Appar

Aus Yogawiki

Appar oder Tirunavukkarasar,( Appar bedeutet "Vater", Tirunavukkarasar bedeutet König der Zunge oder Gott der Sprache), war ein tamilischer Dichter-Heiliger aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., einer der berühmtesten der dreiundsechzig Nayanars. Er war der ältere Zeitgenosse Sambandars. Sein Geburtsname war Marulneekkiar. Sambandhar nannte ihn "Vater", wodurch er den Namen Appar erhielt.

Shiva ist das göttliche Gegenüber von Appars Hymnen.

Appar verfasste 4900 Hymnen von jeweils 10 - 11 Versen, was von verschiedenen Quellen bestätigt wurde. 3130 Hymnen davon sind heute noch verfügbar und werden zusammengefasst als Tevaram bezeichnet.

Appar, auch Tirunavukkarasar, ist der Heilige mit dem singenden Herzen und der Hacke in der Hand. Er preist Shiva mit machtvollen Hymnen und reinigt zugleich die Tempelwege. Seine Geschichte erzählt von Suche und Heimkehr, von schweren Prüfungen und einer Liebe, die sich weder durch Drohungen noch durch äußere Ehren von ihrem Herrn abbringen lässt.

In den Liedern des Tevaram begegnet Appar als ein Mensch, der die Vergänglichkeit kennt und gerade deshalb festen Halt bei Shiva sucht. Seine Bhakti ist warm und standhaft. Sie wird zum Gesang, zum Gebet und zu einem einfachen Dienst, der anderen den Weg zum Heiligtum bereitet.

Swami Sivananda über Appar

aus dem Buch “Lives of Saints” der Divine Life Society

Appar ist einer der vier Samaya Acharyas. Er war ein Zeitgenosse von Sambandhar. Er war ein Vellala von Thiru Amur der Region von Cuddalore in Tamil Nadu. Er wurde geboren von Pugazhanar und Maathiniar. Die Eltern gaben den Namen „Marulneekkiar“ (Vertreiber der Dunkelheit und Ignoranz) für Appar. Appar bedeutet „ Vater“. Sambandhar gab Marulneekkiar seinen Namen. Der Name Appar wurde zuerst von Sambandhar gebraucht, während einer der verschiedenen Begegnungen zwischen ihnen. Appars seelenberührende und erhabene Oden gaben ihm den Namen „Thirunavukkarasar“ oder „Meister der Worte“. Appar war eine gottinspirierte Seele. Er sang hingebungsvolle Lieder oder Padigame während seiner Pilgerschaft zu verschiedenen Schreinen. Sein Leben erblühte in der Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. Er war ein Mystiker und Poet. Tilakavaddhiar war die älteste Schwester von Appar. Sie war verheiratet mit Kalippahaiyar, einem militärischen Befehlshaber unter dem Pallava König. Kalippahaiyar hatte gegen einen Angreifer aus dem Norden zu kämpfen und starb auf dem Schlachtfeld. Die Nachricht des Todes von Kalippahaiyar kam Tilakavadhiar zu Ohren. Sie entschloss sich selbst mit auf das Bestattungsfeuer zu werfen. Marulneekkiar wurde über die Absicht seiner älteren Schwester informiert. Er rannte zu seiner Schwester, warf sich vor ihr hin und sagte: Ich erhalte mein Leben nur um dein Leben zu unterstützen, nachdem unsere Eltern gestorben sind. Falls du dein Leben aufgeben willst, möchte ich meines aufgeben, bevor du es tust!“ Das Herz von Tilakavadhiar schmolz und sie änderte ihren Entschluss und lebte ein asketisches Leben , um ihren jüngeren, hilflosen Bruder aufzuerziehen.

Appar konvertierte zum Jainismus und studierte alle Jain Schriften. Er ging nach Pataliputra und wurde einer der spirituellen Führer dort, da er ein hervorragender Kenner der Jain Schiften war.

Appar Schwester war sehr besorgt in ihrem Herzen als sie erfuhr, dass ihr Bruder zum Jainismus konvertiert war. Sie verließ ihre Geburtsstadt und ging nach Thiruvathikai, einer Nachbarstadt. Sie verbrachte ihre Zeit in Meditation und Gebet in einem Shiva Tempel. Sie flehte zu Gott, für ihres Bruders Umkehr. Appar wurde ein Opfer einer schweren Kolik, die nicht geheilt werden konnte. Er warf seine Bettelschale und das Gewand eines Jains hinfort und ging zu seiner Schwester. Sie strich die heilige Asche auf Appars Stirn und nahm ihn mit zum Shiva Tempel, wo sie ihn anwies, sich vor den Gott niederzuwerfen und ihn anzubeten. Appar handelte dementsprechend. Die schwere Kolik verschwand sofort und Appar pries den Gott Shiva.

Das spirituelle Oberhaupt der Jains in Pataliputra berichtete Kadava, dem Jain König, über Appars Abwendung vom Jainismus. Der Bezirk von Cuddalore, war unter der Macht des Pallava König Kadava. Das spirituelle Oberhaupt verführte den König Appar zu verfolgen. Appar ging in die Pallava Hauptstadt und erschien vor dem König. Appar wurde in verschiedener Weise gepeinigt. Er wurde in einen brennenden Kalkofen geworfen. Man zwang ihn vergiftete Milch zu trinken. Ein Elephant wurde gesandt, ihn zu töten. Ein schwerer Stein wurde an ihn gebunden und man warf ihn damit in das Meer. Doch Gott Shiva rettete ihn. Er trieb lebendig an die Küste zurück und erreichte das Ufer bei Thiruppathirippuliyur. Der Pallava König erkannte die Größe Appars und warf sich ihm zu Füßen. Er sagte sich los vom Jainismus und wandte sich zum Shivaismus. Er errichtete einen großartigen Tempel für Shiva, welcher Ganaparaveechcharam genannt wurde.Darauf hin begab sich Appar auf eine Pilgerschaft zu verschiedenen heiligen Plätzen: Er ging nach Chidambaram, Sirgazhi und anderen Plätzen und sang Thevarams oder Oden zur Ehre von Shiva. Appar traf den Heiligen Appudi Adigal von Thingalur. Appar brachte Appudis Sohn ins Leben zurück, der von einer Kobra gebissen wurde. Appar machte sich dann auf und besuchte heilige Plätze wie Thiruvennainallur, Thiruvaamaaththur, Thirukkovalur und Thiruppennakadam, wo er den Gott Shiva verehrte: „Oh Shiva Shankara! Oh Ardhanarisvara! Oh Anfang und Ende aller Wesen! Ich wünsche nicht den Körper zu behalten, der in Berührung mit den Jains war. Lass mich den Abdruck deines Dreizacks und Nandi (Bullen) auf meinem Körper spüren. Er sang ein Patigatu. Sofort erschien ein Shiva-gana vor Appar durch die Gnade von Gott Shiva und machten einen Abdruck des Dreizacks und Nandi auf ApparsSchulter.

Daraufhin ging Appar nach Sirgazhi um Sambandhar zu treffen. Er fiel zu den Füssen von Sambandhar Sambandhar sprach zu dem Vellala Heiligen: „Oh mein geliebter Appar!“ Einst begab sich Sambandhar in einer Sänfte nach Thiruppunthuruthi in der Region von Thanjavur, um Appar zu treffen. Appar jedoch ging voraus und trug die Sänfte. Sambandhar fragte: „ Wo ist Appar?“Appar antwortete: “Hier bin ich und trage die Sänfte.” Sambandhar entstieg sofort der Sänfte, umarmte Appar und vergoss Tränen der Liebe.

Appar ging nach Thiruchchattimutram. Er sang ein Padigam und sagte: „Oh Gott, setze deine Lotusfüße auf meinen Kopf bevor ich diesen physischen Körper verlasse.“ Er hörte einen Akasavani (Stimme im Himmel): „Komme nach Thirunallur!“ Gott Shiva setzte seine Füße auf den Kopf von Appar. Appar warf sich vor ihm auf den Boden. Sein Herz war von unbeschreiblicher Freude erfüllt.

Später ging Appar nach Thiruvambhar, Thirukadavur und Thiruveezhimizhalai. Dort gab es eine große Hungersnot in Mizhalai. Appar und Sambandhar waren sehr bekümmert in ihren Herzen, dass die Verehrer Shivas am Verhungern waren. Der Gott Shiva erschien in den Träumen beider und sagte: „ Seid unbesorgt, ich werde euch Goldstücke zukommen lassen.“ Beide fanden täglich Goldstücke im Tempel und konnten daraufhin die Menschen ernähren.


Appar und Sambandhar besuchten den Tempel in Vedaranyam in der Region von Thanjavur. Dort gab es einen Tempel des Gottes Shiva, der lange geschlossen war. Die Veden selbst hatten vor langer Zeit dort dem Gott Shiva gehuldigt. Sie boten ihre Gebete nicht mehr dar, weil die Menschen sich dem Studium der Veden abgewandt haben unter dem Einfluss des Jainismuses. Sambandhar sagte zu Appar: „Komme und singe, dass die Türen sich öffnen mögen. Appar sang und die Türen öffneten sich . Sambandhar sang und die Türen schlossen sich.

Schließlich verweilte Appar in Thiruppugalur bei Thiruvarur. Dort verbrachte er die letzten Jahre seines Leben. Er wurde von Gott geprüft, um den Menschen seine Größe zu zeigen. Als Appar im Tempel diente, erschien Gold und Silber unter seinen Füßen. Appar betrachtete sie wie Steine und stieß sie hinfort mit seinen Füßen. Bei einer anderen Gelegenheit erschienen himmlische Jungfrauen und versuchten ihn in verschiedener Weise zu verführen, doch Appar blieb unantastbar in seiner Meditation. Er verschmolz mit dem Licht der Lichter, dem Gott Shiva, als er sehr vorangeschritten war im Alter.

Appar अप्पर् Appar Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Appar, अप्पर्, Appar ausgesprochen wird:

Das Wichtigste auf einen Blick

Merkmal Einordnung
Name Appar
Tamil அப்பர்; திருநாவுக்கரசர்
Transliteration Appar; Tirunāvukkaracar
Lebenszeit 7. Jahrhundert; genaue Lebensdaten unsicher
Tradition Tamilischer Shivaismus; einer der 63 Nayanmar
Bekannte Werke / Textzeugnisse Tevaram, Bücher 4–6 des Tirumurai

Geschichten über Appar

Die Schwester, die das Hoffen nicht aufgab

Appars Jugendname war Marulneekkiyar. Sein Leben kannte früh den Schmerz des Verlustes. Seine Schwester Tilakavatiyar blieb ihm in tiefer Liebe verbunden. Während er sich der jainistischen Askese zuwandte und als Dharmasena zu Ansehen gelangte, hielt sie an ihrer Verehrung Shivas fest.

Sie betete für ihren Bruder. Die Heiligenüberlieferung erzählt nicht von einem Streit, durch den sie ihn überwinden wollte, sondern von ihrem beharrlichen Vertrauen. Als er unter einer schweren Krankheit litt und keine Hilfe fand, kehrte er zu ihr zurück. Sie führte ihn zum Herrn von Tiruvadhikai und gab ihm die heilige Asche.

Aus seiner Not wuchs sein Gebet. Er sang zu Shiva, und die Erzählung berichtet von seiner Heilung. Seine Stimme, die nun den Herrn pries, wurde als ein Geschenk der Gnade erfahren. Der Name Tirunavukkarasar, „Herr der Zunge“, würdigt diese geheiligte Sprache.

Das Ergreifende an dieser Heimkehr ist die offene Tür. Seine Schwester empfängt nicht den Sieger einer Auseinandersetzung, sondern den leidenden Bruder. Ihre Treue ist eine stille Form von Seva. Sie erinnert uns daran, dass ein Mensch für einen anderen beten kann, ohne seinen Weg gewaltsam bestimmen zu wollen.

Im Feuer bleibt das Herz bei Shiva

Nach seiner Rückkehr zur Shiva-Verehrung wird Appar in der späteren Heiligenvita schweren Verfolgungen ausgesetzt. Man wirft ihn in einen glühenden Kalkofen. Doch der Ort der Vernichtung verwandelt sich für ihn in eine Erfahrung von Kühle und Schutz. Sein Geist ruht bei den Füßen des Herrn.

Auch Gift und ein gegen ihn getriebener Elefant vermögen ihn in diesen Erzählungen nicht zu überwältigen. Die Geschichten singen von der Macht der Zuflucht: Appar hat sich einem Größeren anvertraut als den Mächten, die ihn bedrohen.

Die Erzählungen gehören zur shivaitischen Heiligenvita; sie sind kein Urteil über Menschen anderer Religionen heute. Ihr geistiger Mittelpunkt ist das standhafte Herz. Wer Appar verehrt, darf darin Mut finden, auch unter Druck seiner Liebe, seiner Wahrhaftigkeit und seinem Gebet treu zu bleiben.

Der Stein, der ihn über das Meer trägt

Schließlich bindet man Appar an einen schweren Stein und wirft ihn ins Meer. Alles, was ihn halten sollte, scheint nun gegen ihn gerichtet. Doch er ruft Shiva an. Der Stein, der ihn in die Tiefe ziehen sollte, trägt ihn über das Wasser.

Die Vita erzählt, wie er singend das Ufer erreicht. Die Last ist zum Träger geworden. Gerade dieses Bild hat eine große Kraft: Was uns bedrückt, kann durch die Gnade zu etwas werden, an dem unser Vertrauen wächst. Appar selbst singt nicht das Lob seiner Unverletzlichkeit. Er preist den Namen und die Füße Shivas.

Sein Vorbild lädt deshalb nicht dazu ein, Gefahren zu suchen. Es lädt dazu ein, in einer wirklichen Prüfung das Gebet nicht aufzugeben. Auch dort, wo wir keinen Weg sehen, dürfen wir uns dem Göttlichen hinhalten und den nächsten möglichen Schritt tun.

Der große Heilige trägt die Sänfte

Appar begegnet dem jungen Sambandar. Der eine ist vom langen Leben und seinen Prüfungen gezeichnet, der andere leuchtet als gottbegnadetes Kind. In ihrer Begegnung wird kein Wettstreit um Rang daraus. Sie erkennen die Liebe zum selben Herrn ineinander.

Eine besonders schöne Überlieferung erzählt, dass Appar sich unerkannt unter die Träger von Sambandars Sänfte mischt. Als der junge Heilige nach ihm fragt, findet er den verehrten Älteren im schlichten Dienst. Appar braucht keinen Ehrenplatz. Die Freude, einem Verehrer Shivas zu dienen, ist ihm Ehre genug.

So wird Demut sichtbar. Sie ist nicht das Kleinmachen eines Menschen, sondern die Freiheit, sich nicht ständig selbst in den Mittelpunkt stellen zu müssen. Die Liebe weiß, wann sie singen und wann sie tragen darf.

Kailash wird ihm nahe

Appar sehnt sich danach, Kailash, den heiligen Berg Shivas, zu erreichen. Er zieht nach Norden und setzt seinen Weg fort, selbst als seine Kräfte nachlassen. Schließlich begegnet ihm Shiva in der Gestalt eines Asketen. Der Herr führt ihn zu einem Gewässer und lässt ihn eintauchen.

Als Appar wieder auftaucht, befindet er sich in Tiruvaiyaru im Süden. Dort gewährt ihm Shiva die Schau, nach der er sich gesehnt hat. Nicht die zurückgelegte Entfernung vollendet die Pilgerschaft, sondern die Gnade des Herrn.

Wer diese Geschichte hört, darf auch den eigenen Ort neu ansehen. Das Göttliche kann uns dort begegnen, wo wir gerade stehen. Ein gereinigter Tempelweg, ein aufrichtiges Mantra, eine hilfreiche Hand: Appars Leben zeigt, wie nah der Weg zu Shiva dem einfachen Alltag sein kann.[1]

Namen und zeitlicher Hintergrund

Appar bedeutet „Vater“ und ist eine liebevolle Ehrenbezeichnung. Tirunavukkarasar lässt sich als „heiliger Herr der Zunge“ beziehungsweise „Meister der Rede“ wiedergeben. Die Tradition nennt als frühen Namen Marulneekkiyar, sinngemäß den Beseitiger der Verblendung.

Appar wird dem 7. Jahrhundert zugeordnet. Er war der ältere Zeitgenosse Sambandars. Gemeinsam mit diesem und dem späteren Sundarar bildet er die Gruppe der drei großen Tevaram-Dichter. Manikkavacakar wird mit ihnen als einer der vier großen shivaitischen Glaubenslehrer verehrt, gehört aber nicht zum selben Tevaram-Autorenkreis.

Werke und dichterischer Charakter

Appars Hymnen sind im Tevaram erhalten. Eine einzelne Hymne, tamilisch patikam, besteht gewöhnlich aus mehreren Strophen. Deshalb dürfen Hymnenzahlen und Verszahlen nicht verwechselt werden. Die drei Tirumurai-Bücher 4–6 bilden den maßgeblichen Zusammenhang seiner überlieferten Dichtung.

Viele Lieder beziehen sich auf konkrete Shiva-Tempel. Landschaft, Wasser, Pflanzen, Klang und örtliche Gottesdarstellungen werden in die Anrede aufgenommen. Die Pilgerreise ist dadurch zugleich eine Schule der Wahrnehmung: Der Ort wird zum Gegenüber der Hingabe.

Shiva und Parvati gehören zur Bildwelt der tamilischen Tempelhymnen.

Eine Stimme der inneren Freiheit

Der Anfang von Tevaram 6.98.1 lautet:

நாமார்க்கும் குடியல்லோம் நமனை அஞ்சோம்

Nāmārkkum kuṭiyallōm namaṉai añcōm.

Wir sind niemandes Untertanen; den Todesgott fürchten wir nicht.

Eigene Übersetzung des Anfangsverses. Im Zusammenhang des Hymnus gründet diese Freiheit in der Zugehörigkeit zu Shiva. Die Zeile ist keine allgemeine Absage an Verantwortung oder das Zusammenleben, sondern ein kraftvoller Ausdruck religiösen Vertrauens.

Lehre: dienen, erinnern, standhalten

Appars Überlieferung betont Uzhavarappani, den tätigen Dienst am Tempel. Das dabei verwendete Arbeitsgerät ist zu einem wichtigen Zeichen seiner Darstellung geworden. Dienen ist hier keine bloße Vorbereitung, die man später hinter sich lässt: Es macht die Hingabe sichtbar.

Seine Dichtung hält zugleich die Vergänglichkeit vor Augen. Körperliche Stärke, Wohlstand und Ansehen sind nicht verlässlich. Die Erinnerung an Shiva eröffnet eine andere Mitte. Diese Hinwendung schließt Empfindsamkeit ein; sie ist nicht mit Gefühllosigkeit zu verwechseln.

Appar steht damit in einer fruchtbaren Beziehung zu Karaikkal Ammaiyar, die ebenfalls das Vergängliche angesichts Shivas betrachtet. Anders als ihre drastische Bildwelt ist sein dichterischer Weg besonders eng mit Tempelpilgerschaft und Dienst verbunden.

Bedeutung für die heutige Praxis

Eine passende heutige Anregung ist, vor oder nach der eigenen Meditation eine kleine Aufgabe für andere zu übernehmen: einen gemeinsam genutzten Raum reinigen, aufmerksam zuhören oder praktische Hilfe leisten. Die Handlung wird ohne besondere Selbstdarstellung ausgeführt.

Symbolbild: Innere Sammlung kann sich in tätiger Hilfsbereitschaft ausdrücken.

Wer Yoga übt, kann Appars Beispiel als Frage an die eigene Praxis verstehen: Wird mein Herz durch die Übung zugänglicher? Wachse ich in Geduld, Verlässlichkeit und Dienstbereitschaft?

Ein Weg, der im Alltag sichtbar wird

Appars Größe liegt in der Verbindung von machtvoller Sprache und demütiger Tätigkeit. Sein Beispiel lässt die Grenze zwischen heiligem Gesang und einfacher Arbeit durchlässig werden. Ein aufrichtiges Wort und eine hilfreiche Tat können aus derselben Hingabe entstehen.

Videos zur Vertiefung

Die folgenden Videos laden dazu ein, verwandte Themen in der eigenen spirituellen Praxis zu vertiefen.

Bhakti Yogastunde mit Sukadev und Aruna

Literatur

  • Lives of Saints by the Divine Life Society, Yoga-Vedanta Forest Academy Press, Himalayas, India, 2009
  1. ↑ Erzählgrundlage: Sekkizhar, Periya Puranam, Tirunavukkarasar-Vita; deutschsprachige Heiligendarstellung in Appar.

Siehe auch

Seminare

Gemeinsame Praxis, Gesang und Studium können die Inspiration dieser Heiligengeschichte im eigenen Leben vertiefen.

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