Unentschlossenheit

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Vertrauen, Gebete und Liebe sind Hilfen bei Unentschlossenheit

Unentschlossenheit - Umgang mit einer der Schattenseiten der menschlichen Existenz. Unentschlossenheit kann zweierlei bedeuten: Unentschlossenheit ist zum einen der Gemütszustand, in dem man noch nicht zu einer Entscheidung gekommen ist. Unentschlossenheit kann ein einzelner haben oder auch eine ganze Gruppe. Man kann sich z.B. über die Unentschlossenheit der Geschäftsleitung beschweren, die in Untätigkeit verharrt und zu keiner Entscheidung kommt.

Unentschlossenheit kann man auch einher Vorgehensweise attestieren. Wenn jemand zwar zu einer Entscheidung gekommen ist, aber diese nicht mit der nötigen Verve, der nötigen Energie und dem gebotenen Engagement umsetzt, kann man ihm unentschlossenes Handeln attestieren. Manchmal ist es gut, die Unentschlossenheit eine Weile auszuhalten, intensiv die Phase der Entscheidungsfindung zu erleben. Aber irgendwann muss man die Entscheidung fällen - und diese dann mit Entschlossenheit, Engagement und Hingabe umsetzen.

Umgang mit Unentschlossenheit

Vielleicht ist in deiner Umgebung jemand, der sich in großer Unentschlossenheit befindet. Eigentlich müsste er eine Entscheidung treffen, aber er trifft keine. Vielleicht ist es sogar dein Chef und die Firma müsste sich entscheiden, dein Chef kann sich nicht entscheiden. Vielleicht ist es dein Partner, der nicht weiter weiß, ob er eine Ausbildung machen oder beim bisherigen Job bleiben soll. Vielleicht ist es dein Kind, das nicht weiß, ob es jetzt studieren soll oder erst ein freiwilliges soziales Jahr machen soll oder eine Weltreise oder ein Auslandsemester. Du bist oft umgeben von Unentschlossenheit. Vielleicht magst du das nicht. Aber du kannst auch sagen, dass Phasen der Unentschlossenheit Phasen der Selbstfindung sind. Unentschlossenheit hat auch einen Vorteil. Unentschlossenheit heißt, dass man den Strauß von Möglichkeiten sieht und dass man hin und herschwankt. Phasen der Unentschlossenheit kann man auch wertschätzen und als wichtig interpretieren.

Geschickter Umgang mit eigener Unentschlossenheit

Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2016

Es gibt Menschen die kommen relativ schnell zu einer Entscheidung. Und es gibt andere, die brauchen eine Weile, bis sie zu einer Entscheidung zu kommen. Sie haben größere Unentschlossenheit. Ich habe ja schon einen Vortrag gegeben „Umgang mit Unentschlossenheit von anderen“. Heute geht es darum, wie gehst Du mit eigener Unentschlossenheit um. Angenommen, Du bist jemand, der Schwierigkeiten hat sich zu entschließen. Oder Du bist eigentlich jemand, dem es leichter fällt, aber jetzt bist Du in Unentschlossenheit. Was kannst Du tun?

Anerkennung der Unentschlossenheit

Zunächst einmal: Erkenne, Unentschlossenheit ist ja nichts Schlechtes. Im Gegenteil, Unentschlossenheit ist sogar etwas Gutes. Du bist etwas bedachtsamer. Du triffst keine über eilten Entscheidungen. Du kannst Dir erstmal auf die Schultern klopfen und sagen, ist ja gut, dass ich keine über übereilten Entscheidungen treffe. Es ist gut, dass ich es vermeide, zu zügig zu einem Entschluss zu kommen. Und Du kannst auch Dir bewusst machen, ich habe schon öfters Dummheiten vermieden, indem ich etwas länger gewartet habe. So ist Unentschlossenheit auch eine Tugend. Aber natürlich, irgendwann musst Du Dich auch entschließen. Wie machst Du das? Bei Yoga Vidya haben wir ganze Seminare über die Kunst Entscheidungen zu finden. Du könntest also auch auf unseren Internetseiten gehen und suchen „Entscheidungen treffen“. Und dann findest Du sowohl Seminare zum Thema wie auch längere Vorträge zum Thema von mir. Ich habe ja schon ganze Seminare gegeben zur Entscheidungsfindung - auch spirituelle Entscheidungsfindung. Das kann Dir auch helfen. Es gibt verschiedene Weisen wie Du zu einer guten Entscheidung finden kannst.

Vorteile des logisches Abwägens

Die eine wäre, logisches abwägen. Schreibe Dir auf, was sind die Optionen. Mache vielleicht mehrere Papiere: Option A, Option B, Option C und vielleicht noch eine nächste Option. Nachdem Du das so aufgeschrieben hast, überlege, Deine Anliegen, Deine Ziele. Worum geht es Dir langfristig? Wenn Du weißt, was Du langfristig erreichen willst, was Deine Mission, Deine Berufe, Dein Sinn im Leben ist, dann fällt es Dir oft leichter, sich zu entschließen. Wenn Du dort kein langfristiges Ziel ist, dann wirst Du ohne diese konkrete Entscheidungshilfe dort handeln. Aber es ist oft gut, man überlegt sich, was ist mir wichtig im Leben? Du könntest sagen, mir ist wichtig im Leben spirituelle Entwicklung. Mir ist wichtig, Gutes für andere zu tun. Mir ist wichtig, Gott zu erfahren. Mir ist wichtig, was auch immer. Und dann kannst Du sagen, vor dem Hintergrund, vor diesem wichtigen Anliegen, was wäre unter den Alternativen das Richtige. Nächste Möglichkeit wäre, Du kannst Deine Optionen auch geistig durchspielen. Angenommen, ich mache das, wie fühlt sich das an? Was werden die Konsequenzen sein? Angenommen, ich mache das andere, wie fühlt sich das an? Du kannst Dir das vorstellen?

Bitte Gott um Hilfe

Nächste Möglichkeit ist, bitte Gott um Hilfe. Sage, oh Gott, ich weiß nicht, was ich tun soll. Sende mir Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie mich leiten. Nicht mein Wille, Dein Wille geschehe. Was Du mir auch immer sagst, ich werde das umsetzen, soweit ich es kann. Du kannst Gott sogar einen Termin setzen. Und Du kannst sagen, lieber Gott, bitte bis Dienstag bis 8 Uhr muss ich mich entschieden habe. Bitte sage Du mir bis Dienstag 8 Uhr, was zu tun ist. Nächste Möglichkeit ist auch, vielleicht hast Du einen vorrübergehenden Entschluss, und Du sagst, ja, lieber Gott, zu der und der Entscheidung neige ich. Du hast bis morgen um 12 Uhr Zeit, mich davon abzuhalten. Wenn bis 12 Uhr nichts Entscheidendes hinzukommt, sei es innere, sei es äußere, werde ich das tun. Und ich werde davon ausgehen, wenn Du mir bis dahin nichts gesagt hast, das Du willst, dass ich das tue. Und danach tue ich es auch.

Nimm Hilfe von Anderen an

Manchmal ist es wichtig Hilfe von anderen anzunehmen, um Entscheidungen zu treffen

Nächste Möglichkeit ist natürlich Absprache mit anderen. Ich lebe zum Beispiel in einer spirituellen Gemeinschaft. Und hier treffen wir demokratische Entscheidungen in Gruppen. Im Grunde, bei allen was wichtig ist, wir treffen gemeinsame Entscheidungen. Wir gehen davon aus, dass letztlich die göttliche Führung wirkt durch die Mehrheitsmeinung. Und wenn die Mehrheit gesprochen hat, dann setzte ich das auch um. Natürlich, für persönliche Dinge muss ich mich alleine entscheiden. Aber in anderen Dingen entscheide ich das in der Gemeinschaft. Es gibt unterschiedliche Gremien, wo man das entscheidet. Aber ich treffe die meisten wichtigen Entscheidungen eben mit anderen zusammen. Andere muss ich z.B. selbst treffen. Und dann muss ich auch überlegen, was ist jetzt meine Aufgabe. Ich bete, ich bitte um Führung, ich spüre dann manchmal von innen heraus. Dann frage dann meinen Meister Swami Sivananda – nicht in seinem physischen Körper, ich habe ihn nie gesehen, aber ich habe eine innere Beziehung zu ihm. Ich richte meine Frage an Gott. Und dann kommt öfters eine Antwort. Und auf diese Antwort, dort reagiere ich dann. Und setze sie um durchaus auch mit Entschlossenheit.

Bleibe bei Deinen Entscheidungen

Und dann gilt natürlich die Aussage, wenn Du Dich entschieden hast, verwirft die Alternativen. Triff klar einen Entschluss. Ich werde das tun. Und dann tue das auch. Triff keine über eilten Entscheidung, also nicht, weil Du Dich über etwas ärgerst. Nie mehr würde ich das machen. Wenn Du sowas machst, Du schwächst Deinen Geist. Im Ärger triff niemals eine Entscheidung. In einer emotionalen Angst oder Kurzschluss-Handlung keine Entscheidungen treffen. Und wenn Du irgendwo unter Ärger irgendeine Entscheidung getroffen hast, oder irgendwelchen Leuten etwas gesagt hast, die Menschen werden es Dir ermöglichen, die Entscheidung zurück zu nehmen. Dann sage gleich, tut mir leid, dass ich das gesagt habe, aber ich habe es nicht ernst genommen. Ich habe es nicht so gemeint, ich bitte um Entschuldigung. Wenn Du etwas unter einer Emotion gemacht hast, auf diese Handlung solltest Du nicht entschlossen handeln. Mach das Rückgängig.

Allgemein: Überlege, bitte um Führung, schlafe über eine Entscheidung. D.h. triff keine wichtigen Entscheidung in diesem Moment, sondern warte ab. Wenn Du eine Neigung hast, sofort etwas zu sagen, dann beiß‘ Dir auf die Zunge – nicht zu fest, aber ausreichend fest, dass Du nichts sagst. Warte. Dann triff eine Entscheidung. Und die Entscheidung, die Du dann getroffen hast, die setzte mit Entschlossenheit um. Und sage Deinem Unterbewusstsein, ich habe mich entschieden, ich werde es machen. Wenn Hindernisse kommen, sage großartig, ich kann bei der Umsetzung der Entscheidung lernen. Ich werde die Entscheidung umsetzen. In diesem Sinne, lerne Entscheidungen, die Du getroffen hast, auch umzusetzen. Halte Deine Versprechen. Tue das, was Du sagst, und tue das, was Deine Aufgaben sind. Dann wird Dein Geist stark, dann wirst Du nicht unter ständiger Unentschlossenheit leiden. Es gibt Menschen, die immer wieder etwa sagen, die etwas versprechen, es dann nicht halten und den größten Teil des Tages damit verbringen, irgendwo zu lavieren zwischen schlechtem Gewissen, Unentschlossenheit, innerer Unruhe, Trägheit, Ablenkung usw. Wozu Du Dich verpflichtet hast, setze es um. Wozu Du Dich entschlossen hast, tue es. Was Du versprochen hast, mache es. Argumentiere nicht zu sehr mit Deinem Geist, sondern sage, ich habe mich entschieden. Ich habe es versprochen. Es ist meine Aufgabe. Und dann setze es um. So wirst Du geistig stark sein. Das waren ein paar Gedanken zum Thema „Unentschlossenheit“. Vielleicht magst Du jetzt selbst, ein paar Momente überlegen, bist Du jemand, der ab und zu zu Unentschlossenheit neigt. Dann überlege, ob irgendetwas von dem, was Du gerade gehört hast, für Dich hilfreich sein kann. Und ob Du irgendetwas davon angehen willst.

Swami Sivananda über Unentschlossenheit

Manche Menschen sind nicht fähig, in wichtigen Dingen etwas Endgültiges zu entscheiden. Ihnen fehlt die unabhängige Kraft des Urteils. Sie werden die Frage in die Länge ziehen und nie zu einer bestimmten positiven Entscheidung kommen. So verflüchtigt sich die Gelegenheit. Es ist zu spät, Honig im Winter zu gewinnen. Du mußt eine Zeitlang tief über eine Angelegenheit nachdenken und dann imstande sein, eine Entscheidung zu fällen. Dann mußt du sofort deinen Willen einsetzen und versuchen, die Entscheidung unmittelbar auszuführen. Erst dann wirst du Erfolg haben. Zuviel Nachdenken wirft alles um. Bei wichtigen Problemen kannst du Menschen fragen, die in solchen Dingen Erfahrung haben und dir Gutes wünschen. Durchschneide den gordischen Knoten!

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Unentschlossenheit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Unentschlossenheit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Unentschlossenheit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Unentschlossenheit sind zum Beispiel Unschlüssigkeit, Unbeständigkeit, Unsicherheit, Unzuverlässigkeit, Wankelmut, Schwäche, Panik, schwankende Gesinnung, schwankende Haltung, schwankende Stimmung, Konflikt, Wankelmut, Ängstlichkeit, Zauderhaftigkeit, Ehrlosigkeit, Verlegenheit, Verwirrung, Ratlosigkeit, Scham, Scheu .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Synonyme mit positiver Konnotation

Synonyme mit positiver Konnation können helfen, eine scheinbare Schattenseite auch positiv zu sehen. Synonyme mit positiver Konnotation sind zum Beispiel

Antonyme Unentschlossenheit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Unentschlossenheit sind zum Beispiel Entschlossenheit, Bestimmtheit, Beharrlichkeit, Beständigkeit, Energie, Festigkeit, Initiative, Konsequenz, Durchhaltevermögen, Unbeugsamkeit, Sturheit, Dickköpfigkeit, Trott, Tradition, Tunnelblick . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Unentschlossenheit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Unentschlossenheit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Unentschlossenheit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Unentschlossenheit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Unentschlossenheit sind zum Beispiel das Adjektiv unentschlossen, das Verb entschließen, sowie das Substantiv Unentschlossener.

Wer Unentschlossenheit hat, der ist unentschlossen beziehungsweise ein Unentschlossener.

Siehe auch

Seminare

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