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===Anklage gegen Osho=== | ===Anklage gegen Osho=== | ||
Nach dem Zusammenbruch der Führungsebene von Rajneeshpuram im Jahr 1985 kam es zu einer öffentlichen Neuordnung innerhalb der Bewegung. In diesem Zusammenhang wurde die Verantwortung für zahlreiche rechtswidrige Aktivitäten primär einzelnen Führungspersonen, insbesondere Ma Anand Sheela, zugeschrieben. Symbolische Veränderungen wie das Ablegen der roten Kleidung durch Anhänger sowie die Rückbenennung der Stadt Rajneeshpuram in Antelope verdeutlichten den Versuch einer institutionellen und öffentlichen Distanzierung von der bisherigen Organisationsform. | |||
Am 23. Oktober 1985 erhoben die US-Behörden Anklage gegen Osho. Die Anklageschrift umfasste insgesamt 35 Punkte, vor allem im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Einwanderungsrecht. Osho wurde vorgeworfen, gemeinsam mit mehreren Vertrauten falsche Angaben im Rahmen von Aufenthaltsgenehmigungen gemacht sowie Scheinehen ermöglicht zu haben, um ausländischen Anhängern den Verbleib in den Vereinigten Staaten zu sichern. Er wurde in Charlotte, North Carolina, festgenommen, als er sich auf einer Reise befand. Bei seiner Festnahme führte er Bargeld sowie Wertgegenstände mit sich, die später öffentlich thematisiert wurden. | |||
Im Rahmen eines Vergleichs bekannte sich Osho in zwei Punkten der Anklage schuldig, die illegale Einwanderung betrafen. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und anschließend aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen. Der juristische Ausgang des Verfahrens verdeutlicht die rechtliche Verantwortung, die auch spirituelle Führungspersonen in organisatorisch komplexen Bewegungen tragen. Aus heutiger Perspektive wird betont, dass klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungsstrukturen und überprüfbare Verantwortlichkeiten zentrale Voraussetzungen sind, um Machtasymmetrien und Loyalitätskonflikte zu begrenzen. | |||
===Mehrere Länder verweisen Osho des Landes=== | ===Mehrere Länder verweisen Osho des Landes=== | ||
Version vom 15. Februar 2026, 13:33 Uhr

Osho (1931–1990), früher bekannt als Bhagwan Shree Rajneesh, war ein international bekannter spiritueller Lehrer aus Indien und Begründer der Osho-Bewegung. Seine Lehren, Vorträge und Meditationsmethoden fanden weltweit große Verbreitung und beeinflussten viele Menschen auf ihrem spirituellen Weg. Zeitgenössische Stimmen aus der buddhistischen Welt äußerten sich anerkennend über einzelne Aspekte seiner Lehre; solche Zuschreibungen – etwa die Bezeichnung als „Buddha“ oder „erleuchteter Meister“ – sind jedoch Ausdruck persönlicher Wertungen und stehen heute in einem kritischeren Diskurs über Autorität, Idealisierung und Verantwortung spiritueller Lehrer.
Aus heutiger ethischer Perspektive wird die Osho-Bewegung differenziert betrachtet. Neben innovativen Impulsen im Bereich moderner Meditationen und Bewusstseinsarbeit traten problematische Dynamiken zutage, die für viele guru-zentrierte Bewegungen typisch sind. Dazu zählen ein starkes Guru-Ideal, emotionale und psychologische Abhängigkeitsverhältnisse, Formen von Idealisierung sowie mangelnde institutionelle Transparenz und Kontrolle. Insbesondere die starke Personalisierung spiritueller Autorität birgt Risiken für Grenzverletzungen, fehlenden Konsens und unzureichenden Schutz von Teilnehmenden.
Oshos aktive Meditationsmethoden werden von manchen Praktizierenden weiterhin als wirksam zur Selbstwahrnehmung und emotionalen Klärung erlebt. Gleichzeitig betonen heutige Maßstäbe spiritueller Praxis die Bedeutung von Selbstverantwortung, informiertem Konsens, psychischer Sicherheit und klaren ethischen Rahmenbedingungen. Spirituelle Entwicklung wird zunehmend nicht mehr an die Autorität eines einzelnen Lehrers gebunden, sondern an persönliche Reife, kritisches Denken und transparente Strukturen.
Osho selbst verstand seine Lehre nicht als geschlossenes System oder Dogma, sondern als Einladung zur inneren Transformation. Diese Selbstdarstellung wird heute vor dem Hintergrund der realen Machtverhältnisse zwischen Lehrer und Schülerschaft kritisch reflektiert. Eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit Osho würdigt sowohl die inspirierenden Elemente seines Wirkens als auch die Notwendigkeit, aus den problematischen Aspekten seiner Bewegung zu lernen.
Biographie
Kindheit
Oshos ursprünglicher Name war Rajneesh Chandra Mohan. Er wurde am 11. Dezember 1931 in Kuchwada im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh in eine Jain-Familie geboren. Er war das älteste von elf Kindern eines Textilhandelskaufmanns. Über seine Kindheit existieren zahlreiche biografische Erzählungen, die überwiegend aus späteren Selbstdarstellungen und Überlieferungen stammen und daher mit historischer Zurückhaltung zu betrachten sind.
Diese Berichte beschreiben Rajneesh als ein eigenwilliges, unabhängiges und früh kritisch denkendes Kind, das gesellschaftliche, religiöse und philosophische Glaubenssätze hinterfragte. Mehrere prägende Erlebnisse aus dieser Zeit werden häufig hervorgehoben, darunter der Tod seines Großvaters in seiner unmittelbaren Nähe sowie der Tod einer engen Kindheitsfreundin im Jahr 1947. Letzteres wird in manchen Darstellungen mit einer Phase tiefer seelischer Erschütterung oder Depression in Verbindung gebracht. Aus heutiger Sicht ist es wichtig, solche Deutungen nicht zu romantisieren, sondern sie im Kontext individueller Verarbeitung von Verlust und Trauma zu verstehen.
Viele biografische Texte betonen seine frühe Neigung zur Stille und zum Rückzug. Er soll längere Zeit still gesessen haben, was in seinem familiären Umfeld als ungewöhnlich wahrgenommen wurde. Später wurde diese Stille rückblickend als Zeichen spiritueller Tiefe interpretiert. Eine solche nachträgliche Deutung steht exemplarisch für ein verbreitetes Muster spiritueller Biografien, in denen frühe Verhaltensweisen im Licht späterer Idealisierung gedeutet werden. Moderne biografische und psychologische Ansätze mahnen hier zu Vorsicht und Differenzierung.
Auch Erzählungen über Aufenthalte unter einem Bodhi-Baum oder auf einem nahegelegenen muslimischen Friedhof werden häufig angeführt, um eine frühe spirituelle Suche zu illustrieren. Diese Motive spiegeln eine intensive innere Auseinandersetzung wider, sollten jedoch nicht unkritisch als Belege für außergewöhnliche spirituelle Reife verstanden werden, sondern als Ausdruck eines jungen Menschen auf der Suche nach Sinn, Frieden und Orientierung.
Rajneesh selbst beschrieb einen langjährigen inneren Prozess, der im Alter von 21 Jahren in einer Erfahrung gipfelte, die er als Erleuchtung oder höchste Form der Selbsterkenntnis deutete. Diese Selbsteinschätzung bildet einen zentralen Bezugspunkt seiner späteren Lehre. Aus heutiger Perspektive ist es jedoch wichtig, solche Aussagen nicht als objektive Tatsachen zu übernehmen, sondern sie als subjektive spirituelle Deutung zu kennzeichnen. Die spätere starke Idealisierung dieser Erfahrung trug wesentlich zur Entwicklung eines Guru-Ideals bei, das wiederum Abhängigkeitsverhältnisse und unkritische Verehrung begünstigen konnte.
Eine zeitgemäße ethische Einordnung betont daher, dass spirituelle Erfahrungen – unabhängig von ihrer Tiefe – nicht automatisch mit moralischer Autorität, Unfehlbarkeit oder Verantwortung für andere gleichzusetzen sind. Transparenz, psychischer Schutz, informierter Konsens und die Wahrung persönlicher Autonomie gelten heute als zentrale Maßstäbe für eine verantwortungsvolle spirituelle Praxis.
Studium der Philosophie und Professur
Rajneesh beendete 1951 die High School und begann anschließend ein Studium der Philosophie am D. N. Jain College in Jabalpur. Dieses Studium schloss er dort nicht ab; später setzte er seine akademische Ausbildung an einem anderen College fort. In biografischen Darstellungen wird für diese Zeit von einer Phase psychischer Überlastung oder einem „Nervenzusammenbruch“ berichtet. Rajneesh selbst beschrieb, diese Phase durch intensive körperliche Aktivität, insbesondere Joggen, sowie durch Meditation bewältigt zu haben. Solche Selbstdarstellungen sind Teil seiner späteren biografischen Narrative und sollten im historischen Kontext betrachtet werden.
1956 erwarb er an der University of Sagar einen Master-Abschluss in Philosophie mit Auszeichnung. Im selben Zeitraum nahm er erfolgreich an landesweiten Debattierwettbewerben teil und erhielt akademische Auszeichnungen. Diese Leistungen trugen zu seiner frühen öffentlichen Wahrnehmung als intellektuell versierter Redner und Denker bei.
1957 erhielt Rajneesh eine Anstellung als Dozent am Sanskrit College in Raipur, ein Jahr später folgte eine Berufung als Professor für Philosophie an die Universität von Jabalpur, an der er bis 1966 tätig war. Parallel zu seiner akademischen Laufbahn begann er, Vorträge zu halten, die zunächst auf Hindi gehalten und später auch auf Englisch verbreitet wurden. Seine Reden fanden zunehmend Resonanz bei einem breiten Publikum und richteten sich sowohl an Studierende als auch an religiös und philosophisch interessierte Zuhörerkreise.
Während dieser Zeit entwickelte sich eine wachsende Anhängerschaft, die seine Person und seine Lehre zunehmend in den Mittelpunkt stellte. Aus heutiger Perspektive lassen sich hier frühe Formen einer Personalisierung von Autorität und einer Idealisierung des Lehrers erkennen, wie sie in charismatisch geprägten spirituellen Bewegungen häufig auftreten. Die klare Trennung zwischen akademischer Rolle, spiritueller Anleitung und persönlicher Deutung war dabei nicht immer transparent.
Nach neun Jahren verließ Rajneesh die Universität, um sich vollständig der Vermittlung seiner Vorstellungen von Bewusstseinsentwicklung zu widmen. In den folgenden Jahren hielt er in indischen Großstädten regelmäßig Vorträge vor sehr großen Zuhörergruppen, teilweise mit mehreren zehntausend Teilnehmenden, und leitete mehrmals jährlich intensive zehntägige Meditationscamps. Solche Formate erforderten ein hohes Maß an organisatorischer und persönlicher Verantwortung. Aus heutiger Sicht wird betont, wie wichtig in diesem Kontext klare ethische Rahmenbedingungen, informierter Konsens der Teilnehmenden sowie Strukturen zum Schutz vor Abhängigkeiten und Machtasymmetrien sind.
Dynamische Meditation
Am 14. April 1970 stellte Osho eine Meditationsform vor, die er Dynamische Meditation nannte. Diese Praxis besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Phasen, die intensive körperliche Aktivität, emotionalen Ausdruck und Atemarbeit mit einer abschließenden Phase von Stille und unbewegter Achtsamkeit verbinden. Osho beschrieb diesen Ansatz als eine Methode, um angestaute Spannungen, emotionale Blockaden und innere Unruhe zu lösen, bevor ein Zustand von innerer Ruhe möglich werde. Der Begriff „dynamisch“ verweist dabei auf bewusste Anstrengung und Aktivität, während „Meditation“ als absichtslose Präsenz verstanden wurde.
Zeitgleich mit der Einführung dieser Praxis begann Osho, seine Anhängerschaft formell in das sogenannte Neo-Sannyas einzuweihen. Diese Form des Sannyas verstand er nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als einen Weg der kontinuierlichen Selbsterforschung, Meditation und bewussten Auseinandersetzung mit persönlichen Konditionierungen, Prägungen und Glaubenssystemen. Die Einweihung verband spirituelle Praxis mit einer engen persönlichen Beziehung zum Lehrer, was eine starke emotionale und symbolische Bindung an Osho als zentrale Autorität förderte.
Aus heutiger Perspektive lassen sich in diesem Kontext typische Guru-zentrierte Dynamiken erkennen. Die Kombination aus intensiven Meditationstechniken, persönlicher Initiation und der starken Fokussierung auf eine leitende Figur kann Abhängigkeitsverhältnisse begünstigen, insbesondere wenn klare Grenzen, Transparenz über Rollen und Verantwortlichkeiten sowie ein ausdrücklich informierter Konsens der Teilnehmenden nicht systematisch reflektiert werden. Moderne ethische Maßstäbe spiritueller Praxis betonen daher die Bedeutung von Freiwilligkeit, psychischer Sicherheit und der Möglichkeit kritischer Distanz.
Osho leitete Meditationscamps unter anderem in Mount Abu in Rajasthan und zog sich zunehmend von externen Einladungen zurück, um sich auf die wachsende Gemeinschaft von Sannyasins um ihn herum zu konzentrieren. In dieser Phase nahm die internationale Aufmerksamkeit deutlich zu, und Menschen aus Europa und Nordamerika reisten nach Indien, um an Meditationen und Einweihungen teilzunehmen. Unter ihnen befanden sich auch Vertreter des sogenannten „Human Potential Movement“, darunter Psychotherapeuten und andere Fachpersonen, die an einer Verbindung von östlichen Meditationsformen und westlichen psychologischen Ansätzen interessiert waren.
Im Austausch mit Osho wurden neue Meditations- und Selbsterfahrungsformate erprobt, die später in unterschiedlichen Kontexten weiterverwendet wurden. Aus heutiger Sicht wird betont, dass die Anwendung solcher intensiven Methoden besondere Anforderungen an ethische Rahmung, fachliche Qualifikation, Transparenz über Wirkmechanismen sowie den Schutz der Teilnehmenden stellt. Die Weitergabe dieser Techniken erfolgt heute vielfach losgelöst von der ursprünglichen guru-zentrierten Struktur und unter stärkerer Betonung von Eigenverantwortung und professionellen Standards.
Ashram in Puna
Von 1974 bis 1981 hielt sich Osho überwiegend in seinem Ashram in Puna (heute Pune) auf. In dieser Zeit sprach er nahezu täglich in öffentlichen Vorträgen, die in der Regel etwa 90 Minuten dauerten und abwechselnd auf Hindi und Englisch gehalten wurden. Inhaltlich bezogen sich diese Vorträge auf unterschiedliche spirituelle und philosophische Traditionen, darunter Yoga, Zen, Taoismus, Tantra und Sufismus. Er kommentierte Lehren und Biografien historischer spiritueller Gestalten wie Gautama Buddha, Jesus oder Laotse und verband diese mit eigenen Deutungen. Die Vorträge wurden später umfangreich dokumentiert, in zahlreichen Bänden veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt.
Am Abend fanden sogenannte Darshans statt, in denen Osho auf persönliche Fragen von Teilnehmenden einging, etwa zu Liebe, Eifersucht, inneren Konflikten und Meditationspraxis. Diese Begegnungen wurden protokolliert und in Form von Darshan-Tagebüchern veröffentlicht. Die zunehmende Dokumentation und Veröffentlichung persönlicher Inhalte verdeutlicht eine enge Verknüpfung von spiritueller Anleitung, öffentlicher Darstellung und persönlicher Beziehung zum Lehrer, was aus heutiger Perspektive Fragen nach Schutz der Privatsphäre, Freiwilligkeit und informierter Zustimmung aufwirft.
Um den Ashram herum entwickelte sich eine internationale Kommune, die ein breites Spektrum an Selbsterfahrungs- und Therapiegruppen anbot. Diese verbanden östliche Meditationspraktiken mit westlichen psychotherapeutischen Ansätzen. Die Kombination aus intensiver Gruppenarbeit, spiritueller Praxis und gemeinschaftlichem Leben schuf ein Umfeld mit hoher emotionaler Dichte. Aus heutiger Sicht wird betont, dass solche Settings klare ethische Leitlinien, fachliche Qualifikation der Leitenden sowie transparente Strukturen benötigen, um Abhängigkeitsverhältnisse und Grenzverletzungen zu vermeiden.
1981 entwickelte Osho eine schwere degenerative Rückenerkrankung. Nach jahrzehntelanger öffentlicher Lehrtätigkeit kündigte er im März desselben Jahres eine mehrjährige Phase des öffentlichen Schweigens an. In diesem Zusammenhang und auf ärztlichen Rat hin reiste er in die USA. Diese Entscheidung fiel in eine Phase organisatorischer und struktureller Veränderungen innerhalb der Bewegung, in der zentrale Verantwortung zunehmend auf ein inneres Leitungsteam überging.
Bereits zuvor hatte Osho zeitweise in Bombay (heute Mumbai) gelebt, wo er sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen empfing. Für viele seiner Anhänger nahm er die Rolle eines spirituellen Lehrers, Bezugspunktes und zentralen Orientierungsträgers ein. Die Mehrheit seiner frühen Sannyasins stammte aus Indien und Europa. Der Umzug nach Puna im Jahr 1974 wird unterschiedlich interpretiert; während externe Beobachter auf gesellschaftliche Spannungen hinwiesen, wurde der Ashram von seinen Unterstützern als räumliche Erweiterung zur Aufnahme einer wachsenden Gemeinschaft verstanden.
Das Ashramgelände im Stadtteil Koregaon Park umfasste mehrere angrenzende Anwesen. In den folgenden Jahren reisten zehntausende Menschen aus dem Ausland nach Puna, um an Meditationen, Therapiegruppen und Begegnungen mit Osho teilzunehmen. Die starke Fokussierung auf seine Person als Guru sowie auf die Suche nach Erleuchtung verdeutlicht eine ausgeprägte Personalisierung spiritueller Autorität, wie sie in charismatisch geführten Bewegungen häufig vorkommt. Solche Konstellationen bergen aus heutiger Sicht das Risiko von Idealisierung, Abhängigkeit und eingeschränkter kritischer Distanz.
Oshos Lehre verband Elemente aus unterschiedlichen religiösen, philosophischen und psychologischen Traditionen, darunter Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, Zen, Taoismus und westliche humanistische Psychologie. Seine Vision eines tiefgreifend veränderten Menschenbildes wurde von Anhängern als Orientierung verstanden, stellte jedoch zugleich hohe Erwartungen an individuelle Transformation. Moderne ethische Standards betonen in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Selbstbestimmung, psychischer Stabilität und realistischer Einordnung spiritueller Ziele.
Im Ashram wurden verschiedene aktive Meditationsformen praktiziert, darunter auch die sogenannte Dynamische Meditation. Diese Methoden kombinierten körperlich fordernde Phasen mit Stille und gemeinschaftlichem Ausdruck. Aus heutiger Perspektive wird hervorgehoben, dass der Einsatz intensiver psychophysischer Techniken einer sorgfältigen Anleitung, klaren Aufklärung über mögliche Wirkungen sowie einer verantwortungsvollen Begleitung bedarf, um die Sicherheit und Autonomie der Teilnehmenden zu gewährleisten.
Luxus und Sarkasmus
Bis etwa 1985 trugen Oshos Anhänger eine rote Kleidung sowie eine Kette mit Perlen und einem Bild von Osho (damals Bhagwan Shree Rajneesh). Im Rahmen der Aufnahme in den Neo-Sannyas erhielten sie neue spirituelle Namen; Männer wurden mit „Swami“, Frauen mit „Ma“ angesprochen. Diese Praxis diente der symbolischen Neuorientierung, verstärkte zugleich aber die kollektive Identität und die persönliche Bindung an den Lehrer. Aus heutiger Perspektive wird darauf hingewiesen, dass solche Rituale die Abgrenzung von früheren Lebenskontexten fördern und die Entwicklung von Abhängigkeitsverhältnissen begünstigen können, wenn keine begleitende Reflexion und Wahlfreiheit gegeben ist.
Öffentlich diskutiert wurde zudem der deutliche Kontrast zwischen dem oft einfachen Lebensstil vieler Anhänger und dem luxuriösen Lebensumfeld Oshos. Berichte über eine große Sammlung von Luxusfahrzeugen, insbesondere Rolls-Royce-Automobilen, sowie über kostspielige Schmuckstücke trugen wesentlich zur medialen Wahrnehmung dieser Diskrepanz bei. Unabhängig von der genauen Anzahl oder dem finanziellen Umfang verdeutlichen diese Darstellungen eine symbolische Spannung zwischen asketischen Erwartungen und sichtbarem Reichtum, die Fragen nach Transparenz, Vorbildfunktion und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen aufwarf.
Auch Aussagen über Oshos persönliches Beziehungs- und Sexualleben fanden breite öffentliche Aufmerksamkeit. Seine Lehre betonte sexuelle Freiheit und Verhaftungslosigkeit als Elemente persönlicher Entwicklung. In guru-zentrierten Kontexten kann die Verbindung von spiritueller Autorität und intimen Themen jedoch asymmetrische Machtverhältnisse verstärken. Moderne ethische Standards legen daher besonderen Wert auf klaren Konsens, Schutz vor Grenzverletzungen und eine deutliche Trennung zwischen spiritueller Anleitung und persönlicher Nähe.
Oshos Lehre zog vor allem gut ausgebildete Anhänger aus vergleichsweise privilegierten sozialen Verhältnissen an. Innerhalb der Gemeinschaft entstanden verschiedene kulturelle und soziale Projekte, darunter gastronomische und freizeitbezogene Einrichtungen. Diese Aktivitäten spiegelten den Versuch wider, Spiritualität mit weltlichem Leben zu verbinden, verdeutlichten aber zugleich die zunehmende Institutionalisierung und soziale Geschlossenheit der Bewegung.
In Bezug auf familiäre Beziehungen existieren unterschiedliche Darstellungen. Osho kritisierte traditionelle Familienstrukturen als gesellschaftliche Institution und sprach sich für alternative Formen von Gemeinschaft und Erziehung aus. Zugleich wird in anderen Quellen betont, dass er seine Anhänger ermutigte, Konflikte mit ihren Familien zu klären. Unabhängig von der individuellen Auslegung zeigt sich hier ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Autonomie und dem Einfluss spiritueller Lehre auf private Lebensentscheidungen, das aus heutiger Sicht besondere Sensibilität erfordert.
Philosophisch vertrat Osho eine monistische Weltsicht, nach der das Göttliche in allem gegenwärtig sei und keine grundlegende Trennung zwischen heilig und profan bestehe. Seine Deutungen historischer religiöser Figuren, darunter Jesus Christus, wichen teilweise deutlich von etablierten theologischen Auffassungen ab und waren Teil seiner provokanten Lehrstrategie.
Osho war zudem für einen ausgeprägten Gebrauch von Sarkasmus und provokativen Witzen bekannt, die sich gegen religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Gruppen richteten. Er erklärte, diese Form der Provokation solle bestehende Identifikationen erschüttern und zur Selbstreflexion anregen. Aus heutiger Perspektive wird jedoch betont, dass humoristische Grenzüberschreitungen – insbesondere mit diskriminierenden oder verletzenden Inhalten – Risiken für psychische Sicherheit und respektvollen Dialog bergen und einer verantwortungsvollen ethischen Einordnung bedürfen.
Im Jahr 1980 wurde Osho während einer öffentlichen Ansprache Opfer eines Messerangriffs. Die genauen Umstände und die rechtliche Aufarbeitung dieses Vorfalls blieben unklar. Das Ereignis verdeutlicht die aufgeheizte gesellschaftliche Atmosphäre, in der sich die Bewegung zu dieser Zeit bewegte, sowie die zunehmende Polarisierung rund um seine Person.
USA: Rajneeshpuram und Kriminalität

1981 verließ Osho aus gesundheitlichen Gründen Indien und reiste in die Vereinigten Staaten, um sich medizinisch behandeln zu lassen. In diesem Zusammenhang entstanden öffentliche Diskussionen und Ermittlungen zu aufenthaltsrechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Fragen, deren Bewertung Gegenstand unterschiedlicher Darstellungen blieb. Osho und seine engste Umgebung ließen sich schließlich auf einer großflächigen Ranch in der Nähe von Antelope im US-Bundesstaat Oregon nieder, die von Anhängern für mehrere Millionen Dollar erworben worden war. Ziel war der Aufbau einer autarken, gemeinschaftlich organisierten Siedlung, in der Meditation, Arbeit und gemeinsames Leben miteinander verbunden werden sollten.
In den folgenden Jahren entstand auf dem Gelände eine infrastrukturell weitgehend eigenständige Stadt mit Wohnanlagen, Versorgungsstrukturen, Bildungseinrichtungen und Versammlungsräumen. Die Siedlung erhielt den Namen Rajneeshpuram und wurde offiziell als Gemeinde anerkannt. Zeitweise lebten dort mehrere tausend Menschen, ergänzt durch saisonale Großveranstaltungen mit internationaler Beteiligung. Die starke Identifikation der Gemeinschaft mit Osho als spirituellem Zentrum verdeutlicht eine ausgeprägte Personalisierung von Führung und Sinnstiftung, wie sie in charismatischen Bewegungen auftreten kann.
Das rasche Wachstum der Kommune führte zu erheblichen Spannungen mit der lokalen Bevölkerung und staatlichen Stellen. Konflikte betrafen unter anderem Bauvorschriften, Landnutzung, politische Einflussnahme und kulturelle Unterschiede. In diesem Umfeld kam es sowohl zu juristischen Auseinandersetzungen als auch zu Handlungen, die geltende Gesetze verletzten. Der Aufbau von Infrastruktur ohne Genehmigung, Brandstiftungen an öffentlichen Gebäuden sowie Versuche, kommunale Entscheidungsprozesse gezielt zu beeinflussen, wurden Teil laufender Ermittlungen.
Innerhalb der Führungsebene der Bewegung kam es zu einer zunehmenden Machtkonzentration. Während Osho über längere Zeit öffentlich schwieg, übernahmen enge Vertraute, insbesondere seine Sekretärin Ma Anand Sheela, zentrale Entscheidungs- und Kommunikationsfunktionen. Diese Konstellation schuf eine erhebliche Distanz zwischen spiritueller Leitfigur, operativer Führung und Basis der Gemeinschaft. Aus heutiger Perspektive wird betont, dass fehlende Transparenz, eingeschränkte Kontrolle und stark hierarchische Strukturen das Risiko von Machtmissbrauch und Loyalitätszwängen erhöhen.
In den Jahren 1984 und 1985 wurden Mitglieder der Bewegung mit schwerwiegenden Straftaten in Verbindung gebracht. Dazu gehörten organisierte Versuche, Wahlen durch gezielte Ansiedlung wahlberechtigter Personen zu beeinflussen, sowie ein bioterroristischer Anschlag durch die Kontamination von Lebensmitteln mit Salmonellen, bei dem hunderte Menschen erkrankten. Diese Ereignisse stellen einen klaren Bruch mit rechtlichen und ethischen Grundsätzen dar und markieren einen Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung der Bewegung.
Parallel dazu wurde innerhalb der Kommune eine bewaffnete Sicherheitsstruktur aufgebaut, die das Gelände kontrollierte und Besucher überwachte. Die Existenz einer solchen „Peace Force“ verdeutlicht eine zunehmende Abschottung nach außen sowie ein hohes Maß an innerer Kontrolle. Aus heutiger Sicht unterstreichen diese Entwicklungen die Risiken, die entstehen können, wenn spirituelle Ideale, politische Ambitionen und organisatorische Macht in einer geschlossenen Struktur zusammenwirken.

Im Frühjahr 1985 intensivierten staatliche Behörden auf lokaler, bundesstaatlicher und föderaler Ebene ihre Ermittlungen. Nach dem plötzlichen Weggang von Ma Anand Sheela und weiteren Führungspersonen im Herbst 1985 übernahm Osho wieder formell eine leitende Rolle innerhalb der Kommune. Zu diesem Zeitpunkt war die Bewegung jedoch bereits erheblich geschwächt, und die rechtlichen Konsequenzen der vorangegangenen Ereignisse waren nicht mehr abzuwenden.
Aus heutiger ethischer Perspektive wird Rajneeshpuram häufig als Beispiel dafür herangezogen, wie idealisierte Führungsfiguren, geschlossene Gemeinschaftsstrukturen und fehlende institutionelle Kontrolle problematische Dynamiken begünstigen können. Moderne Maßstäbe spiritueller Praxis betonen daher die Notwendigkeit von Transparenz, klarer Verantwortungszuordnung, Schutz der Beteiligten und der Möglichkeit kritischer Distanz – insbesondere in Kontexten mit charismatischer Führung.
Anklage gegen Osho
Nach dem Zusammenbruch der Führungsebene von Rajneeshpuram im Jahr 1985 kam es zu einer öffentlichen Neuordnung innerhalb der Bewegung. In diesem Zusammenhang wurde die Verantwortung für zahlreiche rechtswidrige Aktivitäten primär einzelnen Führungspersonen, insbesondere Ma Anand Sheela, zugeschrieben. Symbolische Veränderungen wie das Ablegen der roten Kleidung durch Anhänger sowie die Rückbenennung der Stadt Rajneeshpuram in Antelope verdeutlichten den Versuch einer institutionellen und öffentlichen Distanzierung von der bisherigen Organisationsform.
Am 23. Oktober 1985 erhoben die US-Behörden Anklage gegen Osho. Die Anklageschrift umfasste insgesamt 35 Punkte, vor allem im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Einwanderungsrecht. Osho wurde vorgeworfen, gemeinsam mit mehreren Vertrauten falsche Angaben im Rahmen von Aufenthaltsgenehmigungen gemacht sowie Scheinehen ermöglicht zu haben, um ausländischen Anhängern den Verbleib in den Vereinigten Staaten zu sichern. Er wurde in Charlotte, North Carolina, festgenommen, als er sich auf einer Reise befand. Bei seiner Festnahme führte er Bargeld sowie Wertgegenstände mit sich, die später öffentlich thematisiert wurden.
Im Rahmen eines Vergleichs bekannte sich Osho in zwei Punkten der Anklage schuldig, die illegale Einwanderung betrafen. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und anschließend aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen. Der juristische Ausgang des Verfahrens verdeutlicht die rechtliche Verantwortung, die auch spirituelle Führungspersonen in organisatorisch komplexen Bewegungen tragen. Aus heutiger Perspektive wird betont, dass klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungsstrukturen und überprüfbare Verantwortlichkeiten zentrale Voraussetzungen sind, um Machtasymmetrien und Loyalitätskonflikte zu begrenzen.
Mehrere Länder verweisen Osho des Landes
Im Januar-Februar 1985 reiste Osho (damals noch immer Bhagwan Rajneesh) nach Kathmandu in Nepal und hielt dort zweimal täglich Vorträge. Im Februar verweigerte die nepalesische Regierung die Visa für seine Besucher und engsten Vertrauten, so dass er Nepal für eine Welttournee verließ. So ging er im März mit einem 30 tagelang gültigen Touristenvisa nach Griechenland. Dort brach dann nach schon 18 Tagen die Polizei in seine Unterkunft ein und verhaftete ihn, um ihn wieder nach Indien abzuschieben.
Den griechischen Medien zu folge, kam es zu diesem Eingriff, weil die Regierung und die Kirche Druck machte. In den darauffolgenden zwei Wochen wollte Osho noch weitere 17 Länder bereisen, jedes Land verweigerte ihm jedoch bei seiner Ankunft das Visum und schickten ihn wieder zurück. Manche Länder verwehrten sogar die Landeerlaubnis seines Flugzeuges. Am 19. März reiste er dann nach Uruguay, wo er am 14. Mai die permanente Aufenthaltsgenehmigung bekam. Später noch wurde er sowohl von Jamaika als auch Portugal des Landes verwiesen. Am 29. Juli 1986 kehrte er dann wieder zurück nach Indien.
Indien: Osho wird zu Osho

Im Jahr 1989 verabschiedete sich Osho (bis zu dem Punkt von Bhagwan Rajneesh) von seiner Anrede „Bhagwan“ und ließ sich nur noch „Rajneesh“ nennen. Seine Schüler fragten ihn aber, ob sie ihn „Osho“ nennen könnten, und er akzeptierte den Namen. Er erklärte, dass der Name „Osho“ von William James´ Wort „oceanic“ (ozeanisch), was so viel heißt wie sich auflösen im Ozean. Historisch gesehen wurde das Wort „Osho“ auch noch im Fernen Osten und bedeutete dort so viel wie: „Der Gesegnete, auf den es Blumen vom Himmel regnet.“.
Im Zeitraum März bis Juni 1989 wurde er Opfer einer Vergiftung und nahm sich, gesundheitlich davon stark mitgenommen, eine Ruhepause. Seine Gesundheit besserte sich merklich gegen Juli 1989, so dass er im August wieder damit anfing, täglichen „Darshan“ in Gautama, dem Buddha Auditorium, zu geben. Er weihte eine besondere Gruppe Menschen ein, die an ihrem weißen Gewandt zu erkennen waren und „Osho white Robe Brotherhood“ (Oshos weiße Bruderschaft) genannt wurden. Alle Sannyasins und Nicht-Sannyasins, die an den Abend-Darshans teilnahmen, wurden gebeten, eine weiße Robe anzuziehen. 1989 verabschiedete er sich dann von dem Namen „Rajneesh“ vollständig, um sich so auch von der Vergangenheit zu distanzieren. Ab der Zeit war er nur noch bekannt als „Osho“ and der Ashram wurde umbenannt und hieß fortan nur noch „Internationale Osho Kommune“.
In der zweiten Januarwoche 1990 verschlechterte sich Oshos gesundheitlicher Zustand merklich. Am 18. Januar wurde sein Körper recht schwach, und er konnte nicht mehr nach Gautama ins Buddha Auditorium gehen. Am 19. Januar wurde dann noch sein Herzschlag unregelmäßig, aber Osho ließ keinen Arzt mehr an sich heran. So nahm er gegen 17 Uhr seinen letzten Atemzug. Sein Samadhi Denkmal im Chuang Tzu Auditorium hat die Aufschrift: "Nie geboren, nie verstorben, nur den Planeten Erde vom 11. Dezember 1931 bis 19. Januar 1990 besucht.” In amerikanischen Medien wurde spekuliert, dass Osho eigentlich Selbstmord mit einer Drogenüberdosis begangen hätte.
Lehre
Osho war ein vollständig erleuchteter Meister. Er veröffentlichte über 650 Bücher und schrieb 64 Millionen gedruckte Worte. Seine Botschaften gingen darüber, wie man ein ganzes, verbundenes, authentisches Wesen sein kann, das das Leben andauernd und in der Tiefe feiert. Er lehrte das, indem er zeigte, wer wir wirklich sind, wenn wir das wahre Selbst entdecken und unsere tiefe Realität in uns entdecken sowie unsere Gaben und den unendlichen innewohnenden Geist.
Osho selbst war ein Mann, der eine außerordentlich hohe Intelligenz, große Belesenheit, viel Charisma und enorme Kommunikationsfähigkeit hatte. Manche sahen ihn als Guru des Hedonismus. Er war ein Literaturliebhaber und Autor einer außergewöhnlichen Bücherbibliothek, die hinduistische und buddhistische Schriften in kristallklarem Englisch erklären. Osho war in der Lage so gut wie jede Methode zu erklären, die jemand mal benutzt hat, um zur Erleuchtung zu gelangen.
Verhaftungslosigkeit
In seinem Diskurs über „Mind your Step“ (was soviel heißt wie sei dir deines Schrittes bewusst) sagte er den Zuhören: Wenn du gehst, gehe ganz auf im gehen, lass alles verschwinden, genieße die Vollkommenheit des Morgenspaziergangs. Genieße alles, was dazu gehört: die spielenden Kinder, die bellenden Hunde und zwitschernden Vögel, die Wolken am Himmel, und du bist da. Was mehr noch kannst du dir wünschen? Welche größere Freude gibt es? Wenn du nicht glücklich sein kannst mit einer so wunderschönen Welt, die dir permanent geschenkt wird, wo glaubst du glücklich zu sein?
Osho erinnerte uns daran, dass, wenn Zen Leute sagen, sie haben die Welt verlassen, sie damit meinen, dass sie die Anhaftung an Handlungen los gelassen haben. Der Tod ist Teil des Lebens und gehört genauso wie der Atem dazu. Was können Menschen machen, wenn ihnen der Tod eines geliebten Menschen bevorsteht oder sie ihrem eigenen Tod ins Gesicht sehen müssen? Er erinnerte seine Zuhörer daran, dass das größte Mysterium des Lebens nicht so sehr das Leben, sondern der Tod ist. Der Tod ist die Ansammlung des Lebens, das ultimative Aufblühen des Lebens. Das Leben ist wie eine Pilgerreise hin zum Tod. Das größte Unglück für den menschlichen Geist ist der Tod. Wenn wir Angst haben zu sterben, werden wir auch Angst haben zu lieben. Liebende sterben ineinander. Und nur die, die bereit sind füreinander zu sterben, können auch wirklich lieben. Er sagte zu seinen Zuhörern, dass sie keine Angst haben sollten zu lieben. Tod ist genauso göttlich wie das Altern. Schöpfung und Zerstörung gleichen sich gegenseitig aus, und das ganze Spiel setzt sich stets aufgrund der beiden Kräfte fort.
Das Leben feiern
Osho teilt die Ansicht von Walt Whitman über den Aspekt sich selbst zu feiern. Whitman sagte: “Ich feiere mich selbst, ich besinge mich selbst.” Osho sagte außerdem Perfektion ist kein Ziel, sondern Realität. Sie kann nicht erreicht, sondern nur erkannt werden. Alles was es dafür braucht ist ein Erkennen von dem, was bereits da ist. Er will, dass jeder spürt, dass er bereits perfekt ist und sich dessen bewusst wird. Ein unruhiger Geist ist unser ganzes Elend. Er spannt uns an, macht Panik, quält uns und hält uns in permanenter Angst ein Ziel zu verpassen und macht uns gierig andauernd nach einem Ziel zu streben.
Es gibt keinen morgigen Tag außer in unseren Gedanken. Das ständige Hinterherlaufen hinter dieser Fata Morgana existiert nur im Geist als Illusion. Die Menschen, die stets nach etwas weit entferntem streben, sind bedauernswert. Unser Elend ist selbst erschaffen und geht gegen die Natur. Die Natur kennt keine Zukunft. Der Geist ist die Wurzel unseres Leidens. Das Elend, unter dem wir leiden, entsteht nicht aus vergangenem Karma. Wir sollten weder die Vergangenheit noch unser Schicksal (Kismet) dafür verantwortlich machen. Wir streben nach Glückseligkeit und Freude in einem Märchenland, in Utopien und in der Phantasie. Wir träumen und das Leben bleibt leidvoll. Osho meint, das alles sind Phantasien, die wir erschaffen, um zu leiden.
Lebenseinstellung
Oshos Meinung nach, ist Feiern mehr eine Frage der Einstellung. Das Leben ist nicht für die Ernsthafen, es ist für die, die feiern. Einige drücken ihre Freude durch tanzen, einige durch singen aus. Manche vergießen einfach Tränen, aber keine Tränen des Schmerzes, sondern der Freude. Wir sollten uns keine Sorgen machen wie wir feiern. Die Art und Weise wie es passiert, ist unsere Art und Weise des Feierns. Er empfiehlt seinen Anhängern, dass, sogar wenn sie in die Hölle geworfen worden sind, sie lachen sollte, denn Lachen verwandelt eine Hölle zum Himmel. Er wollte eine Religiosität in der Welt, die sich auskennt im Lachen, die weiß, wie man glückselig ist, wie man tanzt und feiert.
Er sagte, dass Einsamkeit eine soziale Krankheit ist und überwunden werden kann. Man sollte in der Lage sein, allein zu leben. Eine Person, die alleine leben kann, ist so voller innerer Lieder, dass sie sie singen muss. Meditation gibt uns den Zugang zu unserem eigenen inneren Schatz, den wir in Liebe teilen können. Wahre Liebe ist nicht ein Streben gegen die Einsamkeit. Es geht darum, Einsamkeit in All-ein-Sein zu verwandeln. Wenn wir jemanden lieben, helfen wir ihm, all-ein zu sein. Wenn ein Mensch vollkommen befreit ist, dann kann er aus dieser Freiheit heraus teilen. Dann gibt er viel, aber nicht aus einer Bedürftigkeit oder aus einem Handel heraus. Der Mensch gibt dann viel, weil er viel zu geben hat und weil es es genießt zu geben. Liebe stärkt die Freiheit und alles, was die Freiheit zerstört, ist keine Liebe. Liebe und Freiheit gehören zusammen, sie sind wie zwei Flügel eines Vogels.
Wir vermeiden es oft zu lieben, weil es eine so komplizierte Bürde ist. Aber dann haben wir das Gefühl, dass etwas fehlt. Wie können wir die Freude der Liebe ohne Fesseln erleben? Osho sagt, Liebe kennt keine Verantwortung, weil Liebe selbst Verantwortung ist. Aber alle moralischen Systeme dieser Welt trennen das und kennen keine Verantwortung. Liebe ist sehr kreativ. Liebe ist natürlich und kein religiöser Zwang. Es ist unsere tiefste Sehnsucht. Wenn unser Leben reine Liebe ist, brauchen wir keine andere Spiritualität mehr. Es ist der beste Name, den wir Gott geben können, denn Liebe ist keine Hypothese, sie ist unsere innerste Realität und das Wertvollste in uns.
Hat unser kontinuierliches Streben nach Verbesserung unseres Selbst uns Freude gebracht? Osho zu folge ist das Göttliche nicht irgendwo anders, sondern es ist im tiefsten Kern unseres Wesens. Wenn wir probieren perfekt zu sein, werden wir unglücklich und versagen. Perfektion ist bereits da, es muss nicht erlangt werden, sondern nur gefeiert. Er lehrte seinen Schülern keinen einzigen Moment an die Zukunft zu verschwenden und fügte hinzu, dass die Idee, das Leben zu feiern, so alt ist wie Krishna. Aber irgendwie hat der Mensch den Faden verloren, und es ist nicht zu spät das Dasein als Workaholic niederzulegen und den Kurs zu wechseln.
Das Leben - ein Fest
Krishna nimmt nicht das Leben als Arbeit oder Pflicht, er nimmt es als Fest, als eine große Feier. Arbeit ist nur ein Mittel dafür, das Leben zu feiern. Unterhaltung, bei der wir nur Zuschauer sind, hat in der gegenwärtigen Welt den Platz des Feierns eingenommen. Es ist ein reiner Ersatz fürs Feiern. Es wird nicht unseren Durst nach Liebe stillen. Wir sollten wissen, dass erst, wenn unsere Liebe mit einfließt, wir erfüllt und glücklich sind. Wirkliche Liebe kann das Leben zum Fest machen.
Osho erzählt seinen Zuhörern, dass Glück nicht etwas ist, was wir machen oder produzieren müssen, sondern es geschieht spontan. Es ist unsere Natur. Jeder ist außergewöhnlich, und wir brauchen keine Minderwertigkeitskomplexe zu haben. Wir sollten vergessen, was andere haben, und uns auf die Geschenke ausrichten, die die Schöpfung uns gibt. Wir haben die Freude zu atmen, die Freude einen Freund zu treffen, in Stille zu sitzen und einen Abend- oder Morgenspaziergang zu genießen. Wir haben viele wie diese Freuden, brauchen es nur bewusst zu machen. Wir müssen anfangen dankbar zu sein. Glück kommt näher und näher, je mehr Dankbarkeit man entwickelt. Dankbarkeit funktioniert wie ein Magnet, wohingegen ein klagender Geist Glück abweist und Türen verschließt.
Bedeutung der Meditation
Osho betonte die Meditation. Er sagte, dass niemand uns von unserem Elend, unserer Unwissenheit und von unserer inneren Gefangenschaft befreien kann außer wir selbst. Wir allein können uns selbst retten. Christen glauben, dass Jesus sie befreien kann. Jesus jedoch befreite nur sich selbst und half denen, die bereit waren in tiefe Meditation mit ihm zu gehen. Er hat nicht die Menschheit befreit von ihrem Leid, den Begrenzungen und dem Elend. Was die Hindus betrifft, da haben die vergangenen Inkarnationen keinen nutzen. Buddha ist die einzige Person in der Geschichte des Menschseins, der die Wahrheit exakt benannte als er sagte: „Sei ein Licht in dir Selbst.“
Buddha konnte nur den Weg zeigen, tun kannst du es nur selbst und keiner sonst für dich. Es gibt keinen anderen Weg voll von Licht zu werden, als die Meditation. Meditation, so sagte er, sollte eine freudige Aktivität sein. Man sollte es nicht als Pflicht sehen. Es sollte als Freude und Spiel erlebt werden. Wenn du Meditation als Pflicht erlebst, schießt sie am Ziel vorbei. Es kann nur passieren in einer Stimmung der Leichtigkeit. Meditation bedeutet ein An- und Aufstieg unserer Energie. Wirkliche Heilige waren immer Menschen der Liebe und des Lachens. Nur in Freude können wir wirklich erleben, was Meditation ist, denn, wenn wir wirklich einen freudigen, frohlockenden Geist haben, dann verschwinden alle Gedanken und das Auflösen der Gedanken ist Meditation.
Osho glaubte, dass Geschlechtsverkehr eine Form der Meditation ist. Bei meditativem tantrischen Sex kultiviert man Entspannung und erfährt die Vereinigung von männlicher und weiblicher Energie. Der physische, sexuelle Vereinigungsakt wird als Mittel gesehen, um zu innerem Frieden zu gelangen und die Verwirklichung von innerer Einheit mit dem Kosmos zu erfahren. Er sagte: „Wenn man es richtig einsetzt, nämlich meditativ“ – nicht einfach als Entspannung und Entladung – dann könnte Sex an sich „eine Tür zum Göttlichen“ sein und „eine Begegnung deiner Selbst durch den anderen.“ Seiner Ansicht nach sollte Sex voll akzeptiert und erfahren werden und nicht unterdrückt.
Wie andere Tantralehrer glaubte auch Osho, dass Askese oder Selbstablehnung eine Art der Selbstverstümmelung ist, und betonte daher, wie wichtig es ist, den eigenen Körper zu entdecken und ihn zu genießen. Er glaubte, dass weltliche Dinge angenommen und einbezogen werden sollten und nicht verbannt. Es war sein Streben, die materielle Welt des Westens mit der Spiritualität des Ostens zu verbinden. „Ich unterrichte sensuelle Religion“, erzählte er seinen Schülern, „ich möchte, dass Buddha Gautama und der Grieche Zorba näher und näher zueinander kommen…. Meine Schüler sollen Buddha Zorba sein. Der Mensch ist Körper und Seele zusammen. Beide müssen zufrieden gestellt werden.“
Passend zu der tantrischen Weltansicht, kombinierte er westliche psychologische Techniken mit östlichen meditativen Praktiken. Er benutze viele gruppentherapeutische Methoden, einschließlich Kunsttherapie, Encountergruppen und Hypnotherapie. Er benutzte auch viele individuelle Techniken wie die Urschreitherapie, Rolfing und Tarot. Durch die Kombination von Therapie und tantrischer Wildheit, waren seine Therapiegruppen manchmal sehr intensiv.
Er forderte seine Anhänger auf, eine Weile still zu sitzen, sie sollten in Stille erleben, was alles um sie herum passiert und nichts tun, einfach ruhig den Geräuschen zuhören: hören wie ein Vogel singt, wie die der Atem fließt, ein- und ausströmt, und dies still beobachten - nichts anderes muss getan werden. Meditation ist nichts anderes als einfach still zu sitzen, nichts tun, und auf das Kommen des Unbekannten zu warten. Er zitierte das Beispiel des Zen Mönchs, der eine Zazen Meditationstechnik hat. Es ist eine tiefe Meditationsmethode. Es eine "Methode" zu nennen ist eigentlich nicht korrekt, weil es in dem Sinne keine Methode ist, bei der es irgendetwas zu tun gibt. Beim Zen heißt es: „Sitze eine Weile und entspanne. Lass das Getümmel, die Ambitionen für einen Weile, der Geist rennt herum in seinem eigenen Tempo. Wir müssen nur für eine Weile dasitzen und in uns selbst versinken.
Verhaftung zum Körper aufgeben
Oshos Buch der Geheimnisse gibt einem praktische Werkzeuge für Transformation an die Hand. Jeder hat eine tiefe Anhaftung mit seinem oder ihren Körper. Die Körper ausgetauscht, aber wir waren immer mit dem Körper. Wenn wir beim Sterben einen Körper verlassen, sterben wir unbewusst und bleiben unbewusst. Wenn wir in einen neuen Körper wieder hineingeboren werden, sind wir unbewusst. Die Zeit zwischen Sterben und einer neuen Geburt ist unbewusst. Wir müssen uns die Tatsache klar machen, dass wir wirklich davon ausgehen, dass wir der Körper sind. Die erste Grundeinsicht ist, dass wir uns selbst nicht anders kennen als als Körper.
In dem Moment, wo wir zum ersten Mal einsehen, dass wir der Körper sind, erkennen wir die Anhaftung und alle Phantasien fallen weg. Wir müssen daher alles falsche Wissen über uns selbst über Bord werfen, so dass die Anhaftung an den Körper ans Licht kommt. Es ist schwierig, aber wenn wir dem einmal ins Gesicht schauen, können wir es loslassen. In dem Moment, wenn wir die Anhaftung mit dem Körper loslassen, werden wir erkennen, dass wir überall sind. Wenn wir einmal wissen, dass die Anhaftung nicht mehr da ist, dann wissen wir, wir sind nicht der Körper. Unser Körper wird Teil der großen ganzen Existenz. Er ist nicht getrennt. Unser Körper ist nichts anderes als Leben, das zu uns kommt. Durch diese Technik wissen wir, dass jemand, der sich in allem wiedererkennt, es nicht schlecht ergehen kann, denn er ist voll Freude.
Ja zum Leben sagen
Er bat seine Schüler damit anzufangen „Ja“ zu denken. Das einfache Wort „Ja“, so sagte er, enthält alle Religionen der Welt. Es enthält alle Gebete, die jemals gesprochen worden sind und die jemals gesprochen werden. Für ihn war eine wahrhaft religiöse Person jemand, der „Ja“ zum Leben sagt, weil das Leben Gott ist. Wer "ja" sagt zur Erde, weil die Erde Teil des Himmels ist, der sagt „ja“ zum Körper, weil er der Tempel für die Seele ist. Sein „ja“ bringt Transzendenz, sein „Ja“ bringt einen egolosen Zustand, sein „Ja“ bringt einen Zustand von Gedankenlosigkeit. Er sagte: „Meine Rebellion basiert auf dem „Ja“… Ich möchte, dass du so intensiv wie möglich tanzt, singst, liebst und lebst wie möglich.“ Apropro Nataraj oder Tanzmeditation, Osho sagt in seinem „Buch der Geheimnisse“: „Der wirklich wahrhaftig religiöser Mensch hat nichts mit der Bibel, dem Koran oder der Bhagavad Gita zu tun. Eine wirklich wahrhaftige Person hat eine tiefe Verbundenheit mit der Existenz.“
Sein Buch "Body Mind Balancing" (deutsche Buchtitel nicht mehr auffindbar) versucht uns in einen inneren Raum tiefer Entspannung mitzunehmen, wo wir erfrischt und energetisiert herauskommen. [...] Der Körper ist eine wunderbare Quelle der Weisheit und gibt uns ständig hilfreiche Botschaften, angefangen mit einfachen Kopfschmerzen und anderen körperlichen Schmerzen bis hin zur Migräne, Schlafstörungen, Unfällen, chronischen Schmerz vor allem im Rücken und Magen. Die meisten dieser Symptome sind psychologischen Ursprungs, und da wir sie nicht bewusst produzieren, müssen wir es uns unbewusst machen.
Der Geist als "Beschützer"
Dieser Prozess hilft uns, in Kontakt zu bleiben mit einem Teil des unbewussten Geistes, der auch der "Beschützer" genannt wird. Die Idee ist, dass dieser Beschützer körperliche Symptome mit gutem Grund produziert, und wir fragen sollten, was die Botschaft dahinter ist, was will er uns mit dem jeweiligen Symptom sagen. Dann fragen wir den Beschützer, ob er einen anderen Weg nehmen könnte, uns die Botschaft zu vermitteln, eine Art und Weise bei der der Körper gesund und in Balance bleibt.
Bei dieser Herangehensweise, stellen wir uns tatsächlich unseren Körper so vor, dass er in der Zukunft ausgeglichener, gesünder und kraftvoller ist. Dann sagen wir dem Beschützer, dass er nun dem Körper sagen kann, den Schmerz oder das Symptom wieder los zu lassen, denn dies kann Menschen ein bisschen die Angst nehmen. Wir alle wissen, dass Angst Spannung im Körper verursacht, und umgekehrt trifft es ebenfalls zu. Je mehr wir lernen können zu entspannen desto weniger Angst haben wir.
Hypnose
Im “Osho International Meditation Resort” in Puna kann man individuelle Hypnosebehandlung buchen oder an Hypnosekursen zum Heilen emotionaler Wunden teilnehmen, denn sowohl für die Meditation als auch für den Körper-Geist-Ausgleich kann Hypnose eine wunderbare Energiequelle sein. Es bedeutet absichtlicher Schlaf und kann dadurch den Körper in der Regeneration unterstützen und dabei helfen, die durch die Tagesarbeit verlorengegangene Energie wieder aufzuladen. Osho behauptet, dass es den Körper erfrischt, den Geist beruhigt, das Herz reinigt und das keiner uns gegen unseren Willen hypnotisieren kann.
Die tiefe Entspannung und die Konzentrationsübungen der Hypnose wirken beruhigend und bringen den bewussten Geist zur Ruhe, so das er weniger aktiv denkt. In diesem Zustand sind wir uns dessen bewusst, was geschieht, aber der bewusste Geist rückt in den Hintergrund und Unbewusstes kann zum Vorschein kommen. In einer Sitzung kann man mit Hilfe von Hypnose tief verwurzelte, persönliche Probleme bearbeiten. Die Therapie kann zur Auflösung negativer Verhaltensmuster führen und kann teilweise auch effektiv bei Phobien, irrationalen Ängsten bezüglich bestimmter Gegenstände oder Situationen eingesetzt werden. Ärzte und Heiler aus der ganzen Welt behaupten, dass hypnotische Suggestionen Schmerzen lindern und sogar bei manchen Patienten Krankheiten heilen können.
Nachruf
Artikel aus dem Buch "Indian Spiritual Gurus. Twentieth Century" von M.L. Ahuja.
Osho ist nicht mehr im Körper aber während seines Lebens konnte er eine Aura aufbauen, die Anhänger für die Philosophie, für die er stand, in den Bann zogen. Seine Bücher wurden zum Großteil in der ganzen Welt gelesen und Osho Meditationscamps werden an diversen Orten organisiert. Im Oktober 2004 wurde in Malaysien und Singapur Oshomeditationscamps eröffnet.
Die Kommentare, die Dr. H.N. Law bei der Gelegenheit machte, waren aussagekräftig. Er sagte, dass für westliche Menschen Meditation bedeutet, tief über etwas nachzudenken. Für mich, der sich in verschiedene chinesischen Qigong Tai Chi Schulen vertieft hat, ist Meditation etwas weiches und langsames, bei dem man versucht, einen Zustand von gedanklicher Leere, Samadhi zu erreichen, aber für Osho bedeutet es feiern, kreativ und spielerisch sein. Das ist etwas Neues für mich. In dem Punkt werde ich von Osho inspiriert, wenn man sich lösen sollte von den Fesseln des Lebens, um zu hoher Weisheit zu gelangen.
Osho sprach aus einer tiefen Intelligenz heraus und seine spirituelle Präsenz strahlte von seinem Körper wie ein zartes Licht, das alle Wunden heilt. Mit einem langen Bart, großen dunklen Augen, sah er aus wie ein lebendig gewordenes Gemälde von Laotse. Seine Präsenz erhebte jeden um ihn herum ohne jegliche Mühe von seiner oder ihrer Seite. Er hatte die erstaunliche Kraft der Telepathie und Astralprojektion, die er großherzig einsetzte, um Schüler zu beruhigen oder zu inspirieren.
Viele Schwindler, die sich als Guru ausgegeben, behaupten diese mystischen Fähigkeiten zu haben, aber Osho hatte sie wirklich. Er prahlte nie mit seinen Kräften und Fähigkeiten. Jene, die aber näher mit ihm zu tun hatten, bekamen durch den direkten Kontakt diese Wunder mit. Er war ein großartiger Lehrer mit innovativen Techniken, die mit dramatischen Kräften arbeiteten. Er hat tausende von Suchern zu einem höheren Bewusstseinszustand verholfen und von östlichen Religionen und Meditation mit einer strahlenden Klarheit erzählt.
Er begann sein Leben als Lehrer damit, falsche Gurus aufzudecken und endete sein Leben damit der „betrügerischste Guru“ zu sein, den die Welt jemals zuvor gesehen hat. Es ist schade, dass er sich verwickelt hat in zwielichtige Kontroversen. In welchem Ausmaß daran seine Sich-Selbst-Suchenden-Anhänger beteiligt waren oder was davon sein eigenes menschliches Versagen war, bleibt fraglich. Aber abgesehen davon ist Osho noch für seine kraftvollen Schriften bekannt und für seine erfrischenden Reden, die gefüllt waren mit Philosophieanalysen, die das Bewusstsein eines jeden anregt, der sich die Audio-Aufzeichnungen anhört. Jedes Thema der Zeitschrift "Osho Times"; "The Magazine for Conscious Living" von der Osho International Meditation Resort & Guesthouse in Puna und "Osho World" von Neu Delih leitet noch weiterhin die herumirrende Menschheit zur Bewusstseinserweiterung an.
Siehe auch
Literatur
- Osho: Mut: Lebe wild und gefährlich, 2004
- Osho: Liebe, Freiheit, Alleinsein
- Osho: Emotionen: Frei von Angst, Eifersucht, Wut, 2000
- Osho: Bewusstsein: Beobachte, ohne zu urteilen, 2004
- Osho: Angst: Die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen, 2008
- Osho: Das Buch vom Ego - Von der Illusion zur Freiheit, 2004
- Osho: Das Buch der Kinder: Sei einfach Du selbst , 2004
- Osho: Das Buch der Geheimnisse: 112 Meditations-Techniken zur Entdeckung der inneren Wahrheit, 2009
- Osho: Freiheit: Der Mut, Du selbst zu sein, 2005
- Osho: Das Buch der Männer: Die Krise als Chance nutzen, 2004
- Osho: Das Chakra Buch: Energie und Heilkraft der feinstofflichen Körper, 2007
- Osho: Das Orangene Buch: Die Osho Meditationen für das 21. Jahrhundert, 2008
- Osho: Das Buch der Frauen: Die Quelle der weiblichen Kraft, 2004
- Osho: Freude: Das Glück kommt von innen, 2005
- Osho: Was kann ich tun?: 101 einfache Methoden, um Stress und emotionale Probleme zu lindern, 2002
Weblinks
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