Nataraja

Nataraja (Sanskrit: नटराज naṭarāja; Tamil: நடராஜர் Naṭarājar) ist Shiva als „König des Tanzes“, der kosmische Tänzer, dessen Tanz die ganze Welt hervorbringt, erhält und wieder auflöst. Das Bild des tanzenden Shiva im Flammenkreis, mit erhobenem Fuß, der Trommel in der einen und dem Feuer in der anderen Hand, ist eines der bekanntesten Sinnbilder Indiens. Es vereint in einer einzigen Gestalt die fünf göttlichen Tätigkeiten: Schöpfung, Erhaltung, Auflösung, Verhüllung und befreiende Gnade.
Das Herz der Nataraja-Verehrung ist der Tempel von Chidambaram in Tamil Nadu, wo Shiva nach der Überlieferung vor den Weisen Patanjali und Vyaghrapada seinen Tanz der Glückseligkeit tanzte. Von dort aus hat die Gestalt des tanzenden Shiva die Tempel Südindiens, die klassische indische Tanzkunst, die Philosophie des Shivaismus und die Yoga-Tradition geprägt, bis hin zu einer Nataraja-Statue am Forschungszentrum CERN in Genf. In Kirtans, Mantras und Hymnen wird Nataraja bis heute besungen, auch in den Satsangs von Yoga Vidya.
Nataraja (Sanskrit: नटराज naṭa-rāja m.) wörtl.: "König (Rajan) der Tänzer (Nata)"; der tanzende Shiva.
Nata heißt Tanz, Nata heißt auch Schauspiel. Diese Welt ist ein kosmischer Tanz, ein Kosmisches Schauspiel. Gott selbst ist Nataraja, der Herr des Tanzes, der König dieses kosmischen Dramas. In vielen Hymnen und Kirtans wird Shiva als Nataraja, als Nataraj, als kosmischer Tänzer, besungen. Es gibt auch eine Hatha Yoga Asana, Natarajasana, die als Tänzer oder auch Tänzerstellung übersetzt wird.
Nataraja auf einen Blick
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Name | Nataraja; auch Nataraj, Natesha, Nateshvara |
| Sanskrit | नटराज (naṭarāja) |
| Tamil | நடராஜர் (Naṭarājar); auch Ambalavanan („der in der Halle wohnt“), Adavallan („der meisterhafte Tänzer“), Kuttan („der Tänzer“), Sabhapati („Herr der Halle“) |
| Bedeutung | „König der Tänzer, König des Tanzes, König des Schauspiels“ |
| Wer ist er? | Shiva als kosmischer Tänzer |
| Tanz | Ananda Tandava, der Tanz der Glückseligkeit; auch Rudra Tandava und Urdhva Tandava |
| Gefährtin | Shivakami (Parvati), „die von Shiva Geliebte“ |
| Wichtigster Ort | Chidambaram (Tillai), Tamil Nadu, mit der Goldenen Halle (Kanaka Sabha) |
| Zeugen des Tanzes | Patanjali und Vyaghrapada |
| Symbolik | Die fünf göttlichen Tätigkeiten: Schöpfung, Erhaltung, Auflösung, Verhüllung und Gnade |
| Feste | Arudra Darshanam (Dezember/Januar), Ani Tirumanjanam (Juni/Juli), Natyanjali an Shivaratri |
| Mantra | Om Namah Shivaya; Kirtans wie „Nataraja Nataraja Shivananda Nataraja“ |
| Yoga-Bezug | Natarajasana, die Tänzerstellung; Patanjali als Zeuge des Tanzes |
Name und Beinamen
Naṭa bedeutet im Sanskrit „Tänzer, Schauspieler“, Rāja „König“. Nataraja ist also der „König der Tänzer“ und zugleich der „König der Schauspieler“. Beide Bedeutungen sind wichtig: Die Welt ist Gottes Tanz und Gottes Schauspiel.
Im Tamil hat Nataraja viele liebevolle Namen. Die Verehrer nennen ihn Ambalavanan, „der in der (goldenen) Halle wohnt“, Adavallan, „der meisterhafte Tänzer“, Kuttan oder Kuttaperuman, „der (große) Tänzer“, und Sabhapati, „Herr der Halle“. In Chidambaram heißt er auch Tillai Nataraja. Seine Gefährtin ist Shivakami, „die von Shiva Geliebte“, eine Form Parvatis, die dem Tanz zuschaut.
Nataraja नटराज naṭarāja Aussprache
Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Nataraja, नटराज, naṭarāja ausgesprochen wird:
Sukadev über Nataraja

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Nataraja
Nataraja ist der König der Tänzer. Nata heißt Tänzer, und Raja heißt König. Nataraja – der König der Tänzer. Und Nataraja ist insbesondere der Beiname von Shiva. Shiva gilt als Nataraja, der König der Tänzer. Und vielleicht hast du auch schon Shiva als Nataraja abgebildet gesehen. Er tanzt, hat vier Beine, vier Arme, und manchmal auch nur zwei Beine und vier Arme, manchmal auch nur zwei Beine, zwei Arme. Ganz charakteristisch, ein Bein ist dabei gehoben und das andere ist auf der Erde. Nataraja, Shiva als König der Tänzer, soll heißen, die ganze Welt ist ein Tanz Gottes, ständig verändert sich etwas. Shiva hebt ein Bein hoch, etwas entsteht, Shiva senkt ein Bein, etwas vergeht, ständige Veränderung.
Du kannst mit Nataraja, mit Shiva als König der Tänzer, mittanzen und den Tanz genießen oder du kannst dich querlegen und hoffen, dass alles so bleibt. Und dann wird Shiva auf dir tanzen, auf deinem Rücken herumtanzen. Aber du kannst mit Shiva tanzen oder auch auf dem Rücken getanzt bekommen. Nataraja – König der Tänzer. Vertraue dich Shiva an, vertraue dich Gott an und erfahre dieses wunderbare Schauspiel der Welt als kosmischen Tanz. Nataraja – König der Tänzer.
Wenn du mehr wissen willst über Nataraja, dann gehe auf unsere Internetseiten, www.yoga-vidya.de. Gib dort ein, "Nataraja" und dort findest du viele Informationen über Nataraja, auch viele Kirtans, Mantrasingen, wo Nataraja Teil ist, du kannst auch mitsingen, die Texte dir anschauen oder auch MP3-Dateien runterladen. Und wenn du mehr über Shiva wissen willst, dann gib ein, "Shiva" und so erfährst du sehr viel über diesen kosmischen Aspekt der Wahrheit. Und natürlich, am allerbesten ist, du gehst in einen der Yoga Vidya Ashrams und Seminarhäuser und dort kannst du viele Kirtans mitsingen und da gibt es in den Yoga Vidya Seminarhäusern ja jeden Morgen und jeden Abend Mantrasingen und bei vielen Mantras gehört auch Nataraja dazu. Und so bekommst du ein schönes Gefühl, Gott ist Tänzer, die ganze Welt ein wunderbarer kosmischer Tanz.
Shiva, der kosmische Tänzer
Der kosmische Tanz, den Shiva als Nataraj, König des Tanzes, ausführt, gilt als Symbol für die ewige Bewegung des Universums. Durch den gleichmäßigen Rhythmus des Tanzes (Tandava) setzt sich das Universum in Bewegung und beginnt, sich in all seinen Formen zu manifestieren. Die Götter, Dämonen und anderen übernatürliche Wesen haben sich um Shiva gruppiert und schauen verzückt zu. Manchmal hält er inne mit seinem Trommelschlag, um nach einem neuen, besseren Rhythmus zu suchen. Dann vergeht ein Universum, um beim wieder einsetzenden Tanz erneut zu entstehen.
Der Flammenkreis, der Shiva umgibt, ist Energie in ihrer reinsten Form, aber auch das Feuer der Einäscherung. Er ist zugleich Sinnbild des heiligen Mantra AUM, dem Grundton der Schöpfung. Der Zwerg unter Shivas Füßen stellt die Unwissenheit dar. Die Trommel in Shivas Hand symbolisiert die Vereinigung von männlichem und weiblichem Prinzip. Der Klang der Trommel zeigt, dass Klang die Quelle der Schöpfung und Gott die Quelle des Klangs ist. Das Feuer in Shivas Handfläche, deutet auf seine Macht, das Universum zu vernichten; seine in Elefantengeste vorgestreckte Hand symbolisiert seine Stärke und sein erhobener Fuß bedeutet Befreiung.
Die Ikonografie im Einzelnen
Die bekannteste Form des Nataraja ist die Bronzefigur, wie sie im Tempel von Chidambaram verehrt und seit dem 10. Jahrhundert in den Werkstätten der Chola-Könige in Tamil Nadu gegossen wurde. Jedes Element dieser Figur hat eine Bedeutung:
- Obere rechte Hand – die Trommel (Damaru): Ihr Klang ist der Urklang, aus dem die Schöpfung hervorgeht. Sie steht für Srishti, die Schöpfung.
- Untere rechte Hand – die Geste der Furchtlosigkeit (Abhaya Mudra): „Fürchte dich nicht.“ Sie steht für Sthiti, die Erhaltung und den Schutz.
- Obere linke Hand – das Feuer (Agni): Es verzehrt die Formen und steht für Samhara, die Auflösung.
- Der rechte Fuß auf dem Zwerg Apasmara (Muyalakan): Er drückt die Unwissenheit und das Vergessen nieder, die das Wesen verhüllen. Er steht für Tirobhava, die Verhüllung, zugleich für deren Überwindung.
- Der erhobene linke Fuß und die untere linke Hand, die auf ihn weist (Gaja Hasta, „Elefantenrüssel-Geste“): Der erhobene Fuß ist die Zuflucht der Seele und steht für Anugraha, die befreiende Gnade. Die Hand zeigt auf ihn: Hier ist Befreiung zu finden.
- Der Flammenkreis (Prabha Mandala oder Tiruvasi): der Kreislauf der Welt, die Energie des Kosmos, das Om.
- Die fliegenden Haarsträhnen: Sie zeigen die Wildheit und Kraft des Tanzes. In ihnen sitzen die kleine Göttin Ganga, die Mondsichel, ein Schädel und Blüten des Stechapfels.
- Das ruhige Gesicht: Inmitten der ganzen Bewegung bleibt Shivas Antlitz gelassen und still. Es zeigt das unbewegte Bewusstsein hinter allem Wandel.
- Die zwei verschiedenen Ohrringe: Häufig trägt Nataraja am einen Ohr einen männlichen, am anderen einen weiblichen Ohrring, ein Zeichen, dass Shiva und Shakti, das männliche und das weibliche Prinzip, in ihm vereint sind.
Die fünf göttlichen Tätigkeiten
Nach der Theologie des Shivaismus vollzieht Shiva fünf Tätigkeiten (Pancha Kritya): Schöpfung (Srishti), Erhaltung (Sthiti), Auflösung (Samhara), Verhüllung (Tirobhava) und Gnade (Anugraha). Der Tanz des Nataraja stellt alle fünf in einem Bild dar. Die fünfte, die Gnade, ist das Ziel aller anderen: Die Welt wird geschaffen, erhalten und aufgelöst, damit die Seele schließlich durch Gottes Gnade frei wird. Der Kunsthistoriker Ananda K. Coomaraswamy hat diese Deutung 1918 in seinem berühmten Essay The Dance of Shiva auch im Westen bekannt gemacht.[1]
Nataraja und das Panchakshara Mantra
Die tamilische Shiva-Theologie sieht in der Gestalt Natarajas auch die fünf Silben des Mantras Na-ma-śi-vā-ya. Swami Sivananda beschreibt diese Zuordnung im folgenden Abschnitt. Eine ähnliche Deutung findet sich bereits im mittelalterlichen Lehrtext Unmai Vilakkam von Manavachakam Kadandar. Wer das Mantra Om Namah Shivaya wiederholt, ruft damit zugleich den tanzenden Shiva an.
Nataraja
Artikel von Swami Sivananda aus "Lord Shiva and his worship"
Der Name Shiva in seiner Bedeutung als "Tänzer"
"Ya" in Namah Shivaya bedeutet Jiva oder die individuelle Seele. Das Panchakshara Namah Shivaya bildet den Körper von Shiva. "Na" steht für die Hand, die das Feuer hält. Der Fuß, der den Dämon Muyalaka unterdrückt, ist "Ma". "Si" ist die Hand, welche die Damaru hält. Die bewegte rechte und linke Hand entsprechen "Va". Die Hand in Abhaya ist "Ya".
Vor langer Zeit geschah es, dass eine Gruppe Rishis ihren Glauben an den wahren Gott aufgab und falsche Götter anbetete. Shiva wollte ihnen eine Lektion erteilen. Er erweckte in ihnen sonderbare Leidenschaften. Die Rishis wurden sehr zornig. Durch die Kraft ihrer Bußübungen erschufen sie viele Dämonen, die sie gegen Shiva richteten. Shiva besiegte sie, insbesondere bezwang er durch seinen kosmischen Tanz die machtvolle Kali, die eine Schöpfung der Rishis war. Sri Natarajas Tanz wurde von dem Rishi Patanjali und von Vyaghrapada bezeugt, die ihn sehr genossen. Sie umringten Gott Shiva. Selbst auf Bildern und Skulpturen von Nataraja Murtis kann man sehen, wie Patanjali und Vyaghrapada Nataraja umgeben. Der Unterleib von Vyaghrapada ähnelt dem eines Tigers, während dieser Körperteil bei Patanjali dem einer Schlange gleicht.
Der wunderbarste Tanz von Nataraja ist der Urdhva Tandava. Bei diesem Tanz ist das linke Bein erhoben und der Zeh streckt sich um Himmel. Das ist die schwierigste Art zu tanzen. Mit dieser Position besiegte Nataraja Kali beim Tanzen. Bei allen anderen Tänzen hielt Kali erfolgreich mit Nataraja mit. Beim Tanzen verlor Nataraja seinen Ohrring. Er gewann lediglich mit der Hilfe seines Zehs, mit dem er das Schmuckstück, unbemerkt vom Publikum, an seinen Platz zurückführte.
Nataraja tanzte mit erhobenem rechten Bein. Das bezeichnet beim Tanzen die Gajahasta Pose oder Nritya. So tanzte er ununterbrochen und wechselte nicht einmal das Bein. Es gibt eine andere Tanzstellung, die Shiva auf dem Kopf eines Elefanten zeigt. In dieser Haltung ist Shiva als Gajasana Murti bekannt. Unter Shivas Fuß befindet sich der Kopf eines Elefantenmonsters. Shiva hat acht Hände. Er hält den Dreizack, die Trommel und Schlinge in seinen drei rechten Händen. Schild und Schädel hält er mit zwei Händen. Die dritte linke Hand hält er in der Vismaya Pose. Ein Asura nahm die Form eines Elefanten an, um Brahmanis zu töten, die in tiefer Meditation um den Linga von Visvanath in Benares saßen. Shiva kam plötzlich aus dem Linga und tötete das Elefantenmonster und nahm sich seine Haut als Gewand.
Shivas Tanz
- Die Flut im Jahre 1924 war grausam in Rishikesh
- Sie nahm viele Mahatmas und Sadhus mit sich
- Das ist Shivas Tanz.
- Der wilde Chandrabhaga änderte 1943 seine Richtung
- Die Menschen konnten ihn nur schwer mit der Hilfe von Elefanten überqueren
- Das ist Shivas Tanz.
- Am Morgen des 11. Januar 1945 fiel Schnee in der Umgebung des Himalayas
- Die Kälte war grausam
- Das ist Shivas Tanz.
- Visvanath lebt jetzt an einem Ort, wo früher Wald war.
- Er erfreut die ganze Welt.
- Er schenkt Gesundheit und ein langes Leben.
- Das ist Shivas Tanz.
- Wälder werden zu Ashrams,
- Inseln werden zu Ozeanen,
- Der Ozean wandelt sich zu einer Insel,
- Städte werden zu Wüsten,
- Das ist Shivas Tanz.
- Shiva erblickt seine Shakti und es entsteht der Tanz der Atome
- Es gibt den Tanz der Prakriti, den Shiva lediglich bezeugt
- Das ist Shivas Tanz.
- Das Prana vibriert, der Geist wandert,
- Die Sinne arbeiten, Buddhi plant,
- Das Herz pumpt, die Lungen atmen,
- Der Magen verdaut, der Darm scheidet aus,
- Das ist Shivas Tanz.
- Die Welt verändert sich
- Eine veränderliche Sache ist vergänglich
- Erkenne das Unveränderliche, das ewig währt
- Und erlange Unsterblichkeit.
Die Legenden des Tanzes
Im Wald der selbstsicheren Weisen
Die Überlieferung, die Swami Sivananda oben kurz erzählt, spielt im Wald Darukavana. Dort lebten asketische Weise, die mächtige Riten vollzogen. Ihr Können war groß; doch ihr Vertrauen drohte sich ganz an die eigene Macht zu binden. Shiva erschien ihnen in der Gestalt eines wandernden Bettlers, und Vishnu begleitete ihn als die bezaubernde Mohini. Das Auftreten der beiden brachte die vermeintlich sichere Ordnung der Weisen durcheinander.
Die erzürnten Weisen wandten ihre rituelle Kraft gegen Shiva. Ein Tiger trat hervor; Shiva bezwang ihn und legte dessen Fell um. Eine Schlange wurde gegen ihn geschickt; er nahm sie an und trug sie als Schmuck. Schließlich erschien die zwergenhafte Gestalt Apasmara, die im Tanzbild unter seinem Fuß liegt, ein Sinnbild der Unwissenheit und geistigen Verblendung. Was als Angriff gedacht war, konnte den göttlichen Tänzer nicht binden. Die bedrohlichen Kräfte wurden in sein Bild aufgenommen, und Shiva begann zu tanzen. Die Weisen erkannten, dass nicht ihr stolzer Anspruch die Welt trägt, sondern eine göttliche Wirklichkeit, die ihr Wissen übersteigt.[2]
Patanjali und Vyaghrapada in Tillai
Die Überlieferung erzählt, dass zwei große Verehrer sich danach sehnten, den Tanz Shivas selbst zu schauen: der Weise Vyaghrapada, „der mit den Tigerfüßen“, der Shiva täglich mit frischen Blumen verehrte und sich dafür Tigerkrallen erbat, um auch in der Dunkelheit auf die Bäume klettern zu können, und Patanjali, der als Verkörperung der göttlichen Schlange Adishesha gilt. Beide übten in Tillai, dem heutigen Chidambaram, lange Askese. Schließlich tanzte Shiva vor ihnen in der goldenen Halle den Tanz der Glückseligkeit, den Ananda Tandava.
So wurde der heilige Ort zum Raum einer Antwort. Shiva tanzt, und seine Verehrer empfangen Darshan. In der Sprache der Bhakti ist dies eine Begegnung, in der die Liebe des Suchenden und die Gnade des Gesuchten zusammenkommen. Die goldene Halle ist dabei mehr als eine kostbare Architektur. Sie lädt dazu ein, auch das eigene Herz als Ort göttlicher Gegenwart zu betrachten.
Der Tanzwettstreit mit Kali
Die Geschichte vom Tanzwettstreit zwischen Shiva und Kali, die Swami Sivananda erzählt, wird besonders in Tiruvalangadu in Tamil Nadu überliefert. Dort, so heißt es, erhob Shiva im Urdhva Tandava sein Bein senkrecht zum Himmel, eine Haltung, die Kali nicht nachahmen konnte, und gewann so den Wettstreit. In Tiruvalangadu lebte auch die große Heilige Karaikkal Ammaiyar, die den Tanz Shivas in ihren Liedern besang und nach der Überlieferung zu seinen Füßen sitzend für immer seinen Tanz schaut.
Der Tanz mit dem erhobenen rechten Fuß
Auch die Bemerkung Swami Sivanandas, dass Nataraja einmal mit erhobenem rechten Bein tanzte, hat ihre Legende. Im Tempel von Madurai bat ein frommer Pandya-König Shiva, das Bein zu wechseln, weil er fürchtete, der Gott müsse vom ewigen Tanzen auf demselben Bein müde werden. Shiva erfüllte ihm die Bitte. Deshalb tanzt Nataraja in der Silbernen Halle von Madurai mit erhobenem rechtem Fuß, anders als in fast allen anderen Darstellungen.
Die Tänze Shivas
Die Tradition kennt viele Tänze Shivas. Zu den wichtigsten gehören:
- Ananda Tandava, der Tanz der Glückseligkeit, den Shiva in Chidambaram tanzt. Er ist die bekannteste Form des Nataraja.
- Rudra Tandava oder Samhara Tandava, der wilde Tanz der Auflösung am Ende eines Weltzeitalters, in dem das Universum vergeht.
- Urdhva Tandava, der Tanz mit dem senkrecht erhobenen Bein, mit dem Shiva Kali besiegte.
- Sandhya Tandava, der Abendtanz, den Shiva nach der Überlieferung in der Dämmerung auf dem Kailash vor den Göttern tanzt.
Die klassische Tanzlehre unterscheidet zwischen dem kraftvollen, männlichen Tanz Tandava, den Shiva tanzt, und dem anmutigen, weiblichen Tanz Lasya, den Parvati tanzt. Zusammen bilden sie die Einheit von Shiva und Shakti.
Chidambaram: Die Heimat des tanzenden Shiva
Der Tempel von Chidambaram
Das Zentrum der Nataraja-Verehrung ist der Tempel von Chidambaram, im alten Tamil Tillai genannt. Für die Verehrer Shivas in Tamil Nadu ist er einfach „der Tempel“ (Koyil). Im Herzen des Tempels liegt die Chit Sabha („Halle des Bewusstseins“) mit dem goldenen Dach der Kanaka Sabha („Goldene Halle“), in der Nataraja mit Shivakami verehrt wird.
Der Name Chidambaram bedeutet „Raum des Bewusstseins“ (chit = Bewusstsein, ambara = Raum, Himmel). Chidambaram gilt als der Tempel des Elementes Raum (Akasha) unter den fünf Element-Tempeln Shivas. Das große Geheimnis des Tempels ist das sogenannte Chidambara Rahasyam: Neben dem Bild des Nataraja hängt ein Vorhang, und wenn er beiseitegezogen wird, sieht man nur einen leeren Raum, mit goldenen Blättern geschmückt. Er steht für das formlose, grenzenlose Bewusstsein, aus dem der Tanz hervorgeht. So zeigt Chidambaram beides: Gott mit Form, den tanzenden Shiva, und Gott ohne Form, den leeren Raum des Bewusstseins.
Im selben Tempelbezirk steht auch ein Schrein für Vishnu als Govindaraja, der zu den 108 heiligen Stätten des Srivaishnavismus gehört. So ist Chidambaram ein Ort, an dem Shiva- und Vishnu-Verehrung nebeneinander leben.
Die fünf Tanzhallen
Die tamilische Überlieferung kennt fünf Hallen (Pancha Sabhai), in denen Shiva tanzt:
- Kanaka Sabha, die Goldene Halle, in Chidambaram,
- Rajata Sabha oder Velli Ambalam, die Silberne Halle, in Madurai,
- Tamra Sabha, die Kupferne Halle, in Tirunelveli,
- Ratna Sabha, die Halle der Edelsteine, in Tiruvalangadu,
- Chitra Sabha, die Halle der Bilder, in Kutralam.
Die Verehrung Natarajas
Feste
Die wichtigsten Feste des tanzenden Shiva werden in Chidambaram gefeiert:
- Arudra Darshanam oder Tiruvadirai, im tamilischen Monat Margazhi (Dezember/Januar), wenn der Mond im Sternbild Ardra steht. An diesem Tag wird Nataraja in einer großen Prozession aus dem Tempel getragen, und Tausende kommen, um seinen Tanz zu schauen.
- Ani Tirumanjanam, im Monat Ani (Juni/Juli), mit einem großen Salbungsritual.
- Natyanjali, ein Tanzfestival rund um Shivaratri, bei dem Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Indien im Tempel von Chidambaram ihren Tanz Nataraja darbringen.
Nataraja wird in Chidambaram nur sechsmal im Jahr mit einer großen Salbung (Abhisheka) verehrt; die tägliche Verehrung gilt dem kleinen Kristall-Lingam und der Nataraja-Figur mit Lichtern, Gesang und Rezitation.
Die Priester von Chidambaram
Die Verehrung im Tempel von Chidambaram liegt seit alter Zeit in den Händen einer besonderen Priestergemeinschaft, der Dikshitars. Nach der Überlieferung kamen sie als „die dreitausend Brahmanen von Tillai“ mit Shiva selbst vom Kailash. Der Heilige Sundarar beginnt sein berühmtes Tiruttondattokai mit der Verneigung vor ihnen: „Ich bin der Diener der Diener der Brahmanen, die in Tillai wohnen.“
Die Chola-Bronzen
Die weltberühmten Nataraja-Bronzen entstanden vor allem unter den Chola-Königen vom 10. bis zum 12. Jahrhundert im Wachsausschmelzverfahren. Eine große Förderin dieser Kunst war die Königin Sembiyan Mahadevi, die Gattin des Königs Kandaradittar, der selbst einen Hymnus auf den Tanz von Chidambaram dichtete. Die Chola-Bronzen des Nataraja gehören heute zu den kostbarsten Werken der Museen in aller Welt.
Nataraja und der indische Tanz
Nataraja ist der Schutzgott der klassischen indischen Tanzkunst, besonders des Bharatanatyam. Nach dem Natyashastra, dem alten Lehrbuch der Schauspiel- und Tanzkunst, ist der Tanz ein Geschenk Shivas an die Menschen. An den Tortürmen des Tempels von Chidambaram sind die 108 Grundbewegungen (Karanas) des klassischen Tanzes in Stein gemeißelt. Viele Tänzerinnen und Tänzer haben in ihren Übungsräumen eine Nataraja-Figur und verneigen sich vor ihr, bevor sie tanzen.
Nataraja am CERN
2004 schenkte die indische Regierung dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf eine zwei Meter hohe Nataraja-Statue. Sie erinnert an die Verbindung, die der Physiker Fritjof Capra in seinem Buch Das Tao der Physik gezogen hat: Wie Shiva in seinem Tanz, so befinden sich auch die kleinsten Teilchen der Materie in einem unaufhörlichen Tanz des Entstehens und Vergehens.

Nataraja in den heiligen Schriften
Appar: Wer diesen Fuß schaut
Der Heilige Appar besang den tanzenden Shiva von Tillai in einem der berühmtesten Verse des Tevaram. Nach der gebräuchlichen Textfassung lautet er:
- குனித்த புருவமும் கொவ்வைச் செவ்வாயிற் குமிண் சிரிப்பும்
- பனித்த சடையும் பவளம்போல் மேனியிற் பால்வெண்ணீறும்
- இனித்த முடைய எடுத்தபொற் பாதமும் காணப் பெற்றால்
- மனித்தப் பிறவியும் வேண்டுவ தேயிந்த மாநிலத்தே.
- kuṉitta puruvamum kovvaic cevvāyil kumiṇ cirippum
- paṉitta caṭaiyum pavaḷampōl mēṉiyil pālveṇṇīṟum
- iṉitta muṭaiya eṭuttapoṟ pātamum kāṇap peṟṟāl
- maṉittap piṟaviyum vēṇṭuva tēyinta mānilattē.
Die geschwungene Braue, das sanfte Lächeln auf roten Lippen, das kühle, verfilzte Haar, die milchweiße Asche auf dem korallenroten Leib und den süßen, erhobenen goldenen Fuß: Wenn man dies schauen darf, dann lohnt es sich sogar, als Mensch auf dieser großen Erde geboren zu werden.
Eigene Übersetzung. Der Vers ist bemerkenswert: Während viele spirituelle Traditionen die Befreiung aus dem Kreislauf der Geburten ersehnen, sagt Appar, dass die Schau des tanzenden Shiva selbst eine menschliche Geburt wünschenswert macht.
Die Shiva Sutras: Das Selbst ist der Tänzer
Auch im Kaschmir-Shivaismus hat das Bild des Tänzers eine tiefe philosophische Bedeutung. In den Shiva Sutras heißt es:
- नर्तक आत्मा ॥ रङ्गोऽन्तरात्मा ॥ प्रेक्षकाणीन्द्रियाणि ॥
- nartaka ātmā. raṅgo 'ntarātmā. prekṣakāṇīndriyāṇi.
Das Selbst ist der Tänzer. Die innere Seele ist die Bühne. Die Sinne sind die Zuschauer. (Shiva Sutras 3.9–3.11)
Der Tanz Shivas ist hier nicht nur ein Geschehen im Kosmos, sondern das Spiel des eigenen, göttlichen Selbst, das sich in allen Erfahrungen zeigt.
Der Nataraja-Hymnus des Patanjali
Die Überlieferung schreibt Patanjali einen Hymnus auf den tanzenden Shiva zu, das Charana-Shringa-Rahita Nataraja Stotra, dessen Besonderheit ist, dass seine Verse ohne lange Vokale auskommen. Er beginnt mit den Worten:
- सदञ्चित-मुदञ्चित-निकुञ्चित-पदं झलझलं-चलित-मञ्जु-कटकम्
- sadañcita-mudañcita-nikuñcita-padaṃ jhala-jhalaṃ-calita-mañju-kaṭakam
Sinngemäß: „(Ich verehre den Tänzer,) dessen Fuß sich im Tanz beugt, hebt und senkt und dessen anmutige Fußreifen dabei klingen …“ Der Klang der Verse ahmt den Rhythmus des Tanzes nach.
Weitere Texte
- Das Tirumantiram von Tirumular beschreibt den Tanz Shivas als Tanz, der überall stattfindet: im Kosmos, im Körper und in der Seele.
- Manikkavacakar verbrachte seine letzten Jahre in Chidambaram und besang Nataraja in vielen Hymnen des Tiruvasagam.
- Die Chidambaram Nataraja Stuti ist ein Sanskrit-Hymnus auf den Herrn von Chidambaram.
- Der Chola-König Kandaradittar und die Dichter des Tiruvisaippa, wie Tirumaligai Tevar, Karuvur Tevar, Tiruvali Amutanar und Purudottama Nambi, widmeten Nataraja zahlreiche Hymnen.
Mantras und Kirtans zu Nataraja
Om Namah Shivaya
Das wichtigste Mantra zur Verehrung Natarajas ist das Panchakshara Mantra Om Namah Shivaya, dessen fünf Silben nach der oben beschriebenen Deutung die Gestalt des tanzenden Shiva bilden.
Nataraja Nataraja Shivananda (Kirtan 254)
Im Yoga Vidya Kirtanheft findet sich unter der Nummer 254 der Kirtan Nataraja Nataraja:
- नटराज नटराज शिवानन्द नटराज ।
- शिवराज शिवराज शिवानन्द शिवराज ॥
- naṭa-rāja naṭa-rāja śivānanda naṭa-rāja
- śiva-rāja śiva-rāja śivānanda śiva-rāja
König des Tanzes, König des Tanzes, du voller Glückseligkeit, König des Tanzes; König Shiva, König Shiva, du voller Glückseligkeit, König Shiva.
Sukadev erklärt dazu: Mögen wir mit Shiva zusammen tanzen, mögen wir mit Shiva zusammen spielen, mögen wir nicht festhalten, denn es geht immer weiter.
Nataraja Nataraja Nartana Sundara (Kirtan 260)
Ein weiterer beliebter Kirtan, im Yoga Vidya Kirtanheft unter der Nummer 260:
- Nataraja Nataraja, Nartana Sundara Nataraja
- Shivaraja Shivaraja, Shivakami Priya Shivaraja
- Chidambaresha Nataraja ...
König des Tanzes, du schöner Tänzer, König des Tanzes; König Shiva, Geliebter der Shivakami, König Shiva; Herr von Chidambaram, König des Tanzes …
Kirtan-Videos von Yoga Vidya
Nataraja – Mantrasingen mit Sundaram im Satsang, Sivananda-Saal Bad Meinberg
Nataraja Nataraja Nartana Sundara – Erläuterungen und Übersetzung mit Sukadev (Kirtan 260)
Nataraja und Yoga
Patanjali, der Zeuge des Tanzes
Für Yoga-Übende ist es bedeutsam, dass die Überlieferung ausgerechnet Patanjali, den Verfasser der Yoga Sutras, zum Zeugen des Tanzes Shivas macht. Die Verbindung zeigt, dass Yoga und die Verehrung Gottes zusammengehören: Der Weg der Stille und der Meditation führt zur Schau des göttlichen Tanzes, und der Tanz führt zurück in die Stille des Bewusstseins.
Natarajasana, die Tänzerstellung
Die Asana Natarajasana, die Tänzerstellung, ist nach Nataraja benannt. Man steht auf einem Bein, greift mit der Hand den nach hinten angehobenen Fuß und streckt den anderen Arm nach vorne. Die Stellung verbindet Kraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Anmut. Wer sie übt, kann sich innerlich mit dem Tanz Shivas verbinden: in der äußeren Bewegung die innere Ruhe finden.
Mittanzen statt festhalten
Wie Sukadev oben erklärt, lädt Nataraja dazu ein, mit dem Tanz des Lebens mitzutanzen, statt sich an Vergängliches zu klammern. Alles verändert sich, und der Yoga lehrt, den Wandel anzunehmen und dabei im unwandelbaren Selbst zu ruhen. Das ruhige Gesicht des tanzenden Shiva ist das schönste Bild dafür: inmitten aller Bewegung vollkommene Gelassenheit.
Mitten in der Bewegung
Für den Betrachter kann gerade das ruhige Gesicht des tanzenden Shiva tröstlich sein. Ringsum ist Bewegung, doch die Mitte des Bildes verliert ihre Sammlung nicht. Das ist keine Aufforderung, Leid gleichgültig hinzunehmen. Es ist eine Einladung, im Wandel einen Grund zu suchen, aus dem klares und gütiges Handeln möglich wird. Vielleicht beginnt diese Suche sehr unscheinbar: mit einem ruhigen Atemzug vor einer schwierigen Antwort.
Der Spirituelle Name Nataraja
Nataraja, Sanskrit नटराज naṭarāja m, ist ein Spiritueller Name und bedeutet König der Tänzer, Bezeichnung Shivas. Nataraj kann Aspiranten gegeben werden mit Shiva Mantra.
Shiva in einer seiner bekanntesten Formen ist Nataraja, d.h. er tanzt den kosmischen Tanz des Entstehens und des Vergehens. Wenn du Nataraja heißt dann soll das heißen, du willst den Tanz Shivas mittanzen, du siehst dich selbst als Schauspieler im kosmischen Schauspiel, alles kommt, alles geht. Wenn du irgendwo festhältst, dann wirst du zertreten, wenn du aber mittanzt, dann ist der Tanz des Lebens etwas Wunderschönes.
Immer wieder tanze von neuem, immer wieder lasse los, immer wieder siehe hinter allem den Tanz Shiva, siehe hinter allem das kosmische Schauspiel.
In welchen Traditionen die Nataraja-Verehrung besonders wichtig ist
- Tamilischer Shivaismus und Shaiva Siddhanta: Für die tamilischen Shiva-Verehrer ist Chidambaram der wichtigste Tempel überhaupt, und Nataraja ist die zentrale Gestalt ihrer Frömmigkeit. Die Nayanars besangen ihn in unzähligen Hymnen des Tirumurai, und die Lehrer des Shaiva Siddhanta wie Umapati Shivacharya, selbst Priester in Chidambaram, deuteten seinen Tanz philosophisch.
- Die Priester von Chidambaram: Die Gemeinschaft der Dikshitars pflegt seit Jahrhunderten die Verehrung Natarajas nach vedischem Ritus.
- Die tamilischen Siddhas: Tirumular und andere Siddhas sahen im Tanz Shivas ein Bild für die Vorgänge im Kosmos und im menschlichen Körper.
- Kaschmir-Shivaismus: Hier steht weniger das Tempelbild im Vordergrund als die philosophische Deutung: Das Selbst ist der Tänzer, die Welt sein Spiel.
- Die klassische indische Tanzkunst: Für Bharatanatyam und andere klassische Tanzformen ist Nataraja der Schutzgott und das Urbild des Tänzers.
- Die tamilische Diaspora: In Sri Lanka, Malaysia, Singapur und weltweit verehren tamilische Gemeinden Nataraja, besonders an Arudra Darshanam.
- Die Sivananda-Tradition und Yoga Vidya: In den Kirtans der Sivananda-Tradition wird Nataraja häufig besungen. Swami Sivananda widmete ihm in seinem Buch Lord Shiva and His Worship ein eigenes Kapitel. In den Satsangs von Yoga Vidya werden Nataraja-Kirtans regelmäßig gesungen, und im Hatha Yoga erinnert die Tänzerstellung an ihn.

Anregungen für Yoga und Meditation
- Nataraja-Betrachtung: Betrachte ein Bild des tanzenden Shiva. Gehe mit dem Blick langsam über die Trommel, das Feuer, die schützende Hand, den erhobenen Fuß, und lasse ihn dann auf dem ruhigen Gesicht verweilen. Spüre die Stille inmitten der Bewegung.
- Natarajasana mit Hingabe: Übe die Tänzerstellung und widme sie Shiva. Nimm wahr, wie Gleichgewicht nur aus innerer Ruhe entsteht.
- Das Selbst ist der Tänzer: Beobachte in einer Meditation, wie Gedanken, Gefühle und Empfindungen auf der „Bühne“ deines Bewusstseins tanzen. Du bist der stille Zeuge dieses Tanzes.
- Kirtan singen: Singe den Kirtan „Nataraja Nataraja Shivananda Nataraja“ und lass dich vom Rhythmus tragen. So wird der Yoga zu einem Tanz der Freude.
- Mittanzen im Alltag: Suche heute in einer bewegten Situation einen Augenblick gesammelter Freundlichkeit, statt dich gegen den Wandel zu stemmen.
Häufige Fragen zu Nataraja
Was bedeutet Nataraja?
Nataraja bedeutet „König der Tänzer“ oder „König des Tanzes“. Es ist ein Name Shivas als kosmischer Tänzer.
Was symbolisiert der tanzende Shiva?
Der Tanz Natarajas symbolisiert die fünf göttlichen Tätigkeiten: Schöpfung (Trommel), Erhaltung (schützende Hand), Auflösung (Feuer), Verhüllung (der Fuß auf dem Zwerg der Unwissenheit) und Gnade (der erhobene Fuß).
Wer ist der Zwerg unter Natarajas Fuß?
Der Zwerg heißt Apasmara oder im Tamil Muyalakan. Er verkörpert Unwissenheit, Vergessen und Ichbezogenheit, die Shiva durch seinen Tanz überwindet.
Wo wird Nataraja besonders verehrt?
Vor allem im Tempel von Chidambaram in Tamil Nadu, außerdem in den fünf Tanzhallen Shivas in Madurai, Tirunelveli, Tiruvalangadu und Kutralam und in fast allen Shiva-Tempeln Südindiens.
Was hat Nataraja mit Yoga zu tun?
Die Überlieferung macht Patanjali, den Verfasser der Yoga Sutras, zum Zeugen des Tanzes Shivas. Die Tänzerstellung Natarajasana ist nach Nataraja benannt, und der Tanz lehrt, im Wandel das unwandelbare Selbst zu erkennen.
Warum steht eine Nataraja-Statue am CERN?
Die indische Regierung schenkte sie 2004 dem Forschungszentrum. Sie erinnert an die Verbindung zwischen dem kosmischen Tanz Shivas und dem Tanz der Elementarteilchen, die Fritjof Capra in Das Tao der Physik beschrieben hat.
Weitere Videos
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Siehe auch
- Natamra
- Natya
- Shivalinga
- Sati
- Parvati
- Bhairava
- Karttikeya
- Markandeya
- Shiva Puja
- Shiva Archanam
- Shivaratri
- Shivapriya
- Shivaksha
- Shivadruma
- Shiveshta
- Nilakantha
- HYP Jahresgruppe
- Sanskrit Kurs Lektion 1
- Chidambaram
- Natarajasana
- Nataraja Nataraja
- Patanjali
- Vyaghrapada
- Karaikkal Ammaiyar
- Dakshinamurti
- Tandava
- Om Namah Shivaya
- Appar
- Manikkavacakar
- Tirumular
Literatur
- Götter und Göttinnen im Hinduismus von Swami Sivananda
- Die Bildersprache des Hinduismus
- SHIVA - Der wilde, gütige Gott von Wolf-Dieter Storl
- Swami Sivananda: Lord Shiva and His Worship. Divine Life Society, Rishikesh.
- Ananda K. Coomaraswamy: The Dance of Śiva. New York 1918.
- Fritjof Capra: Das Tao der Physik. Scherz, Bern 1977.
Einzelnachweise
- ↑ Ananda K. Coomaraswamy: The Dance of Śiva, 1918, gleichnamiger Essay und dort angeführte tamilische Überlieferungen.
- ↑ Coomaraswamy: The Dance of Śiva, 1918, Nacherzählung der Darukavana- und Tillai-Überlieferung.
Weblinks
- Texte über Shiva
- Bilder von Shiva
- Shiva Bhajans
- Nataraja Nataraja, Kirtan 254: Text, Übersetzung, Videos und mp3
- Nataraja Nataraja Nartana Sundara, Kirtan 260: Text, Übersetzung und mp3
- Chidambaram Nataraja Stuti, Sanskrit-Hymnus
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