Menstruationsbeschwerden

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Menstruationsbeschwerden, auch Dysmenorrhöe genannt, entstehen bei einer Frau während der Menstruation durch die Kontraktion der Gebärmutter, die nach einer nicht erfolgten Schwangerschaft die gebildete Gebärmutterschleimhaut abstößt.

Menstruation? Die meisten Frauen fühlen sich nicht so wohl in ihrer Haut wie diese Frau

Dies ist bei vielen Frauen verbunden mit Krämpfen und Schmerzen, aber oft mit einem ganzheitlichen Gefühl des Krank- und Unwohlseins. Zu diesem Bündel an Beschwerden gehören auch oft Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Rückenschmerzen. Oft ist die Menstruation auch von Gereiztheit, Erschöpfung und Depressionen begleitet.

Die meisten Frauen haben darunter schon einmal gelitten, viele regelmäßig. Die Schmerzen können sehr unangenehm sein, sind medizinisch aber meist nicht besorgniserregend. Starke Regelschmerzen können aber auch, vor allem bei älteren Frauen, auf eine Unterleibserkrankung hindeuten.

Entstehung und Vermeidung von Menstruationsbeschwerden

Eine Ursache von Menstruationsbeschwerden ist die verstärkte Sekretion einer bestimmten Gruppe von Prostaglandinen in der Gebärmutterschleimhaut. Prostaglandine sind Gewebshormone. Von ihnen werden drei verschiedene Typen produziert. Einer davon (Serie-2 Prostaglandine) lösen die Krämpfe und Schmerzen aus bei Menstruationsbeschwerden, da sie Schmerzen / Schmerzwahrnehmung fördern, Entzündungen auslösen, Blutgefäße verengen und die Blutgerinnung verstärken. Schmerzmittel wie Aspirin hemmen Prostaglandine. Leider nicht nur den Typen, der die Schmerzen verstärkt, doch leider auch die beiden anderen Typen (Serie-1 und Serie-3- Prostaglandinen). Diese sind die "Gegenspieler“ des schmerz- und entzündungsfördernden Hormons und verringern bzw. blockieren seine Wirkung. Somit schalten Schmerzmittel die körpereigenen Abwehrmittel aus und verlängern bzw. verstärken die Menstruationsbeschwerden langfristig.[1]

Nun muss es ja, wenn es zu Menstruationsbeschwerden kommt, einen Überschuss an Serie-2 Prostaglandinen geben. Dies kann man durch die Ernährung beeinflussen. Tierische Produkte liefern die Baustoffe für dieses Hormon, dadurch werden Schmerzen und Entzündungen gefördert.

Essentiell zur Bildung der hilfreichen Hormone sind Alpha- Linolensäuren und Omega-3- Fettsäuren, wie sie in Leinöl oder Hanföl vorkommen. Auch ein gutes Magnesiumdepot ist notwendig, da Krämpfe oft erst entstehen können, weil der Körper einen Magnesiummangel aufweist. Schmerzen treten auch umso mehr in Erscheinung, je mehr der Körper mit Säuren belastet ist. Schlechte Ernährung, Stress, Genussgifte und Medikamente führen zu Übersäuerung.

Dieses Wissen kann einer Frau helfen, ihre Ernährungs- und Lebenssituation vor allem ab ca. einer Woche vor der Periode darauf einzustellen, möglichst wenig der dieser schmerzfördernden Lebensmittel einzunehmen und auf Stressvermeidung etc. zu achten. Tipps dafür [1]:

  • Salziges Essen und Alkohol vermeiden, da es dem Körper Wasser entzieht und Krampfschmerzen verstärkt. Dazu viel Wasser trinken, hilfreich auch mit Zitronensaft.
  • Basisch essen: Gemüse, Salate, Sprossen, Nüsse, Früchte etc. mindert die Krampfbereitschaft, da irritierende und verschlackende Inhaltsstoffe stark reduziert werden. Dazu krampflösende Gewürze wie Anis, Fenchel, Kardamom, Koriander, Vanille und Zimt verwenden.
Zimt wirkt krampflösend, Ingwer kann auch schmerzlindernd wirken.
  • Grünes Blattgemüse versorgt den Körper mit ausreichen Antioxidantien und dem blutreinigenden Chlorophyll (man kann auch auf Nahrungsergänzungsmittel wie Weizengraspulver oder Spirulina- Alge zurückgreifen).
  • Milchprodukte meiden, sie können durch ihren Eiweiß- und Calciumreichtum deutlich Krämpfe verstärken.
  • Auch der Vitamin-B- Komplex ist wichtig, um der Entstehung von Krämpfen vorzusorgen. Diese sind in Nüssen, Samen, Sprossen, Avocados, Getreidekeimen, Algen und Hülsenfrüchten vorhanden.

Wenn die Periode einsetzt und Schmerzen zu spüren sind, helfen folgende Ratschläge[1]:

  • Tees, z.B. Gänsefingerkraut, Frauenmantel, Schafgarbe, Beifuß, Majoran, Oregano, Kamillenblüte, Zitronenmelisse und Ingwer - Tee / Ingwer – Wasser helfen bei Menstruationsbeschwerden. Brennesseltee wirkt zusätzlich entgiftend und reinigend.
  • Aromatherapie mit ätherischen Ölen, die entspannend und entkrampfend wirken (Lavendel, Melisse, Wacholder, Rose oder Muskatellersalbei) – mit einem Basisöl wie Olivenöl vermischen und den Bauch einreiben.
  • Bananen regulieren mit dem Vitamin B6 den Blutzuckerspiegel und die Stimmung.
  • Bewegung lenkt ab, fördert die Durchblutung und hilft beim Ablösen der Gebärmutterschleimhaut. Spazieren gehen oder Yoga können hilfreich sein.

Swami Sivananda über Menstruationsbeschwerden

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.259-260. Divine Life Society

Die spezielle Aufgabe, die Gott den Frauen anvertraut hat, ist Kinder zu gebären und sie zu versorgen. Wenn Frauen nicht gesund und stark sind, können sie keine gesunden und starken Kinder gebären. Frauen sind üblicherweise sehr bescheiden. Sie möchten ihre Leiden nicht anderen Menschen aufbürden, außer wenn diese unerträglich sind. Es ist deshalb notwendig, dass alle Mädchen über Frauenkrankheiten Bescheid wissen. Dieses Wissen sollte an Schulen und Universitäten vermittelt werden. Das wird den Mädchen helfen, die Krankheiten im Keim zu ersticken und gesund zu bleiben.

Frauen sind besonders in drei Hauptkrankheiten von Krankheiten betroffen:

  • 1. Ausbleiben der Menstruation
  • 2. Krankheiten während der Schwangerschaft
  • 3. Beschwerden nach der Entbindung

Die Beschwerden, die mit der Menstruation zusammenhängen, sind die wichtigsten. Wenn diese unter Kontrolle sind, wird es seltener zu den anderen Arten von Beschwerden kommen. Der Beginn der Menstruation ist ein wichtiges Erlebnis in der Zeit des Heranwachsens. Wenn Mädchen natürlich leben und die Regeln von Gesundheit und Hygiene beachten, wird es kaum zu Krankheiten kommen.

Tipps für die Gesundheit von Frauen

  • 1. Eine Frau sollte enge Kleidung vermeiden, da dies den freien Fluss des Blutes behindert und die inneren Organe einengt.
  • 2. Auf alle Stimulierungsmittel wie Tee, Kaffee, Kakao, eisgekühlte Getränke sollte sie ganz verzichten.
  • 3. Während der Menstruation sollte sie keine körperliche Arbeit machen.
  • 4. In dieser Zeit sollte sie nicht ins Kino gehen.
  • 5. Sie sollte auf Kosmetik, Duftöle und Duftpulver verzichten und sich auf die Natur verlassen, den natürlichen Glanz und die natürliche Schönheit.
  • 6. Sie sollte viel Zeit in gut gelüfteten Räumen oder an der frischen Luft verbringen.
  • 7. Sie sollte täglich ein paar Körperübungen machen. Asanas sind sehr gut, sollten aber während der Schwangerschaft nicht geübt werden.
  • 8. Sie sollte nach Möglichkeit viel grünes Gemüse, Milch[2] und Obst zu sich nehmen.
  • 9. Sie sollte frühzeitig zu Bett gehen und früh aufstehen.
  • 10. Sie sollte sich nicht um Prüfungen in der Schule sorgen oder um unangemessene Probleme zu Hause kümmern.
  • 11. Sie sollte an Ekadasi fasten oder ein Mal in der Woche auf eine Mahlzeit verzichten.
  • 12. Sie sollte einen Einlauf machen, falls sie unter Verstopfung leidet, oder Rizinusöl oder mildes natürliches Abführmittel verwenden.

13. Genügend Ruhe ist während der Menstruation notwendig.

Bei gesunden Mädchen ist die Menstruation spärlich und monatlich. Wenn sie nahe am oder am Vollmondtag kommt, zeigt das, dass der Körper gesund ist. Unregelmäßige Menstruation, zu starker Blutfluss oder das Auftreten von Blutungen außerhalb des Zyklus sind Zeichen von schlechter Gesundheit. Ernst wird es, wenn die Menstruation unterdrückt wird. Wenn die Menstruation regelmäßig kommt, aber nahe am Neumond, ist das ebenfalls ein Zeichen für schlechte Gesundheit und kann chronisch werden.

Unregelmäßige Menstruation und Schmerzen sind Zeichen von akuter schlechter Gesundheit. In chronischen Fällen ist eine basische Ernährung mit grünem Gemüse, Obst und Milch[2] wichtig.

Fasten ist in akuten Fällen notwendig. Wenn die Menstruation unterdrückt ist, dann ist Papaya eine gute Medizin. Die reife Frucht kann auf leeren Magen gegessen werden, mit oder ohne Milch.[2] Rohes Obst kann wie Gemüse gekocht und gegessen werden. In allen Fällen sind heiße Hüftbäder nützlich. Häufige Sitzbäder sind auch sehr gut. Einschränkungen in der Ernährung sind notwendig.

Siehe auch

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Menstruationsbeschwerden - Sanfte Linderung
  2. 2,0 2,1 2,2 A.d.R.: Aufgrund der Massenproduktion von Milch und der Ergebnisse der China Study kann Milch heute nicht mehr wirklich empfohlen werden

Weblinks

Literatur

Seminare

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