Vilasa

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Vilasa (Sanskrit: विलास vilāsa m.) das Erscheinen, zum Vorschein Kommen; Schein, Aussehen; heiteres Spiel, Scherz, lustiges Treiben, Amüsement; Treiben, Gebaren; verliebte Gebärden; Lebhaftigkeit; erwachter Geschlechtstrieb, Geilheit; Anmut, Liebreiz; eine Art Pavillon. Vilasa heißt Spiel, Unterhaltung, Vergnügen.

Die Geschichte von Bhasa und Vilasa

Artikel aus Stories from Yoga Vasishtha von Swami Sivananda. The Divine Life Society Publication, 9. Auflage, Uttarakhand, 2009, S. 75-85.

Vasishtha sagte dann: „Oh unverzagter Rama! Wer meditiert und sich an Atman oder dem Höchsten Selbst erfreut, ist frei von Schmerz, Problemen, Elend und Sorgen.

Der Jiva oder die individuelle Seele ist wie ein Stier: Er wandert ziellos im dichten Wald des Samsara. Er ist von den starken Fesseln der Wünsche gefangen. Er wird von der Peitsche des Karmas gezüchtigt. Er leidet unter den Flohstichen der Krankheit. Er jammert ob der schweren Last der von Samsara verursachten Schmerzen. Sein Körper ist durch die dauernde Vor- und Rückwärtsbewegung geprellt oder gequetscht. Durch Unwissen ist er in den tiefen Graben der zahllosen Geburten gefallen.

Ein Suchender sollte seinen Geist auslöschen und durch Intuition direkt seine unsterbliche Seele erkennen. Nur dann wird er seinen Egoismus und seine Selbstsucht los. Er sollte in ständiger Gesellschalt Weiser oder Jivanmuktis sein und die Mittel herausfinden, durch die er zu Selbstverwirklichung gelangt.

Ein reiner, gut disziplinierter Geist stellt ein sicheres Mittel dar, um Wissen über das Selbst zu erlangen. Wenn der Geist sich mit dem Selbst verbindet, genießt man den Zustand von Turiya oder brahmischem Bewusstsein. Wer diese Erfahrung macht, dem verschwinden alle Vasanas oder das Verlangen nach Gegenständen vollkommen.

Wenn die atmische Befragung ernsthaft begonnen wird, dann erreicht der Geist allmählich die höchste Reinheit. Man sollte seinen niedrigen Geist durch den höheren auslöschen und Brahma Jnana erlangen. Nur dann hören alle Schmerzen dieses schrecklichen Samsaras auf. Sobald der Geist ausgelöscht und die niederträchtige Ahamkara zerstört ist, dämmert das Licht Atmans und die unsterbliche Wonne der Seele erscheint. Um diese Erfahrung zu beschreiben, werde ich dir nun, oh werter Rama, eine alte Geschichte über das Gespräch zwischen zwei Brüdern namens Bhasa und Vilasa erzählen:

Zwei Einsiedler namens Bhasa und Vilasa lebten in der Einsiedelei des Weisen Atri, welche sich auf dem Hügel von Sahya befand. Es handelte sich dabei um die beiden Söhne des Weisen Atri. Sie waren sich gegenseitig wie eine Blume und deren Duft zugetan. Sie waren sozusagen ein Herz und eine Seele in zwei Körpern. So verbunden waren sie miteinander, dass es aussah, als wären sie Schößlinge ein und desselben Stammes.

Im Laufe der Zeit verstarben die betagten Eltern. Die Brüder führten die Beerdigungsrituale aus. Sie waren ob des Dahinscheidens ihrer Eltern von großem Kummer und Leid ergriffen und weinten heftig. Sie verabschiedeten sich voneinander und ein jeder schlug eine andere Himmelsrichtung ein. Sie verbrachten ihre Zeit im einsamen Wald und führten strenge Askese aus. Sie zerstörten alle Wünsche. Ihre Körper waren ausgezehrt. Aber wahres Wissen erlangten sie nicht. Eines Tages trafen sie sich dann wieder.

Vilasa sagte: „Oh Bhasa! Ich begrüße dich, meinen geliebten Bruder. Du hast tief in meinem Herzen deinen Platz. Du bist mein Leben. Sag mir, Bruder, wie und wo hast du so lange gelebt, seit du dich von mir trenntest. Hast du den Frieden erlangt? Bist du von geistigen Qualen und Ängsten befreit worden? Hast du die Wonne des Unendlichen und das Glück des Ewigen erkannt?“

Bhasa erwiderte: „Ich schätze mich sehr glücklich, dich heute zu treffen. Wie können wir Frieden erwarten, wenn die Saat der Wünsche samt ihren starken und langen Wurzeln nicht zerstört und der Geist nicht vernichtet ist? Wie können wir erwarten, dass wir die ewige Wonne genießen solange wir die Selbstverwirklichung nicht erreicht und solange wir Atma Jnana nicht erlangt haben? Schau wie unser Leben nutzlos mit weltlichen Belangen, selbstsüchtigen Bestrebungen und müßigem Geschwätz vergeudet wird. Der Körper vergeht wie ein verwitterter Baum. Das Alter übermannt uns mit grauem Haar und Falten. Wie können wir das transzendente Glück genießen, solange die turbulenten Leidenschaften, Hoffnungen, Befürchtungen nicht ausgerottet werden? Wie können wir das ungetrübte Glück Brahmans genießen, solange wir das Unkraut verschiedener Sehnsüchte nicht mit dem Spaten der reinen Vernunft oder der Unterscheidungskraft beseitigt haben?

Die Ratte des Todes nagt ständig am Lebensnerv. Der Strom des diesseitigen Lebens fließt dahin im Morast der Leidenschaften, Sehnsüchte, im strudelnden Schaum der Sorgen und Ängste sowie in den wiederholten Seelenwanderungen. Der Geist tanzt mit den Sinnen. Er hält nie inne.

Brahma Jnana ist eine sichere Methode, um die Krankheit der Unwissenheit (Ajnana) zu heilen. Es ist ein Allheilmittel oder bestes Gegenmittel für die schreckliche Krankheit der Wiedergeburten. Wer Brahma Jnana noch nicht erreicht und sein Leben mit sinnlichen Freuden verschwendet hat, wird immer wieder vom Kreislauf der Geburt und dem Tod eingefangen. Genauso wie der Wind das Laub der Bäume zerstreut, so werden diese unwissenden Menschen vom Sog des Todes fortgeschwemmt.

Nachdem er die Seele bewegende Rede Bhasas gehört hatte, war Vilasa sehr erfreut. Dann setzten die beiden Brüder viel Fleiß ein, um Wissen über Brahman zu erlangen. Sie meditierten ständig intensiv auf das Höchste Selbst, sie erlangten die Selbstverwirklichung und wurden Jivanmuktis oder befreite Weise zu Lebenszeiten. Qual, Elend, Sorgen und Enttäuschungen beeinträchtigen nur jene, die im Labyrinth der Weltlichkeit und des Unwissens untergehen. Wer die Selbstverwirklichung erreicht hat, genießt für immer die ewige Wonne Brahmans oder das Unendliche.

Vasishtha fuhr fort: „Oh werter Rama! Nur Atma Jnana oder Wissen über das Selbst löscht den Schmerz verursachenden Geist, der von der Kette der Wünsche gebunden ist, aus. Ein mit einem reinen Geist ausgestatteter Mensch, der frei von Hingezogenheiten ist, wird nie gebunden sein, auch wenn er unterschiedliche weltliche Handlungen ausführt. Wer jedoch einen unreinen Geist voller Hingezogenheiten besitzt, bleibt für immer verhaftet, auch wenn er verschiedene Formen der Askese übt. Wer ohne Sehnsüchte oder Hingezogenheiten im reinen Geist handelt, verfällt nie der Vorstellung von Handlungsmacht, er erwartet keine Früchte. Er ist Handelnder und Genießer, ohne jegliche Anziehung.

Rama sagte: „Oh verehrenswürdiger Guru! Was ist Anziehung? Was bedeutet Nichtanziehung? Wie sieht diese Anziehung aus, die zur Verhaftung führt? Wie sieht diese Nichtanziehung aus, die zur Freiheit zeigt? Wie kann ich diese Verhaftung zerstören? Bitte kläre mich über diese Punkte auf.

Vasishtha erwiderte: „Wer glaubt, dass dieser Körper von Dauer ist, wer nicht zwischen dem Körper und seinem Vorsteher, Bewohner oder innerem ewigen Herrscher unterscheidet, und wer immer nur an den Körper denkt, der ist Sklave der Anziehung und bleibt durch die Anziehung verhaftet. Dies bedeutet Anziehung. Dies führt zweifelsohne zur Verhaftung. Nichtanziehung ist der Glaube, dass alles Brahman oder nur Atman ist, und dass es in diesem Universum nichts zu lieben und nichts zu hassen gibt. Diese Nichtanziehung führt zu Moksha oder der letzten Befreiung.

Jivanmuktis sind mit dieser Nichanziehung ausgestattet. Durch die Nichtanziehung verlässt der Geist die weltlichen Freuden, der Egoismus und die Verhaftung an Objekte verschwindet. Der Zustand der Nichtanziehung führt zu Moksha. Wer die Nichtanziehung besitzt, gibt die Früchte der Handlung auf. Er sucht weder Handlung noch Tatenlosigkeit. Die Anziehung verwickelt einen in die Wiedergeburten.

Diese Anziehung besteht aus zwei Teilen, nämlich Bandhya (Gebundensein) und Abandhya (Ungebundensein). Das erstere gehört zum Unwissenden, während das letztere den schmückt, der die Selbstverwirklichung erreicht hat. Das erstere sorgt durch die Verhaftung an Objekte für Wiedergeburten, während das letztere Unterscheidungskraft und Wissen über das Selbst erzeugt. Vishnu und die Schar der Siddhas beschützen diese Erde, indem sie verschiedene Taten im Geiste der Abandhya-Anziehung ausführen.

Ein Jivamukta kennt, obwohl er sich mannigfaltig für das Wohl der Welt einsetzt, keine Verhaftungen. Obwohl er mit den Dingen in Verbindung steht, verhält er sich ganz gleichmütig. Die Dinge ziehen ihn nicht an. Sein Geist ruht beständig nur im Höchsten Selbst. Er betrachtet diese Welt als unwirklich. Weder lebt er in Erwartung auf die Zukunft, noch verlässt er sich auf gegenwärtigen Besitz, noch lebt er in freudiger Erinnerung an die Vergangenheit. Noch im Schlaf wacht er in der Vorstellung des höchsten Lichtes und im Wachzustand gerät er in den tiefen schlaflosen Schlaf des Nirvikalpa Samadhi. Aus seinen Handlungen geht er hervor, als hätte er nicht gehandelt. Er führt alle Handlungen ohne den Trugschluss aus, selbst der Handelnde zu sein. Weder jubelt er über etwas, noch bedauert er es. Er benimmt sich wie ein Junge unter Jungen und wie ein Betagter unter Alten. Unter Jugendlichen benimmt er sich jugendlich und gesetzt unter Weisen. Er erfreut sich am Glück anderer. Er fühlt mit Menschen in der Not.

Er handelt äußerlich, ohne seinen Verstand zu verwenden, durch das bloße Bewegen seiner Körperglieder, genauso wie ein in der Wiege schlafendes Baby, ohne Absicht spontan seine Glieder bewegt. Eine Handlung, die vom äußeren Körper ohne direktes inneres Bewusstsein ausgeführt wird, wird nicht als Handlung des Handelnden bewertet und für deren gute oder schlechte Ergebnisse ist er nicht verantwortlich. Weder schreckt er vor Leid zurück, noch preist er sein Glück. Erfolg erhebt ihn nicht, noch belastet ihn Scheitern.

Wenn man dem Geist nicht gestattet sich mit sinnlichen Gegenständen einzulassen, dann verschwindet er allmählich. Dies nennt man Sushupti Jagrat (Schlaf im Wachzustand). Genauso wie sich ein Fluss mit dem Meer verbindet, so verbindet sich die individuelle Seele mit der Höchsten Seele. Sobald das Gesehene und die Sicht im Sehenden ineinander übergehen, erfährt man die Wonne des Höchsten Selbst. Diesen Zustand nennt man Turiya.

Wenn alle Wünsche vernichtet sind, dann ist die Auslöschung des sich ausdehnenden Geistes allein Moksha. Reiße den Geist und die Gedanken mit der Wurzel aus. Ist man einmal selbstverwirklicht, wo wird es dann noch Verhaftung geben? Die befreiten Weisen in innerem Frieden, die um Atman wissen, kennen keinerlei Begierden mehr. Die Wunschlosigkeit ist die Axt, mit der der Wald dieses Samsaras abgeholzt wird. Wunschlosigkeit ist der Blumenstrauß im Baum der Zufriedenheit und Ruhe. Ein Mensch ohne Wünsche ist vollkommen frei von der Schwäche des Herzens. Das gesamte Universum bedeutet für einen wunschlosen Menschen nichts weiter als ein Strohhalm.

Wer im eigenen Swarupa oder Atman verweilt, hat kein Körperbewusstsein. Er wird niemals sein Lakshya (Zentrum der Aufmerksamkeit) verlieren, auch wenn ihn die Welt vielfach versucht. Sein Geist ist, obwohl er in der Welt für das Wohlergehen der Menschheit tätig ist, beständig auf Brahman gerichtet. Genauso wie der Geist einer Frau sich beständig auf den entfernten Geliebten richtet, auch wenn sie mit dem Haushalt beschäftigt ist. Wenn alle Wünsche vergehen, dann führt die Stille im Geist zu Moksha. Wunschlose Menschen werden mit Moksha belohnt. Wunschlose sind die glücklichen Jivanmuktas. Menschen, deren Geist durch Wünsche beschlagnahmt ist, sind verhaftet. Videhamuktas stehen noch weit über diesen beiden Arten von Menschen.

Solche Jivanmuktas sehnen sich weder nach Zukünftigem, noch denken sie an vergangene Dinge. Handelnd solidarisieren sie sich stets mit der Welt. Ungewöhnliche Ereignisse in der Natur verängstigen sie nicht, noch erstaunen sie sie. Sogar wenn die Sonne erkalten würde, der Mond sich erwärmte, Feuer mit der Flamme nach unten zu brennen begänne oder Flüsse plötzlich aufwärts flössen, würden sie sich nicht wundern. Diese Welt mit ihren heterogenen Dingen erscheint als solche, genauso wie die zahllosen Meereswellen durch die Strömungen entstehen, nur durch die geistigen Schwankungen. Rama sagte: „Oh verehrter Guru! Weshalb schwankt der Geist und wie kontrolliert man ihn? Bitte kläre mich diesbezüglich auf.

Rama sagte: „Oh verehrter Guru! Wieso wandert der Geist so sehr umher und wie kann man ihn kontrollieren? Bitte erkläre mir diese Dinge.“ Vasishtha antwortete: „Die Schwankungen des Geistes verhalten sich zum Geist wie Öl zur Sesamsaat, wie das Weiß zum Schnee, wie Duft zu den Blumen oder die Flamme zum Feuer. Zwei Wege gibt es zur Beseitigung dieser Schwankungen, nämlich Yoga und Jnana. Yoga unterdrückt die geistigen Schwankungen. Durch Yoga richtet sich der Geist nur auf ein Objekt. Jnana bedeutet Eigenanalyse und die gründliche Erforschung aller Dinge. Der Geist ist nichts anderes als fluktuierendes Prana. Wenn Prana unter Kontrolle ist, so ist es auch der Geist. Wenn der Geist unter Kontrolle ist, wenn die in ihm entstehenden Schwankungen gestoppt werden, vergeht jeder Schmerz und sämtliche Wiedergeburten haben ein Ende.“

Rama sagte: „Wie ist Prana zu kontrollieren? Wie stoppt man seine Bewegung? Denn dieses Prana vibriert beständig mit großer Geschwindigkeit.“ Vasishtha erwiderte: „Die Bewegung des Pranas kann durch beständige und regelmäßige Praxis von Pranayama oder Atemkontrolle gestoppt werden. Der Yogaschüler sollte die Yoga Shastras gut kennen. Er sollte wunschlos sein und von einem Guru eingeführt werden. Er sollte den Kontakt mit Weisen und Yogis pflegen. Erst dann wird es ihm gelingen, Prana zu kontrollieren.

Energie oder Prana zirkuliert durch die Nadis in den Lungen, Arterien und Muskeln des Körpers. Diese Pranabewegungen aktivieren und beleben die inneren Organe des Körpers. Die Vibrationen dieses vitalen Atems wecken Wünsche und Gefühle im Herzen. Die Vibration des vitalen Pranas verursacht die Schläge in der Herzkammer und die geistige Wahrnehmung. Wenn der vitale Atem unterdrückt wird, so lässt sich der Geist beruhigen. Ist die Bewegung des Geistes einmal gestoppt, so wird die Wahrnehmung der Existenz der Welt genauso ausgelöscht, wie wir sie im Tiefschlaf, wenn der Geist inaktiv ist, nicht wahrnehmen.

Auch Meditation auf einen Gegenstand unterdrückt den Atem. Regelmäßige Praxis von Puraka (Einatmen) und Rechaka (Ausatmen) in Verbindung mit Meditation bringt die Bewegungen des Pranas zum Stillstand. Das Tönen der Silbe Om, die Meditation auf die wahre Natur des Klangs am Ende von Om, Nachsinnen über die Bedeutung von Pranava oder Om löst die Unterdrückung des Pranas aus. Auch das Üben von Kumbhaka (Atemanhalten) stoppt Prana.

Khechari Mudra zu üben, kontrolliert ebenso Prana. Die Zungenspitze wird zum Gaumenzäpfchen oder zur Gaumenöffnung hochgedreht, um sie so zu verschließen. Die Luft wird durch die Speiseröhre geleitet. Dies stoppt die Bewegung des Pranas. Wenn der Geist frei wird, indem er sich der Sankalpas entledigt, kann Prana gestoppt werden. Der Vitalatem erstreckt sich auf den Raum ab ca. 30 cm) von der Nasenspitze weg entfernt. Diese Strecke sollte genau beobachtet werden. Auch Prana wird mittels dieser Methode kontrolliert. Richte die Augen auf den Punkt zwischen den beiden Augenbrauen, um die Bewegung des Pranas zu überprüfen.

Mit Hilfe dieser Übungen kann Prana kontrolliert werden. Anschließend befreit man sich allmählich von den Wiedergeburten. Mit Hilfe dieser Methoden wird der Mensch sorgenfrei, erfüllt von göttlicher Ekstase und verzückt im Höchsten Selbst. Ist das Prana unter Kontrolle, wird der Geist sehr ruhig. Es gibt eine innere Beziehung zwischen dem Geist und dem Prana. Ist der Geist ruhiggestellt und ist er absorbiert in seiner Ursache oder seinem Urgrund, bleibt alleine Brahman übrig. Der Beste unter den Menschen ist derjenige, dessen Geist von allen Wünschen und Sehnsüchten befreit ist und der seinen ewigen Frieden im Höchsten Selbst gefunden hat.

Rama sagte: „Oh verehrter Guru! Du hast mir den Weg des Yoga, der zur Kontrolle von Geist und Prana führt, mitgeteilt. Bitte erzähle mir nun, wie der Geist durch das Wissen um das Selbst oder Brahma Jnana unter Kontrolle gebracht wird.“

Vasishtha sagte: „Der feste Glaube, dass nur Brahman alleine ohne Anfang, Mitte oder Ende existiert, ist wahres Jnana oder vollkommenes Wissen. Brahman durchdringt die ganze Welt. Die Welt besitzt nur die Eigenschaft von Atman. Die feste Überzeugung, dass die Shaktis der verschiedenen Gegenstände nur Atman sind, stellt die Verwirklichung von Atman dar. Unwissenheit verursacht Geburt und Schmerz. Vollkommenes Wissen befreit uns davon. Genauso wie unsere Fehlsicht uns eine Schlange statt ein Seil weismacht, wohingegen die richtige Sicht darauf, den Fehler beseitigt.

Wissen über Brahman bedingt menschliche Perfektion. „Alles ist nur Brahman“ - dies bedeutet Tattwa Jnana. Gefestigtes Wissen und die Sichtweise, dass diese Welt nur Brahman ist, bedeutet Poorna (Fülle). Wenn diese Welt nur Brahman ist, wo kann es dann Existenz oder Nichtexistenz geben, Einheit oder Vielheit, Verhaftung oder Freiheit? Erkenne das eine Selbst überall. Wisse um die Einheit inmitten der Vielfalt. Verwirkliche das Selbst. Dann verschwinden alle Unterschiede zwischen Bäumen, Bergen, Flüssen, Töpfen und Kleidern. Mit ihnen verschwinden auch alle Sankalpas.

Durch die umfassende Sicht von Brahman als der Allesumfassende kannst du keinen Unterschied zwischen einem Stück Holz oder Stein und deiner Kleidung erkennen. Weshalb machst du also so gerne diese nutzlosen Unterscheidungen? Wisse, dass Brahman die einzige dauerhafte Substanz darstellt, die von Anfang bis zum Ende besteht. Wisse, dass dieser Brahman dein Atman ist. Chidabhasa oder das reflektierte Bewusstsein oder die individuelle Seele und alle Gegenstände verschmelzen letztendlich im Urgrund Brahmans.

Oh lotusäugiger Rama! Ruhe dich im wonnevollen Brahman aus. Brahman selbst manifestiert sich genauso wie das Wasser des Ozeans sich als Schaum, Blasen, Kräuseln, Wellen usw. zeigt als Namen und Formen durch den Geist. Wer den Pfad der Wahrheit beschreitet, wer täglich atmische Selbstbefragung übt, kommt nie in die Versuchung, Opfer weltlicher Vergnügungen zu werden. Weltliche Verlockungen oder sinnliche Freuden rühren ihn nicht. Er bleibt unerschütterlich wie ein Fels in der Brandung. Menschen, die auch unter extrem herausfordernden Verhältnissen und widrigen Umständen vollkommen unaufgeregt sind, haben Moksha erlangt. Nur diese Menschen sind in der Lage das Königreich des ewigen Friedens zu betreten. Nur sie erlangen die Selbstverwirklichung.

Siehe auch

Literatur

Seminare

Indische Schriften

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