gehen können, aber ansonsten starke Arme haben, wachen Geist und viel tun, berufstätig und so weiter und es gibt natürlich die nicht mehr wirklich selbstständigen Senioren im Rollstuhl. Und die letzte Gruppe ist natürlich noch mal anders zu unterrichten als die fitten Rollstuhl-Fahrer.

So, ich hoffe du hast jetzt so ein paar Anregungen bekommen, ein paar Gedankenanstöße mindestens. Wenn du jemand bist, der selbst Senioren unterrichtet hat, egal aus welcher Gruppe, schreib doch einen Kommentar. Wenn dir diese Vortrag gefallen hat, Klick auf Daumen hoch oder fünf Sterne oder Gefällt mir. Und wenn du findest, dass auch andere davon wissen sollten, dann teile doch den Link zur Sendung.

Nochmal die Internetseite, wo du viel mehr weitere Tipps findest zu Seniorenyoga und auch den Internetshop mit Seniorenyogabüchern auf den Yoga Vidya Internetseiten.

Video - Yoga für Senioren unterrichten

Hier ein Vortrag zum Thema Yoga für Senioren unterrichten von und mit Sukadev Bretz aus der Reihe Yoga Vidya Schulung, Vorträge zum ganzheitlichen Yoga.

Siehe auch