Ashrama

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Bad Meinberg Yoga Haus

1. Ashrama (Sanskrit: अश्रम aśrama adj. u. m.) unermüdlich; Nichtermüdung.


2. Ashrama (Sanskrit: आश्रम āśrama m. u. n.) Einsiedelei; religöses oder spirituelles Zentrum, Ashram; Ort, wo sich Schüler unter Anweisung eines Lehrers um spirituellen Fortschritt bemühen; eine zu feierlichen Gelegenheiten errichtete Hütte; ein Stadium im religiösen Leben insbesondere eines Brahmanen.

Ashrama als Lebensstadium und Entwicklungsstadium

Es gibt traditionell vier Lebensstadien:

Schüler lernt weltliches und spirituelles Wissen. Moralische und ethische Werte, werden von Kindheit an gelehrt. Der Schüler verlässt das Elternhaus und lebt beim Guru. Er lernt nicht nur intellektuell, sondern durch Dienen und Beobachten. Ein Mensch in diesem Lebensstadium wird als brahmacarin bezeichnet.

  • 2. Garhasthya (20-60 Jahre) Berufs- und Familienleben.

Traditionell werden die Ehepartener von Guru und Eltern ausgesucht. Zusammen entwickeln sich die Partner, indem sie versuchen, Gott in dem anderen zu sehen und über eine sattwige Befriedigung von Kama (Sinnesbefriedigung), Artha (Erfüllung materieller Bedürfnisse) und Dharma (seinen Auftrag der kosmischen Ordnung folgend) die Stärke für ein Streben nach Moksha (das höchste Ziel menschlicher Existenz) zu bekommen. Ein Mensch in diesem Lebensstadium wird als grihastha bezeichnet.

"Wörtlich: "Leben im Wald". Der Mensch zieht sich zurück, übt Hatha Yoga mit Kriyas, Asanas und Pranayama, um den Köprer zu energetisieren und gesund zu erhalten. Hauptpraxis: viel Meditation, um die geistige Klarheit zu erhalten. Ein Mensch in diesem Lebensstadium wird als vanaprastha bezeichnet.

  • 4. Sannyasa (70-zum Verlassen des Körpers)

Aufgabe aller Bindungen an die Welt. Der Mensch lebt allein, um alle Verhaftungen zu transzendieren mit intensiver Meditationspraxis als Vorbereitung auf den Tod. Ein Mensch in diesem Lebensstadium wird als Sannyasin bezeichnet.

Sukadev über Ashrama

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Ashrama

Der yogische Lebensstil

Ashrama hat verschiedene Bedeutungen. Ashrama heißt zum einen, Zuflucht, du kannst Zuflucht nehmen. Du kannst auch Zuflucht nehmen zu Gott, dann wird Gott zu deinem Ashrama. Du kannst Zuflucht nehmen zur Lehre, aber vor allen Dingen, du kannst in einen Ashram gehen. Ashram ist jetzt das Hindi-Wort, Ashrama ist das Sanskritwort. Ashram ist ein Ort, wo Menschen leben, um Yoga zu praktizieren. Im Unterschied zu einem reinen Yogazentrum, wo Menschen nicht leben, sondern wo am Abend vielleicht der Lehrer hingeht und Schüler hingehen, das ist dann ein Yogazentrum. Manche der Yoga Vidya Zentren, da wohnen auch Menschen, die dort leben, in diesem Sinne ist es ein Mini-Ashram.

Im Sinn von Yoga Vidya ist Ashrama dort, wo Menschen leben, die Yoga leben und lehren, und auch die, die hinkommen, auch dort leben. Also gibt es zum Beispiel den Yoga Vidya Ashram in Bad Meinberg, Yoga Vidya Ashram Nordsee, Yoga Vidya Ashram Westerwald, Allgäu, dort gibt es eine Anzahl von Sevakas, von Aspiranten, die dort längere Zeit leben und es gibt Gäste, die dort hinkommen, um ein Wochenende, eine Woche oder auch längere Zeit zu verbringen. Ashram, also ein Ort, wo Menschen leben, um Yoga zu leben, ein Ort, wo Menschen sind, die Yoga lehren, und Menschen, die auch vorübergehend mal hinkommen und einen, zwei, drei Tage von dieser Ashram-Atmosphäre kosten.

Ashram-Aufenthalt ist etwas, was mehr ist als nur Entspannung, es ist mehr, als nur etwas zu lernen. In einem Ashram zu leben oder auch nur eins, zwei Tage dort zu sein, heißt, diese gewisse Zeit in einer Atmosphäre zu sein, in einer spirituellen Atmosphäre, an einem energetisch, spirituellen Kraftort. In einem Ashram zu sein, um dort Yoga zu praktizieren, ist etwas besonders Tiefes. Du kannst ansonsten nicht so leicht tiefe Erfahrungen machen wie im Ashram. Im Ashram ist eine spirituelle Schwingung, in diesem Sinne ist ein Ashram auch ein spiritueller Kraftort, geschaffen von den spirituellen Praktiken der Menschen, die da sind, geschaffen von der Sehnsucht der Menschen, die nach etwas Höherem streben. Ashrama, auch ein Ort, wo sich Lichtwesen manifestieren, die großen Meister sich manifestieren, Engelswesen sich manifestieren. Jesus hat gesagt: "Da, wo zwei oder drei Menschen versammelt sind in meinem Namen, dort werde ich mitten unter ihnen sein."

In diesem Sinne, wenn mehrere Menschen an einem Ort zusammenkommen, um Yoga zu praktizieren, und das nicht nur kurz, sondern länger dort leben und wohnen, dann ist diese göttliche Segensenergie besonders stark erfahrbar. Du kannst selbst öfters mal in einen Ashram gehen, um Yoga zu praktizieren, du wirst es erfahren. Gehe dort regelmäßig hin und spüre das. Du musst nicht nach Indien gehen, um in einen Ashram zu gehen, sondern Ashrams gibt es inzwischen in den verschiedensten Ländern auf der Welt und es gibt eine ganze Reihe in Deutschland. Ashram, also Zuflucht, Ort, wo du hingehen kannst, um Yoga zu leben, Yoga zu lernen.

Yoga zu lernen, und zwar ein Ort, wo du nicht eins, zwei Stunden hingehst für einen Workshop oder eine Yogastunde, sondern wo du lebst, wo du schläfst, wo du isst, ganz in die Atmosphäre eintauchst. Ashrama hat noch eine nächste Bedeutung, nämlich Lebensstadium. Es gibt vier Ashramas, vier Lebensstadien: Brahmacharya Ashrama, das Lebensstadium des Brahmacharis, desjenigen, der lernt, die Lernperiode. Dann gibt es Garhasthya Ashrama, das heißt Berufs- und Familienleben, also Ashrama, hier das Lebensalter im Berufs- und Familienleben. Schließlich gibt es Vanaprasthya Ashrama, das heißt, das Leben im Wald, es ist das Leben des Ruhestandes. Und schließlich gibt es Sannyasa Ashrama, das Lebensalter, das Lebensstadium der Entsagung, des Mönchtums, des Nonnentums. Ashrama ist also Zuflucht, Ort, an dem Yogis leben, Ort, an dem Menschen leben, um Yoga zu praktizieren, zu lernen und weiterzugeben. Ashrama bedeutet auch Lebensalter.

Swami Sivananda über Ashramas

Im Hinduismus gibt es vier Lebensphasen bzw. Ashramas: die Zeit des Brahmacharya bzw. des Schülers, Grihastha bzw. die Zeit des Haushaltsvorstandes, Vanaprastha bzw. die Zeit des Einsiedlers oder Waldbewohners und Sannyasa, die Lebensphase der Entsagung und Askese. Jede Phase hat ihre eigenen Pflichten. Diese Phasen helfen der Evolution des Mannes. Die vier Ashramas führen den Mann durch die aufeinanderfolgenden Phasen zur Perfektion. Das Praktizieren der Ashramas reguliert das Leben von Beginn bis Ende. Die ersten beiden Ashrama-Phasen gehören zu Pravritti Marga bzw. dem Pfad der Arbeit und die beiden letzteren Phasen - das Leben als Vanaprastha und das als Sannyasa sind die Phasen des Rückzugs von der Welt. Sie gehören zu Nivritti Marga bzw. dem Pfad der Entsagung.

Swami Sivananda

Zu einer geregelten spirituellen Evolution

Das Leben ist systematisch und ordnungsgemäß im Sanatana Dharma, der kosmischen Ordnung geregelt. Darin gibt es die Möglichkeit für die Entwicklung der verschiedenen Seiten der menschlichen Betätigungen. Passende Berufsfelder und Schulungen sind jeder Phase des Lebens zugeordnet. Das Leben ist eine große Schule, in der sich die Kräfte, Möglichkeiten und Fähigkeiten des Mannes schrittweise entwickeln.

Jeder Mann sollte regelmäßig durch die verschiedenen Phasen der Ashramas schreiten. Er sollte keine Phase des Lebens vorschnell antreten. Er kann nur in die nächste Phase vorrücken, wenn er eine abgeschlossen hat. In der Natur vollzieht sich die Entwicklung schrittweise. Sie ist nicht revolutionär.

Der hinduistische Stammvater der Menschheit Manu sagt in seinen Smriti: “Wenn er die Veden oder eine Veda oder selbst zwei Veden in Reihenfolge studiert hat ohne das Zölibat zu brechen, dann soll er als Haushaltsvorstand verweilen. Wenn der Hausherr Falten auf seiner Haut und graue Haare sieht und den Sohn seines Sohnes, dann lass ihn sich in den Wald zurückziehen. Wenn er den dritten Teil seines Lebens im Wald verbracht hat, dann lass ihn - Anhaftungen zurücklassend - als Asket durch die vierte Phase seines Lebens wandern."

In außergewöhnlichen Fällen jedoch mögen einige Phasen ausgelassen werden. Suka war ein geborener Sannyasin. Sankara ging in die Phase des Sannyasa ohne Hausherr gewesen zu sein. In seltenen und außergewöhnlichen Fällen wird einem Studenten erlaubt, ein Sannyasin zu werden, seine Schuld der Welt gegenüber wurde in einem früheren Leben abgetragen. Heutzutage findet man junge Sannyasins ohne Qualifikation im Überfluss. Das ist entgegen den uralten Regeln und bewirkt manchen Ärger.

Der Brahmacharin bzw. Student im Zölibat

Die erste Phase, Brahmacharya, ist die Phase des Studiums und der Disziplin. Der Student sollte sich von Vergnügungen fernhalten. Er bleibt im Hause seines Unterweisers und studiert die Veden und die Wissenschaften. Dies ist die Phase der Bewährung. Die Lehrer im antiken Indien lebten einst in Einsiedeleien im Wald. Diese Einsiedeleien waren Gurukulas bzw. Wald-Universitäten. Der Student bettelte um sein Essen. Die Kinder von arm und reich lebten zusammen. Der Student betrachtete seinen Lehrer als seinen spirituellen Vater und diente ihm mit seinem Glauben, Hingabe und Verehrung.

Das Leben des Studenten beginnt mit der Upanayana-Zeremonie, seiner zweiten Geburt. Er muss abgehärtet und einfach in seinen Gewohnheiten sein. Er steht früh auf, nimmt ein Bad und vollzieht Sandhya, das tägliche Ritual des Rezitierens der Veden und des Gayatri Japa, des großen Mantras. Er studiert die Schriften. Er isst einfaches Essen in Maßen und trainiert viel. Er schläft auf einer harten Matte und benutzt weder Betten noch Kissen. Er ist bescheiden und gehorsam. Er dient und respektiert Ältere. Er strebt Keuschheit in Gedanken, Worten und Taten an.

Er ist immer damit beschäftigt, seinem Lehrer zu dienen. Von Wein, Fleisch, Parfüm, Girlanden, leckeren und herzhaften Speisen, Frauen, Saurem und Gewürzen hält er sich zurück; er verletzt keine empfindsamen Wesen, und vermeidet Lust, Ärger, Gier, Tanz, Gesang, Musikinstrumente, Würfelspiel, Tratsch, Verleumdung und Unwahrheit. Er schläft allein.

Nach dem Ende seiner Studentenzeit gibt er seinem Lehrer ein Geschenk gemäß seinen Möglichkeiten und kehrt nach Hause zurück, um sein Leben als Hausherr zu beginnen. Der Lehrer gibt ihm letzte Instruktionen und schickt ihn heim. Zum Ende ihres Studiums beruft der Lehrer eine Versammlung ein und sagt:

"Sprich die Wahrheit. Tue deine Pflicht. Weiche nie vom Studium der Veden ab. Schneide die Linie der Nachkommenschaft nicht ab (nachdem er dem Lehrer das Entgelt gegeben hat, das er verlangte). Weiche nie von der Wahrheit ab. Vernachlässige nie dein Wohl. Vernachlässige nie deinen Wohlstand. Vernachlässige nie das Studium und die Lehren der Veden."

"Weiche nie von den Pflichten den Göttern und den Vorfahren gegenüber ab. Betrachte deine Mutter als Göttin (Matridevo Bhava). Betrachte deinen Vater als Gott (Pitridevo Bhava). Betrachte deinen Lehrer als Gott (Acharyadevo Bhava). Betrachte deinen Gast als Gott (Atithidevo Bhava). Lass nur die Taten zu, die frei von Makel sind, und keine anderen. Nur die Taten, die gute Taten sind, sollten durch dich vollführt werden und keine anderen.

"Du solltest die Erschöpfung der Brahmanen, die über dir stehen lindern, indem du ihnen Sitzplätze anbietest usw. Geschenke sollten mit Gläubigkeit, in Fülle, mit Bescheidenheit und Sympathie gemacht werden. Sollte es je Zweifel in Bezug auf Riten oder Betragen geben, dann schau auf die Leben von grossen Männern und folge ihrem Beispiel. Dies ist die Vorschrift. Dies ist die Lehre. Dies ist das Geheimnis der Veden. Dies ist Gottes Machtwort. Es soll befolgt werden. Und daher sollte darüber meditiert werden."

Der Grihastha bzw. der Hausherr

Die zweite Phase ist die des Grihastha bzw. Hausherrs. Die Phase des Hausherrn beginnt mit der Hochzeit, wenn der Schüler sein Studium beendet hat und bereit ist, die Pflichten und Verantwortungen als Hausherr zu übernehmen. Von allen Ashramas ist dies die wichtigste, weil sie alle anderen unterstützt. So wie alle Lebewesen von der Luft unterstützt werden, so existieren die anderen Ordnungen durch die Unterstützung des Hausherren. So, wie alle Ströme und Flüsse fließen, um im Ozean auszuruhen, so fließen alle Ashramas, um im Hausherren auszuruhen.

Die Ehe ist ein Sakrament für einen Hindu. Die Frau ist sein Partner im Leben. Sie ist seine Ardhangini* (die andere Hälfte seines Körpers, *weil Shiva bisweilen als männlich und weiblich dargestellt wird). Er kann ohne sie keine rituellen Akte ausführen. Sie steht an seiner linken Seite wenn er Rituale vollführt. Mann und Ehefrau halten Rama und Sita* als ihr Ideal (*Sita ist die Frau des Hindugottes Rama).

Ein Hausherr sollte auf anständige Weise Geld verdienen und es angemessen verteilen. Er sollte ein Zehntel seines Einkommens wohltätigen Zwecken spenden. Er sollte sinnliche Freuden im Rahmen der moralischen Gesetze genießen. Er darf einmal im Monat eheliche Freuden genießen.

Der Hausherr sollte die fünf Pancha Maha Yajna-Opferrituale vollziehen:

DEVA YAJNA - Opfergaben an die Devas (Gottheiten) mit der Rezitation vedischer Mantras.

RISHI YAJNA - das Studium der Veden und das Lehren der Veden an Studenten, als auch Opfergaben an die Rishis (Weisen).

PITRI YAJNA - Opferspeisen oder rituelle Waschungen an Verstorbene und Sraaddha* (*Glaube mit Liebe und Ehrerbietung) bzw. jährliche religiöse Riten zu Ehren der Verstorbenen.

BHUTA YAJNA - Verteilung von Nahrung an Kühe, Krähen und Tiere im allgemeinen.

ATITHI YAJNA - Gäste mit Speisen bewirten und sie ehren.

Gastfreundschaft ist eine der Hauptpflichten des Hausherren. Er muss stets zuerst seinen Gästen, Brahmanen und Verwandten Speisen anbieten und erst dann sollten er und seine Frau essen.

Wenn der Hausherr sieht, dass seine Söhne in der Lage sind, seine Pflichten zu übernehmen, und wenn seine Enkelsöhne um ihn sind, dann sollte er wissen, dass die Zeit für ihn und seine Frau gekommen ist, sich vom Leben zurückzuziehen und ihre Zeit mit dem Studium und Meditation zu verbringen.

Der Vanaprastha bzw. Einsiedler

Die nächste Phase ist die des Vanaprastha (Einsiedlers). Brahmacharya ist die Vorbereitung für das Leben des Hausherren. Dennoch ist Vanaprastha die Vorbereitung für die letzte Phase, die des Sannyasa. Nachdem er alle Pflichten als Hausherr abgegeben hat, sollte er sich in den Wald oder eine einsame Gegend auf dem Land zurückziehen und beginnen, in Einsamkeit über höhere spirituelle Dinge zu meditieren. Nun ist er frei von sozialen Bindungen und den Verpflichtungen des Lebens. Er hat genügend Zeit, die Schriften zu studieren. Seine Frau mag mit ihm gehen oder bei ihren Söhnen bleiben.

Der Sannyasin bzw. Entsagende

Die nächste Phase ist die des Sannyasin. Wenn ein Mann zum Sannyasin wird, verzichtet er auf alle Besitztümer, alle Kastenunterschiede, alle Riten und Zeremonien und alle Anhaftung zu einem Land, einer Nation oder Religion. Er lebt allein und verbringt seine Zeit mit Meditation. Er lebt von Almosen. Wenn er die Stufe der erhabenen Meditation erreicht, erfreut er sich an seinem eigenen Selbst. Sinnlichen Genüssen gegenüber ist er völlig gleichgültig. Er ist frei von Zu- oder Abneigung, Verlangen, Egoismus, Begierden, Wut, Gier und Stolz. Er vermag, alles gleich anzusehen und verfügt über einen ausgeglichenen Verstand. Er liebt alles. Er streift glücklich umher und verbreitet Brahma Jnana bzw. das Wissen vom Selbst. Er ist derselbe in Ehre und Unehre, Lob und Tadel, Erfolg und Misserfolg. Er ist jetzt ein Ativarnashrami, d.h. über Varna und Ashrama stehend. Er ist völlig frei. Er ist nicht durch soziale Bräuche und Konventionen gebunden.

Solch ein Sannyasin ist ein idealer Mann. Er hat Perfektion und Freiheit erlangt. Er ist Brahman. Er ist ein Jivanmukta bzw. befreiter Weiser. Ehre solch erhabenen Persönlichkeiten, die auf Erden lebende Götter sind!

Ashrama Dharma (die Pflicht der Ashramas) unter modernen Bedingungen

Zum jetzigen Zeitpunkt können die Ashramas nicht genau gemäß der Details der alten Regeln gelebt werden, da sich die Bedingungen sehr gändert haben; aber sie mögen in ihrem Geiste belebt werden, hin zu einer großen Verbesserung des modernen Lebens. In diesen Phasen sollte niemand die Pflichten eines anderen übernehmen. Der Student bzw. Brahmachari sollte nicht die Pflichten eines Hausherren, Einsiedlers oder Sannyasins übernehmen. Der Hausherr muss nicht die Pflichten eines Brahmacharin, Vanaprastha oder eines Sannyasin übernehmen, Ein Sannyasin sollte nicht erneut die Freuden eines Hausherren geniessen.

Frieden und Ordnung werden in der Gesellschaft nur vorherrschen, wenn alle effizient ihren jeweiligen Pflichten nachkommen. Die Abschaffung der Kasten und Ashramas wird an der Grundlage gesellschaftlicher Pflichten sägen. Wie kann eine Nation zu leben hoffen, wenn die sozialen Pflichten und Verantwortungen (VarnAshrama Dharma) nicht streng befolgt werden?

Die Studenten von Schulen und Hochschulen sollten ein Leben der Reinheit und einfachen Lebensführung befolgen. Der Hausherr sollte das Leben eines idealen Grihastha führen. Er sollte Selbstbeherrschung, Barmherzigkeit, Toleranz, Nicht-Schädigung, Aufrichtigkeit und Mäßigung in allem praktizieren. Die, denen es schwerfällt, ein Leben in der dritten und vierten Phase der Ashramas zu führen, sollten in einer der anderen zwei Phasen bleiben, sich schrittweise aus dem weltlichen Leben zurückziehen und selbstlosen Dienst, Studium und Meditation praktizieren.

Der Höchste Zustand

Die sozialen Verpflichtungen der VarnAshrama betreffen nur den Körper, jedoch nicht die reine, alles-durchdringende, unsterbliche Seele bzw. Atman. Erlange Kenntnis des Selbst und werde ein AtivarnAshrami (einer jenseits Kasten oder Ordnung), wie der Heilige Dattatreya, der sagt:

Mahadadi jagat sarvam Na kinchit pratibhati me Brahmaiva kevalam sarvam Katham varnAshramasthitih

"Die gesamte Welt, vom Mahat herunter, scheint nicht in mir. Alles ist nur Brahman, das ewige Selbst. Wo sind dann die sozialen Pflichten der VarnAshrama?"

Möget ihr alle umfangreiches Verständnis der sozialen Pflichten der VarnAshrama Dharma erlangen! Möget ihr alle universelle Liebe und Brüderschaft entwickeln! Mögen alle Schranken fallen und auseinanderbrechen, die vom Menschen zu seiner Selbstverherrlichung und Selbstbehauptung geschaffen wurden und die Zwietracht und Trennung verursachen!

Dieser Abschnitt ist von Swami Sivananda Divine Life Society – Swami Sivananda

Siehe auch

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

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Sukadev über Ashrama

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Quelle