Magenschleimhautentzündung

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Magenschleimhautentzündung, auch "Gastritis" genannt, ist die Entzündung der Magenschleimhaut. Yoga bietet verschiedene Hilfsmittel, um diese zu überwinden.

Yoga bietet verschiedene Hilfsmittel, um eine Magenschleimhautentzündung zu überwinden.

Beschreibung

Die Magenschleimhaut ist eine Schutzschicht aus Schleim. Im Magen wird der Speisebrei weiter verarbeitet. Der Magen zieht sich zusammen und zerkleinert den Speisebrei. Im Magen wird Salzsäure dazugegeben bzw. Magensäure, Magensaft. Der Magensaft soll die Bakterien abtöten und hilft auch beim Beginn der Eiweißverdauung.

Die Magenwand braucht eine Schutzschicht aus Schleim, damit der Magensaft die Magenwand nicht zersetzt. Die Magenwand braucht also die Magenschleimhaut, die verhindern kann, dass die Magensäure die Wand mitverdaut und die Verdauungsenzyme im Magen wirksam werden. Wenn die Schleimschicht durch unterschiedliche Faktoren geschädigt oder zu viel Magensäure produziert wird, dann greift die aggressive Magensäure die Magenschleimhaut an und so entwickelt sich eine Gastritis.

Es gibt die akute Gastritis und auch die chronische Gastritis. Die Magenschleimhautentzündung führt zu heftigen Schmerzen im Oberbauch und auch im Rücken. Sie kann zu Übelkeit und Appetitmangel führen. Die chronische Magenschleimhautentzündung entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Es gibt verschiedene Typen von Gastritis.

Es gibt Gastritis Typ A, Typ B und Typ C. Typ A ist selten und betrifft die Autoimmunerkrankungen, wird also selbst vom Körper verursacht. Dann gibt es Typ B, der durch Bakterien, durch „Helicobacter pylori“ entsteht und dann gibt es noch Typ C, eine chemisch toxische Gastritis, die durch Substanzen erzeugt wird, die schädigend auf die Magenschleimhaut wirken. Typ C wird insbesondere durch Schmerzmittel und andere Medikamente erzeugt. Chronische Magenschleimhautentzündung, ebenso wie auch akute Magenschleimhautentzündung, kann auch zu „Ulcus“, einem Magengeschwür, führen.

Behandlung einer Magenschleimhautentzündung

Es gibt verschiedene Formen von Behandlungen. Je nach Ursache kann man auf unterschiedliche Weise behandeln. Grundsätzlich ist es bei jeder Form von Magenschleimhautentzündung hilfreich, nicht zu viel zu essen, nicht zu viele verschiedene Dinge auf einmal zu essen. Man sollte gesund essen, auf Fisch und Fleisch verzichten, nicht rauchen und keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen.

Zu scharfe, zu fette und gebratene Speisen sollte man meiden und man sollte insbesondere bestimmte Schmerzmittel vermeiden, insbesondere nicht-steroidale Antirheumatika z.B. Aspirin, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac. Es gibt bestimmte Speisen, die zum Schutz der Magenschleimhaut helfen wie Leinsamen oder indische Flohsamen. Es ist wichtig, genügend zu trinken.

Es gibt bestimmte beruhigende Tees für die Magenschleimhaut. Es gibt verschiedene Formen der medikamentösen Behandlung und es gibt auch verschiedene Formen von weiteren Behandlungen, auf die ich jetzt nicht weiter eingehen will. Magenschleimhautentzündungen, wenn sie nicht zu schlimm sind, können auch durch Phytopharmaka, also mit Pflanzenmitteln, behandelt werden. Es gibt auch die Antibiotika Behandlung und andere Behandlungen.

Vom Yogastandpunkt aus würde man empfehlen, regelmäßig Kunjar Kriya, Agni Sara und Uddiyana Bandha zu üben um den Bauchbereich zu harmonisieren. Tiefenentspannung und Meditation sind ebenfalls sehr hilfreich. Der Magen kann durch zu viel Stress und psychische Unruhe gereizt werden.

Man weiß, dass die Verdauungsorgane durch Stress beeinflusst werden. Wenn man also stressüberwindende Maßnahmen anwendet wie z.B. Tiefenentspannung, Autogenes Training und Meditation, dann hilft das auch den Verdauungsorganen und damit auch dem Magen. Das lange Halten der Vorwärtsbeuge beruhigt den Magen.

Auch tiefe Bauchatmung kann helfen, insbesondere ruhiges Ausatmen, den ganzen Bauchbereich zu beruhigen. Das sind aber zusätzliche Tipps zu dem, was man vielleicht von einem Arzt oder Heilpraktiker erfährt. Wer eine echte Magenschleimhautentzündung hat, braucht zunächst einmal eine Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Die weiteren Empfehlungen wie Ernährung, Yogaübungen, Kriyas und Bauchatmung können zusätzlich hilfreich sein.

Magenschleimhautentzündung Video

Hier kannst du ein kurzes Vortragsvideo anschauen über Magenschleimhautentzündung:

Diese Video Abhandlung mit dem Gegenstand Magenschleimhautentzündung kann dir vielleicht Kraft geben, so zu leben, dass Krankheit nicht so schnell kommt.

Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Yoga

Gastritis heißt wörtlich „Magenentzündung“, aber es ist konkret die Magenschleimhaut entzündet.

Aufgabe des Magens

Der Magen hat als Funktion Nahrung aufzubewahren, dabei werden Magensäfte dazugegeben – diese Salzsäure tötet Bakterien. Ebenfalls kommen Enzyme in den Magen dazu und helfen bei der Eiweißvorverdauung. Danach walkt der Magen alles durch, er zerkleinert es, und anschließend geht der Speisebrei weiter in den Zwölffingerdarm. Im Magen gibt es den oberen Pförtner, der dafür sorgt, dass Nahrung nur hineinkommt und nicht mehr nach oben zurückfließt, und den unteren Pförtner, der dafür sorgt, dass die Nahrung weiter in den Zwölffingerdarm fließt, und zwar in den Mengen, die der Zwölffingerdarm vertragen kann. Die Salzsäure im Magen ist eine aggressive Säure, die Eiweiße zersetzen kann. Damit der Magen sich nicht selbst zersetzt, hat er eine Schleimhaut, welche aber beschädigt sein kann. Wenn diese beschädigt ist, dann entzündet sie sich und daraus wird eine Magenschleimhautentzündung. Sie kann zu Geschwüren führen, bei denen Teile des Magens so sehr beschädigt sind, dass die Geschwüre anfangen weh zu tun. Im Schlimmsten Fall könnte dies zum Magendurchbruch führen, glücklicherweise geschieht so etwas ausgesprochen selten. Allerdings kann es ausgesprochen schmerzhaft sein. Weder Entzündung noch Magengeschwüre müssen nicht unbedingt im Magen direkt spürbar sein, sondern sie können sich auch im oberen Rücken bemerkbar machen, die den Erkrankten schon früh morgens wecken, und krampfartige Schmerzen im späteren Verlauf des Tages ankündigen.

Welche Ursachen hat die Magenschleimhautentzündung

Wie so vieles in der Medizin sind die Ursachen unbekannt. Es scheint ein genetisches Risiko zu geben, also wenn deine Eltern oder Großeltern Magenschleimhautprobleme hatten, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du es auch entwickelst. Daran kannst du erst einmal nichts ändern. Man weiß, dass eine Ursache die Ernährung ist. Es gibt bestimmte Ernährungsformen, die die Magenschleimhautentzündung begünstigen, zum Beispiel ein hoher Eiweißgehalt in der Ernährung. Wer in der Kindheit und Jugend viel Fleisch gegessen hat, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, diese Krankheit zu entwickeln. Dann ist leider die Magenschleimhaut sensibler geworden, auch wenn du danach deine Ernährung auf Vegetarismus umstellst. Trotzdem ist eine der effektivsten Maßnahmen Vegetarier oder Veganer zu werden. Auch in meiner Familie ist die genetische Veranlagung da, sie wurde aber durch Umstellung auf vegetarische und vegane Kost bei den betroffenen Familienmitgliedern geheilt.

Was hilft gegen eine Magenschleinhautentzündung

Was kann man schulmedizinisch dagegen tun, und was vom Yogastandpunkt her? Es sollte auf jeden Fall die Ernährung umgestellt werden. Ein weiterer Aspekt ist die Psyche. Eine Studie legte dar, dass sich bei Ärger der Magen von innen her rot verfärbt. Die Psyche spielt also eine große Rolle und somit ist es wichtig zu lernen mit Stress, Ärger und Frust umzugehen. Schulmedizinisch werden auch Säurebinder verwendet. Wenn man diese nimmt, führt es allerdings dazu, dass der Körper die Säureproduktion noch weiter erhöht. So gibt es seit einigen Jahren die Protonenhemmer eingesetzt wie Omeprazol. Es gibt drei Medikamente dieser Gruppen, die verhindern die Salzsäuresekretion im Magen. Wenn keine Salzsäure ausgeschüttet wird, dann gibt es auch keine Magenschleimhautentzündung. Es gibt auch Medikamente die zur Magenschleimhautentzündung führen können, dazu gehört Aspirin, Ibuprofen und andere. Eine Weile dachte man, man hätte mit den Protonenhämmern die Magenschleimhautentzündung überwunden, doch man weiß, dass sie das ganze Leben lang genommen werden müssen, und sie jedoch leider Nebenwirkungen haben. Da sie die Salzsäureausschüttung reduzieren oder sogar abstellen, ändert sich im ganzen Darmtrakt das Biom, und das kann dann zu Darmflorastörungen führen. Vitamin B12 und D Vitamine werden schlechter absorbiert, was langfristig zu Osteoporose führen kann und manche Medikamente werden daraufhin anders verstoffwechselt. Es ist also nicht der Weisheit letzter Schluss. Es gab auch noch die Theorie, dass Heliobacter pylori für Magenschleimhautentzündung, Magen – und Zwölffingerdarmgeschwüre verantwortlich ist, und tatsächlich haben die Erkrankten auch eine übermäßige Besiedlung durch diese Bakterie. Man behandelte mit Antibiotika und Protonenhemmern. Fast jeder Mensch hat jedoch einen Verdauungstrakt, der mit Heliobacter Pylori besiedelt ist, und deshalb kam die Überbesiedlung und die Magenschleimhautentzündung nach einer Weile wieder. Am Klügsten ist mit Naturheilmitteln anzufangen, und wenn es schlimmer wird, dann muss man vielleicht einige Tage die Protonenhemmer nehmen, am besten Morgens eine halbe bis eine Stunde vor der ersten Mahlzeit. Nach 2-3 Tagen kann man es vielleicht schon wieder absetzen. In der Zeit in der man es nimmt, kann man Vitamin D und B12 dazunehmen und durch Blutabnahme kontrollieren. Um Gastritis und Magengeschwüren vorzubeugen gibt es auch Tipps vom yogischen Standpunkt her. Früher hat man gesagt, viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen und weniger große, aber heute weiß man zwischen 2 Mahlzeiten längere Zeit nichts zu essen ist am besten. Das intermittierende Fasten, also zwischen letzter Mahlzeit am Abend und erster am Morgen 12 Stunden Zeit zu lassen hilft, dass sich die Schleimhaut regenerieren kann und ruht. Wenn du uns in einem Yoga Vidya Semniarhaus besuchst, ist die letzte Mahlzeit um 18.00 und die erste morgens um 11.00 Uhr. Zwischen 19.00 Uhr und 11.00 Uhr sind sogar 16 Stunden dazwischen. Bei der Mahlzeit sollte der Magen nur zur Hälfte mit fester Nahrung gefüllt werden, zu einem Viertel mit Flüssiger Nahrung, und ein Viertel Platz lassen für die Bewegung des Magens. Dabei sollte man darauf achten nicht zu viele Nahrungsmittel zu mischen. Es helfen Bitterkräuter wie Wermut, Leinsamenschrot oder auch die Superfoods wie indische Flohsamen oder Chiasamen. Kartoffelsaft ist hilfreich, Eibischwurzel kalt eingesetzt wirkt heilend für alle Schleimhäute. Vom Ayurvedischen Standpunkt aus sollte Pitta reduziert werden. Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind alles eine Übersteuerung von Pitta. Um Pitta zu reduzieren, sollte man Stress in den Griff bekommen, Leistungsgedanken reduzieren, Bauchatmung praktizieren, Meditation, Tiefenentspannung, beruhigende Yogaübungen und langes Halten zum Beispiel von der Vorwärtsbeuge und Drehsitz, Pranayama, und sanftes Kapalabhati. Pittaanregende Übungen sollte man weglassen wie Agni Sara, Schaukelbogen oder Pfau. In der Mittagspause sollte man eine Tiefenentspannung üben und ausreichend trinken. Zur Pittareduzierung soll man normalerweise eher kalte Getränke zu sich nehmen, dies wäre bei einer Magenerkrankung nicht angebracht, eher lauwarmer Kamillentee oder lauwarmes Wasser.

Kurzes Vortragsvideo zum Thema Magenschleimhautentzündung - Gastritis - Yoga hilft


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Siehe auch

Themen im Sinnkontext von Magenschleimhautentzündung

Begriffe aus den Gebieten Naturheilkunde, Anatomie, Medizin und Psychologie, die im weitesten Sinn etwas zu tun haben mit Magenschleimhautentzündung, sind zum Beispiel

Magenschleimhautentzündung gehört zu Themen wie Krankheiten, Medizin.


Erkrankungen des Verdauungssystems

Verwandte Begriffe und Stichwörter

Hier einige Begriffe aus verschiedenen Themengebieten, die mit Magenschleimhautentzündung in Verbindung stehen:

Hinweis Gesundheitsthemen

Dieser Artikel über Magenschleimhautentzündung enthält eventuell z.T. auch gesundheitsbezogene Themen. Die Infos hier sind nicht zur Selbstdiagnose oder Selbsttherapie, sondern als allgemeine Infos gedacht und können evtl. ein Gespräch mit Arzt oder Heilpraktiker bereichern. Bitte beachte auch den Gesundheitsthemen Hinweis.

Ergänzungen

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