Jaya Ganesha Kirtan

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Jaya Ganesha ist ein Yoga Vidya Satsang Mantra. Hier findest du Videos und mp3s zum Jaya Ganesha. Einen umfangreichen Artikel mit dem vollen Text vom Jaya Ganesha findest du auf mein.yoga-vidya.de in Yoga Vidya Kirtanheft Stichwort Jaya Ganesha.

Jaya Ganesha ist ein Yoga Vidya Satsang Mantra

Hier der Beginn dieses Liedes, Kirtans bzw. Mantras in vereinfachter Umschrift:

Jaya Ganesha Jaya Ganesha Jaya Ganesha Pahi Mam Shriganesha Shriganesha Shriganesha Raksha Mam ,

in der wissenschaftlichen Transkription mit diakritischen Zeichen

jaya gaṇeśa jaya gaṇeśa jaya gaṇeśa pāhi mām śrī-gaṇeśa śrī-gaṇeśa śrī-gaṇeśa rakṣa mām

in der Devanagari Schrift

जय गणेश जय गणेश जय गणेश पाहि माम् श्रीगणेश श्रीगणेश श्रीगणेश रक्ष माम्

Im Yoga Vidya Kirtanheft findest du das Jaya Ganesha unter der Nummer 2

Jaya Ganesha – Teil 1

Auszug aus dem Buch: "Entstehung von Yoga Vidya, Lebensgemeinschaft und Lehrsystem"

Der Jaya Ganesha Kirtan wird bei Yoga Vidya in jedem Yogazentrum und Ashram jeden Morgen und jeden Abend gesungen. Woher stammt das Jaya Ganesha und was bedeutet es? Das Jaya Ganesha wurde vermutlich von Swami Sivananda zusammengestellt. Das Jaya Ganesha beginnt mit den Anrufungen von Ganesha, Sharavanabhava, Saraswati und dem Guru.

„Jaya Ganesha Jaya Ganesha Jaya Ganesha Pahimam Shri Ganesha Shri Ganesha Shri Ganesha Rakshamam Sharavanabhava Sharavanabhava Sharavanabhava Pahimam Subrahmanya Subrahmanya Subrahmanya Rakshamam Jaya Saraswati Jaya Saraswati Jaya Saraswati Pahimam Shri Saraswati Shri Saraswati Shri Saraswati Rakshamam Jaya Guru Shiva Guru Hari Guru Ram Jagad Guru Param Guru Sat Guru Shyam“

Nun folgen besonders wichtige Moksha Dhyana Mantras, die geeignet sind für die Meditation: der Maha Mantra, „Om Namah Shivaya“, „Om Namo Narayanaya“ und „Om Namo Bhagavate Vasudevaya“.

Gerade in unserer Tradition, mindestens in der Sivananda-Tradition sind „Om Namah Shivaya“, „Om Namo Narayanaya“ und „Om Namo Bhagavate Vasudevaya“ die drei Einweihungs-Mantras schlechthin gewesen.

Der Maha Mantra ist ein Mantra, in das man die Einweihung bekommen kann für die Meditation, aber es wird gerne gesungen. Swami Sivananda hat diesen Mantra besonders geliebt, er hat das unaufhörliche Maha-Mantra-Singen eingeführt. Die Schüler von Swami Sivananda haben das ergänzt mit „Om Namo Bhagavate Sivanandaya“.

Danach kommen die Abschluss-Mantras „Shri Ram, Krishnam Vande“ und „Anandoham“. Vermutlich war das Jaya Ganesha in den 30er Jahren, als Swami Sivananda es im Ashram gesungen hat, recht kurz. „Jaya Ganesha, Jaya Ganesha, Jaya Ganesha Pahimam“, Sharavanabhava, Saraswati, Guru Maha Mantra, „Om Namah Shivaya“, „Om Namo Narayanaya“ und „Om Namo Bhagavate Vasudevaya“.

So wurden die wichtigsten Aspekte Gottes angerufen. Es gab Schüler, die Swami Sivananda gebeten hatten, andere Aspekte Gottes und andere Meister einzubinden. So entwickelten sich recht ausführliche Variationen des Jaya Ganesha Kirtan, wo alle Aspekte der göttlichen Mutter angerufen werden.

Ramachandra und Panduranga werden angerufen, Swami Sivananda hat englische Ergänzungen zu „Hare Rama“ eingebracht, Variationen von „Om Namah Shivaya“ waren dabei, Hanuman, Shankaracharya und Dattatreya werden einbezogen. Im Yoga Vidya Kirtan-Heft findest du die ganz ausführliche Variation.

So handhaben wir es bei Yoga Vidya

Yoga Vidya folgt im normalen Satsang der bei Swami Vishnudevananda zu Beginn der 1980er Jahre üblichen Variation. Diese entspricht der Anpassung, die im Sivananda Ashram Rishikesh zu Beginn der 1950er Jahre geläufig war.

Darauf kann man verschiedene Variationen aufbauen. Es gibt zwei Hauptvariationen in der Tonfolge. Zum einen drei verschiedene Melodien, das ist bei Yoga Vidya üblich. Die erste Tonfolge gibt es in Kurz- und Hochform. Ab „Om Namah Shivaya“ folgt die dritte Weise.

Es gibt aber die Möglichkeit, alle Mantras dieses Kirtans in der gleichen Melodie zu singen, wie Jaya Ganesha. Ab 2000 wurden im Sivananda Ashram Rishikesh alle Mantras in der gleichen Tonfolge gesunden. In den 1950er Jahren wurde so gesungen, wie wir es heute singen. Das wissen wir nicht nur aus Aussagen von alten Swamis im Sivananda Ashram, sondern auch von Schallplatten, die Swami Sivananda in der Zeit aufgenommen hat.

Es ist wert, sich bewusst zu werden, dass das ein großartiger Mantra ist. Mit dem Mantra bist du mit der Energie von Swami Sivananda, mit Swami Vishnudevananda verbunden und mit allen wichtigen Aspekten des Göttlichen. Es besitzt eine große Bedeutung, Macht und Kraft.

Jaya Ganesha – Teil 2

Eines der wichtigsten Mantras unserer Tradition ist das Jaya Ganesha. Das Jaya Ganesha folgt einer ähnlichen Reihenfolge wie die Avahana Mantras und das Gajananam, über die ich gesprochen hatte.

Aufbau

Es beginnt mit: „Jaya Ganesha Jaya Ganesha Jaya Ganesha Pahimam Shri Ganesha Shri Ganesha Shri Ganesha Rakshamam.“ Damit wird zuerst Ganesha angerufen. Ganesha ist der elefantenköpfige Gott, er symbolisiert die Beseitigung aller Hindernisse. So wie ein Elefant im Dschungel jedes Hemmnis auf dem Weg mit Leichtigkeit beseitigt, bitten wir Gott am Anfang jedes Unternehmens, alle Blockaden wegzuräumen.

„Jaya“ heißt „Sieg dem“ oder „Verehrung dem“ oder „Triumph dem“. Wir rufen Ganesha an: „Möge er hier sein, möge er mit Strahlen und Leuchten kommen und uns helfen.“ „Pahimam“ meint „beschirme mich“ oder „sei bei mir“ und „Rakshamam“ heißt „beschütze mich und uns in der Gemeinschaft. Gib uns die Kraft, Dinge in Angriff zu nehmen, alles, was wir beginnen, mit göttlichem Segen anzugehen. Möge das, was wir verrichten, in Übereinstimmung sein mit dem Kosmischen.“

Nun folgt: „Sharavanabhava Sharavanabhava Sharavanabhava Pahimaam Subramanya Subramanya Subramanya Rakshamam.“ Sharavanabhava ist der Heerführer der Götter, er ist der ewig junge. Sharavanabhava bedeutet: „Mögen wir diesen jugendlichen Enthusiasmus und die Begeisterung beibehalten.“ Es meint: „Mögen wir neue und junge Menschen aufnehmen, die vom Yoga begeistert sind.“

Sharavanabhava ist der Heerführer der Götter. Das heißt: „Mögen wir bereit sein, schwierige Dinge anzugehen, nicht alles zu verschieben. Mögen wir das beginnen, was in unserem Charakter nicht gut ist. Mögen wir bei äußeren Schwierigkeiten nicht verzweifeln, nicht fliehen, nicht einfach aufgeben, sondern angehen, „mögen wir lernen“.

„Jaya Saraswati Jaya Saraswati Jaya Saraswati Pahimam Shri Saraswati Shri Saraswati Shri Saraswati Rakshamam.“ Saraswati ist die Göttin der Künste und der Weisheit. Wenn man Saraswati anruft, werden schlafende, kreative, intellektuelle Fähigkeiten geweckt.

Intelligenz, Musik, mystisches, akademisches Wissen, alles gehört zu Saraswati. Saraswati ist die Schutzgöttin unserer Tradition, denn unser Meister heißt eigentlich Swami Sivananda Saraswati, stammt aus dem Saraswati-Zweig des Dashanami Ordens von Shankaracharya.

Saraswati symbolisiert die Offenheit und die Bereitschaft, zu lernen: „Mögen wir jeden Tag offen angehen. Mögen wir bereit sein, zu studieren.“ Nicht versuchen, unsere Vorurteile bestätigt zu sehen und zu hoffen, dass alles ausgeht, wie wir es gerne hätten.

Wer ist dein Guru?

„Jaya Guru Shiva Guru Hari Guru Ram Jagad Guru Param Guru Sat Guru Shyam.“ , „Jaya Guru“. „Jaya Guru“, das heißt, „Jaya“ wieder „Ehrerbietung“, Shiva ist der Guru. Shiva steht hier für die Transformation: „Wir sollten bereit sein, zu lernen von den Dingen, die transformiert werden. Mögen wir dabei lernen, was alles schiefgehen kann und zu entsagen.“

„Hari Guru“. „Hari“ heißt „der, der die Herzen aller anzieht“. „Hari“ meint „der Liebende“, Hari ist ein Beiname von Vishnu. „Hari“ heißt: „Mögen wir bereit sein, die Lektion der Beständigkeit zu lernen. Mögen wir zum Werkzeug des Friedens werden.“ „Mögen wir dabeibleiben.“ „Jagad Guru“. Jagad ist die Welt und Jagad steht aber für Brahma, die Schöpfung.

„Mögen wir in der Lage sein, neues anzugehen. Mögen wir bereit sein, wenn Veränderungen kommen, wenn etwas für uns beginnt. Mögen wir uns auf Neues mit Enthusiasmus einlassen und uns bewusst sein, dass die ganze Welt unser Guru ist.“ „Jaya Guru Shiva Guru Hari Guru Ram Jagad Guru Param Guru Sat Guru Shyam.“

Die ganze Welt ist unser Guru. Param Guru, und ist der Guru jenseits von allem, „Param“ – „jenseits von allem“. Er ist Sat, er führt uns zur Wahrheit. Ram und Shyam sind Rama und Krishna. So werden all diese Aspekte angerufen. „Om Adi Guru Advaita Guru Ananda Guru Om.“ „Adi“ heißt „ursprünglich“.

Selbst bevor wir Yoga geübt haben, war die göttliche Führung anwesend. Es ist nicht, dass wir Opfer von schlechten Umständen sind, sondern was geschehen ist, daran wir gelernt. Das wollen wir uns stets neu sagen. „Advaita Guru“ – „Advaita Guru heißt: „Ohne ein Zweites, alles ist Führung.“ Wenn Dinge glücken oder nicht gut gehen, ist es Fügung.

Daran können wir uns erinnern. Es gilt, alles anzunehmen, alles zu akzeptieren. „Ananda“, die Freude ist der Guru. Manchmal kann man sich fragen: „Wie kann ich Begeisterung bei meinen Aufgaben haben?“ Oder wenn du vor verschiedenen Alternativen stehst, spüre: „Wo ist Freude?“ Nicht: „Wo ist es angenehmer? Wo ist es bequem? Wo ist es gemütlich?“ Sondern: „Wo ist Freude? Wo bist du beflügelt?“ Die Freude kann dein Guru sein.

Chid Guru Chidgana Guru Chinmaya Guru.” Chid ist das Bewusstsein. Das heißt zum einen, tief in dir selbst ist dieser Guru. Er ist Chinmaya, er ist reine Erkenntnis. Er führt dich zu Bewusstsein. „Chidgana“ und damit rufst du deinen inneren Guru an.

Jaya Ganesha – Teil 3

Rama und Krishna

Nun möchte ich insbesondere die Mantras ab der Hare-Mantra erläutern. Es beginnt mit: „Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare, Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare.“ Das ist der genannte Maha Mantra, insbesondere der Vaishnava Maha Mantra. Für die Shaivas ist der Maha Mantra das „Om Namah Shivaya“, der gilt als Panchakshara Maha Mantra, aber bei Yoga Vidya bezeihnen wir als Maha Mantra diesen „Hare Rama“-Mantra.

Hare ist ein Beiname von Vishnu, Hare wird abgeleitet von „derjenige, der voller Liebe ist“. Rama meint „derjenige, der höchste Freude ist, derjenige, der sich freut“. Krishna heißt „der Dunkle, der Dunkelblaue“ oder „der Schwarze“. Krishna steht aber für „der Geheimnisvolle, dunkele“. So wird Gott angerufen als Vishnu, der Erhalter und damit der Liebe. Dieser ist Rama, voller Freude, und steht für Ethik und er ist Krishna, geheimnisvoll.

Bei den Hare Krishnas wird der Mantra anders gechantet, es wird erst „Hare Krishna“ gesungen und danach „Hare Rama“. Aber das ist eine Neuerung, von Shri Krishna Chaitanya Gauranga Mahaprabhu eingeführt, dem großen Vaishnava Heiligen und Weisen im 15. Jahrhundert.

Er wollte unbedingt erst Krishna wiederholen und als zweites Rama, denn Krishna war für ihn das Wichtigste. Er hat Rama interpretiert als Radha, denn Rama könnte als Abkürzung von Ramana gelten und das heißt „Mann von“. Krishna ist eine Inkarnation von Vishnu und sein weiblicher Aspekt ist Radha. Das ist eine Erläuterung.

Eine andere wäre, Rama ist Balarama und Balarama war nur der Bruder von Krishna, zweitrangig. Aber in der Kalisantara Upanishad, in der der Beginn des Kali Yuga beschrieben wurde, wird der Maha Mantra erwähnt und das beginnt tatsächlich mit: „Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare.“

Im Sivananda Ashram Rishikesh wird selbstverständlich der Mantra richtig herum gechantet wie in den meisten Teilen Indiens und Swami Vishnudevananda hat ihn auch so gesungen. Er hat darauf bestanden, dass, wenn man den Maha Mantra singt, man es singt, wie es in der Upanishade beschrieben wird und nicht, wie es ab dem 15./16. Jahrhundert bei den Vaishnavas gesungen wird.

Bei Yoga Vidya sind wir insgesamt tolerant. Weil wir eine große Attraktivität und Anziehung hat für Hare Krishna Verehrer, die gekommen sind oder einfach von Hare Krishna diesen Maha Mantra gelernt haben, können Menschen das in dieser Reihenfolge singen. Aber im Jaya Ganesha bleiben wir bei unserer eigenen Tradition und man beginnt wie es seit Jahrtausenden üblich mit „Hare Rama“.

Shiva

Danach folgt „Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya.“ „Om Namah Shivaya“ ist die Anrufung von Shiva, gilt als Panchakshara Mantra, fünfsilbiger Mantra, wobei das Om bei „Om Namah Shivaya“ nicht mitgezählt wird, „Na-mah Shi-va-ya“- fünf Silben.

„Om Namah Shivaya hat viele verschiedene Bedeutungen und es gibt umfangreiche Artikel über ‚Om Namah Shivaya‘ auf unseren Internetseiten. Im Rahmen des Jaya Ganesha steht „Om Namah Shivaya“ für die Fähigkeit, tief nach innen zu gehen, sich von allem zu lösen und für die Tiefe der Meditation. Man kann das Jaya Ganesha vor der Meditation singen, man kann bitten: „Möge sie gut werden und ich in der Tiefe meines Wesens Freude und Liebe erfahren.“

Vishnu

Om Namo Narayanaya, Om Namo Narayanaya, Om Namo Narayanaya, Om Namo Narayanaya.“ Vishnu ist der Erhalter des Universums, er ist Narayana – „derjenige, der in allen Wesen ist“, obgleich diese Ableitung etwas umstritten ist, aber „Nara“ heißt „Mensch“, heißt „Wesen“, „der in allen Erscheinungsformen ist“.

Vishnu repräsentiert Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Er ist das Prinzip des Helfens, des Dienens und der sozialen Verantwortung. Man kann sagen, Shiva ist das Sehen Gottes in unserem Inneren, Vishnu ist die Schau Gottes in allen anderen und in der Welt.

„Om Namo Narayanaya“ ist ein Mantra, das längere Zeit für den Frieden in der Welt wiederholt werden kann. Im Rahmen des Jaya Ganesha bedeutet das „Om Namo Narayanaya“: „Mögen wir Kraft haben, Gott überall zu sehen und möge ich Kraft haben für mein Seva, für mein uneigennütziges Dienen. Möge ich im Alltag dienen und über diesen Dienst Gottes Kraft in die Welt hineintragen. Ich sollte mich als Instrument fühlen. Möge ich uneigennützig Gott durch mich hindurch wirken lassen.“

Vasudev

Der nächste Mantra ist: „Om Namo Bhagavate Vasudevaya, Om Namo Bhagavate Vasudevaya.“ Vasudeva gilt als achte Inkarnation von Vishnu. Vasudeva kann man auf verschiedene Weisen übersetzen. Zum einen war er der Sohn von Vasudeva. Vasudeva ist der Sohn von Vasu.

Vasudeva kann man aber deuten als „der Leuchtende – „Deva“ heißt „der Strahlende“ – aller Vasus“. Vasus sind alle Geschöpfe. Vasus im weiteren Sinne sind die Menschen wie die Feinstoffwesen. Vasudeva, also das Licht aller Geschöpfe. Vasudeva steht hier im Rahmen des Jaya Ganesha ganz besonders für Freude, für Heiterkeit, für Liebe und das Sehen von Gott in allem. Er bedeutet: „Möge ich Freude, Liebe empfinden, im Alltag, im täglichen Leben.

Möge ich diese Kraft erfahren.“ So ist Vasudeva etwas, wo wir uns daran erinnern können, denn der spirituelle Weg ist voller Herausforderungen, es kommen Hindernisse in den Weg. Der Geist spielt uns ein Schnippchen. Es gibt Menschen, die in Prozesse gestürzt werden. Bei Yoga Vidya gehen wir durch viele Höhen und Tiefen. Es verlassen uns Menschen, ein Abschied, der traurig stimmt. Eigentlich sagt man, man braucht einige Monate, um eine Trennung zu verdauen von denen, die einem ans Herz gewachsen sind.

Umso wichtiger, dass man dort eine gewisse Leichtigkeit hineinbringt, dass man weiß: Alles beginnt, alles geht, die einem kommen, andere ziehen aus, einige bleiben glücklicherweise langfristig. Wir können all das mit Leichtigkeit, Freude, Liebe, Heiterkeit sehen, dafür steht dieser Mantra und daran erinnern wir uns jeden Tag im Rahmen des Jaya Ganesha.

Jaya Ganesha – Teil 4

Unser Meister

Om Namo Bhagavate Sivanandaya“ – „Nama“ heißt „Ehrerbietung an“, „Bhagavate“, das bedeutet „der in Gott Verwurzelte“, „Bhagavan“ „Gott“, „Bhagavate“ – „der in Gott Verwurzelte“. „Sivanandaya“ – und ihr wisst, Swami Sivananda ist der Guru, der Meister unserer Tradition. Wir stimmen uns auf Swami Sivananda ein, wir bitten um seine Führung, seinen Segen.

Yoga Vidya ist entstanden durch seine Inspiration, durch mehrere Visionen und durch das beständige Gefühl, von ihm geführt zu werden. Meine feste Überzeugung ist es, dass ganz Yoga Vidya wie ein Teil des Körpers von ihm ist, dass der Meister durch uns wirkt, wir sind wie ein Teil des Werkes von Swami Sivananda.

Wir bitten darum: „Oh Meister, führe uns. Bitte zeige uns, was du von uns willst. Bitte wirke durch uns. Bringe dein Licht in diese Welt und führe uns weiter auf dem Weg, dass wir uns gut entwickeln können.“ Wir können erfahren, dass Swami Sivanandas Segen hinter allem ist. Er zeigt ihn manchmal dadurch, dass Dinge schiefgehen und wir selbst nicht mehr weiterkommen. Wenn wir ganz demütig geworden sind, kommt die Lösung.

Rama

Es folgt: „Shri Ram Jaya Ram“. Rama ist ein Aspekt Gottes, er ist die siebte Inkarnation von Vishnu, die vor Krishna. Rama steht hier für Freude und Ethik. Wir haben bei Yoga Vidya hohe ethische Werte: moralische Standards weniger im Sinne von Äußerlichkeiten, aber wichtige Maßstäbe im Sinne von ethischen Richtlinien.

Bei Yoga Vidya gibt es unterschiedliche Lebensformen. Wir haben in Bad Meinberg eine Swami, wir haben Brahmacharis, die also in keiner Beziehung sind. Wir haben verheiratete Paare, teils mit Kindern, wir haben zahlreiche Singles.

Bei Yoga Vidya sind Menschen, die öfters eine andere Freundin oder einen Freund haben. Wir sind offen für schwule Paare, für lesbische Pärchen, es geht mit und ohne Trauschein, obgleich in der Yoga-Tradition Verbindlichkeit ein Wert an sich ist. Man sagt, wer zusammen sein will, der sollte sowohl offiziell heiraten, also standesamtlich, wie auch durch ein Ritual. Aber das ist bei Yoga Vidya nicht das Eigentliche.

Das Entscheidende ist Ahimsa, Satya, Asteya, das sind die wichtigen Dinge. Ahimsa – Nicht-Verletzen. Satya – Wahrhaftigkeit. Asteya – nicht betrügen und nicht stehlen und Aparigraha, das heißt Unbestechlichkeit.

Eigentlich meint es „nicht zusätzliches haben wollen, Abwesenheit von Gier“, aber konkret ist es die Unbestechlichkeit. Das sind hohe moralische Prinzipien, an die es sich zu erinnern gilt. „Mögen wir ethisch korrekt handeln.“ Aus diesem sittlich einwandfreiem Handeln folgt Freude.

Krishna

Nach „Shri Ram Jaya Ram“ folgt das „Krishnam Vande Jagad Gurum“, wird Krishna angerufen als der Jagad Guru. „Vande“ heißt „Ehrerbietung an“ und Jagad ist die Welt. „Jagad Guru“ – „der Welten-Guru“. Auf gewisse Weise kann man sagen, dass Krishna für uns eine besondere Rolle spielt.

Krishna hat Swami Sivananda inspiriert durch eine Vision, überhaupt tätig zu werden. Er war letztlich die Ishta Devata von Swami Vishnudevananda. Eigentlich hat Swami Vishnu den Mantra „Om Namo Narayanaya“ gehabt, aber er hat stets auch eine Krishna-Murti oder ein Krishna-Bild verehrt.

Ähnlich wie Swami Sivananda eigentlich aus einer Shaiva-Tradition stammt, aber auf seinem Altar stand ein Krishna-Bild. Auch für mich gilt, obgleich mein Mantra „Om Namah Shivaya“ ist, habe ich dennoch eine tiefe Beziehung zu Krishna, insbesondere wenn es darum geht, in Jagad, in der Welt, tätig zu werden.

Ich kann spüren, dass diese Dynamik hinter dem Werk von Yoga Vidya steht und dass seine besondere Energie durch uns wirkt, weshalb ich gerne „Om Namah Shivaya“ singe, um länger in die Meditation zu kommen. Im Alltag, wenn es darum geht, Energie, Mut und Vertrauen zu bekommen, sage ich gerne: „Krishna Krishna Mahayogin Bhaktanam Abhayankara Govinda Paramananda Sarvam Me Vasham Anaya.“ Oder einfach: „Krishnam Vande Jagad Gurum.“

Ich bin selber göttliche Wonne

Anandoham Anandoham Anandambrahm Anandam.“ „Ich bin Ananda. Anandoham – ich bin Ananda, ich bin Freude, ich bin Wonne. Anandoham Anandoham Anandambrahm Anandam.

Ich bin Wonne, ich bin Entzücken, ich bin göttliche Wonne.“ Das ist die Essenz der Lehre von der Vedanta: „In Wahrheit bin ich Sein, Wissen und Glückseligkeit. Ich bin nicht der [Körper], ich bin nicht die Psyche, ich bin Satchidananda, Ananda – Freude.“

Diese Begeisterung können wir spüren, besonders beim Mantra-Singen. Es ist ganz angemessen, dass wir am Ende chanten: „Anandoham – ich bin Freude.“ Bei Swami Sivananda wurde das „Anandoham“ manchmal gesungen, manchmal nicht. Bei Swami Vishnu in den 1980er Jahren wurde es immer verwendet, bei Yoga Vidya singen wir es manchmal. Der letzte Teil des Jaya Ganesha ist typischerweise „Om Namah Shivaya“ oder „Om Tat Sat“, „Om Shanti, Om Shanti, Om Shanti“.

Jaya Ganesha Variationen

Das Jaya Ganesha Kirtan ist der Mantra, den wir jeden Morgen, jeden Abend in den Ashrams singen und in den Yoga Vidya Stadtzentren in jedem Satsang. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Jaya Ganesha auszubauen oder zu verkürzen.

Mindestens sollten dabei sein die Mantras „Jaya Ganesha“, „Sharavanabhava“, „Jaya Saraswati“, das „Om Adi Guru Advaita Guru“, das „Hare Rama Hare Krishna“, „Om Namah Shivaya“, „Om Namo Narayanaya“, „Om Namo Bhagavate Vasudevaya“ und „Om Namo Bhagavate Sivanandaya“. Das ist das Grundgerüst.

Man kann es aber verkürzen, man kann das Jaya Ganesha in drei Minuten singen, wenn man jeden Mantra nur ein einmal wiederholt. Das kann man z.B., wenn man für sich selbst einen kleinen Satsang begeht z.B. im Rahmen eines Yoga Vidya Stadtzentrums oder man morgens vielleicht etwas länger meditieren will. Man kann den Mantra ausbauen. Man kann z.B. jeden Mantra zweimal tief und einmal hoch singen. Das praktizieren wir z.B. bei großen Satsangs den Stadtzentren oder im Rahmen der Morgens- und Abend-Satsangs in den Ashrams.

Was man alles ergänzen könnte...

Man kann noch mehrere andere Mantras dazu fügen. Z.B. könnte man, wo „Jaya Saraswati“ steht, die anderen Aspekte der göttlichen Mutter anrufen, also Lakshmi, Durga, [Kali]. Man könnte noch die sog. „Om Shakti“ Mantras rezitieren, die findest du im Kirtan-Heft angegeben. So kann man die Aspekte der göttlichen Mutter stark ausbauen.

Im Rahmen des „Hare Ramas Hare Krishnas“ kann man Weiteres ergänzen, also nach „Hare Rama, Hare Rama, Rama, Rama, Rama, Hare, Hare; Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare“, kann man wiederholen: „Sadguru Natha, Shri Guru Natha, Jaya Guru Natha, Sivananda; Sivananda, Sivananda, Sivananda, Sadguru Deva.“ Oder auch: „Vishnudevananda, Vishnudevananda, Vishnudevananda, Shri Guru Natha.“

Swami Sivananda hat an der Stelle manchmal englische Texte eingefügt, wie: „Is there not a nobler mission than eating, drinking and sleeping?“ Auf Deutsch: „Hat das Leben nicht einen tieferen Sinn als essen, trinken und schlafen? Wache auf und übe Japa und Meditation, du wirst höchsten Frieden finden.“ Du wirst im Kirtan-Heft diese Mantras sehen, die man im Rahmen des „Hare Rama Hare Krishna“ wiederholt. Da steht das Kirtan „Is there not a nobler mission“ und in der deutschen Version.

Wen könnte man auch erwähnen?

Im Rahmen des „Om Namo Bhagavate Vasudevaya“ kann man „Panduranga“ wiederholen, „Om Namo Bhagavate Vasudevaya, Om Namo Bhagavate Pandurangaya.“ Oder „Om Namo Bhagavate Vasudevaya, Om Namo Bhagavate Rama Chandraya.“ So verehrt man Krishna und Rama an dieser Stelle.

Wenn das „Om Namo Bhagavate Sivanandaya“ gesungen wird, kann man noch andere Meister mit einbeziehen. Sei es, dass man die anderen Schüler von Swami Sivananda erwähnt, z.B.: „Om Namo Bhagavate Chidanandaya, Om Namo Bhagavate Krishnanandaya. Om Namo Bhagavate Brahmanandaya, Om Namo Bhagavate Nityananda. Om Namo Bhagavate Ramakrishnaya, Om Namo Bhagavate Vivekananda. Om Namo Bhagavate Yoganandaya, Om Namo Bhagavate Anandamayi Ma.“. Oder deine eigenen persönlichen Lehrer kannst du noch dazu fügen, das praktizieren wir manchmal im Rahmen des Satsangs.

Wo wir „Shri Ram Jaya Ram Jaya Jaya Ram Om, Shri Ram Jaya Ram Jaya Jaya Ram“ singen, kann man andere Meister einfügen wie „Shankaracharya, Shankaracharya, Shankaracharya Pahimam, Adwaita Guru, Adwaita Guru, Adwaita Guru Rakshamam. Dattatreya, Dattatreya, Dattatreya Pahimam, Dattaguru, Dattaguru, Dattaguru Rakshamam. Anjaneya, Anjaneya, Anjaneya Pahimam, Hanumanta, Hanumanta, Hanumanta Rakshamam.“

Das sind die drei Meister, Shankara und Dattatreya und Hanuman, die heute häufig eingefügt werden, insbesondere in Rishikesh und in den Sivananda Ashrams von Swami Vishnudevananda. An der Stelle kann man auch andere Aspekte Gottes und andere Meister verbinden, wie „Om Jesus, Om Jesus, Om Jesus Pahimam, Om Buddha, Om Buddha, Om Buddha Rakshamam. Om Mohammed, Om Mohammed, Om Mohammed Pahimam, Om Laotse, Om Laotse, Om Laotse Rakshamam. Ave Maria... Pahimam, Ave Maria... Rakshamam.”

Im Rahmen des Anandoham Anandoham Anandambrahm Anandam kann man deutsche und englische Übersetzungen hinzufügen: „I am bliss, I am bliss, bliss absolute, bliss I am. Ich bin Wonne, ich bin Wonne, kosmische Wonne, Wonne bin ich.“ Oder die Variationen: „Sachara Chara Pari Purna Shivoham, Nityananda Swarupa Shivoham. Anandoham Anandoham Anandambrahm Anandam. Sakshi Chaitanya Kutasthoham Nitya Nitya Swarupa Shivoham.“

Ganz am Ende, wenn wir singen, „Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya, Om Namah Shivaya“, kann man gleich fortfahren mit „Shiva, Shiva Shankara, Hara, Hara Shankara, Jaya, Jaya Shankara, Namah Me Shankara. Shiva, Shiva, Shiva, Shiva, Shivaya Namah Om, Hara, Hara, Hara, Hara Namah Shivaya. Shiva, Shiva, Shiva, Shiva, Shivaya Namah Om, Bam, Bam, Bam, Bam Namah Shivaya. Samba Sadashiva, Samba Sadashiva, Samba Sadashiva Samba Shivom Hara.”

Das sind einige Variationen. Der Jaya Ganesha Mantra oder das Jaya Ganesha Kirtan ist wunderbar, man kann es recht kurz halten oder ausbauen. Es hat zum einen eine Beständigkeit, weil es zum Ritual des Yoga Vidya Satsangs dazugehört, aber es gibt auch Raum für Spontanität und für Variationen.

Jaya Ganesha Videos

Hier findest du ein oder mehrere Jaya Ganesha Videos:

===Kirtan Videos=== Hier einige Videos zur Inspiration, zum Mitsingen, zum Genießen:

Lehrvideos mit Noten

Hier ein Lehrvideo, um Jaya Ganesha zu singen, zu spielen, auf dem Harmonium oder einem anderen Musikinstrument zu begleiten:

Erläuterungsvideo zum Jaya Ganesha

Hier ein Video mit Erläuterungen, Hintergrundsinformationen und Übersetzungen zum Jaya Ganesha:

Jaya Ganesha Audio mp3s

Hier findest du einige Audio mp3 Dateien zum Jaya Ganesha:


Audio mp3 Erläuterungen

Hier findest du eine Kurzvortrag von Sukadev Bretz zum Jaya Ganesha:

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Siehe auch

Das waren einige Audios und Videos zum Jaya Ganesha. Hier einige weitere Infos dazu sowie Links zu weiteren Mantras, Kirtans, Shlokas, Stotras und spirituellen Liedern:

Lieder und Mantras hier im Yoga Wiki

Yoga Vidya Kirtanheft

Weitere Links zu Mantras, Kirtans, spirituelle Lieder