Vorsatz

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Vorsatz heißt sich etwas vorzunehmen. Gute Vorsätze verhelfen dazu, seine Gewohnheiten zu ändern, seinen Charakter zu entwickeln, Gutes zu tun, erfolgreich zu sein. Allerdings sagt auch der Volksmund: "Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen". Es gilt also, richtige Vorsätze zu fassen, solche, die man auch umsetzen kann. Und es gilt zu lernen, wie man gute Vorsätze auch umsetzen kann. Jeder kleine umgesetzte Vorsatz, jeder kleine Erfolg in dem, was man sich vorgenommen hat, stärkt die Kraft des nächsten Vorsatzes.

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Bedeutungen des Wortes Vorsatz

Vorsatz : Was ist Vorsatz ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Vorsatz gut? Was sind Synonyme, was das Gegenteil von Vorsatz ? Umfangreicher Artikel mit Vortragsvideo und Tipps. Vorsatz ist ein Versprechen, das man sich selbst gegenüber gibt. Ein Vorsatz ist die bewusste Entscheidung, etwas Bestimmtes zu tun. Wenn man Vorsätze fasst, dann oft, um ein unerwünschtes, ungesundes oder unglücklich machendes Verhalten zu überwinden und dafür ein erwünschtes, gesundes, glücklicher machendes Verhalten zu kultivieren. In früheren Zeiten wurden Vorsätze auf ethischem bzw. religiösem Gebiet auch in Form von Gelübden ausgeführt, heute spricht man häufiger von Vorsätzen und verzichtet meist auf formelle Gelübde. Im Yoga spricht man von Vorsatz als eine Form der Buddhi, der eigenen Entschlusskraft, aus Gewohnheiten (Samskaras) auszubrechen. Manchmal ist es gut, auf Eingebungen zu warten. Manchmal folgt man seiner Intuition und tut das im Moment angemessene. Manchmal ist es aber auch gut, bewusst einen Vorsatz, Sankalpa, zu fassen.

Swami Sivananda über Vorsatz

Der indische Yoga Meister Swami Sivananda schreibt in seinem Buch "How to Cultivate Virtues" über Resolution. Man kann resolution übersetzen als Vorsatz, aber auch als Entschlusskraft - wie im Deutschen der Ausdruck ein resoluter Mensch. Hier also was Swami Sivananda schreibt über "Resolution":

Vorsatz ist der feste Entschluss. Es bedeutet Stetigkeit. Es bedeutet Ausdauer oder eine unwiderrufliche Absicht.

Ein Mensch mit Vorsätzen ist entschlossen. Er hat eine unwiderrufliche Absicht. Er ist beharrlich im Verfolgen einer Absicht. Er ist unerschütterlich standhaft und beständig. Er ist mutig und unerschrocken. Er ist ein Mensch mit entschlossenem Willen. Er ist beharrlich in der Zielsetzung und Absicht, und er weist Bestimmtheit in deren Einhalten auf, besonders im Angesicht von Gefahren und Schwierigkeit. Er besitzt aktive innere Stärke.

Derjenige, der beständig und entschlossen im Willen ist, wird in all seinen Unternehmungen Erfolg haben. Misserfolg ist ihm unbekannt.

Lege den furchtlosen Geist des Vorsatzes an. Marschiere weiter, Held! Deine Ausdauer wird mit leichtblütige Erfolg gekrönt sein. Aller Hindernisse werden augenblicklich entfernt werden. Ein Vorsatz ist allmächtig. Ein Mensch mit Vorsatz erklimmt alle Barrieren, die sich in seinen Weg stellen. Alle Schwierigkeiten weichen von ihm. Mut, beständige Beharrlichkeit, innere Stärke und Kraft sind die Begleiter des Vorsatzes.

Ein Mensch mit Vorsatz hat den Nerv, der nie ruht, das Auge, das nie zurückschreckt, den Gedanken, der nie wandert, eine Absicht, die nie wankt. Er wird immer den Sieg erlangen.

Vorsatz ist dein Seelenhelfer in der Not. Sei entschlossen und resolut. Marschiere beständig weiter. Gürte deine Lenden. Halte durch. Du kannst die ganze Welt erobern.

Ein Mensch mit Vorsatz pulverisiert den Himalaya, schluckt das Feuer und trinkt das Wasser des Ozeans in einer Minute. Er kann alles in den drei Welten im Handumdrehen erreichen. Selbst wenn die ganze Welt ihn bekämpft, marschiert er mit unverzagten Geist voran.

Alle berühmten Menschen, die Bedeutung erlangt haben und die in dieser Welt übermenschliche Taten vollbrachten, besaßen einen Vorsatz.

Dort wo ein Vorsatz ist, herrscht ein dynamischer, unaufhaltsamer, starker Wille. Vorsatz und starker Wille gehen Hand in Hand.

Sei resolut. Halte an Entschlüssen fest. Bekräftige deine Entschlüsse. Dann wirst du deinen Willen entwickeln.


Zitiert nach: Swami Sivananda: "How to Cultivate Virtues", Divine Life Society

Gute Vorsätze fürs Neue Jahr, um schnell geistige Fortschritte zu machen

Aus Swami Sivanandas Buch "Yoga im täglichen Leben"

  • 1. Führe dein geistiges Tagebuch, sende am Monatsende eine Abschrift an deinen geistigen Leiter, der dir weiter Aufgaben stellen wird, damit du weiter kommst.
  • 2. Führe ein Tagebuch für Mantra und schreibe regelmäßig mit Tinte eine oder zwei Seiten deiner Ishta Mantra oder Guru Mantra hinein.
  • 3. Mache dir einen Entwurf für deine täglichen Übungen und halte dich dann unter allen Umständen streng daran. Es gibt viele Ablenkungen und Hindernisse. Sei immer sorgfältig und wachsam.
  • 4. Wähle aus den auf der nächsten Seite abgedruckten Vorschlägen einige für das nächste Jahr aus. Du kannst weglassen, hinzufügen oder abändern, wie es deinem persönlichen Temperament, deiner Veranlagung oder Entwicklungsstufe entspricht.
  • 5. Verändere nicht plötzlich deine Lebensweise. Du kannst auf dem geistigen Pfad schnell weiterkommen und dich entfalten und deine Willenskraft und die Beherrschung des Geistes und der Sinne steigern, wenn du dich streng an deine Entschlüsse hältst, die du einmal gefasst hast. Versuche nicht sogleich das Unmögliche. Entschließe dich sehr vorsichtig und überlegt und steige auf der Yogaleiter Sprosse um Sprosse empor.
  • 6. Wenn dir nicht gelingt, was du dir vorgenommen hast, erfolgreich durchzuführen, entweder weil du dich nicht genügend beherrscht hast oder infolge höherer Gewalt oder aus unbekannten Gründen, solltest du einige Japa Malas einschalten oder auf eine Mahlzeit verzichten, um dich daran zu erinnern, was du dir vorgenommen hast und deinem Geist klar zu machen, wie wichtig die Entschlüsse waren (Selbstbestrafung).
  • 7. Deinen Plan musst du in doppelter Ausfertigung niederschreiben und eine unterzeichnete Abschrift deinem Guru senden, damit du nicht in Versuchung gerätst, deine Bemühungen zu erleichtern oder deine Entschlüsse zu vergessen oder sie aus den geringfügigsten Gründen oder mit faulen Ausreden zu brechen.
  • 8. Bitte auch alle deine geistig ausgerichteten Freunde, solche Entschlüsse durchzuhalten, ein geistiges Tagebuch und Mantra-Aufzeichnungen zu führen. Dadurch kannst du viele aus dem Samsara-Morast herausziehen.

Meine Entschlüsse für das Jahr ....

  • 2. Ich werde einmal in der Woche / alle 14 Tage / einmal im Monat nur Milch und Früchte anstatt einer Abendmahlzeit zu mir nehmen.
  • 3. Ich werde an Ekadashi-Tagen oder einmal alle 14 Tage / im Monat einen Fasttag einlegen.
  • 4. Ich will auf …. verzichten (eine besondere Liebhaberei) einmal alle … Tage / im Monat oder …. Tage / Monate lang.
  • 5. Ich will nur alle….Tage / Wochen rauchen, Karten spielen, Kino besuchen, Romane lesen oder …. Monate lang überhaupt nicht.
  • 6. Ich will Mouna (vollkommenes Stillschweigen) täglich … Minuten / Stunden einhalten, außerdem an Sonntagen / Feiertagen … Minuten / Stunden, und die gewonnene Zeit für Konzentration, Meditation, Japa und Innenschau verwenden.
  • 7. Ich will Brahmacharya (geschlechtliche Enthaltsamkeit) …. Wochen / Monate lang durchführen.
  • 8. Ich will in diesem Jahr gegen niemanden zornige, barsche oder gemeine Ausdrücke sagen.
  • 9. Ich will in diesem Jahr unter allen Umständen immer die Wahrheit sagen.
  • 10. Ich will gegen niemanden Hass oder böswillige Gedanken hegen.
  • 11. Ich will von meinem Verdienst …. Prozent für Bedürftige geben.
  • 12. Ich will mich täglich / wöchentlich …. Stunden selbstlosem Dienst widmen. Nishkamaya Karma Yoga.
  • 13. Ich will täglich …. Japa Malas verrichten (ein Mala gleich 108 Perlen).
  • 14. Ich will täglich …. Minuten oder …. Seiten lang mein Ishta Mantra / Guru Mantra in ein Schreibheft eintragen.
  • 15. Ich will täglich ….Shlokas der Gita mit Auslegung studieren.
  • 16. Ich will ein geistiges Tagebuch führen und monatlich eine Abschrift an meinen Guru senden, um weitere Aufgaben von ihm zu empfangen.

18. Ich will mit Familienmitgliedern und Freunden täglich des Abends …. Minuten / Stunden Sankirtan durchführen.

Am ……… Unterschrift, Name und Anschrift

Copyright Divine Life Society

Vorsatz in Beziehung zu anderen Eigenschaften

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Vorsatz in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Vorsatz

Ähnliche Eigenschaften wie Vorsatz, also Synonyme zu Vorsatz sind z.B. Bestreben, Ziel, Wille, Wunsch, Streben, Verlangen, Sehnsucht, Hoffnung, Intention, Zielstrebigkeit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Vorsatz übertrieben kann ausarten z.B. in Scheuklappenblick, Überforderung, Beschränktheit, Engstirnigkeit. Daher braucht Vorsatz als Gegenpol die Kultivierung von Flexibilität, Intuition, Eingebung, Spontanität, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Achtsamkeit, Unbedarftheit.

Gegenteil von Vorsatz

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Vorsatz, Antonyme zu Vorsatz :

Vorsatz im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten


Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Vorsatz

Eigenschaften im Alphabet nach Vorsatz

Literatur

Seminare

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Radhika Nosbers,


Zusammenfassung Vorsatz

Vorsatz ist ein fester Entschluss. Wenn man sich etwas vornimmt, kann man das in Form eines Vorsatzes niederschreiben. Man kann z.B. den Vorsatz fassen, vegan zu leben. Berühmt sind die Neujahrsvorsätze, die manchen Menschen helfen, ihr Leben neu zu leben - und andere schon nach ein paar Wochen wieder aufgeben. Ein Vorsatz kann auch ein Prinzip sein, eine Idee, an die man sich halten will. Man kann den Vorsatz fassen, sich mehr einzusetzen. Vorsatz hat auch eine Bedeutung in der Jurisprudenz, in der Rechtswissenschaft: Wer eine kriminelle Handlung mit Vorsatz begangen hat, den erwartet eine höhere Strafe als bei Fahrlässigkeit. Manche Menschen lassen sich im Leben treiben nach dem Motto: Mal sehen, was kommt. Andere fassen sich konkrete Vorsätze, haben Ziele, gehen zielstrebig in eine bestimmte Richtung. Keines von beiden ist besser. Beides sind legitime Weisen, sein Leben zu leben.

Vertrauen ist ein Gegenpol zu Vorsatz