Trishikhi Brahmana Upanishad

Aus Yogawiki

Die Trishikhi Brahmana Upanishad (Sanskrit: त्रिशिखिब्राह्मणोपनिषद् triśikhibrāhmaṇopaniṣad f.) gehört zu den Yoga Upanishaden des Shukla Yajurveda und steht in der Muktika-Liste an 44. Stelle. In ihrer Rahmenerzählung begibt sich der Brahmane Trishikhi zur Welt des Sonnengottes Aditya und fragt nach Körper, Prana, Ursache und Atman. Die vollständige Fassung umfasst einen unnummerierten Eröffnungsvers, neun Prosalehren im Brahmana-Teil, 164 nummerierte Verse im Mantra-Teil und einen unnummerierten Schlusssatz.

Die Schrift verbindet Vedanta, Jnana Yoga, Karma Yoga und den achtgliedrigen Yoga mit ausführlichen Lehren über Asana, Nadi, die zehn Vayus, Kundalini, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Sie beschreibt siebzehn Asanas und deutet die acht Glieder zugleich nichtdual: Yoga soll nicht nur den Körper und Atem beherrschen, sondern die Identifikation mit Körper, Sinnen und einem getrennten Ich überwinden. Die gesamte Welt wird zunächst als Erscheinung Shivas verstanden; später führt die Meditation über Vasudeva und Vishnu zur Erkenntnis des eigenschaftslosen Brahman.

Das höchste Ziel ist Kaivalya, die unmittelbare Erkenntnis, dass Jivatman und höchster Atman nicht getrennt sind. Für heutige Yogaübende erinnert die Upanishad daran, Ethik, Studium, Körperpraxis, Atem und Meditation als zusammengehörigen Weg zu verstehen. Ihre feinstofflichen Körpermodelle und Aussagen über Heilung, Langlebigkeit, Levitation oder Todeszeichen sind historische Lehren, keine moderne medizinische Bestätigung. Intensive Kumbhakas und Kundalinipraktiken sollten nur schrittweise und unter kompetenter Anleitung geübt werden.

Trishikhibrahmana Upanishad – IAST, deutsche Übersetzung und Wort-für-Wort-Erklärung

Die Ausgabe enthält den vollständigen Brahmana- und Mantra-Teil. Eng verbundene Komposita und syntaktische Einheiten werden in den Worterklärungen als Wortgruppen wiedergegeben. Aussagen über außergewöhnliche körperliche Wirkungen bleiben als historische Textaussagen erhalten; sie sind keine medizinische Bestätigung oder moderne Übungsanweisung.

Eröffnungsvers

yogajñānaikasaṃsiddhaśivatattvatayojjvalam |
pratiyogivinirmuktaṃ paraṃbrahma bhavāmyaham ||

Übersetzung

Vollkommen gefestigt in Yoga und Erkenntnis, leuchte ich als die Wirklichkeit Shivas. Frei von jedem Gegenüber bin ich das höchste Brahman.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yoga-jñāna-eka-saṃsiddha – vollkommen gefestigt in Yoga und Erkenntnis; śiva-tattvatayā ujjvalam – als Wirklichkeit Shivas leuchtend; pratiyogi-vinirmuktam – frei von einem Gegenüber; param brahma – das höchste Brahman; bhavāmi aham – das bin oder werde ich.

Shanti Mantra

oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung

Om. Jenes ist vollständig, dieses ist vollständig. Aus dem Vollständigen geht das Vollständige hervor. Nimmt man vom Vollständigen das Vollständige, bleibt allein das Vollständige. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

oṃ – Om; pūrṇam adaḥ – jenes ist vollständig; pūrṇam idam – dieses ist vollständig; pūrṇāt pūrṇam udacyate – aus dem Vollständigen geht das Vollständige hervor; pūrṇasya pūrṇam ādāya – nimmt man vom Vollständigen das Vollständige; pūrṇam eva avaśiṣyate – bleibt allein das Vollständige; śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ – Frieden, Frieden, Frieden.

Brahmana-Teil: neun Prosalehren

1. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
oṃ triśikhī brāhmaṇa ādityalokaṃ jagāma taṃ gatvovāca |
bhagavan kiṃ dehaḥ kiṃ prāṇaḥ kiṃ kāraṇaṃ kimātmā |

Übersetzung

Om. Der Brahmane Trishikhi begab sich in die Welt der Sonne. Dort angekommen fragte er: „Erhabener, was ist der Körper, was ist Prana, was ist die Ursache und was ist der Atman?“

Wort-für-Wort-Übersetzung

oṃ triśikhī brāhmaṇaḥ – Om, der Brahmane Trishikhi; ādityalokaṃ jagāma – ging in die Welt der Sonne; taṃ gatvā uvāca – zu ihm gelangt sprach er; bhagavan – Erhabener; kiṃ dehaḥ – was ist der Körper; kiṃ prāṇaḥ – was ist Prana; kiṃ kāraṇam – was ist die Ursache; kim ātmā – was ist der Atman

2. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
sa hovāca sarvamidaṃ śiva eva vijānīhi | kiṃtu nityaḥ śuddho nirañjano vibhuradvayaḥ śiva ekaḥ svena bhāsedaṃ sarvaṃ dṛṣṭvā taptāyaḥpiṇḍavadekaṃ bhinnavadavabhāsate |
tadbhāsakaṃ kimiti ceducyate | sacchabdavācyamavidyāśabalaṃ brahma |

Übersetzung

Die Sonne antwortete: „Erkenne, dass all dies allein Shiva ist. Der eine Shiva ist ewig, rein, makellos, alldurchdringend und nichtdual. Durch seinen eigenen Glanz erscheint das Eine wie eine glühende Eisenmasse und dennoch scheinbar geteilt. Fragt man, wodurch diese Erscheinung leuchtet, so lautet die Antwort: durch Brahman, das mit Unwissenheit gefärbt und durch das Wort ‚Sein‘ bezeichnet wird.“

Wort-für-Wort-Übersetzung

sa ha uvāca – er antwortete; sarvam idaṃ śiva eva vijānīhi – erkenne all dies als Shiva allein; nityaḥ śuddhaḥ nirañjanaḥ vibhuḥ advayaḥ – ewig, rein, makellos, alldurchdringend und nichtdual; śiva ekaḥ – der eine Shiva; svena bhāsā – durch eigenen Glanz; taptāyaḥpiṇḍavat – wie eine glühende Eisenmasse; ekaṃ bhinnavat avabhāsate – das Eine erscheint wie geteilt; tadbhāsakaṃ kim – was bringt diese Erscheinung zum Leuchten; sat-śabda-vācyam – durch das Wort Sein bezeichnet; avidyā-śabalam brahma – Brahman, von Unwissenheit gefärbt

3. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
brahmaṇo’vyaktam | avyaktānmahat | mahato’haṅkāraḥ | ahaṅkārātpañcatanmātrāṇi |
pañcatanmātrebhyaḥ pañcamahābhūtāni | pañcamahābhūtebhyo’khilaṃ jagat |

Übersetzung

Aus Brahman geht das Unentfaltete, Avyakta, hervor; aus Avyakta das Große, Mahat; aus Mahat das Ichprinzip, Ahamkara; aus Ahamkara die fünf Tanmatras; aus den fünf Tanmatras die fünf Mahabhutas; und aus den fünf großen Elementen die gesamte Welt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

brahmaṇaḥ avyaktam – aus Brahman das Unentfaltete; avyaktāt mahat – aus Avyakta Mahat; mahataḥ ahaṅkāraḥ – aus Mahat Ahamkara; ahaṅkārāt pañca tanmātrāṇi – aus Ahamkara die fünf Tanmatras; pañca-tanmātrebhyaḥ pañca-mahābhūtāni – aus den fünf Tanmatras die fünf großen Elemente; pañca-mahābhūtebhyaḥ akhilaṃ jagat – aus ihnen die gesamte Welt

4. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
tadakhilaṃ kimiti | bhūtavikāravibhāgādiriti | ekasminpiṇḍe kathaṃ bhūtavikāravibhāga iti |
tattatkāryakāraṇabhedarūpeṇāṃśatattvavācakavācyasthānabhedaviṣayadevatākośabhedavibhāgā bhavanti |

Übersetzung

Was ist diese gesamte Welt? Sie besteht aus den Gliederungen und Veränderungen der Elemente. Wie kann sich in einer einzigen Körpermasse eine solche Vielfalt bilden? Durch die Beziehungen von Ursache und Wirkung entstehen Unterschiede zwischen Grundprinzip und Anteil, Bezeichnung und Bezeichnetem, Ort, Gegenstandsbereich, Gottheit und Hülle.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tat akhilaṃ kim – was ist dieses Ganze; bhūta-vikāra-vibhāga-ādiḥ – die Gliederung der Veränderungen der Elemente; ekasmin piṇḍe katham – wie in einer einzigen Körpermasse; kārya-kāraṇa-bheda-rūpeṇa – aufgrund von Ursache-Wirkungs-Unterschieden; aṃśa-tattva – Anteil und Grundprinzip; vācaka-vācya – Bezeichnung und Bezeichnetes; sthāna-viṣaya-devatā-kośa-bheda – Unterschiede von Ort, Gegenstand, Gottheit und Hülle

5. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
athākāśo’ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkāraḥ | vāyuḥ samānodānavyānāpānaprāṇāḥ |
vahniḥ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇāni | āpaḥ śabdasparśarūparasagandhāḥ |
pṛthivī vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |

Übersetzung

Dem Raum werden Antahkarana, Manas, Buddhi, Chitta und Ahamkara zugeordnet; der Luft Samana, Udana, Vyana, Apana und Prana; dem Feuer Gehör, Haut, Augen, Zunge und Nase; dem Wasser Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch; der Erde Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungsorgan und Geschlechtsorgan.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ākāśaḥ – Raum; antaḥkaraṇa-mano-buddhi-citta-ahaṅkāraḥ – inneres Organ, Manas, Buddhi, Chitta und Ahamkara; vāyuḥ – Luft; samāna-udāna-vyāna-apāna-prāṇāḥ – die fünf Hauptlebenswinde; vahniḥ – Feuer; śrotra-tvak-cakṣus-jihvā-ghrāṇāni – Gehör, Haut, Augen, Zunge und Nase; āpaḥ – Wasser; śabda-sparśa-rūpa-rasa-gandhāḥ – Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch; pṛthivī – Erde; vāk-pāṇi-pāda-pāyu-upasthāḥ – Sprache, Hände, Füße, Ausscheidungs- und Geschlechtsorgan

6. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
jñānasaṅkalpaniścayānusandhānābhimānā ākāśakāryāntaḥkaraṇaviṣayāḥ |
samīkaraṇonnanayanagrahaṇaśravaṇocchvāsā vāyukāryaprāṇādiviṣayāḥ |
śabdasparśarūparasagandhā agnikāryajñānendriyaviṣayā abāśritāḥ |
vacanādānagamanavisargānandāḥ pṛthivīkāryakarmendriyaviṣayāḥ |
karmajñānendriyaviṣayeṣu prāṇatanmātraviṣayā antarbhūtāḥ | manobuddhyościttāhaṅkārau cāntarbhūtau |

Übersetzung

Erkennen, Vorstellen, Entscheiden, Nachforschen und Ichbehauptung sind die Bereiche des inneren Organs und gelten als Wirkungen des Raumes. Ausgleichen, Anheben, Ergreifen, Hören und Atmen werden den Lebenswinden und damit der Luft zugeordnet. Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch sind die Gegenstände der Erkenntnissinne und werden Feuer und Wasser zugeordnet. Sprechen, Geben und Nehmen, Gehen, Ausscheiden und Lust sind die Bereiche der Handlungsorgane und werden der Erde zugeordnet. Die Bereiche von Prana und Tanmatras sind in den Sinnes- und Handlungsorganen enthalten; Chitta und Ahamkara sind in Manas und Buddhi eingeschlossen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

jñāna-saṅkalpa-niścaya-anusandhāna-abhimānāḥ – Erkennen, Vorstellen, Entscheiden, Nachforschen und Ichbehauptung; ākāśa-kārya-antaḥkaraṇa-viṣayāḥ – Bereiche des inneren Organs als Wirkungen des Raumes; samīkaraṇa-unnanayana-grahaṇa-śravaṇa-ucchvāsāḥ – Ausgleichen, Anheben, Ergreifen, Hören und Atmen; vāyu-kārya-prāṇa-ādi-viṣayāḥ – Bereiche der Lebenswinde als Wirkungen der Luft; śabda-sparśa-rūpa-rasa-gandhāḥ – Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch; agni-kārya-jñānendriya-viṣayāḥ – Gegenstände der Erkenntnissinne als Wirkungen des Feuers; ab-āśritāḥ – auf Wasser gestützt; vacana-ādāna-gamana-visarga-ānandāḥ – Sprechen, Nehmen, Gehen, Ausscheiden und Lust; pṛthivī-kārya-karmendriya-viṣayāḥ – Bereiche der Handlungsorgane als Wirkungen der Erde; karma-jñānendriya-viṣayeṣu – in den Bereichen von Handlungs- und Erkenntnissinnen; prāṇa-tanmātra-viṣayāḥ antarbhūtāḥ – sind die Bereiche von Prana und Tanmatras enthalten; mano-buddhyoḥ citta-ahaṅkārau – in Manas und Buddhi Chitta und Ahamkara

7. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
avakāśavidhūtadarśanapiṇḍīkaraṇadhāraṇāḥ sūkṣmatamā jaivatanmātraviṣayāḥ |

Übersetzung

Raumgeben, Bewegung, Sichtbarwerden, Verdichtung und Festhalten werden als die feinsten Funktionen der mit dem Jiva verbundenen Tanmatras beschrieben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

avakāśa – Raumgeben; vidhūta – Bewegung oder Erschütterung; darśana – Sichtbarwerden; piṇḍīkaraṇa – Verdichtung; dhāraṇāḥ – Festhalten; sūkṣmatamā jaiva-tanmātra-viṣayāḥ – feinste Funktionen der mit dem Jiva verbundenen Tanmatras

8. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
evaṃ dvādaśāṅgāni ādhyātmikānyādhibhautikānyādhidaivikāni |
atra niśākaracaturmukhadigvātārkavaruṇāśvyagnīndropendraprajāpatiyamā ityakṣādhidevatārūpairdvādaśanāḍyantaḥpravṛttāḥ prāṇā evāṅgāni |
aṅgajñānaṃ tadeva jñāteti |

Übersetzung

So entstehen zwölf Glieder auf der individuellen, elementaren und göttlichen Ebene. Mond, Brahma, die Richtungen, Wind, Sonne, Varuna, die Ashvins, Agni, Indra, Upendra, Prajapati und Yama wirken als vorsitzende Gottheiten der Sinne in den zwölf Nadis. Die Lebenskräfte sind die Glieder; wer sich mit dem Wissen um diese Glieder identifiziert, erscheint als der Erkennende, der Jiva.

Wort-für-Wort-Übersetzung

evaṃ dvādaśāṅgāni – so die zwölf Glieder; ādhyātmikāni ādhibhautikāni ādhidaivikāni – individuell, elementar und göttlich; niśākara-caturmukha-diś-vāta-arka-varuṇa-aśvi-agni-indra-upendra-prajāpati-yamāḥ – Mond, Brahma, Richtungen, Wind, Sonne, Varuna, Ashvins, Agni, Indra, Upendra, Prajapati und Yama; akṣa-adhidevatā-rūpaiḥ – als Gottheiten der Sinne; dvādaśa-nāḍī-antaḥ-pravṛttāḥ – in den zwölf Nadis wirkend; prāṇā eva aṅgāni – die Lebenskräfte sind die Glieder; aṅga-jñānaṃ tat eva jñātā – das Wissen der Glieder erscheint als Erkennender

9. Prosalehre Trishikhibrahmana Upanishad
atha vyomānilānalajalānnānāṃ pañcīkaraṇamiti |
jñātṛtvaṃ samānayogena śrotradvārā śabdaguṇo vāgadhiṣṭhita ākāśe tiṣṭhati ākāśastiṣṭhati |
manovyānayogena tvagdvārā sparśaguṇaḥ pāṇyadhiṣṭhito vāyau tiṣṭhati vāyustiṣṭhati |
buddhirudānayogena cakṣurdvārā rūpaguṇaḥ pādādhiṣṭhito’gnau tiṣṭhatyagnistiṣṭhati |
cittamapānayogena jihvādvārā rasaguṇa upasthādhiṣṭhito’psu tiṣṭhatyāpastiṣṭhanti |
ahaṅkāraḥ prāṇayogena ghrāṇadvārā gandhaguṇo gudādhiṣṭhitaḥ pṛthivyāṃ tiṣṭhati pṛthivī tiṣṭhati ya evaṃ veda |

Übersetzung

Nun folgt die Lehre von der fünffachen Verbindung der Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Der Erkennende steht zusammen mit Samana, Gehör, Klang und Sprache im Raum; Manas steht zusammen mit Vyana, Haut, Berührung und Hand in der Luft; Buddhi zusammen mit Udana, Auge, Form und Fuß im Feuer; Chitta zusammen mit Apana, Zunge, Geschmack und Geschlechtsorgan im Wasser; Ahamkara zusammen mit Prana, Nase, Geruch und Ausscheidungsorgan in der Erde. So erkennt es, wer diese Zuordnungen durchschaut.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vyoma-anila-anala-jala-annānāṃ pañcīkaraṇam – die Fünffachverbindung von Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde beziehungsweise Nahrung; jñātṛtvam samāna-yogena – der Erkennende zusammen mit Samana; śrotra-dvārā śabda-guṇaḥ – durch das Gehör mit der Eigenschaft Klang; vāk-adhiṣṭhitaḥ – auf Sprache gegründet; ākāśe tiṣṭhati – steht im Raum; manaḥ vyāna-yogena – Manas zusammen mit Vyana; tvak-dvārā sparśa-guṇaḥ – durch die Haut mit Berührung; pāṇi-adhiṣṭhitaḥ – auf der Hand gegründet; vāyau tiṣṭhati – steht in der Luft; buddhiḥ udāna-yogena – Buddhi zusammen mit Udana; cakṣur-dvārā rūpa-guṇaḥ – durch das Auge mit Form; pāda-adhiṣṭhitaḥ – auf dem Fuß gegründet; agnau tiṣṭhati – steht im Feuer; cittam apāna-yogena – Chitta zusammen mit Apana; jihvā-dvārā rasa-guṇaḥ – durch die Zunge mit Geschmack; upastha-adhiṣṭhitaḥ – auf dem Geschlechtsorgan gegründet; apsu tiṣṭhati – steht im Wasser; ahaṅkāraḥ prāṇa-yogena – Ahamkara zusammen mit Prana; ghrāṇa-dvārā gandha-guṇaḥ – durch die Nase mit Geruch; guda-adhiṣṭhitaḥ – auf dem Ausscheidungsorgan gegründet; pṛthivyāṃ tiṣṭhati – steht in der Erde; ya evaṃ veda – wer dies so erkennt

Mantra-Teil: 164 Verse

1. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pṛthagbhūte ṣoḍaśa kalāḥ svārthabhāgānparānkramāt |
antaḥkaraṇavyānākṣirasapāyunabhaḥkramāt || 1 ||

Übersetzung

In den voneinander unterschiedenen Elementen liegen sechzehn Kräfte mit ihren Haupt- und Nebenanteilen in bestimmter Reihenfolge. Dabei entsprechen Antahkarana, Vyana, Auge, Geschmack und Ausscheidungsorgan der Ordnung von Raum bis Erde.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pṛthagbhūte ṣoḍaśa kalāḥ svārthabhāgānparānkramāt – In den voneinander unterschiedenen Elementen liegen sechzehn Kräfte mit ihren Haupt- und Nebenanteilen in bestimmter Reihenfolge.; antaḥkaraṇavyānākṣirasapāyunabhaḥkramāt – Dabei entsprechen Antahkarana, Vyana, Auge, Geschmack und Ausscheidungsorgan der Ordnung von Raum bis Erde.

2. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
mukhyātpūrvottarairbhāgairbhūtebhūte catuścatuḥ |
pūrvamākāśamāśritya pṛthivyādiṣu saṃsthitāḥ || 2 ||

Übersetzung

In jedem einzelnen Element befinden sich neben seinem Hauptanteil vier Anteile der übrigen Elemente. Vom Raum ausgehend sind sie auf diese Weise auch in Erde und den anderen Elementen gegenwärtig.

Wort-für-Wort-Übersetzung

mukhyātpūrvottarairbhāgairbhūtebhūte catuścatuḥ – In jedem einzelnen Element befinden sich neben seinem Hauptanteil vier Anteile der übrigen Elemente.; pūrvamākāśamāśritya pṛthivyādiṣu saṃsthitāḥ – Vom Raum ausgehend sind sie auf diese Weise auch in Erde und den anderen Elementen gegenwärtig.

3. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
mukhyādūrdhve parā jñeyā na parānuttarānviduḥ |
evamaṃśo hyabhūttasmāttebhyaścāṃśo hyabhūttathā || 3 ||

Übersetzung

Der Hauptanteil ist als vorrangig zu erkennen; die nachgeordneten Teile gelten nicht als gleichrangig. So entstand aus jenem der Hauptanteil und aus den übrigen wiederum der Nebenanteil.

Wort-für-Wort-Übersetzung

mukhyādūrdhve parā jñeyā na parānuttarānviduḥ – Der Hauptanteil ist als vorrangig zu erkennen; die nachgeordneten Teile gelten nicht als gleichrangig.; evamaṃśo hyabhūttasmāttebhyaścāṃśo hyabhūttathā – So entstand aus jenem der Hauptanteil und aus den übrigen wiederum der Nebenanteil.

4. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tasmādanyonyamāśritya hyotaṃ protamanukramāt |
pañcabhūtamayī bhūmiḥ sā cetanasamanvitā || 4 ||

Übersetzung

Darum sind sie in abgestufter Ordnung voneinander abhängig und wie Kette und Schuss miteinander verwoben. So entsteht die aus fünf Elementen bestehende Welt, die mit Bewusstsein verbunden ist.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tasmādanyonyamāśritya hyotaṃ protamanukramāt – Darum sind sie in abgestufter Ordnung voneinander abhängig und wie Kette und Schuss miteinander verwoben.; pañcabhūtamayī bhūmiḥ sā cetanasamanvitā – So entsteht die aus fünf Elementen bestehende Welt, die mit Bewusstsein verbunden ist.

5. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tata oṣadhayo’nnaṃ ca tataḥ piṇḍāścaturvidhāḥ |
rasāsṛṅmāṃsamedo’sthimajjāśukrāṇi dhātavaḥ || 5 ||

Übersetzung

Aus ihr entstehen Pflanzen und Nahrung und daraus die vier Arten verkörperter Wesen. Ihre körperlichen Bestandteile sind Nährsaft, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tata oṣadhayo’nnaṃ ca tataḥ piṇḍāścaturvidhāḥ – Aus ihr entstehen Pflanzen und Nahrung und daraus die vier Arten verkörperter Wesen.; rasāsṛṅmāṃsamedo’sthimajjāśukrāṇi dhātavaḥ – Ihre körperlichen Bestandteile sind Nährsaft, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen.

6. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kecittadyogataḥ piṇḍā bhūtebhyaḥ saṃbhavāḥ kvacit |
tasminnannamayaḥ piṇḍo nābhimaṇḍalasaṃsthitāḥ || 6 ||

Übersetzung

Manche Körper entstehen durch die Verbindung dieser Stoffe, andere unmittelbar aus den Elementen. In diesem Gefüge befindet sich der aus Nahrung gebildete Körper im Bereich des Nabels.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kecittadyogataḥ piṇḍā bhūtebhyaḥ saṃbhavāḥ kvacit – Manche Körper entstehen durch die Verbindung dieser Stoffe, andere unmittelbar aus den Elementen.; tasminnannamayaḥ piṇḍo nābhimaṇḍalasaṃsthitāḥ – In diesem Gefüge befindet sich der aus Nahrung gebildete Körper im Bereich des Nabels.

7. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
asya madhye’sti hṛdayaṃ sanālaṃ padmakośavat |
sattvāntarvartino devāḥ kartrahaṅkāracetanāḥ || 7 ||

Übersetzung

In seiner Mitte liegt das Herz wie eine Lotusknospe mit ihrem Stiel. In seinem Inneren wirken die göttlichen Kräfte des Handelns, des Ichbewusstseins und der Wahrnehmung.

Wort-für-Wort-Übersetzung

asya madhye’sti hṛdayaṃ sanālaṃ padmakośavat – In seiner Mitte liegt das Herz wie eine Lotusknospe mit ihrem Stiel.; sattvāntarvartino devāḥ kartrahaṅkāracetanāḥ – In seinem Inneren wirken die göttlichen Kräfte des Handelns, des Ichbewusstseins und der Wahrnehmung.

8. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
asya bījaṃ tamaḥpiṇḍaṃ moharūpaṃ jaḍaṃ ghanam |
vartate kaṇṭhamāśritya miśrībhūtamidaṃ jagat || 8 ||

Übersetzung

Sein Same ist eine dichte, unbewegliche Masse des Tamas in Gestalt der Verblendung. Auf den Halsbereich gestützt erscheint diese vermischte und vielgestaltige Welt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

asya bījaṃ tamaḥpiṇḍaṃ moharūpaṃ jaḍaṃ ghanam – Sein Same ist eine dichte, unbewegliche Masse des Tamas in Gestalt der Verblendung.; vartate kaṇṭhamāśritya miśrībhūtamidaṃ jagat – Auf den Halsbereich gestützt erscheint diese vermischte und vielgestaltige Welt.

9. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pratyagānandarūpātmā mūrdhni sthāne pare pade |
anantaśaktisaṃyukto jagadrūpeṇa bhāsate || 9 ||

Übersetzung

Der innere Atman, dessen Wesen unmittelbare Freude ist, befindet sich oben im höchsten Bereich des Hauptes. Mit unendlicher Kraft verbunden erstrahlt er in Gestalt der Welt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pratyagānandarūpātmā mūrdhni sthāne pare pade – Der innere Atman, dessen Wesen unmittelbare Freude ist, befindet sich oben im höchsten Bereich des Hauptes.; anantaśaktisaṃyukto jagadrūpeṇa bhāsate – Mit unendlicher Kraft verbunden erstrahlt er in Gestalt der Welt.

10. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sarvatra vartate jāgratsvapnaṃ jāgrati vartate |
suṣuptaṃ ca turīyaṃ ca nānyāvasthāsu kutracit || 10 ||

Übersetzung

Der Wachzustand ist überall wirksam, und der Traum ist auch im Wachen enthalten. Tiefschlaf und Turiya sind dagegen in keinem der anderen Zustände enthalten.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sarvatra vartate jāgratsvapnaṃ jāgrati vartate – Der Wachzustand ist überall wirksam, und der Traum ist auch im Wachen enthalten.; suṣuptaṃ ca turīyaṃ ca nānyāvasthāsu kutracit – Tiefschlaf und Turiya sind dagegen in keinem der anderen Zustände enthalten.

11. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sarvadeśeṣvanusyūtaścatūrūpaḥ śivātmakaḥ |
yathā mahāphale sarve rasāḥ sarvapravartakāḥ || 11 ||

Übersetzung

Das viergestaltige, seinem Wesen nach göttliche Shiva-Prinzip durchzieht alle Orte. Es ist wie die Säfte einer großen Frucht, die das Ganze beleben und durchdringen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sarvadeśeṣvanusyūtaścatūrūpaḥ śivātmakaḥ – Das viergestaltige, seinem Wesen nach göttliche Shiva-Prinzip durchzieht alle Orte.; yathā mahāphale sarve rasāḥ sarvapravartakāḥ – Es ist wie die Säfte einer großen Frucht, die das Ganze beleben und durchdringen.

12. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tathaivānnamaye kośe kośāstiṣṭhanti cāntare |
yathā kośastathā jīvo yathā jīvastathā śivaḥ || 12 ||

Übersetzung

Ebenso liegen innerhalb der Nahrungshülle die weiteren Hüllen. Wie die Hülle, so erscheint der Jiva; und wie der Jiva, so ist seinem Grund nach Shiva.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tathaivānnamaye kośe kośāstiṣṭhanti cāntare – Ebenso liegen innerhalb der Nahrungshülle die weiteren Hüllen.; yathā kośastathā jīvo yathā jīvastathā śivaḥ – Wie die Hülle, so erscheint der Jiva; und wie der Jiva, so ist seinem Grund nach Shiva.

13. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
savikārastathā jīvo nirvikārastathā śivaḥ |
kośāstasya vikārāste hyavasthāsu pravartakāḥ || 13 ||

Übersetzung

Der Jiva erscheint veränderlich, Shiva dagegen unveränderlich. Die Hüllen sind seine Veränderungen und bringen die verschiedenen Bewusstseinszustände hervor.

Wort-für-Wort-Übersetzung

savikārastathā jīvo nirvikārastathā śivaḥ – Der Jiva erscheint veränderlich, Shiva dagegen unveränderlich.; kośāstasya vikārāste hyavasthāsu pravartakāḥ – Die Hüllen sind seine Veränderungen und bringen die verschiedenen Bewusstseinszustände hervor.

14. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yathā rasāśaye phenaṃ mathanādeva jāyate |
mano nirmathanādeva vikalpā bahavastathā || 14 ||

Übersetzung

Wie beim Quirlen einer Flüssigkeit Schaum entsteht, so entstehen durch das Aufwühlen des Geistes zahlreiche unterscheidende Vorstellungen und Zweifel.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yathā rasāśaye phenaṃ mathanādeva jāyate – Wie beim Quirlen einer Flüssigkeit Schaum entsteht,; mano nirmathanādeva vikalpā bahavastathā – so entstehen durch das Aufwühlen des Geistes zahlreiche unterscheidende Vorstellungen und Zweifel.

15. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
karmaṇā vartate karmī tattyāgācchāntimāpnuyāt |
ayane dakṣiṇe prāpte prapañcābhimukhaṃ gataḥ || 15 ||

Übersetzung

Der Handelnde wird durch sein Karma gebunden; durch dessen Loslassen erlangt er Frieden. Auf dem südlichen Weg angekommen, wendet er sich der entfalteten Erscheinungswelt zu.

Wort-für-Wort-Übersetzung

karmaṇā vartate karmī tattyāgācchāntimāpnuyāt – Der Handelnde wird durch sein Karma gebunden; durch dessen Loslassen erlangt er Frieden.; ayane dakṣiṇe prāpte prapañcābhimukhaṃ gataḥ – Auf dem südlichen Weg angekommen, wendet er sich der entfalteten Erscheinungswelt zu.

16. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ahaṅkārābhimānena jīvaḥ syāddhi sadāśivaḥ |
sa cāvivekaprakṛtisaṅgatyā tatra muhyate || 16 ||

Übersetzung

Durch die Identifikation mit dem Ich wird selbst Sadashiva als Jiva erfahren. Durch die Verbindung mit einer nicht unterscheidenden Natur gerät dieser dort in Verblendung.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ahaṅkārābhimānena jīvaḥ syāddhi sadāśivaḥ – Durch die Identifikation mit dem Ich wird selbst Sadashiva als Jiva erfahren.; sa cāvivekaprakṛtisaṅgatyā tatra muhyate – Durch die Verbindung mit einer nicht unterscheidenden Natur gerät dieser dort in Verblendung.

17. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nānāyoniśataṃ gatvā śete’sau vāsanāvaśāt |
vimokṣātsaṃcaratyeva matsyaḥ kūladvayaṃ yathā || 17 ||

Übersetzung

Von seinen Prägungen beherrscht gelangt er in Hunderte verschiedener Geburtsformen. Von der Befreiung entfernt wandert er wie ein Fisch zwischen zwei Ufern hin und her.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nānāyoniśataṃ gatvā śete’sau vāsanāvaśāt – Von seinen Prägungen beherrscht gelangt er in Hunderte verschiedener Geburtsformen.; vimokṣātsaṃcaratyeva matsyaḥ kūladvayaṃ yathā – Von der Befreiung entfernt wandert er wie ein Fisch zwischen zwei Ufern hin und her.

18. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tataḥ kālavaśādeva hyātmajñānavivekataḥ |
uttarābhimukho bhūtvā sthānātsthānāntaraṃ kramāt || 18 ||

Übersetzung

Wenn die Zeit reif ist, erwacht durch Selbsterkenntnis die Unterscheidungskraft. Dann wendet er sich dem nördlichen Weg zu und schreitet stufenweise von einem Zustand zum nächsten.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tataḥ kālavaśādeva hyātmajñānavivekataḥ – Wenn die Zeit reif ist, erwacht durch Selbsterkenntnis die Unterscheidungskraft.; uttarābhimukho bhūtvā sthānātsthānāntaraṃ kramāt – Dann wendet er sich dem nördlichen Weg zu und schreitet stufenweise von einem Zustand zum nächsten.

19. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
mūrdhnyādhāyātmanaḥ prāṇānyogābhyāsaṃ sthitaścaran |
yogātsañjāyate jñānaṃ jñānādyogaḥ pravartate || 19 ||

Übersetzung

Indem er seine Lebenskräfte zum Scheitel führt, bleibt er beständig in der Übung des Yoga. Aus Yoga entsteht Erkenntnis, und durch Erkenntnis entfaltet sich Yoga weiter.

Wort-für-Wort-Übersetzung

mūrdhnyādhāyātmanaḥ prāṇānyogābhyāsaṃ sthitaścaran – Indem er seine Lebenskräfte zum Scheitel führt, bleibt er beständig in der Übung des Yoga.; yogātsañjāyate jñānaṃ jñānādyogaḥ pravartate – Aus Yoga entsteht Erkenntnis, und durch Erkenntnis entfaltet sich Yoga weiter.

20. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yogajñānaparo nityaṃ sa yogī na praṇaśyati |
vikārasthaṃ śivaṃ paśyedvikāraśca śivena tu || 20 ||

Übersetzung

Wer beständig Yoga und Erkenntnis hingegeben ist, geht nicht zugrunde. Er soll Shiva in allen Veränderungen sehen, die Veränderungen jedoch nicht in Shiva hineintragen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yogajñānaparo nityaṃ sa yogī na praṇaśyati – Wer beständig Yoga und Erkenntnis hingegeben ist, geht nicht zugrunde.; vikārasthaṃ śivaṃ paśyedvikāraśca śivena tu – Er soll Shiva in allen Veränderungen sehen, die Veränderungen jedoch nicht in Shiva hineintragen.

21. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yogaprakāśakaṃ yogairdhyāyeccānanya bhāvanaḥ |
yogajñāne na vidyete tasya bhāvo na siddhyati || 21 ||

Übersetzung

Einspitzig soll er mit den Mitteln des Yoga über das meditieren, was Yoga offenbart. Fehlen Yoga und Erkenntnis, kann seine innere Verwirklichung nicht vollendet werden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yogaprakāśakaṃ yogairdhyāyeccānanya bhāvanaḥ – Einspitzig soll er mit den Mitteln des Yoga über das meditieren, was Yoga offenbart.; yogajñāne na vidyete tasya bhāvo na siddhyati – Fehlen Yoga und Erkenntnis, kann seine innere Verwirklichung nicht vollendet werden.

22. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tasmādabhyāsayogena manaḥprāṇānnirodhayet |
yogī niśitadhāreṇa kṣureṇaiva nikṛntayet || 22 ||

Übersetzung

Darum soll er durch beharrliche Übung Geist und Prana zur Ruhe bringen. Mit der scharfen Schneide der Praxis soll der Yogi das Hindernis der Unwissenheit wie mit einem Messer durchtrennen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tasmādabhyāsayogena manaḥprāṇānnirodhayet – Darum soll er durch beharrliche Übung Geist und Prana zur Ruhe bringen.; yogī niśitadhāreṇa kṣureṇaiva nikṛntayet – Mit der scharfen Schneide der Praxis soll der Yogi das Hindernis der Unwissenheit wie mit einem Messer durchtrennen.

23. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
śikhā jñānamayī vṛttiryamādyaṣṭāṅgasādhanaiḥ |
jñānayogaḥ karmayoga iti yogo dvidhā mataḥ || 23 ||

Übersetzung

Die „Haarspitze“ ist hier die von Erkenntnis erfüllte Bewegung, die durch die acht Glieder von Yama an geübt wird. Yoga gilt als zweifach: Jnana Yoga und Karma Yoga.

Wort-für-Wort-Übersetzung

śikhā jñānamayī vṛttiryamādyaṣṭāṅgasādhanaiḥ – Die „Haarspitze“ ist hier die von Erkenntnis erfüllte Bewegung, die durch die acht Glieder von Yama an geübt wird.; jñānayogaḥ karmayoga iti yogo dvidhā mataḥ – Yoga gilt als zweifach: Jnana Yoga und Karma Yoga.

24. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kriyāyogamathedānīṃ śruṇu brāhmaṇasattama |
avyākulasya cittasya bandhanaṃ viṣaye kvacit || 24 ||

Übersetzung

Höre nun, bester der Brahmanen, die Lehre vom Kriya Yoga. Er besteht darin, den ungestörten Geist an einen bestimmten Gegenstand oder Bereich zu binden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kriyāyogamathedānīṃ śruṇu brāhmaṇasattama – Höre nun, bester der Brahmanen, die Lehre vom Kriya Yoga.; avyākulasya cittasya bandhanaṃ viṣaye kvacit – Er besteht darin, den ungestörten Geist an einen bestimmten Gegenstand oder Bereich zu binden.

25. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yatsaṃyogo dvijaśreṣṭha sa ca dvaividhyamaśnute |
karma kartavyamityeva vihiteṣveva karmasu || 25 ||

Übersetzung

Diese Verbindung, Bester der Zweimalgeborenen, besitzt zwei Formen. Die erste besteht in der Haltung: „Die vorgeschriebenen Handlungen müssen ausgeführt werden.“

Wort-für-Wort-Übersetzung

yatsaṃyogo dvijaśreṣṭha sa ca dvaividhyamaśnute – Diese Verbindung, Bester der Zweimalgeborenen, besitzt zwei Formen.; karma kartavyamityeva vihiteṣveva karmasu – Die erste besteht in der Haltung: „Die vorgeschriebenen Handlungen müssen ausgeführt werden.“

26. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
bandhanaṃ manaso nityaṃ karmayogaḥ sa ucyate |
yatta cittasya satatamarthe śreyasi bandhanam || 26 ||

Übersetzung

Die beständige Bindung des Geistes an die gebotenen Handlungen wird Karma Yoga genannt. Die fortwährende Ausrichtung des Bewusstseins auf das höchste Gut

Wort-für-Wort-Übersetzung

bandhanaṃ manaso nityaṃ karmayogaḥ sa ucyate – Die beständige Bindung des Geistes an die gebotenen Handlungen wird Karma Yoga genannt.; yatta cittasya satatamarthe śreyasi bandhanam – Die fortwährende Ausrichtung des Bewusstseins auf das höchste Gut

27. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jñānayogaḥ sa vijñeyaḥ sarvasiddhikaraḥ śivaḥ |
yasyoktalakṣaṇe yoge dvividhe’pyavyayaṃ manaḥ || 27 ||

Übersetzung

soll als Jnana Yoga erkannt werden, der segensreich ist und zur Vollendung führt. Wessen Geist in beiden so beschriebenen Formen des Yoga unveränderlich bleibt,

Wort-für-Wort-Übersetzung

jñānayogaḥ sa vijñeyaḥ sarvasiddhikaraḥ śivaḥ – soll als Jnana Yoga erkannt werden, der segensreich ist und zur Vollendung führt.; yasyoktalakṣaṇe yoge dvividhe’pyavyayaṃ manaḥ – Wessen Geist in beiden so beschriebenen Formen des Yoga unveränderlich bleibt,

28. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sa yāti paramaṃ śreyo mokṣalakṣaṇamañjasā |
dehendriyeṣu vairāgyaṃ yama ityucyate budhaiḥ || 28 ||

Übersetzung

der gelangt unmittelbar zum höchsten Gut, dessen Kennzeichen Moksha ist. Nichtanhaftung gegenüber Körper und Sinnen wird von den Weisen Yama genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sa yāti paramaṃ śreyo mokṣalakṣaṇamañjasā – der gelangt unmittelbar zum höchsten Gut, dessen Kennzeichen Moksha ist.; dehendriyeṣu vairāgyaṃ yama ityucyate budhaiḥ – Nichtanhaftung gegenüber Körper und Sinnen wird von den Weisen Yama genannt.

29. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
anuraktiḥ pare tattve satataṃ niyamaḥ smṛtaḥ |
sarvavastunyudāsīnabhāvamāsanamuttamam || 29 ||

Übersetzung

Beständige Hingabe an die höchste Wirklichkeit gilt als Niyama. Die Haltung innerer Unberührtheit gegenüber allen Dingen ist das höchste Asana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

anuraktiḥ pare tattve satataṃ niyamaḥ smṛtaḥ – Beständige Hingabe an die höchste Wirklichkeit gilt als Niyama.; sarvavastunyudāsīnabhāvamāsanamuttamam – Die Haltung innerer Unberührtheit gegenüber allen Dingen ist das höchste Asana.

30. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jagatsarvamidaṃ mithyāpratītiḥ prāṇasaṃyamaḥ |
cittasyāntarmukhībhāvaḥ pratyāhārastu sattama || 30 ||

Übersetzung

Die Einsicht, dass diese gesamte Erscheinungswelt nicht letztgültig ist, wird als Beherrschung des Prana bezeichnet. Die Hinwendung des Bewusstseins nach innen ist das vorzügliche Pratyahara.

Wort-für-Wort-Übersetzung

jagatsarvamidaṃ mithyāpratītiḥ prāṇasaṃyamaḥ – Die Einsicht, dass diese gesamte Erscheinungswelt nicht letztgültig ist, wird als Beherrschung des Prana bezeichnet.; cittasyāntarmukhībhāvaḥ pratyāhārastu sattama – Die Hinwendung des Bewusstseins nach innen ist das vorzügliche Pratyahara.

31. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
cittasya niścalībhāvo dhāraṇā dhāraṇaṃ viduḥ |
so’haṃ cinmātrameveti cintanaṃ dhyānamucyate || 31 ||

Übersetzung

Das Unbeweglichwerden des Bewusstseins nennt man Dharana. Die Betrachtung „Ich bin reines Bewusstsein“ oder „Soham“ wird Dhyana genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

cittasya niścalībhāvo dhāraṇā dhāraṇaṃ viduḥ – Das Unbeweglichwerden des Bewusstseins nennt man Dharana.; so’haṃ cinmātrameveti cintanaṃ dhyānamucyate – Die Betrachtung „Ich bin reines Bewusstsein“ oder „Soham“ wird Dhyana genannt.

32. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dhyānasya vismṛtiḥ samyaksamādhirabhidhīyate |
ahiṃsā satyamasteyaṃ brahmacaryaṃ dayārjavam || 32 ||

Übersetzung

Das vollständige Vergessen selbst des Meditationsvorgangs wird Samadhi genannt. Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Brahmacharya, Mitgefühl und Aufrichtigkeit

Wort-für-Wort-Übersetzung

dhyānasya vismṛtiḥ samyaksamādhirabhidhīyate – Das vollständige Vergessen selbst des Meditationsvorgangs wird Samadhi genannt.; ahiṃsā satyamasteyaṃ brahmacaryaṃ dayārjavam – Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Brahmacharya, Mitgefühl und Aufrichtigkeit

33. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kṣamā dhṛtirmitāhāraḥ śaucaṃ ceti yamādaśa |
tapaḥsantuṣṭirāstikyaṃ dānamārādhanaṃ hareḥ |
vedāntaśravaṇaṃ caiva hrīrmatiśca japo vratam || 33 ||

Übersetzung

sowie Vergebung, Standhaftigkeit, maßvolle Ernährung und Reinheit sind die zehn Yamas. Askese, Zufriedenheit, Vertrauen, Geben und Verehrung Haris sowie Hören des Vedanta, Schamgefühl, Entschlusskraft, Japa und Gelübde sind die zehn Niyamas.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kṣamā dhṛtirmitāhāraḥ śaucaṃ ceti yamādaśa – sowie Vergebung, Standhaftigkeit, maßvolle Ernährung und Reinheit sind die zehn Yamas.; tapaḥsantuṣṭirāstikyaṃ dānamārādhanaṃ hareḥ – Askese, Zufriedenheit, Vertrauen, Geben und Verehrung Haris; vedāntaśravaṇaṃ caiva hrīrmatiśca japo vratam – sowie Hören des Vedanta, Schamgefühl, Entschlusskraft, Japa und Gelübde sind die zehn Niyamas.

34. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
āsanāni tadaṅgāni svastikādīni vai dvija || 34 ||

Übersetzung

Zu den Gliedern des Yoga gehören, o Zweimalgeborener, die Asanas, beginnend mit Svastikasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

āsanāni tadaṅgāni svastikādīni vai dvija – Zu den Gliedern des Yoga gehören, o Zweimalgeborener, die Asanas, beginnend mit Svastikasana.

35. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
varṇyante svastikaṃ pādatalayorubhayorapi |
pūrvottare jānunī dve kṛtvāsanamudīritam || 35 ||

Übersetzung

Für Svastikasana legt man die beiden Fußsohlen wechselseitig an die Innenseiten von Knien und Oberschenkeln. Mit den beiden Knien in ausgeglichener Stellung wird diese Haltung eingenommen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

varṇyante svastikaṃ pādatalayorubhayorapi – Für Svastikasana legt man die beiden Fußsohlen wechselseitig an die Innenseiten von Knien und Oberschenkeln.; pūrvottare jānunī dve kṛtvāsanamudīritam – Mit den beiden Knien in ausgeglichener Stellung wird diese Haltung eingenommen.

36. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
savye dakṣiṇagulphaṃ tu pṛṣṭhapārśve niyojayet |
dakṣiṇe’pi tathā savyaṃ gomukhaṃ gormukhaṃ yathā || 36 ||

Übersetzung

Für Gomukhasana setzt man den rechten Knöchel an die linke Seite und den linken entsprechend an die rechte. Die Anordnung gleicht dem Gesicht einer Kuh und wird deshalb Gomukha genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

savye dakṣiṇagulphaṃ tu pṛṣṭhapārśve niyojayet – Für Gomukhasana setzt man den rechten Knöchel an die linke Seite und den linken entsprechend an die rechte.; dakṣiṇe’pi tathā savyaṃ gomukhaṃ gormukhaṃ yathā – Die Anordnung gleicht dem Gesicht einer Kuh und wird deshalb Gomukha genannt.

37. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ekaṃ caraṇamanyasminnūrāvāropya niścalaḥ |
āste yadidamenoghnaṃ vīrāsanamudīritam || 37 ||

Übersetzung

Wer einen Fuß auf den gegenüberliegenden Oberschenkel legt und unbeweglich sitzt, nimmt die als reinigend bezeichnete Vira-Haltung ein.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ekaṃ caraṇamanyasminnūrāvāropya niścalaḥ – Wer einen Fuß auf den gegenüberliegenden Oberschenkel legt und unbeweglich sitzt,; āste yadidamenoghnaṃ vīrāsanamudīritam – nimmt die als reinigend bezeichnete Vira-Haltung ein.

38. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
gudaṃ niyamya gulphābhyāṃ vyutkrameṇa samāhitaḥ |
yogāsanaṃ bhavedetaditi yogavido viduḥ || 38 ||

Übersetzung

Wer mit gekreuzten Knöcheln den Beckenboden begrenzt und gesammelt sitzt, übt das sogenannte Yogasana, wie die Kenner des Yoga lehren.

Wort-für-Wort-Übersetzung

gudaṃ niyamya gulphābhyāṃ vyutkrameṇa samāhitaḥ – Wer mit gekreuzten Knöcheln den Beckenboden begrenzt und gesammelt sitzt,; yogāsanaṃ bhavedetaditi yogavido viduḥ – übt das sogenannte Yogasana, wie die Kenner des Yoga lehren.

39. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ūrvoruparivai dhatte yadā pādatale ubhe |
padmāsanaṃ bhavedetatsarvavyādhiviṣāpaham || 39 ||

Übersetzung

Wenn beide Fußsohlen auf die gegenüberliegenden Oberschenkel gelegt werden, entsteht Padmasana, dem der Text die Beseitigung von Krankheiten und Giften zuschreibt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ūrvoruparivai dhatte yadā pādatale ubhe – Wenn beide Fußsohlen auf die gegenüberliegenden Oberschenkel gelegt werden,; padmāsanaṃ bhavedetatsarvavyādhiviṣāpaham – entsteht Padmasana, dem der Text die Beseitigung von Krankheiten und Giften zuschreibt.

40. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
padmāsanaṃ susaṃsthāpya tadaṅguṣṭhadvayaṃ punaḥ |
vyutkrameṇaiva hastābhyāṃ baddhapadmāsanaṃ bhavet || 40 ||

Übersetzung

Nachdem Padmasana fest eingenommen ist, ergreift man erneut beide großen Zehen. Wer sie mit gekreuzten Armen hält, übt Baddha Padmasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

padmāsanaṃ susaṃsthāpya tadaṅguṣṭhadvayaṃ punaḥ – Nachdem Padmasana fest eingenommen ist, ergreift man erneut beide großen Zehen.; vyutkrameṇaiva hastābhyāṃ baddhapadmāsanaṃ bhavet – Wer sie mit gekreuzten Armen hält, übt Baddha Padmasana.

41. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
padmāsanaṃ susaṃsthāpya jānūrvorantare karau |
niveśya bhūmāvātiṣṭhedvyomasthaḥ kukkuṭāsanaḥ || 41 ||

Übersetzung

In Padmasana werden die Hände zwischen Knien und Oberschenkeln auf den Boden gesetzt. Wer den Körper damit vom Boden abhebt, befindet sich in Kukkutasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

padmāsanaṃ susaṃsthāpya jānūrvorantare karau – In Padmasana werden die Hände zwischen Knien und Oberschenkeln auf den Boden gesetzt.; niveśya bhūmāvātiṣṭhedvyomasthaḥ kukkuṭāsanaḥ – Wer den Körper damit vom Boden abhebt, befindet sich in Kukkutasana.

42. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kukkuṭāsanabandhastho dorbhyāṃ saṃbadhya kandharam |
śete kūrmavaduttāna etaduttānakūrmakam || 42 ||

Übersetzung

Aus Kukkutasana werden Hals und Körper mit den Armen gehalten. Wer ausgestreckt wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegt, übt Uttana Kurmasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kukkuṭāsanabandhastho dorbhyāṃ saṃbadhya kandharam – Aus Kukkutasana werden Hals und Körper mit den Armen gehalten.; śete kūrmavaduttāna etaduttānakūrmakam – Wer ausgestreckt wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegt, übt Uttana Kurmasana.

43. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pādāṅguṣṭhau tu pāṇibhyāṃ gṛhītvā śravaṇāvadhi |
dhanurākarṣakākṛṣṭaṃ dhanurāsanamīritam || 43 ||

Übersetzung

Man ergreift mit den Händen die großen Zehen und zieht die Füße bis in Richtung der Ohren. Die dadurch einem gespannten Bogen gleichende Haltung heißt Dhanurasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pādāṅguṣṭhau tu pāṇibhyāṃ gṛhītvā śravaṇāvadhi – Man ergreift mit den Händen die großen Zehen und zieht die Füße bis in Richtung der Ohren.; dhanurākarṣakākṛṣṭaṃ dhanurāsanamīritam – Die dadurch einem gespannten Bogen gleichende Haltung heißt Dhanurasana.

44. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sīvanīṃ gulphadeśābhyāṃ nipīḍya vyutkrameṇa tu |
prasārya jānunorhastāvāsanaṃ siṃharūpakam || 44 ||

Übersetzung

Für die löwengleiche Haltung drücken die Knöchel von beiden Seiten gegen den Beckenboden. Die Hände werden auf oder zwischen den Knien ausgestreckt; dies ist Simhasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sīvanīṃ gulphadeśābhyāṃ nipīḍya vyutkrameṇa tu – Für die löwengleiche Haltung drücken die Knöchel von beiden Seiten gegen den Beckenboden.; prasārya jānunorhastāvāsanaṃ siṃharūpakam – Die Hände werden auf oder zwischen den Knien ausgestreckt; dies ist Simhasana.

45. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
gulphau ca vṛṣaṇasyādhaḥ sīvanyubhayapārśvayoḥ |
niveśya pādau hastābhyāṃ badhvā bhadrāsanaṃ bhavet || 45 ||

Übersetzung

Die Knöchel werden unterhalb der Genitalien an beiden Seiten des Beckenbodens platziert. Wer die Füße mit den Händen bindet, übt Bhadrasana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

gulphau ca vṛṣaṇasyādhaḥ sīvanyubhayapārśvayoḥ – Die Knöchel werden unterhalb der Genitalien an beiden Seiten des Beckenbodens platziert.; niveśya pādau hastābhyāṃ badhvā bhadrāsanaṃ bhavet – Wer die Füße mit den Händen bindet, übt Bhadrasana.

46. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sīvanīpārśvamubhayaṃ gulphābhyāṃ vyutkrameṇa tu |
nipīḍyāsanametacca muktāsanamudīritam || 46 ||

Übersetzung

Wer beide Seiten des Beckenbodens kreuzweise mit den Knöcheln begrenzt, nimmt die als Muktasana bezeichnete Haltung ein.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sīvanīpārśvamubhayaṃ gulphābhyāṃ vyutkrameṇa tu – Wer beide Seiten des Beckenbodens kreuzweise mit den Knöcheln begrenzt,; nipīḍyāsanametacca muktāsanamudīritam – nimmt die als Muktasana bezeichnete Haltung ein.

47. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
avaṣṭabhya dharāṃ samyaktalābhyāṃ hastayordvayoḥ |
kūrparau nābhipārśve tu sthāpayitvā mayūravat || 47 ||

Übersetzung

Für die Pfauenhaltung stützt man sich fest mit beiden Handflächen auf dem Boden ab. Die Ellenbogen werden seitlich des Nabels eingesetzt, sodass der Körper einem Pfau gleicht.

Wort-für-Wort-Übersetzung

avaṣṭabhya dharāṃ samyaktalābhyāṃ hastayordvayoḥ – Für die Pfauenhaltung stützt man sich fest mit beiden Handflächen auf dem Boden ab.; kūrparau nābhipārśve tu sthāpayitvā mayūravat – Die Ellenbogen werden seitlich des Nabels eingesetzt, sodass der Körper einem Pfau gleicht.

48. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
samunnataśiraḥpādaṃ mayūrāsanamiṣyate |
vāmorumūle dakṣāṅghriṃ jānvorveṣṭitapāṇinā || 48 ||

Übersetzung

Mit angehobenem Kopf und angehobenen Füßen wird dies Mayurasana genannt. Für Matsyapithaka setzt man den rechten Fuß an die Wurzel des linken Oberschenkels und umfasst die Knie mit den Händen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

samunnataśiraḥpādaṃ mayūrāsanamiṣyate – Mit angehobenem Kopf und angehobenen Füßen wird dies Mayurasana genannt.; vāmorumūle dakṣāṅghriṃ jānvorveṣṭitapāṇinā – Für Matsyapithaka setzt man den rechten Fuß an die Wurzel des linken Oberschenkels und umfasst die Knie mit den Händen.

49. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
vāmena vāmāṅguṣṭhaṃ tu gṛhītaṃ matsyapīṭhakam |
yoniṃ vāmena sampīḍya meḍhrādupari dakṣiṇam || 49 ||

Übersetzung

Mit der linken Hand wird dabei der linke große Zeh gehalten; dies ist Matsyapithaka. Für Siddhasana drückt die linke Ferse gegen den Beckenboden, während der rechte Fuß darüber an den Genitalbereich gesetzt wird.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vāmena vāmāṅguṣṭhaṃ tu gṛhītaṃ matsyapīṭhakam – Mit der linken Hand wird dabei der linke große Zeh gehalten; dies ist Matsyapithaka.; yoniṃ vāmena sampīḍya meḍhrādupari dakṣiṇam – Für Siddhasana drückt die linke Ferse gegen den Beckenboden, während der rechte Fuß darüber an den Genitalbereich gesetzt wird.

50. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ṛjukāyaḥ samāsīnaḥ siddhāsanamudīritam |
prasārya bhuvi pādau tu dorbhyāmaṅguṣṭhamādarāt || 50 ||

Übersetzung

Wer so mit aufrechtem Körper sitzt, befindet sich in Siddhasana. Für die westliche Streckung werden die Beine am Boden ausgestreckt und die großen Zehen mit beiden Händen ergriffen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ṛjukāyaḥ samāsīnaḥ siddhāsanamudīritam – Wer so mit aufrechtem Körper sitzt, befindet sich in Siddhasana.; prasārya bhuvi pādau tu dorbhyāmaṅguṣṭhamādarāt – Für die westliche Streckung werden die Beine am Boden ausgestreckt und die großen Zehen mit beiden Händen ergriffen.

51. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jānūpari lalāṭaṃ tu paścimaṃ tānamucyate |
yenakena prakāreṇa sukhaṃ dhāryaṃ ca jāyate || 51 ||

Übersetzung

Die Stirn wird zu den Knien geführt; dies heißt westliche Streckung, Paschimottanasana. Eine Haltung, die auf irgendeine Weise angenehm und beständig gehalten werden kann,

Wort-für-Wort-Übersetzung

jānūpari lalāṭaṃ tu paścimaṃ tānamucyate – Die Stirn wird zu den Knien geführt; dies heißt westliche Streckung, Paschimottanasana.; yenakena prakāreṇa sukhaṃ dhāryaṃ ca jāyate – Eine Haltung, die auf irgendeine Weise angenehm und beständig gehalten werden kann,

52. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tatsukhāsanamityuktamaśaktastatsamācaret |
āsanaṃ vijitaṃ yena jitaṃ tena jagattrayam || 52 ||

Übersetzung

wird Sukhasana genannt; wer zu den anderen Haltungen nicht fähig ist, soll diese üben. Wer Asana gemeistert hat, so erklärt der Text, hat damit die drei Welten gemeistert.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tatsukhāsanamityuktamaśaktastatsamācaret – wird Sukhasana genannt; wer zu den anderen Haltungen nicht fähig ist, soll diese üben.; āsanaṃ vijitaṃ yena jitaṃ tena jagattrayam – Wer Asana gemeistert hat, so erklärt der Text, hat damit die drei Welten gemeistert.

53. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yamaiśca niyamaiścaiva āsanaiśca susaṃyataḥ |
nāḍīśuddhiṃ ca kṛtvādau prāṇāyāmaṃ samācaret || 53 ||

Übersetzung

Nachdem man sich durch Yamas, Niyamas und Asanas gut gesammelt hat, soll man zunächst die Nadis reinigen und danach Pranayama üben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yamaiśca niyamaiścaiva āsanaiśca susaṃyataḥ – Nachdem man sich durch Yamas, Niyamas und Asanas gut gesammelt hat,; nāḍīśuddhiṃ ca kṛtvādau prāṇāyāmaṃ samācaret – soll man zunächst die Nadis reinigen und danach Pranayama üben.

54. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dehamānaṃ svāṅgulibhiḥ ṣaṇṇavatyaṅgulāyatam |
prāṇaḥ śarīrādadhiko dvādaśāṅgulamānataḥ || 54 ||

Übersetzung

Der menschliche Körper wird nach dem eigenen Fingermaß mit sechsundneunzig Fingerbreiten angegeben. Der Prana reicht nach dieser Lehre zwölf Fingerbreiten über den Körper hinaus.

Wort-für-Wort-Übersetzung

dehamānaṃ svāṅgulibhiḥ ṣaṇṇavatyaṅgulāyatam – Der menschliche Körper wird nach dem eigenen Fingermaß mit sechsundneunzig Fingerbreiten angegeben.; prāṇaḥ śarīrādadhiko dvādaśāṅgulamānataḥ – Der Prana reicht nach dieser Lehre zwölf Fingerbreiten über den Körper hinaus.

55. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dehasthamanilaṃ dehasamudbhūtena vahninā |
nyūnaṃ samaṃ vā yogena kurvanbrahmavidiṣyate || 55 ||

Übersetzung

Wer den im Körper wirkenden Atem durch das körpereigene Feuer vermindert oder ins Gleichgewicht bringt, wird durch diese yogische Harmonisierung als ein nach Brahman Strebender bezeichnet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

dehasthamanilaṃ dehasamudbhūtena vahninā – Wer den im Körper wirkenden Atem durch das körpereigene Feuer vermindert oder ins Gleichgewicht bringt,; nyūnaṃ samaṃ vā yogena kurvanbrahmavidiṣyate – wird durch diese yogische Harmonisierung als ein nach Brahman Strebender bezeichnet.

56. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dehamadhye śikhisthānaṃ taptajāmbūnadaprabham |
trikoṇaṃ dvipadāmanyaccaturasraṃ catuṣpadam || 56 ||

Übersetzung

In der Körpermitte liegt der Bereich des inneren Feuers, leuchtend wie geschmolzenes Gold. Bei Zweibeinern gilt er als dreieckig, bei Vierbeinern als viereckig.

Wort-für-Wort-Übersetzung

dehamadhye śikhisthānaṃ taptajāmbūnadaprabham – In der Körpermitte liegt der Bereich des inneren Feuers, leuchtend wie geschmolzenes Gold.; trikoṇaṃ dvipadāmanyaccaturasraṃ catuṣpadam – Bei Zweibeinern gilt er als dreieckig, bei Vierbeinern als viereckig.

57. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
vṛttaṃ vihaṅgamānāṃ tu ṣaḍasraṃ sarpajanmanām |
aṣṭāsraṃ svedajānāṃ tu tasmindīpavadujjvalam |
kandasthānaṃ manuṣyāṇāṃ dehamadhyaṃ navāṅgulam |
caturaṅgulamutsedhaṃ caturaṅgulamāyatam || 57 ||

Übersetzung

Bei Vögeln wird er als rund und bei Schlangenwesen als sechseckig beschrieben. Bei aus Feuchtigkeit entstandenen Wesen gilt er als achteckig; darin leuchtet das Feuer wie eine Lampe. Beim Menschen liegt der Kanda genannte Bereich neun Fingerbreiten von der Körpermitte entfernt. Er wird mit vier Fingerbreiten Höhe und vier Fingerbreiten Ausdehnung beschrieben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vṛttaṃ vihaṅgamānāṃ tu ṣaḍasraṃ sarpajanmanām – Bei Vögeln wird er als rund und bei Schlangenwesen als sechseckig beschrieben.; aṣṭāsraṃ svedajānāṃ tu tasmindīpavadujjvalam – Bei aus Feuchtigkeit entstandenen Wesen gilt er als achteckig; darin leuchtet das Feuer wie eine Lampe.; kandasthānaṃ manuṣyāṇāṃ dehamadhyaṃ navāṅgulam – Beim Menschen liegt der Kanda genannte Bereich neun Fingerbreiten von der Körpermitte entfernt.; caturaṅgulamutsedhaṃ caturaṅgulamāyatam – Er wird mit vier Fingerbreiten Höhe und vier Fingerbreiten Ausdehnung beschrieben.

58. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
aṇḍākṛti tiraścāṃ ca dvijānāṃ ca catuṣpadām |
tundamadhyaṃ tadiṣṭaṃ vai tanmadhyaṃ nābhiripyate || 58 ||

Übersetzung

Bei anderen Tieren, Vögeln und Vierbeinern gilt dieser Bereich als eiförmig. Er liegt in der Bauchmitte, und seine Mitte wird Nabel genannt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

aṇḍākṛti tiraścāṃ ca dvijānāṃ ca catuṣpadām – Bei anderen Tieren, Vögeln und Vierbeinern gilt dieser Bereich als eiförmig.; tundamadhyaṃ tadiṣṭaṃ vai tanmadhyaṃ nābhiripyate – Er liegt in der Bauchmitte, und seine Mitte wird Nabel genannt.

59. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tatra cakraṃ dvādaśāraṃ teṣu viṣṇvādimūrtayaḥ |
ahaṃ tatra sthitaścakraṃ bhrāmayāmi svamāyayā || 59 ||

Übersetzung

Dort befindet sich ein Rad mit zwölf Speichen, in denen Vishnu und weitere göttliche Gestalten wohnen. „Ich“, das göttliche Prinzip, stehe dort und drehe dieses Rad durch meine Maya.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tatra cakraṃ dvādaśāraṃ teṣu viṣṇvādimūrtayaḥ – Dort befindet sich ein Rad mit zwölf Speichen, in denen Vishnu und weitere göttliche Gestalten wohnen.; ahaṃ tatra sthitaścakraṃ bhrāmayāmi svamāyayā – „Ich“, das göttliche Prinzip, stehe dort und drehe dieses Rad durch meine Maya.

60. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
areṣu bhramate jīvaḥ krameṇa dvijasattama |
tantupañjaramadhyasthā yathā bhramati lūtikā || 60 ||

Übersetzung

In seinen Speichen kreist der Jiva nacheinander, o bester Zweimalgeborener. Er gleicht einer Spinne, die sich im Inneren ihres Netzes bewegt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

areṣu bhramate jīvaḥ krameṇa dvijasattama – In seinen Speichen kreist der Jiva nacheinander, o bester Zweimalgeborener.; tantupañjaramadhyasthā yathā bhramati lūtikā – Er gleicht einer Spinne, die sich im Inneren ihres Netzes bewegt.

61. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
prāṇādhirūḍhaścarati jīvastena vinā nahi |
tasyordhve kuṇḍalīsthānaṃ nābhestiryagathordhvataḥ || 61 ||

Übersetzung

Auf dem Prana getragen bewegt sich der Jiva; ohne ihn bewegt er sich nicht. Oberhalb dieses Bereichs liegt, seitlich und aufwärts vom Nabel, der Sitz der Kundalini.

Wort-für-Wort-Übersetzung

prāṇādhirūḍhaścarati jīvastena vinā nahi – Auf dem Prana getragen bewegt sich der Jiva; ohne ihn bewegt er sich nicht.; tasyordhve kuṇḍalīsthānaṃ nābhestiryagathordhvataḥ – Oberhalb dieses Bereichs liegt, seitlich und aufwärts vom Nabel, der Sitz der Kundalini.

62. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
aṣṭaprakṛtirūpā sā cāṣṭadhā kuṇḍalīkṛtā |
yathāvadvāyusāraṃ ca jvalanādi ca nityaśaḥ || 62 ||

Übersetzung

Sie besteht aus den acht Grundkräften der Natur und ist achtfach gewunden. Beständig ordnet sie den Lauf der Lebenswinde und das Entfachen des inneren Feuers.

Wort-für-Wort-Übersetzung

aṣṭaprakṛtirūpā sā cāṣṭadhā kuṇḍalīkṛtā – Sie besteht aus den acht Grundkräften der Natur und ist achtfach gewunden.; yathāvadvāyusāraṃ ca jvalanādi ca nityaśaḥ – Beständig ordnet sie den Lauf der Lebenswinde und das Entfachen des inneren Feuers.

63. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
paritaḥ kandapārśve tu nirudhyeva sadā sthitā |
mukhenaiva samāveṣṭya brahmarandhramukhaṃ tathā || 63 ||

Übersetzung

Sie liegt rings um den Kanda und hält den Durchgang gewöhnlich verschlossen. Mit ihrem Mund umschließt sie den Eingang zum Brahmarandhra.

Wort-für-Wort-Übersetzung

paritaḥ kandapārśve tu nirudhyeva sadā sthitā – Sie liegt rings um den Kanda und hält den Durchgang gewöhnlich verschlossen.; mukhenaiva samāveṣṭya brahmarandhramukhaṃ tathā – Mit ihrem Mund umschließt sie den Eingang zum Brahmarandhra.

64. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yogakālena marutā sāgninā bodhitā satī |
sphuritā hṛdayākāśe nāgarūpā mahojjvalā || 64 ||

Übersetzung

Wird sie zur Zeit der Yogapraxis durch den mit Feuer verbundenen Atem erweckt, erstrahlt sie im Raum des Herzens in Gestalt einer überaus leuchtenden Schlange.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yogakālena marutā sāgninā bodhitā satī – Wird sie zur Zeit der Yogapraxis durch den mit Feuer verbundenen Atem erweckt,; sphuritā hṛdayākāśe nāgarūpā mahojjvalā – erstrahlt sie im Raum des Herzens in Gestalt einer überaus leuchtenden Schlange.

65. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
apanāddvayaṅgulādūrdhvamadho meḍhrasya tāvatā |
dehamadhyaṃ manuṣyāṇāṃ hṛnmadhyaṃ tu catuṣpadām || 65 ||

Übersetzung

Beim Menschen liegt die Körpermitte zwei Fingerbreiten über dem Sitz des Apana und ebenso weit unterhalb der Genitalien. Bei Vierbeinern wird sie in der Herzmitte verortet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

apanāddvayaṅgulādūrdhvamadho meḍhrasya tāvatā – Beim Menschen liegt die Körpermitte zwei Fingerbreiten über dem Sitz des Apana und ebenso weit unterhalb der Genitalien.; dehamadhyaṃ manuṣyāṇāṃ hṛnmadhyaṃ tu catuṣpadām – Bei Vierbeinern wird sie in der Herzmitte verortet.

66. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
itareṣāṃ tundamadhye prāṇāpānasamāyutāḥ |
catuṣprakāradvyayute dehamadhye suṣumnayā || 66 ||

Übersetzung

Bei den übrigen Wesen befindet sie sich in der Bauchmitte, verbunden mit Prana und Apana. In der von zahlreichen Nadis durchzogenen Körpermitte verläuft die Sushumna.

Wort-für-Wort-Übersetzung

itareṣāṃ tundamadhye prāṇāpānasamāyutāḥ – Bei den übrigen Wesen befindet sie sich in der Bauchmitte, verbunden mit Prana und Apana.; catuṣprakāradvyayute dehamadhye suṣumnayā – In der von zahlreichen Nadis durchzogenen Körpermitte verläuft die Sushumna.

67. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kandamadhye sthitā nāḍī suṣumnā supratiṣṭhitā |
padmasūtrapratīkāśā ṛjurūrdhvapravartinī || 67 ||

Übersetzung

Diese Nadi steht fest in der Mitte des Kanda. Sie gleicht der feinen Faser eines Lotusstängels, verläuft gerade und führt nach oben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kandamadhye sthitā nāḍī suṣumnā supratiṣṭhitā – Diese Nadi steht fest in der Mitte des Kanda.; padmasūtrapratīkāśā ṛjurūrdhvapravartinī – Sie gleicht der feinen Faser eines Lotusstängels, verläuft gerade und führt nach oben.

68. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
brahmaṇo vivaraṃ yāvadvidyudābhāsanālakam |
vaiṣṇavī brahmanāḍī ca nirvāṇaprāptipaddhatiḥ || 68 ||

Übersetzung

Sie reicht bis zur Öffnung des Brahman und besitzt einen Kanal, der wie ein Blitz erstrahlt. Sie heißt die Vishnu-Nadi oder Brahma-Nadi und bildet den Weg zum Nirvana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

brahmaṇo vivaraṃ yāvadvidyudābhāsanālakam – Sie reicht bis zur Öffnung des Brahman und besitzt einen Kanal, der wie ein Blitz erstrahlt.; vaiṣṇavī brahmanāḍī ca nirvāṇaprāptipaddhatiḥ – Sie heißt die Vishnu-Nadi oder Brahma-Nadi und bildet den Weg zum Nirvana.

69. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
iḍā ca piṅgalā caiva tasyāḥ savyetare sthite |
iḍā samutthitā kandādvāmanāsāpuṭāvadhi || 69 ||

Übersetzung

Ida und Pingala liegen links und rechts von ihr. Ida entspringt am Kanda und reicht bis zur linken Nasenöffnung.

Wort-für-Wort-Übersetzung

iḍā ca piṅgalā caiva tasyāḥ savyetare sthiteIda und Pingala liegen links und rechts von ihr.; iḍā samutthitā kandādvāmanāsāpuṭāvadhi – Ida entspringt am Kanda und reicht bis zur linken Nasenöffnung.

70. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
piṅgalā cotthitā tasmāddakṣanāsāpuṭāvadhi |
gāndhārī hastijihvā ca dve cānye nāḍike sthite || 70 ||

Übersetzung

Pingala entspringt dort ebenfalls und reicht bis zur rechten Nasenöffnung. Zwei weitere Nadis sind Gandhari und Hastijihva.

Wort-für-Wort-Übersetzung

piṅgalā cotthitā tasmāddakṣanāsāpuṭāvadhi – Pingala entspringt dort ebenfalls und reicht bis zur rechten Nasenöffnung.; gāndhārī hastijihvā ca dve cānye nāḍike sthite – Zwei weitere Nadis sind Gandhari und Hastijihva.

71. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
purataḥ pṛṣṭhatastasya vāmetaradṛśau prati |
pūṣā yaśasvinī nāḍyau tasmādeva samutthite || 71 ||

Übersetzung

Sie verlaufen vor und hinter der Sushumna zu linkem und rechtem Auge. Die Nadis Pusha und Yashasvini entspringen ebenfalls dort.

Wort-für-Wort-Übersetzung

purataḥ pṛṣṭhatastasya vāmetaradṛśau prati – Sie verlaufen vor und hinter der Sushumna zu linkem und rechtem Auge.; pūṣā yaśasvinī nāḍyau tasmādeva samutthite – Die Nadis Pusha und Yashasvini entspringen ebenfalls dort.

72. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
savyetaraśrutyavadhi pāyumūlādalambuasā |
adhogatā śubhā nāḍī meḍhrāntāvadhirāyatā || 72 ||

Übersetzung

Sie reichen zum linken und rechten Ohr; Alambusha führt vom Beckenboden abwärts. Die glückverheißende Nadi Shubha erstreckt sich bis zur Spitze des Genitalorgans.

Wort-für-Wort-Übersetzung

savyetaraśrutyavadhi pāyumūlādalambuasā – Sie reichen zum linken und rechten Ohr; Alambusha führt vom Beckenboden abwärts.; adhogatā śubhā nāḍī meḍhrāntāvadhirāyatā – Die glückverheißende Nadi Shubha erstreckt sich bis zur Spitze des Genitalorgans.

73. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pādāṅguṣṭhāvadhiḥ kandādadhoyātā ca kauśikī |
daśaprakārabhūtāstāḥ kathitāḥ kandasambhavāḥ || 73 ||

Übersetzung

Kaushiki läuft vom Kanda abwärts bis zu den großen Zehen. Damit sind die zehn Hauptnadis beschrieben, die aus dem Kanda hervorgehen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pādāṅguṣṭhāvadhiḥ kandādadhoyātā ca kauśikī – Kaushiki läuft vom Kanda abwärts bis zu den großen Zehen.; daśaprakārabhūtāstāḥ kathitāḥ kandasambhavāḥ – Damit sind die zehn Hauptnadis beschrieben, die aus dem Kanda hervorgehen.

74. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tanmūlā bahavo nāḍyaḥ sthūlasūkṣmāśca nāḍikāḥ |
dvāsaptatisahasrāṇi sthūlāḥ sūkṣmāśca nāḍayaḥ || 74 ||

Übersetzung

Aus ihnen entspringen zahlreiche weitere grobe und feine Nadis. Ihre Zahl wird mit zweiundsiebzigtausend angegeben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tanmūlā bahavo nāḍyaḥ sthūlasūkṣmāśca nāḍikāḥ – Aus ihnen entspringen zahlreiche weitere grobe und feine Nadis.; dvāsaptatisahasrāṇi sthūlāḥ sūkṣmāśca nāḍayaḥ – Ihre Zahl wird mit zweiundsiebzigtausend angegeben.

75. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
saṃkhyātuṃ na śakyante sthūlamūlāḥ pṛthagvidhāḥ |
yathāśvatthadale sūkṣmāḥ sthūlāśca vitatāstathā || 75 ||

Übersetzung

Die vielfältigen Verzweigungen der großen Nadis lassen sich nicht vollständig zählen. Sie breiten sich fein und grob aus wie die Adern im Blatt eines Ashvattha-Baumes.

Wort-für-Wort-Übersetzung

saṃkhyātuṃ na śakyante sthūlamūlāḥ pṛthagvidhāḥ – Die vielfältigen Verzweigungen der großen Nadis lassen sich nicht vollständig zählen.; yathāśvatthadale sūkṣmāḥ sthūlāśca vitatāstathā – Sie breiten sich fein und grob aus wie die Adern im Blatt eines Ashvattha-Baumes.

76. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
prāṇāpānau samānaśca udāno vyāna eva ca |
nāgaḥ kūrmaśca kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ || 76 ||

Übersetzung

Die zehn Lebenswinde sind Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana sowie Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya.

Wort-für-Wort-Übersetzung

prāṇāpānau samānaśca udāno vyāna eva ca – Die zehn Lebenswinde sind Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana; nāgaḥ kūrmaśca kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ – sowie Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya.

77. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
caranti daśanāḍīṣu daśa prāṇādivāyavaḥ |
prāṇādipañcakaṃ teṣu pradhānaṃ tatra ca dvayam || 77 ||

Übersetzung

Diese zehn Lebenswinde bewegen sich in den zehn Hauptnadis. Unter ihnen sind die ersten fünf besonders wichtig, unter diesen wiederum Prana und Apana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

caranti daśanāḍīṣu daśa prāṇādivāyavaḥ – Diese zehn Lebenswinde bewegen sich in den zehn Hauptnadis.; prāṇādipañcakaṃ teṣu pradhānaṃ tatra ca dvayam – Unter ihnen sind die ersten fünf besonders wichtig, unter diesen wiederum Prana und Apana.

78. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
prāṇa evāthavā jyeṣṭho jīvātmānaṃ bibharti yaḥ |
āsyanāsikayormadhyaṃ hṛdayaṃ nābhimaṇḍalam || 78 ||

Übersetzung

Vor allem Prana gilt als der älteste und trägt den Jivatman. Seine Bereiche sind der Raum zwischen Mund und Nase, das Herz und die Nabelgegend.

Wort-für-Wort-Übersetzung

prāṇa evāthavā jyeṣṭho jīvātmānaṃ bibharti yaḥ – Vor allem Prana gilt als der älteste und trägt den Jivatman.; āsyanāsikayormadhyaṃ hṛdayaṃ nābhimaṇḍalam – Seine Bereiche sind der Raum zwischen Mund und Nase, das Herz und die Nabelgegend.

79. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pādāṅguṣṭhamiti prāṇasthānāni dvijasattama |
apānaścarati brahmangudameḍhrorujānuṣu || 79 ||

Übersetzung

Auch die großen Zehen werden als Bereiche des Prana genannt, o bester Zweimalgeborener. Apana wirkt in Anus, Genitalien, Oberschenkeln und Knien.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pādāṅguṣṭhamiti prāṇasthānāni dvijasattama – Auch die großen Zehen werden als Bereiche des Prana genannt, o bester Zweimalgeborener.; apānaścarati brahmangudameḍhrorujānuṣu – Apana wirkt in Anus, Genitalien, Oberschenkeln und Knien.

80. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
samānaḥ sarvagātreṣu sarvavyāpī vyavasthitaḥ |
udānaḥ sarvasandhisthaḥ pādayorhastayorapi || 80 ||

Übersetzung

Samana ist im ganzen Körper gegenwärtig und durchdringt alle Glieder. Udana befindet sich in allen Gelenken der Füße und Hände.

Wort-für-Wort-Übersetzung

samānaḥ sarvagātreṣu sarvavyāpī vyavasthitaḥ – Samana ist im ganzen Körper gegenwärtig und durchdringt alle Glieder.; udānaḥ sarvasandhisthaḥ pādayorhastayorapi – Udana befindet sich in allen Gelenken der Füße und Hände.

81. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
vyānaḥ śrotrorukaṭyāṃ ca gulphaskandhagaleṣu ca |
nāgādivāyavaḥ pañca tvagasthādiṣu saṃsthitāḥ || 81 ||

Übersetzung

Vyana wirkt in Ohren, Oberschenkeln, Hüfte, Knöcheln, Schultern und Hals. Die fünf Nebenwinde von Naga an werden Haut, Knochen und weiteren Geweben zugeordnet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vyānaḥ śrotrorukaṭyāṃ ca gulphaskandhagaleṣu ca – Vyana wirkt in Ohren, Oberschenkeln, Hüfte, Knöcheln, Schultern und Hals.; nāgādivāyavaḥ pañca tvagasthādiṣu saṃsthitāḥ – Die fünf Nebenwinde von Naga an werden Haut, Knochen und weiteren Geweben zugeordnet.

82. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tundasthajalamannaṃ ca rasādīni samīkṛtam |
tundamadhyagataḥ prāṇastāni kuryātpṛthakpṛthak || 82 ||

Übersetzung

Wasser, Nahrung und die daraus entstehenden Körpersäfte werden im Bauch zusammengeführt. Der in der Bauchmitte wirkende Prana trennt sie in ihre jeweiligen Bestandteile.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tundasthajalamannaṃ ca rasādīni samīkṛtam – Wasser, Nahrung und die daraus entstehenden Körpersäfte werden im Bauch zusammengeführt.; tundamadhyagataḥ prāṇastāni kuryātpṛthakpṛthak – Der in der Bauchmitte wirkende Prana trennt sie in ihre jeweiligen Bestandteile.

83. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ityādiceṣṭanaṃ prāṇaḥ karoti ca pṛthaksthitam |
apānavāyurmūtrādeḥ karoti ca visarjanam || 83 ||

Übersetzung

Diese und weitere Tätigkeiten verrichtet Prana in seiner besonderen Funktion. Apana bewirkt die Ausscheidung von Urin und anderen Abfallstoffen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ityādiceṣṭanaṃ prāṇaḥ karoti ca pṛthaksthitam – Diese und weitere Tätigkeiten verrichtet Prana in seiner besonderen Funktion.; apānavāyurmūtrādeḥ karoti ca visarjanam – Apana bewirkt die Ausscheidung von Urin und anderen Abfallstoffen.

84. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
prāṇāpānādiceṣṭādi kriyate vyānavāyunā |
ujjīryate śarīrasthamudānena nabhasvatā || 84 ||

Übersetzung

Die koordinierten Tätigkeiten von Prana und Apana werden durch Vyana unterstützt. Udana führt das im Körper Befindliche nach oben.

Wort-für-Wort-Übersetzung

prāṇāpānādiceṣṭādi kriyate vyānavāyunā – Die koordinierten Tätigkeiten von Prana und Apana werden durch Vyana unterstützt.; ujjīryate śarīrasthamudānena nabhasvatā – Udana führt das im Körper Befindliche nach oben.

85. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
poṣaṇādiśarīrasya samānaḥ kurute sadā |
udgārādikriyo nāgaḥ kūrmo’kṣādinimīlanaḥ || 85 ||

Übersetzung

Samana übernimmt beständig Ernährung und Aufbau des Körpers. Naga bewirkt Aufstoßen, Kurma das Öffnen und Schließen der Augen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

poṣaṇādiśarīrasya samānaḥ kurute sadā – Samana übernimmt beständig Ernährung und Aufbau des Körpers.; udgārādikriyo nāgaḥ kūrmo’kṣādinimīlanaḥ – Naga bewirkt Aufstoßen, Kurma das Öffnen und Schließen der Augen.

86. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kṛkaraḥ kṣutayoḥ kartā datto nidrādikarmakṛt |
mṛtagātrasya śobhāderdhanañjaya udāhṛtaḥ || 86 ||

Übersetzung

Krikara bewirkt Hunger und Niesen, Devadatta Schlaf und Gähnen. Dhananjaya wird mit Veränderungen des Körpers auch nach dem Tod verbunden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kṛkaraḥ kṣutayoḥ kartā datto nidrādikarmakṛt – Krikara bewirkt Hunger und Niesen, Devadatta Schlaf und Gähnen.; mṛtagātrasya śobhāderdhanañjaya udāhṛtaḥ – Dhananjaya wird mit Veränderungen des Körpers auch nach dem Tod verbunden.

87. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nāḍībhedaṃ marudbhedaṃ marutāṃ sthānameva ca |
ceṣṭāśca vividhāsteṣāṃ jñātvaiva nijasattama || 87 ||

Übersetzung

Nachdem man die verschiedenen Nadis und Lebenswinde, ihre Orte und ihre unterschiedlichen Funktionen erkannt hat, o Bester,

Wort-für-Wort-Übersetzung

nāḍībhedaṃ marudbhedaṃ marutāṃ sthānameva ca – Nachdem man die verschiedenen Nadis und Lebenswinde, ihre Orte; ceṣṭāśca vividhāsteṣāṃ jñātvaiva nijasattama – und ihre unterschiedlichen Funktionen erkannt hat, o Bester,

88. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
śuddhau yateta nāḍīnāṃ pūrvoktajñānasaṃyutaḥ |
viviktadeśamāsādya sarvasaṃbandhavarjitaḥ || 88 ||

Übersetzung

soll man sich mit dem zuvor beschriebenen Wissen um die Reinigung der Nadis bemühen. Dazu sucht man einen abgeschiedenen Ort auf und löst sich von störenden Verbindungen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

śuddhau yateta nāḍīnāṃ pūrvoktajñānasaṃyutaḥ – soll man sich mit dem zuvor beschriebenen Wissen um die Reinigung der Nadis bemühen.; viviktadeśamāsādya sarvasaṃbandhavarjitaḥ – Dazu sucht man einen abgeschiedenen Ort auf und löst sich von störenden Verbindungen.

89. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yogāṅgadravyasampūrṇaṃ tatra dārumaye śubhe |
āsane kalpite darbhakuśakṛṣṇājinādibhiḥ || 89 ||

Übersetzung

Der Ort soll alles enthalten, was für die Yogapraxis erforderlich ist. Auf einem guten Holzsitz werden Darbha- und Kusha-Gras, Schwarzantilopenfell oder ähnliche Unterlagen ausgebreitet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yogāṅgadravyasampūrṇaṃ tatra dārumaye śubhe – Der Ort soll alles enthalten, was für die Yogapraxis erforderlich ist.; āsane kalpite darbhakuśakṛṣṇājinādibhiḥ – Auf einem guten Holzsitz werden Darbha- und Kusha-Gras, Schwarzantilopenfell oder ähnliche Unterlagen ausgebreitet.

90. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tāvadāsanamutsedhe tāvaddvayasamāyate |
upaviśyāsanaṃ samyaksvastikādi yathāruci || 90 ||

Übersetzung

Der Sitz soll in der Breite das Doppelte seiner Höhe messen. Darauf setzt man sich korrekt in Svastikasana oder einer anderen angenehmen Haltung nieder.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tāvadāsanamutsedhe tāvaddvayasamāyate – Der Sitz soll in der Breite das Doppelte seiner Höhe messen.; upaviśyāsanaṃ samyaksvastikādi yathāruci – Darauf setzt man sich korrekt in Svastikasana oder einer anderen angenehmen Haltung nieder.

91. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
badhvā prāgāsanaṃ vipro ṛjukāyaḥ samāhitaḥ |
nāsāgranyastanayano dantairdantānasaṃspṛśan || 91 ||

Übersetzung

Nachdem der Brahmane seine Haltung eingenommen hat, sitzt er aufrecht und gesammelt. Der Blick ruht an der Nasenspitze, und die Zahnreihen berühren einander nicht.

Wort-für-Wort-Übersetzung

badhvā prāgāsanaṃ vipro ṛjukāyaḥ samāhitaḥ – Nachdem der Brahmane seine Haltung eingenommen hat, sitzt er aufrecht und gesammelt.; nāsāgranyastanayano dantairdantānasaṃspṛśan – Der Blick ruht an der Nasenspitze, und die Zahnreihen berühren einander nicht.

92. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
rasanāṃ tāluni nyasya svasthacitto nirāmayaḥ |
ākuñcitaśiraḥ kiṃcinnibadhnanyogamudrayā || 92 ||

Übersetzung

Die Zunge wird an den Gaumen gelegt; der Geist bleibt ruhig und frei von Unbehagen. Der Kopf ist leicht geneigt, und die Hände bilden die vorgeschriebene Yoga Mudra.

Wort-für-Wort-Übersetzung

rasanāṃ tāluni nyasya svasthacitto nirāmayaḥ – Die Zunge wird an den Gaumen gelegt; der Geist bleibt ruhig und frei von Unbehagen.; ākuñcitaśiraḥ kiṃcinnibadhnanyogamudrayā – Der Kopf ist leicht geneigt, und die Hände bilden die vorgeschriebene Yoga Mudra.

93. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
hastau yathoktavidhinā prāṇāyāmaṃ samācaret |
recanaṃ pūraṇaṃ vāyoḥ śodhanaṃ recanaṃ tathā || 93 ||

Übersetzung

Mit den Händen in der beschriebenen Stellung soll man Pranayama ausführen. Dazu gehören Ausatmen, Einatmen, Reinigen beziehungsweise Anhalten und erneutes Ausatmen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

hastau yathoktavidhinā prāṇāyāmaṃ samācaret – Mit den Händen in der beschriebenen Stellung soll man Pranayama ausführen.; recanaṃ pūraṇaṃ vāyoḥ śodhanaṃ recanaṃ tathā – Dazu gehören Ausatmen, Einatmen, Reinigen beziehungsweise Anhalten und erneutes Ausatmen.

94. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
caturbhiḥ kleśanaṃ vāyoḥ prāṇāyāma udīryate |
hastena dakṣiṇenaiva pīḍayennāsikāpuṭam || 94 ||

Übersetzung

Die Disziplinierung des Atems durch diese vier Vorgänge wird Pranayama genannt. Mit der rechten Hand verschließt man eine Nasenöffnung.

Wort-für-Wort-Übersetzung

caturbhiḥ kleśanaṃ vāyoḥ prāṇāyāma udīryate – Die Disziplinierung des Atems durch diese vier Vorgänge wird Pranayama genannt.; hastena dakṣiṇenaiva pīḍayennāsikāpuṭam – Mit der rechten Hand verschließt man eine Nasenöffnung.

95. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
śanaiḥ śanairatha bahiḥ prakṣipetpiṅgalānilam |
iḍayā vāyumāpūrya brahmanṣoḍaśamātrayā || 95 ||

Übersetzung

Langsam wird der Atem durch Pingala nach außen entlassen. Dann füllt man durch Ida während sechzehn Zähleinheiten ein.

Wort-für-Wort-Übersetzung

śanaiḥ śanairatha bahiḥ prakṣipetpiṅgalānilam – Langsam wird der Atem durch Pingala nach außen entlassen.; iḍayā vāyumāpūrya brahmanṣoḍaśamātrayā – Dann füllt man durch Ida während sechzehn Zähleinheiten ein.

96. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pūritaṃ kumbhayetpaścāccatuḥṣaṣṭyā tu mātrayā |
dvātriṃśanmātrayā samyagrecayetpiṅgalānilam || 96 ||

Übersetzung

Der eingeatmete Atem wird anschließend vierundsechzig Zähleinheiten lang angehalten. Über Pingala wird er während zweiunddreißig Zähleinheiten vollständig ausgeatmet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pūritaṃ kumbhayetpaścāccatuḥṣaṣṭyā tu mātrayā – Der eingeatmete Atem wird anschließend vierundsechzig Zähleinheiten lang angehalten.; dvātriṃśanmātrayā samyagrecayetpiṅgalānilam – Über Pingala wird er während zweiunddreißig Zähleinheiten vollständig ausgeatmet.

97. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
evaṃ punaḥ punaḥ kāryaṃ vyutkramānukrameṇa tu |
sampūrṇakumbhavaddehaṃ kumbhayenmātariśvanā || 97 ||

Übersetzung

Dies soll wiederholt in direkter und umgekehrter Reihenfolge geschehen. Durch das Anhalten wird der Körper wie ein vollständig gefüllter Krug.

Wort-für-Wort-Übersetzung

evaṃ punaḥ punaḥ kāryaṃ vyutkramānukrameṇa tu – Dies soll wiederholt in direkter und umgekehrter Reihenfolge geschehen.; sampūrṇakumbhavaddehaṃ kumbhayenmātariśvanā – Durch das Anhalten wird der Körper wie ein vollständig gefüllter Krug.

98. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pūraṇānnāḍayaḥ sarvāḥ pūryante mātariśvanā |
evaṃ kṛte sati brahmaṃścaranti daśa vāyavaḥ || 98 ||

Übersetzung

Durch das Einströmen des Atems werden alle Nadis mit Lebensenergie erfüllt. Wenn dies geschieht, bewegen sich, o Brahmane, die zehn Lebenswinde.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pūraṇānnāḍayaḥ sarvāḥ pūryante mātariśvanā – Durch das Einströmen des Atems werden alle Nadis mit Lebensenergie erfüllt.; evaṃ kṛte sati brahmaṃścaranti daśa vāyavaḥ – Wenn dies geschieht, bewegen sich, o Brahmane, die zehn Lebenswinde.

99. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
hṛdayāmbhoruhaṃ cāpi vyākocaṃ bhavati sphuṭam |
tatra paśyetparātmānaṃ vāsudevamakalmaṣam || 99 ||

Übersetzung

Auch der Herzlotus öffnet sich dann deutlich. Dort soll man den makellosen höchsten Atman als Vasudeva schauen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

hṛdayāmbhoruhaṃ cāpi vyākocaṃ bhavati sphuṭam – Auch der Herzlotus öffnet sich dann deutlich.; tatra paśyetparātmānaṃ vāsudevamakalmaṣam – Dort soll man den makellosen höchsten Atman als Vasudeva schauen.

100. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
prātarmadhyandine sāyamardharātre ca kumbhakān |
śanairaśītiparyantaṃ caturvāraṃ samabhyaset || 100 ||

Übersetzung

Frühmorgens, mittags, abends und um Mitternacht sollen Kumbhakas geübt werden. Die Zahl soll nach der Quelle allmählich bis auf achtzig pro Übungszeit gesteigert werden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

prātarmadhyandine sāyamardharātre ca kumbhakān – Frühmorgens, mittags, abends und um Mitternacht sollen Kumbhakas geübt werden.; śanairaśītiparyantaṃ caturvāraṃ samabhyaset – Die Zahl soll nach der Quelle allmählich bis auf achtzig pro Übungszeit gesteigert werden.

101. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ekāhamātraṃ kurvāṇaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate |
saṃvatsaratrayādūrdhvaṃ prāṇāyāmaparo naraḥ || 101 ||

Übersetzung

Wer dies auch nur einen Tag ausführt, werde von allen Verfehlungen frei, behauptet der Text. Wer länger als drei Jahre dem Pranayama hingegeben ist,

Wort-für-Wort-Übersetzung

ekāhamātraṃ kurvāṇaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate – Wer dies auch nur einen Tag ausführt, werde von allen Verfehlungen frei, behauptet der Text.; saṃvatsaratrayādūrdhvaṃ prāṇāyāmaparo naraḥ – Wer länger als drei Jahre dem Pranayama hingegeben ist,

102. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yogasiddho bhavedyogī vāyujidvijitendriyaḥ |
alpāśī svalpanidraśca tejasvī balavānbhavet || 102 ||

Übersetzung

werde ein vollendeter Yogi, der Atem und Sinne gemeistert hat. Er sei maßvoll im Essen, brauche wenig Schlaf und werde strahlend und kräftig.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yogasiddho bhavedyogī vāyujidvijitendriyaḥ – werde ein vollendeter Yogi, der Atem und Sinne gemeistert hat.; alpāśī svalpanidraśca tejasvī balavānbhavet – Er sei maßvoll im Essen, brauche wenig Schlaf und werde strahlend und kräftig.

103. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
apamṛtyumatikramya dīrghamāyuravāpnuyāt |
prasvedajananaṃ yasya prāṇāyāmastu so’dhamaḥ || 103 ||

Übersetzung

Er überwinde vorzeitigen Tod und erreiche ein langes Leben. Pranayama, das lediglich Schweiß hervorruft, gilt als die niedrigste Stufe.

Wort-für-Wort-Übersetzung

apamṛtyumatikramya dīrghamāyuravāpnuyāt – Er überwinde vorzeitigen Tod und erreiche ein langes Leben.; prasvedajananaṃ yasya prāṇāyāmastu so’dhamaḥ – Pranayama, das lediglich Schweiß hervorruft, gilt als die niedrigste Stufe.

104. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kaṃpanaṃ vapuṣo yasya prāṇāyāmeṣu madhyamaḥ |
utthānaṃ vapuṣo yasya sa uttama udāhṛtaḥ || 104 ||

Übersetzung

Wenn der Körper zittert, gilt die Übung als mittlere Stufe. Wenn der Körper sich erhebt, wird dies als höchste Stufe bezeichnet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kaṃpanaṃ vapuṣo yasya prāṇāyāmeṣu madhyamaḥ – Wenn der Körper zittert, gilt die Übung als mittlere Stufe.; utthānaṃ vapuṣo yasya sa uttama udāhṛtaḥ – Wenn der Körper sich erhebt, wird dies als höchste Stufe bezeichnet.

105. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
adhame vyādhipāpānāṃ nāśaḥ syānmadhyame punaḥ |
pāparogamahāvyādhināśaḥ syāduttame punaḥ || 105 ||

Übersetzung

Auf der niedrigsten Stufe sollen Krankheit und Verfehlungen schwinden. Auf der mittleren und höchsten Stufe schreibt der Text noch weitergehende Heilwirkungen zu.

Wort-für-Wort-Übersetzung

adhame vyādhipāpānāṃ nāśaḥ syānmadhyame punaḥ – Auf der niedrigsten Stufe sollen Krankheit und Verfehlungen schwinden.; pāparogamahāvyādhināśaḥ syāduttame punaḥ – Auf der mittleren und höchsten Stufe schreibt der Text noch weitergehende Heilwirkungen zu.

106. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
alpamūtro’lpaviṣṭhaśca laghudeho mitāśanaḥ |
paṭvindriyaḥ paṭumatiḥ kālatrayavidātmavān || 106 ||

Übersetzung

Als weitere Zeichen nennt er wenig Ausscheidung, einen leichten Körper und maßvolle Ernährung. Die Sinne und der Verstand seien scharf; der Yogi erkenne die drei Zeiten und beherrsche sich selbst.

Wort-für-Wort-Übersetzung

alpamūtro’lpaviṣṭhaśca laghudeho mitāśanaḥ – Als weitere Zeichen nennt er wenig Ausscheidung, einen leichten Körper und maßvolle Ernährung.; paṭvindriyaḥ paṭumatiḥ kālatrayavidātmavān – Die Sinne und der Verstand seien scharf; der Yogi erkenne die drei Zeiten und beherrsche sich selbst.

107. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
recakaṃ pūrakaṃ muktvā kumbhīkaraṇameva yaḥ |
karoti triṣu kāleṣu naiva tasyāsti durlabham || 107 ||

Übersetzung

Wer Aus- und Einatmung hinter sich lässt und nur noch reines Kumbhaka ausführt, für den sei bei dreimal täglicher Übung nichts unerreichbar.

Wort-für-Wort-Übersetzung

recakaṃ pūrakaṃ muktvā kumbhīkaraṇameva yaḥ – Wer Aus- und Einatmung hinter sich lässt und nur noch reines Kumbhaka ausführt,; karoti triṣu kāleṣu naiva tasyāsti durlabham – für den sei bei dreimal täglicher Übung nichts unerreichbar.

108. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nābhikande ca nāsāgre pādāṅguṣṭhe ca yatnavān |
dhārayenmanasā prāṇānsandhyākāleṣu vā sadā || 108 ||

Übersetzung

Der Übende soll die Lebenskräfte mit dem Geist im Nabelkanda, an der Nasenspitze und an der großen Zehe halten. Dies geschehe zu den Übergangszeiten des Tages oder beständig.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nābhikande ca nāsāgre pādāṅguṣṭhe ca yatnavān – Der Übende soll die Lebenskräfte mit dem Geist im Nabelkanda, an der Nasenspitze und an der großen Zehe halten.; dhārayenmanasā prāṇānsandhyākāleṣu vā sadā – Dies geschehe zu den Übergangszeiten des Tages oder beständig.

109. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sarvarogairvinirmukto jīvedyogī gataklamaḥ |
kukṣirogavināśaḥ syānnābhikandeṣu dhāraṇāt || 109 ||

Übersetzung

Der Yogi werde dadurch, so die traditionelle Aussage, von Krankheiten und Erschöpfung frei. Die Konzentration im Nabelkanda soll Beschwerden des Bauchraums beseitigen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sarvarogairvinirmukto jīvedyogī gataklamaḥ – Der Yogi werde dadurch, so die traditionelle Aussage, von Krankheiten und Erschöpfung frei.; kukṣirogavināśaḥ syānnābhikandeṣu dhāraṇāt – Die Konzentration im Nabelkanda soll Beschwerden des Bauchraums beseitigen.

110. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nāsāgre dhāraṇāddīrghamāyuḥ syāddehalāghavam |
brāhme muhūrte samprāpte vāyumākṛṣya jihvayā || 110 ||

Übersetzung

Die Konzentration an der Nasenspitze soll langes Leben und Leichtigkeit des Körpers bringen. Zur Brahma Muhurta ziehe man den Atem mit der Zunge ein.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nāsāgre dhāraṇāddīrghamāyuḥ syāddehalāghavam – Die Konzentration an der Nasenspitze soll langes Leben und Leichtigkeit des Körpers bringen.; brāhme muhūrte samprāpte vāyumākṛṣya jihvayā – Zur Brahma Muhurta ziehe man den Atem mit der Zunge ein.

111. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pibatastriṣu māseṣu vāksiddhirmahatī bhavet |
abhyāsataśca ṣaṇmāsānmahārogavināśanam || 111 ||

Übersetzung

Wer ihn drei Monate lang auf diese Weise „trinkt“, erlange große Kraft der Rede. Nach sechs Monaten Übung sollen selbst schwere Krankheiten verschwinden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pibatastriṣu māseṣu vāksiddhirmahatī bhavet – Wer ihn drei Monate lang auf diese Weise „trinkt“, erlange große Kraft der Rede.; abhyāsataśca ṣaṇmāsānmahārogavināśanam – Nach sechs Monaten Übung sollen selbst schwere Krankheiten verschwinden.

112. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
yatra yatra dhṛto vāyuraṅge rogādidūṣite |
dhāraṇādeva marutastattadārogyamaśnute || 112 ||

Übersetzung

Wird der Atem in einem von Krankheit beeinträchtigten Körperteil gehalten, soll allein diese Konzentration dem jeweiligen Teil Gesundheit bringen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

yatra yatra dhṛto vāyuraṅge rogādidūṣite – Wird der Atem in einem von Krankheit beeinträchtigten Körperteil gehalten,; dhāraṇādeva marutastattadārogyamaśnute – soll allein diese Konzentration dem jeweiligen Teil Gesundheit bringen.

113. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
manaso dhāraṇādeva pavano dhārito bhavet |
manasaḥ sthāpane heturucyate dvijapuṅgava || 113 ||

Übersetzung

Allein durch das Festhalten des Geistes wird auch der Lebenswind festgehalten. Nun wird, o vorzüglicher Zweimalgeborener, ein Mittel zur Stabilisierung des Geistes gelehrt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

manaso dhāraṇādeva pavano dhārito bhavet – Allein durch das Festhalten des Geistes wird auch der Lebenswind festgehalten.; manasaḥ sthāpane heturucyate dvijapuṅgava – Nun wird, o vorzüglicher Zweimalgeborener, ein Mittel zur Stabilisierung des Geistes gelehrt.

114. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
karaṇāni samāhṛtya viṣayebhyaḥ samāhitaḥ |
apānamūrdhvamākṛṣyedudaropari dhārayet || 114 ||

Übersetzung

Gesammelt zieht man die Sinnesorgane von ihren Gegenständen zurück. Dann führt man Apana nach oben und hält ihn oberhalb des Bauches.

Wort-für-Wort-Übersetzung

karaṇāni samāhṛtya viṣayebhyaḥ samāhitaḥ – Gesammelt zieht man die Sinnesorgane von ihren Gegenständen zurück.; apānamūrdhvamākṛṣyedudaropari dhārayet – Dann führt man Apana nach oben und hält ihn oberhalb des Bauches.

115. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
bandhankarābhyāṃ śrotrādikaraṇāni yathātatham |
yuñjānasya yathoktena vartmanā svavaśaṃ manaḥ || 115 ||

Übersetzung

Mit den Händen verschließt man Ohren und andere Sinnesöffnungen in der jeweils passenden Weise. Wer so auf dem beschriebenen Weg übt, bringt den Geist unter die eigene Führung.

Wort-für-Wort-Übersetzung

bandhankarābhyāṃ śrotrādikaraṇāni yathātatham – Mit den Händen verschließt man Ohren und andere Sinnesöffnungen in der jeweils passenden Weise.; yuñjānasya yathoktena vartmanā svavaśaṃ manaḥ – Wer so auf dem beschriebenen Weg übt, bringt den Geist unter die eigene Führung.

116. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
manovaśātprāṇavāyuḥ svavaśe sthāpyate sadā |
nāsikāpuṭayoḥ prāṇaḥ paryāyeṇa pravartate || 116 ||

Übersetzung

Durch die Beherrschung des Geistes wird auch der Pranawind beständig beherrschbar. Prana bewegt sich abwechselnd durch die beiden Nasenöffnungen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

manovaśātprāṇavāyuḥ svavaśe sthāpyate sadā – Durch die Beherrschung des Geistes wird auch der Pranawind beständig beherrschbar.; nāsikāpuṭayoḥ prāṇaḥ paryāyeṇa pravartate – Prana bewegt sich abwechselnd durch die beiden Nasenöffnungen.

117. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tisraśca nāḍikāstāsu sa yāvantaṃ caratyayam |
śaṅkhinīvivare yāmye prāṇaḥ prāṇabhṛtāṃ satām || 117 ||

Übersetzung

Dort werden drei Nadis unterschieden; durch sie bewegt sich dieser Atem für bestimmte Zeitspannen. Bei gewöhnlichen Lebewesen strömt Prana durch die rechte Öffnung der Shankhini.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tisraśca nāḍikāstāsu sa yāvantaṃ caratyayam – Dort werden drei Nadis unterschieden; durch sie bewegt sich dieser Atem für bestimmte Zeitspannen.; śaṅkhinīvivare yāmye prāṇaḥ prāṇabhṛtāṃ satām – Bei gewöhnlichen Lebewesen strömt Prana durch die rechte Öffnung der Shankhini.

118. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tāvantaṃ ca punaḥ kālaṃ saumye carati santatam |
itthaṃ krameṇa caratā vāyunā vāyujinnaraḥ || 118 ||

Übersetzung

Für die gleiche Zeit strömt er anschließend fortgesetzt durch die linke Öffnung. Indem der Atem so regelmäßig wandert, wird der Mensch zum Beherrscher des Lebenswindes.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tāvantaṃ ca punaḥ kālaṃ saumye carati santatam – Für die gleiche Zeit strömt er anschließend fortgesetzt durch die linke Öffnung.; itthaṃ krameṇa caratā vāyunā vāyujinnaraḥ – Indem der Atem so regelmäßig wandert, wird der Mensch zum Beherrscher des Lebenswindes.

119. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ahaśca rātriṃ pakṣaṃ ca māsamṛtvayanādikam |
antarmukho vijānīyātkālabhedaṃ samāhitaḥ || 119 ||

Übersetzung

Nach innen gewandt und gesammelt erkennt er darin Tag und Nacht, Monatshälften, Monate, Jahreszeiten und Halbjahre. So soll er die Unterschiede der Zeit unmittelbar wahrnehmen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ahaśca rātriṃ pakṣaṃ ca māsamṛtvayanādikam – Nach innen gewandt und gesammelt erkennt er darin Tag und Nacht, Monatshälften, Monate, Jahreszeiten und Halbjahre.; antarmukho vijānīyātkālabhedaṃ samāhitaḥ – So soll er die Unterschiede der Zeit unmittelbar wahrnehmen.

120. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
aṅguṣṭhādisvāvayavasphuraṇādaśanerapi |
ariṣṭairjīvitasyāpi jānīyātkṣayamātmanaḥ || 120 ||

Übersetzung

Aus dem Ausbleiben des Pulsierens eigener Körperteile, beginnend mit den großen Zehen, und aus weiteren als unheilvoll geltenden Zeichen soll er nach dieser Lehre die verbleibende Lebenszeit erkennen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

aṅguṣṭhādisvāvayavasphuraṇādaśanerapi – Aus dem Ausbleiben des Pulsierens eigener Körperteile, beginnend mit den großen Zehen,; ariṣṭairjīvitasyāpi jānīyātkṣayamātmanaḥ – und aus weiteren als unheilvoll geltenden Zeichen soll er nach dieser Lehre die verbleibende Lebenszeit erkennen.

121. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jñātvā yateta kaivalyaprāptaye yogavittamaḥ |
pādāṅguṣṭhe karāṅguṣṭhe sphuraṇaṃ yasya na śrutiḥ || 121 ||

Übersetzung

Nachdem der beste Yogakenner dies erkannt hat, soll er nach Kaivalya streben. Wenn das Pulsieren in großen Zehen und Daumen nicht mehr wahrgenommen wird,

Wort-für-Wort-Übersetzung

jñātvā yateta kaivalyaprāptaye yogavittamaḥ – Nachdem der beste Yogakenner dies erkannt hat, soll er nach Kaivalya streben.; pādāṅguṣṭhe karāṅguṣṭhe sphuraṇaṃ yasya na śrutiḥ – Wenn das Pulsieren in großen Zehen und Daumen nicht mehr wahrgenommen wird,

122. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tasya saṃvatsarādūrdhvaṃ jīvitasya kṣayo bhavet |
maṇibandhe tathā gulphe sphuraṇaṃ yasya naśyati || 122 ||

Übersetzung

soll das Leben nach Ablauf von ungefähr einem Jahr enden. Wenn das Pulsieren an Handgelenken und Knöcheln verschwindet,

Wort-für-Wort-Übersetzung

tasya saṃvatsarādūrdhvaṃ jīvitasya kṣayo bhavet – soll das Leben nach Ablauf von ungefähr einem Jahr enden.; maṇibandhe tathā gulphe sphuraṇaṃ yasya naśyati – Wenn das Pulsieren an Handgelenken und Knöcheln verschwindet,

123. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ṣaṇmāsāvadhiretasya jīvitasya sthitirbhavet |
kūrpare sphuraṇaṃ yasya tasya traimāsikī sthitiḥ || 123 ||

Übersetzung

betrage die verbleibende Zeit sechs Monate; verschwindet es am Ellenbogen, werde eine verbleibende Zeit von drei Monaten angenommen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ṣaṇmāsāvadhiretasya jīvitasya sthitirbhavet – betrage die verbleibende Zeit sechs Monate; verschwindet es am Ellenbogen,; kūrpare sphuraṇaṃ yasya tasya traimāsikī sthitiḥ – werde eine verbleibende Zeit von drei Monaten angenommen.

124. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kukṣimehanapārśve ca sphuraṇānupalambhane |
māsāvadhirjīvitasya tadardhasya tu darśane || 124 ||

Übersetzung

Wird an Bauchseite, Genitalbereich und Flanken kein Pulsieren mehr wahrgenommen, nennt der Text einen Monat; bei teilweisem Auftreten dieses Zeichens die Hälfte.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kukṣimehanapārśve ca sphuraṇānupalambhane – Wird an Bauchseite, Genitalbereich und Flanken kein Pulsieren mehr wahrgenommen,; māsāvadhirjīvitasya tadardhasya tu darśane – nennt der Text einen Monat; bei teilweisem Auftreten dieses Zeichens die Hälfte.

125. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
āśrite jaṭharadvāre dināni daśa jīvitam |
jyotiḥ khadyotavadyasya tadardhaṃ tasya jīvitam || 125 ||

Übersetzung

Erreicht das Zeichen den Eingang des Bauchraumes, werden zehn Tage genannt. Wer ein Licht wie das eines Glühwürmchens sieht, habe noch die Hälfte dieser Zeit.

Wort-für-Wort-Übersetzung

āśrite jaṭharadvāre dināni daśa jīvitam – Erreicht das Zeichen den Eingang des Bauchraumes, werden zehn Tage genannt.; jyotiḥ khadyotavadyasya tadardhaṃ tasya jīvitam – Wer ein Licht wie das eines Glühwürmchens sieht, habe noch die Hälfte dieser Zeit.

126. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jihvāgrādarśane trīṇi dināni sthitirātmanaḥ |
jvālāyā darśane mṛtyurdvidine bhavati dhruvam || 126 ||

Übersetzung

Kann die Zungenspitze nicht mehr gesehen werden, werden drei Tage genannt. Beim Sehen einer Flamme trete der Tod, so der Text, sicher innerhalb zweier Tage ein.

Wort-für-Wort-Übersetzung

jihvāgrādarśane trīṇi dināni sthitirātmanaḥ – Kann die Zungenspitze nicht mehr gesehen werden, werden drei Tage genannt.; jvālāyā darśane mṛtyurdvidine bhavati dhruvam – Beim Sehen einer Flamme trete der Tod, so der Text, sicher innerhalb zweier Tage ein.

127. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
evamādīnyariṣṭāni dṛṣṭāyuḥkṣayakāraṇam |
niḥśreyasāya yuñjīta japadhyānaparāyaṇaḥ || 127 ||

Übersetzung

Solche und ähnliche Unheilszeichen werden traditionell als Hinweise auf schwindende Lebenszeit gedeutet. Der Übende soll sich dann dem höchsten Heil zuwenden und ganz in Japa und Meditation aufgehen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

evamādīnyariṣṭāni dṛṣṭāyuḥkṣayakāraṇam – Solche und ähnliche Unheilszeichen werden traditionell als Hinweise auf schwindende Lebenszeit gedeutet.; niḥśreyasāya yuñjīta japadhyānaparāyaṇaḥ – Der Übende soll sich dann dem höchsten Heil zuwenden und ganz in Japa und Meditation aufgehen.

128. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
manasā paramātmānaṃ dhyātvā tadrūpatāmiyāt |
yadyaṣṭādaśabhedeṣu marmasthāneṣu dhāraṇam || 128 ||

Übersetzung

Indem er den höchsten Atman im Geist meditiert, gelangt er zu dessen Wesen. Nun wird die Konzentration an den verschiedenen, als achtzehn bezeichneten Marma-Stellen gelehrt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

manasā paramātmānaṃ dhyātvā tadrūpatāmiyāt – Indem er den höchsten Atman im Geist meditiert, gelangt er zu dessen Wesen.; yadyaṣṭādaśabhedeṣu marmasthāneṣu dhāraṇam – Nun wird die Konzentration an den verschiedenen, als achtzehn bezeichneten Marma-Stellen gelehrt.

129. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sthānātsthānaṃ samākṛṣya pratyāhāraḥ sa ucyate |
pādāṅguṣṭhaṃ tathā gulphaṃ jaṅgāmadhyaṃ tathaiva ca || 129 ||

Übersetzung

Das bewusste Führen von einer Stelle zur nächsten wird hier Pratyahara genannt. Zu diesen Stellen gehören die große Zehe, der Knöchel und die Mitte des Unterschenkels,

Wort-für-Wort-Übersetzung

sthānātsthānaṃ samākṛṣya pratyāhāraḥ sa ucyate – Das bewusste Führen von einer Stelle zur nächsten wird hier Pratyahara genannt.; pādāṅguṣṭhaṃ tathā gulphaṃ jaṅgāmadhyaṃ tathaiva ca – Zu diesen Stellen gehören die große Zehe, der Knöchel und die Mitte des Unterschenkels,

130. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
madhyamūrvośca mūlaṃ pāyurhṛdayameva ca |
mehanaṃ dehamadhyaṃ ca nābhiṃ ca galakūrparam || 130 ||

Übersetzung

die Mitte und die Wurzel der Oberschenkel, Anus und Herz, Genitalbereich, Körpermitte, Nabel, Hals und Ellenbogen,

Wort-für-Wort-Übersetzung

madhyamūrvośca mūlaṃ pāyurhṛdayameva ca – die Mitte und die Wurzel der Oberschenkel, Anus und Herz,; mehanaṃ dehamadhyaṃ ca nābhiṃ ca galakūrparam – Genitalbereich, Körpermitte, Nabel, Hals und Ellenbogen,

131. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tālumūlaṃ ca mūlaṃ ca ghrāṇasyākṣṇośca maṇḍalam |
bhruvormadhye lalāṭaṃ ca mūlamūrdhvaṃ ca jānunī || 131 ||

Übersetzung

Gaumenwurzel und Nasenwurzel, die Bereiche der Augen, die Mitte zwischen den Augenbrauen, Stirn sowie deren unterer und oberer Bereich und die Knie,

Wort-für-Wort-Übersetzung

tālumūlaṃ ca mūlaṃ ca ghrāṇasyākṣṇośca maṇḍalam – Gaumenwurzel und Nasenwurzel, die Bereiche der Augen,; bhruvormadhye lalāṭaṃ ca mūlamūrdhvaṃ ca jānunī – die Mitte zwischen den Augenbrauen, Stirn sowie deren unterer und oberer Bereich und die Knie,

132. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
mūlaṃ ca karayormūlaṃ mahāntyetāni vai dvija |
pañcabhūtamaye dehe bhūteṣveteṣu pañcasu || 132 ||

Übersetzung

ferner die Wurzeln der Hände; dies sind, o Zweimalgeborener, die bedeutenden Stellen. In diesem aus fünf Elementen bestehenden Körper und in diesen fünf Elementen

Wort-für-Wort-Übersetzung

mūlaṃ ca karayormūlaṃ mahāntyetāni vai dvija – ferner die Wurzeln der Hände; dies sind, o Zweimalgeborener, die bedeutenden Stellen.; pañcabhūtamaye dehe bhūteṣveteṣu pañcasu – In diesem aus fünf Elementen bestehenden Körper und in diesen fünf Elementen

133. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
manaso dhāraṇaṃ yatyadyuktasya ca yamādibhiḥ |
dhāraṇā sā ca saṃsārasāgarottarakāraṇam || 133 ||

Übersetzung

ist das Halten des Geistes, unterstützt durch Yamas und die weiteren Glieder des Yoga, Dharana. Diese Konzentration wird als Mittel zur Überquerung des Ozeans des Samsara bezeichnet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

manaso dhāraṇaṃ yatyadyuktasya ca yamādibhiḥ – ist das Halten des Geistes, unterstützt durch Yamas und die weiteren Glieder des Yoga, Dharana.; dhāraṇā sā ca saṃsārasāgarottarakāraṇam – Diese Konzentration wird als Mittel zur Überquerung des Ozeans des Samsara bezeichnet.

134. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ājānupādaparyantaṃ pṛthivīsthānamiṣyate |
pittalā caturasrā ca vasudhā vajralāñchitā || 134 ||

Übersetzung

Vom Fuß bis zum Knie gilt der Körper als Bereich des Erdelements. Die Erde wird gelb, quadratisch und mit dem Vajra als Zeichen vorgestellt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ājānupādaparyantaṃ pṛthivīsthānamiṣyate – Vom Fuß bis zum Knie gilt der Körper als Bereich des Erdelements.; pittalā caturasrā ca vasudhā vajralāñchitā – Die Erde wird gelb, quadratisch und mit dem Vajra als Zeichen vorgestellt.

135. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
smartavyā pañcaghaṭikāstatrāropyaprabhañjanam |
ājānukaṭiparyantamapāṃ sthānaṃ prakīrtitam || 135 ||

Übersetzung

Man soll sie fünf Ghatikas lang betrachten und den Lebenswind in diesen Bereich führen. Vom Knie bis zur Hüfte wird der Bereich des Wassers gelehrt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

smartavyā pañcaghaṭikāstatrāropyaprabhañjanam – Man soll sie fünf Ghatikas lang betrachten und den Lebenswind in diesen Bereich führen.; ājānukaṭiparyantamapāṃ sthānaṃ prakīrtitam – Vom Knie bis zur Hüfte wird der Bereich des Wassers gelehrt.

136. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ardhacandrasamākāraṃ śvetamarjunalāñchitam |
smartavyamambhaḥśvasanamāropya daśanāḍikāḥ || 136 ||

Übersetzung

Das Wasser wird halbmondförmig, weiß und mit Silber als Zeichen vorgestellt. Man führt den Atem dorthin und betrachtet es zehn Nadikas lang.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ardhacandrasamākāraṃ śvetamarjunalāñchitam – Das Wasser wird halbmondförmig, weiß und mit Silber als Zeichen vorgestellt.; smartavyamambhaḥśvasanamāropya daśanāḍikāḥ – Man führt den Atem dorthin und betrachtet es zehn Nadikas lang.

137. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ādehamadhyakaṭyantamagnisthānamudāhṛtam |
tatra sindūravarṇo’gnirjvalanaṃ daśapañca ca || 137 ||

Übersetzung

Von der Körpermitte bis zur Hüfte wird der Bereich des Feuers angegeben. Dort wird ein flammendes, zinnoberrotes Feuer fünfzehn Ghatikas lang betrachtet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ādehamadhyakaṭyantamagnisthānamudāhṛtam – Von der Körpermitte bis zur Hüfte wird der Bereich des Feuers angegeben.; tatra sindūravarṇo’gnirjvalanaṃ daśapañca ca – Dort wird ein flammendes, zinnoberrotes Feuer fünfzehn Ghatikas lang betrachtet.

138. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
smartavyo nāḍikāḥ prāṇaṃ kṛtvā kumbhe tatheritam |
nābherupari nāsāntaṃ vāyusthānaṃ tu tatra vai || 138 ||

Übersetzung

Der Prana soll dafür im Kumbhaka gehalten werden, so lautet die Anweisung. Vom Nabel aufwärts bis zur Nase liegt der Bereich des Luftelements.

Wort-für-Wort-Übersetzung

smartavyo nāḍikāḥ prāṇaṃ kṛtvā kumbhe tatheritam – Der Prana soll dafür im Kumbhaka gehalten werden, so lautet die Anweisung.; nābherupari nāsāntaṃ vāyusthānaṃ tu tatra vai – Vom Nabel aufwärts bis zur Nase liegt der Bereich des Luftelements.

139. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
vedikākāravaddhūmro balavānbhūtamārutaḥ |
smartavyaḥ kumbhakenaiva prāṇamāropya mārutam || 139 ||

Übersetzung

Der starke Elementarwind wird rauchfarben und in Gestalt eines Opferaltars vorgestellt. Man führt den Prana in den Windbereich und betrachtet ihn im Kumbhaka.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vedikākāravaddhūmro balavānbhūtamārutaḥ – Der starke Elementarwind wird rauchfarben und in Gestalt eines Opferaltars vorgestellt.; smartavyaḥ kumbhakenaiva prāṇamāropya mārutam – Man führt den Prana in den Windbereich und betrachtet ihn im Kumbhaka.

140. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
ghaṭikāviṃśatistasmādghrāṇādbrahmabilāvadhi |
vyomasthānaṃ nabhastatra bhinnāñjanasamaprabham || 140 ||

Übersetzung

Dafür werden zwanzig Ghatikas angegeben; von der Nase bis zur Öffnung des Brahman liegt der Raum-Bereich, der wie fein zerriebene Augenschminke erstrahlt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

ghaṭikāviṃśatistasmādghrāṇādbrahmabilāvadhi – Dafür werden zwanzig Ghatikas angegeben; von der Nase bis zur Öffnung des Brahman; vyomasthānaṃ nabhastatra bhinnāñjanasamaprabham – liegt der Raum-Bereich, der wie fein zerriebene Augenschminke erstrahlt.

141. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
vyomni mārutamāropya kumbhakenaiva yatnavān |
pṛthivyaṃśe tu dehasya caturbāhuṃ kirīṭinam || 141 ||

Übersetzung

Mit großer Sorgfalt führt man den Lebenswind im Kumbhaka in den Raum. Im Erdanteil des Körpers betrachtet man eine vierarmige, gekrönte göttliche Gestalt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

vyomni mārutamāropya kumbhakenaiva yatnavān – Mit großer Sorgfalt führt man den Lebenswind im Kumbhaka in den Raum.; pṛthivyaṃśe tu dehasya caturbāhuṃ kirīṭinam – Im Erdanteil des Körpers betrachtet man eine vierarmige, gekrönte göttliche Gestalt.

142. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
aniruddhaṃ hariṃ yogī yateta bhavamuktaye |
abaṃśe pūrayedyogī nārāyaṇamudagradhīḥ || 142 ||

Übersetzung

Der Yogi soll Aniruddha als Hari meditieren, um sich vom Werden zu lösen. Im Wasseranteil vergegenwärtigt der klar ausgerichtete Yogi Narayana.

Wort-für-Wort-Übersetzung

aniruddhaṃ hariṃ yogī yateta bhavamuktaye – Der Yogi soll Aniruddha als Hari meditieren, um sich vom Werden zu lösen.; abaṃśe pūrayedyogī nārāyaṇamudagradhīḥ – Im Wasseranteil vergegenwärtigt der klar ausgerichtete Yogi Narayana.

143. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
pradyumnamagnau vāyvaṃśe saṃkarṣaṇamataḥ param |
vyomāṃśe paramātmānaṃ vāsudevaṃ sadā smaret || 143 ||

Übersetzung

Im Feuer meditiert er Pradyumna, im Luftanteil Sankarshana. Im Raumanteil soll er beständig den höchsten Atman als Vasudeva erinnern.

Wort-für-Wort-Übersetzung

pradyumnamagnau vāyvaṃśe saṃkarṣaṇamataḥ param – Im Feuer meditiert er Pradyumna, im Luftanteil Sankarshana.; vyomāṃśe paramātmānaṃ vāsudevaṃ sadā smaret – Im Raumanteil soll er beständig den höchsten Atman als Vasudeva erinnern.

144. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
acirādeva tatprāptiryuñjānasya na saṃśayaḥ |
badhvā yogāsanaṃ pūrvaṃ hṛddeśe hṛdayāñjaliḥ || 144 ||

Übersetzung

Wer so übt, erreicht dies nach der Lehre bald und ohne Zweifel. Zuerst nimmt er eine Yogahaltung ein und bringt die gefalteten Hände zum Herzen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

acirādeva tatprāptiryuñjānasya na saṃśayaḥ – Wer so übt, erreicht dies nach der Lehre bald und ohne Zweifel.; badhvā yogāsanaṃ pūrvaṃ hṛddeśe hṛdayāñjaliḥ – Zuerst nimmt er eine Yogahaltung ein und bringt die gefalteten Hände zum Herzen.

145. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nāsāgranyastanayano jihvāṃ kṛtvā ca tāluni |
dantairdantānasaṃspṛśya ūrdhvakāyaḥ samāhitaḥ || 145 ||

Übersetzung

Der Blick ruht an der Nasenspitze, die Zunge liegt am Gaumen. Die Zähne berühren einander nicht; der Oberkörper ist aufrecht und der Geist gesammelt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nāsāgranyastanayano jihvāṃ kṛtvā ca tāluni – Der Blick ruht an der Nasenspitze, die Zunge liegt am Gaumen.; dantairdantānasaṃspṛśya ūrdhvakāyaḥ samāhitaḥ – Die Zähne berühren einander nicht; der Oberkörper ist aufrecht und der Geist gesammelt.

146. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
saṃyameccendriyagrāmamātmabuddhyā viśuddhayā |
cintanaṃ vāsudevasya parasya paramātmanaḥ || 146 ||

Übersetzung

Mit reiner, auf den Atman ausgerichteter Einsicht soll er die Gesamtheit der Sinne beherrschen. Er richtet sein Denken auf Vasudeva als den höchsten, transzendenten Atman.

Wort-für-Wort-Übersetzung

saṃyameccendriyagrāmamātmabuddhyā viśuddhayā – Mit reiner, auf den Atman ausgerichteter Einsicht soll er die Gesamtheit der Sinne beherrschen.; cintanaṃ vāsudevasya parasya paramātmanaḥ – Er richtet sein Denken auf Vasudeva als den höchsten, transzendenten Atman.

147. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
svarūpavyāptarūpasya dhyānaṃ kaivalyasiddhidam |
yāmamātraṃ vāsudevaṃ cintayetkumbhakena yaḥ || 147 ||

Übersetzung

Die Meditation über den, dessen Wesen das eigene Wesen durchdringt, führt zur Vollendung in Kaivalya. Wer Vasudeva während eines Yama langen Kumbhakas betrachtet,

Wort-für-Wort-Übersetzung

svarūpavyāptarūpasya dhyānaṃ kaivalyasiddhidam – Die Meditation über den, dessen Wesen das eigene Wesen durchdringt, führt zur Vollendung in Kaivalya.; yāmamātraṃ vāsudevaṃ cintayetkumbhakena yaḥ – Wer Vasudeva während eines Yama langen Kumbhakas betrachtet,

148. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
saptajanmārjitaṃ pāpaṃ tasya naśyati yoginaḥ |
nābhikandātsamārabhya yāvaddhṛdayagocaram || 148 ||

Übersetzung

dessen in sieben Geburten angesammelte Verfehlungen sollen schwinden. Vom Nabelkanda bis zum Bereich des Herzens

Wort-für-Wort-Übersetzung

saptajanmārjitaṃ pāpaṃ tasya naśyati yoginaḥ – dessen in sieben Geburten angesammelte Verfehlungen sollen schwinden.; nābhikandātsamārabhya yāvaddhṛdayagocaram – Vom Nabelkanda bis zum Bereich des Herzens

149. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jāgradvṛttiṃ vijānīyātkaṇṭhasthaṃ svapnavartanam |
suṣuptaṃ tālumadhyasthaṃ turyaṃ bhrūmadhyasaṃsthitam || 149 ||

Übersetzung

soll man die Wirkung des Wachzustandes erkennen; im Hals wirkt der Traumzustand. In der Gaumenmitte liegt der Tiefschlaf, zwischen den Augenbrauen Turiya.

Wort-für-Wort-Übersetzung

jāgradvṛttiṃ vijānīyātkaṇṭhasthaṃ svapnavartanam – soll man die Wirkung des Wachzustandes erkennen; im Hals wirkt der Traumzustand.; suṣuptaṃ tālumadhyasthaṃ turyaṃ bhrūmadhyasaṃsthitam – In der Gaumenmitte liegt der Tiefschlaf, zwischen den Augenbrauen Turiya.

150. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
turyātītaṃ paraṃ brahma brahmarandhre tu lakṣayet |
jāgradvṛttiṃ samārabhya yāvadbrahmabilāntaram || 150 ||

Übersetzung

Das jenseits von Turiya liegende höchste Brahman soll im Brahmarandhra erkannt werden. Der innere Weg reicht vom Bereich des Wachens bis in die Öffnung des Brahman.

Wort-für-Wort-Übersetzung

turyātītaṃ paraṃ brahma brahmarandhre tu lakṣayet – Das jenseits von Turiya liegende höchste Brahman soll im Brahmarandhra erkannt werden.; jāgradvṛttiṃ samārabhya yāvadbrahmabilāntaram – Der innere Weg reicht vom Bereich des Wachens bis in die Öffnung des Brahman.

151. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
tatrātmāyaṃ turīyasya turyānte viṣṇurucyate |
dhyānenaiva samāyukto vyomni cātyantanirmale || 151 ||

Übersetzung

Dort ist dieser Atman das Turiya; am Ende von Turiya wird er Vishnu genannt. Der Yogi soll sich durch Meditation mit dem vollkommen reinen inneren Raum verbinden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

tatrātmāyaṃ turīyasya turyānte viṣṇurucyate – Dort ist dieser Atman das Turiya; am Ende von Turiya wird er Vishnu genannt.; dhyānenaiva samāyukto vyomni cātyantanirmale – Der Yogi soll sich durch Meditation mit dem vollkommen reinen inneren Raum verbinden.

152. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
sūryakoṭidyutirathaṃ nityoditamadhokṣajam |
hṛdayāmburuhāsīnaṃ dhyāyedvā viśvarūpiṇam || 152 ||

Übersetzung

Dort meditiert er Adhokshaja, der wie Millionen Sonnen leuchtet und ewig aufgeht, im Herzlotus sitzend – oder er meditiert die universale Gestalt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

sūryakoṭidyutirathaṃ nityoditamadhokṣajam – Dort meditiert er Adhokshaja, der wie Millionen Sonnen leuchtet und ewig aufgeht,; hṛdayāmburuhāsīnaṃ dhyāyedvā viśvarūpiṇam – im Herzlotus sitzend – oder er meditiert die universale Gestalt.

153. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
anekākārakhacitamanekavadanānvitam |
anekabhujasaṃyuktamanekāyudhamaṇḍitam || 153 ||

Übersetzung

Diese ist von zahllosen Formen erfüllt und besitzt viele Gesichter. Sie hat viele Arme und ist mit zahlreichen göttlichen Waffen geschmückt.

Wort-für-Wort-Übersetzung

anekākārakhacitamanekavadanānvitam – Diese ist von zahllosen Formen erfüllt und besitzt viele Gesichter.; anekabhujasaṃyuktamanekāyudhamaṇḍitam – Sie hat viele Arme und ist mit zahlreichen göttlichen Waffen geschmückt.

154. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nanāvarṇadharaṃ devaṃ śātamugramudāyudham |
anekanayānākīrṇaṃ sūryakoṭisamaprabham || 154 ||

Übersetzung

Der Gott trägt viele Farben, erscheint friedvoll und zugleich gewaltig mit erhobenen Waffen. Er besitzt unzählige Augen und strahlt wie Millionen Sonnen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nanāvarṇadharaṃ devaṃ śātamugramudāyudham – Der Gott trägt viele Farben, erscheint friedvoll und zugleich gewaltig mit erhobenen Waffen.; anekanayānākīrṇaṃ sūryakoṭisamaprabham – Er besitzt unzählige Augen und strahlt wie Millionen Sonnen.

155. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dhyāyato yoginaḥ sarvamanovṛttirvinaśyati |
hṛtpuṇḍarīkamadhyasthaṃ caitanyajyotiravyayam || 155 ||

Übersetzung

Für den so meditierenden Yogi kommen alle Bewegungen des Geistes zur Ruhe. Im Zentrum des Herzlotus befindet sich das unvergängliche Licht des Bewusstseins.

Wort-für-Wort-Übersetzung

dhyāyato yoginaḥ sarvamanovṛttirvinaśyati – Für den so meditierenden Yogi kommen alle Bewegungen des Geistes zur Ruhe.; hṛtpuṇḍarīkamadhyasthaṃ caitanyajyotiravyayam – Im Zentrum des Herzlotus befindet sich das unvergängliche Licht des Bewusstseins.

156. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
kadambagolakākāraṃ turyātītaṃ parātparam |
anantamānandamayaṃ cinmayaṃ bhāskaraṃ vibhum || 156 ||

Übersetzung

Es wird kugelförmig wie eine Kadambablüte, jenseits von Turiya und jenseits des Höchsten beschrieben. Es ist unendlich, von Freude und Bewusstsein erfüllt, strahlend und allgegenwärtig.

Wort-für-Wort-Übersetzung

kadambagolakākāraṃ turyātītaṃ parātparam – Es wird kugelförmig wie eine Kadambablüte, jenseits von Turiya und jenseits des Höchsten beschrieben.; anantamānandamayaṃ cinmayaṃ bhāskaraṃ vibhum – Es ist unendlich, von Freude und Bewusstsein erfüllt, strahlend und allgegenwärtig.

157. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
nivātadīpasadṛśamakṛtrimamaṇiprabham |
dhyāyato yoginastasya muktiḥ karatale sthitā || 157 ||

Übersetzung

Es gleicht einer Lampe an einem windstillen Ort und dem Glanz eines natürlichen Edelsteins. Für den Yogi, der darüber meditiert, liegt Befreiung gleichsam in der eigenen Hand.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nivātadīpasadṛśamakṛtrimamaṇiprabham – Es gleicht einer Lampe an einem windstillen Ort und dem Glanz eines natürlichen Edelsteins.; dhyāyato yoginastasya muktiḥ karatale sthitā – Für den Yogi, der darüber meditiert, liegt Befreiung gleichsam in der eigenen Hand.

158. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
viśvarūpasya devasya rūpaṃ yatkiñcideva hi |
sthavīyaḥ sūkṣmamanyadvā paśyanhṛdayapaṅkaje || 158 ||

Übersetzung

Welche Gestalt des Gottes in seiner universalen Form auch immer, ob groß oder fein, der Yogi im Lotus seines Herzens schaut:

Wort-für-Wort-Übersetzung

viśvarūpasya devasya rūpaṃ yatkiñcideva hi – Welche Gestalt des Gottes in seiner universalen Form auch immer,; sthavīyaḥ sūkṣmamanyadvā paśyanhṛdayapaṅkaje – ob groß oder fein, der Yogi im Lotus seines Herzens schaut:

159. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
dhyāyato yogino yastu sākṣādeva prakāśate |
aṇimādiphalaṃ caiva sukhenaivopajāyate || 159 ||

Übersetzung

Dem meditierenden Yogi offenbart sie sich unmittelbar. Auch Ergebnisse wie Anima und andere Siddhis sollen sich ihm mühelos einstellen.

Wort-für-Wort-Übersetzung

dhyāyato yogino yastu sākṣādeva prakāśate – Dem meditierenden Yogi offenbart sie sich unmittelbar.; aṇimādiphalaṃ caiva sukhenaivopajāyate – Auch Ergebnisse wie Anima und andere Siddhis sollen sich ihm mühelos einstellen.

160. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
jīvātmanaḥ parasyāpi yadyevamubhayorapi |
ahameva paraṃbrahma brahmāhamiti saṃsthitiḥ || 160 ||

Übersetzung

Wenn gegenüber Jivatman und höchstem Atman sowie gegenüber beiden zusammen die feste Einsicht besteht: „Ich allein bin das höchste Brahman; ich bin Brahman“,

Wort-für-Wort-Übersetzung

jīvātmanaḥ parasyāpi yadyevamubhayorapi – Wenn gegenüber Jivatman und höchstem Atman sowie gegenüber beiden zusammen; ahameva paraṃbrahma brahmāhamiti saṃsthitiḥ – die feste Einsicht besteht: „Ich allein bin das höchste Brahman; ich bin Brahman“,

161. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
samādhiḥ sa tu vijñeyaḥ sarvavṛttivivarjitaḥ |
brahma sampadyate yogī na bhūyaḥ saṃsṛtiṃ vrajet || 161 ||

Übersetzung

dann ist dies als Samadhi zu erkennen, frei von allen Bewegungen des Geistes. Der Yogi wird zu Brahman und kehrt nicht mehr in den Kreislauf des Werdens zurück.

Wort-für-Wort-Übersetzung

samādhiḥ sa tu vijñeyaḥ sarvavṛttivivarjitaḥ – dann ist dies als Samadhi zu erkennen, frei von allen Bewegungen des Geistes.; brahma sampadyate yogī na bhūyaḥ saṃsṛtiṃ vrajet – Der Yogi wird zu Brahman und kehrt nicht mehr in den Kreislauf des Werdens zurück.

162. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
evaṃ viśodhya tattvāni yogī niḥspṛhacetasā |
yathā nirindhano vahniḥ svayameva praśāmyati || 162 ||

Übersetzung

Nachdem der Yogi auf diese Weise die Prinzipien gereinigt hat und sein Geist frei von Verlangen ist, kommt er von selbst zur Ruhe wie ein Feuer, dessen Brennstoff erschöpft ist.

Wort-für-Wort-Übersetzung

evaṃ viśodhya tattvāni yogī niḥspṛhacetasā – Nachdem der Yogi auf diese Weise die Prinzipien gereinigt hat und sein Geist frei von Verlangen ist,; yathā nirindhano vahniḥ svayameva praśāmyati – kommt er von selbst zur Ruhe wie ein Feuer, dessen Brennstoff erschöpft ist.

163. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
grāhyābhāve manaḥ prāṇo niścayajñānasaṃyutaḥ |
śuddhasattve pare līno jīvaḥ saindhavapiṇḍavat || 163 ||

Übersetzung

Wenn kein zu ergreifendes Objekt mehr vorhanden ist, lösen sich Geist und Prana in sicherer Erkenntnis. Der Jiva geht im höchsten reinen Sattva auf wie ein Salzklumpen im Wasser.

Wort-für-Wort-Übersetzung

grāhyābhāve manaḥ prāṇo niścayajñānasaṃyutaḥ – Wenn kein zu ergreifendes Objekt mehr vorhanden ist, lösen sich Geist und Prana in sicherer Erkenntnis.; śuddhasattve pare līno jīvaḥ saindhavapiṇḍavat – Der Jiva geht im höchsten reinen Sattva auf wie ein Salzklumpen im Wasser.

164. Vers Trishikhibrahmana Upanishad
mohajālakasaṃghāto viśvaṃ paśyati svapnavat |
suṣuptivadyaścarati svabhāvapariniścalaḥ || 164 ||

Übersetzung

Er sieht die aus Verblendung und magischer Täuschung zusammengesetzte Welt wie einen Traum. Wie im Tiefschlaf bewegt er sich in seinem eigenen Wesen, vollkommen still und fest gegründet.

Wort-für-Wort-Übersetzung

mohajālakasaṃghāto viśvaṃ paśyati svapnavat – Er sieht die aus Verblendung und magischer Täuschung zusammengesetzte Welt wie einen Traum.; suṣuptivadyaścarati svabhāvapariniścalaḥ – Wie im Tiefschlaf bewegt er sich in seinem eigenen Wesen, vollkommen still und fest gegründet.

Schlusssatz der Trishikhibrahmana Upanishad
nirvāṇapadamāśritya yogī kaivalyamaśnuta ityupaniṣat ||

Übersetzung

Nachdem der Yogi im Zustand des Nirvana gegründet ist, erlangt er Kaivalya. So lautet die Upanishad.

Wort-für-Wort-Übersetzung

nirvāṇa-padam āśritya – im Zustand des Nirvana gegründet; yogī – der Yogi; kaivalyam aśnute – erlangt Kaivalya; iti upaniṣat – so lautet die Upanishad.

Shanti Mantra

oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Übersetzung

Om. Jenes ist vollständig, dieses ist vollständig. Aus dem Vollständigen geht das Vollständige hervor. Nimmt man vom Vollständigen das Vollständige, bleibt allein das Vollständige. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Übersetzung

oṃ – Om; pūrṇam adaḥ – jenes ist vollständig; pūrṇam idam – dieses ist vollständig; pūrṇāt pūrṇam udacyate – aus dem Vollständigen geht das Vollständige hervor; pūrṇasya pūrṇam ādāya – nimmt man vom Vollständigen das Vollständige; pūrṇam eva avaśiṣyate – bleibt allein das Vollständige; śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ – Frieden, Frieden, Frieden.

iti triśikhi-brāhmaṇopaniṣat samāptā ||

Lehren und Bedeutung der Trishikhibrahmana Upanishad

Die Trishikhibrahmana Upanishad (Sanskrit: Triśikhībrāhmaṇa Upaniṣad, त्रिशिखिब्राह्मणोपनिषत्) gehört zu den Yoga Upanishaden und wird traditionell dem Shukla Yajurveda zugeordnet. Im Kanon der 108 Upanishaden der Muktika Upanishad steht sie an 44. Stelle. Der Name Triśikhī bedeutet wörtlich etwa „der drei Haarbüschel oder Spitzen Tragende“ und bezeichnet in der Rahmenerzählung einen Brahmanen beziehungsweise Weisen. Dieser begibt sich zur Welt des Sonnengottes Aditya und stellt vier Grundfragen: Was ist der Körper, was ist Prana, was ist die Ursache und was ist der Atman?

Die Antwort entwickelt eine ungewöhnlich umfassende Verbindung von Kosmologie, Körperlehre, Vedanta, Jnana Yoga, Karma Yoga, Ashtanga Yoga, Kundalini Yoga und Meditation. Die Schrift beginnt mit der Aussage, alles sei in Wahrheit Shiva. Im weiteren Verlauf lehrt sie jedoch auch die Meditation über Vasudeva, Narayana und Vishnu. Diese verschiedenen Gottesnamen bezeichnen im Zusammenhang des Textes nicht miteinander konkurrierende höchste Wesen, sondern unterschiedliche Zugänge zu der einen höchsten Wirklichkeit, dem nichtdualen Brahman.

Titel, Zugehörigkeit und Textgestalt

Die überlieferte Fassung besteht aus zwei deutlich unterscheidbaren Teilen. Der erste, als Brahmana bezeichnete Teil, enthält neun nummerierte Prosalehren. Auf einen kurzen unnummerierten Eröffnungsvers und das Shanti Mantra folgt ein Dialog zwischen Trishikhi und Aditya. Der zweite, als Mantra bezeichnete Teil, umfasst 164 nummerierte Verse. Nach diesen Versen stehen ein unnummerierter Schlusssatz, das erneut gesprochene Shanti Mantra und der Kolophon.

In Nachschlagewerken wird die Länge der Schrift deshalb meist mit „zwei Kapitel und 164 Versen“ angegeben. Diese Zahl bezieht sich allein auf die nummerierten Verse des Mantra-Teils. Zählt man den unnummerierten Eröffnungsvers hinzu, enthält die Schrift 165 metrische Einheiten; zusammen mit den neun Prosalehren ergeben sich 174 Texteinheiten. Die vorliegende Ausgabe bewahrt diese Gliederung, statt die Prosa künstlich in Verse umzuwandeln.

Die genaue Entstehungszeit ist nicht sicher bekannt. Sprachform, systematische Yoga-Lehre, feinstoffliche Physiologie und die Verbindung von Vedanta mit Techniken, die später für den Hatha Yoga kennzeichnend wurden, weisen auf eine späte beziehungsweise mittelalterliche Yoga-Upanishad. Einzelne Motive können älter sein, doch lässt sich aus ihnen kein präzises Datum ableiten. Die Schrift sollte daher als gewachsener Traditionszusammenhang gelesen werden, nicht als Werk, dessen Entstehungsjahr zuverlässig feststeht.

Inhalt der Trishikhi Brahmana Upanishad

Die vier Fragen des Trishikhi

Der Text ist von vier Fragen getragen: nach dem Körper, dem Lebensatem, der Ursache und dem Selbst. Damit verbindet er praktische Yogalehre mit der klassischen upanishadischen Suche nach dem letzten Grund des Menschen und der Welt.

Aditya antwortet zunächst: „Erkenne, dass all dies allein Shiva ist.“ Der eine Shiva sei ewig, rein, makellos, alldurchdringend und nichtdual. Obwohl die Wirklichkeit eine ist, erscheint sie wie eine glühende Eisenmasse zugleich einheitlich und aus vielen Teilen bestehend. Das Bild macht deutlich, dass Vielheit für den Text kein zweites, von Brahman unabhängiges Sein besitzt. Sie ist die Erscheinung des Einen unter den Bedingungen von Avidya, Unwissenheit.

Kosmologie und Entstehung der Welt

Die Kosmologie verbindet vedantische und Samkhya-ähnliche Begriffe. Aus Brahman geht das Unentfaltete, Avyakta, hervor; aus diesem Mahat, das große kosmische Prinzip; daraus Ahamkara, das Ichprinzip; anschließend die fünf Tanmatras und aus ihnen die fünf Mahabhutas. Aus den großen Elementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde entsteht die gesamte Erfahrungswelt.

Die Elemente werden nicht als voneinander vollständig getrennte Stoffe aufgefasst. Jedes enthält einen Hauptanteil seiner eigenen Qualität und Nebenanteile der übrigen Elemente. Diese Lehre der fünffachen Verbindung, Panchikarana, erklärt, wie aus feinen Elementen die grobe Welt und der menschliche Körper entstehen. Die Welt ist wie Kette und Schuss eines Gewebes aus den Elementen zusammengesetzt und zugleich von Bewusstsein durchdrungen.

Die Schrift ordnet den Elementen innere Fähigkeiten, Lebenswinde, Erkenntnissinne, Sinnesgegenstände und Handlungsorgane zu. Solche Entsprechungen sind eine traditionelle meditative Kosmologie. Sie wollen den Menschen als Mikrokosmos verständlich machen, in dem dieselben Prinzipien wirken wie im Makrokosmos. Sie dürfen nicht mit einem naturwissenschaftlichen Periodensystem oder einer modernen medizinischen Anatomie verwechselt werden.

Körper, Hüllen und Bewusstseinszustände

Aus Nahrung und den Elementen entstehen nach der Schrift die verschiedenen Arten verkörperter Wesen. Der Körper wird durch Nährsaft, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark und Samen aufgebaut. Im Herzen, das einer Lotusknospe gleicht, wirken die Kräfte von Wahrnehmung, Handlung und Ichbewusstsein. Der Atman ist jedoch nicht mit diesen wechselnden Bestandteilen identisch. Er wird als höchste, unendliche Freude und als Licht im oberen Bereich des Menschen beschrieben.

Der Text nimmt die Lehre von den Koshas auf. Innerhalb der Annamaya Kosha, der aus Nahrung gebildeten Hülle, liegen feinere Hüllen. Der Jiva erscheint entsprechend der Hülle, mit der er sich identifiziert. Die Hüllen verändern sich, das Selbst bleibt unverändert. Ähnlich unterscheidet die Schrift Jagrat, den Wachzustand, Svapna, den Traum, Sushupti, den Tiefschlaf, und Turiya, das „Vierte“. Später nennt sie außerdem das jenseits von Turiya liegende höchste Brahman.

Diese Lehre führt zu einer wichtigen Unterscheidung: Der Jiva erscheint als Handelnder, Erfahrender und durch Karma Gebundener; Shiva beziehungsweise Atman ist frei von Veränderung. Durch die Bewegung des Geistes entstehen Zweifel, Trennungen und die Vorstellung eines isolierten Ichs. Wenn Unterscheidungskraft und Selbsterkenntnis erwachen, kann der Jiva den Kreislauf von Bindung und Wiedergeburt überwinden.

Yoga und Erkenntnis

Eine Kernbotschaft der Trishikhibrahmana Upanishad lautet, dass Yoga und Jnana, Praxis und Erkenntnis, einander benötigen. Aus Yoga entstehe Erkenntnis, und Erkenntnis vertiefe den Yoga. Reines Begriffsdenken ohne Sammlung des Geistes genügt ebenso wenig wie Technik ohne Einsicht in den Atman.

Die Schrift unterscheidet Karma Yoga und Jnana Yoga. Karma Yoga bedeutet hier vor allem die beständige Ausrichtung des Geistes auf die pflichtgemäße Handlung. Jnana Yoga ist die ununterbrochene Hinwendung zur höchsten Wirklichkeit und zur Befreiung. Beide sollen nicht als konkurrierende Wege verstanden werden. Der gereinigte, verantwortungsvoll handelnde Geist wird fähig zur Erkenntnis; Erkenntnis löst wiederum die Anhaftung an die Früchte des Handelns.

Die acht Glieder des Yoga

Die Trishikhibrahmana Upanishad übernimmt die acht Glieder, die auch aus dem Yoga Sutra des Patanjali bekannt sind, deutet sie jedoch auffallend nichtdual:

  • Yama ist die Nichtanhaftung an Körper und Sinne.
  • Niyama ist die beständige Hingabe an die höchste Wirklichkeit.
  • Asana ist die Haltung innerer Unberührtheit gegenüber allen Dingen.
  • Pranayama ist auf dieser Deutungsebene die Einsicht, dass die Erscheinungswelt keine unabhängige letzte Wirklichkeit besitzt.
  • Pratyahara ist die Hinwendung des Bewusstseins nach innen.
  • Dharana ist das Unbeweglichwerden des Bewusstseins.
  • Dhyana ist die Betrachtung „Ich bin reines Bewusstsein“ beziehungsweise „Soham“.
  • Samadhi ist das Aufhören selbst der Vorstellung, man meditiere.

Daneben gibt die Schrift eine konkrete ethische Zehnerliste. Zu den Yamas gehören Ahimsa, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, Brahmacharya, Mitgefühl, Aufrichtigkeit, Vergebung, Standhaftigkeit, maßvolle Ernährung und Reinheit. Die Niyamas umfassen Askese, Zufriedenheit, Vertrauen, Geben, Verehrung Haris, Hören des Vedanta, Schamgefühl, Entschlusskraft, Japa und Gelübde. Besonders bemerkenswert ist, dass das Hören und Studieren des Vedanta ausdrücklich als Niyama gilt. Studium ist hier nicht bloße Theorie, sondern Teil der yogischen Lebensführung.

Die siebzehn Asanas

Der Text beschreibt siebzehn Körperhaltungen: Svastikasana, Gomukhasana, Virasana, Yogasana, Padmasana, Baddha Padmasana, Kukkutasana, Uttana Kurmasana, Dhanurasana, Simhasana, Bhadrasana, Muktasana, Mayurasana, Matsyapithaka, Siddhasana, Paschimottanasana und Sukhasana.

Diese Liste ist yogageschichtlich bedeutsam, weil sie zwischen knappen philosophischen Definitionen und praktischen Körperanweisungen vermittelt. Asana dient nicht vorrangig sportlicher Leistung. Die Haltung soll den Körper so stabilisieren, dass Nadi-Reinigung, Pranayama, Konzentration und Meditation möglich werden. Zugleich lässt der Text mit Sukhasana ausdrücklich eine angenehme, beständige Haltung für Menschen zu, die schwierigere Asanas nicht ausführen können.

Nadi, Kanda und Kundalini

Ein großer Teil der Upanishad beschreibt den feinstofflichen Körper. Im Bereich des Nabels liegt nach dieser Lehre der Kanda, aus dem zahlreiche Nadis hervorgehen. Ein Rad mit zwölf Speichen symbolisiert die Bewegung des Jiva. Oberhalb des Kanda ruht die achtfach gewundene Kundalini, die den Eingang zum Brahmarandhra verschließt. Durch yogische Praxis soll sie erweckt und der innere Weg geöffnet werden.

In der Mitte verläuft die Sushumna, die als feine, leuchtende Bahn bis zum Brahmarandhra reicht und Weg zum Nirvana genannt wird. Links und rechts liegen Ida und Pingala. Außerdem nennt der Text Gandhari, Hastijihva, Pusha, Yashasvini, Alambusha, Shubha und Kaushiki. Aus den zehn Hauptnadis sollen sich zweiundsiebzigtausend weitere Bahnen verzweigen.

Diese Zahlen und Bahnen gehören zur symbolischen und erfahrungsbezogenen Körperlehre vormoderner Yogatraditionen. Sie sind nicht mit Nerven, Blutgefäßen oder anderen Strukturen der modernen Anatomie gleichzusetzen. Für die Meditation können sie als Landkarte von Atem, Aufmerksamkeit und innerer Erfahrung dienen; medizinische Diagnosen lassen sich daraus nicht ableiten.

Die zehn Lebenswinde

Die zehn Vayus sind Prana, Apana, Samana, Udana, Vyana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya. Die ersten fünf gelten als Hauptwinde. Ihnen werden Atmung, Ausscheidung, Verdauung und Verteilung, aufsteigende Bewegung sowie weitere körperliche Funktionen zugeordnet. Die fünf Nebenwinde erklären unter anderem Aufstoßen, Blinzeln, Hunger, Niesen, Schlaf und Gähnen.

Auch diese Lehre ist ein traditionelles Funktionsmodell. Sie beschreibt den lebendigen Körper nicht durch messbare Organsysteme, sondern durch Bewegungsrichtungen und Tätigkeiten der Lebenskraft. Ihr spiritueller Sinn liegt darin, die verstreuten Kräfte durch Atem, Haltung und Aufmerksamkeit zu sammeln.

Pranayama und Nadi-Reinigung

Nach Yama, Niyama und Asana soll der Yogi die Nadis reinigen und erst dann Pranayama üben. Die Upanishad empfiehlt einen abgeschiedenen, geeigneten Ort und einen stabilen Sitz. Körper, Kopf und Hals werden aufrecht gehalten, der Blick zur Nasenspitze gerichtet und die Zunge an den Gaumen gelegt.

Für die Wechselatmung nennt der Text das Verhältnis 16 : 64 : 32 für Einatmung, Atemanhalten und Ausatmung. Er beschreibt vier tägliche Übungszeiten und eine allmähliche Steigerung bis zu achtzig Kumbhakas pro Sitzung. Außerdem nennt er Schwitzen, Zittern und das scheinbare Erheben des Körpers als Stufen der Praxis und schreibt Pranayama weitreichende Wirkungen auf Gesundheit, Lebensdauer und außergewöhnliche Fähigkeiten zu.

Diese Angaben dokumentieren eine historische Form intensiver Yogapraxis. Sie sind keine sichere Dosierung für heutige Übende. Besonders langes Kumbhaka, starke Atemmanipulation und Praktiken zur Kundalini sollten nur schrittweise, ohne Leistungsdruck und unter kompetenter persönlicher Anleitung erlernt werden. Menschen mit Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, neurologischen oder psychischen Erkrankungen sowie Schwangere sollten vor intensiver Atempraxis qualifizierten medizinischen Rat einholen. Schwindel, Schmerz, Panik, Druckgefühl oder anhaltende Unruhe sind Gründe, eine Übung sofort zu beenden.

Außergewöhnliche Wirkungen und Todeszeichen

Die Upanishad behauptet, intensive Praxis könne Krankheiten beseitigen, das Leben verlängern, die Rede kraftvoll machen und den Körper leicht oder schwebend werden lassen. Solche Aussagen gehören zur religiösen und yogischen Vorstellungswelt der Entstehungszeit. Sie sind weder als wissenschaftlich gesicherte Wirkungen noch als Versprechen an heutige Übende zu verstehen.

Die Verse 120 bis 127 führen außerdem sogenannte Arishtas, unheilvolle Zeichen eines nahen Todes, auf. Das Ausbleiben wahrgenommener Pulsationen an bestimmten Körperstellen oder besondere Lichterscheinungen werden mit verbleibenden Lebenszeiten verbunden. Diese Angaben besitzen historischen Quellenwert, sind aber keine zuverlässige Diagnostik oder Prognose. Körperliche Auffälligkeiten und Sehstörungen gehören medizinisch abgeklärt und nicht nach diesen Versen gedeutet.

Pratyahara, Marma und Elementmeditation

Als weitere Praxis beschreibt die Schrift das Zurückziehen der Sinne und das bewusste Führen der Aufmerksamkeit durch bedeutende Körperstellen, die als Marma-Punkte bezeichnet werden. Die Abfolge reicht von Zehen und Knöcheln über Knie, Becken, Nabel, Herz und Hals bis zum Gaumen, zur Nasenwurzel, zum Raum zwischen den Augenbrauen und zum Scheitel.

Darauf folgt die Konzentration auf die fünf Elemente im Körper. Erde wird als gelbes Quadrat mit Vajra-Zeichen vorgestellt, Wasser als weißer Halbmond, Feuer als zinnoberrote Flamme, Luft als rauchfarbener Altar und Raum als dunkler, leuchtender Bereich. Mit diesen Elementen verbindet der Text fünf göttliche Gestalten: Aniruddha, Narayana, Pradyumna, Sankarshana und Vasudeva.

Die Elementmeditation verbindet Körper, Kosmos, Atem und Gottesvorstellung. Sie zeigt zugleich, wie die Upanishad eine shivaitische Eröffnung mit vishnuitischen Meditationsformen vereinigt. Der Name der Gottheit wechselt, doch das Ziel bleibt die Erkenntnis des einen Atman.

Saguna und Nirguna Brahman

Im Herzlotus soll der Yogi Vasudeva beziehungsweise Adhokshaja als strahlende göttliche Gestalt oder in universaler Form meditieren. Diese Saguna-Meditation gibt dem Geist ein heiliges Gegenüber, bündelt seine Bewegungen und öffnet ihn für das Bewusstseinslicht im Herzen.

Von dort führt die Schrift zur Erkenntnis des Nirguna Brahman, des eigenschaftslosen Absoluten. Wenn die feste Einsicht entsteht „Ich allein bin das höchste Brahman; ich bin Brahman“, endet die Trennung zwischen Jivatman und Paramatman. Samadhi ist dann nicht bloß ein außergewöhnlicher Zustand, sondern das Verstummen der Vorstellung eines getrennten Erkennenden.

Am Ende verwendet der Text zwei starke Bilder. Der Geist kommt zur Ruhe wie ein Feuer, dessen Brennstoff erschöpft ist. Der Jiva löst sich im höchsten reinen Sein wie ein Salzklumpen im Wasser. Die Welt wird als traumartige Erscheinung erkannt; der Yogi ruht unbewegt im eigenen Wesen. Dies ist Nirvana, Kaivalya und die unmittelbare Erkenntnis Brahmans.

Verhältnis zu anderen Yogaschriften

Die Trishikhibrahmana Upanishad steht an einer Schnittstelle mehrerer Traditionen:

  • Mit den klassischen Upanishaden teilt sie die Frage nach Atman und Brahman sowie die Lehre von den Bewusstseinszuständen.
  • Mit dem Samkhya verbindet sie die Abfolge von Avyakta, Mahat, Ahamkara, Tanmatras und Mahabhutas.
  • Mit Patanjalis Yoga teilt sie den achtgliedrigen Weg, deutet seine Glieder aber stärker vedantisch und nichtdual.
  • Mit den Yoga-Upanishaden und dem späteren Hatha Yoga teilt sie die Lehren von Asana, Nadi, Prana, Kundalini, Kumbhaka und dem Aufstieg durch den inneren Körper.
  • Mit vishnuitischen Traditionen verbindet sie die Meditation über Vasudeva und die vier Vyuha-Gestalten; mit shivaitischen Traditionen die Identifikation der gesamten Wirklichkeit mit Shiva.

Die Schrift ist deshalb kein reines Handbuch körperlicher Übungen und auch keine ausschließlich spekulative Vedanta-Abhandlung. Sie zeigt, wie vormoderne Yogatraditionen philosophische Erkenntnis, ethische Lebensführung, Körperpraxis, Atemlenkung, Visualisation und Gottesmeditation zu einem Befreiungsweg verbanden.

Bedeutung der Trishikhibrahmana Upanishad

Bedeutung für die frühere Yogapraxis

Historisch bezeugt die Upanishad eine Praxiswelt, in der Asana nur ein vorbereitender Bestandteil war. Der Körper wurde stabilisiert, die Nadis gereinigt und der Atem gesammelt, damit der Geist nach innen gehen und den Atman erkennen konnte. Ethik, Studium, Hingabe und Meditation waren keine Zusätze, sondern Voraussetzungen derselben Praxis.

Die präzisen Atemzahlen, die Beschreibung abgeschiedener Übungsorte und die schrittweise Ordnung der Glieder deuten auf eine geleitete Praxis hin. Fortgeschrittene Techniken wurden traditionell innerhalb einer Guru-Schüler-Beziehung vermittelt. Die Schrift setzt Disziplin und Vorbereitung voraus und ist nicht als Einladung zu unkontrollierten Experimenten mit Atemstillstand oder Kundalini zu lesen.

Bedeutung für moderne Yogaübende

Für den modernen Yoga Aspiranten liegt die bleibende Bedeutung der Trishikhibrahmana Upanishad in der Verbindung von Praxis und Selbsterkenntnis. Mehrere Grundsätze lassen sich aus ihr gewinnen:

  • Yoga beginnt mit ethischer Ausrichtung, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl, Mäßigung und Reinheit.
  • Asana soll Stabilität und Sammlung fördern, nicht Konkurrenz oder Selbstüberforderung.
  • Pranayama verlangt Vorbereitung, Geduld und eine der eigenen Verfassung angemessene Dosierung.
  • Studium und Hören des Vedanta können selbst Teil der Praxis sein.
  • Körper- und Energiemodelle sind als traditionelle Meditationskarten zu lesen, nicht als Ersatz für Anatomie oder Medizin.
  • Außergewöhnliche Erfahrungen und Siddhis sind nicht das Ziel des Yoga.
  • Entscheidend ist die schwindende Identifikation mit einem getrennten Ich und die wachsende Freiheit im täglichen Leben.

Der moderne Leser muss nicht jede kosmologische oder körperbezogene Aussage wörtlich übernehmen. Er kann zwischen philosophischer Lehre, symbolischer Sprache, historischer Praxisbeschreibung und unmittelbar anwendbarer Übung unterscheiden. Eine solche Unterscheidung bewahrt sowohl den Respekt vor dem Text als auch die Verantwortung gegenüber heutiger Erfahrung und Wissenschaft.

Bedeutung für Yogalehrer und Yoga Meister

Für Yogalehrer und Yoga Meister erinnert die Schrift daran, Techniken stets in ihren ethischen und spirituellen Zusammenhang zu stellen. Atemübungen sollen nicht wegen spektakulärer Wirkungsversprechen vermittelt werden. Schüler benötigen unterschiedliche Zugänge und Dosierungen; ihre körperliche und psychische Verfassung muss berücksichtigt werden.

Ein verantwortungsvoller Lehrer macht transparent, welche Aussagen aus der historischen Quelle stammen, welche symbolisch gedeutet werden können und welche Wirkungen empirisch nicht gesichert sind. Er führt nicht in Abhängigkeit, sondern unterstützt die Entwicklung von Urteilskraft, Selbstwahrnehmung und innerer Freiheit.

Die bleibende Botschaft

Die Trishikhibrahmana Upanishad führt von der Frage nach Körper und Atem zur Erkenntnis des höchsten Selbst. Sie beschreibt den Menschen als ein Geflecht aus Elementen, Sinnen, Lebenswinden, Gedanken und Bewusstseinszuständen, sieht aber hinter allen Veränderungen das eine unveränderliche Licht.

Ihre zentrale Botschaft ist nicht die Beherrschung außergewöhnlicher Techniken. Yoga und Erkenntnis sollen die Täuschung lösen, der Mensch sei ein isoliertes, allein mit Körper und Gedanken identisches Wesen. Wenn Prana und Geist still werden und selbst der Meditierende vergessen ist, erweist sich der Atman als das eine Brahman. Der „dreifach beschopfte“ Fragende gelangt so von der Vielheit der Körperwelt zur nichtdualen Wirklichkeit, die der Text gleichermaßen Shiva, Vishnu, Vasudeva und das höchste Selbst nennt.

Trishikhibrahmana Upanishad – Devanagari und IAST

Die folgende Ausgabe gibt die vollständige Trishikhibrahmana Upanishad nach der Tradition des Shukla Yajurveda wieder: einen unnummerierten Eröffnungsvers, neun Prosalehren im Brahmana-Teil, 164 nummerierte Verse im Mantra-Teil und den unnummerierten Schlusssatz.

Eröffnungsvers

योगज्ञानैकसंसिद्धशिवतत्त्वतयोज्ज्वलम् ।
प्रतियोगिविनिर्मुक्तं परंब्रह्म भवाम्यहम् ॥

yogajñānaikasaṃsiddhaśivatattvatayojjvalam |
pratiyogivinirmuktaṃ paraṃbrahma bhavāmyaham ||

Shanti Mantra

ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Brahmana-Teil: neun Prosalehren

1.
ॐ त्रिशिखी ब्राह्मण आदित्यलोकं जगाम तं गत्वोवाच ।
भगवन् किं देहः किं प्राणः किं कारणं किमात्मा ।

oṃ triśikhī brāhmaṇa ādityalokaṃ jagāma taṃ gatvovāca |
bhagavan kiṃ dehaḥ kiṃ prāṇaḥ kiṃ kāraṇaṃ kimātmā |

2.
स होवाच सर्वमिदं शिव एव विजानीहि । किंतु नित्यः शुद्धो निरञ्जनो विभुरद्वयः शिव एकः स्वेन भासेदं सर्वं दृष्ट्वा तप्तायःपिण्डवदेकं भिन्नवदवभासते ।
तद्भासकं किमिति चेदुच्यते । सच्छब्दवाच्यमविद्याशबलं ब्रह्म ।

sa hovāca sarvamidaṃ śiva eva vijānīhi | kiṃtu nityaḥ śuddho nirañjano vibhuradvayaḥ śiva ekaḥ svena bhāsedaṃ sarvaṃ dṛṣṭvā taptāyaḥpiṇḍavadekaṃ bhinnavadavabhāsate |
tadbhāsakaṃ kimiti ceducyate | sacchabdavācyamavidyāśabalaṃ brahma |

3.
ब्रह्मणोऽव्यक्तम् । अव्यक्तान्महत् । महतोऽहङ्कारः । अहङ्कारात्पञ्चतन्मात्राणि ।
पञ्चतन्मात्रेभ्यः पञ्चमहाभूतानि । पञ्चमहाभूतेभ्योऽखिलं जगत् ।

brahmaṇo’vyaktam | avyaktānmahat | mahato’haṅkāraḥ | ahaṅkārātpañcatanmātrāṇi |
pañcatanmātrebhyaḥ pañcamahābhūtāni | pañcamahābhūtebhyo’khilaṃ jagat |

4.
तदखिलं किमिति । भूतविकारविभागादिरिति । एकस्मिन्पिण्डे कथं भूतविकारविभाग इति ।
तत्तत्कार्यकारणभेदरूपेणांशतत्त्ववाचकवाच्यस्थानभेदविषयदेवताकोशभेदविभागा भवन्ति ।

tadakhilaṃ kimiti | bhūtavikāravibhāgādiriti | ekasminpiṇḍe kathaṃ bhūtavikāravibhāga iti |
tattatkāryakāraṇabhedarūpeṇāṃśatattvavācakavācyasthānabhedaviṣayadevatākośabhedavibhāgā bhavanti |

5.
अथाकाशोऽन्तःकरणमनोबुद्धिचित्ताहङ्कारः । वायुः समानोदानव्यानापानप्राणाः ।
वह्निः श्रोत्रत्वक्चक्षुर्जिह्वाघ्राणानि । आपः शब्दस्पर्शरूपरसगन्धाः ।
पृथिवी वाक्पाणिपादपायूपस्थाः ।

athākāśo’ntaḥkaraṇamanobuddhicittāhaṅkāraḥ | vāyuḥ samānodānavyānāpānaprāṇāḥ |
vahniḥ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇāni | āpaḥ śabdasparśarūparasagandhāḥ |
pṛthivī vākpāṇipādapāyūpasthāḥ |

6.
ज्ञानसङ्कल्पनिश्चयानुसन्धानाभिमाना आकाशकार्यान्तःकरणविषयाः ।
समीकरणोन्ननयनग्रहणश्रवणोच्छ्वासा वायुकार्यप्राणादिविषयाः ।
शब्दस्पर्शरूपरसगन्धा अग्निकार्यज्ञानेन्द्रियविषया अबाश्रिताः ।
वचनादानगमनविसर्गानन्दाः पृथिवीकार्यकर्मेन्द्रियविषयाः ।
कर्मज्ञानेन्द्रियविषयेषु प्राणतन्मात्रविषया अन्तर्भूताः । मनोबुद्ध्योश्चित्ताहङ्कारौ चान्तर्भूतौ ।

jñānasaṅkalpaniścayānusandhānābhimānā ākāśakāryāntaḥkaraṇaviṣayāḥ |
samīkaraṇonnanayanagrahaṇaśravaṇocchvāsā vāyukāryaprāṇādiviṣayāḥ |
śabdasparśarūparasagandhā agnikāryajñānendriyaviṣayā abāśritāḥ |
vacanādānagamanavisargānandāḥ pṛthivīkāryakarmendriyaviṣayāḥ |
karmajñānendriyaviṣayeṣu prāṇatanmātraviṣayā antarbhūtāḥ | manobuddhyościttāhaṅkārau cāntarbhūtau |

7.
अवकाशविधूतदर्शनपिण्डीकरणधारणाः सूक्ष्मतमा जैवतन्मात्रविषयाः ।

avakāśavidhūtadarśanapiṇḍīkaraṇadhāraṇāḥ sūkṣmatamā jaivatanmātraviṣayāḥ |

8.
एवं द्वादशाङ्गानि आध्यात्मिकान्याधिभौतिकान्याधिदैविकानि ।
अत्र निशाकरचतुर्मुखदिग्वातार्कवरुणाश्व्यग्नीन्द्रोपेन्द्रप्रजापतियमा इत्यक्षाधिदेवतारूपैर्द्वादशनाड्यन्तःप्रवृत्ताः प्राणा एवाङ्गानि ।
अङ्गज्ञानं तदेव ज्ञातेति ।

evaṃ dvādaśāṅgāni ādhyātmikānyādhibhautikānyādhidaivikāni |
atra niśākaracaturmukhadigvātārkavaruṇāśvyagnīndropendraprajāpatiyamā ityakṣādhidevatārūpairdvādaśanāḍyantaḥpravṛttāḥ prāṇā evāṅgāni |
aṅgajñānaṃ tadeva jñāteti |

9.
अथ व्योमानिलानलजलान्नानां पञ्चीकरणमिति ।
ज्ञातृत्वं समानयोगेन श्रोत्रद्वारा शब्दगुणो वागधिष्ठित आकाशे तिष्ठति आकाशस्तिष्ठति ।
मनोव्यानयोगेन त्वग्द्वारा स्पर्शगुणः पाण्यधिष्ठितो वायौ तिष्ठति वायुस्तिष्ठति ।
बुद्धिरुदानयोगेन चक्षुर्द्वारा रूपगुणः पादाधिष्ठितोऽग्नौ तिष्ठत्यग्निस्तिष्ठति ।
चित्तमपानयोगेन जिह्वाद्वारा रसगुण उपस्थाधिष्ठितोऽप्सु तिष्ठत्यापस्तिष्ठन्ति ।
अहङ्कारः प्राणयोगेन घ्राणद्वारा गन्धगुणो गुदाधिष्ठितः पृथिव्यां तिष्ठति पृथिवी तिष्ठति य एवं वेद ।

atha vyomānilānalajalānnānāṃ pañcīkaraṇamiti |
jñātṛtvaṃ samānayogena śrotradvārā śabdaguṇo vāgadhiṣṭhita ākāśe tiṣṭhati ākāśastiṣṭhati |
manovyānayogena tvagdvārā sparśaguṇaḥ pāṇyadhiṣṭhito vāyau tiṣṭhati vāyustiṣṭhati |
buddhirudānayogena cakṣurdvārā rūpaguṇaḥ pādādhiṣṭhito’gnau tiṣṭhatyagnistiṣṭhati |
cittamapānayogena jihvādvārā rasaguṇa upasthādhiṣṭhito’psu tiṣṭhatyāpastiṣṭhanti |
ahaṅkāraḥ prāṇayogena ghrāṇadvārā gandhaguṇo gudādhiṣṭhitaḥ pṛthivyāṃ tiṣṭhati pṛthivī tiṣṭhati ya evaṃ veda |

Mantra-Teil: 164 Verse

1.
पृथग्भूते षोडश कलाः स्वार्थभागान्परान्क्रमात् ।
अन्तःकरणव्यानाक्षिरसपायुनभःक्रमात् ॥ 1 ॥

pṛthagbhūte ṣoḍaśa kalāḥ svārthabhāgānparānkramāt |
antaḥkaraṇavyānākṣirasapāyunabhaḥkramāt || 1 ||

2.
मुख्यात्पूर्वोत्तरैर्भागैर्भूतेभूते चतुश्चतुः ।
पूर्वमाकाशमाश्रित्य पृथिव्यादिषु संस्थिताः ॥ 2 ॥

mukhyātpūrvottarairbhāgairbhūtebhūte catuścatuḥ |
pūrvamākāśamāśritya pṛthivyādiṣu saṃsthitāḥ || 2 ||

3.
मुख्यादूर्ध्वे परा ज्ञेया न परानुत्तरान्विदुः ।
एवमंशो ह्यभूत्तस्मात्तेभ्यश्चांशो ह्यभूत्तथा ॥ 3 ॥

mukhyādūrdhve parā jñeyā na parānuttarānviduḥ |
evamaṃśo hyabhūttasmāttebhyaścāṃśo hyabhūttathā || 3 ||

4.
तस्मादन्योन्यमाश्रित्य ह्योतं प्रोतमनुक्रमात् ।
पञ्चभूतमयी भूमिः सा चेतनसमन्विता ॥ 4 ॥

tasmādanyonyamāśritya hyotaṃ protamanukramāt |
pañcabhūtamayī bhūmiḥ sā cetanasamanvitā || 4 ||

5.
तत ओषधयोऽन्नं च ततः पिण्डाश्चतुर्विधाः ।
रसासृङ्मांसमेदोऽस्थिमज्जाशुक्राणि धातवः ॥ 5 ॥

tata oṣadhayo’nnaṃ ca tataḥ piṇḍāścaturvidhāḥ |
rasāsṛṅmāṃsamedo’sthimajjāśukrāṇi dhātavaḥ || 5 ||

6.
केचित्तद्योगतः पिण्डा भूतेभ्यः संभवाः क्वचित् ।
तस्मिन्नन्नमयः पिण्डो नाभिमण्डलसंस्थिताः ॥ 6 ॥

kecittadyogataḥ piṇḍā bhūtebhyaḥ saṃbhavāḥ kvacit |
tasminnannamayaḥ piṇḍo nābhimaṇḍalasaṃsthitāḥ || 6 ||

7.
अस्य मध्येऽस्ति हृदयं सनालं पद्मकोशवत् ।
सत्त्वान्तर्वर्तिनो देवाः कर्त्रहङ्कारचेतनाः ॥ 7 ॥

asya madhye’sti hṛdayaṃ sanālaṃ padmakośavat |
sattvāntarvartino devāḥ kartrahaṅkāracetanāḥ || 7 ||

8.
अस्य बीजं तमःपिण्डं मोहरूपं जडं घनम् ।
वर्तते कण्ठमाश्रित्य मिश्रीभूतमिदं जगत् ॥ 8 ॥

asya bījaṃ tamaḥpiṇḍaṃ moharūpaṃ jaḍaṃ ghanam |
vartate kaṇṭhamāśritya miśrībhūtamidaṃ jagat || 8 ||

9.
प्रत्यगानन्दरूपात्मा मूर्ध्नि स्थाने परे पदे ।
अनन्तशक्तिसंयुक्तो जगद्रूपेण भासते ॥ 9 ॥

pratyagānandarūpātmā mūrdhni sthāne pare pade |
anantaśaktisaṃyukto jagadrūpeṇa bhāsate || 9 ||

10.
सर्वत्र वर्तते जाग्रत्स्वप्नं जाग्रति वर्तते ।
सुषुप्तं च तुरीयं च नान्यावस्थासु कुत्रचित् ॥ 10 ॥

sarvatra vartate jāgratsvapnaṃ jāgrati vartate |
suṣuptaṃ ca turīyaṃ ca nānyāvasthāsu kutracit || 10 ||

11.
सर्वदेशेष्वनुस्यूतश्चतूरूपः शिवात्मकः ।
यथा महाफले सर्वे रसाः सर्वप्रवर्तकाः ॥ 11 ॥

sarvadeśeṣvanusyūtaścatūrūpaḥ śivātmakaḥ |
yathā mahāphale sarve rasāḥ sarvapravartakāḥ || 11 ||

12.
तथैवान्नमये कोशे कोशास्तिष्ठन्ति चान्तरे ।
यथा कोशस्तथा जीवो यथा जीवस्तथा शिवः ॥ 12 ॥

tathaivānnamaye kośe kośāstiṣṭhanti cāntare |
yathā kośastathā jīvo yathā jīvastathā śivaḥ || 12 ||

13.
सविकारस्तथा जीवो निर्विकारस्तथा शिवः ।
कोशास्तस्य विकारास्ते ह्यवस्थासु प्रवर्तकाः ॥ 13 ॥

savikārastathā jīvo nirvikārastathā śivaḥ |
kośāstasya vikārāste hyavasthāsu pravartakāḥ || 13 ||

14.
यथा रसाशये फेनं मथनादेव जायते ।
मनो निर्मथनादेव विकल्पा बहवस्तथा ॥ 14 ॥

yathā rasāśaye phenaṃ mathanādeva jāyate |
mano nirmathanādeva vikalpā bahavastathā || 14 ||

15.
कर्मणा वर्तते कर्मी तत्त्यागाच्छान्तिमाप्नुयात् ।
अयने दक्षिणे प्राप्ते प्रपञ्चाभिमुखं गतः ॥ 15 ॥

karmaṇā vartate karmī tattyāgācchāntimāpnuyāt |
ayane dakṣiṇe prāpte prapañcābhimukhaṃ gataḥ || 15 ||

16.
अहङ्काराभिमानेन जीवः स्याद्धि सदाशिवः ।
स चाविवेकप्रकृतिसङ्गत्या तत्र मुह्यते ॥ 16 ॥

ahaṅkārābhimānena jīvaḥ syāddhi sadāśivaḥ |
sa cāvivekaprakṛtisaṅgatyā tatra muhyate || 16 ||

17.
नानायोनिशतं गत्वा शेतेऽसौ वासनावशात् ।
विमोक्षात्संचरत्येव मत्स्यः कूलद्वयं यथा ॥ 17 ॥

nānāyoniśataṃ gatvā śete’sau vāsanāvaśāt |
vimokṣātsaṃcaratyeva matsyaḥ kūladvayaṃ yathā || 17 ||

18.
ततः कालवशादेव ह्यात्मज्ञानविवेकतः ।
उत्तराभिमुखो भूत्वा स्थानात्स्थानान्तरं क्रमात् ॥ 18 ॥

tataḥ kālavaśādeva hyātmajñānavivekataḥ |
uttarābhimukho bhūtvā sthānātsthānāntaraṃ kramāt || 18 ||

19.
मूर्ध्न्याधायात्मनः प्राणान्योगाभ्यासं स्थितश्चरन् ।
योगात्सञ्जायते ज्ञानं ज्ञानाद्योगः प्रवर्तते ॥ 19 ॥

mūrdhnyādhāyātmanaḥ prāṇānyogābhyāsaṃ sthitaścaran |
yogātsañjāyate jñānaṃ jñānādyogaḥ pravartate || 19 ||

20.
योगज्ञानपरो नित्यं स योगी न प्रणश्यति ।
विकारस्थं शिवं पश्येद्विकारश्च शिवेन तु ॥ 20 ॥

yogajñānaparo nityaṃ sa yogī na praṇaśyati |
vikārasthaṃ śivaṃ paśyedvikāraśca śivena tu || 20 ||

21.
योगप्रकाशकं योगैर्ध्यायेच्चानन्य भावनः ।
योगज्ञाने न विद्येते तस्य भावो न सिद्ध्यति ॥ 21 ॥

yogaprakāśakaṃ yogairdhyāyeccānanya bhāvanaḥ |
yogajñāne na vidyete tasya bhāvo na siddhyati || 21 ||

22.
तस्मादभ्यासयोगेन मनःप्राणान्निरोधयेत् ।
योगी निशितधारेण क्षुरेणैव निकृन्तयेत् ॥ 22 ॥

tasmādabhyāsayogena manaḥprāṇānnirodhayet |
yogī niśitadhāreṇa kṣureṇaiva nikṛntayet || 22 ||

23.
शिखा ज्ञानमयी वृत्तिर्यमाद्यष्टाङ्गसाधनैः ।
ज्ञानयोगः कर्मयोग इति योगो द्विधा मतः ॥ 23 ॥

śikhā jñānamayī vṛttiryamādyaṣṭāṅgasādhanaiḥ |
jñānayogaḥ karmayoga iti yogo dvidhā mataḥ || 23 ||

24.
क्रियायोगमथेदानीं श्रुणु ब्राह्मणसत्तम ।
अव्याकुलस्य चित्तस्य बन्धनं विषये क्वचित् ॥ 24 ॥

kriyāyogamathedānīṃ śruṇu brāhmaṇasattama |
avyākulasya cittasya bandhanaṃ viṣaye kvacit || 24 ||

25.
यत्संयोगो द्विजश्रेष्ठ स च द्वैविध्यमश्नुते ।
कर्म कर्तव्यमित्येव विहितेष्वेव कर्मसु ॥ 25 ॥

yatsaṃyogo dvijaśreṣṭha sa ca dvaividhyamaśnute |
karma kartavyamityeva vihiteṣveva karmasu || 25 ||

26.
बन्धनं मनसो नित्यं कर्मयोगः स उच्यते ।
यत्त चित्तस्य सततमर्थे श्रेयसि बन्धनम् ॥ 26 ॥

bandhanaṃ manaso nityaṃ karmayogaḥ sa ucyate |
yatta cittasya satatamarthe śreyasi bandhanam || 26 ||

27.
ज्ञानयोगः स विज्ञेयः सर्वसिद्धिकरः शिवः ।
यस्योक्तलक्षणे योगे द्विविधेऽप्यव्ययं मनः ॥ 27 ॥

jñānayogaḥ sa vijñeyaḥ sarvasiddhikaraḥ śivaḥ |
yasyoktalakṣaṇe yoge dvividhe’pyavyayaṃ manaḥ || 27 ||

28.
स याति परमं श्रेयो मोक्षलक्षणमञ्जसा ।
देहेन्द्रियेषु वैराग्यं यम इत्युच्यते बुधैः ॥ 28 ॥

sa yāti paramaṃ śreyo mokṣalakṣaṇamañjasā |
dehendriyeṣu vairāgyaṃ yama ityucyate budhaiḥ || 28 ||

29.
अनुरक्तिः परे तत्त्वे सततं नियमः स्मृतः ।
सर्ववस्तुन्युदासीनभावमासनमुत्तमम् ॥ 29 ॥

anuraktiḥ pare tattve satataṃ niyamaḥ smṛtaḥ |
sarvavastunyudāsīnabhāvamāsanamuttamam || 29 ||

30.
जगत्सर्वमिदं मिथ्याप्रतीतिः प्राणसंयमः ।
चित्तस्यान्तर्मुखीभावः प्रत्याहारस्तु सत्तम ॥ 30 ॥

jagatsarvamidaṃ mithyāpratītiḥ prāṇasaṃyamaḥ |
cittasyāntarmukhībhāvaḥ pratyāhārastu sattama || 30 ||

31.
चित्तस्य निश्चलीभावो धारणा धारणं विदुः ।
सोऽहं चिन्मात्रमेवेति चिन्तनं ध्यानमुच्यते ॥ 31 ॥

cittasya niścalībhāvo dhāraṇā dhāraṇaṃ viduḥ |
so’haṃ cinmātrameveti cintanaṃ dhyānamucyate || 31 ||

32.
ध्यानस्य विस्मृतिः सम्यक्समाधिरभिधीयते ।
अहिंसा सत्यमस्तेयं ब्रह्मचर्यं दयार्जवम् ॥ 32 ॥

dhyānasya vismṛtiḥ samyaksamādhirabhidhīyate |
ahiṃsā satyamasteyaṃ brahmacaryaṃ dayārjavam || 32 ||

33.
क्षमा धृतिर्मिताहारः शौचं चेति यमादश ।
तपःसन्तुष्टिरास्तिक्यं दानमाराधनं हरेः ।
वेदान्तश्रवणं चैव ह्रीर्मतिश्च जपो व्रतम् ॥ 33 ॥

kṣamā dhṛtirmitāhāraḥ śaucaṃ ceti yamādaśa |
tapaḥsantuṣṭirāstikyaṃ dānamārādhanaṃ hareḥ |
vedāntaśravaṇaṃ caiva hrīrmatiśca japo vratam || 33 ||

34.
आसनानि तदङ्गानि स्वस्तिकादीनि वै द्विज ॥ 34 ॥

āsanāni tadaṅgāni svastikādīni vai dvija || 34 ||

35.
वर्ण्यन्ते स्वस्तिकं पादतलयोरुभयोरपि ।
पूर्वोत्तरे जानुनी द्वे कृत्वासनमुदीरितम् ॥ 35 ॥

varṇyante svastikaṃ pādatalayorubhayorapi |
pūrvottare jānunī dve kṛtvāsanamudīritam || 35 ||

36.
सव्ये दक्षिणगुल्फं तु पृष्ठपार्श्वे नियोजयेत् ।
दक्षिणेऽपि तथा सव्यं गोमुखं गोर्मुखं यथा ॥ 36 ॥

savye dakṣiṇagulphaṃ tu pṛṣṭhapārśve niyojayet |
dakṣiṇe’pi tathā savyaṃ gomukhaṃ gormukhaṃ yathā || 36 ||

37.
एकं चरणमन्यस्मिन्नूरावारोप्य निश्चलः ।
आस्ते यदिदमेनोघ्नं वीरासनमुदीरितम् ॥ 37 ॥

ekaṃ caraṇamanyasminnūrāvāropya niścalaḥ |
āste yadidamenoghnaṃ vīrāsanamudīritam || 37 ||

38.
गुदं नियम्य गुल्फाभ्यां व्युत्क्रमेण समाहितः ।
योगासनं भवेदेतदिति योगविदो विदुः ॥ 38 ॥

gudaṃ niyamya gulphābhyāṃ vyutkrameṇa samāhitaḥ |
yogāsanaṃ bhavedetaditi yogavido viduḥ || 38 ||

39.
ऊर्वोरुपरिवै धत्ते यदा पादतले उभे ।
पद्मासनं भवेदेतत्सर्वव्याधिविषापहम् ॥ 39 ॥

ūrvoruparivai dhatte yadā pādatale ubhe |
padmāsanaṃ bhavedetatsarvavyādhiviṣāpaham || 39 ||

40.
पद्मासनं सुसंस्थाप्य तदङ्गुष्ठद्वयं पुनः ।
व्युत्क्रमेणैव हस्ताभ्यां बद्धपद्मासनं भवेत् ॥ 40 ॥

padmāsanaṃ susaṃsthāpya tadaṅguṣṭhadvayaṃ punaḥ |
vyutkrameṇaiva hastābhyāṃ baddhapadmāsanaṃ bhavet || 40 ||

41.
पद्मासनं सुसंस्थाप्य जानूर्वोरन्तरे करौ ।
निवेश्य भूमावातिष्ठेद्व्योमस्थः कुक्कुटासनः ॥ 41 ॥

padmāsanaṃ susaṃsthāpya jānūrvorantare karau |
niveśya bhūmāvātiṣṭhedvyomasthaḥ kukkuṭāsanaḥ || 41 ||

42.
कुक्कुटासनबन्धस्थो दोर्भ्यां संबध्य कन्धरम् ।
शेते कूर्मवदुत्तान एतदुत्तानकूर्मकम् ॥ 42 ॥

kukkuṭāsanabandhastho dorbhyāṃ saṃbadhya kandharam |
śete kūrmavaduttāna etaduttānakūrmakam || 42 ||

43.
पादाङ्गुष्ठौ तु पाणिभ्यां गृहीत्वा श्रवणावधि ।
धनुराकर्षकाकृष्टं धनुरासनमीरितम् ॥ 43 ॥

pādāṅguṣṭhau tu pāṇibhyāṃ gṛhītvā śravaṇāvadhi |
dhanurākarṣakākṛṣṭaṃ dhanurāsanamīritam || 43 ||

44.
सीवनीं गुल्फदेशाभ्यां निपीड्य व्युत्क्रमेण तु ।
प्रसार्य जानुनोर्हस्तावासनं सिंहरूपकम् ॥ 44 ॥

sīvanīṃ gulphadeśābhyāṃ nipīḍya vyutkrameṇa tu |
prasārya jānunorhastāvāsanaṃ siṃharūpakam || 44 ||

45.
गुल्फौ च वृषणस्याधः सीवन्युभयपार्श्वयोः ।
निवेश्य पादौ हस्ताभ्यां बध्वा भद्रासनं भवेत् ॥ 45 ॥

gulphau ca vṛṣaṇasyādhaḥ sīvanyubhayapārśvayoḥ |
niveśya pādau hastābhyāṃ badhvā bhadrāsanaṃ bhavet || 45 ||

46.
सीवनीपार्श्वमुभयं गुल्फाभ्यां व्युत्क्रमेण तु ।
निपीड्यासनमेतच्च मुक्तासनमुदीरितम् ॥ 46 ॥

sīvanīpārśvamubhayaṃ gulphābhyāṃ vyutkrameṇa tu |
nipīḍyāsanametacca muktāsanamudīritam || 46 ||

47.
अवष्टभ्य धरां सम्यक्तलाभ्यां हस्तयोर्द्वयोः ।
कूर्परौ नाभिपार्श्वे तु स्थापयित्वा मयूरवत् ॥ 47 ॥

avaṣṭabhya dharāṃ samyaktalābhyāṃ hastayordvayoḥ |
kūrparau nābhipārśve tu sthāpayitvā mayūravat || 47 ||

48.
समुन्नतशिरःपादं मयूरासनमिष्यते ।
वामोरुमूले दक्षाङ्घ्रिं जान्वोर्वेष्टितपाणिना ॥ 48 ॥

samunnataśiraḥpādaṃ mayūrāsanamiṣyate |
vāmorumūle dakṣāṅghriṃ jānvorveṣṭitapāṇinā || 48 ||

49.
वामेन वामाङ्गुष्ठं तु गृहीतं मत्स्यपीठकम् ।
योनिं वामेन सम्पीड्य मेढ्रादुपरि दक्षिणम् ॥ 49 ॥

vāmena vāmāṅguṣṭhaṃ tu gṛhītaṃ matsyapīṭhakam |
yoniṃ vāmena sampīḍya meḍhrādupari dakṣiṇam || 49 ||

50.
ऋजुकायः समासीनः सिद्धासनमुदीरितम् ।
प्रसार्य भुवि पादौ तु दोर्भ्यामङ्गुष्ठमादरात् ॥ 50 ॥

ṛjukāyaḥ samāsīnaḥ siddhāsanamudīritam |
prasārya bhuvi pādau tu dorbhyāmaṅguṣṭhamādarāt || 50 ||

51.
जानूपरि ललाटं तु पश्चिमं तानमुच्यते ।
येनकेन प्रकारेण सुखं धार्यं च जायते ॥ 51 ॥

jānūpari lalāṭaṃ tu paścimaṃ tānamucyate |
yenakena prakāreṇa sukhaṃ dhāryaṃ ca jāyate || 51 ||

52.
तत्सुखासनमित्युक्तमशक्तस्तत्समाचरेत् ।
आसनं विजितं येन जितं तेन जगत्त्रयम् ॥ 52 ॥

tatsukhāsanamityuktamaśaktastatsamācaret |
āsanaṃ vijitaṃ yena jitaṃ tena jagattrayam || 52 ||

53.
यमैश्च नियमैश्चैव आसनैश्च सुसंयतः ।
नाडीशुद्धिं च कृत्वादौ प्राणायामं समाचरेत् ॥ 53 ॥

yamaiśca niyamaiścaiva āsanaiśca susaṃyataḥ |
nāḍīśuddhiṃ ca kṛtvādau prāṇāyāmaṃ samācaret || 53 ||

54.
देहमानं स्वाङ्गुलिभिः षण्णवत्यङ्गुलायतम् ।
प्राणः शरीरादधिको द्वादशाङ्गुलमानतः ॥ 54 ॥

dehamānaṃ svāṅgulibhiḥ ṣaṇṇavatyaṅgulāyatam |
prāṇaḥ śarīrādadhiko dvādaśāṅgulamānataḥ || 54 ||

55.
देहस्थमनिलं देहसमुद्भूतेन वह्निना ।
न्यूनं समं वा योगेन कुर्वन्ब्रह्मविदिष्यते ॥ 55 ॥

dehasthamanilaṃ dehasamudbhūtena vahninā |
nyūnaṃ samaṃ vā yogena kurvanbrahmavidiṣyate || 55 ||

56.
देहमध्ये शिखिस्थानं तप्तजाम्बूनदप्रभम् ।
त्रिकोणं द्विपदामन्यच्चतुरस्रं चतुष्पदम् ॥ 56 ॥

dehamadhye śikhisthānaṃ taptajāmbūnadaprabham |
trikoṇaṃ dvipadāmanyaccaturasraṃ catuṣpadam || 56 ||

57.
वृत्तं विहङ्गमानां तु षडस्रं सर्पजन्मनाम् ।
अष्टास्रं स्वेदजानां तु तस्मिन्दीपवदुज्ज्वलम् ।
कन्दस्थानं मनुष्याणां देहमध्यं नवाङ्गुलम् ।
चतुरङ्गुलमुत्सेधं चतुरङ्गुलमायतम् ॥ 57 ॥

vṛttaṃ vihaṅgamānāṃ tu ṣaḍasraṃ sarpajanmanām |
aṣṭāsraṃ svedajānāṃ tu tasmindīpavadujjvalam |
kandasthānaṃ manuṣyāṇāṃ dehamadhyaṃ navāṅgulam |
caturaṅgulamutsedhaṃ caturaṅgulamāyatam || 57 ||

58.
अण्डाकृति तिरश्चां च द्विजानां च चतुष्पदाम् ।
तुन्दमध्यं तदिष्टं वै तन्मध्यं नाभिरिप्यते ॥ 58 ॥

aṇḍākṛti tiraścāṃ ca dvijānāṃ ca catuṣpadām |
tundamadhyaṃ tadiṣṭaṃ vai tanmadhyaṃ nābhiripyate || 58 ||

59.
तत्र चक्रं द्वादशारं तेषु विष्ण्वादिमूर्तयः ।
अहं तत्र स्थितश्चक्रं भ्रामयामि स्वमायया ॥ 59 ॥

tatra cakraṃ dvādaśāraṃ teṣu viṣṇvādimūrtayaḥ |
ahaṃ tatra sthitaścakraṃ bhrāmayāmi svamāyayā || 59 ||

60.
अरेषु भ्रमते जीवः क्रमेण द्विजसत्तम ।
तन्तुपञ्जरमध्यस्था यथा भ्रमति लूतिका ॥ 60 ॥

areṣu bhramate jīvaḥ krameṇa dvijasattama |
tantupañjaramadhyasthā yathā bhramati lūtikā || 60 ||

61.
प्राणाधिरूढश्चरति जीवस्तेन विना नहि ।
तस्योर्ध्वे कुण्डलीस्थानं नाभेस्तिर्यगथोर्ध्वतः ॥ 61 ॥

prāṇādhirūḍhaścarati jīvastena vinā nahi |
tasyordhve kuṇḍalīsthānaṃ nābhestiryagathordhvataḥ || 61 ||

62.
अष्टप्रकृतिरूपा सा चाष्टधा कुण्डलीकृता ।
यथावद्वायुसारं च ज्वलनादि च नित्यशः ॥ 62 ॥

aṣṭaprakṛtirūpā sā cāṣṭadhā kuṇḍalīkṛtā |
yathāvadvāyusāraṃ ca jvalanādi ca nityaśaḥ || 62 ||

63.
परितः कन्दपार्श्वे तु निरुध्येव सदा स्थिता ।
मुखेनैव समावेष्ट्य ब्रह्मरन्ध्रमुखं तथा ॥ 63 ॥

paritaḥ kandapārśve tu nirudhyeva sadā sthitā |
mukhenaiva samāveṣṭya brahmarandhramukhaṃ tathā || 63 ||

64.
योगकालेन मरुता साग्निना बोधिता सती ।
स्फुरिता हृदयाकाशे नागरूपा महोज्ज्वला ॥ 64 ॥

yogakālena marutā sāgninā bodhitā satī |
sphuritā hṛdayākāśe nāgarūpā mahojjvalā || 64 ||

65.
अपनाद्द्वयङ्गुलादूर्ध्वमधो मेढ्रस्य तावता ।
देहमध्यं मनुष्याणां हृन्मध्यं तु चतुष्पदाम् ॥ 65 ॥

apanāddvayaṅgulādūrdhvamadho meḍhrasya tāvatā |
dehamadhyaṃ manuṣyāṇāṃ hṛnmadhyaṃ tu catuṣpadām || 65 ||

66.
इतरेषां तुन्दमध्ये प्राणापानसमायुताः ।
चतुष्प्रकारद्व्ययुते देहमध्ये सुषुम्नया ॥ 66 ॥

itareṣāṃ tundamadhye prāṇāpānasamāyutāḥ |
catuṣprakāradvyayute dehamadhye suṣumnayā || 66 ||

67.
कन्दमध्ये स्थिता नाडी सुषुम्ना सुप्रतिष्ठिता ।
पद्मसूत्रप्रतीकाशा ऋजुरूर्ध्वप्रवर्तिनी ॥ 67 ॥

kandamadhye sthitā nāḍī suṣumnā supratiṣṭhitā |
padmasūtrapratīkāśā ṛjurūrdhvapravartinī || 67 ||

68.
ब्रह्मणो विवरं यावद्विद्युदाभासनालकम् ।
वैष्णवी ब्रह्मनाडी च निर्वाणप्राप्तिपद्धतिः ॥ 68 ॥

brahmaṇo vivaraṃ yāvadvidyudābhāsanālakam |
vaiṣṇavī brahmanāḍī ca nirvāṇaprāptipaddhatiḥ || 68 ||

69.
इडा च पिङ्गला चैव तस्याः सव्येतरे स्थिते ।
इडा समुत्थिता कन्दाद्वामनासापुटावधि ॥ 69 ॥

iḍā ca piṅgalā caiva tasyāḥ savyetare sthite |
iḍā samutthitā kandādvāmanāsāpuṭāvadhi || 69 ||

70.
पिङ्गला चोत्थिता तस्माद्दक्षनासापुटावधि ।
गान्धारी हस्तिजिह्वा च द्वे चान्ये नाडिके स्थिते ॥ 70 ॥

piṅgalā cotthitā tasmāddakṣanāsāpuṭāvadhi |
gāndhārī hastijihvā ca dve cānye nāḍike sthite || 70 ||

71.
पुरतः पृष्ठतस्तस्य वामेतरदृशौ प्रति ।
पूषा यशस्विनी नाड्यौ तस्मादेव समुत्थिते ॥ 71 ॥

purataḥ pṛṣṭhatastasya vāmetaradṛśau prati |
pūṣā yaśasvinī nāḍyau tasmādeva samutthite || 71 ||

72.
सव्येतरश्रुत्यवधि पायुमूलादलम्बुअसा ।
अधोगता शुभा नाडी मेढ्रान्तावधिरायता ॥ 72 ॥

savyetaraśrutyavadhi pāyumūlādalambuasā |
adhogatā śubhā nāḍī meḍhrāntāvadhirāyatā || 72 ||

73.
पादाङ्गुष्ठावधिः कन्दादधोयाता च कौशिकी ।
दशप्रकारभूतास्ताः कथिताः कन्दसम्भवाः ॥ 73 ॥

pādāṅguṣṭhāvadhiḥ kandādadhoyātā ca kauśikī |
daśaprakārabhūtāstāḥ kathitāḥ kandasambhavāḥ || 73 ||

74.
तन्मूला बहवो नाड्यः स्थूलसूक्ष्माश्च नाडिकाः ।
द्वासप्ततिसहस्राणि स्थूलाः सूक्ष्माश्च नाडयः ॥ 74 ॥

tanmūlā bahavo nāḍyaḥ sthūlasūkṣmāśca nāḍikāḥ |
dvāsaptatisahasrāṇi sthūlāḥ sūkṣmāśca nāḍayaḥ || 74 ||

75.
संख्यातुं न शक्यन्ते स्थूलमूलाः पृथग्विधाः ।
यथाश्वत्थदले सूक्ष्माः स्थूलाश्च विततास्तथा ॥ 75 ॥

saṃkhyātuṃ na śakyante sthūlamūlāḥ pṛthagvidhāḥ |
yathāśvatthadale sūkṣmāḥ sthūlāśca vitatāstathā || 75 ||

76.
प्राणापानौ समानश्च उदानो व्यान एव च ।
नागः कूर्मश्च कृकरो देवदत्तो धनञ्जयः ॥ 76 ॥

prāṇāpānau samānaśca udāno vyāna eva ca |
nāgaḥ kūrmaśca kṛkaro devadatto dhanañjayaḥ || 76 ||

77.
चरन्ति दशनाडीषु दश प्राणादिवायवः ।
प्राणादिपञ्चकं तेषु प्रधानं तत्र च द्वयम् ॥ 77 ॥

caranti daśanāḍīṣu daśa prāṇādivāyavaḥ |
prāṇādipañcakaṃ teṣu pradhānaṃ tatra ca dvayam || 77 ||

78.
प्राण एवाथवा ज्येष्ठो जीवात्मानं बिभर्ति यः ।
आस्यनासिकयोर्मध्यं हृदयं नाभिमण्डलम् ॥ 78 ॥

prāṇa evāthavā jyeṣṭho jīvātmānaṃ bibharti yaḥ |
āsyanāsikayormadhyaṃ hṛdayaṃ nābhimaṇḍalam || 78 ||

79.
पादाङ्गुष्ठमिति प्राणस्थानानि द्विजसत्तम ।
अपानश्चरति ब्रह्मन्गुदमेढ्रोरुजानुषु ॥ 79 ॥

pādāṅguṣṭhamiti prāṇasthānāni dvijasattama |
apānaścarati brahmangudameḍhrorujānuṣu || 79 ||

80.
समानः सर्वगात्रेषु सर्वव्यापी व्यवस्थितः ।
उदानः सर्वसन्धिस्थः पादयोर्हस्तयोरपि ॥ 80 ॥

samānaḥ sarvagātreṣu sarvavyāpī vyavasthitaḥ |
udānaḥ sarvasandhisthaḥ pādayorhastayorapi || 80 ||

81.
व्यानः श्रोत्रोरुकट्यां च गुल्फस्कन्धगलेषु च ।
नागादिवायवः पञ्च त्वगस्थादिषु संस्थिताः ॥ 81 ॥

vyānaḥ śrotrorukaṭyāṃ ca gulphaskandhagaleṣu ca |
nāgādivāyavaḥ pañca tvagasthādiṣu saṃsthitāḥ || 81 ||

82.
तुन्दस्थजलमन्नं च रसादीनि समीकृतम् ।
तुन्दमध्यगतः प्राणस्तानि कुर्यात्पृथक्पृथक् ॥ 82 ॥

tundasthajalamannaṃ ca rasādīni samīkṛtam |
tundamadhyagataḥ prāṇastāni kuryātpṛthakpṛthak || 82 ||

83.
इत्यादिचेष्टनं प्राणः करोति च पृथक्स्थितम् ।
अपानवायुर्मूत्रादेः करोति च विसर्जनम् ॥ 83 ॥

ityādiceṣṭanaṃ prāṇaḥ karoti ca pṛthaksthitam |
apānavāyurmūtrādeḥ karoti ca visarjanam || 83 ||

84.
प्राणापानादिचेष्टादि क्रियते व्यानवायुना ।
उज्जीर्यते शरीरस्थमुदानेन नभस्वता ॥ 84 ॥

prāṇāpānādiceṣṭādi kriyate vyānavāyunā |
ujjīryate śarīrasthamudānena nabhasvatā || 84 ||

85.
पोषणादिशरीरस्य समानः कुरुते सदा ।
उद्गारादिक्रियो नागः कूर्मोऽक्षादिनिमीलनः ॥ 85 ॥

poṣaṇādiśarīrasya samānaḥ kurute sadā |
udgārādikriyo nāgaḥ kūrmo’kṣādinimīlanaḥ || 85 ||

86.
कृकरः क्षुतयोः कर्ता दत्तो निद्रादिकर्मकृत् ।
मृतगात्रस्य शोभादेर्धनञ्जय उदाहृतः ॥ 86 ॥

kṛkaraḥ kṣutayoḥ kartā datto nidrādikarmakṛt |
mṛtagātrasya śobhāderdhanañjaya udāhṛtaḥ || 86 ||

87.
नाडीभेदं मरुद्भेदं मरुतां स्थानमेव च ।
चेष्टाश्च विविधास्तेषां ज्ञात्वैव निजसत्तम ॥ 87 ॥

nāḍībhedaṃ marudbhedaṃ marutāṃ sthānameva ca |
ceṣṭāśca vividhāsteṣāṃ jñātvaiva nijasattama || 87 ||

88.
शुद्धौ यतेत नाडीनां पूर्वोक्तज्ञानसंयुतः ।
विविक्तदेशमासाद्य सर्वसंबन्धवर्जितः ॥ 88 ॥

śuddhau yateta nāḍīnāṃ pūrvoktajñānasaṃyutaḥ |
viviktadeśamāsādya sarvasaṃbandhavarjitaḥ || 88 ||

89.
योगाङ्गद्रव्यसम्पूर्णं तत्र दारुमये शुभे ।
आसने कल्पिते दर्भकुशकृष्णाजिनादिभिः ॥ 89 ॥

yogāṅgadravyasampūrṇaṃ tatra dārumaye śubhe |
āsane kalpite darbhakuśakṛṣṇājinādibhiḥ || 89 ||

90.
तावदासनमुत्सेधे तावद्द्वयसमायते ।
उपविश्यासनं सम्यक्स्वस्तिकादि यथारुचि ॥ 90 ॥

tāvadāsanamutsedhe tāvaddvayasamāyate |
upaviśyāsanaṃ samyaksvastikādi yathāruci || 90 ||

91.
बध्वा प्रागासनं विप्रो ऋजुकायः समाहितः ।
नासाग्रन्यस्तनयनो दन्तैर्दन्तानसंस्पृशन् ॥ 91 ॥

badhvā prāgāsanaṃ vipro ṛjukāyaḥ samāhitaḥ |
nāsāgranyastanayano dantairdantānasaṃspṛśan || 91 ||

92.
रसनां तालुनि न्यस्य स्वस्थचित्तो निरामयः ।
आकुञ्चितशिरः किंचिन्निबध्नन्योगमुद्रया ॥ 92 ॥

rasanāṃ tāluni nyasya svasthacitto nirāmayaḥ |
ākuñcitaśiraḥ kiṃcinnibadhnanyogamudrayā || 92 ||

93.
हस्तौ यथोक्तविधिना प्राणायामं समाचरेत् ।
रेचनं पूरणं वायोः शोधनं रेचनं तथा ॥ 93 ॥

hastau yathoktavidhinā prāṇāyāmaṃ samācaret |
recanaṃ pūraṇaṃ vāyoḥ śodhanaṃ recanaṃ tathā || 93 ||

94.
चतुर्भिः क्लेशनं वायोः प्राणायाम उदीर्यते ।
हस्तेन दक्षिणेनैव पीडयेन्नासिकापुटम् ॥ 94 ॥

caturbhiḥ kleśanaṃ vāyoḥ prāṇāyāma udīryate |
hastena dakṣiṇenaiva pīḍayennāsikāpuṭam || 94 ||

95.
शनैः शनैरथ बहिः प्रक्षिपेत्पिङ्गलानिलम् ।
इडया वायुमापूर्य ब्रह्मन्षोडशमात्रया ॥ 95 ॥

śanaiḥ śanairatha bahiḥ prakṣipetpiṅgalānilam |
iḍayā vāyumāpūrya brahmanṣoḍaśamātrayā || 95 ||

96.
पूरितं कुम्भयेत्पश्चाच्चतुःषष्ट्या तु मात्रया ।
द्वात्रिंशन्मात्रया सम्यग्रेचयेत्पिङ्गलानिलम् ॥ 96 ॥

pūritaṃ kumbhayetpaścāccatuḥṣaṣṭyā tu mātrayā |
dvātriṃśanmātrayā samyagrecayetpiṅgalānilam || 96 ||

97.
एवं पुनः पुनः कार्यं व्युत्क्रमानुक्रमेण तु ।
सम्पूर्णकुम्भवद्देहं कुम्भयेन्मातरिश्वना ॥ 97 ॥

evaṃ punaḥ punaḥ kāryaṃ vyutkramānukrameṇa tu |
sampūrṇakumbhavaddehaṃ kumbhayenmātariśvanā || 97 ||

98.
पूरणान्नाडयः सर्वाः पूर्यन्ते मातरिश्वना ।
एवं कृते सति ब्रह्मंश्चरन्ति दश वायवः ॥ 98 ॥

pūraṇānnāḍayaḥ sarvāḥ pūryante mātariśvanā |
evaṃ kṛte sati brahmaṃścaranti daśa vāyavaḥ || 98 ||

99.
हृदयाम्भोरुहं चापि व्याकोचं भवति स्फुटम् ।
तत्र पश्येत्परात्मानं वासुदेवमकल्मषम् ॥ 99 ॥

hṛdayāmbhoruhaṃ cāpi vyākocaṃ bhavati sphuṭam |
tatra paśyetparātmānaṃ vāsudevamakalmaṣam || 99 ||

100.
प्रातर्मध्यन्दिने सायमर्धरात्रे च कुम्भकान् ।
शनैरशीतिपर्यन्तं चतुर्वारं समभ्यसेत् ॥ 100 ॥

prātarmadhyandine sāyamardharātre ca kumbhakān |
śanairaśītiparyantaṃ caturvāraṃ samabhyaset || 100 ||

101.
एकाहमात्रं कुर्वाणः सर्वपापैः प्रमुच्यते ।
संवत्सरत्रयादूर्ध्वं प्राणायामपरो नरः ॥ 101 ॥

ekāhamātraṃ kurvāṇaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate |
saṃvatsaratrayādūrdhvaṃ prāṇāyāmaparo naraḥ || 101 ||

102.
योगसिद्धो भवेद्योगी वायुजिद्विजितेन्द्रियः ।
अल्पाशी स्वल्पनिद्रश्च तेजस्वी बलवान्भवेत् ॥ 102 ॥

yogasiddho bhavedyogī vāyujidvijitendriyaḥ |
alpāśī svalpanidraśca tejasvī balavānbhavet || 102 ||

103.
अपमृत्युमतिक्रम्य दीर्घमायुरवाप्नुयात् ।
प्रस्वेदजननं यस्य प्राणायामस्तु सोऽधमः ॥ 103 ॥

apamṛtyumatikramya dīrghamāyuravāpnuyāt |
prasvedajananaṃ yasya prāṇāyāmastu so’dhamaḥ || 103 ||

104.
कंपनं वपुषो यस्य प्राणायामेषु मध्यमः ।
उत्थानं वपुषो यस्य स उत्तम उदाहृतः ॥ 104 ॥

kaṃpanaṃ vapuṣo yasya prāṇāyāmeṣu madhyamaḥ |
utthānaṃ vapuṣo yasya sa uttama udāhṛtaḥ || 104 ||

105.
अधमे व्याधिपापानां नाशः स्यान्मध्यमे पुनः ।
पापरोगमहाव्याधिनाशः स्यादुत्तमे पुनः ॥ 105 ॥

adhame vyādhipāpānāṃ nāśaḥ syānmadhyame punaḥ |
pāparogamahāvyādhināśaḥ syāduttame punaḥ || 105 ||

106.
अल्पमूत्रोऽल्पविष्ठश्च लघुदेहो मिताशनः ।
पट्विन्द्रियः पटुमतिः कालत्रयविदात्मवान् ॥ 106 ॥

alpamūtro’lpaviṣṭhaśca laghudeho mitāśanaḥ |
paṭvindriyaḥ paṭumatiḥ kālatrayavidātmavān || 106 ||

107.
रेचकं पूरकं मुक्त्वा कुम्भीकरणमेव यः ।
करोति त्रिषु कालेषु नैव तस्यास्ति दुर्लभम् ॥ 107 ॥

recakaṃ pūrakaṃ muktvā kumbhīkaraṇameva yaḥ |
karoti triṣu kāleṣu naiva tasyāsti durlabham || 107 ||

108.
नाभिकन्दे च नासाग्रे पादाङ्गुष्ठे च यत्नवान् ।
धारयेन्मनसा प्राणान्सन्ध्याकालेषु वा सदा ॥ 108 ॥

nābhikande ca nāsāgre pādāṅguṣṭhe ca yatnavān |
dhārayenmanasā prāṇānsandhyākāleṣu vā sadā || 108 ||

109.
सर्वरोगैर्विनिर्मुक्तो जीवेद्योगी गतक्लमः ।
कुक्षिरोगविनाशः स्यान्नाभिकन्देषु धारणात् ॥ 109 ॥

sarvarogairvinirmukto jīvedyogī gataklamaḥ |
kukṣirogavināśaḥ syānnābhikandeṣu dhāraṇāt || 109 ||

110.
नासाग्रे धारणाद्दीर्घमायुः स्याद्देहलाघवम् ।
ब्राह्मे मुहूर्ते सम्प्राप्ते वायुमाकृष्य जिह्वया ॥ 110 ॥

nāsāgre dhāraṇāddīrghamāyuḥ syāddehalāghavam |
brāhme muhūrte samprāpte vāyumākṛṣya jihvayā || 110 ||

111.
पिबतस्त्रिषु मासेषु वाक्सिद्धिर्महती भवेत् ।
अभ्यासतश्च षण्मासान्महारोगविनाशनम् ॥ 111 ॥

pibatastriṣu māseṣu vāksiddhirmahatī bhavet |
abhyāsataśca ṣaṇmāsānmahārogavināśanam || 111 ||

112.
यत्र यत्र धृतो वायुरङ्गे रोगादिदूषिते ।
धारणादेव मरुतस्तत्तदारोग्यमश्नुते ॥ 112 ॥

yatra yatra dhṛto vāyuraṅge rogādidūṣite |
dhāraṇādeva marutastattadārogyamaśnute || 112 ||

113.
मनसो धारणादेव पवनो धारितो भवेत् ।
मनसः स्थापने हेतुरुच्यते द्विजपुङ्गव ॥ 113 ॥

manaso dhāraṇādeva pavano dhārito bhavet |
manasaḥ sthāpane heturucyate dvijapuṅgava || 113 ||

114.
करणानि समाहृत्य विषयेभ्यः समाहितः ।
अपानमूर्ध्वमाकृष्येदुदरोपरि धारयेत् ॥ 114 ॥

karaṇāni samāhṛtya viṣayebhyaḥ samāhitaḥ |
apānamūrdhvamākṛṣyedudaropari dhārayet || 114 ||

115.
बन्धन्कराभ्यां श्रोत्रादिकरणानि यथातथम् ।
युञ्जानस्य यथोक्तेन वर्त्मना स्ववशं मनः ॥ 115 ॥

bandhankarābhyāṃ śrotrādikaraṇāni yathātatham |
yuñjānasya yathoktena vartmanā svavaśaṃ manaḥ || 115 ||

116.
मनोवशात्प्राणवायुः स्ववशे स्थाप्यते सदा ।
नासिकापुटयोः प्राणः पर्यायेण प्रवर्तते ॥ 116 ॥

manovaśātprāṇavāyuḥ svavaśe sthāpyate sadā |
nāsikāpuṭayoḥ prāṇaḥ paryāyeṇa pravartate || 116 ||

117.
तिस्रश्च नाडिकास्तासु स यावन्तं चरत्ययम् ।
शङ्खिनीविवरे याम्ये प्राणः प्राणभृतां सताम् ॥ 117 ॥

tisraśca nāḍikāstāsu sa yāvantaṃ caratyayam |
śaṅkhinīvivare yāmye prāṇaḥ prāṇabhṛtāṃ satām || 117 ||

118.
तावन्तं च पुनः कालं सौम्ये चरति सन्ततम् ।
इत्थं क्रमेण चरता वायुना वायुजिन्नरः ॥ 118 ॥

tāvantaṃ ca punaḥ kālaṃ saumye carati santatam |
itthaṃ krameṇa caratā vāyunā vāyujinnaraḥ || 118 ||

119.
अहश्च रात्रिं पक्षं च मासमृत्वयनादिकम् ।
अन्तर्मुखो विजानीयात्कालभेदं समाहितः ॥ 119 ॥

ahaśca rātriṃ pakṣaṃ ca māsamṛtvayanādikam |
antarmukho vijānīyātkālabhedaṃ samāhitaḥ || 119 ||

120.
अङ्गुष्ठादिस्वावयवस्फुरणादशनेरपि ।
अरिष्टैर्जीवितस्यापि जानीयात्क्षयमात्मनः ॥ 120 ॥

aṅguṣṭhādisvāvayavasphuraṇādaśanerapi |
ariṣṭairjīvitasyāpi jānīyātkṣayamātmanaḥ || 120 ||

121.
ज्ञात्वा यतेत कैवल्यप्राप्तये योगवित्तमः ।
पादाङ्गुष्ठे कराङ्गुष्ठे स्फुरणं यस्य न श्रुतिः ॥ 121 ॥

jñātvā yateta kaivalyaprāptaye yogavittamaḥ |
pādāṅguṣṭhe karāṅguṣṭhe sphuraṇaṃ yasya na śrutiḥ || 121 ||

122.
तस्य संवत्सरादूर्ध्वं जीवितस्य क्षयो भवेत् ।
मणिबन्धे तथा गुल्फे स्फुरणं यस्य नश्यति ॥ 122 ॥

tasya saṃvatsarādūrdhvaṃ jīvitasya kṣayo bhavet |
maṇibandhe tathā gulphe sphuraṇaṃ yasya naśyati || 122 ||

123.
षण्मासावधिरेतस्य जीवितस्य स्थितिर्भवेत् ।
कूर्परे स्फुरणं यस्य तस्य त्रैमासिकी स्थितिः ॥ 123 ॥

ṣaṇmāsāvadhiretasya jīvitasya sthitirbhavet |
kūrpare sphuraṇaṃ yasya tasya traimāsikī sthitiḥ || 123 ||

124.
कुक्षिमेहनपार्श्वे च स्फुरणानुपलम्भने ।
मासावधिर्जीवितस्य तदर्धस्य तु दर्शने ॥ 124 ॥

kukṣimehanapārśve ca sphuraṇānupalambhane |
māsāvadhirjīvitasya tadardhasya tu darśane || 124 ||

125.
आश्रिते जठरद्वारे दिनानि दश जीवितम् ।
ज्योतिः खद्योतवद्यस्य तदर्धं तस्य जीवितम् ॥ 125 ॥

āśrite jaṭharadvāre dināni daśa jīvitam |
jyotiḥ khadyotavadyasya tadardhaṃ tasya jīvitam || 125 ||

126.
जिह्वाग्रादर्शने त्रीणि दिनानि स्थितिरात्मनः ।
ज्वालाया दर्शने मृत्युर्द्विदिने भवति ध्रुवम् ॥ 126 ॥

jihvāgrādarśane trīṇi dināni sthitirātmanaḥ |
jvālāyā darśane mṛtyurdvidine bhavati dhruvam || 126 ||

127.
एवमादीन्यरिष्टानि दृष्टायुःक्षयकारणम् ।
निःश्रेयसाय युञ्जीत जपध्यानपरायणः ॥ 127 ॥

evamādīnyariṣṭāni dṛṣṭāyuḥkṣayakāraṇam |
niḥśreyasāya yuñjīta japadhyānaparāyaṇaḥ || 127 ||

128.
मनसा परमात्मानं ध्यात्वा तद्रूपतामियात् ।
यद्यष्टादशभेदेषु मर्मस्थानेषु धारणम् ॥ 128 ॥

manasā paramātmānaṃ dhyātvā tadrūpatāmiyāt |
yadyaṣṭādaśabhedeṣu marmasthāneṣu dhāraṇam || 128 ||

129.
स्थानात्स्थानं समाकृष्य प्रत्याहारः स उच्यते ।
पादाङ्गुष्ठं तथा गुल्फं जङ्गामध्यं तथैव च ॥ 129 ॥

sthānātsthānaṃ samākṛṣya pratyāhāraḥ sa ucyate |
pādāṅguṣṭhaṃ tathā gulphaṃ jaṅgāmadhyaṃ tathaiva ca || 129 ||

130.
मध्यमूर्वोश्च मूलं पायुर्हृदयमेव च ।
मेहनं देहमध्यं च नाभिं च गलकूर्परम् ॥ 130 ॥

madhyamūrvośca mūlaṃ pāyurhṛdayameva ca |
mehanaṃ dehamadhyaṃ ca nābhiṃ ca galakūrparam || 130 ||

131.
तालुमूलं च मूलं च घ्राणस्याक्ष्णोश्च मण्डलम् ।
भ्रुवोर्मध्ये ललाटं च मूलमूर्ध्वं च जानुनी ॥ 131 ॥

tālumūlaṃ ca mūlaṃ ca ghrāṇasyākṣṇośca maṇḍalam |
bhruvormadhye lalāṭaṃ ca mūlamūrdhvaṃ ca jānunī || 131 ||

132.
मूलं च करयोर्मूलं महान्त्येतानि वै द्विज ।
पञ्चभूतमये देहे भूतेष्वेतेषु पञ्चसु ॥ 132 ॥

mūlaṃ ca karayormūlaṃ mahāntyetāni vai dvija |
pañcabhūtamaye dehe bhūteṣveteṣu pañcasu || 132 ||

133.
मनसो धारणं यत्यद्युक्तस्य च यमादिभिः ।
धारणा सा च संसारसागरोत्तरकारणम् ॥ 133 ॥

manaso dhāraṇaṃ yatyadyuktasya ca yamādibhiḥ |
dhāraṇā sā ca saṃsārasāgarottarakāraṇam || 133 ||

134.
आजानुपादपर्यन्तं पृथिवीस्थानमिष्यते ।
पित्तला चतुरस्रा च वसुधा वज्रलाञ्छिता ॥ 134 ॥

ājānupādaparyantaṃ pṛthivīsthānamiṣyate |
pittalā caturasrā ca vasudhā vajralāñchitā || 134 ||

135.
स्मर्तव्या पञ्चघटिकास्तत्रारोप्यप्रभञ्जनम् ।
आजानुकटिपर्यन्तमपां स्थानं प्रकीर्तितम् ॥ 135 ॥

smartavyā pañcaghaṭikāstatrāropyaprabhañjanam |
ājānukaṭiparyantamapāṃ sthānaṃ prakīrtitam || 135 ||

136.
अर्धचन्द्रसमाकारं श्वेतमर्जुनलाञ्छितम् ।
स्मर्तव्यमम्भःश्वसनमारोप्य दशनाडिकाः ॥ 136 ॥

ardhacandrasamākāraṃ śvetamarjunalāñchitam |
smartavyamambhaḥśvasanamāropya daśanāḍikāḥ || 136 ||

137.
आदेहमध्यकट्यन्तमग्निस्थानमुदाहृतम् ।
तत्र सिन्दूरवर्णोऽग्निर्ज्वलनं दशपञ्च च ॥ 137 ॥

ādehamadhyakaṭyantamagnisthānamudāhṛtam |
tatra sindūravarṇo’gnirjvalanaṃ daśapañca ca || 137 ||

138.
स्मर्तव्यो नाडिकाः प्राणं कृत्वा कुम्भे तथेरितम् ।
नाभेरुपरि नासान्तं वायुस्थानं तु तत्र वै ॥ 138 ॥

smartavyo nāḍikāḥ prāṇaṃ kṛtvā kumbhe tatheritam |
nābherupari nāsāntaṃ vāyusthānaṃ tu tatra vai || 138 ||

139.
वेदिकाकारवद्धूम्रो बलवान्भूतमारुतः ।
स्मर्तव्यः कुम्भकेनैव प्राणमारोप्य मारुतम् ॥ 139 ॥

vedikākāravaddhūmro balavānbhūtamārutaḥ |
smartavyaḥ kumbhakenaiva prāṇamāropya mārutam || 139 ||

140.
घटिकाविंशतिस्तस्माद्घ्राणाद्ब्रह्मबिलावधि ।
व्योमस्थानं नभस्तत्र भिन्नाञ्जनसमप्रभम् ॥ 140 ॥

ghaṭikāviṃśatistasmādghrāṇādbrahmabilāvadhi |
vyomasthānaṃ nabhastatra bhinnāñjanasamaprabham || 140 ||

141.
व्योम्नि मारुतमारोप्य कुम्भकेनैव यत्नवान् ।
पृथिव्यंशे तु देहस्य चतुर्बाहुं किरीटिनम् ॥ 141 ॥

vyomni mārutamāropya kumbhakenaiva yatnavān |
pṛthivyaṃśe tu dehasya caturbāhuṃ kirīṭinam || 141 ||

142.
अनिरुद्धं हरिं योगी यतेत भवमुक्तये ।
अबंशे पूरयेद्योगी नारायणमुदग्रधीः ॥ 142 ॥

aniruddhaṃ hariṃ yogī yateta bhavamuktaye |
abaṃśe pūrayedyogī nārāyaṇamudagradhīḥ || 142 ||

143.
प्रद्युम्नमग्नौ वाय्वंशे संकर्षणमतः परम् ।
व्योमांशे परमात्मानं वासुदेवं सदा स्मरेत् ॥ 143 ॥

pradyumnamagnau vāyvaṃśe saṃkarṣaṇamataḥ param |
vyomāṃśe paramātmānaṃ vāsudevaṃ sadā smaret || 143 ||

144.
अचिरादेव तत्प्राप्तिर्युञ्जानस्य न संशयः ।
बध्वा योगासनं पूर्वं हृद्देशे हृदयाञ्जलिः ॥ 144 ॥

acirādeva tatprāptiryuñjānasya na saṃśayaḥ |
badhvā yogāsanaṃ pūrvaṃ hṛddeśe hṛdayāñjaliḥ || 144 ||

145.
नासाग्रन्यस्तनयनो जिह्वां कृत्वा च तालुनि ।
दन्तैर्दन्तानसंस्पृश्य ऊर्ध्वकायः समाहितः ॥ 145 ॥

nāsāgranyastanayano jihvāṃ kṛtvā ca tāluni |
dantairdantānasaṃspṛśya ūrdhvakāyaḥ samāhitaḥ || 145 ||

146.
संयमेच्चेन्द्रियग्राममात्मबुद्ध्या विशुद्धया ।
चिन्तनं वासुदेवस्य परस्य परमात्मनः ॥ 146 ॥

saṃyameccendriyagrāmamātmabuddhyā viśuddhayā |
cintanaṃ vāsudevasya parasya paramātmanaḥ || 146 ||

147.
स्वरूपव्याप्तरूपस्य ध्यानं कैवल्यसिद्धिदम् ।
याममात्रं वासुदेवं चिन्तयेत्कुम्भकेन यः ॥ 147 ॥

svarūpavyāptarūpasya dhyānaṃ kaivalyasiddhidam |
yāmamātraṃ vāsudevaṃ cintayetkumbhakena yaḥ || 147 ||

148.
सप्तजन्मार्जितं पापं तस्य नश्यति योगिनः ।
नाभिकन्दात्समारभ्य यावद्धृदयगोचरम् ॥ 148 ॥

saptajanmārjitaṃ pāpaṃ tasya naśyati yoginaḥ |
nābhikandātsamārabhya yāvaddhṛdayagocaram || 148 ||

149.
जाग्रद्वृत्तिं विजानीयात्कण्ठस्थं स्वप्नवर्तनम् ।
सुषुप्तं तालुमध्यस्थं तुर्यं भ्रूमध्यसंस्थितम् ॥ 149 ॥

jāgradvṛttiṃ vijānīyātkaṇṭhasthaṃ svapnavartanam |
suṣuptaṃ tālumadhyasthaṃ turyaṃ bhrūmadhyasaṃsthitam || 149 ||

150.
तुर्यातीतं परं ब्रह्म ब्रह्मरन्ध्रे तु लक्षयेत् ।
जाग्रद्वृत्तिं समारभ्य यावद्ब्रह्मबिलान्तरम् ॥ 150 ॥

turyātītaṃ paraṃ brahma brahmarandhre tu lakṣayet |
jāgradvṛttiṃ samārabhya yāvadbrahmabilāntaram || 150 ||

151.
तत्रात्मायं तुरीयस्य तुर्यान्ते विष्णुरुच्यते ।
ध्यानेनैव समायुक्तो व्योम्नि चात्यन्तनिर्मले ॥ 151 ॥

tatrātmāyaṃ turīyasya turyānte viṣṇurucyate |
dhyānenaiva samāyukto vyomni cātyantanirmale || 151 ||

152.
सूर्यकोटिद्युतिरथं नित्योदितमधोक्षजम् ।
हृदयाम्बुरुहासीनं ध्यायेद्वा विश्वरूपिणम् ॥ 152 ॥

sūryakoṭidyutirathaṃ nityoditamadhokṣajam |
hṛdayāmburuhāsīnaṃ dhyāyedvā viśvarūpiṇam || 152 ||

153.
अनेकाकारखचितमनेकवदनान्वितम् ।
अनेकभुजसंयुक्तमनेकायुधमण्डितम् ॥ 153 ॥

anekākārakhacitamanekavadanānvitam |
anekabhujasaṃyuktamanekāyudhamaṇḍitam || 153 ||

154.
ननावर्णधरं देवं शातमुग्रमुदायुधम् ।
अनेकनयानाकीर्णं सूर्यकोटिसमप्रभम् ॥ 154 ॥

nanāvarṇadharaṃ devaṃ śātamugramudāyudham |
anekanayānākīrṇaṃ sūryakoṭisamaprabham || 154 ||

155.
ध्यायतो योगिनः सर्वमनोवृत्तिर्विनश्यति ।
हृत्पुण्डरीकमध्यस्थं चैतन्यज्योतिरव्ययम् ॥ 155 ॥

dhyāyato yoginaḥ sarvamanovṛttirvinaśyati |
hṛtpuṇḍarīkamadhyasthaṃ caitanyajyotiravyayam || 155 ||

156.
कदम्बगोलकाकारं तुर्यातीतं परात्परम् ।
अनन्तमानन्दमयं चिन्मयं भास्करं विभुम् ॥ 156 ॥

kadambagolakākāraṃ turyātītaṃ parātparam |
anantamānandamayaṃ cinmayaṃ bhāskaraṃ vibhum || 156 ||

157.
निवातदीपसदृशमकृत्रिममणिप्रभम् ।
ध्यायतो योगिनस्तस्य मुक्तिः करतले स्थिता ॥ 157 ॥

nivātadīpasadṛśamakṛtrimamaṇiprabham |
dhyāyato yoginastasya muktiḥ karatale sthitā || 157 ||

158.
विश्वरूपस्य देवस्य रूपं यत्किञ्चिदेव हि ।
स्थवीयः सूक्ष्ममन्यद्वा पश्यन्हृदयपङ्कजे ॥ 158 ॥

viśvarūpasya devasya rūpaṃ yatkiñcideva hi |
sthavīyaḥ sūkṣmamanyadvā paśyanhṛdayapaṅkaje || 158 ||

159.
ध्यायतो योगिनो यस्तु साक्षादेव प्रकाशते ।
अणिमादिफलं चैव सुखेनैवोपजायते ॥ 159 ॥

dhyāyato yogino yastu sākṣādeva prakāśate |
aṇimādiphalaṃ caiva sukhenaivopajāyate || 159 ||

160.
जीवात्मनः परस्यापि यद्येवमुभयोरपि ।
अहमेव परंब्रह्म ब्रह्माहमिति संस्थितिः ॥ 160 ॥

jīvātmanaḥ parasyāpi yadyevamubhayorapi |
ahameva paraṃbrahma brahmāhamiti saṃsthitiḥ || 160 ||

161.
समाधिः स तु विज्ञेयः सर्ववृत्तिविवर्जितः ।
ब्रह्म सम्पद्यते योगी न भूयः संसृतिं व्रजेत् ॥ 161 ॥

samādhiḥ sa tu vijñeyaḥ sarvavṛttivivarjitaḥ |
brahma sampadyate yogī na bhūyaḥ saṃsṛtiṃ vrajet || 161 ||

162.
एवं विशोध्य तत्त्वानि योगी निःस्पृहचेतसा ।
यथा निरिन्धनो वह्निः स्वयमेव प्रशाम्यति ॥ 162 ॥

evaṃ viśodhya tattvāni yogī niḥspṛhacetasā |
yathā nirindhano vahniḥ svayameva praśāmyati || 162 ||

163.
ग्राह्याभावे मनः प्राणो निश्चयज्ञानसंयुतः ।
शुद्धसत्त्वे परे लीनो जीवः सैन्धवपिण्डवत् ॥ 163 ॥

grāhyābhāve manaḥ prāṇo niścayajñānasaṃyutaḥ |
śuddhasattve pare līno jīvaḥ saindhavapiṇḍavat || 163 ||

164.
मोहजालकसंघातो विश्वं पश्यति स्वप्नवत् ।
सुषुप्तिवद्यश्चरति स्वभावपरिनिश्चलः ॥ 164 ॥

mohajālakasaṃghāto viśvaṃ paśyati svapnavat |
suṣuptivadyaścarati svabhāvapariniścalaḥ || 164 ||

Schlusssatz der Trishikhibrahmana Upanishad निर्वाणपदमाश्रित्य योगी कैवल्यमश्नुत इत्युपनिषत् ॥

nirvāṇapadamāśritya yogī kaivalyamaśnuta ityupaniṣat ||

Shanti Mantra

ॐ पूर्णमदः पूर्णमिदं पूर्णात्पूर्णमुदच्यते ।
पूर्णस्य पूर्णमादाय पूर्णमेवावशिष्यते ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

oṃ pūrṇamadaḥ pūrṇamidaṃ pūrṇātpūrṇamudacyate |
pūrṇasya pūrṇamādāya pūrṇamevāvaśiṣyate ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

इति त्रिशिखिब्राह्मणोपनिषत्समाप्ता ॥

iti triśikhi-brāhmaṇopaniṣat samāptā ||


Literatur und Quellen