Lebenstraum

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Ethische Visionen leben

Lebenstraum - Hast du einen Lebenstraum? Ist er ethisch? Worauf wartest du? Setze ihn um! Frei nach dem Motto: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.

Video Lebenstraum

Hier findest du ein Vortragsvideo mit dem Thema Lebenstraum :

Sprecher/Autor/Kamera/Produktion: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Lebenstraum Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Lebenstraum :

Lebenstraum

Was ist dein Lebenstraum?

Ein Beitrag aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 38, I/2019 von Sukadev Bretz

Schon als Kind hatte Sukadev Antennen für Übersinnliches. Hier ein kleiner Einblick in seine frühen Erfahrungen:

Gerade wenn ich in der Natur war, dann sah ich überall Lichtwesen. Engelsgestalten, Naturwesen waren da und ich konnte sogar mit ihnen sprechen. Natürlich dachte ich lange Zeit, jeder hätte diese Wahrnehmungen. Doch immer, wenn ich davon zu sprechen begann, stellte ich fest, dass es offenbar nur mir so ging.

Eine ungewöhnliche Erfahrung für ein Kind ist das, zumal wir uns doch alle danach sehnen, „normal“ zu sein, – wir alle wollen doch besondere Erfahrungen mit unseren Mitmenschen teilen. Ich merkte schnell, dass ich mit so einem Thema auch bei den Erwachsenen nicht gut ankam. So lernte ich früh, dass es besser ist, manche Dinge für sich zu behalten. Damals, und gerade auch in unserer Familie war es einfach nicht üblich, Kinder in solchen Sachen zu ermutigen. Im Gegenteil, man bügelte das eher ab.

Einsame Ausflüge in eine andere Welt

Abends, vor dem Einschlafen sah ich in einer bestimmten Himmelsrichtung immer ein strahlendes Licht, von dem eine große Freude ausging. Das war sehr schön. Zuweilen hatten meine Visionen aber auch skurrile Situationen zur Folge. So ging ich einmal mit meiner Oma spazieren und es kamen in mir Bilder aus einem früheren Leben hoch. Ich hatte Leute gesehen, die ich von damals kannte. „Die Dame kenne ich, sie war früher mal meine Nachbarin“, erklärte ich meiner Großmutter. „Hör auf mit dem Unsinn“, meinte sie nur und ging dann, um mir die Absurdität meiner Behauptung vor Augen zu führen, auf die fremde Frau zu. „Kennen Sie das Kind?“ – die Frau verneinte. Für meine Oma war die Geschichte damit erledigt.

Ich war mehrere Nächte hintereinander mit Jesus und Engeln unterwegs. Das war wie ein Abenteuer, wie bei einer Serie gab es mehrere Folgen. Ich freute mich meistens auf die Fortsetzung, denn der überwiegende Teil dieser Träume war schön. In dieser Welt konnte ich Kraft schöpfen. Leider legte sich das alles, als ich etwa zehn Jahre alt war.

Verbundenheit mit allem

Ich selbst war behütet und in wohlhabendem Hause aufgewachsen. Aber ich las viel und informierte mich. Das Leid in Afrika und in Äthiopien, der Hunger in der Dritten Welt machte mich betroffen und ich war entsetzt darüber, was sich in Deutschland zu Zeiten des Holocaust ereignet hatte. Gleichzeitig fühlte ich mich hilflos, ich konnte doch gegen so viel Unheil nichts ausrichten. Es ergab sich, dass ich mit dem Reiten begann. Aber auch hier war mein Zugang zu diesem Sport ein komplett anderer als üblich. Für mich ging es darum, Eins zu werden mit einem anderen Lebewesen. Ich versuchte, telepathisch mit dem Pferd zu kommunizieren und irgendwann ist mir das auch gelungen.

Wenn das Pferd auf der Weide war, stand ich daneben und nahm mit dem Tier Kontakt auf. Ich spürte irgendwann genau, wo es als nächstes hingehen wollte und was es vorhatte. Dann fing ich damit an, ihm kleine Befehle zu geben und das Pferd folgte. Oft bin ich auch ohne Sattel und Trense geritten. Dann habe ich aufgehört zu denken und das Pferd laufen lassen. Das waren meditative Erfahrungen. Ich konnte die Welt mit den Augen des Pferdes sehen. Doch eben diese große Verbundenheit war es dann auch, die mir letztlich das Reiten wieder verleidete. Weil hier der Mensch der Chef ist, der, der die Befehle gibt. So erschien mir dadurch diese große Verbundenheit auf gleicher Ebene wieder gestört.

Ich fing an zu lesen. Vielleicht hat es auf andere geradezu besessen gewirkt, ich fand es aber klasse, mit einer speziellen Methode, dem „speed reading“, innerhalb kürzester Zeit Werke der klassischen deutschen Literatur von Lessing, Goethe, Schiller und Hermann Hesse zu verschlingen. Das Werk von C.G. Jung faszinierte mich und mein Interesse an Mystik und Spiritualität erwachte.

Auf der Suche nach dem Lebenssinn

Bereits mit 17 Jahren war ich auf der Uni, ich hatte mit 16 schon damit begonnen, zu meditieren und mich intensiv damit beschäftigt, wie man sein geistiges Potenzial optimal nutzen kann. Als ich das Abitur in der Tasche hatte, wusste ich, dass ich etwas anderes machen wollte, als das, was die Menschen in meiner Umgebung so taten. Doch ich wusste noch nicht genau, was das sein könnte. Also begann ich nach einem mehrmonatigen Praktikum im elterlichen Betrieb, einer Möbelmanufaktur, zuerst mal ein BWL-Studium in München. Ich hatte plötzlich viel Zeit nebenher und irgendwann geriet ich eher zufällig zu einem Vortrag von einem Swami, einem Yogamönch. Es wurden dabei auch Mantras gesungen und das ergriff mich so sehr, dass ich mich zum ersten Mal so richtig zuhause fühlte. Ich spürte beim Klang dieser Mantras, dass genau hier meine Aufgabe liegen könnte. Ich wurde immer sicherer: Yoga ist mein Weg.

Yoga und BWL müssen kein Widerspruch sein

Immer öfter hielt ich mich im Yogazentrum München auf. Immer mehr lernte ich darüber und meine Leidenschaft wurde zur Gewissheit, dass ich hier innerlich angekommen war. Während der Beschäftigung mit Yoga in München hat sich mein Vater aber dann doch Sorgen gemacht. Wie er mir allerdings erst vor kurzem, an meinem 50. Geburtstag erzählte, hatte er wohl damals Kontakt mit einem Sektenbeauftragten aufgenommen und außerdem mal meinen älteren Bruder zum Spionieren geschickt. Tatsächlich gab der Sektenbeauftragte aber Entwarnung, die Yogis seien harmlos. Und mein Bruder, der bei seinem Besuch auch eine Yogastunde erlebte, hatte währenddessen eine spirituelle Erfahrung. Von da an ging er auch gelegentlich dorthin und konnte meinen Vater beruhigen, dass das nicht gefährlich sei. Auch meine Mutter konnte ich für Yoga begeistern, sie ließ sich sogar zur Yogalehrerin ausbilden und lebte fortan vegetarisch. In Kanada setzte ich meine Ausbildung zum Yogalehrer fort. Ich lernte und lehrte zwölf Jahre als Schüler unter Swami Vishnu-devananda. Ich dachte, das sei meine Aufgabe und Bestimmung und dabei würde es jetzt für immer bleiben.

Verstorbener Yogameister erscheint in der Nacht

Vision von Swami Sivananda

Es war die Nacht, als wir seines 100. Geburtstages gedachten, damals, 1987 in Kanada. Ich wachte um drei Uhr auf und ging zum Meditieren in unseren Hauptraum. Nach vielleicht einer halben Stunde sah ich ihn dann. Swami Sivananda stand vor mir, leuchtend, strahlend und streckte seine Hand nach mir aus. Dieses Gefühl kann ich nur als einen Zustand von Wonne und Weite beschreiben. Er gab mir den Auftrag, Yoga zu verbreiten, denn dadurch könnte eine friedvolle und mitfühlende Welt entstehen. Eine ökologische Welt, die in verschiedenen Traditionen ihre Basis hat. Ich sollte aber kein Swami mehr sein, kein Mönch, und ich sollte das Yoga mit einem größeren Anteil von westlichen Philosophien verbinden. Werte aus Humanismus und Demokratie müssten dabei sein.

Leitung von Yogazentren auf der ganzen Welt – Bad Meinberg wird „Yoga-Stadt“

In den folgenden Jahren war diese Vision fest in meinem Bewusstsein. Ich leitete Yogazentren weltweit, bis mir im März 1992 der Meister ein zweites Mal erschien. „Ich sollte zurück nach Deutschland gehen“, sagte er und in Frankfurt ein Yogazentrum und einen Ashram aufbauen. Mittlerweile ist daraus ein großes Netzwerk geworden. Mein Lebenstraum hat sich in Bad Meinberg erfüllt und in den vielen tausend Ablegern in ganz Deutschland.

Beim Yoga geht es um drei Ebenen:

  • Zuerst verhilft es einem persönlich zur Harmonie, Gesundheit und Entspannung. Man fühlt sich besser und kann daher auch besser mit anderen umgehen.
  • Die zweite Ebene betrifft die inneren Erweckungserfahrungen. Viele Menschen erreichen dabei andere Ebenen ihres Bewusstseins und lernen viel über ihr Innerstes.
  • Dann kommt irgendwann die dritte Ebene. Hier geht es um Transzendenz. Man macht im besten Fall die Erfahrung, dass man eben nicht nur Körper und Psyche ist, sondern mehr als das. Man spürt sich selbst als göttliche Kraft im Weltgeschehen.

Auch bin ich davon überzeugt, dass unser Leben von einer höheren Warte aus gesteuert wird – was einen freilich nicht von der eigenen Verantwortung dafür entbindet. Ich fühle mich glücklich, dass ich ein Instrument sein kann, dass ich helfen kann, dass sich Yoga in der Welt immer mehr manifestiert.“

Entnommen aus einem Artikel im Magazin Lebens-t-räume (lebens-t-raeume.de), Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Siehe auch

Literatur

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