Lebensziel

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Swami Sivananda über das Lebensziel

Der indische Yoga Meister Swami Sivananda schrieb über das Thema Lebensziel:

Die Mehrzahl der Menschen, selbst die sogenannten Gebildeten, haben kein bestimmtes Lebensziel. Darum werden sie hin und her getrieben wie ein Holzklotz im unruhigen Meer. Weil sie kein Lebensziel haben, wissen sie nicht, was sie tun sollen. Sie haben nicht die Urteilsfähigkeit, zu entscheiden, was zu ihrem Lebensziel passt. Wegen mangelndem Lebensziel fehlt ihnen die Urteilsfähigkeit, einen guten und ihrem Temperament angepaßten Beruf auszusuchen, der ihnen Reichtum und Erfolg bringt. Sie werden faul, setzen sich keinen abenteuerlichen Unternehmungen, keinen ungesicherten Geschäften oder irgendeiner Art von Tätigkeit aus die Mut und Geschicklichkeit verlangen. Sie verschwenden ihre Zeit und beenden ihren Lebenslauf in Trauer, Verzweiflung und Sorgen. Kraft ist vorhanden, auch Intellekt, aber sie haben kein bestimmtes Ziel, keinen Zweck, kein Ideal. Das Programm ihres Lebens ist nicht klar gestaltet; so wird das Leben zum Versagen.

Jeder sollte das Ziel seines Lebens deutlich erkennen und sein Lebensziel verfolgen. Dann sollte die Arbeitslinie herausgefunden werden, die zu diesem Ziel führt. Man muß harte Arbeit leisten, um das Lebensziel zu verwirklichen. Der Mensch muß ein Ideal haben und jede Minute versuchen, zu diesem hin zu leben. Gerade jetzt in diesem Augenblick kannst du das Ideal erreichen oder erst nach Jahren, mit strauchelnden Füßen. Das macht nicht viel aus. Ideal und Ziel müssen vorhanden sein; dann kannst du deinen Willen entwickeln.

Wenn man erfolgreich seine Pflichten als Hausvater beendet hat, wenn die Söhne gesichert im Leben stehen, die Töchter verheiratet sind, dann sollte der Mensch sich die verbleibenden Jahre seines Lebens geistigen Zielen, dem Studium religiöser Werke und frommer Kontemplation hingeben. Viele aber wissen nicht genau, was sie tun werden. Wenn sie sich vom tätigen Dienst zurückgezogen haben, suchen sie eine andere Beschäftigung. Sie sind jedoch voller Begehren. Bis zum Ende ihres Lebens zählen sie Geld und denken an ihre Enkel oder Urenkel. Beklagenswert ist das Los dieser Menschen! Gesegnet ist, wer die Zeit nach seiner Berufsarbeit mit Studien und Meditation an einem einsamen Ort verbringt.

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