Anchitya Bhedabheda

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Sri Chaitanya oder Meister Gauranga darf als größter Vaishnava Lehrer der Nordens angesehen werden. Er gab dem Vaishnava Glauben eine neue Form. Er wurde 1482 n. Chr. in Bengal geboren. Chaitanya hatte ein sehr großes Herz. Er akzeptierte ausnahmslos Bekehrungen zum Islam. Sein Schüler Haridas war ein muslimischer Fakir. Nityananda versprühte weitläufig die Chaitanya Bewegung. Rupa und Sanatana die von einem Prinzen von Karnataka abstammten und nach Bengal siedelten, sowie ihr Neffe Jina Gowari, waren Sanskrit Schüler und waren eigentlich die Väter der Chaitanya Bewegung.

Gauranga Shri Krishna Chaitanya Mahaprabhu

Jiva Goswami und Baladeva lieferten die philosophische Basis der Schule. Die philosophischen Klassiker der Schule sind Jivas Satsandarbha, und sein eigener Kommentar dazu, "Sarva Samvadini" und Baladevas Govindabhashya bezüglich der Brahma Sutras. Baladevas Prameyaratnavali ist ebenso ein beliebtes Buch. Jiva und Baladeva wurden stark von den Ansichten Ramanujas und Madhvas beeinflusst. Sie bekannten sich zu Gott, Seelen, Maya oder Prakriti, Suddha Sattva und Kala oder Zeit. Die Welt und die Seelen hängen von Gott ab, obwohl sie getrennt von ihm und unterschiedlich sind. Sie sind weder eins mit Gott noch anders als er. Da ist ein unbegreiflicher Unterschied – Nicht – Unterschied (Achintya Bhedabheda). Chaitanya besteht auf die Einheit der Gottheit, die der Vielfalt der Idole des beliebten Gottesdienstes zugrunde liegt.

Die letze Wirklichkeit

Die letzte Wirklichkeit ist Vishnu. Er ist der Gott der Liebe und der Gnade. Er ist einzigartig, wie kein Zweiter. Er ist Sat-Chit-Ananda. Er ist Nirguna im dem Sinne, dass er von den Eigenschaften von Maya befreit ist. Er ist Saguna und er ist mit den Atributen Allmächtigkeit und Allwissenheit ausgestattet. Er ist die materielle und die wirkende Ursache der Welt. Er ist der Ursprung, der Träger und das Ende des Universums. Er ist die materiell wirkende Ursache durch seine höhere Energie (Parashakti). Er ist die wirkende Ursache durch seine weiteren Energien) Aprashakti und Adyashakti).

Geheimnisvolle und unverständliche Shaktis Gottes

Wie die Sonne ihr Licht und das Feuer seine Hitze so hat der höchste Gott Krishna, von Natur aus seine Kräfte oder Shaktis, welche geheimnisvoll und unbegreiflich sind. Diese Shaktis haben kein selbstständiges Dasein. Sie sind abhängig von Gott. Gott und seine Kräfte sind entweder völlig gleich oder verschieden.

Diese Kräfte sind von dreierlei Art nämlich Chitshakti, Jivashakti oder Mayashakti. Sie werden jeweils "Antaranga", "Tatastha" und "Bahiranga" genannt. Jivashakti wird "Tatasha" genannt, weil es den Zwischenrang zwischen Chitshakti und Mayashakti belegt.

Der Schöpfungsprozess

Chitshakti erschuf Vaikuntha. Es gibt nur reines Sattva in Vaikuntha. Maya hat hier keinen Zugang. Kala (Zeit) kann nicht ihre zerstörerische Kraft ausführen. Die Seelen werden von Tatasha Shakti oder Shivashakti Gottes erschaffen. Gottes Svarupashakti nährt seine Jivashakti.

Gott erschuf das Universum auf dem großen Grundsatz des Mahat. Er manifestierte die Vedas und stellte sie mit Brahma in Kontakt. Die Aufgabe, weitere Stufen der Schöpfung zu erschaffen, wurde an Brahma gegeben. Die Seelen und die Materie sind die Manifestation göttlicher Energie laut Jiva Goswami und Baladeva. Maya ist mit dem bloßen Anblick des Allmächtigen in Schwingung versetzt.

Gott erscheint in verschiedenen Gestalten

Der höchste Gott Krishna manifestiert sich als Bahman vor Jnanis, als Paramatman vor Yogis und als Bhagavan voller Herrlichkeit, voller Schönheit, voller Süße vor Bhaktas. Krishna ist die Seele aller Seelen und der Herr von allem, was ist. Ein Bhakta hat nur vollständiges Wissen über den allerhöchsten, persönlichen Gott mit all seinen göttlichen Eigenschaften. Krishnas Gestalt ist einzigartig. Er nimmt endlose Gestalten an.

Matsya, Kurma, Varaha, Narasimha, Vamana, Rama, Krishna, etc sind Lila-Avatare. Es gibt Gunas und Manvantaravataras. Die vier Sanakas Narada, Prithu, Parashurama, Brahma, Shesha in Vaikuntha und Ananta, die die Welt unterstützen sind, die obersten Avestavatars der wichtigsten Arten welche die direkte Macht von Gott haben.

In Sanaka, Jnanashakti, in Narada, Bhaktishakti, in Brahma, schöpferische Shakti, in Ananta, die erdunterstützende Shakti, in Shesha göttlich dienende Shakti, in Prithu, die Kraft der erhaltenden Menschen; und in Parashurama, die Kraft der Zerstörung des Bösen.

Radha – Krishna

Die Avatare sind eins mit dem Höchsten. Sie sind nicht Teile wie die einzelnen Seelen. Gott nimmt unzählige Formen an, von denen Krishna das Oberhaupt ist. Radha ist die Essenz der Wonne schenkender Kraft von Krishna (Hladini). Gott ist der Herrscher aller Seelen. Er ist allgegenwärtig und alldurchdringend.

Jiva

Jiva ist von atomarer Größe. Er ist der ewige Diener Gottes. Er hat dieselbe Beziehung zu Gott wie die Sonnenstrahlen zur Sonne und wie ein Funken zu der Masse des Feuers die aus ihm heraushuscht. Der Strahl, obwohl er von der Sonne abstrahlt und Teil und Bestandteil der Sonne ist, ist er nicht die Sonne. So ist auch Jiva nicht Gott an sich. Er ist Gott zum Teil ähnlich in Bezug auf seine Spiritualität oder Chaitanya und zum Teil unterschiedlich aufgrund seiner tierischen Natur und Empfänglichkeit für den Einfluss von Maya.

Die Seele ist durch die Kraft von Maya gefesselt. Maya lässt ihn seine wahre, wesentliche, göttliche Natur vergessen. Ein Jiva, der von Maya erleuchtet und verblendet ist, hat natürlicherweise kein Wissen über Krishna. Krishna hat aber dafür, aus seiner unendlichen Güte heraus, die Vedas erschaffen und offenbarte sich dem Jiva durch das Medium der Schriften, durch einen Guru und druch Intuition. Dann ist der Jiva davon überzeugt, dass Krishna sein Herr und Retter ist.

Der Jiva kann Gottesverwirklichung durch spirituelle Liebe oder Prema zu Krishna erhalten. Bhakti besiegt die Macht von Karma. Bhakti ist der Weg der entgültigen Befreiung. Durch Bhakti erlangt die Seele einen Zustand der Gleichheit mit Gott, wird jedoch niemals von ihm aufgesogen. Er ist vom Kreislauf von Geburt und Tod befreit.

Die Kultur von Bhakti

Chaitanya lehrte, dass Gott nur durch glühende und alles aufsaugende Liebe verwirklicht werden kann. Er schreibt einem königlichen Minister, der bei ihm angefragt hatte, ob es einen Weg der Erlösung für einen Mann gäbe, der ein aktives Leben führt: „Wie eine unsittliche Frau an ihren verbotenen Liebhaber denkt, während sie inmitten ihrer Familie lebt, so meditiere still und unaufhörlich auf Hari, während du deinen weltlichen Aufgaben nachgehst.“

Nach Aussagen von Chaitanya, ist Begeisterung aus der Kultur des Bhakti heraus geboren und wenn sich Begeisterung vertieft, wird sie "Liebe" (Prema) genannt. Aus dem Geschmack (Ruchi) heraus kommt die große Lust (Ashakti), die den Spass der Leidenschaft (Rati) für Krishna erzeugt. Wenn dieses Gefühl tiefer geht, wird es Prema. Das ist die ständige Form von Bhakti in Krishna.

Wenn Liebe wächst, wird es aufeinander folgend Sneha, Pranaya, Anuraga, Bhava und Mahabhava genannt, ebenso wie wir nacheinander Zuckerrohr-Samen, Zuckerrohrsaft, Melasse, Zucker und feinsten Kandiszucker.

Wenn das ständige Gefühl (Bhava) sich mit Rasa vermischt, wird es zu Vibhava geändert, Anubhava, Sattvika und Vyabhichari genauso wie Quark wenn er mit schwarzem Zucker, schwarzem Pfeffer und Kampfer vermischt wird, eine extrem köstliche Sache, namens Ralsala wird. Vibhava besteht aus zwei Arten: (1) Alambana, welches von Krishna entzündet wurde, und (2) Uddipana, durch die Töne seiner Flöte, Anubhava wird angeregt durch Lächeln, Tanz und Gesang. Benommenheit und andere Gefühle sind im Sattvika Anubhava inbegriffen. Vyabichari besteht aus 33 Arten wie Freude, Verzückung, u.a.

Rasa besteht aus fünf Arten – Santa, Dasya, Sakhya, Vatsaljya und Madhurya. In der Santa Rasa, schreitet Rati in den Zustand von Prema und im Dasya, zu Raga weiter. Sakhya und Vatsaljya erreichen die Grenze von Anuraga.

Krishna Prema – die höchste Verwirklichung

Der Gottgeweihte, der Prema entwickelt hat, ist in ständiger Gemeinschaft mit Krishna. Keine weltliche Trauer oder Kummer kann seinen Geist stören. Weltliche Objekte haben keine Anziehungskraft auf ihn. Er hat keine Angst. Materieller Erfolg ist ihm egal. Er sehnt sich intensiv nach Vereinigung mit Krishna.

Die Liebe Krishnas ist das Höchste, was erreicht werden kann. Bhakti ist das Arbeitsgerät. Krishna – Prema ist in der Tat, die höchste Errungenschaft des Lebens. Dieses Prema lässt dem Verehrer Krishna, in selbstlosem Geist dienen und Rasa oder die Süße des Herrn genießen. Bhakti ist das einzige Mittel, um Krishna zu erreichen und deshalb ist die Rede von Avidhaya. Ebenso wie Reichtum Behaglichkeit spendet und wie durch das Genießen von Reichtum, alles weltliche Elend wie von selbst verschwindet, so erzeugt Bhakti Krishna-Prema, und mit dem Genuss von Prema kommt das Rad von Wiedergeburten und Tod zu einem Ende. Flucht vor den Auswirkungen von Mangel und dem Stillstand der Wiedergeburten, wie dem auch sei, sind nicht die Früchte von Prema. Seeligsprechung oder Moksha ist Premas Dienerin. Deshalb wird das Krishna-Prema als höchste Verwirklichung angesehen.

Weitere Lehren des Sri Chaitanya

Verehrung für den Lehrer ist ein fundamentaler Bestandteil von Sri Chaitanyas Lehren. Das Studium der Veden, der Bhagavata Purana, u.a. sind einschärfend. Praktizieren der Moral und Entwicklung ethischer Tugenden wie Gnade gegenüber allen Lebewesen, Bescheidenheit, Reinheit des Herzens, Befreiung von weltlichen Begierden, Heiterkeit und Wahrhaftigkeit sind essentiell. Über die Unterschiede von Kasten muss hinweggesehen werden. Jeder kann die Gnade Gottes erhalten.

Die folgenden Eigenschaften machen einen Vaishnava aus. Er ist mitfühlend, wahrhaftig, heilig, unschuldig, gemeinnützig, sanft, rein, gutmütig, bescheiden, gelassen, zärtlich, freundlich und verschwiegen. Er ist ein allgemeiner Wohltäter. Er ist einzig und allein von Krishna abhängig. Er ist wunschlos. Er ist enthaltsam in der Ernährung und selbstkontrolliert. Er hat Meisterschaft über die sechs Feinde. Er ehrt andere und kümmert sich nicht um den Lob von anderen.

Sankirtana – der höchste Heiler

Der höchste Heiler in diesem eisernen Zeitalter ist Sankirtana. Er ist gleichbedeutend mit der vedischen Opfergabe. Die wahre Opfergabe wird mit Krishnas Füßen belohnt. Sankirtana ermöglicht es dir Herr deiner Sinne und der Welt zu werden. Es bringt Reinheit der Seele und alle Arten von Bhakti hervor. Es ist nicht an einem speziellen Ort oder Zeit gebunden. Es wirkt überall. Es trägt den Namen von Sarvashakti (der Allmächtige).

Haris Name soll immer von dem gechantet werden, der ergebener ist als ein Grashalm (der zertreten wird); der geduldiger ist, nachsichtiger und gemeinnütziger als ein Baum (der auch nicht weint, wenn er gefällt wird und der nicht um Wasser bettelt, auch wenn er verbrennt, der aber im Gegensatz dazu seine Schätze denjenigen anbietet, die nach ihm suchen, der Sonne und den Regen in sich trägt, und diejenigen beschützt, die sich bei ihm unterstellen, um sich vor Regen oder Sonne zu schützen), der jedoch Achtung verdient anstatt Respekt für sich zu beanspruchen, alle anderen respektiert (aus einem Gefühl göttlicher Präsenz in allen Wesen). Derjenige der Krishnas Namen so benutzt, bekommt göttliche Liebe (Prema).

Anaya Nayanar

Tirumangalam war eine bedeutende Pilgerstätte in Mayhanad (Trichnopoly Bezirk). Der Herr, der an diesem Ort wohnt, heißt Samavedesvarar. Er war es, der Parashurama von der Sünde der Tötung seiner Mutter reinigte und ihm auch die Axt gab.

An diesem zauberhaften Ort, gab es einen Hirten namens Anayar. Weil er Kühe hütete, war er unter diesem Namen bekannt. Er war ein überzeugter Verehrer Gottes. Er war dem Bhasma ergeben, ebenso den Shiva Bhaktas, unabhängig von ihrer Kaste. Seine Hingabe zu Gott, zeigte sich durch das heilige Panchakshara Mantra von Shiva, das er auf seiner Flöte spielte. Er strebte Gottesverwirklichung durch dieses Mantra an.

Eines Tages, als er das Mantra auf seinem himmlischen Instrument unter einem Konraibaum spielte (der Shiva am liebsten ist), fesselte die Musik alle Kühe und Kälber. Sogar die Vögel saßen auf den Bäumen und lauschten still der berauschenden Musik der Flöte. Die Pfaue tanzten begeistert im Takt der Musik. Andere Tiere lauschten der Musik bewegungslos. Die Musik zog die Herzen der Hirsche, Schlangen, Löwen, Elefanten, Tiger, u.a. in ihren Bann. Die Schlange und der Pfau, der Löwe und der Elefant verwarfen ihre Feindschaft und lebten glücklich miteinander. Die Flüsse änderten ihren Lauf. Die Wellen im Meer beruhigten sich, um die Musik von Ayanar zu hören. Sogar die himmlischen Vidyadharas, Kinnaras und Devas kamen in ihren himmlischen Gefährten, um der Musik zu lauschen.

Gott war höchst erfreut über Ayanars aufrichtige Hingabe. Die Süße der Flötenmusik und die Wirkung des Panchakshara Mantras schmelzten sein Herz. Er erschien vor Nayanar mit Mutter Parvati segnete ihn und nahm ihn mit auf den Kailash.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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