Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja
Varalakshmi Vrata mit vollständiger Puja verbindet die Verehrung Lakshmis mit einem Faden am Handgelenk und Festgaben, die nach der Zeremonie weitergereicht werden. Die Göttin wird gebadet, geschmückt und von den Füßen bis zum Haupt verehrt; der Doraka-Faden macht die persönliche Verpflichtung sichtbar, und das Vayana führt die erbetene Fülle ins Geben. So erhält der Wunsch nach Wohlergehen für die Familie eine konkrete Gestalt: empfangen, danken und teilen.

Im Hindu Dharma ist Varalakshmi die Gaben gewährende Lakshmi. Das Fest liegt am letzten Freitag der hellen Monatshälfte von Shravana vor dem Vollmond. Besonders in Südindien begehen es viele verheiratete Frauen für das Wohlergehen ihrer Angehörigen; die hier verwendete Quelle schließt auch Männer ein. Das jeweils örtliche Festdatum wird im Panchanga bestimmt.[1]
Quellenfassung und innere Haltung
Diese Anleitung folgt der bei Drik Panchang überlieferten Puja in 32 Schritten. Sie wird dort als Dvatrimshopachara-Puja beschrieben und enthält die sechzehn Grunddienste einer Shodashopachara Puja mit weiteren Festhandlungen. Grundlage ist eine bereits aufgestellte Varalakshmi-Murti.[2] Die Anrufungen nennen auch Brahmi, Kaumari und Vaishnavi: Die Göttin erscheint darin in mehreren göttlichen Kraftgestalten. Diese Namen sind Bestandteil dieser Fassung.
Die Yoga-bezogene Betrachtung dieses Artikels lautet: Wende dich Lakshmi nicht nur mit dem Wunsch zu, etwas zu bekommen. Bemerke auch, was dir an Nahrung, Fürsorge und Möglichkeiten schon gegeben ist. Begegne jeder Gabe mit Aufmerksamkeit und verbinde das Schlussgeschenk mit einer wirklichen Bereitschaft zu teilen. Dies ist eine redaktionelle Anregung im Geist des Bhakti Yoga, keine Behauptung einer bei Yoga Vidya institutionell festgelegten Varalakshmi-Puja.
Vorbereitung
Ort, Personen und Ablauf
Die Person, die das Vrata begeht, spricht die Rezitationen und bringt die Gaben dar. Eine zweite Person kann Wasser nachreichen, den Arati-Teller halten und beim Binden des Fadens helfen. Wenn eine erfahrene Ritualleitung vorsagt, spricht die Vrata-Person die betreffenden Zeilen nach. Jede angegebene Rezitation wird einmal gesprochen, sofern im Schritt selbst keine andere Aufteilung beschrieben ist.
Wähle für diese konkrete Anleitung eine badbare, bereits verwendete Lakshmi-Murti und stelle sie standsicher in eine ausreichend große Auffangschale. Richte davor die Gaben in der Reihenfolge ihrer Verwendung her. Bereite die fünf Vayana-Portionen und ihre Empfänger vor Beginn vor; das Teilen ist Teil des Abschlusses. Die Alltagsorganisation – saubere Kleidung, gewaschene Hände, ein aufgeräumter Altar und ein lesbar bereitgelegter Text – wird hier als praktische Ergänzung ausdrücklich benannt.
Die Hauptquelle beginnt mit Dhyana. Sie verlangt in ihrer 32-teiligen Folge weder eine zusätzliche Ganesha-Puja noch eine 108-Namen-Rezitation, eine Kalasha-Weihe oder ein bestimmtes Fastenregime. Solche eigenständigen Familienbräuche werden hier nicht stillschweigend ergänzt. Wer im Rahmen einer bestehenden Familientradition fastet, richtet Beginn und Ende nach deren festgelegter Ordnung; diese Anleitung beschreibt die vollständige gewählte Puja-Folge.
Materialien für diese Fassung
- Badbare Varalakshmi-Murti, standfeste Badeschale, saubere Tücher, kleiner Wasserkrug, Löffel und separate kleine Schälchen für Gaben.
- Sauberes Wasser für mehrere einzelne Darbringungen und zum Abspülen; wenn vorhanden Ganga-Wasser für das Bad. Etwas für die Murti geeigneter Duftstoff für das Badewasser.
- Panchamrita aus Milch, Joghurt, Ghee, Honig und Zucker, fertig gemischt in einem eigenen Gefäß.
- Fünf Blüten für den Sitz, weitere Blüten beziehungsweise eine Girlande für die Blumengabe, kleine Blütengaben für fünfzehn Gliederanrufungen und Blüten für die Umkreisung; ungebrochener Reis und Duftpaste.
- Ein Moli-Faden als symbolisches Gewand, Halsschmuck und weitere Schmuckgaben; rote Duftpaste beziehungsweise Ashtagandha, Kurkuma, Kumkum, Sindur und Kajal, ein reines Bilva-Blatt.
- Ein gesonderter Doraka-Faden für das Handgelenk jeder Person, die das Vrata selbst begeht. Die Hauptquelle schreibt keine bestimmte Zahl von Strängen oder Knoten vor.
- Räuchergefäß und Räucherwerk, in der Rezitation mit Kuhghee verbunden; Ghee-Lampe mit Docht; Kampfer und Arati-Teller; feuerfeste Unterlagen und Zündmittel.
- Vegetarische Speisegaben mit süßem Milchreis; gesonderte fünf Vayana-Portionen mit Zucker und Ghee. Die folgende Durchführung setzt für jede Portion 21 kleine zubereitete Süßspeisenstücke an.
- Betelblatt, Arekanuss und die traditionelle Kalkgabe für den getrennten Tambula-Teller; Dakshina für die Göttin und die Schlussgaben.
- Für die königlichen Ehren, soweit vorhanden, Spiegel und Fächer; die weiteren im Gebet genannten Ehren können in der ausdrücklich beschriebenen inneren Darbringung vergegenwärtigt werden.
Die vollständige Puja
Sitze einen Augenblick still und nimm die bereits aufgestellte Göttin wahr. Beginne dann mit dem ersten Vers. Die deutsche Bedeutung steht jeweils unmittelbar bei der Handlung; ein vollständiger Rezitationsanhang folgt nach dem Ablauf.
1. Dhyana – die Göttin betrachten
Setze dich vor die bereits aufgestellte Murti. Lass den Blick ruhig werden. Vergegenwärtige dir Lakshmi, wie der Vers sie beschreibt; sprich ihn einmal.
Rezitation
kṣīrasāgara-saṃbhūtāṃ kṣīravarṇa-samaprabhām |
kṣīravarṇasamaṃ vastraṃ dadhānāṃ harivallabhām ||
Bedeutung: Ich betrachte die aus dem Milchozean Hervorgegangene, deren Glanz seiner milchweißen Farbe gleicht, die ein ebenso weißes Gewand trägt und Hari lieb ist.
2. Avahana – die Gegenwart anrufen
Füge die Handflächen aneinander und lege beide Daumen nach innen. Halte diese in der Quelle beschriebene Avahana-Geste vor der Murti und rezitiere.
Rezitation
brāhmī haṃsasamārūḍhā dhāriṇyakṣakamaṇḍalū |
viṣṇutejo’dhikā devī sā māṃ pātu varapradā ||
Bedeutung: Brahmi, auf dem Schwan sitzend, Gebetskette und Wassergefäß tragend, die Göttin von überragendem Vishnu-Glanz: Möge sie, die Gaben Gewährende, mich beschützen.
3. Asana – einen Sitz anbieten
Nimm fünf Blüten in die zusammengelegten Hände und lege sie nach der Rezitation vor Lakshmi nieder. Die Blüten sind ihr ehrenvoll angebotener Sitz.
Rezitation
maheśvari mahādevi āsanaṃ te dadāmyaham |
mahaiśvaryasamāyuktaṃ brahmāṇi brahmaṇaḥ priye ||
Bedeutung: Große Herrin, große Göttin, ich gebe dir diesen mit großer Herrlichkeit ausgestatteten Sitz, Brahmani, Geliebte Brahmas.
4. Padya – Wasser für die Füße
Gib etwas Wasser mit dem Löffel an die Füße der badbaren Murti; die Schale fängt es auf.
Rezitation
kumāraśaktisampanne kaumāri śikhivāhane |
pādyaṃ dadāmyahaṃ devi varade varalakṣaṇe ||
Bedeutung: Du von Kumaras Kraft Erfüllte, Kaumari, deren Reittier der Pfau ist: Ich gebe dir Wasser für die Füße, Göttin, Gaben Gewährende mit vortrefflichen Merkmalen.
5. Arghya – ehrendes Wasser
Bringe frisches Wasser als Arghya dar. In dieser Fassung wird es über das Haupt der Murti gegeben.
Rezitation
tīrthodakairmahaddivyaiḥ pāpasaṃhārakārakaiḥ |
arghyaṃ gṛhāṇa bho lakṣmi devānāmupakāriṇi ||
Bedeutung: Nimm das ehrende Wasser an, Lakshmi, Wohltäterin der Götter: heiliges Wasser der Pilgerstätten, das Verfehlungen hinwegnehmen möge.
6. Achamana – Wasser zum Mundspülen
Biete der Göttin mit dem Löffel sauberes Wasser zum Mundspülen an und gieße es in die Auffangschale. Es ist die Gabe an die Göttin; du trinkst dieses Wasser nicht selbst.
Rezitation
vaiṣṇavi viṣṇusaṃyukte asaṃkhyāyudhadhāriṇi |
ācamyatāṃ devapūjye varade’suramardini ||
Bedeutung: Vaishnavi, mit Vishnu Verbundene, Trägerin unzähliger Waffen, von den Göttern Verehrte: Nimm das Wasser zum Mundspülen an, Gaben Gewährende, Bezwingerin der Asuras.
7. Panchamrita-Snana – das Bad mit fünf süßen Gaben
Gieße die vorbereitete Mischung aus Milch, Joghurt, Ghee, Honig und Zucker über die Murti. Halte sie dabei sicher über der Badeschale.
Rezitation
padme pañcāmṛtaiḥ śuddhaiḥ snāpayiṣye haripriye |
varade śakti-sambhūte varadevi varapriye ||
Bedeutung: Lotusgleiche, Geliebte Haris, ich werde dich mit den reinen fünf Nektaren baden, Gaben Gewährende, aus Shakti Entstandene, vortreffliche Göttin, die Gaben liebt.
8. Snana – das klare Wasserbad
Spüle die Murti mit sauberem, wohlriechendem Badewasser ab. Tupfe sie anschließend mit dem bereitgelegten sauberen Tuch trocken. Ganga-Wasser ist die im Vers benannte Idealgestalt der Gabe.
Rezitation
gaṅgājalaṃ samānītaṃ sugandhidravyasaṃyutam |
snānārthaṃ te mayā dattaṃ gṛhāṇa parameśvari ||
Bedeutung: Ich habe Wasser der Ganga gebracht, mit duftenden Stoffen versehen. Nimm es an, höchste Herrin; ich gebe es dir für dein Bad.
9. Vastra – ein Gewand darbringen
Lege den bereitgelegten Moli-Faden als symbolisches Gewand vor die Göttin oder an die Murti. Dies ist der Gewandfaden, nicht der später angelegte Vrata-Faden.
Rezitation
rajatādrisamaṃ divyaṃ kṣīrasāgarasannibham |
candraprabhāsamaṃ devi vastraṃ te pradadāmyaham ||
Bedeutung: Göttin, ich gebe dir ein himmlisches Gewand: wie ein silberner Berg, dem Milchozean ähnlich, dem Glanz des Mondes gleich.
10. Kanthasutra – Halsschmuck
Lege die vorbereitete Halskette oder den Mangala-Schmuck an beziehungsweise vor die Murti.
Rezitation
māṅgalyamaṇisaṃyuktaṃ muktāphalasamanvitam |
dattaṃ maṃgalasūtraṃ te gṛhāṇa suravallabhe ||
Bedeutung: Geliebte der Götter, nimm die dir gegebene glückverheißende Halskette an, mit Segensperlen und Perlen geschmückt.
11. Abharana – weitere Schmuckgaben
Bringe den weiteren bereitgelegten Schmuck dar. Der Vers beschreibt die Gabe in ihrer kostbaren Idealgestalt.
Rezitation
suvarṇabhūṣitaṃ divyaṃ nānāratnasuśobhitam |
trailokyabhūṣite devi gṛhāṇābharaṇaṃ śubham ||
Bedeutung: Göttin, Schmuck der drei Welten, nimm diesen glückverheißenden Schmuck an, himmlisch, mit Gold verziert und mit verschiedenen Edelsteinen schön geschmückt.
12. Gandha – duftende Paste
Trage eine kleine Menge der vorbereiteten Duftpaste an der Murti auf oder lege sie in einem kleinen Gefäß vor ihr nieder.
Rezitation
raktagandhaṃ sugandhāḍhyamaṣṭagandhasamanvitam |
dāsyāmi devi varade lakṣmi devi prasīda me ||
Bedeutung: Ich gebe dir die rote, reich duftende Paste mit acht Duftstoffen, Göttin, Gaben Gewährende. Göttin Lakshmi, sei mir gnädig.
13. Saubhagya-Dravya – Zeichen des Gedeihens
Bringe Kurkuma, Kumkum, Sindur und Kajal in kleinen, getrennten Mengen dar. Sie gehören hier zur festlichen Verehrung der glückverheißenden Göttin.
Rezitation
haridrāṃ kuṅkumaṃ caiva sindūraṃ kajjalānvitam |
saubhāgyadravyasaṃyuktaṃ gṛhāṇa parameśvari ||
Bedeutung: Höchste Herrin, nimm Kurkuma und Kumkum an, Sindur zusammen mit Kajal, diese Gaben des glücklichen Gedeihens.
14. Pushpa – Blüten
Bringe die Blüten und gegebenenfalls die vorbereitete Girlande dar. Bewahre genug Blüten für die folgende Gliederverehrung und die Umkreisung zurück.
Rezitation
nānāvidhāni puṣpāṇi nānāvarṇayutāni ca |
puṣpāṇi te prayacchāmi bhaktyā devi varaprade ||
Bedeutung: Blüten verschiedener Arten und verschiedener Farben gebe ich dir mit Hingabe, Göttin, die du Gaben gewährst.
15. Anga-Puja – die Gestalt von den Füßen bis zum Haupt verehren
Halte Blüten, etwas Duftpaste und ungebrochenen Reis auf der linken Hand oder auf einem von ihr getragenen kleinen Teller. Lege mit der rechten Hand bei jeder der folgenden fünfzehn Zeilen eine kleine Gabe nahe der Murti ab. Richte die Aufmerksamkeit jeweils auf das genannte Körperglied.
| Rezitation bei der einzelnen Gabe | Bedeutung |
|---|---|
| oṃ varalakṣmyai namaḥ pādau pūjayāmi । |
1. Om, Verehrung der Gaben gewährenden Lakshmi; ich verehre die Füße. |
| oṃ kamalavāsinyai namaḥ gulphau pūjayāmi । |
2. Om, Verehrung der im Lotus Wohnenden; ich verehre die Fußgelenke. |
| oṃ padmālayāyai namaḥ jaṅghe pūjayāmi । |
3. Om, Verehrung der den Lotus als Wohnstätte Habenden; ich verehre die Unterschenkel. |
| oṃ śriyai namaḥ jānunī pūjayāmi । |
4. Om, Verehrung Shri, der Herrlichkeit; ich verehre die Knie. |
| oṃ indirāyai namaḥ ūrū pūjayāmi । |
5. Om, Verehrung Indira; ich verehre die Oberschenkel. |
| oṃ haripriyāyai namaḥ nābhiṃ pūjayāmi । |
6. Om, Verehrung der Geliebten Haris; ich verehre den Nabel. |
| oṃ lokadhātryai namaḥ tanau pūjayāmi । |
7. Om, Verehrung der Trägerin der Welt; ich verehre die leibliche Gestalt. |
| oṃ vidhātrye namaḥ kaṇṭhaṃ pūjayāmi । |
8. Om, Verehrung der Gestalterin; ich verehre den Hals. |
| oṃ dhātryai namaḥ nāsāṃ pūjayāmi । |
9. Om, Verehrung der Erhalterin; ich verehre die Nase. |
| oṃ sarasvatyai namaḥ mukhaṃ pūjayāmi । |
10. Om, Verehrung Sarasvatis; ich verehre das Gesicht. |
| oṃ padmanidhaye namaḥ netre pūjayāmi । |
11. Om, Verehrung des Lotusschatzes; ich verehre die Augen. |
| oṃ māṅgalyāyai namaḥ karṇau pūjayāmi । |
12. Om, Verehrung der Glückverheißenden; ich verehre die Ohren. |
| oṃ kṣīrasāgarajāyai namaḥ lalāṭaṃ pūjayāmi । |
13. Om, Verehrung der aus dem Milchozean Geborenen; ich verehre die Stirn. |
| oṃ śrīmahālakṣmyai namaḥ śiraḥ pūjayāmi । |
14. Om, Verehrung Shri Mahalakshmis; ich verehre das Haupt. |
| oṃ śrīmahālakṣmyai namaḥ sarvāṅgaṃ pūjayāmi ॥ |
15. Om, Verehrung Shri Mahalakshmis; ich verehre die ganze Gestalt. |
16. Dhupa – duftenden Rauch
Biete den vorbereiteten Weihrauch vor der Göttin dar und stelle das Räuchergefäß anschließend auf seiner feuerfesten Unterlage ab. Der Vers nennt ausdrücklich mit Kuhghee verbundene Räucherung.
Rezitation
dhūpaṃ dāsyāmi te devi goghṛtena samanvitam |
pratigṛhṇa mahādevi bhaktānāṃ varadapriye ||
Bedeutung: Göttin, ich gebe dir Räucherwerk, mit Kuhghee verbunden. Nimm es an, große Göttin, die den Verehrenden gern Gaben gewährt.
17. Dipa – die Lampe
Zeige der Göttin die entzündete Ghee-Lampe. Führe sie ruhig vor der Murti und stelle sie wieder sicher ab.
Rezitation
sājyaṃ ca vartisaṃyuktaṃ vahninā yojitaṃ mayā |
dīpaṃ gṛhāṇa deveśi trailokyatimirāpaham ||
Bedeutung: Herrin der Götter, nimm die Lampe mit Ghee und Docht an, die ich entzündet habe: Sie möge die Finsternis der drei Welten vertreiben.
18. Naivedya – die Mahlzeit
Stelle die vorbereiteten vegetarischen Speisen vor Lakshmi. Dazu gehört süßer Milchreis als Paramanna. Sprich den Vers und lasse einen stillen Augenblick für die innere Darbringung.
Rezitation
naivedyaṃ paramaṃ divyaṃ dṛṣṭiprītikaraṃ śubham |
bhakṣyabhojyādisaṃyuktaṃ paramānnādisaṃyutam ||
Bedeutung: Diese vortreffliche, himmlische, glückverheißende Speisegabe erfreut schon den Anblick: Sie umfasst feste und weiche Speisen und süßen Milchreis.
19. Tambula – die Gabe nach dem Essen
Lege das vorbereitete Betelblatt mit der dazugehörigen Arekanuss und Kalkgabe als Tambula auf einen eigenen kleinen Teller vor die Göttin. Diese traditionelle Ritualgabe bleibt von den zum Essen gereichten Süßspeisen getrennt.
Rezitation
nāgavallīdalairyuktaṃ cūrṇakramukasaṃyutam |
varalakṣmi gṛhāṇa tvaṃ tāmbūlaṃ pratigṛhyatām ||
Bedeutung: Varalakshmi, nimm Tambula an: mit Betelblättern versehen, zusammen mit Kalkpulver und Arekanuss. Möge diese Gabe angenommen werden.
20. Dakshina – eine kostbare Gabe
Lege die vorbereitete Dakshina vor die Göttin. Der Vers nennt Gold; eine Geldgabe ist eine ausdrücklich praktische Stellvertretung, keine Übersetzung von „Gold“. Plane schon vor Beginn, wem die Gabe anschließend zugutekommen soll.
Rezitation
suvarṇaṃ sarvadhātūnāṃ śreṣṭhaṃ devi ca tatsadā |
bhaktyā dadāmi varade svarṇavṛṣṭiṃ ca dehi me ||
Bedeutung: Göttin, Gold gilt unter allen Metallen als das vortrefflichste. Mit Hingabe gebe ich es, Gaben Gewährende; schenke mir einen Regen von Gold.
21. Nirajana – Kampferlicht
Entzünde den bereitgelegten Kampfer auf dem Arati-Teller, zeige das Licht vor der Göttin und stelle den Teller sicher ab. Dies ist die besondere Lichtdarbringung nach der Speise, zusätzlich zur Lampe in Schritt 17.
Rezitation
nīrājanaṃ sumaṅgalyaṃ karpūreṇa samanvitam |
candrārkavahnisadṛśaṃ gṛhṇa devi namo’stu te ||
Bedeutung: Nimm die glückverheißende Lichtdarbringung mit Kampfer an, Göttin, dem Mond, der Sonne und dem Feuer gleich. Verehrung sei dir.
22. Doraka-Grahana – den Vrata-Faden annehmen
Nimm jetzt den eigenen, am Altar bereitgelegten Doraka-Faden in die Hände. Sprich das Gebet, während du ihn bewusst als Zeichen des Vrata annimmst.
Rezitation
sarvamaṅgalamāṅgalye sarvapāpapraṇāśini |
dorakaṃ pratigṛhṇāmi suprītā harivallabhe ||
Bedeutung: Du Glückverheißendste unter allem Glückverheißenden, die alle Verfehlungen tilgt: Ich nehme den Vrata-Faden an. Sei mir wohlgesinnt, Geliebte Haris.
23. Doraka-Bandhana – den Faden binden
Binde den Faden am Handgelenk oder lass ihn dir von einer mitwirkenden Person binden. Rezitiere dabei selbst den folgenden Vers. Die gewählte Fassung legt weder eine Handseite noch eine Knotenzahl fest.
Rezitation
kariṣyāmi vrataṃ devi tvadbhaktastvatparāyaṇaḥ |
śriyaṃ dehi yaśo dehi saubhāgyaṃ dehi me śubhe ||
Bedeutung: Göttin, ich werde das Gelübde erfüllen, dir ergeben und ganz auf dich ausgerichtet. Gib mir Gedeihen, gib mir guten Ruf, gib mir glückliches Wohlergehen, du Glückverheißende.
24. Punar-Arghya – nochmals ehrendes Wasser
Bringe erneut sauberes Wasser dar; gib eine kleine Menge über das Haupt der Murti in die Auffangschale. Dabei Schmuck oder Gewand so halten, dass die Gabe die Figur erreicht. Tupfe die Murti und benetzten Schmuck anschließend mit einem sauberen Tuch wieder trocken.
Rezitation
kṣīrārṇavasute lakṣmi candrasya ca sahodari |
gṛhāṇārghyaṃ mahālakṣmi devi tubhyaṃ namo’stu te ||
Bedeutung: Lakshmi, Tochter des Milchozeans und Schwester des Mondes, nimm dieses Arghya an, Mahalakshmi. Göttin, Verehrung sei dir.
25. Bilvapatra – ein Bilva-Blatt
Lege das vorbereitete reine Bilva-Blatt vor die Göttin. In diesem Vers werden Lakshmi-Verehrung und der auch Shiva liebe Baum verbunden.
Rezitation
śrīvṛkṣasya dalaṃ devi mahādevapriyaṃ sadā |
bilvapatraṃ prayacchāmi pavitraṃ te sunirmalam ||
Bedeutung: Göttin, ich gebe dir dieses Blatt des Shri-Baumes, das Mahadeva stets lieb ist: ein heiliges, ganz reines Bilva-Blatt.
26. Pradakshina – ehrfürchtiges Umkreisen
Halte Blüten in den Händen und umkreise die Göttin im Uhrzeigersinn, sodass sie zu deiner Rechten bleibt. Die Quelle beschreibt auch eine sinnbildliche Umkreisung; bei einem unbeweglichen Hausaltar kannst du die zusammengelegten Hände mit den Blüten in diesem Sinn vor ihr führen. Eine feste Zahl von Umkreisungen wird hier nicht vorgeschrieben. Lege die Blüten danach ab.
Rezitation
iha janmani yatpāpaṃ mama janmāntareṣu ca |
nivāraya mahādevi lakṣmi nārāyaṇapriye ||
Bedeutung: Was ich in diesem Leben und in anderen Geburten an Verfehlungen begangen habe: Nimm es hinweg, große Göttin, Lakshmi, Geliebte Narayanas.
27. Namaskara – sich verneigen
Füge die Hände zusammen und verneige dich vor der Göttin. Sprich den Vers als Bitte um Beistand angesichts von Leid.
Rezitation
kāmodari namaste’stu namastrailokyanāyike |
harikānte namaste’stu trāhi māṃ duḥkhasāgarāt ||
Bedeutung: Kamodari, Verehrung sei dir; Verehrung, Herrin der drei Welten. Geliebte Haris, Verehrung sei dir. Rette mich aus dem Meer des Leidens.
28. Vrata-Samarpana – das Gelübde hingeben
Lege die Hände vor dem Herzen zusammen. Bringe die ganze bisherige Praxis innerlich Lakshmi dar.
Rezitation
kṣīrārṇavasamudbhūte kamale kamalālaye |
prayaccha sarvakāmāṃśca viṣṇuvakṣaḥsthalālaye ||
Bedeutung: Du aus dem Milchozean Hervorgegangene, Kamala, deren Wohnstätte der Lotus ist und die auf Vishnus Brust wohnt: Gewähre die Erfüllung der Wünsche.
29. Kshamarpana – Unvollkommenes anvertrauen
Vergegenwärtige dir die im Vers genannten königlichen Ehren: Schirm, Wedel, Schaukel, Fächer, Spiegel, Gesang, Instrumentalmusik und Tanz. Als klar gekennzeichnete praktische Ergänzung können hier vorhandener Fächer und Spiegel gezeigt und die übrigen Ehren innerlich dargebracht werden. Sprich danach das folgende vollständige Gebet.
Rezitation
chatraṃ cāmaramāndolaṃ dattvā vyajanadarpaṇe |
gītavāditranṛtyaiśca rājasammānanaistathā |
kṣamāpaye sūpacāraiḥ samabhyarcya maheśvarīm ||
yanmayā ca kṛtaṃ devi paripūrṇaṃ kuruṣva tat ||
Bedeutung: Nachdem ich Schirm, Wedel, Schaukel, Fächer und Spiegel dargebracht und die große Herrin mit Gesang, Instrumentalmusik, Tanz, königlichen Ehren und schönen Diensten verehrt habe, bitte ich um Verzeihung. Göttin, führe das, was ich getan habe, zur Vollständigkeit.
30. Prarthana – das Schlussgebet
Bleibe bei derselben inneren Haltung. Sprich die kurze Schlussbitte einmal.
Rezitation
varalakṣmi mahādevi sarvakāma-pradāyini |
yanmayā ca kṛtaṃ devi paripūrṇaṃ kuruṣva tat ||
Bedeutung: Varalakshmi, große Göttin, die du alle Wünsche erfüllst: Führe das, was ich getan habe, zur Vollständigkeit.
31. Vayana – die Festgabe darbringen
Stelle die vorbereiteten Vayana-Gaben vor die Göttin. Der Vers nennt 21 zubereitete Speisen mit Zucker und Ghee. Für die praktische Vorbereitung werden daraus 21 kleine Süßspeisenstücke je Gabenportion zusammengestellt; die Aufteilung in einzelne Stücke ist eine redaktionelle Konkretisierung. Sprich den Vers bei der Darbringung.
Rezitation
ekaviṃśatipakvānnaśarkarāghṛtasaṃyutam |
vāyanaṃ te prayacchāmi indirā prīyatāmiti |
indirā pratigṛhṇāti indirā vai dadāti ca |
indirā tārayeddvābhyām indirāyai namo namaḥ ||
Bedeutung: Ich gebe dir diese Festgabe mit 21 zubereiteten Speisen, Zucker und Ghee: Möge Indira erfreut sein. Indira nimmt an, und Indira selbst gibt. Möge Indira durch beides hinüberführen; immer wieder Verehrung der Indira. „Durch beides“ wird hier auf Geben und Empfangen bezogen; die überlieferte Formulierung bleibt offen für die rituelle Deutung.
Die letzte Zeile folgt an einer gestörten Stelle dem parallel überlieferten Sanskrittext; der genaue Nachweis steht unter „Quellen und Textfassung“.
32. Puja-Samarpana – die fünf Gaben weiterreichen
Lies zunächst die überlieferte Abschlussanweisung. Eine der fünf Vayana-Gaben bleibt als Darbringung bei der Göttin; die anderen werden mit einer Dakshina an die vier genannten menschlichen Empfänger gegeben. Sind sie nicht anwesend, lege ihre bestimmten Gaben beiseite und überreiche sie später. Die Verteilung wird vor Beginn organisiert.
Überlieferte Handlungsanweisung – keine vorgeschriebene Rezitation
pañca vāyanakānevaṃ dadyāddakṣiṇayā yutān |
viprāya cātha yataye devyai tu brahmacāriṇe |
suvāsinyai tatastvekaṃ dāpayecca yathāvidhi ||
Bedeutung: So möge man fünf Vayana-Gaben, mit einer Dakshina verbunden, geben: einem Brahmanen, einem Entsagten, der Göttin, einem Brahmacharin und sodann eine einer verheirateten Frau, nach der überlieferten Ordnung.
Die Sanskritsätze beschreiben, was mit den fünf Gaben zu tun ist. Sie müssen nicht als Mantra gesprochen werden. Für die Ausführung maßgeblich sind die tatsächliche Darbringung und Weitergabe.
Abschluss und Umgang mit den Gaben
Nach dem Weiterreichen beziehungsweise verbindlichen Bereitstellen der Gaben verneige dich noch einmal still. Die gewählte Quellenfolge endet mit dieser Puja-Samarpana; sie enthält keinen eigenen Visarjana-Vers. Die bereits verehrte, bleibende Haus-Murti bleibt an ihrem Altar. Eine neue Installations- oder Entlassungszeremonie wird dieser Fassung daher nicht hinzugedichtet.
Die folgenden Hinweise sind praktische redaktionelle Ergänzungen zum Umgang mit den Gaben: Lasse Kampfer und Räucherwerk auf ihren Unterlagen unter Aufsicht ausbrennen. Lösche die Lampe, bevor du den Altar unbeaufsichtigt lässt. Nimm die vor der Göttin dargebotenen, zum Verzehr geeigneten Speisen als Prasad an und teile sie mit der Hausgemeinschaft. Bringe die beiseitegelegten Vayana-Portionen den vorgesehenen Empfängern. Bewahre Schmuck und Gefäße für die nächste Verehrung auf. Die getrennte Tambula-Gabe wird anschließend vom Altar genommen; sie wird in dieser Hausdurchführung nicht als Speise an die Anwesenden verteilt. Das über die Murti geflossene Badewasser mit Duftstoffen wird getrennt von Trinkwasser und Speisen behandelt; reinige Schalen und Tücher anschließend. Verwelkte, unbelastete Blüten können kompostiert werden. Der Faden wird zunächst als Zeichen des Gelübdes getragen; die Hauptquelle nennt für sein späteres Ablegen keine Frist.
Bleibe für einen kurzen Moment in stiller Meditation. Spüre das Band am Handgelenk und wähle eine konkrete Handlung des Teilens: eine Mahlzeit für jemanden zubereiten, eine bereits zugesagte Gabe überreichen oder eine Person in der Familie verlässlich unterstützen. Diese Anregung führt die Symbolik des Vayana in den Alltag weiter; sie ersetzt keine der überlieferten Festgaben.
Zusammenhängender Rezitationsteil
Dieser Teil enthält alle tatsächlich verwendeten Texte noch einmal in derselben Reihenfolge. Er ist zum gesonderten Lesen und Üben bestimmt. Während der Durchführung werden die Texte nicht ein zweites Mal gesprochen. Nummer 32 wird jeweils als Handlungsanweisung wiedergegeben, nicht als zusätzliches Mantra.
IAST
1. Dhyana – die Göttin betrachten
kṣīrasāgara-saṃbhūtāṃ kṣīravarṇa-samaprabhām |
kṣīravarṇasamaṃ vastraṃ dadhānāṃ harivallabhām ||
2. Avahana – die Gegenwart anrufen
brāhmī haṃsasamārūḍhā dhāriṇyakṣakamaṇḍalū |
viṣṇutejo’dhikā devī sā māṃ pātu varapradā ||
3. Asana – einen Sitz anbieten
maheśvari mahādevi āsanaṃ te dadāmyaham |
mahaiśvaryasamāyuktaṃ brahmāṇi brahmaṇaḥ priye ||
4. Padya – Wasser für die Füße
kumāraśaktisampanne kaumāri śikhivāhane |
pādyaṃ dadāmyahaṃ devi varade varalakṣaṇe ||
5. Arghya – ehrendes Wasser
tīrthodakairmahaddivyaiḥ pāpasaṃhārakārakaiḥ |
arghyaṃ gṛhāṇa bho lakṣmi devānāmupakāriṇi ||
6. Achamana – Wasser zum Mundspülen
vaiṣṇavi viṣṇusaṃyukte asaṃkhyāyudhadhāriṇi |
ācamyatāṃ devapūjye varade’suramardini ||
7. Panchamrita-Snana – das Bad mit fünf süßen Gaben
padme pañcāmṛtaiḥ śuddhaiḥ snāpayiṣye haripriye |
varade śakti-sambhūte varadevi varapriye ||
8. Snana – das klare Wasserbad
gaṅgājalaṃ samānītaṃ sugandhidravyasaṃyutam |
snānārthaṃ te mayā dattaṃ gṛhāṇa parameśvari ||
9. Vastra – ein Gewand darbringen
rajatādrisamaṃ divyaṃ kṣīrasāgarasannibham |
candraprabhāsamaṃ devi vastraṃ te pradadāmyaham ||
10. Kanthasutra – Halsschmuck
māṅgalyamaṇisaṃyuktaṃ muktāphalasamanvitam |
dattaṃ maṃgalasūtraṃ te gṛhāṇa suravallabhe ||
11. Abharana – weitere Schmuckgaben
suvarṇabhūṣitaṃ divyaṃ nānāratnasuśobhitam |
trailokyabhūṣite devi gṛhāṇābharaṇaṃ śubham ||
12. Gandha – duftende Paste
raktagandhaṃ sugandhāḍhyamaṣṭagandhasamanvitam |
dāsyāmi devi varade lakṣmi devi prasīda me ||
13. Saubhagya-Dravya – Zeichen des Gedeihens
haridrāṃ kuṅkumaṃ caiva sindūraṃ kajjalānvitam |
saubhāgyadravyasaṃyuktaṃ gṛhāṇa parameśvari ||
14. Pushpa – Blüten
nānāvidhāni puṣpāṇi nānāvarṇayutāni ca |
puṣpāṇi te prayacchāmi bhaktyā devi varaprade ||
15. Anga-Puja – die Gestalt von den Füßen bis zum Haupt verehren
oṃ varalakṣmyai namaḥ pādau pūjayāmi |
oṃ kamalavāsinyai namaḥ gulphau pūjayāmi |
oṃ padmālayāyai namaḥ jaṅghe pūjayāmi |
oṃ śriyai namaḥ jānunī pūjayāmi |
oṃ indirāyai namaḥ ūrū pūjayāmi |
oṃ haripriyāyai namaḥ nābhiṃ pūjayāmi |
oṃ lokadhātryai namaḥ tanau pūjayāmi |
oṃ vidhātrye namaḥ kaṇṭhaṃ pūjayāmi |
oṃ dhātryai namaḥ nāsāṃ pūjayāmi |
oṃ sarasvatyai namaḥ mukhaṃ pūjayāmi |
oṃ padmanidhaye namaḥ netre pūjayāmi |
oṃ māṅgalyāyai namaḥ karṇau pūjayāmi |
oṃ kṣīrasāgarajāyai namaḥ lalāṭaṃ pūjayāmi |
oṃ śrīmahālakṣmyai namaḥ śiraḥ pūjayāmi |
oṃ śrīmahālakṣmyai namaḥ sarvāṅgaṃ pūjayāmi ||
16. Dhupa – duftenden Rauch
dhūpaṃ dāsyāmi te devi goghṛtena samanvitam |
pratigṛhṇa mahādevi bhaktānāṃ varadapriye ||
17. Dipa – die Lampe
sājyaṃ ca vartisaṃyuktaṃ vahninā yojitaṃ mayā |
dīpaṃ gṛhāṇa deveśi trailokyatimirāpaham ||
18. Naivedya – die Mahlzeit
naivedyaṃ paramaṃ divyaṃ dṛṣṭiprītikaraṃ śubham |
bhakṣyabhojyādisaṃyuktaṃ paramānnādisaṃyutam ||
19. Tambula – die Gabe nach dem Essen
nāgavallīdalairyuktaṃ cūrṇakramukasaṃyutam |
varalakṣmi gṛhāṇa tvaṃ tāmbūlaṃ pratigṛhyatām ||
20. Dakshina – eine kostbare Gabe
suvarṇaṃ sarvadhātūnāṃ śreṣṭhaṃ devi ca tatsadā |
bhaktyā dadāmi varade svarṇavṛṣṭiṃ ca dehi me ||
21. Nirajana – Kampferlicht
nīrājanaṃ sumaṅgalyaṃ karpūreṇa samanvitam |
candrārkavahnisadṛśaṃ gṛhṇa devi namo’stu te ||
22. Doraka-Grahana – den Vrata-Faden annehmen
sarvamaṅgalamāṅgalye sarvapāpapraṇāśini |
dorakaṃ pratigṛhṇāmi suprītā harivallabhe ||
23. Doraka-Bandhana – den Faden binden
kariṣyāmi vrataṃ devi tvadbhaktastvatparāyaṇaḥ |
śriyaṃ dehi yaśo dehi saubhāgyaṃ dehi me śubhe ||
24. Punar-Arghya – nochmals ehrendes Wasser
kṣīrārṇavasute lakṣmi candrasya ca sahodari |
gṛhāṇārghyaṃ mahālakṣmi devi tubhyaṃ namo’stu te ||
25. Bilvapatra – ein Bilva-Blatt
śrīvṛkṣasya dalaṃ devi mahādevapriyaṃ sadā |
bilvapatraṃ prayacchāmi pavitraṃ te sunirmalam ||
26. Pradakshina – ehrfürchtiges Umkreisen
iha janmani yatpāpaṃ mama janmāntareṣu ca |
nivāraya mahādevi lakṣmi nārāyaṇapriye ||
27. Namaskara – sich verneigen
kāmodari namaste’stu namastrailokyanāyike |
harikānte namaste’stu trāhi māṃ duḥkhasāgarāt ||
28. Vrata-Samarpana – das Gelübde hingeben
kṣīrārṇavasamudbhūte kamale kamalālaye |
prayaccha sarvakāmāṃśca viṣṇuvakṣaḥsthalālaye ||
29. Kshamarpana – Unvollkommenes anvertrauen
chatraṃ cāmaramāndolaṃ dattvā vyajanadarpaṇe |
gītavāditranṛtyaiśca rājasammānanaistathā |
kṣamāpaye sūpacāraiḥ samabhyarcya maheśvarīm ||
yanmayā ca kṛtaṃ devi paripūrṇaṃ kuruṣva tat ||
30. Prarthana – das Schlussgebet
varalakṣmi mahādevi sarvakāma-pradāyini |
yanmayā ca kṛtaṃ devi paripūrṇaṃ kuruṣva tat ||
31. Vayana – die Festgabe darbringen
ekaviṃśatipakvānnaśarkarāghṛtasaṃyutam |
vāyanaṃ te prayacchāmi indirā prīyatāmiti |
indirā pratigṛhṇāti indirā vai dadāti ca |
indirā tārayeddvābhyām indirāyai namo namaḥ ||
32. Puja-Samarpana – die fünf Gaben weiterreichen – Quellenanweisung, nicht Pflichtrezitation
pañca vāyanakānevaṃ dadyāddakṣiṇayā yutān |
viprāya cātha yataye devyai tu brahmacāriṇe |
suvāsinyai tatastvekaṃ dāpayecca yathāvidhi ||
Devanagari
1. Dhyana – die Göttin betrachten
क्षीरसागर-संभूतां क्षीरवर्ण-समप्रभाम्।
क्षीरवर्णसमं वस्त्रं दधानां हरिवल्लभाम्॥
2. Avahana – die Gegenwart anrufen
ब्राह्मी हंससमारूढा धारिण्यक्षकमण्डलू।
विष्णुतेजोऽधिका देवी सा मां पातु वरप्रदा॥
3. Asana – einen Sitz anbieten
महेश्वरि महादेवि आसनं ते ददाम्यहम्।
महैश्वर्यसमायुक्तं ब्रह्माणि ब्रह्मणः प्रिये॥
4. Padya – Wasser für die Füße
कुमारशक्तिसम्पन्ने कौमारि शिखिवाहने।
पाद्यं ददाम्यहं देवि वरदे वरलक्षणे॥
5. Arghya – ehrendes Wasser
तीर्थोदकैर्महद्दिव्यैः पापसंहारकारकैः।
अर्घ्यं गृहाण भो लक्ष्मि देवानामुपकारिणि॥
6. Achamana – Wasser zum Mundspülen
वैष्णवि विष्णुसंयुक्ते असंख्यायुधधारिणि।
आचम्यतां देवपूज्ये वरदेऽसुरमर्दिनि॥
7. Panchamrita-Snana – das Bad mit fünf süßen Gaben
पद्मे पञ्चामृतैः शुद्धैः स्नापयिष्ये हरिप्रिये।
वरदे शक्ति-सम्भूते वरदेवि वरप्रिये॥
8. Snana – das klare Wasserbad
गङ्गाजलं समानीतं सुगन्धिद्रव्यसंयुतम्।
स्नानार्थं ते मया दत्तं गृहाण परमेश्वरि॥
9. Vastra – ein Gewand darbringen
रजताद्रिसमं दिव्यं क्षीरसागरसन्निभम्।
चन्द्रप्रभासमं देवि वस्त्रं ते प्रददाम्यहम्॥
10. Kanthasutra – Halsschmuck
माङ्गल्यमणिसंयुक्तं मुक्ताफलसमन्वितम्।
दत्तं मंगलसूत्रं ते गृहाण सुरवल्लभे॥
11. Abharana – weitere Schmuckgaben
सुवर्णभूषितं दिव्यं नानारत्नसुशोभितम्।
त्रैलोक्यभूषिते देवि गृहाणाभरणं शुभम्॥
12. Gandha – duftende Paste
रक्तगन्धं सुगन्धाढ्यमष्टगन्धसमन्वितम्।
दास्यामि देवि वरदे लक्ष्मि देवि प्रसीद मे॥
13. Saubhagya-Dravya – Zeichen des Gedeihens
हरिद्रां कुङ्कुमं चैव सिन्दूरं कज्जलान्वितम्।
सौभाग्यद्रव्यसंयुक्तं गृहाण परमेश्वरि॥
14. Pushpa – Blüten
नानाविधानि पुष्पाणि नानावर्णयुतानि च।
पुष्पाणि ते प्रयच्छामि भक्त्या देवि वरप्रदे॥
15. Anga-Puja – die Gestalt von den Füßen bis zum Haupt verehren
ॐ वरलक्ष्म्यै नमः पादौ पूजयामि।
ॐ कमलवासिन्यै नमः गुल्फौ पूजयामि।
ॐ पद्मालयायै नमः जङ्घे पूजयामि।
ॐ श्रियै नमः जानुनी पूजयामि।
ॐ इन्दिरायै नमः ऊरू पूजयामि।
ॐ हरिप्रियायै नमः नाभिं पूजयामि।
ॐ लोकधात्र्यै नमः तनौ पूजयामि।
ॐ विधात्र्ये नमः कण्ठं पूजयामि।
ॐ धात्र्यै नमः नासां पूजयामि।
ॐ सरस्वत्यै नमः मुखं पूजयामि।
ॐ पद्मनिधये नमः नेत्रे पूजयामि।
ॐ माङ्गल्यायै नमः कर्णौ पूजयामि।
ॐ क्षीरसागरजायै नमः ललाटं पूजयामि।
ॐ श्रीमहालक्ष्म्यै नमः शिरः पूजयामि।
ॐ श्रीमहालक्ष्म्यै नमः सर्वाङ्गं पूजयामि॥
16. Dhupa – duftenden Rauch
धूपं दास्यामि ते देवि गोघृतेन समन्वितम्।
प्रतिगृह्ण महादेवि भक्तानां वरदप्रिये॥
17. Dipa – die Lampe
साज्यं च वर्तिसंयुक्तं वह्निना योजितं मया।
दीपं गृहाण देवेशि त्रैलोक्यतिमिरापहम्॥
18. Naivedya – die Mahlzeit
नैवेद्यं परमं दिव्यं दृष्टिप्रीतिकरं शुभम्।
भक्ष्यभोज्यादिसंयुक्तं परमान्नादिसंयुतम्॥
19. Tambula – die Gabe nach dem Essen
नागवल्लीदलैर्युक्तं चूर्णक्रमुकसंयुतम्।
वरलक्ष्मि गृहाण त्वं ताम्बूलं प्रतिगृह्यताम्॥
20. Dakshina – eine kostbare Gabe
सुवर्णं सर्वधातूनां श्रेष्ठं देवि च तत्सदा।
भक्त्या ददामि वरदे स्वर्णवृष्टिं च देहि मे॥
21. Nirajana – Kampferlicht
नीराजनं सुमङ्गल्यं कर्पूरेण समन्वितम्।
चन्द्रार्कवह्निसदृशं गृह्ण देवि नमोऽस्तु ते॥
22. Doraka-Grahana – den Vrata-Faden annehmen
सर्वमङ्गलमाङ्गल्ये सर्वपापप्रणाशिनि।
दोरकं प्रतिगृह्णामि सुप्रीता हरिवल्लभे॥
23. Doraka-Bandhana – den Faden binden
करिष्यामि व्रतं देवि त्वद्भक्तस्त्वत्परायणः।
श्रियं देहि यशो देहि सौभाग्यं देहि मे शुभे॥
24. Punar-Arghya – nochmals ehrendes Wasser
क्षीरार्णवसुते लक्ष्मि चन्द्रस्य च सहोदरि।
गृहाणार्घ्यं महालक्ष्मि देवि तुभ्यं नमोऽस्तु ते॥
25. Bilvapatra – ein Bilva-Blatt
श्रीवृक्षस्य दलं देवि महादेवप्रियं सदा।
बिल्वपत्रं प्रयच्छामि पवित्रं ते सुनिर्मलम्॥
26. Pradakshina – ehrfürchtiges Umkreisen
इह जन्मनि यत्पापं मम जन्मान्तरेषु च।
निवारय महादेवि लक्ष्मि नारायणप्रिये॥
27. Namaskara – sich verneigen
कामोदरि नमस्तेऽस्तु नमस्त्रैलोक्यनायिके।
हरिकान्ते नमस्तेऽस्तु त्राहि मां दुःखसागरात्॥
28. Vrata-Samarpana – das Gelübde hingeben
क्षीरार्णवसमुद्भूते कमले कमलालये।
प्रयच्छ सर्वकामांश्च विष्णुवक्षःस्थलालये॥
29. Kshamarpana – Unvollkommenes anvertrauen
छत्रं चामरमान्दोलं दत्त्वा व्यजनदर्पणे।
गीतवादित्रनृत्यैश्च राजसम्माननैस्तथा।
क्षमापये सूपचारैः समभ्यर्च्य महेश्वरीम्॥
यन्मया च कृतं देवि परिपूर्णं कुरुष्व तत्॥
30. Prarthana – das Schlussgebet
वरलक्ष्मि महादेवि सर्वकाम-प्रदायिनि।
यन्मया च कृतं देवि परिपूर्णं कुरुष्व तत्॥
31. Vayana – die Festgabe darbringen
एकविंशतिपक्वान्नशर्कराघृतसंयुतम्।
वायनं ते प्रयच्छामि इन्दिरा प्रीयतामिति।
इन्दिरा प्रतिगृह्णाति इन्दिरा वै ददाति च।
इन्दिरा तारयेद् द्वाभ्याम् इन्दिरायै नमो नमः॥
32. Puja-Samarpana – die fünf Gaben weiterreichen – Quellenanweisung, nicht Pflichtrezitation
पञ्च वायनकानेवं दद्याद्दक्षिणया युतान्।
विप्राय चाथ यतये देव्यै तु ब्रह्मचारिणे।
सुवासिन्यै ततस्त्वेकं दापयेच्च यथाविधि॥
Deutsche Bedeutung in der Reihenfolge der Texte
1. Dhyana – die Göttin betrachten
Ich betrachte die aus dem Milchozean Hervorgegangene, deren Glanz seiner milchweißen Farbe gleicht, die ein ebenso weißes Gewand trägt und Hari lieb ist.
2. Avahana – die Gegenwart anrufen
Brahmi, auf dem Schwan sitzend, Gebetskette und Wassergefäß tragend, die Göttin von überragendem Vishnu-Glanz: Möge sie, die Gaben Gewährende, mich beschützen.
3. Asana – einen Sitz anbieten
Große Herrin, große Göttin, ich gebe dir diesen mit großer Herrlichkeit ausgestatteten Sitz, Brahmani, Geliebte Brahmas.
4. Padya – Wasser für die Füße
Du von Kumaras Kraft Erfüllte, Kaumari, deren Reittier der Pfau ist: Ich gebe dir Wasser für die Füße, Göttin, Gaben Gewährende mit vortrefflichen Merkmalen.
5. Arghya – ehrendes Wasser
Nimm das ehrende Wasser an, Lakshmi, Wohltäterin der Götter: heiliges Wasser der Pilgerstätten, das Verfehlungen hinwegnehmen möge.
6. Achamana – Wasser zum Mundspülen
Vaishnavi, mit Vishnu Verbundene, Trägerin unzähliger Waffen, von den Göttern Verehrte: Nimm das Wasser zum Mundspülen an, Gaben Gewährende, Bezwingerin der Asuras.
7. Panchamrita-Snana – das Bad mit fünf süßen Gaben
Lotusgleiche, Geliebte Haris, ich werde dich mit den reinen fünf Nektaren baden, Gaben Gewährende, aus Shakti Entstandene, vortreffliche Göttin, die Gaben liebt.
8. Snana – das klare Wasserbad
Ich habe Wasser der Ganga gebracht, mit duftenden Stoffen versehen. Nimm es an, höchste Herrin; ich gebe es dir für dein Bad.
9. Vastra – ein Gewand darbringen
Göttin, ich gebe dir ein himmlisches Gewand: wie ein silberner Berg, dem Milchozean ähnlich, dem Glanz des Mondes gleich.
10. Kanthasutra – Halsschmuck
Geliebte der Götter, nimm die dir gegebene glückverheißende Halskette an, mit Segensperlen und Perlen geschmückt.
11. Abharana – weitere Schmuckgaben
Göttin, Schmuck der drei Welten, nimm diesen glückverheißenden Schmuck an, himmlisch, mit Gold verziert und mit verschiedenen Edelsteinen schön geschmückt.
12. Gandha – duftende Paste
Ich gebe dir die rote, reich duftende Paste mit acht Duftstoffen, Göttin, Gaben Gewährende. Göttin Lakshmi, sei mir gnädig.
13. Saubhagya-Dravya – Zeichen des Gedeihens
Höchste Herrin, nimm Kurkuma und Kumkum an, Sindur zusammen mit Kajal, diese Gaben des glücklichen Gedeihens.
14. Pushpa – Blüten
Blüten verschiedener Arten und verschiedener Farben gebe ich dir mit Hingabe, Göttin, die du Gaben gewährst.
15. Anga-Puja – die Gestalt von den Füßen bis zum Haupt verehren
1. Om, Verehrung der Gaben gewährenden Lakshmi; ich verehre die Füße.
2. Om, Verehrung der im Lotus Wohnenden; ich verehre die Fußgelenke.
3. Om, Verehrung der den Lotus als Wohnstätte Habenden; ich verehre die Unterschenkel.
4. Om, Verehrung Shri, der Herrlichkeit; ich verehre die Knie.
5. Om, Verehrung Indira; ich verehre die Oberschenkel.
6. Om, Verehrung der Geliebten Haris; ich verehre den Nabel.
7. Om, Verehrung der Trägerin der Welt; ich verehre die leibliche Gestalt.
8. Om, Verehrung der Gestalterin; ich verehre den Hals.
9. Om, Verehrung der Erhalterin; ich verehre die Nase.
10. Om, Verehrung Sarasvatis; ich verehre das Gesicht.
11. Om, Verehrung des Lotusschatzes; ich verehre die Augen.
12. Om, Verehrung der Glückverheißenden; ich verehre die Ohren.
13. Om, Verehrung der aus dem Milchozean Geborenen; ich verehre die Stirn.
14. Om, Verehrung Shri Mahalakshmis; ich verehre das Haupt.
15. Om, Verehrung Shri Mahalakshmis; ich verehre die ganze Gestalt.
16. Dhupa – duftenden Rauch
Göttin, ich gebe dir Räucherwerk, mit Kuhghee verbunden. Nimm es an, große Göttin, die den Verehrenden gern Gaben gewährt.
17. Dipa – die Lampe
Herrin der Götter, nimm die Lampe mit Ghee und Docht an, die ich entzündet habe: Sie möge die Finsternis der drei Welten vertreiben.
18. Naivedya – die Mahlzeit
Diese vortreffliche, himmlische, glückverheißende Speisegabe erfreut schon den Anblick: Sie umfasst feste und weiche Speisen und süßen Milchreis.
19. Tambula – die Gabe nach dem Essen
Varalakshmi, nimm Tambula an: mit Betelblättern versehen, zusammen mit Kalkpulver und Arekanuss. Möge diese Gabe angenommen werden.
20. Dakshina – eine kostbare Gabe
Göttin, Gold gilt unter allen Metallen als das vortrefflichste. Mit Hingabe gebe ich es, Gaben Gewährende; schenke mir einen Regen von Gold.
21. Nirajana – Kampferlicht
Nimm die glückverheißende Lichtdarbringung mit Kampfer an, Göttin, dem Mond, der Sonne und dem Feuer gleich. Verehrung sei dir.
22. Doraka-Grahana – den Vrata-Faden annehmen
Du Glückverheißendste unter allem Glückverheißenden, die alle Verfehlungen tilgt: Ich nehme den Vrata-Faden an. Sei mir wohlgesinnt, Geliebte Haris.
23. Doraka-Bandhana – den Faden binden
Göttin, ich werde das Gelübde erfüllen, dir ergeben und ganz auf dich ausgerichtet. Gib mir Gedeihen, gib mir guten Ruf, gib mir glückliches Wohlergehen, du Glückverheißende.
24. Punar-Arghya – nochmals ehrendes Wasser
Lakshmi, Tochter des Milchozeans und Schwester des Mondes, nimm dieses Arghya an, Mahalakshmi. Göttin, Verehrung sei dir.
25. Bilvapatra – ein Bilva-Blatt
Göttin, ich gebe dir dieses Blatt des Shri-Baumes, das Mahadeva stets lieb ist: ein heiliges, ganz reines Bilva-Blatt.
26. Pradakshina – ehrfürchtiges Umkreisen
Was ich in diesem Leben und in anderen Geburten an Verfehlungen begangen habe: Nimm es hinweg, große Göttin, Lakshmi, Geliebte Narayanas.
27. Namaskara – sich verneigen
Kamodari, Verehrung sei dir; Verehrung, Herrin der drei Welten. Geliebte Haris, Verehrung sei dir. Rette mich aus dem Meer des Leidens.
28. Vrata-Samarpana – das Gelübde hingeben
Du aus dem Milchozean Hervorgegangene, Kamala, deren Wohnstätte der Lotus ist und die auf Vishnus Brust wohnt: Gewähre die Erfüllung der Wünsche.
29. Kshamarpana – Unvollkommenes anvertrauen
Nachdem ich Schirm, Wedel, Schaukel, Fächer und Spiegel dargebracht und die große Herrin mit Gesang, Instrumentalmusik, Tanz, königlichen Ehren und schönen Diensten verehrt habe, bitte ich um Verzeihung. Göttin, führe das, was ich getan habe, zur Vollständigkeit.
30. Prarthana – das Schlussgebet
Varalakshmi, große Göttin, die du alle Wünsche erfüllst: Führe das, was ich getan habe, zur Vollständigkeit.
31. Vayana – die Festgabe darbringen
Ich gebe dir diese Festgabe mit 21 zubereiteten Speisen, Zucker und Ghee: Möge Indira erfreut sein. Indira nimmt an, und Indira selbst gibt. Möge Indira durch beides hinüberführen; immer wieder Verehrung der Indira. „Durch beides“ wird hier auf Geben und Empfangen bezogen; die überlieferte Formulierung bleibt offen für die rituelle Deutung.
32. Puja-Samarpana – die fünf Gaben weiterreichen – Quellenanweisung, nicht Pflichtrezitation
So möge man fünf Vayana-Gaben, mit einer Dakshina verbunden, geben: einem Brahmanen, einem Entsagten, der Göttin, einem Brahmacharin und sodann eine einer verheirateten Frau, nach der überlieferten Ordnung.
Quellen und Textfassung
Die Hauptfolge einschließlich ihrer Anrufungen, Gaben und Reihenfolge stammt aus der 32-teiligen Varalakshmi-Puja von Drik Panchang. Die allgemeine Materialseite desselben Anbieters wurde ergänzend geprüft; sie ersetzt die aus jedem Ritualschritt abgeleitete Vorbereitung nicht.[3] Die deutschsprachigen Anleitungen und Übersetzungen wurden eigenständig formuliert.
Eine einzelne Textlesung wurde mit einem Parallelzeugen abgeglichen: In Schritt 31 steht bei Drik Panchang die gestörte Form „tārakobhābhyām“. Hier wird „tārayed dvābhyām“ nach Puja-Vidhanam, gedruckte Seite 279, PDF-Seite 292, und der gleichlautenden öffentlichen Ausgabe von Stotra Samhita gelesen. Die Devanagari-Fassung wurde entsprechend angeglichen.[4] Diese textliche Klärung übernimmt keine anderen Ritualbestandteile der abweichenden Puja-Vidhanam-Fassung.
Die auffälligen Formen „tanau pūjayāmi“ und „vidhātrye“ in der Gliederverehrung sowie „kāmodari“ im Verneigungsvers bleiben als Lesungen der Hauptquelle erhalten; ihre deutsche Wiedergabe erschließt den gemeinten Verehrungszusammenhang. Der Fadenvers steht dort grammatisch in männlicher Form. Eine vollständige kritische Edition der Sanskritüberlieferung ist mit dieser praktischen Ausarbeitung nicht verbunden.
- ↑ Drik Panchang: Varalakshmi Vratam, Abschnitte „About Varalakshmi Vrat“ und „Varalakshmi Puja Vidhi“, abgerufen am 8. Oktober 2026.
- ↑ Drik Panchang: Varalakshmi Puja Vidhi, vollständige Folge 1–32, abgerufen am 8. Oktober 2026. Die traditionellen Sanskritverse sind hier in IAST übertragen und eigenständig ins Deutsche übersetzt.
- ↑ Drik Panchang: Varalakshmi Puja Samagri, abgerufen am 8. Oktober 2026.
- ↑ Stotra Samhita: Shri-Varamahalakshmi-Puja, Abschnitt „Upayana-Danam“; zugleich Puja-Vidhanam, Nutzer-PDF, S. 279. Die PDF-Seite wurde am Originalbild kontrolliert.
Ergänzende Videos
Sukadev erklärt die kleine Lakshmi Puja der Yoga-Vidya-Tradition. Sie bietet eine ergänzende Einführung in die äußeren Gaben; ihr Ablauf unterscheidet sich vom hier beschriebenen Varalakshmi Vrata.
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