Strebertum

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Strebertum : Was versteht man unter Strebertum? Was will man mit diesem Begriff sagen? Wozu ist Strebertum gut, wozu nicht? Was sind Synonyme, was Antonyme, also ähnliche und entgegengesetzte Begriffe, von Strebertum? Strebertum ist das systematische Streben nach etwas. Strebertum ist die Eigenschaft eines Strebers. Heutzutage werden die Ausdrücke Strebertum und Streber meist mit negativem, abfälligen Beiklang gebraucht.

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Nach etwas zu streben gilt dagegen als etwas Erstrebenswertes. Wer nach Erstrebenswertem strebt, dem wird Bewunderung entgegengebracht. Streber dagegen werden verachtet. Der Ausdruck Streber wird insbesondere in der Schule gebraucht als ein Schüler, dem es hauptsächlich um gute Noten geht, der versucht, dem Lehrer zu gefallen und sich wenig um andere Schüler kümmert. In diesem Sinne ist Strebertum das Bemühen, Autoritätspersonen zu gefallen, um Vorteile zu bekommen, voran zu kommen. Nach höherem zu streben ist gut – Strebertum gilt es allerdings zu vermeiden. Da muss jeder selbst sich daraus einen Reim machen …

Strebertum als hilfreiche Tugend

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

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Was heißt Strebertum? Strebertum ist meistens abfällig gemeint. Jemand, der nach irgendetwas systematisch strebt, den nennt man Streber, und vor allem in der Schule waren Streber schlecht angesehen. Wer viel lernt und versucht, die Aufgaben zu machen und dem Lehrer zu gefallen, der wird als Streber bezeichnet. Zum Beispiel als ich ein Kind war, in der Schule, es war für mich ein großes Anliegen, nicht als Streber bezeichnet zu werden. Ich war jemand, dem die Schulaufgaben nicht schwer gefallen sind und ich wollte irgendwie nicht als Streber bezeichnet werden und so habe ich mir das Prinzip gemacht, niemals Hausaufgaben zu Hause zu machen, sondern alle so zwischen zwei Klassen oder in der einen Stunde Hausaufgaben für die nächste Stunde, irgendwie wollte ich nicht als Streber gelten. Es war von mir fast ein Anliegen viele Jahre in der Schule, eher nicht zu gute Noten zu schreiben, um nicht zu sehr als Streber zu gelten. Und ich habe dann mehr meine intellektuelle Neugier, die ich hatte, auf Themen gelenkt, die kein Schulfach waren, wie chinesische Geschichte, wie auch Philosophie, später Religion, Spiritualität und vieles andere.

Auf eine gewisse Weise hat mir das geholfen, eben in Richtungen zu denken, die nicht so normal waren, also meine Bemühungen, nicht als Streber zu gelten, haben dazu geführt, dass ich mich mit Außergewöhnlichem beschäftigt habe, weil ich eben außergewöhnlich intellektuell neugierig war. So kann man sagen, mein Versuch, Strebertum zu vermeiden, hat dazu geführt, dass irgendwo mein Geist sich mit weiten und außergewöhnlichen Gedankengängen beschäftigt hat.

Gut, Strebertum wird manchmal auch Menschen in einer betrieblichen Hierarchie nachgesagt, wenn sie probieren, dem Chef zu gefallen. Irgendwo, die meisten Menschen in einem gewinnzielorientierten Unternehmen wollen irgendwie mehr Geld verdienen, viele wollen auch aufsteigen, aber man will es so tun, dass es irgendwo andere nicht bemerken. Irgendwo im Versuch, zu vermeiden, als Streber zu gelten, manchen Menschen komische Dinge, sie streben und wollen nicht als Streber gelten.

Es hat aber auch etwas Positives, dass Strebertum in nicht so gutem Ruf steht, denn es geht eben nicht nur darum, etwas zu leisten. Wenn Menschen es nur darum ging, etwas zu leisten und voranzukommen, wäre die Gesellschaft eine harte Gesellschaft, wichtig sind auch Künste, wichtig ist Liebe, wichtig ist Mitgefühl. Umso schöner, dass im Streben auf dem Yogaweg das alles dazu gehört.

Patanjali sagt ja im Yoga Sutra: "Dem intensiv Strebenden ist die Verwirklichung nahe." Und dann sagt er noch: "Das spirituelle Streben kann intensiv sein, mittelmäßig oder schwach." Und spirituelles Streben schließt ein, intensiv zu praktizieren, schließt ein, einen yogischen Lebensstil zu führen, schließt ein, auch Liebe und Mitgefühl zu praktizieren, schließt ein, sein ganzes Handeln auszurichten auf Gott und darauf, Gutes zu tun. Diese Art von spirituellem Strebertum ist ein gutes Strebertum.

Es gibt natürlich auch ein egoistisches Strebertum, in dem Menschen über Leichen gehen, sprichwörtlich oder auch wörtlich gesehen. Um seine Ziele zu erreichen, sollte man nicht nur die Ziele betrachten, der Zweck heiligt nicht die Mittel, nicht umsonst heißt es auch, "der Weg ist das Ziel". Du solltest den Weg so gehen, dass er dem zu erreichenden Ziel angemessen ist. Wenn du Frieden erreichen willst, ist Krieg normalerweise nicht das richtige Mittel. Wenn du Frieden unter deinen Kindern erreichen willst, ist das Beschimpfen vielleicht auch nicht das richtige Mittel. Das Mittel muss auch dem Ziel entsprechen.

Und in diesem Sinne, ein Strebertum sollte nicht etwas sein, was die Gegenwart vernachlässigt oder Leid erzeugt für eine wie auch immer geartete ideale Zukunft. So kannst du selbst überlegen und nachdenken, wonach strebst du? Wie strebst du danach? Hast du ein Ziel im Leben? Ist das, was du tust, dem Ziel angemessen? Bist du in einer richtigen Richtung dort? Bei allem, was du vielleicht tust für das Ziel, beachtest du auch die Menschen in deiner Gegenwart?

Umgang mit Strebertum Anderer

Vielleicht kennst du es von der Schule her. Die Streber waren nicht beliebt. Man versuchte die Streber irgendwo zu behindern. Bestimmt nicht immer, aber in vielen Klassen war das so. Wie ist das heute? Auch heute kann es sein, nicht immer kommt das gut an, wenn jemand in einer Abteilung sich bemüht besonders gut den Anforderungen gerecht zu werden.

Andere finden, das derjenige dann zu sehr die Leistungsrichtlinien nach oben schiebt. Ich würde sagen, wenn jemand besonders intensiv sich bemüht und strebt, wertschätze das. Das bringt die Abteilung vielleicht voran. Und im schlimmsten Fall wird er befördert und dann ihr wieder unter euch. Es ist nicht so gut zu versuchen den Streber zu behindern. Sondern es ist gut mit ihm zusammen zu wirken. Und sei dir bewußt, der Streber ist ja nicht nur Streber, sondern er hat noch andere Aspekte.

Oft sind Streber vom Ayurveda her Pitta-Typen. Sie haben sich ein Ziel gesetzt und wollen dort hin gehen. Vielleicht bist du Vata-Typ. Dann gib dem Menschen doch Ideen. Vielleicht bist du Kapha-Typ. Dann bringe etwas Gemütlichkeit hinein und halte den Streber davon ab ins Burnout zu laufen oder ins offene Messer.

Also, ergänzt euch gegenseitig. Wertschätzt euch füreinander und behindert euch nicht.

Strebertum - Antonyme und Synonyme

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und Persönlichkeitsmerkmale beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Strebertum in Beziehung zu anderen Fähigkeiten und Verhaltensweisen sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Strebertum - Synonyme

Ähnliche Eigenschaften wie Strebertum, also Synonyme zu Strebertum sind z.B. Zielorientiertheit, Ehrgeiz, Streben, Klarheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Strebertum übertrieben kann ausarten z.B. in Ehrgeiz, Gier, Fremdbestimmtheit. Daher braucht Strebertum als Gegenpol die Kultivierung von Loslassen, Demut, Spontanität, Genuss, Liebe.

Gegenteil von Strebertum - Antonyme

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Strebertum, Antonyme zu Strebertum :

Strebertum Antonyme

Antonyme Strebertum, also Gegenteile, sind Loslassen, Demut, Spontanität, Genuss, Liebe, Minderwertigkeitsgefühl, Pflichtvergessenheit, Ziellosigkeit, Verantwortungslosigkeit.

Strebertum als Teil von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Bewusste Entwicklung von Strebertum

Strebertum kann hilfreich sein in verschiedenen Lebensumständen. Vielleicht willst du ja Strebertum kultivieren. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Strebertum zu kultivieren.
  • Fasse den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Eigenschaft, Strebertum ganz besonders kultivieren. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein streberischerer Mensch zu sein."
  • Tu wirklich jeden Tag etwas, was Strebertum ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du normalerweise nicht tun würdest, was aber dieses Persönlichkeitsmerkmal in die Tat umsetzt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Strebertum ".
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine Autosuggestion, Affirmation wie z.B.: Ich bin streberisch ".

Affirmationen zum Thema Strebertum

Hier einige Affirmationen für mehr Strebertum. Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr zu Funktion und Wirkungsweise von Affirmationen. Nicht alle unten aufgeführten Affirmationen passen - nutze diejenigen, die für dich stimmig erscheinen. Klassische Autosuggestion für Strebertum Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin streberisch

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin streberisch. Om Om Om.
  • Ich bin ein Streber, eine Strebe OM.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Strebertum Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin streberisch " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Strebertum
  • Ich werde streberisch
  • Jeden Tag werde ich streberischer
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Strebertum

Dankesaffirmation für Strebertum :

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag streberischer werde.

Wunderaffirmationen Strebertum Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr streberisch. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Strebertum entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr streberisch zu sein.
  • Ich bin jemand, der streberisch ist.

Gebet für Strebertum

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Strebertum :

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Strebertum.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein streberischer Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Strebertum mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Frage dich: Was müsste ich tun, um Strebertum zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Strebertum zu entwickeln?
  • Wie könnte ich streberisch werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Strebertum
  • Angenommen, ich will streberisch sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre streberisch, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Strebertum kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als streberischer Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Strebertum

Eigenschaften im Alphabet nach Strebertum

Vortragsmitschnitt zu Strebertum - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Strebertum, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden. Dieses Audio wird später eingefügt. Wir bitten um Verständnis

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