Dhananjaya

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dhananjaya (Sanskrit: धनञ्जय dhanañjaya und धनंजय dhanaṃjaya adj. und m.) bedeutet wörtlich "Reichtum (Dhana) gewinnend (Jaya)". Dhananjaya heißt "siegreich im Kampf". Dhananjaya ist ein Beiname Arjunas sowie der Name eines Jaina-Dichters (12. Jh.), der ein Sanskrit-Kunstgedicht namens Raghava Pandaviya verfasste; Name des Verfassers einer Dasharupaka heißenden Abhandlung über dramatische Dichtung aus dem 10. Jahrhundert.

Prana - die Lebensenergien

Im Ayurveda werden die Mahapranas (die fünf Hauptpranas) nochmals in fünf untergeordnete Pranas (Upapranas) unterteilt. Dhananjaya ist eines dieser fünf sekundären Prana Vayus. Dhananjaya ist verantwortlich für die Zersetzung des Körpers nach dem Tod. Es ist der Hauch der Verwesung.

Dhananjaya ist außerdem ein Synonym für die im Ayurveda verwendete Pflanze Arjuna (Weiße Myrobalane). Dhananjaya wird auch mit dem Ceylonesischen Bleiwurz (Chitraka) und dem Feuer (Agni) in Verbindung gebracht.

Dhananjaya - ein Upaprana

Hand und Fuß

Dhananjaya ist die Kraft, die den Körper nach dem Tod anschwellen und zerfallen lässt. Dhananjaya, auch Dhananjaya Vayu genannt, hat seinen Sitz in der Nähe des Herzens und beeinflusst den ganzen Körper, insbesondere die Herzmuskeln. Dhananjaya steuert die Arbeit, das Öffnen und Schließen, der Herzklappen. Es unterstützt außerdem alle Arten von Körperbewegungen (Vyana Vayu) und die Aufnahme der Nahrung (Samana Vayu). Ein Teil des Dhananjaya verbleibt nach dem Tod im Körper und ist u. a. verantwortlich für das Anschwellen des Leichnams.

Ernste Störungen des Dhananjaya Upaprana verursachen Herzrhythmusstörungen oder sogar Herzinfarkte sowie Schwellungen.

In vier Regionen des menschlichen Körpers fließt das Prana besonders stark: in den Sohlen der Füße sowie in den Handflächen. Die Füße sind eng mit dem Element Erde verbunden und stellen den negativen Pol dar. Deshalb sollte man sich während der Meditation nie auf die Füße konzentrieren. Demgegenüber entspringt die Energie der Handflächen aus dem Herzen. Das Herz ist mit dem Element Luft verbunden und bringt die positive Polung hervor.

Dhananjaya - Synonym der Arjunapflanze

Dhananjaya - Terminalia Arjuna

Dhananjaya oder Arjuna (Weiße Myrobalane) ist eine Heilpflanze im Ayurveda. Arjuna bedeutet wörtlich "weiß". Medizinisch genutzt werden die Blätter und die Rinde der Wurzeln.

Die Rinde enthält Kalziumkarbonat, Kalziumsalze, Gallusgerbsäure, Aluminium, Magnesium, organische Säuren, Färbemittel und Zucker. Dhananjaya wird bei von Kapha und Pita hervorgerufenen Krankheiten angewandt.

Durch seine zusammenziehende Eigenschaft unterstützt Dhananjaya die Wundheilung und das Zusammenwachsen. Eine Paste aus der Rinde von Dhananjaya wird lokal auf Wunden und Geschwüre aufgetragen und fördert insbesondere das Zusammenwachsen von Brüchen. Die zusammenziehende Wirkung von Dhananjaya ist außerdem hilfreich bei eitrigem und tuberkulösem Husten sowie bei Bluthusten (Hämoptyse). Dhananjaya verringert auch Sodbrennen. Dhananjaya ist durch seine zusammenziehende Wirkung außerdem hilfreich bei Diabetes, verringert Harnauslauf und lindert Aufstoßen. Dhananjaya verhindert außerdem frühzeitigen Samenerguss.

Dhananjaya - ein starkes Herztonikum

Dhananjaya ist blutstillend und kontrolliert deshalb etwa Blutungen bei Durchfall und Hämorrhoiden. Dhananjaya findet auch als Herztonikum Beachtung. Es stärkt die Herzmuskeln, verbessert die Herzfunktion (es erhöht die Kontraktionskraft des Herzmuskels) und reguliert den Herzrhythmus – Dhananjaya verlängert die Entspannungsperiode des Herzens. Bei Herzschwäche sollte man deshalb Dhananjaya wählen.

Weitere Wirkungen von Dhananjaya:

  • Dhananjaya verbessert außerdem die Qualität des Blutes – es gleicht die verschiedenen Blutbestandteile aus und verbessert die Blutgerinnung. Da es die Kapillargefäße verengt, verringert Dhananjaya Ödeme (Gewebewassersucht) und wirkt niedrigem Blutdruck entgegen.
  • Dhananjaya findet auch bei Hautkrankheiten, insbesondere bei Juckreiz, Anwendung. Bei Bindehautentzündung wird die Dhananjaya-Paste auf die Augenlider aufgetragen.
  • Dhananjaya ist ein Antipyretikum und ist somit fiebersenkend - es wird insbesondere bei chronischem Fieber angewandt.
  • Als Gegenmittel wird dieses Herztonikum bei Vergiftung durch Vatsanabha (Himalaya-Eisenhut, lat.: Aconitum ferox) eingesetzt.

Arten der Anwendung:

  • Dhananjaya kann als Pulver
  • Paste
  • purer Saft
  • sowie in Wasser oder Milch abgekocht verwendet werden.

Ayurvedische Eigenschaften von Dhananjaya:

Sukadev über Dhananjaya

Bewegung des Pranas im Körper - Vayu.

Dhananjaya bedeutet wörtlich "Reichtum gewinnend". Dhananjaya ist ein Beiname von Arjuna. Dhananjaya ist eine der fünf Neben-Pranas. Jaya heißt ja Sieg oder Gewinn und Dhanan steht dann für Reichtum.

Arjuna hat einen solchen Namen. Arjuna war ein machtvoller Mensch, er hat einen starken Geist gehabt, er war ein machtvoller Krieger, er konnte sich auch durchsetzen. Und was auch immer er anpackte, er konnte dort Gutes bewirken. Daher, Dhananjaya – Reichtum gewinnend. Auf eine gewisse Weise kannst du selbst sagen: "Ich bin Dhananjaya." Das muss jetzt nicht heißen, dass du physische Reichtümer hast, es soll heißen, du entfaltest deine Fähigkeiten. Zum Beispiel du machst eine Yogalehrerausbildung, dann bekommst du einen großen Wohlstand, nämlich das Wissen über Yoga. Und du hast einen großen Reichtum, den du weitergeben kannst, indem du Yoga unterrichten kannst und anderen helfen kannst.

Angenommen, du hast ein Talent über systematisches Training und Schulung, dann kannst du daraus einen Reichtum machen. Diesen kannst du für andere nutzen. Angenommen, du übst Pranayama, Atemübungen, dann wird das zum Dhananjaya für dich. Du gewinnst Reichtümer, nämlich Prana. Viel Prana zu haben, ist ein großer Besitz. Dieses Prana kannst du dann teilen, du kannst dir bewusst vorstellen, du schickst das Prana den Menschen, mit denen du zu tun hast. Du schickst ihnen Prana, du schickst ihnen Wohlwollen, du schickst ihnen alle guten Wünsche. Dhananjaya, du gewinnst Reichtümer und du gibst es weiter. Dhananjaya ist auch der Beiname oder ein Name eines der fünf Neben-Pranas. Es gibt ja die fünf Haupt-Pranas: Prana Vayu, verantwortlich für Atmung und Überlebensinstinkt.

Apana Vayu, Verantwortung für Ausscheidung und alles, was nach unten geht, wie auch für Kreativität und Sexualität. Samana Vayu, das Prana für die Verdauung und das innere Feuer. Dann gibt es Udana Vayu, das Prana hinter der Kommunikation, Nervensystem, verantwortlich für Schlaf und Sprache. Vyana Vayu, die Energie hinter Blutsystem, Blutkreislaufsystem, wie auch Muskel- und Skelettsystem, verantwortlich für Bewegung.

Neben diesen fünf Haupt-Prana-Vayus gibt es fünf Neben-Prana-Vayus und dazu gehört auch Dhananjaya. Dhananjaya ist das Prana, das auch verantwortlich ist für das Erzeugen von Lauten, manchmal wird auch gesagt, Dhananjaya ist verantwortlich für Schluckauf. Dhananjaya verlässt auch nicht den physischen Körper nach dem physischen Tod. Dhananjaya bleibt also auch nach dem Tod, weshalb auch Tote noch eine Weile eine Ausstrahlung haben. Und Dhananjaya ist schließlich dann auch verantwortlich, dass der Körper sich zersetzt. Wenn Dhananjaya stabil gehalten wird, dann wird der Körper anschließend längere Zeit bleiben, ohne zu zerfallen.Zum Beispiel wird von Paramahamsa Yogananda gesagt, dass sein physischer Körper eine ganze Weile noch unversehrt geblieben ist. Sein Dhananjaya Prana ist dort eben ruhig geblieben. Wird das Dhananjaya Prana aktiv und tut seine Aufgabe, zerfällt der physische Körper.

Dhananjaya bedeutet Reichtum gewinnend. Dhananjaya ist eine der möglichen spirituellen Einstellungen zum Leben, Reichtum gewinnend, Reichtum gebend, voller Dankbarkeit sein. Dhananjaya ist Beiname von Arjuna. Krishna nennt Arjuna an mehreren Stellen der Bhagavad Gita Dhananjaya. Dhananjaya ist Name eines der Neben-Pranas.


Die zehn Hauche



Siehe auch

Literatur

  • Swami Saradananda, Atem - Kraftquelle deines Lebens (2009)
  • Das neue große Ayurveda Praxis Handbuch von Rhyner
  • Das große Ayurveda-Heilbuch von Dr. Vasant Lad
  • Vedische Kochkunst
  • Selbstheilung mit Ayurveda: Das Standardwerk der indischen Heilkunde von Dr. Vasant Lad
  • Dr. Rhyner, Europäischer Ayurveda-Pionier und Autor umfangreicher und fundierter Ayurveda-Literatur
  • Crittin, Jean-Pierre, Ayurvedische Psychologie. Wege zum Selbst und das Energieprinzip im Ayurveda (2010)
  • Crittin, Jean-Pierre, Ayurvedische Psychologie in der Praxis. Wachstum und Entwicklung. Das Erwachen der Urkraft Shakti (2013)
  • Frawley, David, Soma - Verjüngung und Unsterblichkeit. Yoga und Ayurveda für Körper und Geist (2012)
  • Frawley, David, Mit dem Herzen denken. Die Psychologie des Ayurveda (2011)
  • Frawley, David, Yoga und Ayurveda. Die uralte Kunst und Wissenschaft der spirituellen und psychosomatischen Integration (2010)
  • Frawley, David, Neti – Die Heilgeheimnisse des Yoga und Ayurveda (2005)
  • Frawley, David, Vom Geist des Ayurveda (2003)
  • Frawley, David, Das große Ayurveda-Heilungsbuch. Prinzipien und Praxis (2001)
  • Frawley, David, Das große Handbuch des Yoga und Ayurveda. Das Buch des vedischen Wissens – Der Weg der Selbstverwirklichung und der Yoga der Selbstheilung (2001)
  • Frawley, David, Vom Geist des Ayurveda - Therapien für den Geist. Yogische ganzheitliche Meidzin und ayurvediscge Psychologie (1999)
  • Kessler, Christian, Wirksamkeit von Ayurveda bei chronischen Erkrankungen. Systematische Reviews und Poweranalysen von klinischen Studien zu ayurvedischen Therapien bei Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und Fettstoffwechselstörungen (2006)
  • Kirtikar, K. R., Basu, B. D., Indian Medicinal Plants, Vol II (1988)
  • Lad, Vasant und Frawley, David, Die Ayurveda Pflanzen-Heilkunde (2011)
  • Nadkarni, K. M., Indian Materia Medica, Vol. I (1982)
  • Patnaik, Naveen, The Garden of Life (1993)
  • Przuntek, Prof. Dr. Horst, Ayurveda - neue Behandlungsmöglichkeiten in der westlichen Welt? (Eine Vorlesungsreihe der Ruhr-Universität Bochum, 20.02.2005)
  • Ranade, Subhash, Ayurveda - Wesen und Methodik (2004)
  • Skibbe, P. und J., Ayurveda – die Kunst des Kochens (2009)
  • Stapelfeldt, Elmar und Gupta , Shive Narain, Praxis Ayurveda-Medizin: kaya-cikitsa. Therapiekonzepte für Innere Erkrankungen (2013)
  • The Useful Plants of India, Publications and Informations Directorate (1986)
  • Warrier, P. K., Nambiar, V. P., Ramankutty, C., Indian Medicinal Plants (1996)
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

Seminare