Verlust

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Swami Sivananda

Es gibt keinen Verlust beim Karma Yoga

Artikel von Swami Sivananda

Beim Karma Yoga gibt es keinen Verlust. Auch wenn du nur ein bisschen dem Land, der Gesellschaft oder den armen Kranken dienst, bringt dir dies bereits Vorteile und Wohltaten ein. Es reinigt dein Herz und bereitet Antahkarana vor, damit du das Wissen Atmans erlangst. Die Samskaras dieser guten Taten sind unauslöschlich in deinem Unterbewusstsein verankert. Die Kraft dieser Samskaras treibt dich weiter dazu an, weitere gute Taten zu vollbringen. Mitgefühl, Liebe, Vaterlandsliebe und Dienst werden sich entwickeln. Wenn die Kerze einmal brennt, ist nichts verloren.

In der Landwirtschaft düngt und pflügt man den Boden. Aber deine Bemühungen sind vergeblich, wenn es in diesem Jahr nicht regnet. Dies gilt nicht für Nishkamya Karma Yoga. Es gibt keine Ungewissheit hier, was das Ergebnis deiner Anstrengung anbelangt. Des weiteren besteht auch nicht die geringste Möglichkeit, durch die Praxis von Karma Yoga einen Nachteil zu erfahren. Wenn der Arzt unfähig ist und eine Überdosis an Medizin verordnet, wird sicher ein Schaden entstehen. Bei der Praxis von Karma Yoga ist dies nicht so. Du kannst keinen Verlust erfahren. Auch wenn du nur ein wenig dienst und ein bisschen Nishkamya Karma Yoga, egal in welcher Form, praktizierst, erspart dir dies große Furcht, Angst vor Samsara und Geburt und Tod mit deren verbundenen Übeln.

Bhagavad Gita zu Karma Yoga

Deshalb sagt Krishna zu Arjuna in der Bhagavad Gita:

Nehaabhikramanaasosti pratyavaayo na vidyate
Svalpamapyasya dharmasya trayate mahato bhayat.

„Dabei ist keine Anstrengung vergebens und es entsteht auch kein Schaden, keine gegensätzlichen Ergebnisse und kein Vergehen erwachsen daraus. Schon ein wenig von diesem Wissen (schon ein wenig Yogapraxis) schützt vor großer Furcht“. (Gita: Kapitel II-40)

Der Weg des Karma Yoga, der schließlich zu unendlicher Wonne des Selbst führt, kann nicht vergeblich sein. Es gibt keinen Verlust im Karma Yoga.

Unwissende Menschen sagen, dass man nicht grundlos arbeitet. Es ist wirklich schade, dass sie den Grundgedanken und die Wahrheit des Karma Yoga nicht verstanden haben. Ihr Geist ist durchtränkt von allen möglichen fantastischen Wünschen und Selbstsüchtigkeit, was dazu führt, dass ihr Geist sehr unrein und vernebelt ist. Sie können die zugrunde liegende Wahrheit des Karma Yoga nicht erfassen. Andere beurteilen sie von ihrem eigenen Standpunkt aus. Selbstlosigkeit ist ein Fremdwort für sie. Ihr Geist und ihr Gehirn sind gefühllos geworden und deshalb können sie die Schwingungen nicht richtig wahrnehmen, die eine zweckfreie Tat ausmachen. Leidenschaftliche Familienoberhäupter können nicht einmal im Traum eine Arbeit verrichten, ohne irgendeinen Nutzen für sich und ihre Familien zu erwarten. So haben sie immer Angst vor Verlusten.

Tue Gutes – so wirst du keinen Verlust erleiden

Wenn der Gedanke, Gutes zu tun, Teil des Wesens eines Menschen wird, hegt er keinerlei Absichten mehr. Er schöpft große Freude daraus, anderen mit Gutem zu dienen. Eine besondere Freude und Ananda entströmt der Praxis von konsequentem Karma Yoga. Durch zweckfreie und selbstlose Taten entwickelt der Karma Yogi spirituelle Stärke und Kraft im Inneren.

Er sollte das Geheimnis des Karma Yogas verstehen und sich selbst in selbstlose unaufhörliche Arbeit stürzen. Er muss andere Menschen mit Atma Bhava stärken und der Gesellschaft auf vielerlei Weise dienen. Allmählich versteht er den Glanz der selbstlosen Arbeit. Er wird ein veränderter Mensch mit göttlicher Ausstrahlung und süßem yogischen Wohlgeruch. Viele seiner Taten mögen zu Anfang seiner Yogaentwicklung egoistisch sein. Das spielt keine Rolle. Er sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Aber langsam, wenn er immer reiner wird, werden sich seine Taten als selbstlos herausstellen. Er sollte geduldig mit unerschütterlicher Energie arbeiten. Er muss seinen alten Geist der Selbstsucht zerstören und einen neuen der Selbstlosigkeit aufbauen. Dies ist zweifellos eine sehr anstrengende Arbeit, die ein ständiges Ringen mit unermüdlicher Geduld und eiserner Zielstrebigkeit verlangt. Selbstlose Arbeit erhebt den Geist und führt zur Freiheit. Selbstsüchtige Tätigkeit verlangsamt den spirituellen Fortschritt und bindet einen nur noch stärker. Sollte es dir schwer fallen, ohne Absicht zu handeln, dann arbeite mit der festen Absicht nach Freiheit. Dies bindet dich nicht und zerstört alle niedrigeren egoistischen Motive und wird schließlich von selbst vergehen, so wie der Span, mit dem man einen Toten einäschert, nicht nur diesen verbrennt, sondern selbst am Ende verglimmt. Die Wonne eines fortgeschrittenen Karma Yogis ist wirklich grenzenlos. Unbeschreiblich ist sein erhabenes Gefühl und seine innere Glückseligkeit.

Buddha, Shankara und andere als leuchtende Beispiele

Betrachte die umwerfende großherzige Tat von Buddha, Sri Shankara und anderen früheren Karma Yogis. Ihre unvergesslichen Namen werden von Generation zu Generation weitergereicht. Die ganze Welt zollt ihnen Respekt. Kann man ihnen auch nur ein Gramm selbstsüchtiger Motive in ihren Handlungen nachweisen? Sie lebten für den Dienst am Nächsten und waren Beispiele für die absolute Selbstverleugnung.

Entwickle dich und reinige dein Herz. Lebe im wahren Geist des Karma Yoga. Lebe ständig für die Verwirklichung des idealen Lebenszweckes. Erst dann erfährst du den wahren Glanz des Karma Yoga. Halte dir die Beispiele der großen Karma Yogis vor Augen, die der Menschheit dienten und so Frieden, Glück und Weisheit auf alle ausstrahlten.

Siehe auch

Weblinks

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Spirituelle Entwicklung – Teil 13: Karma Yoga

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