Behagen

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Behagen ist eine Manifestation von Gemütlichkeit. Behagen ist eine passive Form der Freude. Die Arbeit ist getan, man kann sich entspannen, man hat alles, was man im Moment braucht. So empfindet man Behagen, genießt die Gemütlichkeit. Behagen und Gemütlichkeit sind Manifestationen des Kapha Prinzips im Ayurveda.

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Behagen - eine Tugend. Was ist Behagen? Woher stammt das Wort? Wozu ist Behagen gut? Was sind seine Grenzen? Wie kann man es kultivieren? Was ist das Gegenteil von Behagen? Mit vielen praktischen Tipps, Videos und Anleitungen.

Behagen als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Heute geht es um Behagen und Behagen ist auch etwas, was gut hilft gegen Ängste. Im Sanskrit gibt es einen Ausdruck, der nennt sich Kapha und beschreibt ein Prinzip des Ayurveda. Ayurveda ist die indische Naturheilkunde, die traditionelle indische Medizin, die Wissenschaft vom Leben. Und dort wird von Kapha gesprochen, da gibt es Kapha, Vata und Pitta. Vata ist das Luftelement, Pitta ist das Feuerelement, und Kapha das Wasser-Erdelement. Und zu Kapha gehört die Gemütlichkeit, zu Kapha gehört Behagen.

Es ist gut, ein inneres Behagen zu spüren und eine gewisse Gemütlichkeit im Leben zu haben, man kann nicht immer aufgedreht sein, zumindest nicht langfristig. Ab und zu mal ist auch einfach gut, so ein schönes, angenehmes Behagen zu spüren. Das Behagen kann sein, wenn du dir mal erlaubst, ein bisschen länger zu schlafen und genießt, mal im Bett zu liegen. Behagen kann sein, dass du in die Sauna gehst und einfach diese Ruhe genießt. Behagen kann sein, dass du mal gemütlich spazieren gehst. Es ist wichtig, auch mal flott zu wandern oder Fahrrad zu fahren, der Körper braucht Bewegung, Sport ist wichtig. Und es ist wichtig, etwas zu leisten, es ist wichtig, an sich zu arbeiten, es ist wichtig, sich auf andere Menschen einzustimmen, es ist wichtig, Neues zu lernen, es ist wichtig, sich selbst zu beherrschen und viel Pranayama und Asanas zu machen. Und manchmal ist es gut, Gemütlichkeit zu üben. Der Mensch braucht Behagen und Gemütlichkeit, das führt zu Entspannung, führt zu Regeneration und gibt ihm auch die Kraft, weiterzumachen. Wenn jemand nicht öfters mal sich etwas Gemütlichkeit gönnt, etwas Behagen gönnt, dann wird er irgendwann übersteuert und dann rutscht er vielleicht ins Burnout oder in die Angststörung. Und so ist eine gute Fähigkeit des Menschen, die man heutzutage immer wieder auch wiederentdecken muss, die Fähigkeit zu Gemütlichkeit, Fähigkeit zu Behagen.

Natürlich, zu viel Gemütlichkeit und Behagen führt zu Bequemlichkeit und führt vielleicht auch zum Spießbürgertum. Das ist nicht, was wir wollen. Behagen ist gut, aber muss ergänzt werden. Gemütlichkeit ist gut, aber es reicht nicht aus. Jede Tugend übertrieben gelebt, wird letztlich zu einer Untugend und zu einer inneren Blockade. Aber ein gewisses Behagen zu lernen und Dinge zu genießen, auch ein einfaches Essen, auch einfach nur Vollkornreis, kann man mit Behagen genießen. Einen Apfel kann man mit Behagen essen. Und man kann einfach auch mit Behagen in die Natur schauen, eine Blume anschauen oder was auch immer einem dieses angenehme wohlige Gefühl der Freude, Verbundenheit und Entspannung gibt.

Umgang mit Behagen eines anderen

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Vielleicht ist gerade Stress, vielleicht müsste deine Gruppe jetzt schnell etwas machen und jemand in deinem Team ist so ganz behaglich, er gähnt mit großem Behagen, er isst sehr langsam und er macht alles langsam. Dich ärgert und nervt das, andere schuften und der macht fast nichts. Ist das angemessen, solltest du das erdulden?

Es hängt davon ab, manchmal ist es gut, dass in mitten der Hektik jemand da ist der ein bisschen Ruhe bewahrt. Manchmal sind das Kapha Typen, Menschen die beständig sind. Wenn nachher all die, die jetzt da tätig sind, weg sind, macht der, welcher jetzt etwas mit Behagen gemacht hat, vielleicht weiter. Manchmal muss man aber auch dem sagen, der jetzt so ruhig und gelassen ist, dass es jetzt etwas Wichtiges zu tun gibt und dass du auch ihn oder sie bittest, jetzt selbst tätig zu werden.

Manchmal muss man Menschen sagen, was man von ihnen will, erwartet oder man kann manchmal auch in Einzelgesprächen eine bestimmte Notsituation darlegen, um den Blick auf das Wesentliche zu legen. Das und das hat jetzt Priorität und wie könnte die Person jetzt dort beitragen bzw. sich einbringen. Und dann wird der andere vielleicht auch in die Gänge kommen. Manchmal ist es aber auch so, dass du einfach nur Unruhe erzeugst und eigentlich könntest du auch von den Menschen lernen, der ruhiger ist, mal selber etwas behaglicher zu sein.

Behagen und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Behagen in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

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Ähnliche Eigenschaften wie Behagen

Ähnliche Eigenschaften wie Behagen, also Synonyme zu Behagen sind z.B. Gemütlichkeit, Wohlbehagen, Zufriedenheit, Lebenslust, Genuss.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Behagen übertrieben kann ausarten z.B. in Spießbürgerlichkeit, Ausruhen, Steifheit, Antriebslosigkeit. Daher braucht Behagen als Gegenpol die Kultivierung von Idealismus, Eifer, Emsigkeit, Begeisterung.

Gegenteil von Behagen

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Behagen, Antonym zu Behagen:

Behagen im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Behagen

Behagen - woher kommt das? Wie kann man das überwinden? Behagen als Verb heißt gefallen, belieben. Wenn einem etwas behagt, dann gefällt einem das. Als Substantiv bedeutet Behagen körperliche Zufriedenheit. Behagen drückt Gemütlichkeit aus. Behagen ist ein angenehm, gemütliches Gefühl, das auch sehr heilend sein kann und zur Regeneration beitragen kann. in einem anderen Sinn ist Behagen alles, was sinnliche Annehmlichkeit verschafft und was dem Gemüt wohltut. Behagen ist so etwas Ruhigeres als ein Vergnügen oder eine Erregung. Zuviel Behagen kann aber auch träge machen. Dem Spießbürger wird ein Hang zur Behaglichkeit nachgesagt.

Fleiß, ein Gegenpol zu Behagen

Behagen kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Behagen in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Behagen zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Behagen kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein behaglicherer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Behagen ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Behagen. Ich kann genießen.". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten

Klassische Autosuggestion für Behagen

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin behaglich

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

Entwicklungsbezogene Affirmation für Behagen

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin behaglich " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Behagen
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Behagen
  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag behaglicher werde.

Wunderaffirmationen Behagen

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr behaglich. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Behagen entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr viel Behagen zu empfinden

Gebet für Behagen

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Behagen:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Behagen
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich mehr Behagen empfinden kann
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Behagen mehr und mehr zum Ausdruck bringe

Was müsste ich tun, um Behagen zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Angenommen, ich würde Behagen empfinden, wie würde ich das tun? Wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Behagen kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als behaglicher Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Behagen - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Behagen, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Weitere Infos

Eigenschaften im Alphabet vor Behagen

Eigenschaften im Alphabet nach Behagen

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