Devadatta

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Devadatta (Sanskrit: देवदत्त devadatta m.) heißt wörtlich "von Gott (Deva) gegeben (Datta)". Dieser Name entspricht dem griechischen "Theodor" (Θεόδωρος). Devadatta ist der Name des Muschelhorns von Arjuna. Im Ayurveda ist Devadatta einer der fünf untergeordneten Winde (Upapranas). Devadatta ist verantwortlich für das Gähnen (vgl. Goraksha Shataka Version 2, Vers 36). Devadatta ist auch der Name von einem Schüler von Buddha.

Prana - die Lebensenergien

Sukadev über Devadatta

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Devadatta

Devadatta heißt, von Gott gegeben und für Gott dargebracht. Ich hatte schon einmal über Deva gesprochen, Deva hat verschiedene Bedeutungen. Deva heißt nicht nur Lichtwesen und Engelswesen, Deva kann tatsächlich auch Gott selbst bezeichnen. Wenn Deva Singular ist und nur auf eins sich bezieht, ist es Gott selbst, ist es Ishvara selbst. Devadatta ist auch ein Beiname von Arjuna. Devadatta, als Beiname von Arjuna, soll heißen, er ist von Gott selbst gegeben worden. Das kann man wieder auf unterschiedliche Weise interpretieren, denn die fünf Pandavas hatten als Vater nicht den Pandu, der sie zwar adoptiert hatte und der Mann ihrer Mutter war, aber weil Pandu zeugungsunfähig war, haben so genannte Devas zusammen mit der Kunti die fünf Pandavas gezeugt. Deshalb könnte man auch sagen, Devadatta heißt, er ist gegeben worden von einem Deva, von einem Engelswesen.

Man kann aber auch sagen, jedes Kind ist Kind Gottes. Daher, in diesem Sinne könntest du sagen: "Ja, ich bin auch Devadatta, von Gott gegeben." Devadatta heißt aber auch, für Gott gegeben, für Gott dargebracht. Du kannst dich selbst zum Devadatta machen, indem du sagst: "Ich bringe mich Gott dar. Ich will mich selbst ganz Gott darbringen." Du wirst zum Devadatta. Devadatta ist auch der Name eines der fünf Neben-Pranas. Es gibt ja fünf Haupt-Pranas: Prana Vayu, Udana Vayu, Apana Vayu, Samana Vayu, Vyana Vayu, das sind die Haupt-Pranas. Dann gibt es fünf Neben-Pranas und eine der fünf Neben-Pranas wird auch Devadatta genannt. Und Devadatta ist das Prana, das auch hinter dem Gähnen steht. Devadatta, also das Gähn-Prana. Was das jetzt mit Gott zu tun haben kann, kannst du überlegen. Mit Gähnen verbindest du dich auch mit anderen Menschen und du kannst auch sagen, manchmal ist es gut, den Sinnen zuzugähnen und sagen: "Es reicht jetzt. Jetzt weiß ich, im tiefen Inneren bin ich Devadatta, von Gott gegeben, für Gott gegeben." Sei dankbar!

Mindestens sind alle Manifestationen von Gott gegeben. Sei Devadatta, für Gott gegeben. Es gibt schöne Strophen, die wir bei Yoga Vidya am Ende des Arati singen: "Twameva Mata Cha Pita Twameva Twameva Bandhusha Sakha Twameva Twameva Vidya Dravinam Twameva Twameva Sarvam Mama Deva Deva. Oh Gott, was auch immer da ist, du alleine bist es. Du bist mir Mutter, du bist mir Vater, Verwandter, Freund, du bist all mein Wissen, all mein Besitz. Oh Gott, alles, was da ist, Devadatta, es ist von dir gegeben." Und: "Kayena Vacha Manasendriyairva Buddhyatmanava Prakriteh Swabhavat. Karomi Yad Yad Sakalam Parasmai Narayanayeti Samarpayami. Und was auch immer ich tue, mit meinem Körper, mit meiner Stimme, ich bringe es dir dar, Oh Gott. Was auch immer ich tue, mit meinem Herzen, mit meinem Intellekt, mit meinem Verstand, mit allem, was auch immer ich tue, ich bringe es dir dar. Oh Gott, ich bin Devadatta, im Sinne, Körper und Geist sind deine Gaben. Ich bin Devadatta, im Sinne, ich widme mich dir, Gott, und bringe mich dir dar. Möge ich Devadatta in dem Sinne sein, dass alles, was ich tue, ich dir darbringe." Devadatta – von Gott gegeben. Devadatta – für Gott gegeben.

Devadatta - ein Upaprana

Vayu Deva

Devadatta ist die Kraft des Gähnens. Devadatta, auch Devadatta Vayu genannt, sitzt in den Nasenlöchern und im Mund. Devadatta steuert das Gähnen sowie die Absorption des Prana aus der Luft und der Nahrung.

Devadatta besitzt eine ähnliche Funktion wie Samana Vayu. Gähnen stößt Gase aus, was die Müdigkeit nach dem Essen verringert. Bestimmte Nahrung, wie etwa Getreide, Zwiebeln und Knoblauch, verursachen Ermüdung. Deshalb ist es bei vielen Yogis Teil ihrer sattvigen Lebensweise, nur Gemüse und selten auch Milchprodukte zu essen. So können sie ihr Vitalitätsniveau erhalten und Energielosigkeit vermeiden.


Die zehn Hauche



Devadatta देवदत्त deva-datta Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Devadatta, देवदत्त, deva-datta ausgesprochen wird:

Devadatta, ein Schüler von Buddha

Buddha mit dem Elefanten, Copyright

Devadatta war Buddhas Vetter und Mönch, der eifersüchtig auf Buddha war, und oft versucht hatte, ihm zu schaden. Er hatte eine Spaltung in der Mönchsgemeinde bewirkt. Die Spaltung war nicht erfolgreich und die abgespaltene Gruppe kam später zu Buddha zurück. Anschließend wollte Devadatta auch zurückkommen. Devadatta war immer eifersüchtig auf Buddhas Großartigkeit und Weisheit und wollte selber ein religiöser Anführer werden. Devadattas urspüngliche Motivation war makellos, ein heiliges Leben zu führen und einen Mönch zu werden. Dennoch entwickelte sich später eine Verdorbenheit in ihm, nachdem er einige übernatürliche Kräfte erreicht hatte.

Das Anatarika Karma von Devadatta

Devadatta versuchte einige Male, Buddha zu töten. Das erste Mal stellte er einige Bogenschützen an, die Buddha töten sollten. Aber als die Bogenschützen Buddha sahen, wie er sich ihnen näherte, gingen sie auf ihn zu und wurden zum Buddhismus konvertiert. Das zweite Mal versuchte er, einen Felsen über ihn zu rollen. Er verpasste das Ziel und der Felsen zerbarst in Stücke. Eine Splitter berührte Buddhas Fuß und er blutete. Im Buddhismus heißt es, dass das "Anantarika Karma" war, eine der fünf schändlichsten Taten, die ein Mensch begehen kann. Das dritte Mal versuchte Devadatta, Buddha zu töten, indem er einen Elefanten auf ihn trieb. Der Elefant beruhigte sich aber, als er Buddha sah, und Buddhas liebendes Mitgefühl auf ihn richtete.

Nachdem Devadatta einige Male versucht hatte, Buddha zu töten, wollte er seinen eigenen monastischen Orden gründen, in dem er die Mönchsgemeinschaft oder Sangha in zwei aufteilen wollte. Das war ebenfalls ein Anantarika Karma. Somit wurde Devadatta der Anführer der rebellischen Mönchen und fügte fünf besonders strenge Regeln für sie ein, von denen er wusste, dass sie Buddha nie erlauben würde. Devadatta begründete, dass nachdem er diese Regeln vorgeschlagen hatte, Buddha sie nicht erlaubt hatte. Devadatta beanspruchte, dass er diese fünf Regeln befolgte und praktizierte, was ihn zu einem besseren und noch reineren Mönch machen würde. Eine dieser fünf Regeln war, dass ein Mönch unbedingt Vegetarier sein müsste.

In der Kontemplations-Sutta heißt es, dass Devadatta Prinz Ajatasatru dazu überredete, seinen Vater, König Bimbisara, zu töten, um den Thron zu besteigen. Ajatasatru folgte dem Rat und tötete seinen Vater, was ein anderes Anatarika Karma war. Später hörte Ajatasatru den Unterweisungen des Buddha zu, konnte dennoch aufgrund dieses Anatarika Karmas die Erleuchtung nicht erlangen. Devadatta ist die einzige Person, die drei Anatarika Karma Handlungen begangen hat.

Devadattas Reue

Als die Sangha entzweit wurde, verlor sie ihre Beliebtheit und ihr Ansehen. Devadatta bereute, was er getan hat und wollte sich ehrlich bei Buddha entschuldigen. Er kehrte zum Kloster zurück, wo Buddha zu dem Zeitpunkt lebte. Sobald er das Kloster betrat, verwirklichte er einiges von seinem schlechten Karma, und die Erde öffnete sich, um ihn in die tiefste Hölle zu werfen, bekannt als die Avici Hölle.

Anderen Schriften zufolge bereute Devadatta gegen Ende seines Lebens ernsthaft seine früheren Missetaten und schaffte es, sich Buddha zu nähern, um Zuflucht zum Dreifachen Juwel zu nehmen. Da seine Sünden äußerst ernsthaft waren, musste er nach seinem Tod einige hundert Jahrtausende in der Avici Hölle verbringen. Buddha erwähnte, dass Devadatta schließlich als ein Paccheka in den Himmel versetzt wird, weil er vor der Zeit seiner Verdorbenheit Verdienste angesammelt hatte. (Ein Paccheka ist ein „Einzelerleuchteter“, der zwar die Lehre verwirklicht hat, allerdings nicht die Fähigkeit besitzt, diese wie ein vollendeter Buddha in Worte zu fassen, und somit andere Menschen zu Erleuchtung zu führen.)

In der Lotus Sutra der Mahayana Tradition befindet sich eine Beschreibung, wie Buddha über die letztendliche Transformation von Devadatta zu einem erleuchteten und mitfühlenden Wesen spricht. Das weist darauf hin, dass wenn nur ausreichend Zeit verstrichen ist, selbst den schlimmsten Individuen Buddhas Mitgefühl gilt - unabhängig von ihrem schlechten Karma.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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