Mahameru

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Mahameru (Sanskrit: महामेरु mahāmeru m.) mythologischer Berg, welcher im Hinduismus als Mittelpunkt der Welt betrachtet wird. "Maha" heißt groß, großartig. "Meru" heißt der mythologische Berg, der der Mittelpunkt der Welt ist. Mahameru, auch der Berg, an dem die Engelswesen, die Götter leben. Mahameru, also der großartige Berg.

Mahameru, Malerei auf einem Manuskript von Samghayanarayana, Indien, ca. 17. Jh.

Mahameru महामेरु Mahā-meru Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Mahameru, महामेरु, Mahā-meru ausgesprochen wird:

Mahameru - Leben aus der Mitte

Ein Artikel von Sukadev, aus dem Yoga Vidya Journal Nr.35 - Herbst 2017

Gehe in die Mitte. Gehe in die Tiefe deines Wesen. Ziehe Kraft, Inspiration und Lebensfreude aus dem Inneren. Das ist die Symbolik von Mahameru, dem mystischen Berg der Mitte der indischen Mythologie.

Das ist auch die Botschaft des Winters: Bäume ziehen im Herbst ihre Säfte von den Blättern ab und werfen die Blätter ab. Sie ruhen im Winter und ziehen ihre Energie nach innen. Im Frühjahr treiben sie dann von neuem mit großer Kraft aus.

Mahameru ist in den Mythen der Mittelpunkt der Welt, der Berg, an dem die Götter leben. Mahameru ist der Ort von dem alles aus geht. Mahameru ist der Ort, an dem sich die Rishis jährlich versammeln und von dort wieder in die Welt gehen. Mahameru ist der Berg in der Mitte des Ozeans, von dem aus alle Wünsche in Erfüllung gehen. Mahameru symbolisiert die Sushumna, die feinstoffliche Wirbelsäule, an der die wichtigen 7 Chakras (Energiezentren) sich befinden, von denen alle Lebensenergie ausgeht.

Es heißt, wer zu Mahameru geht, der kann alles erreichen. Mahameru symbolisiert deine Mitte. Viele Menschen heutzutage haben diesen Zugang zur inneren Mitte verloren. Wer sein Leben nur auf das Außen ausrichtet, kann unruhig, ängstlich werden. Wer mit Feuer, Engagement und Verantwortungsbewusstsein äußere Ziele verfolgt ohne sich im Inneren zu verankern, kann ausbrennen. Wer hofft, in der äußeren Welt Sicherheit und Halt zu finden, mag depressiv werden.

Gehe mit Yoga und Meditation jeden Tag in deinen Mahameru, in deine Mitte. Vielleicht spürst du deine Mitte bei der Atmung im Bauch. Vielleicht spürst du bei den Atemübungen deine Mitte im Punkt zwischen den Augenbrauen. Vielleicht spürst du in der Meditation deine Mitte im Herzen. Vielleicht wird in den Asanas die Wirbelsäule als deine Mittellinie aktiv.

Die innere Mitte ist nicht statisch. Bei deiner nächsten Yoga Praxis - oder jetzt in diesem Moment - spüre: Wo ist meine Mitte jetzt? Denke niemals, dass du ausgelaugt bist, dass deine Batterien leer sind, dass du jede Inspiration Freude verloren hast. In dir ist ein Riesenspeicher an Energie, in dir ist die Quelle der Freude, der Inspiration.

Gehe jeden Tag in deine innere Mitte. Von deiner Mitte aus gestalte deinen deinen Alltag, dein Leben: Engagiere dich. Bewirke Gutes. Berühre die Herzen anderer. Nutze deine Talente. Genieße die Freude des Lebens. Dann gehe wieder nach innen, finde Ruhe, die innere Wonne, die Weisheit des Selbst. Leben aus der Mitte, in die Mitte gehen und aus der Mitte heraus wirken, das ist das Geheimnis eines erfüllten Lebens.

Mahameru Bedeutung

(Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Mahameru) Mahameru der großartige Weltenberg, Maha heißt groß, großartig. Meru heißt der mythologische Berg, der Mittelpunkt der Welt ist. Mahameru auch der Berg an dem die Engelswesen, die Götter leben. Mahameru also der großartige Berg. Was heißt jetzt großartiger Berg? Der Berg verbindet Erde und Himmel, der Berg verbindet alle verschiedenen Ebenen der Schöpfung. Mahameru ist wie die Weise, wie du in der Meditation verschiedene Bewusstseinsebenen durchwandern kannst. Es gilt, auf der physischen Ebene zu wirken, auf der physischen Ebene geschickt zu sein. Es gilt aber auch, auf der Prana-Ebene zuhause zu sein. Es gilt, auch in der Astralebene, dich zu verbinden und zu öffnen für verschiedenste Engelswesen.

Und es gilt, letztlich auch dich zum Kanal zu machen, dass Gott durch dich hindurchströmen kann. So gilt Meru auch als Symbol für die feinstoffliche Wirbelsäule, Sushumna, und in Meru sind alle Chakras. Der Ausdruck „Mahameru“ ist also ein ehrerbietiger Ausdruck für Meru, so wie es Lakshmi gibt und Maha Lakshmi, so wie es auch Kali gibt und Maha Kali, es gibt Devi und Maha Devi, so ähnlich gibt es auch Meru und Mahameru.

Mahameru ist aber auch ein Ausdruck für das so genannte Shri Yantra, wenn es dreidimensional ist, meistens aus Kristall. So ist also Shri Yantra ein Symbol von Shri und damit von Lakshmi und von Tripura Sundari, ein Symbol der göttlichen Mutter. Und dieses ist dreidimensional und gilt als sehr machtvolles dreidimensionales Mantra, um großartige Energie von dem Himmlischen in die Erde hineinzubringen. Ein starkes Energiesymbol, ein. Mahameru, großartiger Meru. Mahameru ein starkes Energiesymbol, eine starke Energiedarstellung.

Eröffnung von Mahameru

Sukadev vor dem Haupteingang Mahameru vor der Eröffnung

Ein Beitrag aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 38, I/2019 von Pranavi Maike Czieschowitz

Nach nur anderthalb Jahren Sanierungsdauer eröffnete Yoga Vidya e.V. am 7. April 2019 mit einem großen Tag der offenen Tür seinen mittleren Gebäudekomplex. Der Hauptsitz des größten Yoga-Anbieters außerhalb Indiens erweitert sich damit auf insgesamt drei aktiv genutzte Gebäudekomplexe.

“Mahameru”, Sanskrit für “Die große Mitte”, steht seitdem Gästen, Seminarteilnehmer*innen und Vereinsmitgliedern mit der größten europäischen vegan-vegetarischen Bio-Küche, 228 neuen Zimmern und rund 10.000 qm hinzugewonnener Fläche für erweiterte Angebote rund um Yoga, Meditation, Ayurveda und ganzheitliches Wohlbefinden zur Verfügung.

Die offizielle Eröffnung fand am 7.April 2019 statt. Ab 10.00 Uhr zogen Yoga-Vorführungen, Festansprachen der Ehrengäste und ein Vortrag von Yoga Vidya Gründer Sukadev Bretz die Gäste in ihren Bann. Besonders spektakulär: die Abseilaktion des Mahameru-Teams! In Raum- und Arbeitsanzügen seilten sich Teammitglieder aus luftigen Höhen auf die Erde ab. Führungen durch das neue Gebäude, ein außergewöhnlich breites Spektrum an Themen-, Klang- und Yin- Yogastunden, besondere Meditationen, Fantasiereisen, Konzerte, Atemübungen, Tänze, Vorträge sowie Eröffnungsspecials lockten mehrere hundert Gäste zu uns. Parallel zum Programm der Erwachsenen fand ein gesondertes Kinderprogramm mit Trommelworkshops, Kinderschminken und vielem anderem statt. Nach der feierlichen Puja konnten alle Gäste Sukadev - einer Prozession gleich - in die neuen Räume folgen und die besondere Energie der “großen Mitte” auf sich wirken lassen. Und das Beste: Alle Veranstaltungspunkte waren kostenlos, nur die Übernachtung musste getragen werden.

Die Inbetriebnahme von Mahameru

“Mich erfüllt es mit tiefer Freude, dass wir nach 26 Jahren Yoga Vidya nun wirklich in der Lage sind, einen Ort für über 1000 Menschen zu schaffen, die sich um Integration und Verständigung im Sinne des Yoga bemühen”, erzählt Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya. “Denn was unsere Gäste hier lernen, ist ja mehr als nur bewusste Atmung und achtsame Körperbewegung. Sie tragen den Gedanken des Friedens, der Einheit und der Harmonie in ihren Alltag, unabhängig davon, welcher Religion, politischen Ausrichtung oder welchem Berufsstand sie angehören.”

Kostenrahmen wurde eingehalten

Eröffnung des Speisesaals von Ashramleiter Narendra

Erst im Dezember 2017 hatte Yoga Vidya nach umfassender architektonischer und baubiologischer Begutachtung beschlossen, den mittleren Gebäudekomplex, die ehemalige Klinik Lippe, instandzusetzen. Das Vorhaben konnte durch einen Kredit der sozial-ökologischen GLS Gemeinschaftsbank, den Verkauf von Wohnrechten auf Lebenszeit sowie die tatkräftige Unterstützung der Vereinsmitglieder und ehrenamtlichen Mithelfer*innen verwirklicht werden. Der für die Sanierung und Inbetriebnahme veranschlagte Kostenrahmen von 7 Mio. Euro wurde eingehalten. “Die Voraussetzungen waren günstig”, berichtet Narendra Godehard Hübner, Leiter des Bad Meinberger Seminarzentrums. “Denn Mahameru wies von vornherein keine gesundheitsgefährdenden Belastungen durch Schadstoffe wie Asbest, Mineralwolle oder PCB auf. Als dann auch die Baugenehmigung vorlag und die Prüfungen zur Kostensicherheit positiv ausfielen, wussten wir, es kann losgehen.”

Küche zieht als erstes um

Als einer der ersten Bereiche zog die Küche aus der Chakrapyramide ins Erdgeschoss von Mahameru um. Die frei werdenden Räumlichkeiten werden dann zu Yogaräumen und Räumen für Abendveranstaltungen und Kongresse umgebaut. „Insgesamt haben wir rund 50 % mehr Yoga- und Veranstaltungsräume dazugewonnen und rund 20 % mehr Gästezimmer“, berichtet Sukadev Bretz über die neuen Dimensionen. Auch lange Schlangen im Speisesaal gehören nun der Vergangenheit an.

Mehr Raum für Küche und Speisesäle war auch eines der größten Anliegen von Küchen- und Betriebsleiterin Jasmin Iranpour. Sie leitet mit 32 Jahren Europas größte Bio-zertifizierte, vegan-vegetarische Küche. Die staatlich geprüfte Betriebswirtin für Verpflegungssysteme und Catering plant seit langem den Umbau der Lagerkapazitäten, der Speisesäle und Küchenräumlichkeiten. Von der ersten Präsentation 2015 bis zum heutigen Tage trifft sie in enger Zusammenarbeit mit den Seminarhaus- und Projektleitern die planerischen Entscheidungen rund um das Herzstück Yoga Vidyas. Ihr liegt besonders viel an veganer, durchweg bio-zertifizierter Ernährung. Dennoch hält sie es für wesentlich sinnvoller, die Gäste selber entscheiden zu lassen, ob sie sich lieber vegetarisch oder vegan ernähren möchten. „Wir zeigen mit zahlreichen frischen und besonders leckeren veganen Speisen unseren Gästen Alternativen zu einer vegetarischen Ernährung auf“, erzählt Jasmin Iranpour. „Es ist uns aber wichtig, ihnen die Freiheit der Wahl zu lassen. Für viele ist der Schritt zu fleisch- und fischfreiem Essen schon eine enorm große Umstellung. Und wenn unsere Besucher dann aus freien Stücken sogar die vegetarische Variante beiseite lassen und stattdessen zum Beispiel zu unseren köstlichen veganen Aufstrichen greifen, dann ist das doch viel mehr wert, als wenn wir unsere Gäste förmlich durch ein rein veganes Angebot dazu ‚zwingen‘ würden.“

Das Küchenteam vor der neuen Küche

Um den Umbau für ein Seminarzentrum zu organisieren, das in Festivalzeiten bis zu 2000 Menschen an einem Tag in Schichten verpflegen kann, bedarf es viel Erfahrung, Wissen und Fingerspitzengefühl. Statt zweien wird es in Mahameru nun neun Speisesäale, statt zweien vier Kühlhäuser und natürlich wesentlich mehr hochmodernes Equipment geben – von Öfen, Herden, eingelassenen Kesseln, gusseisernen Bratpfannen bis hin zu vitaminschonend herunterkühlenden Freezern und einer Fließbandspülmaschine. Sogar das Element Feuer hat über einen Gasherd wieder Einzug gehalten - eine für moderne Großküchen untypische Maßnahme, die Jasmin aber sehr wichtig war. „Mit den höheren Bestellmengen werden wir wohl auch den Verpackungsmüll noch stärker reduzieren können als jetzt schon“, freut sich die Halbiranerin. So viele Produkte wie möglich bezieht das 19-köpfige Küchen-Kernteam von guten, regional ansässigen Biobauern. Die zehn bis fünfzehn, täglich in der Küche aktiven Mithelfer/innen freuen sich besonders, wenn sie gelegentlich selbst die Waren auf dem Biohof Kuhlmann oder in Kiels Sonnengarten in Empfang nehmen können. Der Rest wird von Großhändlern wie Landlinie, Engemann, Naturkost Bode oder Gut Rosenkrantz eingekauft. Damit in der modernen Großküche zukünftig mit genauso viel Liebe wie bisher und mit noch mehr Gelassenheit in angenehmer Dienstatmosphäre gekocht werden kann, hat die Küchenchefin nicht nur auf mehr Platz in den Speisesälen (1000 qm) und großzügigere Lagerflächen geachtet, sondern auch auf mehr Bewegungsspielraum in der Küche selbst (Küche und Lagerräume: 500 qm).

„Unsere Küchenmitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten täglich eine Mammutaufgabe“, weiß Jasmin Iranpour. „Meine Vision ist, dass die Aufgaben so effizient und so entspannt wie möglich von statten gehen kann. Denn es ist nicht zu unterschätzen, welchen Stressoren die Psyche in einer Großküche ausgesetzt ist. Da ist es immens wichtig, genügend Platz für die eigenen Tätigkeiten zu haben, auch wenn es hektisch wird, nicht angerempelt zu werden und einem geringeren Lärmpegel ausgesetzt zu sein. Die neue Küche wird diesen Anforderungen mit eigenen Küchenräumen für das Frühstück, das Salatbuffet und für die warmen Speisen, entsprechen.“

Neuplanung der Raumnutzung für das gesamte Gelände

Maha Meru Team und Bauleiter Keshava bei der Eröffnungs-Puja

„Mit der Inbetriebnahme von Mahameru, der großen Mitte, entstehen ganz neue Möglichkeiten“, berichtet Narendra Hübner, Leiter des Seminarhauses in Bad Meinberg. „Es gilt, die hinzukommenden Kapazitäten möglichst sinnvoll zu nutzen. Dabei beziehen wir natürlich auch Ideen von Mitarbeitern und Gästen mit ein.“ Neben Küche und Speisesälen sind auch das Planungsbüro, das Online-, Event- und das Wiki-Team sowie andere Bereiche in Mahameru umgezogen. Gäste und Mitarbeiter/innen pendeln durch einen bisher nicht zugänglichen Gang zwischen Chakrapyramide und Mahameru hin und her. In den darüber liegenden Etagen wurden neue Gästezimmer, Büroräume und Unterkünfte für Vereinsmitglieder bis hoch in die 7. Etage eingerichtet. „Unser Shop zieht dagegen ins Haus Shanti um, schräg gegenüber von unserem Café Maya“, berichtet Narendra Hübner über den derzeitigen Stand der Planungen. Neben der im Haus Shanti bereits ansässigen Yogatherapie werden sich besondere „Centers of Excellence“ ansiedeln, wie zum Beispiel ein Experten-Center für Sanskrit und ein Center of Creative Arts. Ein ehemaliges Lager wird derzeit in einen großen, dreiteiligen Yogaraum umgebaut. Auch über eine Bibliothek für yogisch-philosophische Literatur, einen Bereich für Klangtherapie und vielem anderen wird nachgedacht.

Projektleiter Keshava Schütz ist besonders stolz auf sein großes Team. „Nur durch das persönliche Engagement jedes Einzelnen konnten wir diese Aufgabe überhaupt stemmen. Es ist faszinierend zu sehen, was möglich ist, wenn alle von einer Sache überzeugt sind.“

„Wenn Mahameru die Strahlkraft und die heilsamen Energien, die von Yoga Vidya ausgehen, noch befördert und sich über 1000 Menschen von uns angezogen fühlen, erfüllt sich meine ursprüngliche Eingebung“, berichtet Sukadev Bretz, der schon früh an einen Ort diesen Umfangs dachte und beständig nach Realisierungsmöglichkeiten suchte. „Aber letztlich geschieht alles nach einem höheren Plan. Da gilt es immer wieder loszulassen, zu vertrauen und den eigenen kleinen Beitrag zu leisten, den wir in unserem täglichen Dienen dazutun können.“

Mahameru - Die Mitte beleben

Ashram Gelände Yoga Vidya

Ein Beitrag aus dem Yoga Vidya Journal Nr. 38, I/2019 von Sarada Drautzburg

Ich wurde gebeten, über Mahameru, seine Entstehungsgeschichte und Bedeutung, die Bauhistorie und das gesamte Drumherum zu schreiben. Um das alles in Einzelheiten zu beschreiben, müsste man allerdings eine mehrbändige Enzyklopädie verfassen. Was ich schreiben kann, ist ein sehr subjektiver Bericht darüber, wie ich Yoga Vidyas bisher aufwendigstes Bauprojekt erlebt habe.

Der Mittelpunkt des Universums

Nicht mehr und nicht weniger als das Zentrum des Universums, das ist der sagenumwobene Berg der Hindu Mythologie, genannt Mahameru. Ganz aus Gold bildet er den Mittelpunkt, die Achse der Welt, die Verbindung aller Ebenen – Himmelsreich, Erdreich, Unterwelt. Ähnlich wie der griechische Olymp ist hier der Sitz der Götter, Schauplatz zahlreicher Geschichten, hier werden die Kämpfe der Devas (Götter) gegen die Asuras (Dämonen) ausgetragen und so die Kräfte der Welt im Gleichgewicht gehalten. Hier hat die spirituelle Strahlkraft ihren Ausgangspunkt.

Aus Kurkliniken wird ein Ashram

Mahameru vor der Sanierung

Vielleicht ist Bad Meinberg nicht der Mittelpunkt des Universums, aber sicher das Zentrum der Spiritualität in Deutschland, und einer der großen spirituellen Lichtpunkte der Welt. Was heute ein Ashram in der Tradition des integralen Yoga ist, hat eine wechselhafte Geschichte. Mitte der 1970er Jahre gebaut, wurden die drei großen Kurkliniken, die „Kurklinik Silvaticum“, die „Lippeklinik“ und die „Klinik am Park“ in den 90er Jahren im Zuge von Gesundheitsreformen und dadurch mangelnden Gästezahlen stillgelegt. Für die Stadt Bad Meinberg waren die drei klotzigen Gebäude schwer vermittelbar – niemand hatte Bedarf für die mehrere tausend Quadratmeter großen Einrichtungen.

Anfang des neuen Jahrtausends kam Yoga Vidya mit einer Vision. Die alten Klinikkomplexe eigneten sich hervorragend als Ashramgebäude, mit ausreichend Platz für Gästezimmer, Yogaräume, Speisesäle und vieles mehr. So verwandelte sich zunächst die Kurklinik Silvaticum in die Chakrapyramide, später folge die Klinik am Park als heutiges Haus Shanti. Dazwischen, versteckt hinter hohen Bäumen und einer moosbewachsenen Fassade, lag die ehemalige Lippeklinik. Mit 7.000 m² Nutzfläche ist sie das kleinste der drei Gebäude (im Vergleich dazu: Chakrapyramide 14.000 m², Haus Shanti 28.000 m²). Schäden an den Dächern, die dadurch entstehende Feuchtigkeit und Schimmel sowie eine mögliche Asbestbelastung der Bausubstanz machten die Renovierung hier deutlich aufwändiger als in den anderen Häusern. Und so blieb Mahameru fast 20 Jahre in seinem Dornröschenschlaf.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Häusern, die ihn rechts und links umgeben, mag der Mahameru verhältnismäßig klein wirken. Aber 7.000 m², die noch dazu durch den Leerstand und das undichte Dach ziemlich gelitten haben, sind keine Kleinigkeit. Für ein Projekt dieser Größenordnung gestaltete sich der Anfang sehr bescheiden.

Ende Oktober 2017 begann Keshava mit einer Handvoll Karma Yogis (Mithelfer), die alte Inneneinrichtung zu entsorgen – Vorhänge, Betten, Matratzen, Schränke, Teppiche, Lampen und mehr wanderten in die blauen Container der Firma Freise, die seitdem das Bild auf dem Vorplatz des Mahameru prägten. Auch Teile der Heizung, Kanäle und Schächte des veralteten Entlüftungssystems und Sanitäreinrichtungen wurden nach und nach entfernt. Karma Yogi Thomas war vom ersten Tag an dabei und damit zusammen mit Keshava der Einzige, der während der gesamten Bauphase dabei war. Ebenfalls vom ersten Tag an dabei war Heinz, Keshavas Bruder, der schon viele Bauunterfangen sowohl im Westerwald, als auch an der Nordsee tatkräftig unterstützt hat – zum Beispiel den großen Radhakrishna-Raum im Nordsee-Ashram. Er blieb auch bis zum Schluss ein regelmäßiger Gast und gern gesehener Unterstützer bei den Bauarbeiten. Ich selbst kam etwa einen Monat später dazu, als das Ausräumen in vollem Gange war. An der Wand hing ein Kalender von 1995, auf dem Boden fand ich eine D-Mark und in jedem Zimmer war ein damals gerade in aktueller Auflage erschienenes Neues Testament zu finden.

Knapp zwei Monate nach Beginn der ersten Räumungsarbeiten war es endlich so weit: Das Thema Mahameru wurde zum Tagesordnungspunkt bei der Jahreshauptversammlung des Yoga Vidya e.V. Natürlich hatte man sich über die Jahre immer wieder Gedanken über Alternativen zu der Reaktivierung des Gebäudes gemacht. Zum Beispiel ein Abriss, um Platz zu schaffen für eine große Yoga- und Zeltwiese. Dringender benötigt wurden allerdings Gästezimmer, große Yogaräume und mehr Platz für Küche und Speisesäle. Auch ein kompletter Neubau mit Naturmaterialien, nach höchsten Energiestandards und ganz selbst gestaltet, wäre eine schöne Idee gewesen, aber nicht finanzierbar. Es blieb also die Renovierung als Option, und auch hier spielte der ökologische Gedanke eine große Rolle: Das Alte sollte erhalten werden, aber bei der Instandsetzung sollten möglichst umweltverträgliche Materialien zum Einsatz kommen.

Mahameru erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Energetische Reinigung mit täglichen Ritualen

So stand Mitte Dezember 2017 die Entscheidung an, ob wir Mahameru aus seinem Dornröschenschlaf aufwecken wollten. Dem vorausgegangen war die Prüfung des Gebäudes auf Herz und Nieren – Asbest und andere potenzielle Schadstoffe, Schimmelbelastung, Feuchtigkeit und einiges mehr.

Pläne waren erstellt worden, und natürlich Kalkulationen. Die eingehende Bauanalyse war von dem Architekten Thomas Kotthoff durchgeführt worden, der als Shantivasi selbst seit Jahren mit Yoga Vidya vertraut ist. Seine Berechnungen enthielten einen in Zahlen nicht auszudrückenden Faktor. Erfahrungswerte aus den letzten Jahren zeigten vor allem eines: Was wir als Gemeinschaft anpacken, das wird auch ein Erfolg. In dem Vertrauen darauf, dass Swami Sivananda uns bei unseren Aufgaben führt und mit dem Enthusiasmus, der Gemeinschaft zu dienen mit dem gemeinsamen Ziel, Yoga möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Kurz gesagt: Wir rechneten mit dem Sivananda Bonus.

Die Kalkulationen beliefen sich auf verhältnismäßig „überschaubare“ sieben Millionen Euro. Der Schimmelbefall würde sich laut Experten rückstandslos entfernen lassen, und das Haus enthielt entgegen der Befürchtungen keine gefährlichen, losen Asbestbestandteile. Alles in allem war das eine sehr positive Ausgangslage, aber natürlich kein risikofreies Unterfangen. Die meisten Großbaustellen enden schließlich teurer und mit einer deutlich längeren Bauzeit als geplant. Yoga heißt aber auch positives Denken und so entschied sich die Yoga Vidya Gemeinschaft mit großer Mehrheit für das Abenteuer Mahameru, das in der Folge noch viele Bauunternehmer und andere Experten zum Staunen brachte.

Denn die „weltlichen“ Bauherren waren nicht vertraut mit den Geheimnissen des Yoga, die auf unserer Baustelle natürlich neben allen professionellen Handwerksarbeiten zum Einsatz kamen. Schon während der Planungsphase - das Haus war damals nur mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken betretbar, - hatte Keshava den energetischen Grundstein für die Renovierung und Aktivierung des Gebäudes gelegt. In jedem einzelnen der über 200 waren kleine Homas (Feuerzeremonien)und Pujas (Verehrungsrituale) ausgeführt worden. Mit Beginn der Abbruchs- und Bauarbeiten fand zweimal täglich eine Agni Hotra, ein Feuerritual zum Sonnenauf- und untergang statt, und es wurden mehrere schamanische Rituale mit Räucherwerk und Trommeln, unter anderem von Bernardo Juni und Bhajan Noam, durchgeführt. Alle Räume wurden mit einer Kalkmischung besprüht, die zusätzlich Homa Asche enthielt und unter beständiger Rezitation von Mantras im ganzen Haus verteilt wurde. All das führte dazu, dass die Experten nach wenigen Wochen über den Zustand des Hauses und die enorme Verbesserung des Klimas in so kurzer Zeit mehr als erstaunt waren.

Positive Schwingung, die das Bauprojekt begleitet

Maha Meru Team - Die Sanierung schreitet voran

Die positive Schwingung sollte den Mahameru die ganze Zeit über begleiten. Natürlich ging auch in unserem Bauprojekt nicht alles glatt. Aber es war doch erstaunlich, nicht nur für uns, sondern auch für alle beteiligten Firmen, wie schnell die Arbeiten vorangingen. Letztendlich ging vieles schneller und mehr Geld konnte eingespart werden, als es im ursprünglichen Plan vorgesehen war.

Neben Keshava waren zwischenzeitlich fünfzehn Sevakas Teil des Teams, das diese Leistung vollbracht hat. Das ist besonders Madhava zu verdanken, der im Februar als Teamleiter und stellvertretender Bauleiter dazu stieß und sich für die persönlichen Belange der Sevakas und Karma Yogis einsetzte. Immerhin ging es um teils sehr harte Bedingungen: monatelange Tätigkeiten in Lärm, Staub und Dreck, im Winter bei eisiger Kälte, im Sommer bei großer Hitze. Da war von allen Beteiligten Durchhaltevermögen gefragt.

So klein wie das Team angefangen hatte, so waren später doch eine ganze Menge Menschen dabei. Spätestens ab dem Frühling kamen noch unzählige Fachfirmen dazu, so dass bald regelmäßig ein ganzer Fuhrpark verschiedenster Transporter das Rondell um den Vorplatz umgab. Insbesondere für die Böden, Wandfarben und Vorhänge wurde die Firma Cramer aus dem Wangerland hinzugezogen, die sich schon im Nordsee-Ashram bewährt hatte.

Der Großteil der Firmen kam aber aus der direkteren Umgebung, zum Beispiel die Firma Rulle für Elektrik, die Firma Tille für die Heizung aus Bad Meinberg und die Sanitärfirma Martin Maurer aus Detmold. Spannend war es zu sehen, wie unser internes Team mit den externen Handwerkern zusammenarbeitete, die von der tatkräftigen Unterstützung begeistert waren und die yogische Einstellung des Dienens sehr zu schätzen wussten. So gab es auch für den einen oder anderen Arbeiter unerwartete Berührungspunkte mit der Yogaphilosophie.

Finanzierung des Projekts

Annapurna, die Nahrung spendende Göttliche Mutter

Wie finanziert man eine so aufwändige Renovierung? Natürlich auch als Gemeinschaft. Wie schon in der Chakra Pyramide und im Haus Shanti wurde im Mahameru Platz für Shantivasi-Zimmer geschaffen. Shantivasis, wörtlich Friedensbewohner, haben ein lebenslanges Wohnrecht in ihrem Zimmer, das sie als Gästezimmer wie auch als festen Wohnsitz nutzen können. So verbringen immer mehr Menschen ihren Lebensabend in einer yogischen Gemeinschaft, zu der sie mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung aus unterschiedlichsten Bereichen einen wertvollen Beitrag leisten. Zusammen mit Spendengeldern und Krediten konnte so die Grundlage für einen größeren Kredit der GLS-Bank gelegt werden.

Ende Dezember 2018 war es dann soweit. Die Fertigstellung rückte spürbar näher. Einer der Räume, die im Gebäudeteil mit Feuchtigkeit lagen, wurde zum Zuhause eines neuen Schatzes für den gesamten Ashram: Die Murtis (Götterstatuen), die Sukadev bei seiner letzten Indienreise in Auftrag gegeben hatte, waren endlich angekommen - viele von kleiner und mittlerer Größe, die sowohl im Mahameru als auch in den anderen Gebäuden ihren Platz bekommen sollten. Und dazu war noch eine ganz spezielle Göttin angereist: Annapurna, die Inkarnation Parvatis, die die Welt nährt und uns mit allem versorgt, was wir brauchen. 1,40 m hoch und von unendlich großer Ausstrahlung, wird sie zukünftig die Besucher im Eingangsbereich des Mahameru auf dem Weg zu den Speisesälen mit ihrer Energie segnen.

Neue Dimensionen

Swami Sivanandas Segen begleitet uns

Man muss kein Experte für Vastu (indische Architekturlehre) sein, um die Bedeutung der Reaktivierung der ehemaligen Lippeklinik als Mahameru zu verstehen. Dass der tote Punkt zwischen der Chakrapyramide und dem Haus Shanti verhinderte, dass Energie fließen konnte, war deutlich zu sehen und zu spüren. Insbesondere ab dem Sommer, als Gehölze entfernt und Fassaden gereinigt wurden, bemerkte jeder, der dort vorbei ging, das neue Strahlen, das von dem Gebäude ausging. Spätestens da war klar, dass hier nicht einfach nur ein Haus renoviert wurde, sondern dass hier ein energetisches Verbindungsstück geschaffen wurde.

Der Ashram in Bad Meinberg wird zu einem Ort, an dem mehr als 1.000 Menschen leben und Yoga praktizieren können. Dort hat künftig Europas größte bio-zertifizierte vegetarisch-vegane Küche ihren Platz. Der gesamte Ashram-Bereich wird so nach der Eröffnung des Mahameru ein neues Gesicht bekommen. Nach dem vollständigen Umzug der Küche und der Speisesäle wird an dieser Stelle ein neuer, großer Yogaraum entstehen, so dass noch mehr Menschen gemeinsam Satsang (Gemeinsame Wahrheit) feiern und Yogastunden genießen können.

Dabei ist für mich besonders die Energie Swami Sivanandas spürbar, die diese Entwicklung möglich gemacht hat, und die dafür sorgt, dass Yoga in Bad Meinberg in neuen Dimensionen sowohl weiter verbreitet wird, als auch noch mehr in die Tiefe gehen kann.

Verschiedene Schreibweisen für Mahameru

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Mahameru auf Devanagari wird geschrieben " महामेरु ", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen " mahāmeru ", in der Harvard-Kyoto Umschrift " mahAmeru ", in der Velthuis Transkription " mahaameru ", in der modernen Internet Itrans Transkription " mahAmeru ".

Ähnliche Sanskrit Wörter wie Mahameru

Siehe auch

Weblinks

Seminare

Indische Schriften

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Sanskrit und Devanagari

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Zusammenfassung Deutsch Sanskrit - Sanskrit Deutsch

Deutsch der große, (Berg), Meru. Sanskrit Mahameru
Sanskrit Mahameru Deutsch der große, (Berg), Meru.