Avastha

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Zustand der Glückseligkeit

1. Avastha (Sanskrit: अवस्था avasthā f.) bedeutet Zustand, Bewusstseinszustand. Avastha ist auch das Erscheinen (vor Gericht); Bestand; Lage, Lebenslage; Verhältnis; Grad, Stufe, Altersstufe; Vulva.

In den Upanishaden ist oft von vier Avasthas bzw. Bewusstseinszuständen die Rede: Wachbewusstsein (Jagrat), Traum (Svapna), Tiefschlaf (Sushupti) und reines Bewusstsein (Turiya).

Des weiteren bezeichnet Avastha fünf Phasen eines dramatischen Geschehens: Wunsch, Bemühung, möglicher Erfolg, Sicherheit des Erfolges und Erlangung des Ziels.

In der Hatha Yoga Pradipika werden 4 Avasthas als verschiedene Stadien des spirituellen Fortschrittes beschrieben (siehe unten). 2. Avastha (Sanskrit: अवस्थ avastha m.) Penis.

Drei Avasthas

Swami Sivananda

Auszug aus dem Buch "Jnana Yoga" von Swami Sivananda (Hrsg.: Divine Life Society, 2007), S. 97-98

In Svapna wird der Mensch ein König und genießt alle Freuden, die er sich wünscht. Danach wird er von dem Feind besiegt, er geht in den Wald und praktiziert Askese. Dann träumt er, er sei ein Bettler. Innerhalb einer halben Stunde erkennt er, dass er achtzig Jahre lang gelebt hat. Er träumt, dass er von einer Schlange gebissen wird und stirbt. Aus Furcht erwacht er, öffnet seine Augen und stellt fest, dass alles nur ein Traum war.

So wie der Mensch im Wachzustand die Dinge, die er im Traum sah, nicht wahrnimmt, so nimmt auch ein Weiser das Universum nicht wahr, wenn er das Wissen von Brahman erlangt.

Sobald du aufwachst, wird der Traum unwirklich. Der Wachzustand existiert nicht im Traum. Traum- und Wachzustand sind nicht präsent im Tiefschlaf. Der Tiefschlaf ist nicht präsent im Traum und Wachzustand. Deshalb sind alle drei Bewusstseinszustände unwirklich. Die werden von den drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas verursacht. Brahman bzw. das Absolute ist der stille Zeuge der drei Bewusstseinszustände. Brahman transzendiert ebenso die drei Gunas. Brahman ist reine Glückseligkeit und reines Bewusstsein. Es ist das Absolute.

Sukadev über Avastha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Avastha Avastha heißt Stadium, Avastha heißt Zustand. Es gibt verschiedene Avasthas und gerade in den Hatha Yoga Schriften wird immer wieder von Avastha gesprochen. Zum Beispiel hast du vermutlich von Unmani Avastha gehört, der Zustand von großem Wert. Mani heißt Edelstein. Unmani ist der Zustand von höchstem Wert, ist der Samadhi Zustand, ist das Überbewusstsein. Daher, Unmani Avastha. Und dann gibt es in der Hatha Yoga Pradipika verschiedene Avasthas, verschiedene Zustände, verschiedene – man kann sagen – Entwicklungsformen zum Beispiel des Nada Yoga. Wenn der innere Klang ertönt, dann werden verschiedene Avasthas erreicht. Gerade im vierten Kapitel beschreibt Swatmarama verschiedene Avasthas. Für unsere Zwecke reicht es jetzt hier aus, Avastha heißt Zustand und Stadium, und es gilt, das höchste Stadium zu erreichen, Unmani Avastha, den wertvollsten Zustand, den Zustand der Einheit, den Zustand der Verwirklichung des höchsten Selbst.

Fragen zu den drei Avasthas

Dialog zwischen Lehrer und Schüler, aus: Swami Sivananda [1]: Vedanta für Anfänger

Schüler: Was sind die drei Avasthas?

Guru: Jagrat Avastha (Wachzustand), Svapna Avastha (Traumzustand), Sushupti Avastha (Tiefschlaf).

Schüler: Was ist mit Avastha gemeint?

Guru: Avastha bedeutet Zustand.

Schüler: Was ist Jagrat Avastha?

Guru: Es ist der Zustand des Wachbewusstseins. Der Zustand, in dem Objekte durch die Sinne wahrgenommen werden.

Schüler: Was ist Svapna Avastha?

Guru: Der Traumzustand ist der Zustand, in dem Objekte aufgrund von während des Wachzustandes gesammelten Eindrücken wahrgenommen werden. Es ist das Bewusstsein der feinen, inneren subjektiven Welt. Während die Sinnesorgane im Schlaf untätig sind, bestehen der Wahrnehmende und die Objekte der Wahrnehmung hier aus aufsteigenden verborgenen Eindrücken des im Wachzustand Gesehenen und Gehörten.

Schüler: Was ist Sushupti?

Guru: Dies ist der Zustand, in dem keinerlei Wissen um die Objekte besteht. Im Wachzustand denken wir rückblickend über Sushupti (Tiefschlaf): „Ich habe einen gesunden Schlaf genossen und war mir währenddessen nichts bewusst.“

Copyright Divine Life Society

Die vier Avasthas in der Hatha Yoga Pradipika

Im vierten Kapitel der Hatha Yoga Pradipika beschreibt Svatmarama Yogi die vier Avasthas als die vier Stadien des spirituellen Fortschrittes, wenn man intensiv Hatha Yoga übt. Yoga Übungen verhelfen eben nicht nur zu besserer Gesundheit, mehr Energie und Gelassenheit. Asanas, Pranayama, Yoga Nidra, Mudras, Bandhas und die Hatha Yoga Meditationstechniken führen auch ins Überbewusstsein und führen den Aspiranten, die Aspirantin zur Erleuchtung.

Die vier Avasthas der Yoga Praxis

Alles beginnt am Anfang

- Ein Vortrag von Sukadev Bretz 2019 -

Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika Vers 69

Hier geht es um die vier Avasthas, die vier Zustände der spirituellen Praxis. Man könnte auch sagen die vier Stufen der spirituellen Praxis. Swatmarama schreibt ganz einfach: In allen Yogapraktiken gibt es vier Stadien, nämlich Arambha Avastha, Ghata Avastha, Parichaya Avastha, Nishpatti Avashta.

  • Arambha ist wörtlich Beginn und Anfang, so ist also der erste Avastha, der erste Zustand Arambha Avastha, also Beginn und Anfang.
  • Dann folgt der zweite Zustand, das ist dann Ghata Avastha. Ghata heißt wörtlich Topf, Ghata Avastha heißt also man nimmt das Ganze auf.
  • Dann folgt der dritte Zustand der Parichaya Avastha, das heißt es gibt eine gewisse Vertrautheit und Anhäufung. Parichaya heißt es hat etwas mit Vertrautheit und Anhäufung zu tun.
  • Der vierte Zustand ist Nishpatti Avastha, also der Zustand der Vollendung und Vollkommenheit.

In allen Yogatechniken gibt es eine Chatushtaya, eine Vierheit von Zuständen. Was auch immer du praktiziert, zuerst gibt es immer den Beginn, die Vorbereitung als Arambha. Dann gilt es, dass du ganz offen bist wie ein Ghata, ein Topf, Ghata Avastha. Wenn du das dann regelmäßig mit einem offenen Geist praktizierst, kommst du zu Parichaya, zu einer gewissen Vertrautheit, die Praktiken häufen sich an in ihrer Wirkung. Und schließlich kommt es bei Nishpatti Avastha zur Vollendung, zur Vollkommenheit. Nie hat etwas mit Nichts zu tun, mit nichts Beschränkten mehr und so führt jede Technik zur Vollkommenheit.

Also angemommen du willst Kapalabhati lernen, dann gilt es zuerst einmal Arambha im Sinne von beginnen sich vertraut machen, wie geht das. Dann gilt es dich ganz zu öffnen wie ein Topf, das heißt offen zu sein innerlich bereit zu sein für diese Praxis und so häufst du einiges an Wirkung an. Schließlich wird sich diese Wirkung immer mehr anhäufen, dann bist du im Parichaya Avastha, also der Zustand der Vertrautheit, wo du mehr und mehr die Wirkung spürst. Und Nishpatti Avastha ist dann die Vollendung die Vollkommenheit wo du über alle Grenzen hinaus gehst zum Unendlichen und Ewigen.

Was jetzt die verschieden Avasthas im Anahata Nada Yoga sind, darüber spricht er dann in den nächsten Versen. Aber egal was du übst es gibt immer die vier Avasthas, der Beginn und die Vorbereitung Arambha, eine gewisse Aufnahmebereitschaft für das Üben, also Ghata Avastha, dann folgt die Vertrautheit und das Praktizieren und dadurch die Wirkung anhäufen durch Parichaya Avastha, was heißt du musst lange üben und das führt dann irgendwann zur Vollendung Nishpatti Avatha, die gerade dann bei allen Yogapraktiken letztlich in Samadhi mündet.

Jede Praxis folgt diesen Avasthas

halbe Vorwärtsbeuge

Im Grunde genommen egal welche Praxis du machst sie mündet immer in Samadhi. Sogar wenn du die Vorwärtsbeuge machst. Am Anfang lernst du wie du sie richtig machst, das wäre letztendlich Arambha äußerlich, wie macht man sie. Dann öffnest du dich wie ein Topf du bist bereit du bist neugierig was sie bewirkt, Offenheit, Ghata Avastha. Dann übst du sie sehr intensiv und durch regelmäßiges Ausüben der Vorwärtsbeuge sammelst du viel Prana. Die Sushumna öffnet sich, Prana kann in die Nadis hineingehen und letztlich in die Sushumna eintreten. Du spürst die feinstoffliche Wirbelsäule, irgendwann erwacht die Kundalini und du erreichst Samadhi und so geht es im Grunde genommen mit jeder Praxis. Sie lernen mit offenem Geist ausführen, regelmäßigen praktizieren, die Wirkung häuft sich an und irgendwann kommst du in Samadhi.

Beim nächsten Vers geht es dann um Anahata Nada und Laya Yoga und wie das funktioniert dann beim nächsten Mal.

Du kannst nun überlegen welche Yogapraktiken du machst und in welchem Stadium du dich befindest, bist du gerade dabei etwas Neues zu ergründen Arambha Avastha, bist du dabei etwas was du neu hast schon etwas zu praktizieren Ghata Avastha, bist du schon mit einigem vertraut und spürst die kumulierte Wirkung, Parichaya und gibt es vielleicht schon eine Praxis die dich in die Transzendenz führt Nishpatti.

Video - Vier Avasthas in der Yoga Praxis - Hatha Pradipika 4. Kapitel, Verse 69

Videos - Vier Avasthas

Video - Arambha Avastha - Hatha Pradipika 4. Kapitel, Verse 70-71

Video - Ghata Avastha - Hatha Pradipika 4. Kapitel, Verse 72-73

Video - Parichaya Avastha - Hatha Pradipika 4. Kapitel, Verse 74-75

Video - Nishpatti Avastha - Hatha Pradipika 4. Kapitel, Verse 76-79

Avastha अवस्था avasthā Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Avastha, अवस्था, avasthā ausgesprochen wird:

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda, Die Kraft der Gedanken (2012)
  • Swami Sivananda, Götter und Göttinnen im Hinduismus (2008)
  • Swami Sivananda, Jnana Yoga, Hrsg.: Divine Life Society, 2007
  • Swami Sivananda, Inspirierende Geschichten (2005)
  • Swami Sivananda, Japa Yoga (2003)
  • Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis (2001)
  • Swami Sivananda, Autobiographie von Swami Sivananda (1999)
  • Swami Sivananda, Shrimad Bhagavad Gita. Erläuternder Text und Kommentar von Swami Sivananda (1998)
  • Swami Sivananda, Gedanken zur Kontemplation (1996)
  • Swami Sivananda, Hatha-Yoga. Der sichere Weg zu guter Gesundheit, langem Leben und Erweckung der höheren Kräfte (1964)
  • Swami Sivananda, Sadhana – Ein Lehrbuch mit Techniken zur spirituellen Vollkommenheit
  • Swami Sivananda: Feste und Fastentage im Hinduismus, Yoga Vidya Verlag
  • Das Yoga-Lexikon von Wilfried Hunzermeyer, ISBN 978-3-931172-28-2, Edition Sawitri.
  • Spirituelles Wörterbuch Sanskrit-Deutschvon Martin Mittwede, ISBN 978-3-932957-02-4, Sathya Sai Vereinigung e.V.

Weblinks

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Jnana Yoga und Vedanta - Einführung

Vedanta - Grundbegriffe

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