Ojas

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Ojas (Sanskrit: ओजस् ojas n.) Kraft, Stärke, Lebensfrische, Vitalität, Energie. Bei einer gesunden Verdauung entsteht Ojas. Es ist spirituelle und umgewandelte Sexualenergie; Licht und Glanz; Ojas ensteht wenn der Körper vergeistigt wird. Im Ayurveda ist Ojas das feinste Produkt des Verdauungsprozesses, die feinste Essenz unserer Nahrung und befindet sich nicht mehr auf der materiellen Ebene.

Prana - Energiesystem des Menschen

Ojas ist essentiell für den Aufbau gesunder Körpergewebe (Dhatus), gibt Wohlbefinden, biolog. Stärke, Vitalität und Frische. Es verbindet Körper und Geist und sorgt für ein ausgewogenes Gefühl > feinster Ausdruck menschl. Physiologie. Ist (Agni) geschwächt, mangelt es an Ojas und stattdessen wird (Ama) gebildet.

Sukadev über Ojas

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Ojas

Ojas ist das Starke, die Energie, Vitalität, Glanz, Licht, spirituelle Energie, Strahlen und Leuchten. Ojas hat in zwei Yogasystemen eine besondere Bedeutung. Ojas ist zum einen im Ayurveda das so genannte sublimierte Kapha. Kapha ist das Prinzip von Erde und Wasser, Kapha ist das Prinzip des Aufbauens. Kapha ist so das, was eine gewisse Beständigkeit ist, was auch mit Liebe zusammenhängt. Ojas ist dann das sublimierte Kapha, welches sich ausdrückt als besonders machtvolle Energie.

Und Ojas im Yoga, insbesondere im Kundalini Yoga, heißt spirituelle Energie. Sublimierte Energie wird zu Ojas und Ojas ist dann die spirituelle Energie. Wenn du in der Gegenwart eines Menschen bist und dich dann spirituell erhoben fühlst, wenn du in der Gegenwart eines Menschen bist, und du fühlst irgendwo, dass du dort so leicht und erhaben wirst, dann ist das manchmal ein Zeichen, oder oft ein Zeichen, dass Ojas da ist. Oder auch wenn du intensiv praktiziert hast und dabei auch insgesamt einen sattvigen, einen reinen Lebensstil gehabt hast, dieses schöne Gefühl, diese Herzensöffnung, diese Liebe, dieses Leuchten, dieses Strahlen, das ist Ojas. Und du musst eine gewisse Menge an Ojas ansammeln, um in die Tiefe der Meditation zu kommen.

Es heißt, es gibt drei verlangsamende Faktoren, die dazu führen, dass es länger dauert, bis du die höchste Verwirklichung erreichst. Das ist eine der Paradoxien, denn eigentlich bist du schon verwirklicht, eigentlich bist du eins mit Brahman, aber du weißt es nicht. Um diese Verwirklichung zu bekommen, musst du dein Karma ausarbeiten. Karma ist ein verlangsamender Punkt. Das zweite ist Sankalpa, das heißt, die Eindrücke im Unterbewusstsein, du musst an deinem Geist arbeiten. Und das dritte ist eben Mangel an Ojas. Um die höchsten Bewusstseinsebenen zu erfahren, auch um klar denken zu können, um im Vedanta wirklich Atma-Jnana zu erreichen, auch um im Bhakti eine reine Hingabe zu haben, dazu braucht es viel Ojas.

Wie erzeugst du Ojas, spirituelle Energie? Dazu ist es wichtig, dass du täglich spirituelle Praktiken praktizierst. Jede Meditation, die du übst, jede Asana, jede Pranayama-Übung und jede Mantra-Übung, all das erhöht Ojas. Und es gilt, dein Ojas systematisch aufzubauen, deshalb muss es auch ohne Unterbrechung sein. Also nicht mal eine Woche praktizieren und dann drei Tage lang nichts, dann vier Tage intensiv und dann eine Woche nichts, dort sammelst du kein Ojas an. Du musst täglich praktizieren, ohne einen Tag Pause, dann sammelst du Ojas an, spirituelle Kraft.

Des Weiteren gibt es auch weitere Dinge für Ojas. Du kannst dein Leben sattvig machen. Angenommen, du rauchst, du isst Fleisch, und du trinkst Alkohol, all das reduziert Ojas wieder, all das macht die Energie wieder grobstofflicher, zieht die spirituelle Energie nach unten. Also solltest du darauf verzichten. Des Weiteren, jeden Wunsch, den du sublimierst, wird in Ojas umgewandelt. Also, angenommen, du hast den Wunsch nach irgendetwas und du befriedigst ihn nicht und wiederholst stattdessen ein Mantra, dann ist die Wunschenergie umgewandelt worden in Ojas. Du musst dir jetzt nicht jeden Wunsch verweigern, aber ab und zu mal Wünsche negieren, erzeugt Ojas.

Oder auch wenn du einen Wutausbruch haben könntest und stattdessen dich ganz an Gott wendest, wird auch die Energie des Ärgers umgewandelt in spirituelle Energie und Kraft. So ist also Ojas etwas, was mit dem Prozess der Sublimierung zusammenhängt. Subtile Energie, aufgespeichert in den höheren Chakras, das führt zu einem Strahlen. Deshalb, Ojas heißt ja Strahlen, Leuchten, heißt Strahlen und Leuchten vor spiritueller Energie. Übe regelmäßig und erhöhe dein Ojas, übe regelmäßig und erfahre immer mehr Ojas, immer mehr spirituelle Energie.

Ohne Ojas keine Gesundheit, kein spiritueller Fortschritt

Bei Ojas handelt es sich um die Ursprungsenergie - die feinstoffliche Energie des Wassers als unser Reservoir an Lebensenergie. Die Essenz der verdauten Nahrung, Eindrücke und Gedanken. Auf der inneren Ebene verleiht sie Ruhe und unterstützt und nährt alle höheren Bewusstseinszustände.

Ojas nennt man die geistige Energie, die im Gehirn aufgespeichert ist. Sie entsteht durch die Verwandlung der Sinnenkraft, durch erhabene Gedanken, Meditation, Japam, Hingabe und Beherrschung des Atems (pranayama). Auch Zorn und Muskelkraft können sich in Ojas verwandeln. Diese schöpferische Energie (ojas shakti) kann zu Versenkung und zu geistiger Erforschung verwandt werden.

Wer in seinem Gehirn viel dieser geistigen Energie besitzt, ist in der Lage, große geistige Arbeit zu verrichten, ist sehr intelligent und vermag mit wenigen Worten Einfluß auf Menschen auszuüben und auf die Gedanken seiner Zuhörer in ungewöhnlichem Maß einzuwirken. Seine Persönlichkeit, die von einer magnetischen Aura umgeben ist, und seine seltsam strahlenden Augen rufen eine Art heiliger Ehrfurcht hervor. Shri Shankara, der von vollkommener Keuschheit (Brahmacharya) war, hat mit Hilfe seines Ojas Wunder vollbracht und machte wahrhafte Eroberungen (dug-vijaya), wenn er in verschiedenen Teilen Indiens mit großen Gelehrten Diskussionen und erhitzte Debatten führte.

Ayurveda: Charaka Samhita

Im ersten Buch (Sutra Sthana 17.73-4) der Charaka Samhita heißt es über Ojas:

बिभेति दुर्बलो ऽभीक्ष्णं ध्यायति व्यथितेन्द्रियः | दुश्छायो दुर्मना रूक्षः क्षामश्चैवौजसः क्षये || 73 ||

bibheti durbalo 'bhīkṣṇaṃ dhyāyati vyathitendriyaḥ | duśchāyo durmanā rūkṣaḥ kṣāmaś caivaujasaḥ kṣaye || 73 ||

Bei der Abnahme (Kshaya) von Ojas wird man ängstlich, schwach, grübelt ständig, hat Probleme mit den Sinnesorganen (Vyathita-Indriya), einen ungesunden Teint (Dushchhaya), ein geschwächtes Denkvermögen (Durmanas), fühlt sich ausgetrocknet (Ruksha) und magert ab (Kshama).

हृदि तिष्ठति यच्छुद्धं रक्तमीषत्सपीतकम् | ओजः शरीरे संख्यातं तन्नाशान्ना विनश्यति || 74 ||

hṛdi tiṣṭhati yac chuddhaṃ raktam īṣat-sapītakam | ojaḥ śarīre saṃkhyātaṃ tan-nāśān nā vinaśyati || 74 ||

Das, was sich im Herzen (Hrid - oder im Magen, dem "Herzstück" des Verdauungssystems) befindet, weiß (oder leuchtend Shuddha), rot (Rakta) und leicht gelblich (Pitaka), wird im Körper (Sharira) Ojas genannt. Wenn es zerstört wird, stirbt der Mensch.

Verschiedene Schreibweisen für Ojas

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Ojas auf Devanagari wird geschrieben " ओजस् ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " ojas ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " ojas ", in der Velthuis Transkription " ojas ", in der modernen Internet Itrans Transkription " ojas ".

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Weitere Informationen zu Sanskrit und Indische Sprachen

Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

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Sanskrit - Deutsch Ojas - Kraft, Stärke
Deutsch - Sanskrit Kraft, Stärke - Ojas

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