Orakel

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Ein Orakel (lat.) bezeichnet eine mit Hilfe eines Rituals gewonnene transzendente, häufig göttliche Offenbarung. Zeichen sollen Zukunfts- oder Entscheidungsfragen beantworten helfen. Ein Meister antwortet allgemein seinem Schüler auch eher mit einem Zeichen schweigend. Ein Orakel ist die Bezeichnung für eine Institution, in der geweissagt wird. Manchmal ist ein Orakel aber auch die Bezeichnung für eine Person. Es kann auch eine Bezeichnung für eine Technik sein, mit der du in die Zukunft schauen kannst.

Eine beliebte Art zu orakeln sind heutzutage die Tarot-Karten

Orakel gab es bereits im alten Griechenland

Am bekanntesten ist das Orakel von Delphi, welches dem Apollo gewidmet war. Demnach gab es eine Priesterin, die sich in andere Bewusstseinsebenen gebracht hat und in der Trance in der Lage war, den Menschen etwas sagen zu können: Sei es, was in der Zukunft geschieht oder sei es, was das, was im Leben passiert, zu bedeuten hat. Das Orakel von Delphi hat oft in sehr kryptischen Worten gesprochen. So lebte einmal ein reicher König namens Krösus und der fragte, ob er in einen Krieg gegen die Perser ziehen solle. Dort hat das Orakel zu Delphi gesagt: „Wenn du einen bestimmten Fluss überquerst, wirst du ein großes Reich zerstören.“ Krösus hat daraufhin gedacht, dass dies bedeute, dass er gewinnen und das Perserreich besiegen werde. Er hat jedoch verloren und das Reich, das er zerstört hat, war letztlich sein eigenes Reich. So gibt es in der griechischen Mythologie und Sagenwelt verschiedene Geschichten, in denen das Orakel von Delphi eine Rolle spielte.

Man spricht auch manchmal von Menschen, die orakelhaft sprechen

Es ist also nicht ganz eindeutig, was er*sie meint. So bedeutet orakelhaft sprechen, in Rätseln zu sprechen. Das Orakel von Delphi hat ebenfalls öfters in Rätseln gesprochen. Im tibetischen Buddhismus gibt es zum Beispiel sogenannte Orakel, was dann Menschen sind, die befragt werden und dann Antworten geben. Auch der Dalai Lama befragt regelmäßig jemanden, der*die als Orakel bezeichnet wird. Dieses Orakel versetzt sich in einen anderen Bewusstseinszustand und kann dann dort sagen, was in der Zukunft geschieht und eben Empfehlungen geben, was man tun soll.

Techniken als Orakel

Es gibt aber auch Techniken, die man orakelhaft verwenden kann, wie zum Beispiel das I Ging. Das I Ging wird auch als Orakel verwendet. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann Münzen werfen, Schafgabenstängel nutzen oder man kann auch ein I Ging Buch aufschlagen und dann sehen, welche der 64 Möglichkeiten es dann sein kann. Man kann auch ein anderes Buch als Orakel nutzen. Wenn du vor einer Frage stehst, kannst du zum Beispiel ein Buch von Swami Sivananda nehmen. Dafür eignen sich etwa die Bücher „Inspiration und Weisheit“, „Sivananda Upanishad“ oder auch „Licht, Kraft und Weisheit“. Du hast eine Frage, öffnest das Buch und dann kannst du es wie ein Orakel nehmen und überlegen, wie das, was du gerade liest, auf deine Situation anwendbar sein könnte. Orakel müssen also nicht sehr konkret sein und sie prophezeien dir nicht spezifisch, du sollst dieses oder jenes machen. Ein Orakel muss auch nicht bewirken, dass du weißt, was passieren wird, etwa dass der Aktienkurs in den nächsten fünf Tagen um 20 Prozent steigen wird. Das müssen Orakel nicht machen. Vielmehr können Orakel eine Art Weisheit beinhalten, die du auf die jetzige Situation anwenden kannst. Unabhängig davon, ob du glaubst, dass man mit Orakeln in die Zukunft schauen kann, kann es doch eine gewisse Hilfe sein, Ereignisse kreativ von einer anderen Warte aus zu sehen. Wenn du zum Beispiel mit deinem Chef im Streit bist und du willst nun überlegen, wie du damit umgehst. Dann siehst du vielleicht eine Orakelkarte mit dem Spruch: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Dann könntest du diese als Anregung verstehen, vielleicht einfach etwas geduldiger zu sein. Es kann aber auch sein, dass du diese Karte liest und sich alles in dir dagegen wehrt. Dann weißt du: Du solltest nicht ruhig sein, sondern jetzt etwas sagen oder dir gegebenenfalls einen neuen Job suchen. So kannst du etwas nehmen, was du als Orakel nutzt – ob es nun Tarot, I Ging, ein Buch oder ein Kartenset mit Sprüchen, mit Engeln, Göttern oder was auch immer ist. Du könntest dann überlegen, wie du das, was du gerade gesehen oder gelesen hast, als Inspiration für das Thema, was dich jetzt gerade beschäftigt, anwenden kannst. Welche Orakel verwendest du? Gibt es etwas, was du regelmäßig verwendest? Dann schreibe es gerne in die Kommentare.

Die Kristallkugel

Video Orakel

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Orakel :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya.

Orakel Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Orakel :

Stoffsammlung zum Thema Orakel:

Beispiel "5. Je mehr wir die Gegenwart Gottes spüren umso freier sind wir" per Bibelstechen und auch hier: "Jeder der Sätze eignet sich als Einleitung einer Meditation (..) kann wie ein Orakel genutzt werden: Wenn man eine wichtige Frage hat, kann man die Augen schließen, an Swami Sivananda denken, dann das Buch öffnen und mit dem Finger auf eine bestimmte Stelle tippen. Wenn Du dann die Augen öffnest, gibt der Meister Dir einen wichtigen Denkanstoß, mit dem Du Dein Problem/Deine Entscheidung angehen kannst. „Göttliches Elixier“ ist auch wunderbar, um morgens seinen Tag zu beginnen. Jeder Satz ist wie ein Schluck(...) „Zaubertrank“[1]

Man fühlt sich möglicherweise freier ohne den letzten und folgenden Satz.

Zum Jahreswechsel veranstaltet jedermann zum Beispiel ein "Gummibär-Orakel" - eher Richtung Lachyoga... Oder: Wenn ich den Kopfstand fünf Minuten durch halte, dann... Während Hellsehen individuelle Intuition bedeutet, fragt das Orakel stets eine höhere Instanz. Das unterscheidet auch von der ungebeten erfolgenden Prophetie. Im erweiterten Sinn heisst auch der Ort, wo das Orakel gegeben wird, Orakel - beispielsweise sind das Heiligtümer wie Tempel; bekanntestes Beispiel: das Orakel von Delphi. Stichworte sind womögl. Wunder (folgt)

Orakel in verschiedenen Kulturen

Im Alten Ägypten wurden Orakel auch zu wichtigen juristischen Entscheidungen herangezogen.[1]

Im alten Israel: siehe Urim und Tummim Im antiken Griechenland: Delphi, Olympia, Dodona... In China: insbesondere Orakel mit im Feuer erhitzten Tierknochen sowie mit Schafgarbenstängeln. Im Staatskult der Römer versuchten die Pontifices und Flamines die Zukunft aus himmlischen Zeichen (Blitz u. Donner) oder dem Vogelflug zu ergründen. Die Haruspices erstellten Orakel, indem sie in den Eingeweiden der Opfertiere lasen (sogenannte Leberschau). Letzteres ging auf etruskische Traditionen zurück.

Tibet

Im Rahmen des tibetischen Kulturkreises findet man Orakel sowohl im Bön der vorbuddhistischen Religion Tibets, als auch in einigen Schulen des tibetischen Buddhismus.

Das erste Mal, dass im tibetischen Buddhismus eine weltliche Gottheit mit dem Körper eines Menschen vereinigt wurde, der als physisches Medium funktionierte, war im 8. Jahrhundert. Eines Tages vereinigte Padmasambhava vor dem König und seinen Ministern einen der vier großen Könige (die Beschützer der vier Richtungen, die oft an den Türen von tibetischen Tempeln dargestellt sind) mit dem Körper eines jungen Mannes. Indem er den Körper des Jungen als Medium benutzte, konnte die hellsehende Gottheit die Geister identifizieren, die Schwierigkeiten machten. Die Gottheit erklärte, dass der Geist Thangla für den Blitzschlag auf dem Marpori (dem roten Hügel, der später Sitz des Potala-Palastes wurde) verantwortlich war, und dass der Geist Yarla Shempo die Flut ausgelöst hatte, die den Phangthang-Palast wegschwemmte. Durch das Medium gab die Gottheit Vorhersagen und Ratschläge ab. In der Folge wurden auch andere Schutzgottheiten als Orakel zu Dienste gezogen. [2]

In der buddhistischen Gelug-Schule ist insbesondere das Nechung-Orakel bekannt. Die buddhistische Schutzgottheit Pekar, der ehemalige Schutzgeist des Klosters Samye (errichtet um 775), bedient sich, nach der Überlieferung, seit mehr als vier Jahrhunderten regelmäßig eines Mönchs als Medium, um zukünftige Geschehnisse vorherzusagen und um die tibetische Regierung durch Ratschläge zu leiten. Der als Medium dienende Mönch hat daher größtes Ansehen im Gelug-Orden. Aufgrund seiner häufigen, sehr kräftezehrenden Orakel-Trancen, hat er aber in aller Regel nur eine geringe Lebenserwartung. Das Nechung-Orakel ist heutzutage noch immer wichtigstes Staatsorakel [3] der tibetischen Exilregierung und des Dalai Lama. Es gibt mindestens ein weiteres Orakel, das einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt, das Orakel von Dorje Shugden. [4], [5].

Das wahrscheinlich erste und Originale Tarot

Abhängig von dem zu Rate gezogenen Orakel können die erhaltenen Prophezeiungen differieren. [6] Das tibetische Wort für Orakel ist Mo. [7]

Andere Formen

Moderne Formen sind das Orakel von Leipzig, das Orakel von Emmen und das Orakel von Hildesheim. Daneben gibt es auch sogenannte Orakel- oder Wahrsagekarten, die zum selben Zweck eingesetzt werden. Zu den bekanntesten gehören die Tarot-Karten, die in einer Vielzahl verschiedener Ausführungen gebräuchlich sind. Aus der germanischen Kultur sind Runen bekannte Vertreter.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Bonnet: Orakel, in: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Nikol Verlag Hamburg 2000 ISBN 3-937872-08-6 S. 560-564.
  • Jospeh Fontenrose: The Delphic Oracle. Its responses and operations with a catalogue of responses. University of California Press, Berkeley 1981, ISBN 0-520-04359-6
  • Mark Tatz, Jody Kent: "Karma". Durch Wiedergeburt zur Befreiung. Das tibetische Orakelspiel. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1978, ISBN 3-424-00636-X

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Jürgen König,

  1. Wolfgang Helck/Eberhard Otto: Orakel, in: Kleines Lexikon der Ägyptologie, S. 212f.
  2. s. Abschnitt "Gottheiten und spirituelle Kräfte im tibetischen Buddhismus"
  3. Tibetanisches Staatsorakel Quelle: DER SPIEGEL 29/2007/90 („Die Macht der Ohnmacht“ – Auszug)
  4. Tibetan Studies Press Office
  5. Biography of Kuten Lama a Dorje Shugden Oracle
  6. The War Of The Oracle Gods And The Shudgen Affair by Victor and Victoria Trimondi
  7. "Orakel (tibetisch Mo)" Allione in Anmerkung 43 von Die Lebensgeschichte der Nangsa Obum, S. 335 des Buches Tibets weise Frauen