Tandava

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Tandava (Sanskrit: ताण्डव tāṇḍava m. u. n.) m./n. Tanzen; ein wilder Tanz (auch eines Pfaus), Name für Shivas Tanz, kosmischer Tanz (durch den die Welt aufgelöst werden kann). Der Tandava oder himmlische Tanz Shivas ist besonders ergreifend und verzaubernd, anmutig in Pose und Rhythmus und durchdringend in seiner Wirkung. Nritya oder Tandava ist eine untrennbare, heilige Bewegung der verschiedenen Gliedmaßen des Körpers in Übereinstimmung mit dem inneren göttlichen Bhava. Nritya ist eine göttliche Wissenschaft. Die Adigurus für diesen himmlischen Nritya waren Shiva, Krishna und Mutter Kali. In Nritya werden die sechs Bhavas demonstriert, nämlich Srishti, Samhara, Vidya, Avidya, Gati und Agati.

Shiva Nataraj

Sukadev über Tandava

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Tandava

Tandava heißt Tanz, Tandava ist insbesondere Shivas Tanz. Shiva ist ja auch Nataraja, der König der Tänzer. Raja heißt König, Nata heißt Tanz oder Tänzer. Natyam ist Tanz, und Nata ist Tänzer, Nataraja ist der König der Tänzer. Und der König der Tänzer tanzt Tandava. Und du findest immer wieder Kirtans, wo es von "Shiva Tandava" heißt. Shiva Tandava heißt auch der Tanz Shivas und heißt auch Shiva als der Tänzer.

Tandava ist also der Tanz Shivas, allgemein Tanz und speziell Shivas Tanz. Was hat jetzt Shivas Tanz zu tun? Shiva, vielleicht kennst du die Darstellung von Shiva Nataraja, Shiva tanzt. Shiva hebt ein Bein, eine Welt wird geschaffen, Shiva senkt ein Bein, eine Welt löst sich auf. Tandava heißt, tanze mit, du kannst das Leben nicht aufhalten, das Leben geht weiter. Es scheint mal schön zu sein, mal weniger schön zu sein, mal langsamer und mal schneller, mal bunter und mal weniger, letztlich ist alles Tandava, kosmischer Tanz Gottes, Tanz des Lebens.

Der Tanz eines Traumes (Quelle: www.josephinewall.co.uk)

Tanze diesen Tanz des Lebens mit und du kannst voller Freude sein. Versuche, dich dem Tanz zu verweigern, und du wirst vom Leben überrumpelt werden. So siehe alles als Tandava, als kosmischen Tanz an, hafte an nichts und sei neugierig, was Shiva Tandava dir weiter bringt. Wenn du mehr wissen willst über Shiva oder Nataraja, dann gehe auf unsere Internetseite, www.yoga-vidya.de. Dort findest du ein Suchfeld, da kannst du eingeben, "Tandava" oder "Shiva" oder "Nataraja" und du findest viele weitere Erläuterungen zum Konzept von Shiva als kosmischer Tänzer und auch Tipps, wie du dein Leben als kosmischen Tanz, als Teil des kosmischen Tanzes genießen kannst, freudevoll und intensiv erleben kannst.

Der Tanz Shivas dient dem Wohle der Welt

Die Verbeugung gehört aufjedenfall zum guten Tanz. Sowie das Verbeugen vor einem Altar oder vor einem Meister.

Das Ziel Seines Tanzes ist die Seelen von den Fesseln von Maya zu befreien, von den drei Bindungen Anava, Karma und Maya. Er ist nicht der Zerstörer, sondern Er ist der Regenerator. Er ist Mangala Data und Ananda Data, bringt Glück und Wonne. Er ist leichter zufrieden zu stellen als Hari, Er gewährt schnell einen Segen für ein bisschen Tapas oder eine kleine Rezitation Seiner fünf Buchstaben.

‘Aghada Bhum’ ist das Lied Seines Tanzes. Wenn Shiva Seinen Tanz beginnt, gesellen sich Brahma, Vishnu, die Shiva Ganas und Kali mit ihrer Schädelschale zu ihm. Hast du nicht das Bild von Pradosha Nritya gesehen? Es wird dir einen Eindruck des Tanzes von Shiva geben. Kali war sehr stolz auf ihre tänzerischen Fähigkeiten. Shiva begann zu tanzen, um ihren Stolz zu bezwingen. Er tanzte wunderschön, sehr künstlerisch. Kali musste beschämt ihren Kopf senken.

Shiva trägt in seiner linken oberen Hand einen Hirsch. Er hat einen Dreizack im rechten Unterarm. Er hat Feuer und Damaru und Malu, eine Waffenart. Er trägt fünf Schlangen als Ornamente. Er trägt eine Schädelgirlande. Er drückt mit Seinen Füßen auf den Dämon Muyalaka, einen Zwerg der eine Kobra hält. Er ist gen Süden gerichtet. Panchakshari selbst ist Sein Körper. Shiva sagt: "Kontrolliere die fünf Sinne, die wie Schlangen zischen. Der Geist springt wie ein Hirsch. Kontrolliere den Geist. Verbrenne ihn im Feuer der Meditation. Bezwinge ihn mit der Trisula der Unterscheidungskraft. Du kannst Mich erreichen". Dies ist die philosophische Bedeutung des Bildes Shivas.

Morgenröte von William-Adolphe Bouguereau (1825-1905)

Du kannst den Tanz Shivas in den Wellen des Ozeans verfolgen, in der Oszillation des Geistes, in den Bewegungen der Sinne und den Pranas, in der Rotation und den Konstellationen der Planeten, im kosmischen Pralaya, in Epidemien ansteckender Krankheiten, in riesigen Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen, in Erdbeben, Erdrutschen, Blitz und Donner, in großen Feuersbrünsten und zyklonischen Stürmen.

Sobald Guna Samya Avastha, in dem die drei Gunas in Ausgeglichenem Zustand existieren, durch den Willen des Herrn zerstört sind, manifestieren sich die Gunas und eine Verfünffachung der Elemente findet statt. Es gibt die Schwingung Omkara oder Sabda Brahman. Urenergie manifestiert sich. Dies ist der Tanz Shivas

Shiva erhebt sich aus Seinem tiefen Schweigen und beginnt zu tanzen

Der undifferenzierte Klang wird differenziert, durch die von Seinem Damaru oder Seiner Trommel ausgelösten Vibrationen. Sabda Brahman entsteht. Die undifferenzierte Energie wird ebenso differenzierte. Das Gleichgewicht der Gunas wird gestört. Die drei Gunas Sattva, Rajas und Tamas manifestieren sich. Alle Sphären, die Atome und die Elektronen tanzen ebenfalls rhythmisch und auf geordnete Weise. Die Atome tanzen in den Molekülen und die Moleküle tanzen in allen Körpern. Die Sterne tanzen in Zeit und Raum. Prakriti beginnt ebenfalls um Ihn herum zu tanzen als seine Herrlichkeit oder Vibhuti. Prana beginnt sich an Akasa oder der feinstofflichen Materie zu betätigen. Unzählige Formen manifestieren sich. Hiranyagarbha oder das goldene Ei oder der kosmische Geist manifestiert sich ebenfalls.

Wenn die Zeit kommt, zerstört Shiva alle Namen und Formen im Feuer, während er tanzt. Es herrscht wieder Stille.

Dies ist die Symbolik um die Gestalt von Nataraja

Der Hirsch in der Hand Shivas repräsentiert AShuddha Maya. Das Beil repräsentiert das Wissen, das die Ignoranz zerstört. Die Trommel, der ausgestreckte Arm, der das Feuer trägt, das Wasser (Ganga), die Hand mit dem Beil, der Fuß, der auf der Asura Muyalaka steht, sind die formlosen oder Sukshma Panchaksharas.

Srishti (Schöpfung) ist in der Trommel; Sthiti (Bewahrung) ist in der Abhaya Hand; Samhara (Zerstörung) ist in der Hand, die das Beil hält; Tirobhava (Verschleierung) ist in dem aufgestellten Fuß; und Anugraha (Segen) ist in dem erhobenen Fuß.

Es gibt verschiedene Tänze Shivas

Den Samhara Tanz, die fünf Tänze, die sechs Tänze, die acht Tänze, den Kodu Kotti Tanz, den Pandam Tanz, den Kodu Tanz. Der Kodu Kotti ist der Tanz nach der Zerstörung von allem. Pandam ist der Tanz nach der Zerstörung der drei Städte, und trägt die Asche dieser Städte. Kodu oder Kapalam ist der Tanz, in dem Er Brahmas Kopf in der Hand hält. Samhara ist der Tanz zur Zeit der Auflösung oder Pralaya.

Srishti, Sthiti, Samhara, Tirobhava und Anugraha, und auch Muni-Tandava, Anavarata Tandava und Ananda Tandava bilden die acht Tänze. Der Shivananda Tanz, der Sundara Tanz, der Tanz der goldenen Stadt, der goldene Chidambaram Tanz und der wundervolle Tanz bilden die fünf Tänze. Die fünf vorhergehenden Tänze und der Ananda Tanz am Ende bilden die sechs Tänze.

Shiva ist der einzige Tänzer

Er ist der Meister oder Könner der Tänzer. Er ist der König der Tänzer. Er hat den Stolz Kalis bezwungen. Shivas Zerstörung ist kein einzelner Akt, sondern eine Reihe von Aktionen. Es gibt in jedem Stadium eine andere Art des Tanzes.

Möge Nataraja, der große Tänzer dir beim Erreichen von Shivanandam oder der ewige Wonne Shivas helfen!

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Tandava - Indischer Tanz

Der von Shiva ausgeübte Tandava-Tanz repräsentiert Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Dies sind die drei göttlichen Aspekte, welche alle Lebewesen in ihrem Leben erfahren.

Shiva ist auch als Nataraja oder tanzender Gott bekannt. Sein Tanz heißt Tandava und ist eine kaftvolle Tanzform, welche den Kreislauf von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung darstellt. Der Tandava-Tanz ist abgeleitet von Tandu, dem Gefährten Shivas. Die Bharat Munis Nata Shastra besagt, dass Shivas Tandava-Tanz aus 108 Karanas und 32 Angaharas besteht. Einige Gelehrte meinen, dass es etwa sieben von Shiva durchgeführte Tandava-Typen gibt. Die wichtigsten unter ihnen sind das Ananda-Tandava und das Rudra-Tandava. Das Ananda-Tandava wird in fröhlicher Gesinnung durchgeführt und kann als Ausdruck von Glück udn Glückseligkeit betrachtet werden. Das Rudra-Tandava hingegen bringt eine gewaltvolle Stimmung zum Ausdruck. Die anderen Tandava-Formen, von denen man glaubt, dass sie ebenfalls von Shiva ausgeübt werden, sind: das Tripura-Tandava, das Gauri-Tandava, das Uma-Tandava, das Sandhya-Tandava und das Samara-Tandava.

Die Religionsgelehrten sind der Auffassung, dass das Ananda-Tandava Shivas himmlischer Tanz ist. Alle Mudras im Ananda-Tandava können in Verbindung gebracht werden mit dem rhythmischen Puls der Schöpfung, aus dem das Lila, das Spiel des Windes mit den Wellen und Gezeiten, der kosmische Wirbel der Galaxien und der Frohsinn ätherischer Geschöpfe hervorgehen. Im Ananda-Tandava sind Shivas Hände auf vier verschiedene Weisen ausgestreckt, welche für die vier Himmelsrichtungen stehen. Eine Flamme befindet sich in der oberen linken Hand, die untere linke Hand zeigt auf einen Zwerg, der eine Kobra hält. Der Damaru, der sich auf das vitale männlich-weibliche Prinzip bezieht, befindet sich in der oberen rechten Hand von Shiva. Die untere rechte Hand zeigt die Behauptungsgeste. Die Schlangen, die sich um seinen Körper winden, stehen für den Egoismus. Der Schädel auf seinem Haupt ist ein Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod und die Göttin Ganga ruht auf seinem Haar. Das dritte Auge repräsentiert seine Allgegenwärtigkeit, seine Allmacht und seine Einsicht. Der Damaru-Klang verursacht den Urlaut Om, die erste Silbe des alten Sanskritalphabets.

Der Ananda-Tandava Shivas drückt Ganzheit aus. Der Damaru symbolisiert die Beständigkeit der Schöpfung, wobei die offene Hand Bewahrung ausdrückt und die nach unten weisende Hand deutet auf den Aspekt der Zerstörung oder Transformation hin. Shivas auf den Zwerg tretender Fuß verkörpert das durch Dunkelheit verhüllte Universum. Der nach oben zeigende Fuß versinnbildlicht das Bitten um die Gnade Gottes (Anugraha). Der Tanz Shivas repräsentiert die fünf Aktivitäten: Shrishti (Schöpfung), Sthiti (Erhaltung), Samhara (Zerstörung), Tirobhava (Illusion) und Anugraha (Gnade). Der Tanz von Shiva und Kali transzendiert alle Grenzen von Unendlichkeit und Bewusstsein.

Die Schriften der Hindus besagen, dass Shiva den Tandava-Tanz zu verschiedenen Anlässen aufführt. Man glaubt zum Beispiel, dass Shiva den Rudra-Tandava aufführt, um seinen Kummer und Zorn auszudrücken, nachdem Sati bei der Yajnazeremonie Dakshas ins Feuer gesprungen war. Einige Gelehrte gehen davon aus, dass die weibliche Form des Tandava-Tanzes der von Parvati veranstaltete Lasya ist. Dieser umfasst anmutige Bewegungen, die manchmal erotisch und manchmal sanft sind.

Vor diesem Hintergrund lässt sich sagen, dass der von Shiva aufgeführte Tandava-Tanz die verschiedenen Stadien des Lebens und die damit einhergehenden Erfahrungen darstellt. Er repräsentiert die verschiedenen Stimmungen und Gefühlswallungen, die jedes Lebewesen durchlebt. Schließlich kann man sagen, dass der Tandava-Tanz eine allumfassende Form göttlicher Kunst ist.

Siehe auch

Kali tanzt auf Shiva

Literatur

Weblinks

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