Yoga der Unterscheidung

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Krishna und Arjuna - Lehrgespräch der Bhagavad Gita

Yoga der Unterscheidung zwischen dem Feld und dem Kenner des Feldes. So lautet der Titel des 13. Kapitels der Bhagavad Gita, Lehrgespräch zwischen Krishna, Gottinkarnation und Arjuna, seinem Schüler. Das Feld steht hier für die Sphäre des Körpers und der Kenner des Feldes, für das allumfassende Bewusstsein.

Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Feld und dem Kenner des Feldes

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Bhagavad Gita Kapitel 13, Vers 1 bis 11

Das sind Fragen, um die es im 13. Kapitel der Bhagavad Gita geht.

Das 13. Kapitel ist der Beginn des letzten Drittels der Bhagavad Gita. Hier geht es um Jnana Yoga, um den Yoga der Erkenntnis, hier geht es um Vedanta, das höchste Wissen. Und dann geht es auch darum, wie du dieses höchste Wissen erlangen kannst.

Zunächst die ersten Verse des 13. Kapitels auf Sanskrit:

arjuna uvaca
prakritim purusham caiva kshetram kshetra-jnam eva ca
etad veditum icchami jnanam jneyam ca keshava


śrībhagavānuvāca
idaṃ śarīraṃ kaunteya kṣetramityabhidhīyate
etadyo vetti taṃ prāhuḥ kṣetrajña iti tadvidaḥ


kṣetrajñaṃ cāpi māṃ viddhi sarvakṣetreṣu bhārata
kṣetrakṣetrajñayorjñānaṃ yattajjñānaṃ mataṃ mama

Arjuna sprach:

Ich möchte von der Natur und vom Bewusstsein hören, von prakriti, der Natur, und von purusha. Vom Feld und vom Kenner des Feldes, vom Wissen und zum Wissenden, oh Keshava, oh Krishna.

Kommentar: Arjuna hat im 11. Kapitel Krishna gesehen als Seele des Universums. Er hat verstanden, dass hinter allem eine göttliche Wirklichkeit ist. Und so weiß er, wovon Krishna gesprochen hat: Das ist die Wahrheit, und er erinnert sich, dass Krishna in den vorigen Kapiteln auch gesprochen hat von purusha, der Seele, dem Bewusstsein, das, was unveränderlich ist. Und auch von prakriti, der Natur.

Prakriti in der Bhagavad Gita

Prakriti hat in der Gita mehrere Bedeutungen. Zum einen ist prakriti die Natur des Menschen, ähnlich wie im Ayurveda. Im Ayurveda ist prakriti letztlich das Temperament des Menschen, das Dosha-Verhältnis. Krishna spricht in der Bhagavad Gita davon, dass der Mensch eine eigene Natur hat, und man soll seiner Natur gemäß handeln, aber nicht von Mögen und Nichtmögen, von raga und dvesha getrieben werden, auch nicht von kama und lobha, also nicht von Sinnesgier und auch nicht von anderen Gieren getrieben sein. Das ist ein Konzept der Bhagavad Gita.

Prakriti in der Sankhya Philosophie

Krishna als Purusha

Aber prakriti hat insbesondere in der Sankhya-Philosophie eine weitere Bedeutung: Dort ist prakriti die gesamte Natur, das manifeste Universum. Und darüber will Arjuna jetzt mehr wissen. In der Sankhya-Philosophie gibt es auch purusha. Und dort ist purusha das Selbst, das Bewusstsein, die Seele, das, was sich nicht verändert. Purusha hat auch andere Bedeutungen. Purusha heißt zum Beispiel auch Mensch, es kann auch heißen Mann. Purusha hat also viele Bedeutungen, aber im Kontext dieser philosophischen Ausdrücke, die Arjuna hier erfragt, ist es eben die Bedeutung vom Sankhya her. Und so will Arjuna jetzt wissen: Was ist das, wovon du gesprochen hast, prakriti, die ganze Welt, die ganze Natur, die manifeste Welt? Und was ist Purusha, also die Seele, das Bewusstsein, welches hinter allem ist?

Das gesamte Universum ist das Feld

Krishna hat es vorher auch Feld genannt, kshetra. Man könnte sagen, das gesamte Universum ist ksetra, das Feld, auf dem sich alles abspielt. Und purusha, also das Selbst, ist auch kshetrajna, also der Kenner des Feldes. Vielleicht kennst du das Ajna Chakra, das ist das Chakra des Kennens, und Ajna ist unter anderem auch der Kenner. Ajna heißt auch Befehl, Kommando, und Ajna ist daher das Erkenntniszentrum, ist das Kommandozentrum. So heißt es hier ksetrajna, der Kenner des Feldes.

Die tiefen Fragen des Jnana Yoga

Josephine Wall: Thirst of knowledge, Quelle

Dann will Arjuna auch wissen:

All das will Arjuna wissen. Er stellt hier jetzt die tiefen Jnana Yoga Fragen, und das leitet praktisch das letzte Drittel der Bhagavad Gita ein, wo es zunächst einmal um Jnana Yoga geht, um den Yoga des Wissens. Insbesondere im 13. Kapitel geht es um Jnana Yoga, und auch im 15. Kapitel. Die weiteren Kapitel sind Jnana Yoga in einem relativeren Sinn. Im 14. Kapitel geht es um die Gunas, und im 16. Kapitel geht es um die Ethik: Wie handelt man ethisch, und wie kann man erkennen, wenn man von seinem Geist in die Irre geführt wird, und der Geist einem etwas vormacht? Im 17. Kapitel geht es wieder um die drei Gunas, und wie man die Gunas transzendiert. Im 18. Kapitel geht es um den Sinn der spirituellen Praktiken, und wie man sie so üben kann, das sie einen wirklich zur Befreiung führen. Dann geht es nochmals um die Frage: Wie trifft man gute Entscheidungen? Wie handelt man? Und es geht im 18. Kapitel auch noch darum, wie man letztlich das, was man im Yoga erkannt hat, auch weitergibt, also um den Yoga des Lehrens.

So sind diese sechs Kapitel, Jnana Yoga Kapitel, und das 13. Kapitel beschäftigt sich in besonderem Maße mit Jnana Yoga. Die vorhin zitierte Frage Arjunas wird übrigens manchmal als der Null Vers des 13. Kapitels gesehen, denn in manchen Vers-Zählungen wird er nicht mitgezählt, ist so etwas wie die „Einführung“, oder er erscheint auch manchmal gar nicht. Es heißt ja, dass die Bhagavad Gita 700 Verse hat, und so wird diese Vorfrage von Arjuna nicht als eigenständiger Vers mitgezählt. Und so ist die Antwort von Krishna der 1. Vers des 13. Kapitels.

Der Körper ist das Feld

Krishna sprach:

Dieser Körper, oh Arjuna, wird als das Feld bezeichnet, und er, der sich dessen bewusst ist, wird von denen, die davon wissen, Kenner des Feldes genannt.

Kommentar: Kshetra ist das Feld, kshetrajna ist der Kenner des Feldes. Und dahinter verbirgt sich auch eine gewisse Doppelbedeutung, denn die Bhagavad Gita findet ja statt auf dem sogenannten Kurukshetra, dem Feld der Kurus, der Söhne von Kuru. Und mit diesem Satz sagt Krishna letztlich: Die ganze Mahabharata und er ganze Kampf von Kurukshetra sollte man deuten als Geschehen, was mit dem Menschen passiert. Und alles, was auf Kurukshetra passiert, der ganze Kampf der Mahabharata, ist eigentlich der innere Kampf, den du hast, in deinem eigenen Geist, und in deinem Körper. Und so ist dieser Körper, also sharira, das ist das Feld.

Da steht jetzt „idam shariram“, also DIESER Körper. Du kennst dich natürlich inzwischen aus, du weißt, dass es nicht nur einen Körper gibt.

Man könnte sagen: Diese drei zusammen, das ist kshetra, das ist das Feld. Das ist das Feld, wo alles geschieht.

Aber: Du bist nicht das Feld. Angenommen, du gehst auf ein Feld, ein Kornfeld irgendwo, oder ein anderes Feld. Dann bist du nicht dieses Feld, aber du erlebst das dort. In diesem Sinne ist dieser Körper das Feld, die Psyche ist das Feld, und auch dein Kausalkörper ist das Feld. Du bist das nicht.

Und dann gibt es ksetrajna, und ksetrajna ist das Bewusstsein. D.h. das Bewusstsein, welches das alles erlebt, und welches wirkt auf diesem Feld, das ist ksetrajna.

Gott ist der Kenner des gesamten Universums

Sieh Gott in allem

Im 2. Vers sagt jetzt Krishna: Wisse auch, dass ich der Kenner des Feldes aller Felder bin, oh Arjuna. Wissen um beides, Feld und Kenner des Feldes, betrachte ich als eigentliche Erkenntnis.

Du bist der Kenner des Feldes

Kommentar: Zunächst einmal bist du als Individuum Kenner deines eigenen Feldes, Körper und Psyche. Das äußere Feld, da, wo du etwas tust, dein Zuhause, deine Familie, deine Arbeitsstelle, die Gegend, wo du wohnst, all das, was du sonst noch erlebst, all das ist letztlich auch das Feld. Du weißt von der Welt nur das, was in deiner eigenen Psyche ist. Was nicht in deiner Psyche ist, das weißt du nicht. Und deshalb findet dein ganzes Erleben letztlich auf der Ebene des Körpers statt, auf er Ebene der Psyche, also auf diesem Sharira. Du bist der Kenner des Feldes.

Gott ist der Kenner aller Felder

Aber dann gibt es eben auch das übergeordnete Feld. Das Feld aller Felder, das gesamte Universum. Und hier sagt Krishna: Ich bin der Kenner vom Feld aller Felder. Das gesamte Universum ist also auch ein großes kshetra. Er nennt es hier „kshetraksetrajna“. Dieses Feld aller Felder ist das gesamte Universum, und Gott ist der Kenner des Feldes aller Felder.

Und letztlich bist du selbst damit auch eine Manifestation des Göttlichen. Wenn das Göttliche sich manifestiert als Kenner von Körper und Psyche, dann nennt sich das Individuum. Aber wenn Gott sich manifestiert als der Kenner des gesamten Universums, als Bewusstsein des ganzen Universums, dann ist das eben Gott. Und dies alles zu erkennen, das ist das wahrhaftige Jnana, das wahrhaftige Wissen. Krishna sagt hier

„zu erkennen, dass du der Kenner des Feldes bist, und zu erkennen, dass Gott der Kenner des Feldes aller Felder ist, darum geht es letztlich“. Das ist die wahrhaftige Erkenntnis.

Details zu kennen ist nicht so wichtig

3. Vers

Was und von welcher Art das Feld ist, welche Erscheinungsformen es hat, und woher es kommt, und auch wer es ist, was seine Kräfte sind, höre das alles kurz gefasst von mir.

Kommentar: In diesem 3. Vers sagt Krishna zu Arjuna: Erfahre jetzt von mir, was dieses Feld überhaupt ist. Zuvor hat er ja gesagt: Das Feld grundsätzlich zu erkennen, wie auch den Kenner des Feldes zu erkennen, das ist Jnana, das ist Wissen. Und das ist das, worum es wirklich geht. Es ist nicht so wichtig, Details zu kennen, aber Grundlegendes. Und darüber will Krishna zu Arjuna sprechen.

Weise verkünden dieses uralte Wissen

4. Vers:

Weise besangen es auf mancherlei Art, in vielen besonderen Gesängen, und auch mit überzeugenden Worten, die das Absolute bezeichnen, überlegt und bestimmt sind.

Kommentar: Krishna will hier wieder sagen: Was ich dir jetzt sage, ist auch nichts neues. Ich erzähle dir jetzt nichts, was nicht schon vorher bekannt war. Er will Arjuna eben auch sagen: Dieses höchste Wissen ist schon uralt – das sagt Krishna an allen möglichen Stellen. „Oh Arjuna, ich will dir sagen, was schon die Rishis, die uralten Weisen, schon immer gewusst haben. Was ich dir also sage, ist in Übereinstimmung mit den alten Schriften, eben den Veden, und dem, was die großen Weisen auf verschiedene Art gesagt haben.“

Der Körper Geist Komplex mit seinen Erscheinungsformen

5. Vers:

Die Materie, das Ich-Bewusstsein, der Verstand, die nicht-manifeste Natur, die zehn Sinne und der eine Geist, und die fünf Sinnesobjekte, Wunsch, Abneigung, Vergnügen, Schmerz, die Gesamtheit der Körperintelligenz, Unerschütterlichkeit – so ist das Feld mit seinen Erscheinungsformen beschrieben worden.

Diese Aufzählung des Feldes erscheint ein bisschen willkürlich. Da gibt es zum einen übergeordnete Prinzipien, wie die Materie und die nicht-manifeste Natur, aber dann letztlich auch das, was im Individuum ist, also Ich-Bewusstsein und Verstand, zehn Sinne, Manas, die Sinnesobjekte – das ist wieder etwas Äußeres. Und dann wieder etwas Inneres: Wunsch, Abneigung, Vergnügen, Schmerz. Und dann plötzlich alle Körper, und dann irgendeine Eigenschaft, die Unerschütterlichkeit. Im Grunde will Krishna uns hier etwas sagen, wenn er da so anscheinend beliebig irgendwelche Aufzählungen macht. Er sagt: Es ist nicht ganz so wichtig, in welcher Reihenfolge du das machst. Er mischt dort letztlich. Es gibt zum einen natürlich Vedanta. Und Vedanta würde zum Beispiel sagen: Es gibt die drei Körper.

  • Die Sthula Sharira, auch Annamaya Kosha genannt, den physischen Körper. Also der Körper, den du siehst, das ist der physische Körper. Und dieser besteht aus den 5 grobstofflichen Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther.
  • Dann gibt es Sukshma Sharira, den Feinstoffkörper, und im Feinstoffkörper gibt es die 3 Hüllen: Pranamaya Kosha, Manomaya Kosha und Vijnanamaya Kosha.
Pranamaya Kosha sind die 5 Pranas, da sind auch die Nadis und die Chakras.
In Manomaya Kosha ist Manas und Chitta, das einfache Denken und Fühlen und das Unterbewusstsein. Im Unterbewusstsein sind die Samskaras und die Vasanas, also die Eindrücke, Fähigkeiten, Neigungen, wie auch die Wünsche. Chitta ist auch das Temperament.
In der Vijnanamaya Kosha gibt es Buddhi, die Vernunft, und Ahamkara, das Ego. Diese drei Koshas bilden also Sukshma Sharira.

Dies gilt jetzt im Individuellen. Und im Kosmischen gibt es natürlich auch die physische Welt, Astralwelt und Kausalwelt. Das wäre nun die Vedanta-Ansicht.

Erkenne: Das was du erfährst bist nicht wirklich du

Der Weise Kapila - Begründer der Sankhya Philosophie

Zum anderen gibt es auch noch die Sankhya-Philosophie, und diese hat wieder eine andere Weise, prakriti einzuteilen. Krishna mischt beide zusammen, und damit will er uns auch etwas lehren, nämlich: Mach dir jetzt nicht zu viele Gedanken, das jetzt philosophisch exakt zu fassen. Du könntest es auch in moderner Physik ausdrücken, und könntest zum Beispiel sagen, dass es die verschiedenen drei oder fünf Grundkräfte des Universums gibt, und es gibt das, was sichtbar ist, und das, was unsichtbar ist. Du könntest das äußere Universum also auch in moderner Physik beschreiben. Und du könntest auch den Menschen selbst beschreiben, mit Körper, mit Hirnfunktionen, mit der Psyche, den verschiedenen Hirnarealen und Nerven und so weiter. Es würde auch wieder darauf hinauslaufen: das ist das Feld, ksetra. Und das ist prakriti, die Natur. Aber jenseits der Natur, dort ist purusha, das Selbst.

In diesem Sinne ist die Einteilung der prakriti letztlich irgendwo pragmatisch. Was dir hilft, dich in der prakriti zurechtzufinden, ist gut, ob du es jetzt vedantisch, sankhyamäßig oder nach moderner Physik, Biologie und Psychologie machst. Es geht darum, zu erkennen: Das, was du erfährst, bist du nicht wirklich.

Es ist hilfreich gute Eigenschaften zu entwickeln

Ab dem 7. Vers beschreibt Krishna jetzt eher Eigenschaften, die du entwickeln kannst. Aber, dass er das hier im Kontext der prakriti sagt, soll auch etwas aussagen. Es ist gut, gute Eigenschaften zu entwickeln – aber du bist auch nicht die guten Eigenschaften. Er nennt hier:

Zusammenfassung

Wissen ist nicht in Büchern

Arjuna wollte ja wissen: Was ist überhaupt Wissen, was ist Jnana? Also hat Krishna ihm erstmal erzählt: Es gibt kshetra, das Feld, und ksetrajna, den Kenner des Feldes. Er hat von ksetrajna gesagt: Alles, was in allen Feldern wahrnimmt, dass ist letztlich Gott selbst. Als Individuum nimmst du alles wahr, dein persönliches kshetra, Körper und Psyche. Gott nimmt das ganze Universum wahr.

Aber wie kannst du jetzt zum wahren Wissen kommen? Arjuna hat sicher gedacht: Man muss wissen, wie groß das Universum ist, man muss wissen, wie viele Menschen auf der Welt leben, man muss alles wissen über die Elemente usw. Das würde man vielleicht denken. Aber Krishna deutet das anders. Er sagt: Wenn du wirkliches Wissen entwickeln willst, dann entwickle positive Eigenschaften. Das ist das, was wahres Wissen ist. Und so kannst du auch überprüfen, ob dein Wissen wirklich gutes Wissen ist. Es gibt ja auch diese „Pandits“, die ein großes Wissen haben. Es gibt die Vedanta-Pandits, die können alle Begriffe von Vedanta hersagen, können die großartigsten Vorträge halten, sie können alles mögliche sagen über das Selbst und das Nicht-Selbst, und was erkennbar ist und was nicht erkennbar. Und Krishna will jetzt hier sagen: Nein.

Wahres Wissen ist nicht die genaue Terminologie. Sondern wahres Wissen drückt sich aus in positiven Eigenschaften. Und du könntest zum Beispiel aus den Versen 7 bis 11 Aufgaben machen. Du könntest dir jeden Tag eine dieser Eigenschaften zur Aufgabe machen. Du könntest sagen: Heute will ich Demut entwickeln. Und am nächsten Tag Bescheidenheit. Am nächsten Tag Sanftmut, am nächsten Tag Nachsicht, am nächsten Tag Geradlinigkeit. Oder du könntest sogar sagen: Eine Woche für jede Eigenschaft. Du kannst sagen: Das dauert mir zu lange – aber sei dir bewusst: Du wirst ja einige Jahrzehnte den spirituellen Weg gehen. Und es hilft tatsächlich, eine Weile mit einer Eigenschaft zu verbringen. Anstatt zu sagen: „Ich habe keine Zeit dafür“ 0der „Es dauert mir zu lange“, und dich dann letztlich im Kreis zu drehen, nimm doch einen Tag oder eine Woche, wo du sagst „Heute will ich Demut entwickeln.“ Und dann eine Woche Bescheidenheit. Eine Woche Sanftmut, eine Woche Nachsicht, eine Woche Geradlinigkeit, eine Woche Dienst am Lehrer usw. Wenn man alles zusammenzählt sind es etwas über 20 Eigenschaften, und in einem halben Jahr hast du die alle entwickelt.

Falls du jetzt noch relativ neu auf dem Weg bist, und diesen Text jetzt nur als Teil der Bhagavad Gita liest oder als Teil der Yoga Vidya Schulung, dann behalte es mindestens im Hinterkopf. Vielleicht später, wenn du mal eine Weile auf dem Weg bist, sind das Verse, die du für ein halbes Jahr umsetzen kannst.

Zum Abschluss sei darauf hingewiesen, dass in Sukadevs Kommentar zur Bhagavad Gita jede dieser Eigenschaften etwas erläutert wird. Oder auch Swami Sivananda schreibt in seinem Kommentar etwas mehr über jede einzelne Eigenschaft, und das kann dir eine Inspiration sein, um selbst damit zu üben und zu praktizieren.

Dieser Text ist aus der Reihe „Vorträge zur Bhagavad Gita“ innerhalb der Yoga Vidya Schulung „Der ganzheitliche Yogaweg“, auch Begleitmaterial zur 2-jährigen Yogalehrer-Ausbildung von Yoga Vidya. Mehr Informationen zu allem findest du auf den Yoga Vidya Internetseiten. Dort kannst du unter dem Suchbegriff „Bhagavad Gita“ alle Verse finden, auf Sanskrit (Devanagari und Transkription) mit Übersetzung, Kommentaren von Sukadev und Swami Sivananda, und auch Audios, Videos und Rezitationen. Wenn du noch nicht Teilnehmer einer Yogalehrer-Ausbildung bist, dann mache doch einmal eine mit! Dort wird auch die Bhagavad Gita genauer behandelt. Bei Yoga Vidya gibt es auch 9-tägige Weiterbildungen, wo die Bhagavad Gita ebenfalls genauer besprochen wird.

Video - Der Yoga der Unterscheidung zwischen dem Feld und dem Kenner des Feldes

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

Jnana Yoga, Philosophie Jnana Yoga, Philosophie

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