Avadhuta Gita

Aus Yogawiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Avadhuta Gita (Sanskrit Devanagari: अवधूत गीता, IAST:Avadhūta Gītā), wörtlich "Gesang" (Gita) eines Unbekleideten (Avadhuta), ist eine der wichtigsten Schriften des Advaita Vedanta. Die Avadhuta Gita ist eine Unterhaltung zwischen dem Weisen Dattatreya und Skanda. Die Avadhuta Gita bringt die höchste Verwirklichungsstufen eines Jivanmukta, eines lebendig Befreiten, zum Audruck. Die Avadhuta Gita wendet sich an die am weitesten fortgeschrittenen, spirituellen Aspiranten, die ihre Herzen mit der Praxis der ethischen Disziplinen wie Yama, Niyama und Sadhana Chatushtaya gereinigt haben. Es wird angenommen, dass die Avadhuta Gita vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert n.Chr. geschrieben wurde.

Dattatreya

Essenz der Avadhuta Gita

Swami Sivananda schreibt in seinem Buch "Sarva Gita Sara" Divine Life Society über die Essenz der Avadhuta Gita wie folgt:

Nur das nonduale Brahman allein existiert. Die Welt existiert nicht in den drei Zeitperioden. Das ganze Universum ist Brahman allein. Es gibt weder Evolution noch Involution, weder Schöpfung noch Zerstörung. Brahman allein, der Absolute, existiert. Darin besteht die Essenz der Avadhuta Gita.

Die wichtigsten Verse der Avadhuta Gita

Swami Sivananda erachtete die folgenden Verse als die wichtigsten der Avadhuta Gita und schloss sie deshalb ein in seinem Werk Sarvagita Sara.


1. Die Weisen haben nur aufgrund der Gnade Gottes (Ishvara) eine Neigung für die advaitische Sichtweise, denn Er ist der Erlöser von aller Furcht.

2. Wie kann ich dieses ungeteilte, selige, unverderbliche und formlose Selbst, welches die gesamte Welt im Selbst durch das Selbst erfüllt, grüßen?

3. Das gesamte Universum, bestehend aus den fünf Elementen, ist wie das Wasser einer Fata Morgana – wen sollte ich dann also grüßen? Ich allein existiere – das fleckenlose Eine.

4. Der eine Atman ist all dieses hier – da gibt es weder Unterschied noch Nicht-Unterschied. Wie könnte ich dann behaupten, dass es da ein Sein oder ein Nicht-Sein gäbe? Dies alles ist einfach nur ein Wunder für mich!

5. Darin bestehen die Summe und die Essenz des ganzen Vedanta, darin bestehen Erkenntnis und Weisheit: „Ich bin der Atman, der seiner Naur nach formlos und alldurchdringend ist.“

6. Es besteht kein Zweifel daran, dass Ich das alles beinhaltende, göttliche Wesen bin – unteilbar und wie der Raum, rein von Natur aus und ewiglich heilig.

7. Ich allein bin unvergänglich, unendlich und die Form reinen Bewusstsein. Ich kenne weder Freude noch Schmerz oder wie diese jemanden zu beeinträchtigen vermögen.

8. Für mich gibt es keine Aktion des Geistes – weder gute noch schlechte, keine Handlung des Körpers – weder gute noch schlechte, keine Rede – weder gute noch schlechte. Ich bin die Essenz der Erkenntnis – rein und jenseits der Reichweite der Sinne.

9. Der Geist ist frei wie der Raum – der Geist ist alldurchdringend. Der Geist ist gewaltig. Der Geist ist alles. Und doch ist dieser Geist nicht die höchste Wahrheit.

10. Ich, der Eine, bin dies alles – ungebunden durch den Raum und ohne Unterschied (oder Makel). Wie könnte ich den Atman als sichtbar oder auf andere Weise existierend ansehen?

11. Du allein bist der Eine, der Einheitliche, der Unvergängliche – wohnend im Sein aller Wesen. Weshalb weißt du dies nicht? Du bist auf ewig verzückt und ungeteilt. Weshalb denkst du dann noch, dass es Tag und Nacht gäbe?

12. Vergiss niemals, dass der Atman absolut ist und überall als derselbe existiert. Ich bin der Meditierende und das höchste Objekt der Meditation – wie könnte wohl das Unteilbare geteilt werden?

13. Du bist weder geboren noch gestorben – zu keiner Zeit hast du einen Körper. Wisse, daß alles Brahman ist. Dies erklären die Shrutis auf vielfältige Art und Weise.

14. Du bist innen wie außen, du bist immer selig und an allen Orten. Weshalb lässt du dich täuschen und läufst wie ein Gespenst hin und her?

15. Weder Einheit noch Getrenntheit existieren – weder für dich noch für mich. Du bist ein Nichts, ich bin ein Nichts, die Welt ist ein Nichts – alles ist nur der Atman.

16. Du bist weder die fünf Prinzipien des Klanges, etc. noch hast du etwas mit ihnen zu tun. Du allein bist die höchste Wirklichkeit. Weshalb empfindest du dann noch Trauer?

17. Du bist ohne Geburt, ohne Tod, ohne Geist. Du hast keine Bindung, keine Befreiung, nichts Gutes nichts Schlechtes. Weshalb weinst du dann, oh liebes Kind: Du hast weder Namen noch Form noch besitze ich dies.

18. Oh Geist! Weshalb eilst du Verwirrter wie ein Teufel umher? Erkenne doch den Atman, der ohne Unterscheidung ist! Sei glücklich, indem du den Wünschen entsagst.

19. Du allein bist die Wahrheit, die frei von allen Modifikationen ist, unveränderlich, der Eine, die Form der höchsten Befreiung. Für dich gibt es weder Leidenschaft noch Leidenschaftslosigkeit. Weshalb grämst du dich wegen der Wünsche?

20. Alle heiligen Schriften sprechen von der einen Wahrheit, die eigenschaftslos, rein, unzerstörbar, körperlos und gleichmütig ist. Wisse, dass diese Wahrheit Ich selbst bin – es gibt darüber keinen Zweifel.

21. Wisse, dass das, was Form hat, unwirklich ist – kenne daher das ungeteilte, formlose Eine. Nach der Unterweisung in dieser Wahrheit gibt es kein Wandern im Samsara mehr.

22. Die Weisen erklären, dass es nur die eine einheitliche Wirklichkeit gibt. Sobald du Verlangen und mentale Aktion aufgegeben hast, schwindet die Vielfalt.

23. Wenn der Atman dual ist, wie kann es Samadhi geben? Wie kann es wiederum Samadhi geben, wenn der Atman nichtdual ist? Wie kann es außerdem Samadhi geben, wenn es weder Existenz noch Nicht-Existenz gibt, wenn es da nur das Eine, das Alles – die Form der Freiheit selbst gibt?

24. Du bist die einheitliche, reine Wahrheit. Du bist jenseits des Körpers, du bist ungeboren und unvergänglich – wie kannst du noch behaupten, du würdest den Atman kennen oder nicht kennen?

25. Sätze wie „Tat Tvam Asi“ (Das bist Du) verkünden den Atman, während Worte wie „neti, neti“ (nicht dies, nicht dies) feststellen, dass die Welt unwirklich ist.

26. Du erfüllst das gesamte Sein ohne jede Getrenntheit. Du bist das Selbst innerhalb des Selbst. Du bist jenseits der Meditation. Du bist nicht der Meditierende; du besitzt keinen Geist – schämst du dich nicht, dass du sogar dann noch meditierst?

27. Ich kenne diesen Seligen nicht – wie könnte ich darüber sprechen? Ich kenne diesen Seligen nicht – wie könnte ich ihn dann verehren? Denn Ich allein bin dieser Selige, die höchste Wirklichkeit; gleichmäßig und unendlich wie der Himmel.

28. Ich bin nicht das Prinzip der Elemente – Ich bin das höchste Prinzip, gleichmütig, frei von Einbildung, befreit von den Zuständen des Sehers und des Gesehenen. Wie könnte das eine Selbst-Bewusstsein etwas anderes werden?

29. Da ist nichts anderes als diese unendliche Essenz, da ist nichts anderes als diese eine Wirklichkeit. Die höchste Wahrheit lautet, dass der Atman allein existiert. Es gibt da weder Schädiger noch Verletzungen.

30. Du bist diese heilige Wirklichkeit, die gleichartig, formlos, geburtlos und unsterblich ist. Wie könnte es da noch eine Täuschung über den Atman geben? Und wie könnte ich darüber hinaus überhaupt getäuscht werden?

32. Weder gibt es da den Topf noch den Raum innerhalb des Topfes. Weder gibt es da den Jiva noch eine Hülle dessen. Wisse, dass alles Brahman allein ist – ohne den Kenner bzw. das Gekannte.

34. Es gibt weder die Veden noch die Welten, weder gibt es Götter noch Yajnas. Es gibt weder Varnas noch Ashramas, weder Familien noch Kasten, weder Pitriyana noch Devayana. Die höchste Wahrheit lautet, daß nur Brahman allein dies alles ist.

36. Manche Menschen verlangen nach der Nondualität, andere nach der Dualität. Beide kennen jedoch die Wahrheit nicht, die frei von sowohl Nondualität als auch Dualität ist.

38. Sobald einer versteht, dass all dieses hier, der Körper und alles andere, unwirklich ist wie der leere Raum, beginnt er Brahman zu erkennen, in dem es überhaupt keine Dualität gibt.

39. Für mich ist es so, dass das wirkliche Selbst nicht verschieden vom Höchsten ist. Dieses Eine ist wie der unendliche Himmel – wie könnte es da noch einen Meditierenden oder eine Meditation geben?

40. Was immer Ich auch tue, was immer Ich auch esse, was immer Ich auch opfere – all dies ist nicht mein. Ich bin das Reine, Ungeborene und Unvergängliche.

41. Wisse, daß das gesamte Universum formlos ist; wisse, dass das gesamte Universum wandellos ist; wisse, dass das gesamte Universum die Gestalt der Reinheit besitzt; wisse, dass das gesamte Universum nichts als die Gestalt der Seligkeit ist.

43. Oh liebes Kind! Weshalb rufst du aus: „Maya, Maya!“ Wo sollte wohl „Schatten, Schatten“ sein? All dies hier ist die eine Wirklichkeit – fleckenlos und alldurchdringend.

44. Ich bin ohne Anfang oder Ende. Niemals bin ich gebunden. Ich bin makellos und rein von Natur aus – darin besteht meine feste Überzeugung.

45. Das gesamte Universum, angefangen vom Mahat, ist in mir nicht im mindesten vorhanden. All dies ist nichts als Brahman allein – wie könnte es darin Varna und Ashrama geben?

46. Alles kenne ich zur Gänze. Ich bin das Eine, Ungeteilte. Ich bin die unerklärliche Fülle. Die Welt mit dem Raum und den anderen Elementen ist unwirklich.

48. Die Wahrheit ist rein – nicht nur aufgrund der Praxis des Yoga, nicht aufgrund der Auflösung des Geistes, nicht aufgrund der Unterweisungen des Guru. Die Wahrheit ist rein von Natur aus.

49. Es gibt keinen aus den fünf Elementen bestehenden Körper, folglich gibt es auch keinen körperlosen Zustand. All dies hier ist nichts als nur das absolute Selbst. Wie könnte es dann die drei Zustände und den vierten geben?

50. Ich bin weder gebunden noch frei; ich bin nicht verschieden von Brahman. Ich bin weder der Handelnde noch der Genießer. Ich bin ohne innere und äußere Dualität.

51. Wird Wasser mit Wasser vermischt, gibt es stets immer nur Wasser ohne Verschiedenheit. Auf dieselbe Weise sind für mich Prakriti und Purusha unterschiedslos.

53. Ich kenne deine Gestalt als die höchste Unmittelbarkeit, allgegenwärtig wie der Raum. Falls es daneben noch irgendetwas anderes geben sollte, wäre dies nur wie das Wasser einer Fata Morgana.

54. Für mich gibt es weder einen Guru noch eine Unterweisung, weder begrenzende Vorschriften noch Handlung. Erkenne das spirituelle Bewusstsein, welches wie der Äther ist. Ich bin rein von Natur aus.

55. Du bist rein und körperlos, du besitzt keinen Geist, du bist höher als das Höchste. Ich bin der Atman – höchste Wahrheit. Schäme dich nicht, dies zu behaupten.

56. Oh Geist! Weshalb weinst du? Werde das Selbst durch das Selbst. Oh liebes Kind! Koste den makellosen, erlesenen Nektar der Nondualität.

59. Ich bin weder geboren noch tot, ich habe weder Gutes noch Schlechtes getan. Ich bin das reine, eigenschaftslose Brahman – wie könnte es für mich Bindung und Befreiung geben?

63.Du hast weder Mutter noch Vater, weder Verwandte noch Gattin, weder Sohn noch Freund. Du bist weder parteiisch noch unparteiisch. Wie könnte dann also Kummer im Geist entstehen?

64. Du kennst keinen Geist, keinen Tag, keine Nacht, keinen Sonnenaufgang, keinen Sonnenuntergang. Wie könnte ein Weiser dem Körperlosen einen Körper zuschreiben?

69. Unter welchen Umständen und an welchen Orten auch immer die Yogis sterben – sie gehen an Ort und Stelle in das Brahman ein, wie der Raum innerhalb des Kruges in den unbegrenzten Raum eingeht.

71. Die Yogis betrachten Dharma, Artha und Kama, den Wunsch nach Freiheit, sämtliche bewegten Kreaturen, sämtliche unbewegten Kreaturen und überhaupt alles als bloßes Wasser einer Fata Morgana.

III-14 Ich bin unberührt vom Staub des Samsara. Ich bin unveränderlich. Ich kenne die endlosen Sorgen nicht und nicht die Besessenheit der Finsternis. Ich kenne keine Auswirkung auf das Svadharma. Ich bin die unsterbliche Weisheit, die immer gleichbleibende Essenz – alldurchringend wie der Raum.

III-34 Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Es gibt weder Alter noch Tod. Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Es gibt keine Furcht vor Wiedergeburt. Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Es gibt für dich keinerlei Veränderung (Erkläre:) Ich bin die unsterbliche Weisheit, die immer gleichbleibende Essenz – alldurchdringend wie der Raum.

III-35 Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Du hast keine Form. Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Du bist weder hässlich (oder formlos). Oh lieber Freund! Weshalb weinst du? Du hast kein Alter! Ich bin die unsterbliche Weisheit, die immer gleichbleibende Essenz – alldurchdringend wie der Raum.

III-44 Erkenne das eine Bewusstsein, welches ohne Feuer und Luft ist. Erkenne das eine Bewusstsein, welches ohne Erde und Wasser ist. Erkenne das eine Bewusstsein, welches ohne Raum und Äther ist. Erkenne das eine Bewusstsein, welches ausgebreitet wie der Himmel ist.

VII.15 Der erleuchtete Weise, der sämtliche Wünsche aufgegeben hat und mit dem immer gleichbleibenden Wesen verschmolzen ist, verkündet, dass es niemals möglich ist, das Es (Brahman) zu erkennen und daß selbst die Veden das Es nicht zu beschreiben vermögen.

VIII-1 Durch Pilgerfahrt wird die Allgegenwart der Gottheit verleugnet. Durch die Meditation wird der jenseits des Mentalen liegende Zustand verleugnet. Durch das Gebet wird der jenseits der Rede liegende Zustand verleugnet. Bitte, vergib mir diese drei Irrtümer!

VIII-2 Einer, der unberührt von Wünschen ist, selbstbeherrscht, liebenswürdig, sauber, der nichts besitzt und ohne Ehrgeiz ist, der wenig isst, ruhig und beständig ist, der seine Zuflucht im Selbst nimmt und schweigsam ist.

VIII-3 Wer ist dieser, der ohne Stolz, von Natur aus weise, scharfsinnig und klug ist, voller Mut und Tapferkeit, siegreich über die sechs üblen Eigenschaften, der ohne Anmaßung ist und andere respektiert, der ein Vorbild, freundlich, mitfühlend und weise ist?

VIII-4 Wer ist dieser Gütige, Mitfühlende, der fern aller Rachsucht ist, der voll der Kraft der Standhaftigkeit ist, der geduldig gegenüber allen Wesen ist, der die Essenz der Wahrheit ist, der hochgesinnt ist und Gleichmut besitzt, der allen Gutes tut?

VIII-5 Darin besteht die Natur des Avadhuta, die wert ist, von den Anhängern, den Kennern des Inhaltes der Worte der Veden und denjenigen, die die Veda und Vedanta auslegen, erkannt zu werden.

VIII-11 Entsage den Frauen durch Verstand, Körper und Rede. Du kannst weder den Himmel noch die Befreiung erlangen, so lange sich dein Herz nach Sinnesvergnügen sehnt.

VIII-12 Ich vermag nicht zu begreifen, weshalb die Frau erschaffen wurde. Sie ist eine große Verführerin und das Hindernis für die Seligkeit des Svarga und Moksha

VIII-14 Oh, wer hat nur diese Frauen erschaffen, die voller Verstellung und Stolz sind, die ohne Wahrheit und Reinheit sind, die die Schlingen sind, um alle menschlichen Wesen zu binden?

VIII-15 Auch wenn sie die Gattin von Brahman selbst wäre, ist die Frau die Hölle selbst. Der Mensch wird in dieser Hölle geboren und erfreut sich mit dieser Hölle. Ah! Schaut nur dieses bedauernswerte Leben im Samsara an!

VIII-16 Ich weiß mit Gewissheit, dass Frauen die Hölle sind, die Fessel. Durch sie wird der Mann geboren und durch diese Verhaftung läuft er wieder hinter ihr her.

VIII-19 Das gesamte Universum zusammen mit den Göttern, den Asuras und den Männern, wird durch eine Körperöffnung, übelriechend und wie ein Geschwür aussehend, getäuscht.

VIII-20 Der Körper der Frau ist ein furchtbarer Ozean, angefüllt mit blutigen Wassern. Oh, wer hat nur diese Frau mit ihren Fallstricken geschaffen!

VIII-21 Im Innern die Hölle – im Außen eine unechte Fassade. Das ist die Frau. Sie ist wahrhaft der Feind des großen Mantras (der Upanishaden).

VIII-24 Die Frau ist wie eine Feuergrube; der Mann ist wie der Topf voller Butterschmalz (Ghee). Kommen sie in Kontakt miteinander, wird das Butterschmalz schmelzen. Daher sollten Frauen gemieden werden.

VIII-26 Das Trinken von Alkohol und die Verbindung mit Frauen sind die beiden großen Sünden. Indem der Weise diese beiden aufgibt, kann er sich selbst in der höchsten Wahrheit verankern.

VIII-27 Wird der Geist vom Kummer betroffen, leidet auch der Körper. Wird der Geist krank, beginnen auch die Bestandteile des Körpers zu verfallen. Daher sollte man den Geist stets gut pflegen, denn nur mit einem gesunden Geist können die Fähigkeiten der Intelligenz gut gedeihen.

II

I-31 Wird der Krug zerbrochen, geht der Raum in ein Unterschiedsloses über. Ich sehe keinerlei Unterschied zwischen dem höchsten Selbst und dem reinen Geist.

I-33 Sei versichert, dass Ich das bin, was überall und zu allen Zeiten ist, das Alles, das Selbst, das Ewige, das Feste. Das gesamte Sein ist gleichzeitig ein Vakuum als auch Fülle. Ich bin dieses höchste Selbst.

I-58 Es gibt kein Lernen, keine Logik, keine Konzentration und keinen Yoga, keinen Ort, keine Zeit, keinen Guru, keine Unterweisung. Ich bin das aus sich selbst heraus existierende Bewusstsein, die Wirklichkeit, die wie der Himmel ist – wahr und immerwährend.

I-60 Wenn das Licht des Bewusstseins allgegenwärtig, ewig, erfüllt und unterschiedslos ist – wie könnte es dann noch einen Raum dafür geben, um alles im Innen und Außen zu durchdringen?

I-61 Das gesamte Universum leuchtet als eine unteilbare und unterschiedslose Masse. Oh, schaut euch nur diese Maya und diese große Täuschung an, die diese Einbildungen von Dualität und Nondualität entstehen lässt!

I-65 Erkenne den unvergänglichen Atman als weder geteilt noch ungeteilt, als weder sorgenvoll noch freudevoll, als weder erfüllt noch leer.

I-35 Wenn du allein diese Wirklichkeit bist, die ohne die Dualität des Durchdringenden und des Durchdrungenen existiert – wie kannst du dann das Selbst für entweder sichtbar oder unsichtbar halten?

I-37 Wie könnte wohl jemand vom Selbst sprechen, das jenseits des Verstandes und der Rede ist, das ohne Farbe, usw. und ohne Klangeigenschaften ist.

I-42 Du bist Das – es gibt darüber keinerlei Zweifel. Und was sollte ich darüber hinaus noch (als Zweites neben mir) kennen? Wie könntest du wissen, ob der Atman unerkennbar oder die Selbst-Erkenntnis ist.

I-47 Das Selbst ist weder ein Eunuch, noch Mann oder Frau, noch Erkenntnis oder Vorstellung. Wie könntest du wissen, ob es selig oder unselig ist?

I-52 Wenn du nicht frei bist, bist du auch nicht gebunden. Wie könntest du dann wissen, ob der Atman mit oder ohne Form ist?

I-57 Da ist weder Erkenntnis noch Nicht-Erkenntnis und auch nicht Erkenntnis zusammen mit Nicht-Erkenntnis. Wer diese Art von Erkenntnis allezeit beibehält, dessen Erkenntnis wird nicht mehr Widersprüchen unterworfen sein.

I-62 Mit der Methode des „neti, neti“, sollte man sowohl Unterschied als auch Nicht-Unterschied aufgeben, sowohl das Geformte als auch das Formlose und als Absolute Seligkeit existieren.

I-66 Weder bin ich der Handelnde noch der Genießer. Ich besitze keinerlei Karma – weder aus der Vergangenheit noch aus der Gegenwart. Ich bin weder verkörpert noch entkörpert. Was bedeuten „Mein“ und „Nicht-Mein“ schon für jemanden wie mich?

I-67 Ich habe keinerlei böse Wünsche, usw. Ich kenne keine Sorgen um den Körper, usw. Wisse, dass ich der eine Atman bin – ausgebreitet wie der Himmel.

I-68 Oh lieber Freund – du mein Geist! Was nützt das viele Reden? All dies hier ist wahrlich unbeschreibbar. Was immer das Wesen ist, von dem ich dir erzählt habe, - du allein bist die Wirklichkeit, die ungebunden ist wie der Raum.

I-70 Ob an einem heiligen Ort oder im Haus eines Kastenlosen oder sogar im Zustand des Gedächtnisverlustes – wenn jemand den Körper verlässt, wenn der Geist gleichmütig ist, erlangt er die absolute Freiheit.

I-72 Niemals erfreue ich mich der Vergangenheit oder der Gegenwart oder zukünftigen Handlungen und deren Früchte; dies ist meine feste Überzeugung.

I-73 Entsagend allem Stolz, wohnend an einem einsamen Ort, gereinigt durch das immer gleichbleibende Wesen, allein lebend und erfüllt von Freude, erlangt der nackte Avadhuta das Alles in dem Absoluten Selbst.

I-74 Wo es keine drei Zustände und keinen Vierten gibt, da erlangt dieser das Absolute Selbst. Wo es keinen Dharma und Adharma gibt – wie könnte es noch den Unterschied des Gebundenen und des Befreiten geben?

I-75 Dies ist durch Mantras nicht zu erlangen. Dies ist durch den Veda und den Tantra nicht zu erlangen. Dieser heilige Ausspruch stammt von Avadhuta, der frei von allen Wünschen und mit dem immer gleichbleibenden Wesen verschmolzen ist.

I-76 Weder allgegenwärtige Leere noch Fülle, weder Wahrheit noch Unwahrheit existieren als solche. Diese Aussage entstammt persönlicher Erfahrung und dem Wissen um die wahre Bedeutung aller Schriften.

VI-1 Die Shrutis erklären verschiedentlich, dass wir, die Elemente wie der Raum und alles andere, dem Wasser einer Fata Morgana gleichen. Wenn all dies nur die eine, unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie kann dann irgend etwas mit irgend etwas anderem verglichen werden?

VI-4 Es gibt keine zwei Phänomene wie Tag und Nacht. Die Zunahme und Abnahme wird verneint (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang). Wenn all dies nur die eine, unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie könnte es da Sonne, Mond und Feuer geben?

VI-7 Wenn es weder Unterschied noch die Verneinung des Unterschieds gibt, wenn es weder den Kenner noch das Gekannte gibt, wenn all dies nur die eine, unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie könnte es dann die drei Zustände und einen vierten Zustand des Bewusstseins geben?

VI-8 Wenn all das Erzählte und nicht Erzählte unwahr ist, wenn das Gewusste und nicht Gewusste unwahr ist, wenn all dies nur die eine unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie könnte es da Objekte, Sinne, Intellekt und Geist geben?

VI-9 Wenn der Himmel und die Luft unwahr sind, wenn die Erde und das Feuer unwahr sind, wenn all dies nur die eine unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie könnte es da Wolken und Regen geben?

VI-10 Wenn die Welt nur ein eingebildetes Nichts ist, wenn der Körper nur ein eingebildetes Nichts ist, wenn all dies nur die eine, unterschiedslose, immer gleichbleibende Seligkeit ist – wie könnte es da noch eine Unterscheidung zwischen guten Eigenschaften und bösen Neigungen geben?

III-8 Es ist weder grob noch fein, weder kommt es noch geht es. Es hat weder Anfang, Mitte noch Ende; es ist weder hoch noch niedrig. Ich spreche hier von dieser Wahrheit, von der höchsten Wirklichkeit. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

III-9 Bedenke, dass alle Sinne die Formen des Absoluten sind. Bedenke, dass sämtliche Objekte die Formen des Absoluten sind. Erkenne diese eine, makellose Wahrheit, die weder gebunden noch befreit ist. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

III-10 Ich bin ohne Makel und ich bin das Feuer, welches alle Makel verbrennt. Ich bin ohne Eigenschaften und ich bin das Feuer, welches alle Bindungen verbrennt. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

III-20 Wenn es die drei Zustände nicht gibt – wie könnte es dann den vierten geben? Wenn es keine drei Zeiten gibt – wie könnte es Viertel davon geben? Wahrhaftig, diese absolute Wirklichkeit ist der höchste Friede. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

III-21 Ich trage an mir keinerlei Unterscheidungen von kurz oder lang, leicht oder schwer, weit oder eng, kreisrund oder winkelig. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

III-27 Ich trage an mir keinerlei Veränderung der Maya und der Erschaffung der Welt. Ich trage an mir keinerlei Veränderung durch das Auftreten von Verstellung und Stolz. Ich trage an mir keinerlei Veränderung durch die Konzepte von Wahrheit und Falschheit. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen, alldurchdringend wie der Raum.

III-30 Wie könnte ich sagen, ob dies ein Wald oder ein Haus ist? Wie könnte ich sagen, ob die Existenz erwiesen oder zweifelhaft ist? In der Tat ist all dies hier unterschiedslos, immer gleichbleibend und kann nicht erschüttert werden. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.


III-32 All dies hier erstrahlt als das Ungeborene und Unerschaffene. All dies hier erstrahlt als das nicht Bestätigte –frei vom Wechsel des Samsara. All dies hier erstrahlt als das Unzerstörbare und Unsterbliche. Ich bin die unsterbliche Weisheit, das unterschiedslose Wesen – alldurchdringend wie der Raum.

Seminare

Indische Schriften

02. Jul 2017 - 07. Jul 2017 - Asana Intensiv Bhagavad Gita und Vedanta und Hüfte mit Atman Shanti - Yogalehrer Weiterbildung
Atman Shanti führt dich durch tief spirituelle Hatha Yoga Stunden. Klassisches Vedanta im Geiste von Shankaracharya trifft hüftöffnendes „flex your hips“ für verschiedene Levels von mild bi…
Atman Shanti Hoche,
14. Jul 2017 - 23. Jul 2017 - Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A6 - Aparoksha Anubhuti - Die direkte Verwirklichung des Selbst
Jnana Yoga, Vedanta und der direkte Weg zur Verwirklichung der Einheit. Anhand des „Aparoksha Anubhuti“, „direkte intuitive Gotteserfahrung“, einem prägnanten genialen Werk mit 144 Sutras,…
Chandra Cohen,Kay Hadamietz,

Meditation

16. Jun 2017 - 18. Jun 2017 - SUFI-Bewegungsmeditation
Du lernst die Grundlagen der SUFI-Bewegungsmeditation der Himmelsrichtungen in Theorie und Praxis kennen, in Verbindung mit Yoga, Mantrasingen und Satsang. Mit rhythmischen Körperbewegungen und At…
Gerrit Kirstein,
16. Jun 2017 - 18. Jun 2017 - Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut
Diese zu üben empfiehlt Patanjali im Yoga Sutra als Weg, einen klaren Geist zu entwickeln. Die Kräfte von Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut, die auch im Buddhismus eine wichtige Rolle spiel…
Radhika Nosbers,