Hormon

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Ein Hormon ist ein körpereigener Botenstoff, der lebenswichtige Körpervorgänge steuert, reguliert und koordiniert. Er ist ein Informationsträger und bereits in geringer Menge wirksam. Der Begriff Hormon stammt aus dem griechischem und bedeutet „antreiben, erregen“. Im menschlichen Körper ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Hormonen zu finden, die sich in ihrer Molekularstruktur und in ihren Aufgaben voneinander unterscheiden. Produziert werden diese von Hormongewebe, in der Regel von Hormondrüsen. Aber auch andere Zellen sind in der Lage diese herzustellen.

Banddiagramm von dem 2-Zn Insulin Hexamer. Das Insulin Monomer ist das aktive Hormon, aber das Hexamer ist die aufbewahrende Form. Jedes der sechs Monomere zeigt sich in einer anderen Farbe und die 6 Histidinen Seitenketten binden und stabilisieren das Hexamer.

Was sind Hormone? - Aufbau und Klassifizierung in zwei Hauptgruppen

Im chemischen Aufbau setzen sich Hormone aus Aminosäuren (Bausteine eines Proteins) oder aus Fetten (Lipide) zusammen. Erstere werden als Peptidhormone bezeichnet und sind fettunlöslich. Daher können sie nicht durch die Zellmembran (äußere Begrenzung einer Zelle) gelangen. Letztere sind fettlöslich und können daher die Zellmembran durchdringen und so in die Zellen hineingelangen. Diese werden Steroidhormone genannt.

Die Information eines Hormons liegt in ihrer chemischen Struktur verborgen und erst wenn das Hormon sich mit der Zielzelle verbunden hat, kann diese „gelesen“ werden. Die Endokrinologie ist der medizinisch-biologische Wissenschaftszweig, der sich mit Hormonen und dem Hormonsystem auseinandersetzt.

Zuordnung einzelner Hormongruppen

Zu den Peptidhormonen zählen Insulin, Glukagon sowie alle Hypophysen- und Hypothalamus-Hormone. Zu den Steroidhormonen gehören unter anderem Geschlechts- und Nebennierenrindenhormone.

Ein besonderes Hormon ist das Cholecalciferol (Vitamin D3), welches im Knochenstoffwechsel eine zentrale Rolle spielt. Dieser Stoff kann vom Körper selbst gebildet werden, jedoch ist dafür ausreichend Sonnenlicht nötig. Die Haut produziert bis zu 90% davon selbst. Eine Vorstufe des Hormons kann auch über die Nahrung aufgenommen werden. Zu finden ist diese beispielsweise in Champignons.

Ort und Steuerung der Hormonproduktion

Die Hormonbildung erfolgt vorwiegend in den endokrinen Drüsen (Hormondrüsen). Hormone werden unmittelbar in das umliegende Gewebe abgegeben und von dort aus gelangen sie per Diffusion, also per Teilchenwanderung, in die Blutbahn, da dieses Gewebe gut durchblutet ist. Der Vorgang der Hormonabsonderung nennt sich im Fachjargon endokrine Sekretion. Endogen heißt übersetzt „nach innen abgebend“. Mit Hilfe des Blutes verteilen sich die Hormone rasch im Körper und gelangen so zu anderen Zellen und Organen.

Übersicht der endokrinen Drüsen: 1. Zirbeldrüse (Epiphyse) 2. Hypophyse 3. Schilddrüse und Nebenschilddrüsen 4. Thymus 5. Nebenniere 6. Pankreas 7. Ovar 8. Hoden

Es gibt jedoch noch andere Hormonproduktionsorte im Körper. Endokrine Zellen, welche primär nicht als Drüsen gelten, produzieren ebenfalls Hormone, genauso wie spezialisierte Nervenzellen, z.B. der Hypothalamus im Gehirn. Gerade das Gehirn spielt in der Hormonproduktion eine zentrale Rolle. Im Hypothalamus und in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) werden wichtige Hormone (sogenannte Releasing-Hormone) ausgeschüttet, die dann wiederum eine Kettenreaktion in Gang setzen. So werden andere endokrine Organe ebenfalls zur Hormonproduktion angeregt. Es gibt jedoch auch Hormone, die die Reaktionskette unterbrechen können (Inhibiting-Hormone). So findet permanent eine Wechselbeziehung der Hormone und der hormonbildenden Organe statt. Dieser komplexe Regelkreis bzw. Rückkopplungsmechanismus, der ebenfalls unter Einfluss des sympathischen Nervensystems steht, wird von der Hirnanhangsdrüse und letztlich von Geist und Gehirn kontrolliert.

Typische hormonbildende Drüsen sind:

Andere hormonbildende Organe:

Funktion eines Hormons

Rückkopplungsschema für die hypothalamisch-hypophysäre-cortitrophe Achse (Hormone) Copyright

Die Aufgabe eines Hormons ist die Informationsübermittlung. Diese geschieht über ein Andocken des Hormons an einen Rezeptor, eine „Andockstelle“ an der Zellmembran. So kann die Nachricht des Hormons von der Zelle gelesen werden, eine Reaktion der Zelle setzt ein. Die Bindung von Hormon an Zielzelle nennt sich Hormon-Rezeptor-Komplex und wird auch als Schlüssel-Schloss-Prinzip beschrieben. Während das Nervensystem nur Bruchteile von Sekunden benötigt, um Informationen zu übermitteln, brauchen Hormone einige Minuten bis Stunden dafür. Das Hormonsystem arbeitet zwar langsamer als das Nervensystem, dafür aber ausdauernd und nachhaltig. Es wird daher auch als langfristiges Regulationssytem bezeichnet.

Hormone arbeiten wirkungsspezifisch, das bedeutet sie sind nur für ganz bestimmte Körperprozesse verantwortlich. Hormone können sich selbst und andere Zellen beeinflussen, indem sie Prozesse fördern oder hemmen (siehe Releasing- und Inhibiting-Hormone). Genau dadurch entsteht eine genaue Steuerung und Regelung aller wichtigen Abläufe in den Zellen des Körpers. Dabei sind Hormone bereits in kleiner unscheinbarer Menge aktiv und wirksam.

Ein Hormon hat eine zeitlich begrenzte Wirkung. Das heißt nachdem sich ein Hormon-Rezeptor-Komplex gebildet hat, beginnt das Hormon sich nach einer gewissen Zeitspanne aufzulösen, es zerfällt durch enzymatische Prozesse. Dies bezüglich wird eine sogenannte biologische Halbwertszeit angegeben. Das bedeutet, dass nach einer gewissen Zeitspanne nur noch die Hälfte der Konzentration des jeweiligen Hormons im Körper vorhanden ist. So wird eine vermehrte Anhäufung im Blut vermieden und ihre Wirkung somit kontrolliert. Damit bestimmte Organfunktionen überhaupt in Kraft treten werden bestimmte Hormonmengen benötigt.

Wenn der Hormonregelkreis unterbrochen wird und der Körper somit nicht ausreichend mit Hormonen versorgt ist, können ernsthafte gesundheitliche Störungen auftreten.

Auswirkungen von Hormonen auf den Körper

In erster Linie wirken Hormone auf sämtliche Stoffwechselprozesse ein. Sie können ihn sowohl beschleunigen als auch verlangsamen. Dazu zählen Verdauung, Energiehaushalt, Wasser- und Elektrolythaushalt, Blutzuckerspiegel, Blutdruck, Reifungs- und Wachstumsprozesse. Sie wirken ebenso auf unser Wohlbefinden, unsere Stimmung, Verhalten, Appetit. Fortpflanzung und Schwangerschaft sind ebenfalls von ihnen abhängig. Kurzum gesagt sind sie lebensnotwendig.

Zusammenwirken von Hormon- und Nervensystem

Hormonsystem und Nervensystem sind wichtige Steuerungssysteme im menschlichen Körper, arbeiten eng aufeinander abgestimmt und sind eng miteinander verknüpft. Zum einen, weil sie anatomisch miteinander verbunden sind und zum anderen, weil einige Hormondrüsen aus Nervengewebe bestehen wie beispielweise die Hirnanhangdrüse. Chemisch gesehen bedienen sich beide Systeme an Signalmolekülen, das Hormonsystem in Form der Hormone und das Nervensystem in Form sogenannter Neurotransmitter.

Wie Yoga und Meditation auf einzelne Hormone wirken

Hormonyoga hilft zur Regulierung des Hormonsystems

Neben dem Hormonyoga wirkt sich auch Hatha Yoga positiv stimulierend auf die hormonrelevanten Organe des menschlichen Körpers aus. Über die gehaltenen Asanas wird die Aktivität der Hormondrüsen angeregt und der Stresshormonpegel wird ausgeglichen. Dabei werden nicht alle endokrinen Organe gleichermaßen stimuliert, sondern es spielt die eingenommene Körperhaltung eine Rolle. So regen beispielsweise alle Umkehrhaltungen besonders die Aktivität von Zirbeldrüse, Hypophyse, Schilddrüse und Herz an. Der Schneidersitz dagegen wirkt zum Beispiel auf Nebennieren und kann den Hormonhaushalt ausgleichend beeinflussen. Auch die tiefe Bauchatmung spielt eine wichtige Rolle, da die inneren Organe durch den Wechsel der Zwerchfellbewegungen jeweils eine leichte Kompression (Druck) und Dekompression (Entlastung) erfahren, welche einen Stimulanz für alle endokrinen Organe des Bauchraumes darstellen. Eine bewusste Atmung wirkt stressreduzierend.

Um sich die genannten Vorteile des Hatha Yoga zu Nutze zu machen, ist eine regelmäßige Yogapraxis vonnöten, das heißt 4-5-mal die Woche, am besten täglich. Sonst ebbt die Hormonproduktion wieder ab auf das vorherige Niveau.

Meditation lässt den Blutdruck sinken, auch Atem- und Herzfrequenz verlangsamen sich. Außerdem verringert sich der Stresshormonpegel von Adrenalin und Noradrenalin ebenfalls. Besonders wirkt sich regelmäßiges meditieren auf die endokrinen Drüsen im Gehirn aus, damit sind Hypophyse und Zirbeldrüse gemeint. Diese produzieren verschiedene Hormone, um einige zu nennen: Serotonin, Endorphin und Melatonin. Dadurch können sich unter anderem Glücksgefühle, Zufriedenheit, eine bessere Konzentration, ein gestärktes Immunsystem und ein besserer, tieferer Schlaf einstellen.

Wie Hormone bestimmt werden können

Dihydroprogesterone

Über Blutserum, Urin und Speichel können Hormone in ihrem Vorhandensein und in ihrer Menge nachgewiesen werden. Hierfür sind empfindliche Untersuchungsmethoden erforderlich, da Hormone nur in geringer Konzentration im Körper vorkommen und auch nur für eine begrenzte Zeit. Meist werden die Proben von einem Arzt oder Heilpraktiker genommen und zur Auswertung dann ins Labor geschickt. Mit Hilfe von solchen Testverfahren können hormonelle Störungen aufgedeckt und kontrolliert werden. Hierfür gibt man sich am besten in die Hände eines vertrauten Arztes oder Heilpraktikers seiner Wahl.

Video über Hormon‏‎

Hier ein kurzes Video mit einem Vortrag zu Hormon‏‎:

Hormon‏‎ - wie wird dieses Wort verwendet? Einige Informationen zum Thema Hormon‏‎ in dieser Kurzabhandlung. Sukadev, Leiter vom Yoga Vidya e.V. interpretiert hier das Wort bzw. den Ausdruck Hormon‏‎ vom Standpunkt der Yoga Philosophie aus.

Video Hormonyogastunde für Frauen

Mit Hormon-Yoga kannst du deine weibliche Energie stärken. Hormonyoga eignet sich insbesondere bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei Kinderwunsch und bei Problemen in der Menstruation. Die Yogastunde baut auf der Yoga-Vidya Grundreihe auf und ist angelehnt an die von Dinah Rodrigues entwickelte Reihe.

Siehe auch

Weblinks

Weitere Stichwörter im Kontext von Hormon‏‎

Begriffe aus den Gebieten Naturheilkunde, Anatomie, Medizin und Psychologie, die im weitesten Sinn etwas zu tun haben mit Hormon‏‎, sind zum Beispiel

Seminare

Hormonyoga Seminare

29. Sep 2017 - 01. Okt 2017 - Hormonyoga an der Nordsee
Hormonyoga ist mehr als eine Yogapraxis zur Milderung von Beschwerden in den Wechseljahren! Hier lernst du einen neuen Zugang zu dir selbst. Du erfährst deinen Körper neu und entwickelst ein neue…
Gabriele Hörl,
01. Okt 2017 - 03. Okt 2017 - Hormonyoga in den Wechseljahren oder bei Kinderwunsch
Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Verlust der Weiblichkeit sind einige der Begleiterscheinungen in den Wechseljahren, unter denen viele Frauen leiden. Ab dem 30. Lebensjahr b…
Karuna M. Wapke,

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Du lernst in entspannter Atmosphäre eine wohltuende Gesichts- und Kopfmassage zu geben. Diese einfühlsame Massage mit erlesenen und warmen Ölen wirkt positiv bei Stress und Anspannungen, die sic…
Gundi Nowak,
01. Okt 2017 - 06. Okt 2017 - Ayurvedische Marma Massage Ausbildung
Aufgrund einer Erkrankung von Leela Mata findet ein Seminarleiterwechsel zu Galit Zairi statt. Es kann zu Abweichungen im Seminarablauf kommen.Lerne in dieser Ayurveda Ausbildung die ayurvedische M…
Galit Zairi,

Zusammenfassung

Ein Hormon ist ein Signal- bzw. Botenstoff und erreicht seinen Ziel- und Wirkort über den Blutweg. An und in der Zielzelle befinden sich Andockstellen, zu welche das Hormon genau passt (Schlüssel-Schloss-Prinzip) und daraufhin biochemische Reaktionen in Gang setzt. Hormone beeinflussen und sich gegenseitig und interagieren miteinander. Wenn ein Hormon nicht gebildet werden kann, hat das Folge auf den gesamten Hormonhaushalt. Jedes Hormon hat seine Wichtigkeit und kann nicht ersetzt werden. Über Hormone werden sämtliche Körperfunktionen gesteuert, welche für das (Über)Leben notwendig sind.

Hormon‏‎ wird man sehen können im Kontext von Anatomie, Physiologie, Medizin.