Geschicklichkeit

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Geschicklichkeit ist Fähigkeit und Findigkeit, Geschick und Flinkheit. Geschicklichkeit kann auch definiert werden als natürliche Begabung, als Gewandtheit, als Fertigkeit. Geschicklichkeit kann ganz natürlich kommen, kann aber auch erlernt werden. Geschicklichkeit kann sich auf manuelle Fertigkeiten und den Erwerb neuer Fähigkeiten beziehen, aber auch auf den Umgang mit anderen Menschen. Nur dann, wenn ich imstande bin, mich auf einen anderen Menschen einzustellen, weiß ich, wie ich ihn überzeugen oder anspornen, wie ich ihn für eine Sache begeistern kann. Dazu gehören auch die von Swami Sivananda im nachfolgenden Artikel beschriebenen Eigenschaften Höflichkeit und Liebenswürdigkeit.

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Geschicklichkeit - eine Tugend. Was ist Geschicklichkeit ? Woher stammt das Wort? Wozu ist Geschicklichkeit gut? Was sind ihre Grenzen? Wie kann man sie kultivieren? Was ist das Gegenteil von Geschicklichkeit ?

Swami Sivananda über Geschick und Geschicklichkeit

Swami Sivananda, der indische Weise und Yoga Meister, schreibt über Geschicklichkeit: Diese Eigenschaft ist sehr wesentlich für einen Geschäftsmann und auch für jeden anderen. Wenn ein Mensch in seinem Beruf und Geschäft Glück hat, spricht man von einem guten Geschick. Fähigkeit ist ein anderer gleichartiger Begriff. Höflichkeit, Liebenswürdigkeit, gutes Benehmen sind in diese Eigenschaft mit eingeschlossen. Ein roher, unfreundlicher Mensch wird keinen Erfolg in seinen Geschäften haben. Ein geschickter Geschäftsmann ist sehr sorgfältig in seinen Berechnungen. Er hat ein gutes Gedächtnis, weiß Bescheid über Geld und Wirtschaftsdinge, ist geistesgegenwärtig und wird Missgeschick und Fehler bald wieder wettmachen.

Er ist voller Einfälle und sehr intelligent. Auch Ärzte und Juristen brauchen Geschicklichkeit, um Erfolg zu haben. Mancher ist mit dieser Eigenschaft geboren, aber man kann sie auch, wenn der Wille vorhanden ist, sehr schnell entwickeln.Selbst religiöse Prediger müssen Geschicklichkeit besitzen, um Menschen zu beeinflussen. Ein geistiger Mensch kann einen kämpferischen Geist haben und verschiedene Methoden - Umstand und Notwendigkeit entsprechend - mit Geschicklichkeit anwenden.

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Geschicklichkeit als hilfreiche Tugend

Auszug aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Geschicklichkeit ist die Fähigkeit, mit Dinge mit Geschick zu tun, Dinge mit Kompetenz zu tun, Verschiedenes auszuprobieren und im Handeln auch erfolgreich sein zu können. Krishna sagt in der Bhagavad Gita: "Yoga Karmasu Kaushalam." Das kann man übersetzen mit "Yoga ist Geschick im Handeln". Und es steht im Ausdruck "Geschicklichkeit" auch, dass es auch Aufgabe eines spirituellen Aspiranten ist, zu lernen, dazu zu lernen und Unterschiedliches bewirken zu können.

Yoga heißt auch eine gewisse Neugier, Yoga heißt der Wunsch, etwas zu lernen, Yoga heißt auch der Wunsch, seine Fähigkeiten zu kultivieren, Yoga heißt auch ein Ausdehnen der Fähigkeiten. Es ist gut, Spezialistentum zu haben, und in einer Sache gut zu sein und dann Geschicklichkeit zu haben in der einen Sache. Oft versteht man aber, wenn man sagt, ein Mensch hat viel Geschicklichkeit, dass er Verschiedenes kann. Und Swami Sivananda hat gerne empfohlen: "Kultiviere deine Fähigkeiten auf vielen Ebenen, begrenze dich nicht so."

Wenn du Geschicklichkeit auf verschiedenen Ebenen hast, dann kannst du auch etwas spielerischer damit umgehen, du identifizierst dich etwas weniger. Du kannst eine gewisse Geschicklichkeit haben in der Hausarbeit, du kannst eine gewisse Geschicklichkeit haben, zügig zu staubsaugen, und das Bad sauber zu machen, und die Küche sauber zu machen. Das sind jetzt nicht Dinge, die unter deiner Würde stehen müssen und du kannst durchaus lernen, wie kann man es besser machen, wie kann man es ökologischer machen, wie kann man es schneller machen.

Geschicklichkeit würde auch heißen, zu schauen, wie viel muss man denn machen und was ist vielleicht einfach nur Besessenheit und zu viel. Geschicklichkeit heißt, in angemessenem Maße es tun zu können. Eine gewisse Geschicklichkeit im Umgang mit deinem Handy ist auch gut, du musst nicht einfach sagen, "das kann ich alles nicht, das beherrsche ich alles nicht", probiere es aus. Geschicklichkeit kommt durch Übung.

Du musst nicht alles beherrschen, aber eine gewisse Geschicklichkeit ist gut. Dazu gehört eine gewisse Neugier, die Bereitschaft, es zu lernen und die Bereitschaft, auch Neues zu lernen. Eine gewisse Geschicklichkeit im Reparieren. Vielleicht funktioniert mal deine Lampe nicht, vielleicht funktioniert mal der Staubsauger nicht, vielleicht ist mal der Wasserabfluss verstopft, es ist gut, auch dort eine gewisse Geschicklichkeit zu haben, sich nicht zu sehr zu beschränken, sondern weite Geschicklichkeit.

Auch im Umgang mit anderen Menschen, statt zu sagen: "So bin ich halt, nimm mich, oder lasse es sein!", ist es auch gut, eine gewisse Geschicklichkeit zu haben, mit anderen Menschen zu sprechen, zu kommunizieren. Es gilt, eine Geschicklichkeit zu haben, in Meetings sich gut zu verhalten, gut beizutragen, eine Geschicklichkeit, ein Meeting zu führen, zu leiten, eine gewisse Geschicklichkeit, andere Menschen anzuleiten, vielleicht auch mal den Vorsitz zu übernehmen, eine Verantwortung, eine Projektleitung zu haben. Auch eine Geschicklichkeit, sich auf unterschiedliche Chefs einzustellen.

Also, Geschicklichkeit heißt, verschiedene Fähigkeiten zu haben. Und mein Tipp wäre durchaus, Geschicklichkeit nicht nur in einem Gebiet, sondern in vielen Gebieten zu besitzen. Es ist nämlich gut, etwas spielerischer umzugehen, und zu erkennen: "Ich bin nicht beschränkt auf etwas." Ich bin ja [[>oga|Yogalehrer]], Meditationslehrer, spiritueller Lehrer, und im Yoga als spirituelle Praxis, und spirituelle Übung, und spirituelles System geht es ja darum, vom Ego frei zu werden, von Identifikationen frei zu werden, und dazu ist eine gute Hilfe, Geschicklichkeit auf verschiedenen Gebieten zu entwickeln, und dann wirst du auch frei von Ängsten, denn du weißt: "Ich könnte dieses machen, ich könnte jenes machen.

Und wenn das nicht geht, auch ok, dann kann ich etwas anderes." Und so kannst du dich lösen von Identifikationen, du kannst dich lösen von Wünschen, du kannst dich lösen von Ängsten und Verzweiflung. Eine gewisse Geschicklichkeit auf vielen Dingen hilft dir, spielerisch umzugehen, hilft dir, ein Vertrauen zu haben, eine Freude zu haben, eine Leichtigkeit zu haben und letztlich auch andere Fähigkeiten zu respektieren, denn wenn du eine gewisse Geschicklichkeit hast, kannst du auch das Expertentum der anderen, umso mehr wertschätzen und honorieren. Geschicklichkeit ist also. eine wichtige Eigenschaft in verschiedener Hinsicht.

Geschicklichkeit und andere Tugenden

In diesem Yoga Wiki werden über 1000 Tugenden und geistigen Eigenschaften beschrieben. Hier einige Erläuterungen, wie man die Eigenschaft der Geschicklichkeit in Beziehung zu anderen Tugenden und geistigen Eigenschaften sowie in Bezug auf Laster sehen kann:

Ähnliche Eigenschaften wie Geschicklichkeit

Ähnliche Eigenschaften wie Geschicklichkeit, also Synonyme zu Geschicklichkeit sind z.B. Geschick, Kunstfertigkeit, Klugheit.

Ausgleichende Eigenschaften

Jede Eigenschaft, jede Tugend, die übertrieben wird, wird zu einer Untugend, zu einem Laster, einer nicht hilfreichen Eigenschaft. Geschicklichkeit übertrieben kann ausarten z.B. in Selbstgefälligkeit, Arroganz, Hochmut, Überheblichkeit, Selbstüberschätzung. Daher braucht Geschicklichkeit als Gegenpol die Kultivierung von Einfachheit, Liebe, Mitgefühl.

Gegenteil von Geschicklichkeit

Zu jeder Eigenschaft gibt es ein Gegenteil. Hier Möglichkeiten für Gegenteil von Geschicklichkeit, Antonym zu Geschicklichkeit :

Geschicklichkeit im Kontext von Tugendengruppen, Persönlichkeitsfaktoren und Temperamenten

Entwicklung von Geschicklichkeit

Geschicklichkeit kann man sehen als Tugend, als eine positive Eigenschaft. Vielleicht willst du ja Geschicklichkeit in dir stärker werden lassen. Hierzu einige Tipps:

  • Nimm dir vor, eine Woche lang diese Eigenschaft der Geschicklichkeit zu kultivieren. Du kannst nicht mehrere Tugenden auf einmal entwickeln. Aber es ist möglich, jede Woche eine Tugend, eine Eigenschaft, wachsen zu lassen.
  • Triff den Entschluss: "Während der nächsten Woche will ich die Tugend, die Eigenschaft, Geschicklichkeit kultivieren, wachsen lassen, stärker werden lassen. Ich freue mich darauf, in einer Woche ein geschickterer Mensch zu sein."
  • Nimm dir vor, jeden Tag mindestens eine Handlung auszuführen, die Geschicklichkeit ausdrückt. Mache jeden Tag etwas, was du sonst nicht tun würdest, was aber diese Tugend zum Ausdruck bringt.
  • Wenn du morgens aufwachst, dann sage eine Affirmation, z.B.: "Ich entwickle Geschicklichkeit ". Mehr Möglichkeiten zu Affirmationen findest du weiter unten
  • Am Tag wiederhole immer wieder eine solche Affirmation:
  • Ich bin geschickt.

Affirmationen zum Thema Geschicklichkeit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Affirmationen für mehr Geschicklichkeit Unter dem Stichwort "Affirmation" und "Wunderaffirmationen" erfährst du mehr darüber.

Klassische Autosuggestion für Geschicklichkeit

Hier die klassische Autosuggestion:

  • Ich bin geschickt.

Im Yoga verbindet man das gerne mit einem Mantra. Denn ein Mantra lässt die Affirmation stärker werden:

  • Ich bin geschickt. Om Om Om.
  • Ich bin ein Geschickter, eine Geschickte.

Entwicklungsbezogene Affirmation für Geschicklichkeit

Manche Menschen fühlen sich als Scheinheiliger oder als Heuchler, wenn sie sagen "Ich bin geschickt " - und sie sind es gar nicht. Dann hilft eine entwicklungsbezogene Affirmation:

  • Ich entwickle Geschicklichkeit.
  • Ich werde geschickt.
  • Jeden Tag werde ich geschickter.
  • Durch die Gnade Gottes entwickle ich jeden Tag mehr Geschicklichkeit.

Dankesaffirmation für Geschicklichkeit

  • Ich danke dafür, dass ich jeden Tag geschickter werde.

Wunderaffirmationen Geschicklichkeit

Du kannst es auch mit folgenden Affirmationen probieren, die Sukadev Volker Bretz als Wunderaffirmationen bezeichnet:

  • Bis jetzt bin ich noch nicht sehr geschickt. Und das ist auch ganz verständlich, ich habe gute Gründe dafür. Aber schon bald werde ich Geschicklichkeit entwickeln. Jeden Tag wird diese Tugend in mir stärker werden.
  • Ich freue mich darauf, bald sehr geschickt zu sein.
  • Ich bin jemand, der geschickt ist.

Gebet für Geschicklichkeit

Auch ein Gebet ist ein machtvolles Mittel, um eine Tugend zu kultivieren. Hier ein paar Möglichkeiten für Gebete für mehr Geschicklichkeit:

  • Lieber Gott, bitte gib mir mehr Geschicklichkeit.
  • Oh Gott, ich verehre dich. Ich bitte dich darum, dass ich ein geschickter Mensch werde.
  • Liebe Göttliche Mutter, ich danke dir. Ich danke dir dafür, dass ich jeden Tag die Tugend Geschicklichkeit mehr und mehr zum Ausdruck bringe.

Was müsste ich tun, um Geschicklichkeit zu entwickeln?

Du kannst dich auch fragen:

  • Was müsste ich tun, um Geschicklichkeit zu entwickeln?
  • Wie könnte ich geschickt werden?
  • Lieber Gott, bitte zeige mir den Weg zu mehr Geschicklichkeit.
  • Angenommen, ich will geschickt sein, wie würde ich das tun?
  • Angenommen, ich wäre geschickt, wie würde sich das bemerkbar machen?
  • Angenommen, ein Wunder würde geschehen, und ich hätte morgen Geschicklichkeit kultiviert, was hätte sich geändert? Wie würde ich fühlen? Wie würde ich denken? Wie würde ich handeln? Als geschickter Mensch, wie würde ich reagieren, mit anderen kommunizieren?

Vortragsmitschnitt zu Geschicklichkeit - Audio zum Anhören

Hier kannst du einen Vortrag von Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, anhören. Dieser Vortrag ist die Audio Version eines Videos zu Geschicklichkeit, Teil des Yoga Vidya Multimedia Lexikons der Tugenden.

Siehe auch

Eigenschaften im Alphabet vor Geschicklichkeit

Eigenschaften im Alphabet nach Geschicklichkeit

Literatur

Weblinks

Seminare

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